Abtreibung mit mifegyne

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Schwangerschaftsabbruch

Ein Schwangerschaftsabbruch ist während der ersten zwölf Wochen seit Beginn der letzten Periode (gemäss Strafgesetz Art. 118 bis 120) erlaubt. Vor dem Eingriff muss die Ärztin/der Arzt mit der Jugendlichen/Frau ein eingehendes Gespräch führen. Die Ärztin/der Arzt informiert über den medizinischen Ablauf, gesundheitliche Risiken und gibt einen Leitfaden mit weiterführenden Beratungsstellen ab. Für junge Frauen unter 16 Jahren ist ein Beratungsgespräch bei einer dafür anerkannten Stelle (im Leitfaden aufgelistet) obligatorisch. Ein Schwangerschaftsabbruch nach der 12. Schwangerschaftswoche kann vorgenommen werden, wenn eine ärztliche Fachperson feststellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind.

Wer führt den Schwangerschaftsabbruch durch?

Du kannst dich über deine Gynäkologin/deinen Gynäkologen oder deine Ärztin/deinen Arzt informieren, welche Spitäler und Praxen die Bewilligung für die Durchführung eines straflosen Schwangerschaftsabbruchs besitzen.

Und dann – wie weiter…?

Damit die Methode des Abbruchs festgelegt und der Eingriff vorgenommen werden kann, muss zuerst die Schwangerschaft und deren Dauer durch Ultraschall festgestellt werden. Nach einem persönlichen Gespräch, das die Ärztin/der Arzt mit dir führt, wird der Schwangerschaftsabbruch in einer der anerkannten Kliniken oder Privatpraxen durchgeführt.

Methoden des Schwangerschaftsabbruchs

Chirurgisch

Diese Methode wird auch „Absaugmethode“ genannt. Ein Saugröhrchen wird durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt und das Schwangerschaftsgewebe damit abgesaugt.

Was sind die wichtigsten Merkmale im Erleben dieser Methode? Ein chirurgischer Schwangerschaftsabbruch ist ein operativer Eingriff. Er wird evtl. mit einer Narkose durchgeführt und beansprucht nur kurze Zeit. Er ist zeitlich klar begrenzt, d.h. er kann in der Regel erst ab der siebten Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Dies kann bedeuten, dass eine Frau oder ein Mädchen noch etwas Zeit für die Entscheidungsfindung hat. Wird der Abbruch unter Narkose durchgeführt, erlebt die Frau/das Mädchen den Eingriff nicht bewusst. Die Blutung nach der Operation ist meist gering, die Schmerzen halten selten lang an.

Medikamentöse Methode – Mifegyne

Diese Methode darf nur bis in die siebte Schwangerschaftswoche – gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Periode – durchgeführt werden. Insgesamt musst du drei bis vier Mal in die Praxis gehen. Der Abbruch wird ambulant in einer Klinik oder Arztpraxis mit zwei Medikamenten durchgeführt. Das Medikament Mifegyne blockiert die Wirkung des Hormons Progesteron und stoppt die Entwicklung der Schwangerschaft. Zwei Tage später wird das zweite Medikament, Prostaglandin, eingenommen. Dieses bewirkt, dass sich nach der Einnahme die Gebärmutter zusammenzieht und die Frucht ausgestossen wird.

Was sind die wichtigsten Merkmale im Erleben dieser Methode?

Bei über 95 Prozent der Frauen sind kein operativer Eingriff und keine Narkose nötig. Der Abbruch kann zu einem sehr frühen Zeitpunkt durchgeführt werden, was psychisch entlastend wirken kann. Der medikamentöse Abbruch zieht sich über drei Tage hinweg und wird bewusst erlebt. Der Vorgang wird von Frauen meistens als natürlich empfunden und mit Übernahme von Selbstverantwortung verbunden. Die Blutung nach dem Eingriff kann länger sein als beim chirurgischen Eingriff. Es treten Bauchschmerzen auf, die nach der Ausstossung mehr oder weniger lang andauern können.

Und danach, was ist dann?

Wie sich Frauen und Mädchen nach einem Schwangerschaftsabbruch fühlen, ist sehr unterschiedlich. Befragungen haben gezeigt, dass Frauen und Mädchen, die die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch selbst getroffen haben, sich nachher meist gut fühlen. Als hilfreich wird auch beurteilt, mit anderen Menschen über die Gefühle sprechen zu können sowie Unterstützung und Begleitung zu bekommen. Einige Mädchen fühlen sich nach einem Schwangerschaftsabbruch erwachsener. Manche denken danach mehr über ihr Leben, ihre Beziehungen und ihre Sexualität nach. Einige berichten davon, dass sie nach dem Schwangerschaftsabbruch eine Zeit lang sehr traurig waren und sie erst nach einiger Zeit Erleichterung spürten. Andere fühlen sich nach dem Eingriff allein, weil sie glauben, mit niemandem darüber sprechen zu können. Vielleicht machen sie sich Vorwürfe und haben Schuldgefühle.

Wenn es dir nach einem Schwangerschaftsabbruch nicht gut geht und du nicht weisst, mit wem du über deine Gefühle sprechen kannst, dann kannst du dich auch bei einer anerkannten Beratungsstelle melden. Die Berater_innen haben Erfahrung mit Gesprächen nach einem Abbruch. Meistens reichen einige Gespräche aus, um das Gefühlschaos zu sortieren.

Kosten

Sie sind eine Pflichtleistung der Grundversicherung. Die Krankenkasse muss die Kosten übernehmen, exklusive der individuell vereinbarten Franchise und des Selbstbehalts.

Ein Schwangerschaftsabbruch darf nur von Ärztinnen und Ärzten vorgenommen werden.
Hat sich die Frau für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden, stellt sich die Frage, wie dieser durchzuführen ist. Es gibt drei unterschiedliche Methoden:

  • Chirurgischer Abbruch
  • Medikamentöser Abbruch
  • Curettage

Keine Methode ist grundsätzlich besser oder für alle Frauen geeignet. Das ist deshalb wichtig zu betonen, da der medikamentöse Abbruch in den Medien oft als die einfachste und beste Methode dargestellt wird. Es ist deshalb auch Aufgabe der Beratung, über alle Methoden ausführlich zu informieren und auf die jeweiligen Vor- und Nachteile hinzuweisen.

Chirurgischer Abbruch

Ein chirurgischer Abbruch ist ab der fünften bis zur 14. Schwangerschaftswoche möglich. Die Frau hat die Wahl zwischen einer örtlicher Betäubung oder einer Vollnarkose.

  • Chirurgischer Abbruch unter örtlicher Betäubung: Die Ärztin/der Arzt betäubt den Muttermund örtlich. Danach wird die Gebärmutter (Schwangerschaftsgewebe und Gebärmutterschleimhaut) mit einem dünnen Plastikrohr abgesaugt (Saugcurette). Sobald die Gebärmutter entleert ist, zieht sie sich zusammen. Dadurch können vorübergehende periodenähnliche Krämpfe auftreten. Mittels Ultraschall kontrolliert die Ärztin/der Arzt, ob die Gebärmutterhöhle tatsächlich leer ist, um sicherzugehen, dass keine Gewebereste zurückgeblieben sind.
    Der Eingriff dauert nur wenige Minuten (ca. drei bis fünf Minuten), und die Frau kann nach etwa einer Stunde nach Hause gehen. Eine Nachkontrolle ist meist nicht notwendig, wenn eine Ultraschallkontrolle unmittelbar nach der Absaugung durchgeführt wurde.
  • Chirurgischer Abbruch unter Kurznarkose: Die Anästhesistin/der Anästhesist verabreicht eine Kurznarkose, die ca. fünf bis zehn Minuten wirkt. Der Ablauf ist identisch mit dem des chirurgischen Abbruchs unter örtlicher Betäubung.

Medikamentöser Abbruch

Seit 1999 ist die Abtreibungspille Mifegyne® in Österreich zugelassen.

Wie wirkt die Abtreibungspille?

Die Abtreibungspille enthält Mifepriston, ein künstliches Hormon, das dem natürlichen Hormon Progesteron sehr ähnlich ist. Progesteron ist entscheidend an der Erhaltung der Schwangerschaft beteiligt. Mifepriston blockiert die Wirkung von Progesteron. Dies führt zu einem Prozess wie bei einer spontanen frühen Fehlgeburt. Der Muttermund öffnet sich, die Gebärmutter zieht sich zusammen, und mit einer Blutung geht die Frucht ab.

Abbruch mit der Abtreibungspille

Das Medikament wirkt sehr zuverlässig, insbesondere in der Frühschwangerschaft. Generell zugelassen ist der medikamentöse Abbruch bis zur neunten Schwangerschaftswoche (gerechnet ab der letzten Regelblutung).

Der Unterschied zu einem chirurgischen Abbruch liegt darin, dass die medikamentöse Behandlung ein Prozess ist, der mehrere Tage dauert. Am ersten Tag nehmen Sie unter ärztlicher Aufsicht drei Tabletten ein. Zwei Tage nach der Einnahme nehmen Sie ein weiteres Medikament, ein sogenanntes Prostaglandin, ein. Dieses Hormon unterstützt die Ausstoßung der Frucht. Dadurch kommt es zu einer stärkeren Blutung. Die Dauer der Blutung kann verschieden sein: von ein bis zwei Tagen bis hin zu Schmierblutungen von zwei bis drei Wochen. Bei der medizinischen Nachuntersuchung (z.B. ein bis zwei Wochen später) klärt die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt, ob die Schwangerschaft tatsächlich beendet wurde. Aber auch ein Spätabbruch aus medizinischen Gründen wird medikamentös durchgeführt. Dabei ist die Verwendung der Abtreibungspille inzwischen sogar die Standardmethode.

Die Abtreibungspille darf nicht eingenommen werden unter anderem bei:

  • Blutgerinnungsstörungen
  • Erkrankungen der Nebennieren
  • Schwerem Asthma bronchiale
  • Schweren Leber- und/oder Nierenerkrankungen

Die Abtreibungspille ist nicht zu verwechseln mit der „Pille danach“, die einen Eisprung und damit die Befruchtung verhindert. Die „Pille danach“ kann eine Schwangerschaft nur dann verhindern, wenn sie möglichst rasch, spätestens jedoch innerhalb von 72 Stunden (drei Tage) nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird.

Hinweis Die Pille danach ist in Österreich rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Nähere Infos zur „Pille danach“ erhalten Sie auf der Website der AGES.

Curettage

Unter einer Curettage versteht man in der Medizin eine Ausschabung der Gebärmutter. Dabei löst beziehungsweise entfernt die Ärztin oder der Arzt unter Vollnarkose mit einem löffelförmigen Instrument (Curette) das Schwangerschaftsgewebe aus der Gebärmutter.

Abtreibungspille: Bis wann darf man sie einnehmen?

Die Abtreibungspille darf nicht nach dem 63. Schwangerschaftstag eingenommen werden. Nur Schwangere, die sich in einer anerkannten Beratungsstelle einem Gespräch unterzogen haben, dürfen die Abtreibungspille verwenden. Das ist erst ab drei Tagen nach der Beratung möglich, damit ausreichend Bedenkzeit und die Chance bleibt, es sich anders zu überlegen. Eine Ultraschalluntersuchung zeigt vor der Behandlung auf, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist.

Für den – seltenen – Fall, dass die medikamentöse Methode mit der Abtreibungspille nicht funktioniert, muss die Patientin zudem einem eventuellen operativen Eingriff zustimmen.

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit der Abtreibungspille: Weiterer Verlauf

Unter ärztlicher Aufsicht nimmt die Schwangere drei Abtreibungspillen und kann dann die nächsten Tage daheim verbringen. Von leichten Blutungen am Folgetag abgesehen treten üblicherweise keine Beschwerden auf. Nach 36 bis 48 Stunden steht dann ein erneuter Arzttermin an. Die Patientin bekommt dann ein sogenanntes Prostaglandin, ein Medikament, das den Muttermund aufweicht und Wehen auslöst.

Auf diese Weise kann der abgestorbene Embryo besser ausgeschieden werden. Dieser Vorgang wird per Ultraschall überwacht. Dabei empfindet die Patientin Bauchschmerzen und es kommt zu Blutungen. Drei Stunden später ist für gewöhnlich alles überstanden. Wenn nicht, kann es sein, dass der Embryo herausgeschabt oder abgesaugt werden muss. Das kommt jedoch nur in zwei bis fünf Prozent der Fälle vor.

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Die Abtreibungspille gibt es nur auf Rezept und in Verbindung mit einem Arztgespräch.

Wirkstoff Mifepriston zum Schwangerschaftsabbruch

Die Abtreibungspille enthält den Wirkstoff Mifepriston, ein künstlich hergestelltes Hormon. Für den Erhalt der Schwangerschaft ist das Gelbkörperhormon Progesteron, ein Gestagen, zuständig. Das in der Abtreibungspille enthaltene Mifepriston setzt das Progesteron außer Kraft und führt so zum Abbruch der Schwangerschaft. Es wird daher auch als Antigestagen bezeichnet. Der Embryo überlebt diese Prozedur nicht und wird aus der Gebärmutter herausgelöst. Dieser Prozess dauert normalerweise zwischen 36 und 48 Stunden.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen der Abtreibungspille

Mögliche Nebenwirkungen der Abtreibungspille sind:

  • Unterleibsschmerzen
  • Blutungen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Hautausschläge

Sehr selten kommt es zu Infektionen, Verletzungen der Gebärmutter oder Herz-Kreislauf-Problemen. Der Schwangerschaftsabbruch mit der Abtreibungspille ist nicht für jede Frau geeignet. Folgende Patientinnen dürfen die Wirkstoffe Mifepriston und Prostaglandin nicht einnehmen:

  • Frauen mit Untergewicht (Body-Mass-Index unter 18,5)
  • Frauen, die an der Stoffwechselstörung Porphyrie leiden
  • Asthma-Patientinnen
  • Bei chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (zum Beispiel Eileiterschwangerschaft)
  • Bei erhöhtem Augeninnendruck
  • Frauen mit erhöhtem Blutungsrisiko
  • Bei Unverträglichkeiten gegenüber den genannten Wirkstoffen

Abtreibungspille: Kosten von Krankenkasse übernehmen lassen?

Die Kosten für die Abtreibungspille belaufen sich inklusive der Vor- und Nachbehandlung durch den Arzt auf 300 bis 450 Euro. Der Schwangerschaftsabbruch wird normalerweise nicht von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert. Es gibt jedoch Ausnahmen, wenn medizinische oder kriminologische Gründe für eine Abtreibung sprechen. Einkommensschwache Frauen können eine Kostenübernahme erfragen, in manchen Fällen wird sie gewährt.

Abtreibungspille und die Pille danach: Der Unterschied

Bei der Pille danach handelt es sich nicht um eine Abtreibungspille. Als Notfallverhütungsmittel sorgt sie nach einer Verhütungspanne dafür, dass es gar nicht erst zu einer Schwangerschaft kommen kann. Sie enthält Hormone, die den Eisprung verschieben oder unterdrücken, sodass die Spermien nicht auf eine Eizelle treffen und diese befruchten können. Ist eine Frau bereits schwanger, verliert die Pille danach ihre Wirkung. Im Gegensatz dazu hat die Abtreibungspille die Funktion, eine bereits bestehende Schwangerschaft abzubrechen. Deswegen ist auch nur die Pille danach in der Apotheke erhältlich, die Abtreibungspille gibt es nur auf Rezept.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch

Eine Schwangerschaft kann ärztlich begleitet mit Medikamenten abgebrochen werden. Dies ist bis zum 63. Tag nach dem Beginn der letzten Monatsblutung möglich. Ein medikamentöser Abbruch dauert mehrere Tage.

Medikamentöser Abbruch

© Getty Images (Szene nachgestellt)

Der Schwangerschaftsabbruch (umgangssprachlich auch „Abtreibung“) ist medikamentös bis zum 63. Tag nach dem ersten Tag der letzten Monatsblutung möglich. Dazu werden der Wirkstoff Mifepriston (Handelsname des Präparats: Mifegyne®) und ein weiteres Medikament, das den Wirkstoff Prostaglandin enthält, eingesetzt. Mifegyne® ist nicht in Apotheken erhältlich, sondern kann nur von Arztpraxen oder Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen dürfen, bezogen werden.

Informationen dazu, welche Ärztinnen und Ärzte, Kliniken und weiteren Einrichtungen Schwangerschaftsabbrüche durchführen und nach welcher Methode (medikamentös/ operativ), können Sie bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bei Schwangerschaftsberatungsstellen oder über eine Liste der Bundesärztekammer erhalten. Die Aufnahme in diese Liste ist freiwillig, daher ist sie nicht vollständig. In manchen Landkreisen gibt es zudem nur wenige oder keine Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen.

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Wie wirken die Medikamente?

Mifepriston ist ein Wirkstoff, der die Wirkung des Gelbkörperhormons (Progesteron) aufhebt und somit die Weiterentwicklung der Schwangerschaft verhindert. Zusätzlich bewirkt er, dass sich die Gebärmutterschleimhaut und der Fruchtsack mit dem Embryo ablösen. Der Gebärmuttermund öffnet sich und die Gebärmutter zieht sich zusammen.

Zusätzlich wird 36 bis 48 Stunden später ein Prostaglandin eingenommen, um die Wirkung von Mifepriston zu verstärken. Es bewirkt, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht und es innerhalb weniger Stunden zu einer Abbruchblutung kommt, bei der die Gebärmutterschleimhaut und der Embryo ausgestoßen werden.

Das Präparat Mifegyne® ist nicht mit der „Pille danach“ zu verwechseln. Die „Pille danach“ wird eingenommen, wenn nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft verhindert werden soll. Sie beendet keine bestehende Schwangerschaft.

Wie läuft der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ab?

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch verläuft in der Regel in vier Schritten:

1. Beratung und Voruntersuchung
Zum ersten Termin in der Praxis oder Klinik bringen Sie Folgendes mit:

  • den Beratungsschein oder die Bescheinigung über eine medizinische oder kriminologische Indikation,
  • die Versicherungskarte,
  • falls vorhanden einen Blutgruppennachweis und
  • falls Sie Anspruch auf finanzielle Hilfe haben: eine Bescheinigung der Kostenübernahme.

Die Ärztin oder der Arzt prüft mit einer Ultraschall-Untersuchung das Schwangerschaftsalter und klärt ab, ob medizinisch etwas gegen die Einnahme der Medikamente spricht. Im Anschluss werden Sie über den genauen Ablauf des Abbruchs und mögliche Nebenwirkungen der Medikamente informiert.

2. Einnahme von Mifegyne®
Nach der Untersuchung und Aufklärung nehmen Sie unter ärztlicher Aufsicht die Mifegyne®-Tablette ein.

Anschließend können Sie nach Hause gehen. Selten treten Kopfschmerzen, Krämpfe oder Übelkeit auf, in der Regel können Sie aber Ihrem normalen Alltag nachgehen. Bei vielen Frauen beginnt nach ca. 24 Stunden eine Blutung ähnlich der normalen Monatsblutung. Bei einem kleinen Teil (etwa 3 Prozent) der Frauen setzt bereits jetzt eine starke Blutung ein und es kommt zum Abbruch. Den geplanten zweiten Termin bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin sollten Sie aber in jedem Fall wahrnehmen.

3. Anwendung von Prostaglandinen
36 bis 48 Stunden nach der Einnahme von Mifegyne® steht ein zweiter Termin in der Praxis oder Klinik an. Nun nehmen Sie ein weiteres Medikament ein, das Prostaglandine enthält. Danach bleiben Sie noch etwa drei Stunden unter ärztlicher Beobachtung. Prostaglandine führen dazu, dass die Gebärmutterschleimhaut und der Embryo durch eine Blutung ausgestoßen werden. Gegen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Unterbauchschmerzen erhalten Sie entsprechende Medikamente. Frauen mit einer Rhesus-negativen Blutgruppe erhalten zusätzlich Anti-D-Globuline, um die Bildung von Antikörpern bei einer späteren Schwangerschaft zu verhindern.

Wenn eine stärkere Blutung auftritt und Ihr Kreislauf stabil ist, können Sie nach Hause gehen. Ist drei Stunden nach der Prostaglandin-Einnahme noch keine Blutung eingetreten, erhalten Sie noch einmal Prostaglandine. In einigen Fällen tritt die Blutung erst innerhalb der nächsten 24 Stunden ein.

Beim Verlassen der Praxis bekommen Sie Informationen, wie Sie sich in den nächsten Tagen verhalten sollten, und eine Telefonnummer, an die Sie sich bei Fragen wenden können.

Sie können sich nach dem Abbruch arbeitsunfähig schreiben lassen. Auf der Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung für den Arbeitgeber wird der Grund für die Arbeitsunfähigkeit nicht angegeben.

4. Nachuntersuchung
In ungefähr 95 Prozent der Fälle ist der Schwangerschaftsabbruch mit Medikamenten erfolgreich. Eine Nachuntersuchung innerhalb von 14 bis 21 Tagen ist aber unerlässlich, damit sichergestellt ist, dass die Schwangerschaft vollständig beendet ist. Dies wird durch eine Ultraschall- oder Blutuntersuchung kontrolliert. Wenn die Schwangerschaft fortbesteht oder sich noch Reste von Schwangerschaftsgewebe in der Gebärmutterhöhle befinden, kann eine erneute Medikamentengabe oder ein operativer Eingriff, das heißt eine Absaugung, nötig werden. Treten keine Komplikationen wie Fieber oder eine sehr starke Blutung auf, kann auch – unter ärztlicher Kontrolle – abgewartet werden, ob der Körper das möglicherweise noch in der Gebärmutter verbliebene Gewebe von selbst abstößt.

Die Blutungen nach dem medikamentösen Abbruch dauern durchschnittlich 12 Tage, leichte Blutungen („Schmierblutungen“) können aber auch bis zu vier Wochen anhalten, selten auch länger. Die Blutungen sind in den ersten Stunden oft stärker als eine normale Monatsblutung und werden dann von Tag zu Tag weniger. Um eine Infektion zu vermeiden, sollten Sie in den ersten Tagen nach dem Abbruch besser keine Tampons verwenden und auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Auf Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln achten

Werden gleichzeitig mit Mifegyne® weitere Medikamente eingenommen, müssen mögliche Wechselwirkungen bedacht werden. Falls Sie also andere Medikamente einnehmen, ist es wichtig, dies der Ärztin oder dem Arzt vorab mitzuteilen.

Wann können Mifepriston und Prostaglandine nicht eingesetzt werden?

In bestimmten Fällen dürfen Mifepriston oder Prostaglandine nicht eingenommen werden. Dies gilt für:

  • chronisches Nierenversagen
  • angeborene Porphyrie
  • schweres, nicht behandeltes oder nicht behandelbares Asthma
  • bekannte Allergie gegen Mifepriston, das Prostaglandin oder einen anderen Bestandteil der Tabletten
  • Blutgerinnungsstörung; aktuelle Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten wie Marcumar oder Heparin
  • liegende Spirale (muss vorher entfernt werden)

Gesundheitliche und psychische Aspekte

Beim medikamentösen Abbruch ist weder eine Operation noch eine Narkose nötig. Zudem kann er bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Im Unterschied zum operativen Abbruch dauert der medikamentöse Abbruch mehrere Tage, und die Frau erlebt ihn in allen Phasen bewusster mit. Dieses unmittelbare Erleben kann Frauen die seelische Verarbeitung des Abbruchs erleichtern, für andere ist dies eher zusätzlich belastend.

Verläuft der Schwangerschaftsabbruch ohne Komplikationen, hat er in der Regel keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und auf spätere Schwangerschaften.

Die Verhütung nicht vergessen

Mit dem Abbruch beginnt ein neuer Menstruationszyklus, womit auch die Möglichkeit einer neuen Schwangerschaft besteht. Sie können mit der Ärztin oder dem Arzt schon im Informationsgespräch vor dem Abbruch besprechen, welche Verhütungsmethode für Sie am besten geeignet ist.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 25.09.2019

Abtreibungspille: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Es gibt viele Gründe, warum Frauen über eine Abtreibung nachdenken: Nach einer Vergewaltigung, wenn sie in komplizierten sozialen Verhältnissen leben oder wenn das Kind schwer krank auf die Welt kommen würde.
Egal welcher Grund hinter dem Abtreibungswunsch steckt: Keine Frau trifft diese Entscheidung leichtfertig. Hat sie sie einmal getroffen, darf sie legal – nachdem sie an einer Schwangerenkonfliktberatung teilgenommen hat – bis zur 14. Schwangerschaftswoche abtreiben. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Die klassische Ausschabung oder Absaugung, die unter Narkose durchgeführt wird.
  • Die seit 1999 zugelassene Abtreibungspille Mifegyne (früher RU486).

Wie funktioniert die Abtreibungspille?

Immer mehr Frauen entscheiden sich für die Abtreibungspille, weil der medikamentöse Abbruch, wenn alles klappt, einfach und schnell wirkt und ein körperlicher Eingriff nicht notwendig ist. Sie darf allerdings nur bis zum 63. Tag nach Beginn der letzten Periode verschrieben werden.
Die Behandlung wird unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt, die Tabletten gibt es nur in der Arztpraxis. Der enthaltene Wirkstoff Mifepriston sorgt dafür, dass die befruchtete Eizelle abgestoßen wird.

Der Abbruch mit Abtreibungspille verläuft in 3 Schritten:

  • Nach einer gründlichen Untersuchung vom Frauenarzt werden drei Tabletten der Abtreibungspille geschluckt. Danach muss die Frau zur Beobachtung einige Stunden in der Praxis bleiben, falls es zu schweren Blutungen kommt.
  • Zwei Tage später müssen zwei Prostaglandin-Tabletten genommen werden. Prostaglandin ist ein wehenförderndes Mittel, das die Ablösung der Gebärmutterschleimhaut fördert. Sie wird dadurch wie bei der normalen Regelblutung abgestoßen.
  • Nach zwei Wochen macht der Arzt eine Kontrolluntersuchung.

Der Abbruch mit der Abtreibungspille ist in etwa 95 Prozent der Fälle erfolgreich. In den restlichen 5 Prozent muss nachträglich eine Ausschabung vorgenommen werden.

Abtreibungspille und Pille danach: Was ist der Unterschied?

Die Abtreibungspille ist etwas anderes als die Pille danach:

  • Die Pille danach soll die Befruchtung der Eizelle verhindern und ist mittlerweile rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sie gilt als eine Form der Notfallverhütung und sollte so früh wie möglich nach der „Verhütungspanne“ (im Idealfall innerhalb von 12 Stunden und maximal 72 Stunden) eingenommen werden.
  • Die Abtreibungspille darf nur verwendet werden, wenn die Schwangerschaft bestätigt wurde. Sie ist kein Verhütungsmittel.

Hier findet ihr alle Infos zur Pille danach!

Wer übernimmt die Kosten der Abtreibungspille?

Die Kosten für die Abtreibungspille müssen in den meisten Fällen von der Frau selber getragen werden. Sie belaufen sich auf 300 bis 400 Euro. Im Preis enthalten ist die Vor- und Nachbehandlung durch den Arzt.
Wann werden die Kosten übernommen?
In bestimmten Fällen werden die Kosten der Abtreibung von der Krankenkasse übernommen:

  • Wenn die Abtreibung medizinisch notwendig ist: weil eine Schwangerschaft das Leben der Mutter gefährden oder das Kind schwer krank auf die Welt kommen würde.
  • Nach einer Vergewaltigung.
  • Bei Frauen mit sehr niedrigem Einkommen.

Wer darf die Abtreibungspille anwenden und wer nicht?

Die Abtreibungspille darf nur bis zur 9. Schwangerschaftswoche genommen werden. Bei einer Eileiterschwangerschaft wird von der Einnahme abgeraten, ebenso bei einer Allergie gegen den Wirkstoff Mifepriston oder einer Unverträglichkeit der Prostaglandine.
Bei Nieren- und Leberproblemen, nach einer langen Kortisonbehandlung, schwerem Asthma oder einer Nebenniereninsuffizienz sollte man sich auch für eine Absaugung oder Ausschabung entscheiden.

Abtreibungspille und Ausschabung im Vergleich

Für welches Abtreibungsverfahren man sich entscheidet, sollte ausführlich mit dem Frauenarzt besprochen werden. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile.

Die Abtreibungspille

Die Abtreibungspille kann sehr früh eingesetzt werden, allerdings auch nur bis zur 9. Schwangerschaftswoche. Da sie ohne einen körperlichen Eingriff auskommt, wird sie als angenehmer empfunden. Allerdings dauert der Abbruch insgesamt zwei, drei Tage, was Frauen als belastend empfinden.

Die Ausschabung (Absaugung)

Eine Ausschabung oder Absaugung kann zwischen der 7. und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und kann auch unter örtlicher Betäubung vorgenommen werden.
Die Nebenwirkungen sind bei beiden Verfahren ähnlich:

  • Blutungen und Schmerzen sind möglich.
  • Bei der Ausschabung können Gebärmutter und Muttermund verletzt werden, was zu Unfruchtbarkeit führen kann.

Weitere Informationen und Beratungsstellen findest du auf den folgenden Portalen:

  • Familienberatung.de
  • ProFamilia.de

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Medikamentöse Schwangerschaftsabbruch mit Mifepriston (Mifegyne® / Mifeprex®)

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Packung Abtreibungspille Mifepristone (Mifegyne)® Mifegyne® ist ein Medikament, welches die Wirkung des Gelbkörperhormons (Progesteron) aufhebt. Durch die Einnahme wird eine Schwangerschaft abgebrochen, ähnlich wie bei einem Spontanabort. Mifegyne® ist während der ganzen Schwangerschaft sehr wirksam. Es ist jedoch zwei Tage später die Gabe eines anderen Hormones, eines Prostaglandins, notwendig, welches die Gebärmutter dazu anregt sich zusammenzuziehen und zur Ausstoßung des Fruchtsackes führt. Falls die Frau den Fruchtsack sehen möchte muss sie genau in die Binde, bzw. die Toilette sehen.

Wie funktioniert der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch?

Die Einnahme von Mifegyne®, gefolgt von einem Prostaglandin zwei Tage später, beendet eine Schwangerschaft in etwa 98 % der Fälle. Nach der Einnahme des Prostaglandins kann es zu Unterbauchschmerzen kommen. Die Schmerzmittel gegen Regelschmerzen sind auch in dieser Situation sehr wirksam. Wir empfehlen Schmerzmittel frühzeitig einzunehmen.

Diese Abtreibungsmethode ist in Österreich und den meisten anderen West-Europäischen Ländern für folgende Situationen zugelassen:

  • im Rahmen einer freiwilligen Abtreibung bis zur 9. Woche (Gerechnet ab dem 1. Tag der letzten Regel.)
  • für den Spätabbruch in einem Krankenhaus aufgrund einer medizinischen Notwendigkeit
  • zur Öffnung des Muttermundes vor einem chirurgischen Schwangerschaftsabbruch.

Ferner ist das Medikament auch sehr wirksam für andere Situationen, wie Geburtseinleitung, bei Myomen, Endometriose, einer bestimmten Art von Gehirntumor (Meningeom) und bestimmten Art von Brustkrebs. Für diese Situationen ist Mifegyne® jedoch derzeit noch nicht zugelassen.

Der Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne® ist ein Prozess, der ein paar Tage andauert. Sie behalten die Kontrolle über Ihren Körper und erleben diesen bewusst. Damit können Sie auch Ihre möglicherweise falschen Vorstellungen von dem Eingriff korrigieren.

Gegenüberstellung von chirurgischem und medikamentösem Schwangerschaftsabbruch

Die Kosten für eine medikamentöse Abtreibung

In Österreich werden die Kosten des Abbruchs leider nicht von der Krankenkasse übernommen und die Frau muss dies selbst bezahlen.
(In allen anderen Westeuropäischen Ländern wird der Abbruch bezahlt, zumindest für Jugendliche und sozial schwache Frauen. Ausnahmen sind Irland, Liechtenstein, Malta und Monaco, wo der Abbruch verboten ist.)
Für einen Schwangerschaftsabbruch verrechnen wir pauschal und ohne zusätzliche Kosten, unabhängig davon welche Methode angewendet wird:

Bis zur 10. Schwangerschaftswoche € 560,-
Von der 10. bis zur 14. Schwangerschaftswoche € 600,-

Darin sind alle Kosten enthalten, einschließlich einer Bestimmung der Blutgruppe falls notwendig und die sogenannte Rhesusspritze für Frauen mit der Blutgruppe Rhesus negativ.

Sie können mit Ihrer Bankomatkarte im Gynmed Abmulatorium in Wien bezahlen.
In diesen Kosten sind folgende Leistungen enthalten:

  • Beratung bezüglich der ungewollten Schwangerschaft
  • Beratung zur Methode, um die für Sie geeignetste zu finden
  • Medikamente beim medikamentösen Abbruch oder
  • der chirurgische Eingriff inkl. Anästhesie (Vollnarkose oder örtliche Betäubung)
  • Bestimmung der Blutgruppe und für den Fall, dass Sie Rhesusfaktor negativ sind die Rhesusspritze
  • Nachbetreuung

Was ist die Abtrei­bungs­pille?

Wie wirkt die Abtreibungspille?

Die Abtreibungspille enthält das künstlich hergestellte Hormon Mifepriston. Dieses wirkt dem schwangerschaftserhaltenden Gelbkörperhormon Progesteron, einem Gestagen, entgegen. Man bezeichnet es deshalb auch als Antigestagen. Es bewirkt, dass der Embryo aus der Gebärmutter herausgelöst wird und innerhalb von 36 bis 48 Stunden stirbt.

Nach Ablauf dieser Zeit erhält die Frau ein Prostaglandin. Dabei handelt es sich um ein weiteres Medikament, welches den Muttermund erweicht, Wehen auslöst und so zur Ausstoßung des toten Embryos und des restlichen Schwangerschaftsgewebes aus der Gebärmutter führt.

Bei rund 95 bis 98 Prozent der Frauen ist der Schwangerschaftsabbruch mit Mifepriston erfolgreich. In den übrigen Fällen muss zusätzlich auf die operativen Methoden des Schwangerschaftsabbruchs wie Ausschabung oder Absaugung zurückgegriffen werden.

Wer bekommt die Abtreibungspille?

Für die Anwendung der Abtreibungspille gelten die gleichen gesetzlichen Voraussetzungen wie für jeden anderen Schwangerschaftsabbruch.

In Deutschland darf die Abtreibungspille nur bis zur 9. Schwangerschaftswoche, also bis zum 63. Tag nach Beginn der letzten Regelblutung, eingesetzt werden. Die Schwangerschaft muss von einem Arzt festgestellt werden.

Einige Frauen dürfen die Abtreibungspille oder das zusätzlich erforderliche Medikament Prostaglandin nicht einnehmen:

  • Frauen, die an schwerem Asthma oder chronischen Leber- und/oder Nierenerkrankungen leiden,
  • Frauen mit bekannter Unverträglichkeit gegenüber einem der beiden Medikamente,
  • Frauen, bei denen ein konkreter Verdacht auf eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter besteht (zum Beispiel Eileiterschwangerschaft),
  • unterernährte Frauen,
  • Frauen mit Porphyrie,
  • Frauen mit erhöhtem Blutungsrisiko, zum Beispiel aufgrund einer Fehllage der Plazenta, oder erhöhtem Risiko für einen Gebärmutterriss,
  • Frauen mit erhöhtem Augeninnendruck.

Wo bekommt man die Abtreibungspille?

Die Abtreibungspille ist nicht frei verkäuflich und auch nicht auf Rezept in der Apotheke erhältlich. Sie darf nur an Frauenärzte und Krankenhäuser abgegeben werden. Der Arzt, der die Abtreibung durchführt, gibt die Pille also direkt der Frau, die sie unter Aufsicht einnehmen muss. Das zusätzlich erforderliche Prostaglandin gibt es als Scheidenzäpfchen oder als Tabletten zum Einnehmen.

Wie läuft eine Abtreibung mit Mifepriston ab?

Zunächst muss die Schwangerschaft von einem Arzt festgestellt werden. Dann erfolgt eine auf Erhalt der Schwangerschaft abzielende Beratung durch eine anerkannte Beratungsstelle. Frühestens drei Tage nach der Beratung kann der Schwangerschaftsabbruch erfolgen.

Zunächst erfolgt eine Ultraschalluntersuchung, um die Dauer der Schwangerschaft festzustellen. Eventuell nimmt der Arzt auch Blut ab, um eine ß-HCG-Bestimmung durchzuführen. Wenn der 63. Schwangerschaftstag noch nicht überschritten ist, gibt die Frau zunächst ihr Einverständnis zu einem operativen Schwangerschaftsabbruch, für den Fall, dass die medikamentöse Methode nicht erfolgreich ist. Anschließend erhält sie den Wirkstoff Mifepriston, den sie unter Aufsicht des Arztes einnimmt. Dann geht sie nach Hause. Wesentliche Beschwerden sind nicht zu erwarten. Am nächsten Tag können leichte Blutungen auftreten. Werden die Tabletten innerhalb von elf Stunden nach der Einnahme erbrochen, muss die Einnahme wiederholt werden. Wenn die Frau stillt, sollte sie für drei Tage mit dem Stillen aussetzen.

Beim nächsten Arztbesuch 36 bis 48 Stunden später erhält die Frau ein Prostaglandin, welches den Muttermund erweicht und Wehen auslöst. Anschließend wird sie mit Ultraschall untersucht, um festzustellen, ob der Embryo noch in der Gebärmutterhöhle sitzt oder schon abgegangen ist. In seltenen Fällen wurde der Embryo schon ausgestoßen, meistens befindet er sich jedoch noch in der Gebärmutter. Das Prostaglandin beschleunigt nun den Abgang des Embryos und es finden Blutungen unter Bauchschmerzen statt. In den meisten Fällen ist der Embryo innerhalb von drei Stunden nach der Prostaglandin-Gabe abgegangen.

Ist dies nicht der Fall, dann bestehen mehrere Möglichkeiten. Beispielsweise kann erneut ein Prostaglandin verabreicht werden. Bis zum 49. Tag ohne Regelblutung kann auch eine erneute Einnahme von Mifepriston und eines Prostaglandins (36 bis 48 Stunden später) erfolgen.

Sieben bis 14 Tage nach der Gabe von Mifepriston muss eine Kontrolluntersuchung durch den Frauenarzt erfolgen, um den Abgang des Embryos zu bestätigen. Mithilfe von Ultraschall und der Bestimmung von ß-HCG (Vergleich zum Ausgangswert vor dem Schwangerschaftsabbruch) überprüft der Arzt, ob die vaginale Blutung aufgehört hat und die Austreibung abgeschlossen ist.

Welche Vorteile hat die Abtreibungspille?

Der wichtigste Vorteil dieser Methode ist, dass in 95 bis 98 Prozent der Fälle keine Operation mit Narkose erforderlich ist.

Eine Abtreibung ist für viele Frauen eine psychisch belastende Situation. Hinsichtlich etwaiger seelischer Folgen unterscheidet sich die medikamentöse Form des Schwangerschaftsabbruchs nicht wesentlich von den operativen Methoden. Die meisten Frauen verarbeiten den Schwangerschaftsabbruch gut und haben danach keine größeren psychischen Probleme, sofern sie die Entscheidung zum Abbruch selbstbestimmt treffen konnten, Beratungsangebote zur Verfügung standen und sie Unterstützung von Freunden und Familie erhalten.

Welche Nachteile und Nebenwirkungen hat die Abtreibungspille?

Ein Nachteil dieser Form des Schwangerschaftsabbruchs ist, dass sich die Behandlung über mehrere Tage erstreckt. Im Durchschnitt sind mindestens vier Besuche beim Frauenarzt erforderlich. Die Behandlung selbst dauert zwei bis vier Tage.

In rund zwei bis fünf Prozent der Fälle ist diese Methode nicht erfolgreich, sodass eine erneute medikamentöse Behandlung oder eine Ausschabung zum Schwangerschaftsabbruch notwendig sind.

Nebenwirkungen der Abtreibungspille sowie des zusätzlich verabreichten Medikaments Prostaglandin sind Unterleibsschmerzen und Blutungen. Zusätzlich können Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Hautausschläge auftreten. Schwere Blutungen, Infektionen, Verletzungen der Gebärmutter sowie Herz-Kreislauf-Versagen sind sehr selten und kommen etwa gleich häufig vor wie bei der Absaugmethode.

Die Abtreibungspille – Schwangerschafts­abbruch mit der Mifegyne

Eine medikamentöse Abtreibung erspart einen körperlichen Eingriff unter Narkose. Hier gibt es alle Infos rund um die Abtreibungsmethode.

Sich für einen Schwangerschaftsabbruch und somit gegen das Baby zu entscheiden, fällt keinem leicht. Die Gründe dafür sind vielfältig: Das Leben in schwierigen sozialen Verhältnissen, eine komplizierte Lebensphase, eine Vergewaltigung oder gesundheitliche Bedenken bei Mutter oder Baby sind einige davon. Ist die Entscheidung gefallen, gibt es verschiedene Optionen für eine Abtreibung: Eine davon ist der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch mit der Pille Mifegyne.

Wann ist eine Abtreibung per Pille möglich?

Eine Abtreibung mit der Abtreibungspille ist bis zur neunten Schwangerschaftswoche (also bis zum 63. Tag nach Beginn der letzten Regelblutung) möglich. Vorab muss eine Schwangerschaftskonfliktberatung besucht werden. In einem vertraulichen Gespräch wird hier über die Pros und Kontras der Schwangerschaft geredet. Dazu gibt es umfängliche Informationen zum Schwangerschaftsabbruch, auch Sorgen und Ängste können hier offen besprochen werden. Nach der Konfliktberatung müssen drei Tage vergehen, damit genug Zeit ist, die Entscheidung noch einmal ausgiebig zu überlegen und um eine Kurzschlussreaktion auszuschließen. Ist die Abtreibung beschlossen, wird gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt die passende Methode ausgewählt: Absaugen, Ausschabung oder ein medikamentöser Abbruch. Immer häufiger fällt die Entscheidung auf die Abtreibungspille, da sie einen körperlichen Eingriff erspart. Ein Nachteil der Variante ist jedoch, dass sich der Schwangerschaftsabbruch über mehrere Tage erstreckt. Durchschnittlich sind vier Besuche beim Frauenarzt nötig.

Schwangerschaft

Abtreibung: Was es aus medizinischer & rechtlicher Sicht zu wissen gibt

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Die Abtreibung mit der Pille besteht aus zwei Schritten: Zuerst wird die Abtreibungspille verabreicht, die ein Hormon namens Mifepriston enthält. Dieses wirkt dem schwangerschaftserhaltenden Hormon Progesteron entgegen und sorgt dafür, dass der Embryo aus der Gebärmutter herausgelöst wird. Hier ist es nur noch die nächsten 36 bis 48 Stunden lebensfähig. Nach diesem Zeitraum muss dann ein zweites Medikament eingenommen werden: Das sogenannte Prostaglandin bewirkt, dass sich der Muttermund erweicht und Wehen eintreten. Dadurch wird der abgestorbene Embryo dann mitsamt Fruchtsack und Schleimhaut ausgestoßen. Die Techniker Krankenkasse meldet, dass ein Schwangerschaftsabbruch mit der Pille in 95 bis 98 Prozent der Fälle erfolgreich ist. Das wird mit einem anschließenden Ultraschall geprüft. Hat die Abtreibung nicht funktioniert, wird eine Absaugung oder Ausschabung angeschlossen.

Die Mifegyne ist nicht frei verkäuflich und auch nicht mit Rezept in einer Apotheke zu bekommen. Sie wird nur in Arztpraxen oder Kliniken verabreicht. Die Einnahme muss unbedingt unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. So wird sichergestellt, dass die Pille richtig eingenommen wird und mögliche Bedenken können besprochen werden.

Was sind Nebenwirkungen?

Zunächst einmal ist ein Schwangerschaftsabbruch immer eine emotionale Belastung. Die meisten Frauen verarbeiten ihre Abtreibung zwar gut, dennoch kann gerade das soziale Umfeld seelischen Druck ausüben, wenn dieses zum Beispiel mit der Abtreibung nicht einverstanden ist. In solchen Fällen helfen Beratungsstellen, beispielsweise von Pro Familia, weiter. Aber auch die Frauenärztin oder der Frauenarzt kann mit Beratungsadressen weiterhelfen.

Diese körperlichen Reaktionen können beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch u.a. auftreten:

  • Bei fast jeder Abtreibung mit der Pille treten Blutungen auf. Sie können bis zu zwölf Tage dauern und sind vergleichbar mit einer starken Monatsblutung. In seltenen Fällen ist die Blutung so stark, dass eine Ausschabung notwendig wird.
  • Schmerzen im Unterleib
  • Durchfall
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Kreislaufprobleme
  • Hautausschlag

Was kostet eine Abtreibung mit der Mifegyne?

Die Abtreibungspille muss in den meisten Fällen aus eigener Tasche bezahlt werden. Im Schnitt belaufen sich die Kosten auf 300 bis 400 Euro. Die Vor- und Nachbehandlung beim Arzt ist hier schon enthalten. In bestimmten Fällen werden die Abtreibungskosten jedoch auch von der Krankenkasse übernommen:

  • Nach einer Vergewaltigung.
  • Wenn die Schwangerschaft gesundheitlich bedenklich ist, da sie das Leben der Mutter gefährden würde oder das Kind nicht gesund ist.
  • Wenn die Finanzierung nicht möglich ist: Hat die Schwangere ein Einkommen von weniger als 1.001 Euro und keine Ersparnisse, springt die Krankenkasse ein. Die Einkommensgrenze erhöht sich um jeweils 237 Euro für jedes minderjährige Kind der Schwangeren.

Was passiert nach der Abtreibung?

Zwei bis drei Wochen nach dem Abbruch wird eine Ultraschall-Untersuchung gemacht, um festzustellen, dass die Abtreibung wirklich erfolgreich war. Mit dem Abbruch beginnt für den Körper ein neuer Zyklus. Meistens setzt die nächste Periode etwa vier bis sechs Wochen später ein. Diese ist manchmal etwas stärker als üblicherweise.

Medikament

Die Abtreibung durch die Einnahme der Abtreibungspille mit dem Wirkstoff Mifepriston kann längstens bis zur 9. Schwangerschaftswoche (SSW) erfolgen.

Die Abtreibungspille handelt es sich um ein Präparat, dessen Wirkstoff den Schwangerschaftsgelbkörper zerstört, der das sogenannte Progesteron erzeugt, welches für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft notwendig ist. Durch den Hormonentzug kommt es zum Tod des Embryos. Damit dieser nicht in der Gebärmutter bleibt, ist nach zwei Tagen zusätzlich die Gabe eines Prostaglandins (Misoprostol), notwendig, welches die Gebärmutter zusammenzuzieht und dadurch zur Ausstoßung des Fruchtsackes mit dem Embryo führt.

Die Abtreibung durch die Abtreibungspille erfolgt über einen etwa dreitägigen Zeitraum: Die schwangere Frau bekommt die Pille im Abtreibungsinstitut verabreicht, geht anschließend nach Hause und nimmt nach 36 bis 48 Stunden selbstständig Miseprostol. Einmal eingenommen kann der Prozess nicht mehr gestoppt werden. Es treten danach mehr oder weniger starke Blutungen auf.

Ablauf der medikamentösen Abtreibung im Detail

  1. Zuerst wird die Blutgruppe der Frau bestimmt, da es während der Abtreibung zu starken Blutungen kommen kann, die eine Bluttransfusion notwendig machen. Dann nimmt die Schwangere unter mehrstündiger ärztlicher Überwachung die Tabletten mit dem Wirkstoff Mifepriston ein. Sollten in dieser Phase keine Komplikationen auftreten, kann die Frau nach Hause entlassen werden.
  2. Mifepriston blockiert das Hormon Progesteron, das für die Erhaltung der Schwangerschaft essentiell ist. Durch den Mangel an Progesteron stellt sich der Körper der Frau auf „nicht-schwanger“ um. Innerhalb von ca. 48 Stunden öffnet sich nun der Muttermund und der dort verfestigte Schleim lockert sich. Durch das Mifepriston löst sich gleichzeitig die Gebärmutterschleimhaut von der Gebärmutterwand ab. Dadurch verliert der Embryo seinen Halt und stirbt ab. Sehr selten (in ca. drei Prozent der Fälle) setzen daraufhin Blutungen ein und Embryo und Plazenta werden ausgestoßen.
  3. Da Mifepriston jedoch in den meisten Fällen nur zum Ablösen und Sterben des Embryos führt und noch nicht zu dessen Ausstoßung aus der Gebärmutter, ist ein weiterer ärztlicher Eingriff erforderlich. Der Frau wird nun das wehenauslösende Hormon Prostaglandin verabreicht. Dadurch kontrahiert sich die Gebärmutter, die Blutung setzt ein und der Embryo wird ausgestoßen. Viele Frauen berichten von menstruationsartigen Schmerzen, andere erleben die Schmerzen als wehenartige Unterleibskrämpfe. In den ersten Stunden nach der Verabreichung von Prostaglandin wird die Frau ärztlich überwacht.
  4. Bei einer Nachuntersuchung ein bis zwei Wochen nach der Verabreichung des Wehenmittels wird mittels Ultraschall festgestellt, ob Embryo und Plazenta vollständig ausgestoßen wurden. Falls die Abtreibung nicht erfolgreich war, kann eine zweite Medikamenteneinnahme, Ausschabung oder Absaugung notwendig werden. Das Medikament ist in 95-98% der Fällen wirksam, d.h. es kommt zum Tod des Embryos, in 1-3% ist eine Ausschabung der Gebärmutter notwendig und in 1-2% entwickelt sich die Schwangerschaft weiter.

Die „Abtreibungspille“ darf nicht verwechselt werden mit der „ Pille danach“, die innerhalb von 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird, um einen Eisprung oder eine Einnistung der befruchteten Eizelle zu verhindern.

Allerdings ist der Zugang zu dieser Methode nach wie vor stark eingeschränkt, nachdem die ehemalige Gesundheitsministerin die Anwendung von Mifegyne® auf Krankenanstalten begrenzt hat. Wie oben dargelegt, werden die meisten Abbrüche in Österreich im niedergelassenen Bereich durchgeführt und es gibt nur wenige Krankenhäuser und Ambulatorien, welche Abbrüche anbieten.
Damit ist Österreich das einzige Land der Welt, in welchem niedergelassene Ärzte zwar chirurgische Abbrüche, auch in Vollnarkose in ihrer Praxis machen dürfen, die Frauen jedoch zur Einnahme von drei Tabletten in eine Krankenanstalt überweisen müssen. Und Frauen haben außerhalb des Einzugsbereiches von Wien und Salzburg immer noch keinen Zugang zu dieser Methode. Obwohl die Anwendung von Mifegyne® seit Januar 1999 auch in Österreich zur großen Zufriedenheit der Patientinnen und undramatisch abläuft.
Aufgrund der Begrenzung auf Krankenanstalten wird vielen Frauen die Möglichkeit eines frühen Abbruchs vorenthalten.

Tabelle 2: Gegenüberstellung von chirurgischem und medikamentösem Schwangerschaftsabbruch

chirurgischer Abbruch medikamentöser Abbruch
Durchführung durch einen erfahrenen Arzt
(Verantwortung beim Arzt)
die Frau nimmt die Medikamente (mehr
Eigenverantwortung der Frau, mehr
Konfrontation)
Verlauf in wenigen Minuten zieht sich über mehrere Tage:
1. Tag Mifegyne
3. Tag Prostaglandin
danach die Ausstoßung häufig unbemerkt (in
2% trotzdem ein chir. Eingriff notwendig)
zusätzliche Medikation örtliche Betäubung oder Vollnarkose evtl. Schmerzmittel
Blutung schwach meist stärker und länger als die Regelblutung
Komplikationen sehr selten: Verletzungen der Gebärmutter, Infektionen, Narkosezwischenfall schwere Komplikationen wurden mit dem verwendeten Prostaglandin nicht beobachtet
Nebenwirkungen evtl. Übelkeit nach der Narkose krampfartige Schwerzen, Übelkeit, selten Erbrechen, Durchfall
Auswirkungen auf die
Fruchtbarkeit
möglich aber selten, wenn Komplikationen auftreten keine beobachtet
Zeitpunkt, gerechnet
ab dem 1. Tag der
letzten Regel
ab der 6. bis zur 14. Woche ab einem positiven Tes, bis spätestens 49 Tage (7. Woche) zugelassen
Vorteil Durchführung ist schnell, nachher kaum körperliche Beschwerden kann bereits sehr früh durchgeführt werden, keine Narkose, die Frau gibt die Kontrolle nicht ab
Nachteil erst ab der 6. Woche möglich, die Frau gibt die Kontrolle ab; evtl. Narkose die Frau braucht etwas Zeit, die Behandlung zieht sich über mehrere Tage, stärkere Blutung; evtl. Schmerzen

„Frauen die zwei Jahre zuvor einen medikamentösen Abbruch hatten, unterscheiden sich nicht von denjenigen, die einen chirurgischen Abbruch hatten.Weder in ihrer Gesundheit, noch in ihrer psychischen Verfassung, noch beüglich ihrer Familienplanung. Nahezu alle Frauen legten jedoch großen Wert auf die freie Wahlmöglichkeit zwischen beiden Methoden des Abbruchs.“
Medical abortion or vacuum aspiration? Two year follow up of a patient preference trial. Br J Obstet Gynaecol 1997

Psychische Reaktionen auf einen Schwangerschaftsabbruch
Wenn eine ungewollte Schwangerschaft eingetreten ist, gibt es keine psychisch schmerzfreie Lösung dieser Situation. Ein Abbruch kann möglicherweise zu Gefühlen von Bereuen, Schuld oder Verlust führen. Aber auch die Alternativen, wie erzwungene Heirat, Adoptionsfreigabe des Kindes oder die zusätzliche Belastung eines ungewollten Kindes in einer bereits angespannten Beziehung können zu psychischen Problemen für die Frau, die Partnerschaft, das Kind und die Gesellschaft führen.
Schwere psychische Reaktionen auf einen Abbruch sind sehr selten. Auch Psychosen kommen nur in Ausnahmefällen, mit einer Häufigkeit von 0,3 bis 1,2 auf 1.000 legale Abbrüche vor und treten hauptsächlich bei Frauen auf, die vorbestehend bereits psychiatrische Probleme hatten. Es wurden viele Einzelfallberichte und anekdotische Erzählungen publiziert. Ihnen gemeinsam ist jedoch, daß es dabei keinen klaren Hinweis auf eine ursächliche Verbindung zu dem Abbruch gibt. Obwohl einzelne Frauen und ihre Familie durchaus mit einer überwältigenden emotionalen Antwort auf dieses Ereignis reagieren, kommt dies sehr selten vor.
In der Literatur wurden folgende Frauen als besonders gefährdet für eine negative Reaktion beschrieben, weshalb ihnen eine spezielle Nachbetreuung angeboten werden sollte: Frauen, welche
• eine gewollte Schwangerschaft aus medizinischen Gründen abbrechen
• in ihrer Entscheidung von ihrem Partner/den Eltern nicht unterstützt werden
• gedrängt wurden, eine Entscheidung zu treffen
• mit tiefen religiösen Überzeugungen in Konflikt kommen
• generell unsicher sind ob sie schwierige Situationen meistern können
• sich selbst die Schuld geben, daß sie schwanger geworden sind
• die Entscheidung zum Abbruch erst im zweiten Trimenon treffen konnten
• vorhergehende psychische oder psychiatrische Probleme hatten.

Die große Mehrheit der Frauen wird sowohl kurz nach einem Abbruch, als auch für einige Zeit danach, eine Mischung verschiedenster Gefühle haben, wobei jedoch eine positive Grundtendenz, im Sinne einer Erleichterung, vorherrscht. (siehe das Buch: „Traurig und befreit zugleich“,
www.abtreibung.at/fur-ungewollt-schwangere/frauen-berichten )
Die Zeit der größten Belastung ist die Zeit, bevor die Entscheidung getroffen wurde.
Zusammengenommen ergibt sich aus den bisherigen Untersuchungen, daß ein legaler Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft vor der 12. Woche für die meisten Frauen nicht zu einer psychischen Notsituation führt. Sie scheinen dieses Ereignis vielmehr gut zu bewältigen und ihr Leben normal weiterzuführen. Wie bereits im Journal der Amerikanischen Ärztevereinigung (JAMA) publiziert, gibt es derzeit keine glaubwürdigen Hinweise auf die Existenz des sogenannten „postabortion Syndroms.

Henry David, Transnational Family Research Institut, Bethesda, USA, in Proceedings von Abortion Matters, Amsterdam, 1995

Minderjährige
Hier gab es Anfang 2001 eine Gesetzesänderung. Die wesentliche Aussage steht in § 146 ABGB: eine „Einwilligung in medizinische Behandlungen kann das einsichts- und urteilsfähige Kind nur selbst erteilen; im Zweifel wird das Vorliegen dieser Einsichts- und Urteilsfähigkeit bei unmündigen Minderjährigen vermutet.“ Im konkreten Fall bedeutet dies, daß die Entscheidung für Kontrazeptiva, sowie einen Abbruch ausschließlich von der Minderjährigen, in Absprache mit dem Arzt getroffen wird.
Diese Regelung gibt Jugendlichen mehr Entscheidungsbefugnis und Verantwortung über ihre Fruchtbarkeit.

Ein besonders trauriger Aspekt sollte damit der Vergangenheit angehören. Immer wieder kamen unter 14-Jährige zu einem Abbruch und gaben an, sie hätten die Pille nehmen wollen, diese sei ihnen jedoch von dem Arzt verweigert worden, da sie laut Gesetz in diesem Alter noch keine sexuelle Aktivität haben dürften.
Ein wichtiges Detail betrifft noch Minderjährige, welche zum Zeitpunkt der „Schwängerung“ unter 14 Jahren waren. Hier gibt es kein zeitliches Limit für einen Abbruch. Damit wird der schwierigen Situation Rechnung getragen, dass Frauen in diesem jungen Alter häufig erst sehr spät zu einem Abbruch kommen.
In der Betreuung und Behandlung von Minderjährigen sollte immer wieder auf die vorgeschriebene Verschwiegenheitspflicht, auch gegenüber den Eltern hingewiesen werden.

Zahl der Abbrüche
Die Zahl der in Österreich durchgeführten Abbrüche führt in regelmäßigen Abständen zu hitzigen Diskussionen. Grundsätzlich ist zu sagen, dass es hierüber zwar verlässliche Schätzungen, aber keine Meldedaten gibt. Die Krankenkassen haben keine Daten hierzu, da die Kosten, im Gegensatz zu fast allen anderen Westeuropäischen Ländern, nicht übernommen werden. Und die Durchführung eines Abbruchs ist nicht meldepflichtig. (Allerdings zeigt die Erfahrung aus anderen Ländern, dass eine Meldepflicht nur zu unzuverlässigen Daten führt.)
Ferner stellt sich die Frage, was eine exakte Kenntnis der Zahlen bewirken oder verbessern würde. Aufgrund der recht zuverlässigen Schätzungen wissen sehr genau, dass Österreich deutlich mehr Abbrüche hat als andere Länder, wie Deutschland, Schweiz oder Holland. Wir wissen auch was zu tun wäre, um die Zahl an ungewollten Schwangerschaften und damit an Abbrüchen zu senken. Aber wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Prävention, d.h. Maßnahmen für ein besseres Verhütungsverhalten in diesem Land auf große Widerstände stößt oder aus politischen Gründen schlicht nicht umsetzbar ist.

Die letzte genauere Untersuchung über die Häufigkeit von Abbrüchen wurde 1985 von Ketting und Praag im Rahmen eines internationalen Vergleichs publiziert. Die Autoren kamen dabei zu dem Ergebnis, dass eine Zahl von 46.000 bis 67.000 als untere Grenze anzusehen sei.
Weitere ernüchternde Schlussfolgerungen waren: „Mit einem großen Maß an Wahrscheinlichkeit kann jedoch festgestellt werden, dass die Abbruchhäufigkeit in Österreich beträchtlich höher sein muss, als die in den übrigen untersuchten (europäischen) Ländern. … die Anwendung effektiver Verhütungsmethoden in Österreich am geringsten und in den Niederlanden am häufigsten praktiziert wird. … die Abbruchhäufigkeit umso niedriger wird, je mehr die Anwendung effektiver Verhütungsmethoden zunimmt.“
Es kann davon ausgegangen werden, dass die Anzahl der Abbrüche seither etwas zurückgegangen ist. Einerseits gibt es heute deutlich weniger Frauen in der Altersgruppe von 15-30. (Ein Rückgang um 20% zwischen 1985 und 2001.) Andererseits wurden in den letzten Jahren eine große Anzahl an Tubenligaturen und Vasektomien durchgeführt, welche die Frauen des sog. „Baby Booms“ in der Altersgruppe von 30-45 wirksam schützen. Dazu schützen sich seit mehr als 10 Jahren die Hormonspirale etwa 10% der Frauen im gebärfähigen Alter sehr wirksam mit der Hormonspirale.

Eine Zahl von derzeit 30-40.000 Abbrüchen pro Jahr scheint realistisch und würde bedeuten, dass im Durchschnitt 3 von 4 Frauen einmal in ihrem Leben einen Abbruch hatten. Dies bestätigt auch die Erfahrung in der gynäkologischen Praxis.
Ansonsten sind die Schlussfolgerungen von damals eine nach wie vor gültige Beschreibung der österreichischen Realität.

Medizinisch begründete Abbrüche
Ein Abbruch ist nicht strafbar, wenn er „zur Abwendung einer nicht anders abwendbaren ernsten Gefahr für das Leben oder eines schweren Schadens für die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren erforderlich ist oder eine ernste Gefahr besteht, dass das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt sein werde“.
Mit dieser Formulierung bleibt allerdings offen, wer über den Schweregrad einer vorliegenden Fehlbildung entscheidet. Es gibt hier keine „natürliche“ Grenze, vielmehr liegt es in der Natur der Sache, dass es häufig unterschiedliche Bewertungen gibt. Wenn eine Frau einen Abbruch wünscht, treffen in der Praxis immer die Ärzte die Entscheidung ob ein Abbruch auch durchgeführt wird. Darüber hinaus gibt es eine inoffizielle Absprache der Pränatalzentren, dass Abbrüche nur bei Patientinnen aus dem eigenen Zentrum vorgenommen werden. Frauen, die in anderen Zentren betreut werden und bei denen die Durchführung eines Abbruchs dort abgelehnt wurde, bekommen aufgrund dieser Absprache in keinem anderen Zentrum in Österreich einen Abbruch.
Deshalb kommt es regelmäßig vor, dass eine schwangere Frau wegen einer Fehlbildung einen Abbruch möchte, der behandelnde Arzt dies jedoch ablehnt. (und die Frau, aufgrund der internen Absprache, in keinem anderen Krankenhaus in Österreich einen Abbruch durchführen lassen kann.)
Bezüglich der Grenze eines medizinisch indizierten Abbruchs hatte es in der Vergangenheit eine gewisse öffentliche Diskussion gegeben. Tatsächlich gibt es im Gesetz kein Limit. Es ist auch nicht möglich ein solches anzugeben, da die Fehlbildungen sehr unterschiedlich sind und sich nicht in eine Kategorie einordnen lassen. In der Praxis wird jedoch die mögliche Überlebensfähigkeit des Fötus (ab etwa der 25. Woche) als Grenze angesehen, sofern die Fehlbildung nicht das Überleben des Fötus in Frage stellt.

Zusammenfassung:
Mehr als 40 Jahre nach der Liberalisierung sind Frauen mit einer ungewollten Schwangerschaft in Österreich immer noch einer großen Willkür ausgesetzt, wenn sie einen Abbruch durchführen lassen möchten. Auch sind das hohe Preisniveau, bei fehlender Kostenübernahme, sowie die fehlende wohnortnahe Versorgung im europäischen Vergleich auffallende Benachteiligungen, die keinerlei positive Auswirkungen haben. Darüber hinaus gibt es einzelne Beispiele von überhöhten Preisforderungen, welche als unethisch zu bezeichnen sind.

Andererseits konnten in Österreich nur wenige Maßnahmen zur Prävention von ungewollten Schwangerschaften umgesetzt werden (z.B. First Love Ambulanzen), obwohl gerade dies in anderen Ländern zu einem deutlichen Rückgang an Abbrüchen geführt hat. Die Widerstände gegen die Kostenübernahme von Verhütungsmitteln, gegen den Inhalt des Medienkoffers zur Sexualerziehung und gegen Kondomautomaten in Schulen sind Beispiele aus der kürzeren Vergangenheit.
Aber auch an aktuellen Beispielen mangelt es nicht. Nach wie vor benötigen junge Frauen einen Krankenschein, meist von ihrem Vater, um zum Frauenarzt zu gehen. Die verschriebene Pille müssen sie dann aber selbst bezahlen. (Unsere Gesellschaft kann es jungen Frauen kaum schwerer machen, sich in ihrer Sexualität zu schützen.) Und nach wie vor gibt es einen großen Widerstand gegen eine breite Sexualerziehung an Schulen.
Die angeführten Beispiele zeigen, wie kreativ unsere Gesellschaft sein kann, wenn es um die Umsetzung restriktiver Wertvorstellungen geht. Diese scheinen darin zu bestehen, es insbesondere jungen Menschen schwer zu machen, sich in ihrer Sexualität zu informieren und zu schützen. Wenn es uns nicht gelingt hier eine grundsätzliche Änderung herbeizuführen, wird Österreich auch auf absehbare Zeit eine (gesellschaftlich gewollte) unnötig hohe Zahl an ungewollten Schwangerschaften und folglich auch an Abbrüchen haben.

Die Aussagen der folgenden Studien sind nach wie vor gültig:

„Es gibt kaum Arbeiten, die sich mit den Ursachen von ungewollten Schwangerschaften beschäftigen, sondern vor allem Arbeiten, die sich mit der Persönlichkeit der abbruchwilligen Frau und den aus einem Abbruch zu erwartenden Folgen befassen.
Voraussetzung für die Abnahme der abgebrochenen Schwangerschaften ist jedoch das Erkennen der Entstehungsbedingungen.“
Goebel P., Abbruch der ungewollten Schwangerschaft, Springer Verlag, 1984

„Es ist der Schwangerschaftsabbruch eine Folge inadäquater Verhütung.
Insgesamt wurde über das Thema Verhütung erstaunlich wenig zwischen den Partner gesprochen.
Hauptsächlich ist es Unkenntnis und Unerfahrenheit über die eigene Fruchtbarkeit, die man für das so häufige Nichtanwenden von adäquaten Verhütungsmethoden anführen muss. Hier müsste mehr Aufklärung einsetzten, wenn die Frequenz unerwünschter Schwangerschaften und damit die Abbruchhäufigkeit gesenkt werden soll.“
Wimmer-Puchinger, Empirische Untersuchung der Motive zum Schwangerschaftsabbruch, 1983

Die Abtreibung

Die Abtreibung ist nach wie vor ein sehr kontroverses Thema. Die Abtreibung ist ein Eingriff mit körperlichen und seelischen Nebenwirkungen. Zieht man eine Abtreibung in Erwägung, ist eine gute ärztliche Aufklärung nötig. Zudem empfehlen wir dir, dich einer nahen Bezugsperson anzuvertrauen.

Falls du schwanger bist und über eine Abtreibung nachdenkst, wendest du dich am besten an deinen Frauenarzt/deine Frauenärztin. Es gibt in der Stadt Zürich auch die Beratungsstelle von Lust und Frust. Ruf umgehend an und lass Dich beraten. Die Beratung ist anonym und vertraulich.

Die Abtreibung kann mit zwei verschiedenen Methoden durchgeführt werden: mit einem Medikament oder chirurgisch durch die Auskratzung (Curettage). Beide bedürfen einer guten Auf- und Abklärung durch eine Frauenärztin/einen Frauenarzt, wobei die Risiken verschiedenster Nebenwirkungen abgewogen werden müssen.

Ein Fetus kann ab 24 Schwangerschaftswochen ausserhalb des mütterlichen Körpers überleben. In der Schweiz darf bis in die 12. Woche ohne medizinische Indikation abgetrieben werden, ein Zeitpunkt an dem der Fetus also noch lange nicht überlebensfähig ist. Sind 12 Schwangerschaftswochen vollendet, darf man nur noch abgetrieben werden, wenn das Leben der Mutter oder des ungeborenen Kindes in Gefahr ist.
Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Abtreibung in jedem Fall.

Es gibt kein gesetzliches Mindestalter für eine Abtreibung. Unter 16 Jahren muss man aber zu einer Beratungstelle und sich informieren lassen.

Medikamentös

Die medikamentöse Abtreibung darf nur bis zum 49. Tag (7 0/7 Wochen) der Schwangerschaft durchgeführt werden. Wenn eine Frau also merkt, dass die Periode ausbleibt, hat sie noch etwa 2 ½ Wochen Zeit, diese Methode zu wählen.

a) Zuerst muss die Ärztin, welche die Abtreibung durchführt, ganz sicher sein, dass die Frau schwanger ist, und wissen, wie weit fortgeschritten die Schwangerschaft ist. Dafür wird die Ärztin zuerst eine gynäkologische Untersuchung machen und dann mit dem vaginalen Ultraschall die Grösse des Embryos oder der Fruchtblase (ganz früh in der Schwangerschaft ist der Embryo so klein, dass er noch nicht sichtbar ist) messen. Daraus kann sie genau ableiten, wie lange die Frau bereits schwanger ist. Auch das Blut und der Urin werden untersucht.

b) Die Frau muss eine Erklärung unterschreiben, dass es ihre Entscheidung ist, eine Abtreibung durchzuführen (wörtlich steht auf dem Blatt, dass man sich in einer Notlage befindet), und dass sie durch die Ärztin über die Abtreibung und deren Nebenwirkungen informiert worden ist.

c) Die Frau nimmt 3 Tabletten des Medikaments Mifegyne ein.

d) Genau 2 Tage später nimmt sie vom Medikament Cytotec 2 Tabletten ein. Die Folgen sind Blutungen und Bauchkrämpfe, ungefähr ähnlich wie bei der Periode. Die Stärke der Schmerzen ist bei verschiedenen Frauen unterschiedlich stark. Es lässt sich nicht vorhersagen, wie stark die Schmerzen sein werden. Gegen die Bauchkrämpfe bekommt man ein weiteres Medikament.

e) Wenn es nur wenig blutet, nimmt die Frau einige Stunden später nochmals 2 Tabletten Cytotec ein.

f) Die Blutungen dauern nun etwa 1-3 Wochen.

g) Nach etwa 3 Wochen kontrolliert die Ärztin mit einem weiteren vaginalen Ultraschall, ob der Embryo komplett ausgestossen wurde. Das ist bei mehr als 95 von 100 Anwendungen der Fall.

h) Falls das nicht der Fall ist, muss in seltenen Fällen eine Curettage (=Auskratzen) durchgeführt werden. Bei der ambulanten Curettage in einer Arztpraxis ist die Frau wach.

Ambulante Curettage

a) Zuerst muss die Ärztin, welche die Abtreibung durchführt, ganz sicher sein, dass die Frau schwanger ist, und wissen, wie weit fortgeschritten die Schwangerschaft ist. Dafür wird die Ärztin zuerst eine gynäkologische Untersuchung machen und dann mit dem vaginalen Ultraschall die Grösse des Embryos oder der Fruchtblase (ganz früh in der Schwangerschaft ist der Embryo so klein, dass er noch nicht sichtbar ist) messen. Daraus kann sie genau ableiten, wie lange die Frau bereits schwanger ist. Auch das Blut und der Urin werden untersucht.

b) Die Frau muss eine Erklärung unterschreiben, dass es ihre Entscheidung ist, eine Abtreibung durchzuführen (wörtlich steht auf dem Blatt, dass man sich in einer Notlage befindet), und dass sie durch die Ärztin über die Abtreibung und deren Nebenwirkungen informiert worden ist.

c) Die Frau liegt auf dem Rücken, genau wie beim Untersuch durch die Frauenärztin.

d) Beim ambulanten Abbruch bekommt die Frau auf Wunsch eine Lokalanästhesie im Muttermund. Der Muttermund wird dadurch unempfindlich und sie spürt nichts mehr. Ist eine Vollnarkose erwünscht, muss ein stationärer Abbruch geplant werden.

e) Der Eingang der Scheide, die Vagina und der Muttermund werden desinfiziert.

f) Mit Stiften, von denen jeder etwas grösser ist als der vorhergehende, dehnt die Ärztin den Muttermund auf.

g) Mit einem Röhrchen an einem Schlauch saugt die Ärztin den Embryo ab. Die Fruchtblase ist in der 7. Woche etwa 8 mm gross, in der 12. Woche etwa 59 mm gross. Der Embryo ist kleiner und noch lange nicht überlebensfähig. Die Ärztin saugt auch die Schleimhaut der Gebärmutter ab.

h) Nach dem Absaugen schaut sich die Ärztin das abgesaugte Gewebe genau an, um zu kontrollieren, ob der Embryo vollständig aus der Gebärmutter entfernt wurde.

Wichtig ist, dass du dir selber Gedanken machst zur Abtreibung. Frag dich: Würde ich eine Abtreibung machen lassen oder nicht? Unter welchen Umständen würde ich eine Abtreibung machen lassen, oder nicht? Finde ich eine Abtreibung gut oder nicht? Würde ich mir Vorwürfe machen, wenn ich abtreiben müsste, oder nicht? Wie würde meine Familie darauf reagieren? Hätte ich eine Person, einen Freund, eine Freundin, die Mutter, eine Lehrerin, etc. mit der ich über dieses Thema sprechen könnte?

Es gibt keine allgemeingültige Antwort. Vielleicht entscheidest du dich, dass du eine Abtreibung machen lassen würdest, vielleicht nicht. Vielleicht entscheidest du dich jetzt dafür und in einigen Jahren dagegen, oder umgekehrt.

Einige Antworten zu Fragen rund um die Abtreibung findest zu im FAQ.

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