Allergie schwangerschaft cetirizin

Allergie in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft müssen Frauen die Allergie nicht still erdulden. Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Allergie zu reduzieren und auch Medikamente, die trotz Schwangerschaft eingenommen werden dürfen.

Grundsätzlich gibt es folgende Arten von Allergien:

  • Heuschnupfen: Fast jede 5.Frau leidet unter Heuschnupfen in der Schwangerschaft. Da durch den in der Schwangerschaft erhöhten Östrogenspiegel häufig die Nase bei Schwangeren sowieso verstopft ist, wird ein vorhandener Heuschnupfen so noch verstärkt.
  • Asthma bronchiale: Bei schwangeren Asthmatikerinnen tritt in 30 Prozent der Fälle eine Besserung der Beschwerden ein. Bei 20 % der Schwangeren verschlechtert sich das Asthma in der Schwangerschaft. Gerade für Asthmatikerinnen ist eine gute Behandlung auch in der Schwangerschaft wichtig, da es ansonsten zu Sauerstoffmangel beim Kind kommen kann.
  • Neurodermitis: Frauen, die unter Neurodermitis leiden, erfahren in der Schwangerschaft oft eine Verbesserung der Beschwerden. Leider werden die Symptome bei manchen Frauen durch die Schwangerschaft auch verschlimmert.
  • Nesselsucht (Urtikaria): Auch Nesselsucht bessert sich bei den meisten Frauen in der Schwangerschaft. In seltenen Fällen kommt es jedoch auch hierbei zu einer Verschlechterung.
  • Anaphylaktischer Schock: Das Immunsystem ist in der Schwangerschaft anfälliger für einen anaphylaktischen Schock, der jedoch wegen möglichen Folgen für das Kind unbedingt vermieden bwziehungsweise trotz Schwangerschaft unbedingt bestmöglich behandelt werden sollte.

Behandlung der Allergie in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen sollten die bekannten Allergene (z. B. Hausstaub oder bestimmte Nahrungsmittel) so gut es geht meiden. Wenn draußen starker Pollenflug ist, sollten die Fenster geschlossen bleiben. Idealerweise werden Staubfänger wie Teppiche aus der Wohnung entfernt. Die Schwangerschaft kann hier als gute Gelegenheit genutzt werden, auszumisten. Vor dem Zubettgehen die Haare zu waschen, hilft die Pollenbelastung bei Heuschnupfen in der Schwangerschaft weiter zu reduzieren. Da Stress Allergiesymptome verstärkt, sollte der Tagesablauf so stressfrei wie möglich gestaltet werden – in der Schwangerschaft besonders. Aber auch manche Medikamente dürfen in der Schwangerschaft bei starken Beschwerden eingesetzt werden.

Welche Medikamente dürfen Frauen gegen die Allergie in der Schwangerschaft nehmen?

Wenn die Vermeidung der Allergene nicht ausreicht und die Schwangere unter extrem starken Beschwerden leidet, kann die Allergie in der Schwangerschaft auch mit Medikamenten beziehungsweise Tabletten behandelt werden. Gängige Mittel bei starken Beschwerden durch Heuschnupfen und Co. sind auch in der Schwangerschaft Ceterizin und Loratardin. Homöopathie bringt in der Regel keine Linderung der Beschwerden, es gibt bis heute auch keine anerkannten Belege für die Wirksamkeit.

Als Mittel der Wahl gelten bei Allergien in der Schwangerschaft:

Wirkstoffgruppe

Erlaubtes Mittel

systemische Antihistaminika

Loratadin oder Ceterizin

topische Antihistaminika

Azelastin und Levocabastin

Mastzellenstabilisator

Cromoglicinsäure

β2-Sympathomimetika

Salbutamol

topische Glucocorticoide

Budenosid

systemische Glucocorticoide

Prednisolon

inhalativen Corticosteroide (ICS)

Budenosid, Betomeclason und Fluticason

Prävention von Allergien beim Kind

Übrigens: Frauen, die selber oder deren Partner unter Allergien leiden, wird empfohlen in der Schwangerschaft auf den Verzehr von stark allergenen Lebensmitteln zu verzichten, um das Allergierisiko beim ungeborenen Kind so gering wie möglich zu halten. Stark allergene Lebensmittel sind Nüsse, Erdbeeren, Hühnereier, Soja und Kuhmilch. Der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sollte in der Schwangerschaft selbstverständlich sein, auch diese erhöhen das Allergierisiko fürs Kind zusätzlich. Außerdem gibt es Hinweise, dass eine Ernährung in der Schwangerschaft, die reich an Fisch ist, das Kind zusätzlich vor Neurodermitis und anderen Allergien schützt.

Allergie

Synonyme oder assoziierte Erkrankungen

  • Heuschnupfen

In den letzten Jahrzehnten wurde eine deutliche Zunahme von allergischen Erkrankungen beobachtet, so dass mittlerweile bei fast jeder 5. Schwangeren Allergien bekannt sind. Als Allergie wird eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) bezeichnet. Sowohl Umweltfaktoren als auch eine genetische Veranlagung scheinen bei der Entstehung von Atopien beteiligt zu sein. Zur Vorbeugung von Allergien (z.B. bei Kindern von Atopikern) wird daher den werdenden Eltern empfohlen, mit dem Rauchen aufzuhören sowie die Kinder möglichst bis zum 6. Lebensmonat ausschließlich zu stillen.

Folgende häufige Erkrankungen werden unterschieden:

  • Rhinitis allergica (Heuschnupfen): Eine Rhinitis tritt bei bis zu 20% der Schwangeren auf. Häufig verschlechtert sich eine allergische Rhinitis zusätzlich durch die nasale Obstruktion, die im Zusammenhang mit dem erhöhten Östrogenspiegel in der Schwangerschaft auftreten kann. Eine Unterscheidung zwischen der allergischen Rhinitis und einer Rhinopathia gravidarum (schwangerschaftsbedingte Rhinits) ist meistens aufgrund der Anamnese leicht möglich.
  • Atopisches Ekzem (Neurodermitis): siehe Neurodermitis
  • Asthma bronchiale: siehe Asthma bronchiale
  • Urtikaria (Nesselsucht): Eine chronische Urtikaria bessert sich häufig in der Schwangerschaft, in seltenen Ausnahmen kann auch eine Verschlechterung eintreten, die eine Intensivierung der Therapie erfordert.
  • Anaphylaktischer Schock: Schwangere Frauen können aufgrund des veränderten Immunstatus anfälliger für anaphylaktische Reaktionen (z.B. auf Penicilline, Eisen, Muskelrelaxantien) als vor der Schwangerschaft sein. Anaphylaktische Reaktionen der Mutter mit schwerer Hypotension müssen auf jeden Fall vermieden bzw. auch in der Schwangerschaft sofort und bestmöglich behandelt werden. Das Gehirn des Feten regaiert besonders sensibel auf eine Minderperfusion, so dass auch bei unkompliziertem Ausgang der mütterlichen Schocksymptomatik in einigen Fällen bleibende neurologische Schäden, z.B. eine multizystische Encephalopathie, bei den Kindern beobachtet wurden.

Besonderheiten einer Therapie in der Schwangerschaft

In den meisten Fällen können allergische Erkrankungen in der Schwangerschaft mit topischen oder oralen Antihistaminika, Cromoglicinsäure und topischen Glucocorticoiden gut behandelt werden. In erster Linie sollte jedoch die Exposition mit den bekannten Allergenen (Nahrungsmittel, Hausstaubmilben etc. ) vermieden werden.

Die Anwendung von Immunmodulatoren wie Tacrolimus und Immunsuppressiva (Ciclosporin) in der Schwangerschaft muss seltenen Ausnahmefällen bei anders nicht therapierbaren Symptomen vorbehalten werden. Die einzig verfügbare kausale Therapie der Allergie ist die spezifische Immuntherapie (SIT) oder Hyposensibilisierung, die mit gutem Erfolg bei Insektengiftallergien und auch bei Heuschnupfen eingesetzt wird und in der Schwangerschaft ohne Dosissteigerung weiter fortgeführt werden kann, wenn sie bisher gut vertragen wurde. Glucocorticoidhaltige Depotpräparate sollten im Normalfall vermieden werden.

Eine vorübergehende Anwendung von abschwellenden Nasentropfen, wie Xylometazolin oder Oxymetazolin ist prinzipiell möglich, sollte aber aus allgemeinen Erwägungen auf maximal (8-)10 Tage begrenzt bleiben. Bei der Rhinopathia gravidarum kann durch die nasale Anwendung von Kochsalzlösung eine Verbesserung der Symptomatik erreicht werden.

Mittel der Wahl

Folgende Substanzen sollten bei einer therapiebedürftigen Allergie bevorzugt eingesetzt werden:

  • systemische Antihistaminika der Wahl: Loratadin oder Cetirizin
  • topische Antihistaminika: Azelastin und Levocabastin sind akzeptabel
  • Mastzellenstabilisator der Wahl: Cromoglicinsäure
  • topische Glucocorticoide der Wahl: Budesonid
  • systemische Glucocorticoide: Prednisolon
  • Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie (SIT): siehe Hyposensibilisierung
  • Therapie des Asthma bronchiale: siehe Asthma bronchiale

Wir helfen Ihnen und Sie helfen uns

Viele Schwangere nehmen Medikamente während der Schwangerschaft ein. Kenntnisse zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft und damit letztlich auch die Qualität dieser Internetseite beruhen größtenteils auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

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Allergien

Mehr als 30 % aller Schwangeren leiden an irgendeiner Allergie. Mit diesem Begriff bezeichnet man eine krankmachende Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf bestimmte Stoffe in der Umwelt (Allergene). Auf jeden weiteren Kontakt mit dem Allergen reagiert der Körper erneut extrem empfindlich. Er ist „sensibilisiert“. Dabei unterscheidet man den „Soforttyp“, bei dem die Reaktion gleich nach dem Kontakt auftritt, und den „Spättyp“, bei dem bis zur Reaktion mehrere Tage vergehen können.

Die häufigsten Allergene sind Schadstoffe (Autoabgase), Chemikalien (Kosmetika, Pflanzenschutzmittel, Medikamente, Zusatzstoffe in Lebensmitteln), Blütenpollen, Insektengifte, Tierhaut und –haare und Sporen von Schimmelpilzen. Ist man auf einen bestimmten Stoff allergisch, entsteht oft eine sogenannte Kreuzallergie gegen ähnliche Stoffe: Wer auf Latex allergisch reagiert, muss auch bei Bananen, Walnüssen, Pfirsichen und Aprikosen vorsichtig sein. Eine Allergie gegen Gräser zieht oft eine Allergie gegen Getreide und Hülsenfrüchte nach sich.

Allergien zeigen sich hauptsächlich an der Haut mit einem Ausschlag (Nesselsucht), Rötungen, Quaddeln und Pickelchen. Eine chronische Form der Hautallergie zeigt sich im Ekzem und in der Neurodermitis. Am Auge sind die Augenlider geschwollen, entzündet und gerötet. Allergene können aber auch zu Verdauungsproblemen wie Blähungen mit kolikartigen Krämpfen, Durchfall oder Verstopfung und zu Atemwegssymptomen wie Heuschnupfen oder asthmatischen Beschwerden führen. Auch Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sind nicht selten. In schweren Fällen kann es sogar zum anaphylaktischen Schock mit akuter Lebensgefahr kommen. Die Diagnose einer Allergie stellt der Arzt, die Ärztin durch eine sorgfältige Befragung Ihrer Gewohnheiten und familiären Belastung, durch verschiedene Hauttests und eventuell durch eine Blutuntersuchung.

Die beste Behandlung einer Allergie ist die Vorsorge. Der Kontakt mit einem bekannten Allergen sollte also vermieden werden. Eine bekannte Massnahme bei Pollenallergie ist, getragene Kleidung vom Tag aus dem Schlafzimmer zu verbannen und vor dem Zubettgehen die Haare zu waschen.

Eine absolute Kontaktvermeidung ist aber natürlich nicht möglich. Dann helfen im akuten Fall Medikamente zur Linderung der Beschwerden, die auch in der Schwangerschaft eingenommen werden dürfen.

Als langfristige Massnahme gibt es die sogenannte Hyposensibilisierung („Spritzenkur“, „SIT“). Dazu wird das Allergen so lange in steigender Dosierung unter die Haut gespritzt, bis keine Symptome mehr auftreten. Eine Hyposensibilisierung (oft falsch Desensibilisierung genannt) sollte möglichst vor und keinesfalls während einer Schwangerschaft begonnen werden. Eine unvorhersehbare Überreaktion ist immer möglich und kann bei Schwangeren weniger gut behandelt werden – Mutter und ungeborenes Kind sind dann gefährdet. Die Hyposensibilisierung kann jedoch in der Schwangerschaft zu Ende geführt werden, wenn sie bis dahin gut vertragen wurde.

Haut- und Atemwegsallergien können sich in der Schwangerschaft verschlechtern, oft aber bessert sich die Überempfindlichkeit. Vorhersehbar ist dies nicht unbedingt. Bei zweiten oder dritten Schwangerschaften ist aber meist mit ähnlichen Beschwerden zu rechnen wie in der ersten.

Medikamente gegen Allergien

Häufige Fragen zum Thema

Kann man als Schwangere einen allergischen Ausschlag mit einem Antihistaminikum behandeln oder sollte man da vorsichtig sein?

Für Schwangere mit Allergien gibt systemisch (also z.B. in Tablettenform) eingesetzte Antihistaminika, über die schon grössere Studien in der Schwangerschaft vorliegen und bei denen keine erhöhte Fehlbildungsrate bei den geborenen Kindern gefunden wurde. Das sind die Wirkstoffe Doxylamin, Clemastin…

vollständige Antwort lesen Darf ich die Cortisonsalbe zur Behandlung meiner Neurodermitis trotz Schwangerschaft weiter benutzen?

Cortison ist ein körpereigenes Hormon aus der Nebennierenrinde (Corticosteroide) und in der Schwangerschaft nicht grundsätzlich verboten! Es gibt Asthmatikerinnen, die während der gesamten Schwangerschaft Cortison als Spray oder Tabletten einnehmen müssen. In der Spätschwangerschaft werden bestimmte…

vollständige Antwort lesen Die alljährliche Heuschnupfen-Saison beginnt und ich bin schwanger! Wie kann ich diese Zeit nur ohne Medikamente überstehen? Oder ist Homöopathie die Lösung?

Wenn Sie mit einem Antihistaminikum gute Erfahrungen gemacht haben, dürfen Sie auch in der Schwangerschaft auf eines der bewährten Präparate zurückgreifen. Versuchen Sie es zunächst mit Spray oder Augentropfen, dann ist die Wirkstoffmenge, die über die Plazenta auf das Kind übergehen könnte, am…

vollständige Antwort lesen Darf man sich in der Schwangerschaft gegen Heuschnupfen impfen lassen?

Bei einer Hyposensibilisierung (“Allergie-Impfung”), auch Desensibilisierung genannt, wird die überschiessende Abwehrreaktion des Körpers gedämpft. Dazu werden die Allergieauslöser, die im alltäglichen Leben tatsächlich zu einer allergischen Reaktion führen (z.B. Pollen, Insektengift, Milben,…

vollständige Antwort lesen Wie hoch ist das Risiko, dass unsere Kinder Allergien bekommen? Mein Mann und ich sind beide Allergiker.

Wenn beide Eltern Allergiker sind, ist die Wahrscheinlichkeit immerhin 50 bis sogar 60%, dass das Kind ebenfalls eine Allergie entwickelt. Ist nur ein Elternteil Allergiker, ist dies immerhin noch 35%.

Durch allgemeine Vorsorgemassnahmen kann das Allergierisiko für Kinder verringert werden. Sicher…

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Wissen

Aktuelle Empfehlungen zur Allergievorbeugung

Die 10 häufigsten Allergie-Irrtümer

Newsticker

Digitaler AllergiePass | 03.10.2016

Mit dem digitalen AllergiePass hat man alle Informationen zu seinen Allergien stets auf dem Smartphone bei sich, sie sind von überall abrufbar. Sie können zudem von einem Arzt validiert und später ins elektronische Patientendossier übertragen werden. Dazu gibt es Wissenswertes und Fachinformationen zu Allergien und Intoleranzen, Wetter- und Pollenprognosen sowie aktuelle Luft- und Schadstoffbelastungswerte. Integriert ist auch ein Notfallplan bei einer Anaphylaxie, einem allergischen Schock, der lebensbedrohlich sein kann. Entwickelt wurde die App von aha! Allergiezentrum Schweiz und Kooperationspartnern. Die App steht im iTunes- und Google Play-Store kostenlos zum Herunterladen bereit.

Letzte Aktualisierung : 02-05-16, BH

Cetirizin

Was ist bei der Einnahme von Cetirizin zu beachten?

Gegenanzeigen

Bei Kindern unter zwei Jahren sowie bei schwerer Störung der Nierenfunktion darf Cetirizin nicht angewendet werden. In manchen Fällen sollte das Antihistaminikum nur dann eingenommen werden, wenn der behandelnde Arzt den Nutzen deutlich höher als die Risiken einschätzt (relative Kontraindikation), wie beispielsweise bei erhöhter Krampfbereitschaft (Epilepsie).

Wechselwirkungen

Bislang sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt.

Cetirizin unterdrückt die Reaktion der Haut auf Allergietests. Deshalb sollte das Medikament drei Tage vor einem Allergietest abgesetzt werden, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.

Experten empfehlen, während der Behandlung mit Antihistaminika wie Cetirizin Alkohol zu meiden.

Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen

Cetirizin wirkt im Gegensatz zu vielen anderen Antihistaminika nur wenig sedierend (ruhigstellend). Dennoch ist beim Lenken von Kraftfahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten. Patienten sollten die individuelle Reaktion ihres Körpers auf den Wirkstoff beachten (Müdigkeit, Schwindel etc.).

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn notwendig, kann Cetirizin in der Schwangerschaft mit Vorsicht und in Absprache mit dem Arzt angewendet werden. Es gibt allerdings mit Loratadin eine besser untersuchte Alternative. Falls ein sedierender Effekt gewünscht ist, kann auch auf Clemastin ausgewichen werden.

Nach Rücksprache mit dem Arzt kann Cetirizin in der Stillzeit angewendet werden. Es liegen allerdings keine Daten zum Übertritt des Wirkstoffes in die Muttermilch beim Menschen vor. Eine längerfristige Anwendung von Antihistaminika könnte beim gestillten Kind Unruhe, Ruhigstellung und andere Symptome verursachen. Im konkreten Fall von Cetirizin ist dies aber eher unwahrscheinlich.

Welche Medi­ka­mente kommen in Schwan­ger­schaft und Still­zeit bei welcher Krank­heit infrage?

Heuschnupfen, Hausstaub- oder Tierhaarallergien können heftige Symptome hervorrufen. Unter Umständen kann deshalb auch während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eine medikamentöse Behandlung notwendig sein. Diese kann lokal mit Augen- oder Nasentropfen, aber auch mit der Einnahme von Tabletten erfolgen. Für eine Lokaltherapie kommen Präparate mit den Wirkstoffen Cromoglicinsäure, Azelastin, Levocabastin oder Budesonid infrage.

Loratadin, Cetirizin und Clemastin dürfen Sie in üblicher therapeutischer Dosierung in Form von Tabletten einnehmen. Bei verstopfter Nase helfen vorübergehend auch Nasensprays oder -tropfen, die Xylometazolin oder Oxymetazolin enthalten. Sie sollten die allgemein empfohlene maximale Anwendungsdauer von etwa einer Woche jedoch nicht überschreiten.

Asthma bronchiale

Unabhängig davon, ob Sie bereits seit dem Kindesalter unter Asthma bronchiale leiden oder dies neu aufgetreten ist, müssen Sie auch in Schwangerschaft und Stillzeit bei medizinischer Notwendigkeit mit geeigneten Arzneistoffen ausreichend behandelt werden. Denn in der Schwangerschaft muss neben dem Wohlergehen der werdenden Mutter auch die optimale Sauerstoffversorgung des Ungeborenen gewährleistet sein. Unbedingt vermieden werden muss auch das Rauchen, das Schwangere und Stillende ohnehin unterlassen sollten.

Je nach Schwere der Symptomatik und Grad der Therapiekontrolle kommen hierfür verschiedene Medikamente infrage. Aus der Gruppe der inhalierbaren bronchienerweiternden Wirkstoffe können kurzwirksame Mittel wie Salbutamol und langwirksame wie Formoterol angewendet werden. Eine Kombination mit inhalierbaren Glucocorticoiden, die vor allem in den Entzündungsprozess eingreifen, ist ebenfalls möglich – beispielsweise mit dem gut erprobten Budesonid. Bei Versagen dieser Therapieansätze stehen weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel die orale Gabe von Glucocorticoiden wie Prednisolon. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen Ihre verordneten Medikamente nicht (mehr) ausreichend helfen.

Diese Empfehlungen gelten sowohl für die Schwangerschaft als auch für die Stillzeit.

Bakterielle Infektionen

Wenn Sie sich im Lauf der Schwangerschaft oder Stillzeit bakterielle Infektionen wie zum Beispiel Mandel-, Blasen- oder Lungenentzündung zuziehen, können diese mit einem geeigneten Antibiotikum behandelt werden. Am besten in Schwangerschaft und Stillzeit erprobt sind Mittel aus der Gruppe der Penicilline (zum Beispiel Amoxicillin) und Cephalosporine (zum Beispiel Cefuroxim), aber auch Makrolide (zum Beispiel Erythromycin) können angewendet werden.

Ältere Vertreter aus den jeweiligen Medikamentengruppen weisen oft einen großen Erfahrungsumfang auf und sollten daher bevorzugt werden. Bei manchen Infektionskrankheiten oder bestimmten Erregern kann es sein, dass ein anderes Antibiotikum erforderlich ist – die Behandlung ist in solchen Fällen ebenfalls möglich, aber es sollte stets geprüft werden, ob die oben genannten Mittel der Wahl infrage kommen. Bei jeder antibiotischen Therapie müssen Sie die verordnete Dosis und den Behandlungszeitraum genau einhalten.

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

Die Therapie des Bluthochdrucks von schwangeren und nichtschwangeren Frauen unterscheidet sich erheblich. Dies liegt zum einen daran, dass einige Medikamente, die bei nichtschwangeren Patientinnen gut wirksam sind, in der Schwangerschaft nicht angewendet werden dürfen. Deren Sicherheit ist nicht ausreichend belegt oder sie schädigen sogar nachweislich das Ungeborene.

So wurde nach Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel für blutdrucksenkende Mittel bestimmter Gruppen (ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptorblocker) eine Schädigung nachgewiesen. Arzneistoffe dieser Gruppen sind zum Beispiel Captopril, Enalapril, Lisinopril, Ramipril bzw. Candesartan, Losartan, Olmesartan, Valsartan und weitere. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Medikament zu einer dieser Gruppen gehört, sprechen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker an.

Zum anderen unterscheidet sich die Zielsetzung der medikamentösen Blutdrucksenkung: Außerhalb der Schwangerschaft geht es vor allem darum, das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken. Während der Schwangerschaft jedoch sind mütterliche Komplikationen zu vermeiden. Gleichzeitig ist eine ungestörte kindliche Entwicklung zu gewährleisten. Ziel ist es hier, das Risiko für eine „Schwangerschaftsvergiftung“ (Spätgestose, Präeklampsie), vorzeitige Plazentalösung, Frühgeburten und vorgeburtliche kindliche Mangelentwicklung zu senken.

Ein Blutdruck von 140/90 mmHg gilt als Grenzwert. Allerdings gibt es nach wie vor keine einheitlichen Empfehlungen zur Behandlung des chronischen Bluthochdrucks in der Schwangerschaft. Infrage kommen in erster Linie α-Methyldopa, aber auch Metoprolol oder Nifedipin.

Bei den, durch Präeklampsie bedingten Hochdruckformen, die Mutter und Kind mehr gefährden, haben sich Metoprolol, Nifedipin, Urapidil und mit Einschränkung Dihydralazin/Hydralazin bewährt.

Entwässernde Medikamente gehören nicht zur Standardtherapie bei Schwangerschaftshochdruck und -ödemen. Ihre Anwendung ist speziellen Erkrankungen vorbehalten.

In der Stillzeit sind Metoprolol oder α-Methyldopa zu bevorzugen. Unter Dihydralazin oder Nifedipin darf ebenfalls gestillt werden. Entwässernde Medikamente sollten während der Stillzeit primär nicht zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden, können aber bei bestimmten Erkrankungen im Einzelfall notwendig sein.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind die wichtigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Schwere Erkrankungsverläufe erhöhen das Risiko für Fehl- und Frühgeburten, niedrigeres Geburtsgewicht und Geburtskomplikationen.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen müssen ihrem Aktivitätsgrad entsprechend auch in Schwangerschaft und Stillzeit behandelt werden. Mesalazin ist gut verträglich für das Ungeborene und muss so hoch dosiert werden wie erforderlich. Sulfasalazin kommt ebenfalls infrage. Glucocorticoide können in der Schwangerschaft sowohl rektal (zum Beispiel Budesonid) als auch in Tablettenform (zum Beispiel Prednisolon) verwendet werden. Sollte Azathioprin erforderlich sein, kann es auch in der Schwangerschaft eingenommen werden.

In der Stillzeit können ebenfalls Mesalazin, Prednisolon und Budesonid verwendet werden. Auch Sulfasalazin und Azathioprin sind möglich, allerdings können (leichte) Nebenwirkungen nicht ganz ausgeschlossen werden. Bei einer Azathioprin-Therapie kann der Kinderarzt eine Blutbildkontrolle beim Säugling durchführen, wenn er es für erforderlich hält.

Depressionen

Depressionen müssen selbstverständlich auch in Schwangerschaft und Stillzeit behandelt werden. Dies gilt unabhängig davon, ob sie neu auftreten oder bereits bestehen. Doch nicht selten setzen Frauen ihre Antidepressiva nach Feststellung einer Schwangerschaft aus Furcht vor Fehlbildungen abrupt ab.

Optimal ist die rechtzeitige Planung einer Schwangerschaft. Wenn eine psychiatrische Erkrankung vor der Schwangerschaft unkompliziert war, ist weder eine eindeutige Verbesserung noch eine erhebliche Verschlechterung zu erwarten. Bei schweren Verläufen ist aber mit einem erhöhten Rückfallrisiko zu rechnen, insbesondere um den Zeitpunkt der Geburt herum und im Wochenbett. Therapieabbrüche sind in solchen Fällen besonders riskant. Sie erfordern gegebenenfalls einen stationären Aufenthalt, eine deutlich höhere Medikamentendosis oder sogar die Kombination mehrerer Arzneimittel.

Wenn ein Medikament (Antidepressivum) notwendig ist, sollten Sie am besten mit einem gut erprobten Wirkstoff behandelt werden. Die Dosis muss ausreichend sein.

Mittel der Wahl sind Citalopram oder Sertralin. Zu diesen Substanzen liegen die meisten positiven Erfahrungen vor. Sie gehören zu einer der am besten in der Schwangerschaft untersuchten Medikamentengruppen – die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (selektive Serotonin-Reuptake-Inhibitoren, SSRI).

Dahingegen sind die aufgrund Ihrer chemischen Struktur „trizyklische Antidepressiva“ genannten Substanzen weniger gut untersucht. Ernsthafte Hinweise auf fehlbildungsauslösende Wirkungen beim Menschen gibt es allerdings nicht. In dieser Arzneistoffgruppe liegen die meisten positiven Erfahrungen zu Amitriptylin und Nortriptylin vor.

Wenn Sie unter Therapie psychisch stabil sind und eine antidepressive Medikation tatsächlich brauchen, sollten Sie während einer Schwangerschaft die Medikation unverändert fortsetzen. Das gilt auch dann, wenn Ihr Antidepressivum nicht zu den oben genannten gehört. Andernfalls könnte es zu für Sie und Ihr Kind bedrohlichen Krisen kommen. Insbesondere, wenn sich Ihre medikamentöse Einstellung als schwierig erwiesen hat, könnte ein vorschnelles Absetzen Risiken bergen.

Wenn Sie dauerhaft Antidepressiva (eines der genannten oder ein anderes) einnehmen, könnte es sein, dass Ihr Kind nach der Geburt Schläfrigkeit, Trinkschwäche oder Unruhe zeigt. Daher sollten Sie die Entbindung in einer Klinik mit Neugeborenenstation anstreben.

Bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt rechtzeitig das Thema Kinderwunsch, wenn Sie Antidepressiva einnehmen. Sollten Sie unter einer antidepressiven Medikation ungeplant schwanger geworden sein, setzen Sie Ihr(e) Arzneimittel keinesfalls eigenmächtig ab – informieren Sie aber Ihren Nervenarzt über die Schwangerschaft.

Bei Neueinstellungen sollte Ihr Nervenarzt auch die Stillzeit berücksichtigen.

Das Antidepressivum der Wahl für die Stillzeit ist Sertralin; auch Citalopram kommt infrage. Von den trizyklischen Antidepressiva sind wiederum Amitriptrylin und Nortriptylin Mittel der Wahl. Eine in der Schwangerschaft stabile Einstellung, mit welchem Antidepressivum auch immer, sollte nach der Geburt nicht unkritisch umgestellt oder abgesetzt werden. Kein Antidepressivum, mit dem Sie bereits in der Schwangerschaft gut eingestellt waren, erfordert von vornherein das Abstillen oder eine Stilleinschränkung. Dies gilt auch für neu begonnene Therapien in der Stillzeit. Sollten bei Ihrem gestillten Kind anders nicht erklärbare Symptome wie Schläfrigkeit, Trinkschwäche oder Unruhe neu auftreten, informieren Sie Ihren Kinderarzt umgehend.

Bei einer Neueinstellung in der Stillzeit ist selbstverständlich auch die Verträglichkeit in einer ggf. folgenden Schwangerschaft zu beachten.

Setzen Sie auch in der Stillzeit Ihre Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache ab.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen Ihre Medikamente nicht (mehr) ausreichend helfen, sollten Sie dies Ihrem Arzt mitteilen.

Diabetes

Das Wichtigste bei einer Frau mit Kinderwunsch beziehungsweise bei einer Schwangeren mit Diabetes mellitus ist ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel vor und während der gesamten Schwangerschaft. Andernfalls drohen erhöhte Risiken für Fehlgeburten, Frühgeburten, Fehlbildungen oder Erkrankungen im Neugeborenenalter.

Idealerweise ist daher schon drei Monate vor Schwangerschaftsbeginn ein HBA1c-Wert („Langzeit-Blutzuckerwert“) von unter sieben Prozent, besser noch unter 6,5 Prozent anzustreben. Dieser Wert sollte auch in der Schwangerschaft regelmäßig kontrolliert werden.

Die derzeit optimale Medikation für Diabetikerinnen in der Schwangerschaft, aber auch schon bei deren Planung, ist die Insulintherapie, die dann laufend an die wechselnden Stoffwechselbedingungen im Schwangerschaftsverlauf angepasst werden muss. Am besten untersucht ist Humaninsulin. Aber eine bereits vor der Schwangerschaft gut auf die kurzwirksamen Insuline Insulinlispro oder Insulinaspart eingestellte Frau muss nicht zwingend wegen ihrer Schwangerschaft umgestellt werden.

Langwirksame Insuline sollten dagegen möglichst schon vor der Schwangerschaft auf Humaninsulin umgestellt werden. Auch bei Neueinstellung wird Humaninsulin als am besten erprobtes Insulin empfohlen.

Viele Substanzen gegen Diabetes, die in Tablettenform genommen werden, sind unzureichend für die Schwangerschaft untersucht. Auch wenn bei den besser untersuchten Substanzen wie Glibenclamid oder Metformin bisher kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beschrieben ist, sollte auf Humaninsulin umgestellt werden. Idealerweise geschieht das schon vor Beginn der Schwangerschaft.

Ein Schwangerschaftsdiabetes ist eine besondere Form des Diabetes mellitus. Er entsteht während einer laufenden Schwangerschaft, ohne dass die Schwangere zuvor eine Diabeteserkrankung hatte. Schwangerschaftsdiabetes tritt bei bis zu zehn Prozent der Schwangeren auf. Unbehandelt führt er unter anderem zu einem erhöhten Risiko für das Kind und zu Komplikationen unter der Geburt. Wenn bei einer Schwangeren mit Schwangerschaftsdiabetes Diät und körperliche Betätigung nicht ausreichend sind, sollte mit Humaninsulin therapiert werden.

Die Entbindung sollte in einer Geburtsklinik mit perinatalem Schwerpunkt erfolgen, bei insulinpflichtigen Diabetikerinnen möglichst in einem Perinatalzentrum. Daher sollten Sie die Entbindung in einer Klinik mit Neugeborenenstation anstreben.

Erkältungskrankheiten

Generell sollten Sie bei Erkältungskrankheiten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Eine weitere nicht-medikamentöse Maßnahme ist die Inhalationstherapie mit Wasserdampf.

Wenn Sie an Husten mit zähflüssigem festsitzenden Schleim leiden, können Sie dies auch medikamentös behandeln, wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht ausreichen.

Sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit können Sie die Hustenlöser Acetylcystein oder Ambroxol einnehmen. Zu diversen pflanzlichen Mitteln wie Efeublätterextrakt, Thymian, Spitzwegerich und Eibischwurzel liegen keine Hinweise auf schädigende Effekte vor. Es fehlen jedoch bisher Studien zur Verträglichkeit. Bitte beachten Sie, dass Arzneimittel, die ätherische Öle enthalten, in der Stillzeit den Geschmack der Muttermilch verändern und damit die Akzeptanz durch den Säugling beeinflussen können.

Bei ausgeprägtem Hustenreiz, der vor allem abends und nachts quälend sein kann, dürfen Hustenstiller zum Einsatz kommen. Sie sollten diese jedoch nur kurzzeitig, in Einzeldosen und nicht gleichzeitig mit schleimlösenden Mitteln anwenden. Für die Schwangerschaft und Stillzeit am besten geeignet ist Dextromethorphan. Auch das verschreibungspflichtige Codein darf Ihnen verordnet werden, wenn Ihr Arzt es für notwendig hält. Die Anwendungsdauer ist stets auf wenige Tage zu begrenzen.

Bei Heiserkeit kommen auch Lutschtabletten zum Beispiel mit Isländisch-Moos oder Dexpanthenol infrage. Schonen Sie Ihre Stimme und achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Bei verstopfter Nase dürfen Sie abschwellende Nasensprays oder -tropfen mit den Wirkstoffen Xylometazolin oder Oxymetazolin in üblicher Dosierung anwenden. Sie sollten die allgemein empfohlene maximale Anwendungsdauer von etwa einer Woche jedoch nicht überschreiten. Auch Präparate mit Kochsalzlösungen, Meerwasser oder Dexpanthenol verschaffen häufig Linderung.

Falls Sie bei Erkältungskrankheiten Schmerzmittel benötigen (zum Beispiel bei Kopf- oder Halsschmerzen), können sie unter „Welche Medikamente kommen bei Schmerzen infrage?“ nachsehen.

Bei starken oder anhaltenden Beschwerden, wenn Sie hohes Fieber bekommen oder eitrigen Schleim produzieren, sollte Ihr Arzt die Ursache bestimmen. Er kann Ihnen gegebenenfalls ein Antibiotikum (siehe „Welche Medikamente kommen bei bakteriellen Infektionen infrage?“) verordnen.

Grüner Star (Glaukom)

Wenn auch aufgrund der Altersabhängigkeit selten in Schwangerschaft und Stillzeit vorkommend, so ist eine Glaukomerkrankung Schwangerer oder Stillender dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen. In der Regel wird das Glaukom durch lokal am Auge gegebene Augentropfen behandelt. Im Vergleich zur systemischen Gabe (zum Beispiel in Form von Tabletten) sind die Mengen, die hierbei zum Ungeborenen gelangen, sehr gering. Dennoch sollten Sie Ihren Augenarzt informieren, wenn Sie eine Schwangerschaft planen, wenn Sie schwanger sind oder Ihr Kind stillen. Gut erprobt in Schwangerschaft und Stillzeit ist der Betablocker Timolol, der seit über 30 Jahren auf dem Markt ist. Auch die lokal verabreichten Substanzen Brinzolamid und Dorzolamid (Carboanhydrase-Hemmer) können Ihnen verordnet werden.

Diese Empfehlungen gelten sowohl für die Schwangerschaft als auch für die Stillzeit.

Einige Augentropfen zur Glaukombehandlung enthalten Prostaglandine. Da diese Substanzen die Muskelspannung der Gebärmutter erhöhen und eine Mangeldurchblutung des Ungeborenen verursachen können, sollten sie in der Schwangerschaft nicht als Mittel der ersten Wahl eingesetzt werden. Allerdings sind derartige Auswirkungen über Augentropfen kaum zu erwarten.

Aufgrund unzureichender Erfahrungen in der Stillzeit ist auch hier zunächst zu prüfen, ob für Sie eines der oben genannten Medikamente infrage kommt. Die eingesetzten Konzentrationen der Prostaglandine sind jedoch sehr niedrig und die Wirkstoffe werden sehr schnell lokal abgebaut, sodass Auswirkungen auf das Kind unwahrscheinlich sind. Falls bei Ihnen ein Prostaglandin nötig ist, sollte Ihnen in Schwangerschaft und Stillzeit bevorzugt Latanoprost verordnet werden.

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden werden lokal mit Salben oder Zäpfchen behandelt. Die enthaltenen Substanzen dienen der Schmerzlinderung, Entzündungshemmung oder wirken gegen Infektionen. Die üblichen Hämorrhoidenmittel gelten in der Schwangerschaft und in der Stillzeit als unbedenklich.

Wenn unbedingt erforderlich, darf eine Verödung mit Polidocanol durchgeführt werden. Über die Notwendigkeit eines solchen Eingriffs während Schwangerschaft oder Stillzeit entscheidet der behandelnde Arzt.

Zusätzlich sollten Sie bei Hämorrhoidalleiden auf eine ballaststoffreiche Kost und ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Krätze (Skabies) und Läusebefall (Pedikulose)

Krätze wird von Mensch zu Mensch durch Hautkontakt mit Krätzmilben übertragen und kommt bevorzugt in Einrichtungen wie Pflege- und Altenheimen, aber auch Kindertagesstätten, Schulen und sogar Krankenhäusern vor. Sollten Sie bereits Kinder haben, kann es also durchaus sein, dass Sie sich infizieren. Sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit sollten Sie zur medikamentösen Therapie bevorzugt Permethrin anwenden: Permethrin wird nur in sehr geringem Maße nach äußerlicher Anwendung über die Haut aufgenommen, gilt als sicher für das Ungeborene und ist in den USA für Säuglinge selbst ab dem dritten Lebensmonat zugelassen. Als Reservemittel können Sie Benzylbenzoat oder Crotamiton anwenden.

Kopfläuse werden durch engen Kopfkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Bei der Behandlung werden heutzutage überwiegend physikalische Mittel eingesetzt. Der Hauptvertreter dieser Gruppe und Mittel der Wahl für die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit ist Dimeticon. Systematische Studien fehlen zwar, unerwünschte Effekte sind aber aufgrund der Natur der Stoffe und der fehlenden Aufnahme über die Haut nicht zu erwarten. Alternativ können Präparate mit Kokosöl aufgetragen oder Spülungen mit Essigwasser durchgeführt werden. Für einen optimalen Therapieerfolg ist ein regelmäßiges Auskämmen mit einem Nissenkamm notwendig. Die oben bereits erwähnten Mittel Pyrethrum oder Permethrin gelten als Läusetherapeutika der zweiten Wahl.

Migräne

Migräne gehört zu einer der häufigsten Erkrankungen, an denen Frauen leiden. Auch während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit sind Migräneattacken leider nicht ausgeschlossen. Allerdings berichtet der Großteil der Patientinnen zumindest in der Schwangerschaft von einer Besserung. Man unterscheidet zwischen der Behandlung einer Migräneattacke und der medikamentösen Migräneprophylaxe, die bei häufigen Attacken beziehungsweise Attacken mit ausgeprägten Beschwerden oder neurologischen Ausfällen empfohlen wird.

Eine Migräneattacke sollten Sie rasch – etwa eine Viertelstunde nach Attackenbeginn – behandeln: Paracetamol ist in der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit möglich und kann bei stärkerer Symptomatik auch mit Codein oder Coffein kombiniert werden.

Alternativ sind Ibuprofen, als Reservemittel auch Acetylsalicylsäure oder Diclofenac möglich. Diese drei Arzneistoffe (Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Diclofenac) dürfen Sie ab der 28. Schwangerschaftswoche nicht mehr anwenden, da dies ein Risiko für das Ungeborene bedeuten könnte. Wenn Sie dennoch eines dieser Medikamente im letzten Drittel der Schwangerschaft wiederholt verwendet haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt und gegebenenfalls mit Ihm gemeinsam an das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie.

Bei einer schweren Migräneattacke darf Ihr Arzt Ihnen, sofern Ihnen oben genannte Medikamente nicht helfen beziehungsweise nicht infrage kommen, Sumatriptan verschreiben. Sumatriptan ist die in Schwangerschaft und Stillzeit am besten erprobte Substanz aus der Wirkstoffgruppe der Triptane.

Begleitende Übelkeit dürfen Sie in allen Phasen der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit mit Metoclopramid behandeln. Dabei sollte die Dosis möglichst niedrig gewählt werden und die Behandlungsdauer jeweils wenige Tage nicht überschreiten.

Zur medikamentösen Migräneprophylaxe eignen sich Betablocker wie beispielsweise Metoprolol oder Bisoprolol, die gut in Schwangerschaft und Stillzeit erprobt sind.

Pilzinfektionen

Eine vaginale Hefepilzinfektion am Ende der Schwangerschaft kann zu einer Infektion auch des gesunden und reifen Neugeborenen führen. Besonders gefährdet sind Frühgeborene. Mittel der Wahl für die lokale Behandlung sind Nystatin oder Clotrimazol, die als Zäpfchen oder Salbe angewendet werden. Diese Arzneistoffe sind auch für andere Pilzinfektionen der Haut und in der Stillzeit geeignet.

Sollte in der Stillzeit eine Behandlung einer Hefepilz-Brustinfektion notwendig sein, ist Fluconazol (in Tablettenform) das am besten untersuchte Mittel. In diesem Fall muss gleichzeitig der Säugling mit einem Miconazol-Mundgel behandelt werden, damit er sich nicht selbst über die Milch mit dem Hefepilz infiziert.

Schlafstörungen

Die Ursachen von Schlafstörungen können sehr vielfältig sein – daher suchen Sie bitte bei häufig auftretenden schlaflosen Nächten ohne erkennbare Ursache Ihren Arzt auf. Erst nach Ausschöpfung sämtlicher Alternativen sollten Sie bei Schlafstörungen Medikamente anwenden und eine Dauertherapie mit Schlafmitteln nicht nur in Schwangerschaft und Stillzeit aufgrund der Abhängigkeitsgefahr vermeiden.

Behandlungspflichtige Schlafstörungen können Sie in der Schwangerschaft mit Baldrian, Diphenhydramin oder Doxylamin therapieren. Erst wenn diese Mittel nicht helfen, dürfen Sie kurzzeitig die verschreibungspflichtigen Mittel Lorazepam, Diazepam (Benzodiazepine) oder Zolpidem anwenden. Der Gebrauch dieser Medikamente muss aber vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel kritisch hinterfragt werden.

Auch in der Stillzeit sollten zunächst Baldrian oder Diphenhydramin ausprobiert werden, wenn unbedingt medikamentös behandelt werden muss. Aus den verschreibungspflichtigen Medikamenten sind in der Stillzeit Lormetazepam, Temazepam oder Zopiclon zu bevorzugen, da sie den geringsten Übergang in die Muttermilch haben. Es gilt auch hier der Grundsatz der ausschließlich kurzzeitigen Behandlung (keine Dauertherapie).

Liegt der Schlafstörung eine Depression zugrunde, dann sollte diese ausreichend behandelt werden – anstelle einer regelmäßigen Schlafmitteleinnahme (siehe „Welche Medikamente kommen bei Depressionen infrage?“).

Schmerzen

Leichte bis mäßig starke Schmerzen können in allen Phasen der Schwangerschaft und in der Stillzeit mit Paracetamol behandelt werden, bei stärkeren Schmerzen auch in Kombination mit Codein.

Alternativ können Sie – in der gesamten Stillzeit, in der Schwangerschaft nur in den ersten beiden Dritteln – Ibuprofen oder Einzeldosen von Acetylsalicylsäure oder Diclofenac einnehmen. Diese drei Mittel dürfen Sie allerdings ab der 28. Schwangerschaftswoche nicht mehr anwenden, da dies ein Risiko für das Ungeborene bedeuten könnte. Wenn Sie dennoch eines dieser Medikamente im letzten Drittel der Schwangerschaft wiederholt verwendet haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt und gegebenenfalls mit Ihm gemeinsam an das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie.

Bei starken Schmerzen versagen unter Umständen oben genannte Medikamente. Dann kommen in der Schwangerschaft am ehesten Einzeldosen von Tramadol aus der Gruppe der sogenannten Opiate infrage. Tramadol darf auch kurzzeitig in der Stillzeit verordnet werden.

Bitte beachten Sie, dass Sie generell Schmerzmittel nur bei zwingender Notwendigkeit einnehmen und den Einsatz von Kombinationspräparaten (das sind Arzneimittel mit mehreren Wirkstoffen) meiden.

Sodbrennen/Speiseröhren- und Magenschleimhautentzündung

Vor allem in der fortgeschrittenen Schwangerschaft kann es sein, dass Sie unter Sodbrennen und saurem Aufstoßen leiden. Bei entsprechender Symptomatik kann es helfen, wenn Sie kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen. Außerdem sollten Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen, da dies zu einem geringeren Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre führt. Akut kann Ihnen das Trinken von Milch helfen.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können Sie Medikamente, die Magensäure binden (sogenannte Antazida), anwenden, wobei fixe Kombinationen aus Aluminium- und Magnesiumsalzen sowie Kombinationspräparate bevorzugt werden sollten. Achten Sie auf die Einhaltung der üblichen Dosierung. Kurzzeitig darf auch Ranitidin eingesetzt werden. Eine Folge des Refluxes kann eine Entzündung der Speiseröhre, die sogenannte Refluxösophagitis sein. In diesem Fall dürfen Sie den in der Schwangerschaft gut erprobten Protonenpumpenhemmer Omeprazol anwenden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Ihre Beschwerden nicht nachlassen.

Liegt bei Ihnen eine Magenschleimhautentzündung, eine Gastritis, vor, können Sie ebenfalls je nach Ausmaß der Symptomatik Antazida, Ranitidin oder Omeprazol anwenden, wenn Ihr Arzt eine medikamentöse Therapie für erforderlich hält.

Prinzipiell sind auch in der Stillzeit oben genannte Medikamente anwendbar. Antazida dürfen unter Beachtung der oben erwähnten Empfehlungen eingenommen werden. Aus der Wirkstoffgruppe der H2-Antagonisten eignet sich in der Stillzeit Famotidin, da es nur wenig in die Muttermilch übergeht. Sind Protonenpumpenhemmer erforderlich, dürfen Sie Omeprazol oder Pantoprazol anwenden. Sie sollten neu aufgetretene oder nicht besser werdende Symptome allerdings von Ihrem Arzt abklären lassen.

Übelkeit und Erbrechen

Vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft leidet ein Großteil der Frauen an Übelkeit, die auch mit Erbrechen einhergehen kann. Wenn auch Sie dazu zählen, versuchen Sie zunächst, Speisen und Getränke, aber auch Gerüche, die bei Ihnen Übelkeit auslösen, zu meiden und verzichten Sie auf sehr fettige und schwer verdauliche Mahlzeiten. Manchmal hilft es, wenn Sie eine Kleinigkeit essen, sobald Sie beginnende Übelkeit verspüren. Ingwer scheint ebenfalls eine Besserung zu bewirken.

Wenn Sie sich stark beeinträchtigt fühlen oder sich mehrmals am Tag übergeben müssen, können Medikamente eingesetzt werden. In der Schwangerschaft zwar nur wenig untersucht, aber als sicher für das Ungeborene gelten Doxylamin und Dimenhydrinat. Metoclopramid darf – in möglichst niedriger Dosierung und auf wenige Tage begrenzt – ebenfalls eingenommen werden. Hinweise finden Sie beim Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie.

Einige Frauen leiden an heftigem Erbrechen, das mit Gewichtsverlust und Störungen im Wasser- und Mineralstoffhaushalt verbunden sein und in manchen Fällen einen Klinikaufenthalt erfordern kann. Bei solchen schweren Verläufen darf Ihnen Promethazin oder als Reservemittel der Serotoninantagonist Ondansetron verordnet werden.

In der Stillzeit können Sie bei Erkrankungen, die mit Übelkeit und/oder Erbrechen einhergehen, ebenfalls oben genannte Medikamente anwenden.

Wurmerkrankungen

Hierzulande treten Wurmerkrankungen deutlich seltener auf als in tropischen und subtropischen Regionen. Aber auch bei uns gibt es Wurmerkrankungen, die weitverbreitet sind – die häufigste Erkrankung ist die Infektion mit Madenwürmern (Oxyuren). Vor allem Kinder sind betroffen, da sie sich leicht durch die Aufnahme der Wurmeier über den Mund anstecken.

Wenn Sie sich als Schwangere oder Stillende infiziert haben, dürfen Sie medikamentös mit Pyrviniumembonat oder Mebendazol behandelt werden. Beide Substanzen werden nur in geringem Maße aus dem Verdauungstrakt aufgenommen, sodass ein Übergang zum Ungeborenen beziehungsweise zu Ihrem gestillten Kind unwahrscheinlich ist. Zudem gibt es bisher keine Berichte über Nebenwirkungen beim Kind nach Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit.

Spulwürmer (Askariden) können ebenfalls den Menschen infizieren und werden in Schwangerschaft und Stillzeit am besten mit Mebendazol behandelt.

Sollten Sie einen Bandwurm haben, dann ist Niclosamid zu bevorzugen. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollte die Notwendigkeit der Therapie strenger geprüft werden, da systematische Untersuchungen fehlen. Da Niclosamid jedoch ebenfalls nur wenig aus dem Verdauungstrakt resorbiert wird, sind Auswirkungen auf das Ungeborene bzw. den Säugling unwahrscheinlich und wurden bisher auch nicht berichtet.

Bei jeder Wurmerkrankung ist auf strenge Hygiene zu achten, um eine Ansteckung anderer und die erneute Selbstansteckung zu verhindern.

Loratadin

Was ist bei der Einnahme von Loratadin zu beachten?

bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen sollten Medikamente mit Loratadin nur mit Vorsicht angewendet werden, da es durch einen verzögerten Abbau zu einer Wirkungsverstärkung kommen kann.

Wechselwirkungen

Im Gegensatz zu anderen Allergiemitteln ist eine Wirkungsverstärkung bei gleichzeitiger Einnahme mit Alkohol nicht bekannt.

Eine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, die zu vermehrten Nebenwirkungen führt, ist ebenfalls nicht bekannt.

Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen

Loratadin kann in seltenen Fällen als Nebenwirkung Müdigkeit auslösen. Deshalb sollte gerade zu Beginn einer Behandlung auf die individuelle Reaktion auf den Wirkstoff geachtet werden. Bei Unsicherheit sollte gemeinsam mit einem Arzt darüber entschieden werden, ob man aktiv am Verkehr teilnehmen oder schwere Maschinen bedienen darf.

Altersbeschränkungen

Der Wirkstoff Loratadin darf ab einem Alter von zwei Jahren (beziehungsweise ab einem Körpergewicht von 30 Kilogramm) angewendet werden. Kinder, die jünger oder leichter sind, sollten bei einer allergischen Reaktion stets einen Arzt aufsuchen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Wirkung von Loratadin auf Ungeborene und Säuglinge ist sehr gut untersucht. Unter der Einnahme wurden bisher keine schädlichen Effekte festgestellt, obwohl der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Medikamente mit Loratadin gelten deshalb als Mittel der Wahl gegen allergische Reaktionen bei Schwangeren und Stillenden.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA überprüft derzeit die Sicherheitsdaten des Antiallergikums Loratadin (LISINO u.a.). Auslöser ist eine ungewöhnlich hohe Zahl von Fehlbildungen bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft Loratadin eingenommen haben. Im schwedischen medizinischen Geburtsregister sind 15 mal offene Harnröhren (Hypospadien) bei 2.780 Kindern nach Exposition der Mutter in der Frühschwangerschaft erfasst. Dies entspricht einer Hypospadie auf 185 Schwangerschaften bzw. einem Bericht auf etwa 90 männliche Neugeborene. Insgesamt soll das Vorkommen dreifach höher sein als die natürliche Inzidenz. Aus anderen europäischen Ländern liegen keine Berichte vor (1). Antiandrogene Effekte als mögliche Auslöser von Hypospadien ließen sich nicht nachweisen (2).

Loratadin und sein Hauptmetabolit Desloratadin (AERIUS) sind beim derzeitigen Kenntnisstand in der Frühschwangerschaft zu meiden. Im ersten Trimenon sind generell die älteren Antihistaminika vom Typ Clemastin (TAVEGIL) und Dimetinden (FENISTIL) den neueren geringer sedierenden Abkömmlingen vorzuziehen. Die versehentliche Einnahme der weniger gut dokumentierten neueren Antiallergika rechtfertigt jedoch weder einen risikobegründeten Schwangerschaftsabbruch noch invasive Diagnostik (3).

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