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Schwangerschaftsabbruch („Abtreibung“)

Der medikamentöse Abbruch mit Mifegyne®

Mifegyne® (Wirkstoffname: Mifepriston) ist ein künstliches Hormon, das in seiner Struktur dem natürlichen Hormon Progesteron ähnelt. Progesteron ist entscheidend an der Entwicklung und Erhaltung der Schwangerschaft beteiligt. Mifegyne® blockiert die Wirkung von Progesteron. Es kommt zu einer Blutung und zum Schwangerschaftsabbruch. Zusätzlich bewirkt Mifegyne® eine Erweichung und Öffnung des Gebärmutterhalses.
36 bis 48 Stunden nach der Einnahme von Mifegyne® muss zusätzlich ein Prostaglandinpräparat eingenommen werden. Prostaglandine fördern die Ausstoßung des Schwangerschaftsgewebes, senken die Blutungsdauer und erhöhen die Wirksamkeit von Mifegyne®.

Bis zu welchem Zeitpunkt ist ein Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne® möglich?

Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne® kommt nur in der frühen Schwangerschaft in Frage, da die Wirksamkeit des Mittels mit fortschreitender Dauer der Schwangerschaft abnimmt. Mifegyne® kann bis zum 63. Tag nach Beginn der letzten Monatsblutung angewendet werden.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass auch beim medikamentösen Abbruch eine gesetzliche Beratung mit anschließender Wartezeit von drei Tagen gesetzlich vorgeschrieben ist. Frauen, die einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch in Betracht ziehen, müssen sich also spätestens am Anfang der neunten Woche nach Beginn der letzten Regel beraten lassen.

Wie wird Mifegyne® angewendet?

Es sind drei Arzt- oder Klinikbesuche erforderlich.

Beim ersten Besuch stellt der Arzt / die Ärztin fest, wie lange Sie schon schwanger sind. In einem persönlichen Gespräch wird geklärt, ob ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch in Frage kommt. Spricht nichts gegen einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch, nehmen Sie unter ärztlicher Aufsicht drei Tabletten Mifegyne® ein. Sie erhalten genaue Hinweise, an wen Sie sich wenden können, falls Probleme (zum Beispiel starke Blutungen) auftreten. Danach können Sie die Klinik oder Praxis verlassen.
Manchmal kommt es bereits am folgenden Tag zur Blutung, in drei Prozent der Fälle wird bereits vor der Einnahme des Prostaglandins das Schwangerschaftsgewebe ausgestoßen. Die meisten Frauen spüren jedoch keine körperliche Veränderung bis zur Einnahme des Prostaglandins.
36 bis 48 Stunden nach der Einnahme von Mifegyne® ist ein zweiter Besuch in der Klinik oder der Praxis erforderlich. Bei diesem Besuch wird das Prostaglandin gegeben. Cytotec® wird bis zum 49. Tag der Schwangerschaft (7. Woche) als Tablette eingenommen, bis zum 63. Tag (8.-9. Woche) werden die Tabletten vaginal eingeführt.. Danach bleiben Sie etwa drei Stunden unter ärztlicher Beobachtung. Bei den meisten Frauen kommt es während dieser Zeit zum Abbruch, bei jeder vierten Frau aber erst nach mehr als 24 Stunden. Um die Wirksamkeit der Methode zu erhöhen, kann drei Stunden nach der ersten Prostaglandingabe eine zweite erfolgen, wenn bis dahin keine Blutung eingesetzt hat.
Der dritte Klinik- bzw. Arztbesuch (ca. 14 Tage später) dient der Nachuntersuchung, um sicherzustellen, dass der Schwangerschaftsabbruch vollständig erfolgte.

Wie wirksam ist Mifegyne®?

Die kombinierte Anwendung von Mifegyne® mit Prostaglandin führt bei rund 96 Prozent der Frauen zum vollständigen Schwangerschaftsabbruch. Durch eine zweite Prostaglandingabe kann dieser Wert erhöht werden. Wenn es nicht zum Schwangerschaftsabbruch gekommen oder Restgewebe in der Gebärmutter verblieben ist, wird ein zusätzlicher instrumenteller Eingriff erforderlich.

Welche Nebenwirkungen oder Komplikationen können auftreten?

Mögliche Nebenwirkungen sind Unterleibsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufprobleme. Wie bei jedem Schwangerschaftsabbruch kommt es zu Blutungen, die nach der Einnahme von Mifegyne® jedoch bis zu 12 Tage andauern können. In seltenen Fällen machen diese Blutungen eine ärztliche Behandlung erforderlich.

Wann kommt ein Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne® nicht oder nur unter Beachtung besonderer Vorsichtsmaßnahmen in Frage?

Mifegyne® darf nicht angewendet werden,

  • wenn die Schwangerschaft nicht ärztlich bestätigt wurde,
  • wenn die Schwangerschaft länger als 63 Tage besteht (gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung),
  • bei konkretem Verdacht auf eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (zum Beispiel Eileiterschwangerschaft),
  • wenn eine Unverträglichkeit von Prostaglandinen vorliegt,
  • bei Allergien gegenüber dem Wirkstoff Mifepriston oder einem anderen Bestandteil von Mifegyne®,
  • bei chronischer Nebenniereninsuffizienz,
  • bei schwerem und unzureichend behandeltem Asthma bronchiale.
  • bei Leber- und Nierenversagen,
  • bei Unterernährung,

Frauen mit einer Blutgerinnungsstörung sollten abklären lassen, ob die Anwendung von Mifegyne® möglich ist. Bei Frauen, die mit Kortison behandelt werden, muss bei Anwendung von Mifegyne® die Dosierung des Kortisons überprüft werden.

Ist die Schwangerschaft trotz Verwendung einer Spirale eingetreten, muss diese vor Einnahme von Mifegyne® entfernt werden.

Wie ist die rechtliche Situation?

Für einen medikamentösen Abbruch gelten die gleichen gesetzlichen Vorschriften wie für einen instrumentellen Schwangerschaftsabbruch, so etwa die Pflicht zu einer Beratung spätestens am vierten Tag vor dem Abbruch (zum Beispiel Beratung am Montag, Abbruch frühstens am Freitag).

Mifegyne® darf ausschließlich in Kliniken oder Arztpraxen gegeben werden, die nach § 13 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen berechtigt sind.

Was kostet ein Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne®?

Die gesetzlichen Regelungen zur Kostenübernahme bei Frauen, die kein oder nur ein geringes eigenes Einkommen haben, gelten auch bei der Behandlung mit Mifegyne®. Die Kosten bei privater Abrechnung entsprechen denen des instrumentellen Abbruchs. Bei medizinischer oder kriminologischer Indikation übernehmen die Krankenkassen alle Kosten.

Welche Aspekte können bei der Entscheidung für oder gegen einen medikamentösen Abbruch mit Mifegyne® eine Rolle spielen?

Die bisherigen Erfahrungen mit dem medikamentösen Abbruch zeigen, dass für Frauen unterschiedliche Aspekte wichtig sind, beispielsweise:

  • Der Abbruch ist bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft möglich.
  • Betäubung und instrumenteller Eingriff sind in der Regel nicht notwendig.
  • Eine Verletzungsgefahr der Gebärmutter ist ausgeschlossen.
  • Nach dem 63. Tag darf Mifegyne® nicht mehr eingenommen werden.
  • Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch dauert länger als der instrumentelle Eingriff. Die Blutung kann bis zu 12 Tage andauern.
  • Es besteht eine längere Unsicherheit, ob und wann es überhaupt zu einem vollständigen Schwangerschaftsabbruch kommt.
  • Der medikamentöse Abbruch ähnelt einer Fehlgeburt.
  • Die hier genannten Aspekte und die aktive Rolle der Frau (durch Medikamenteneinnahme) können zu einer anderen psychischen Verarbeitung führen, zum Beispiel zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Schwangerschaftsabbruch.

Da Sie bereits kurz nach einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch wieder schwanger werden können, sollten Sie so früh wie möglich eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

Schwangerschaftsabbruch

Medizinische Indikation

Nicht rechtswidrig und somit straffrei ist ein Schwangerschaftsabbruch auf Grundlage einer medizinischen Indikation nach § 218a Abs. 2 StGB.

Hier finden Sie den Gesetzestext des § 218a Abs. 2 StGB.

Folgende Voraussetzungen müssen hierzu erfüllt sein:

  • Nach ärztlicher Erkenntnis ist ein Abbruch der Schwangerschaft angezeigt, um eine Gefahr für das Leben der Schwangeren oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustands der Schwangeren abzuwenden. Die aktuellen und zukünftigen Lebensverhältnisse der Schwangeren sind hierbei zu berücksichtigen.
  • Die Gefahr für Leben und Gesundheit der Schwangeren kann nicht auf eine andere für sie zumutbare Weise (zum Beispiel durch medizinische, hierzu zählt auch psychiatrische Behandlung) abgewendet werden.
  • Die Schwangere erteilt ihre Einwilligung zum Schwangerschaftsabbruch.
  • Der Schwangerschaftsabbruch wird von einem Arzt oder einer Ärztin vorgenommen.

Ein Schwangerschaftsabbruch kann bei Vorlage einer medizinischen Indikation ohne zeitliche Befristung, das heißt auch nach der zwölften Schwangerschaftswoche, vorgenommen werden.

Eine Pflicht zur Beratung besteht nicht.

Medizinische Indikation und Pränatale Diagnostik (PND)

Im Rahmen des medizinischen Fortschritts und einer immer breiteren Anwendung von pränataldiagnostischen Maßnahmen werden hohe Erwartungen an die Pränataldiagnostik (PND) gestellt. So ist oft vom Anspruch auf ein „perfektes Kind“ die Rede. Der zunehmende gesellschaftliche Druck, alle Mittel der vorgeburtlichen Diagnostik auszuschöpfen und gegebenenfalls entsprechende Konsequenzen zu ziehen, kann sehr belastend sein.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Pränataldiagnostik (PND).

Andererseits kann die PND Chancen bieten, Behinderungen noch im Mutterleib oder unmittelbar nach der Geburt zu behandeln, dies bedeutet medizinische Fortentwicklung im Sinne der Lebenserhaltung. Werdende Eltern werden mit schwierigen Fragen und Entscheidungen konfrontiert. Maßnahmen der pränatalen Diagnostik sollten daher immer im Zusammenhang mit einer umfassenden medizinischen und psychosozialen Beratung gesehen werden.

Gesetzlich ist die Aufklärung und Beratung in besonderen Fällen in § 2a Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) geregelt.

Liegt aufgrund einer vorgeburtlichen Untersuchung ein auffälliger Befund vor, ist der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin verpflichtet, die Schwangere sowohl über das Untersuchungsergebnis zu informieren als auch über die Lebensaussichten für das Kind aufzuklären und Möglichkeiten von Therapien aufzuzeigen. Auf Wunsch der Schwangeren sind spezialisierte Fachkräfte, Schwangerschaftsberatungsstellen und sonstige Stellen zur Beratung hinzuzuziehen, um Perspektiven für ein Leben mit einem kranken oder behinderten Kind aufzuzeigen. Die Beratung ist für die Schwangere freiwillig.

Sieht sich die Schwangere unter den Voraussetzungen des § 218a Abs. 2 StGB nicht in der Lage, das behinderte oder kranke Kind auszutragen, kann die Schwangerschaft nach medizinischer Indikation abgebrochen werden.

Hier finden Sie den Gesetzestext des § 218a Abs. 2 StGB.

Jedoch muss zwischen der Mitteilung des Befunds und der schriftlichen Ausstellung der Indikation durch den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin eine verbindliche Frist von drei Tagen Bedenkzeit liegen.

Abtreibung in Wien und Österreich: Kosten und Ablauf

Die Abtreibung ist eines der letzten großen Tabu-Themen unserer Gesellschaft. Darüber sprechen müssen wir trotzdem. Foto: Adobe Stock, (c) Photographee.eu

Auch die Abtreibung gehört zum Leben. Zwar wünscht sich keine Frau, diese Entscheidung treffen zu müssen, aber die Welt ist nun einmal nicht perfekt. Und auch, wenn es hart klingt: Auch der Schwanger-schaftsabbruch ist eine Dienstleistung. Und Frauen, die sich dafür entscheiden, dürfen nicht allein gelassen werden. Aus diesem Grund haben wir recherchiert, welche Kosten bei einer Abtreibung entstehen, wie der Eingriff abläuft und was das österreichische Gesetz in Sachen Abtreibung vorschreibt.

Abtreibung in Österreich: Was ist erlaubt?

Die Abtreibung ist in Österreich per Gesetz durch die sogenannte Fristenlösung geregelt. Diese besagt, dass der Abbruch der Schwangerschaft nach § 97 StGB straffrei ist, sofern er bis zum dritten Schwangerschaftsmonat erfolgt und von einem Arzt durchgeführt wird. Theoretisch bedeutet das, dass Abtreibungen ohne medizinischen Grund bis zur 16. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden dürfen. Die meisten Ärzte machen den Eingriff aber nur bis zur 12. und maximal bis zur 14. SSW. Anders als in Deutschland oder Frankreich ist eine vorherige ärztliche Beratung in Österreich nicht zwingend erforderlich. Es sind auch keinerlei Fristen zwischen Beratung und Eingriff abzuwarten (in Deutschland zum Beispiel müssen zwischen Beratung und Abbruch mindestens drei Tage liegen).

Achtung! Anders als in Frankreich gibt es in Österreich keine Durchführungsbestimmungen für Schwangerschaftsabbrüche. Das bedeutet, dass kein Arzt verpflichtet ist, Abtreibungen durchzuführen. Eine ungewollt schwangere Frau hat in Österreich also keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Schwangerschaftsabbruch.

Warum Abtreibung nur bis zur 12. Woche?

Dass es sich beim Fötus erst ab der 12. Schwangerschaftswoche um einen „ganzen“ Menschen handelt, ist ein Mythos. Tatsächlich schlägt das Herz des Embryos nämlich ab der siebten SSW und schon eine Woche später sind alle Organe sowie Zehen, Augenlider und Brustwarzen angelegt. Die 12-Wochen-Frist hat also keine ethischen, sondern praktische Gründe: Nach der 12. oder spätestens 13. SSW ist es nicht mehr möglich, den Fötus mittels Absaugung oder Ausschabung aus der Gebärmutter zu entfernen.

Abtreibung nach der 12. Woche

Ohne medizinische Indikation ist der Schwangerschaftsabbruch in Österreich nur bis zur 12. SSW, maximal bis zur 16. SSW, straffrei möglich. Liegt eine medizinische Indikation vor, ist die Abtreibung bzw. die Tötung des Fetus (Fetozid) in vielen Fällen sogar bis zum natürlichen Ende der Schwangerschaft erlaubt. Die Schwangerschaft darf auch nach der 12. Woche noch abgebrochen werden, wenn

  • das Austragen zu einer anders nicht abwendbaren ernsten Gefahr oder schwerem Schaden für das Leben oder die körperliche/seelische Gesundheit der Schwangeren führen würde.
  • das Kind körperlich oder geistig schwer beeinträchtigt (Behinderung) ist.
  • die Schwangere zur Zeit der Empfängnis unmündig gewesen ist (das heißt entweder jünger als 14 Jahre oder rechtlich unmündig).
  • die Abtreibung zur Rettung der Schwangeren aus einer unmittelbaren Lebensgefahr heraus geschieht.

Bei einer schweren Behinderung kann die Abtreibung auch noch nach der 12. Woche erfolgen. Foto: Adobe Stock, (c) YakobchukOlena

Wie funktioniert ein Schwangerschaftsabbruch? Methoden

Abtreibung durch Absaugung (Vakuumaspiration)

Die Abtreibung durch Absaugung ist die in Österreich am häufigsten angewandte Abtreibungsmethode. Sie wird ab der siebten und maximal bis zur 14. SSW unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt. Die Abtreibung durch Absaugung läuft folgendermaßen ab: Zunächst wird der Muttermund gedehnt und ein flexibler Kunststoffschlauch in die Gebärmutter eingeführt. Der Schlauch ist mit einer Saugpumpe verbunden, die einen Unterdruck erzeugt. Durch den Sog wird der Embryo samt Plazenta im wahrsten Sinne des Wortes abgesaugt, wodurch er selbstverständlich stirbt. Manchmal muss anschließend noch eine Ausschabung ausgeführt werden, um Entzündungen zu vermeiden.

Abtreibung durch Ausschabung

Die Abtreibung durch Ausschabung wird eher selten durchgeführt, da sie aufwändiger und mit höheren Risiken für die Schwangere verbunden ist. Normalerweise wird die Ausschabung nur dann gemacht, wenn nach der Absaugung noch Reste des Embryos in der Gebärmutter zurückgeblieben sind. Die Abtreibung durch Ausschabung wird mit der sogenannten Curette (auch: Schabeisen) durchgeführt, einem gynäkologischen Instrument mit einem ringförmigen, scharfkantigen Ende. Mit diesem Instrument wird der Embryo zerschnitten und gemeinsam mit der Plazenta von der Gebärmutter gelöst. Anschließend nutzt der Arzt die scharfen Kanten der Kürette, um die Gebärmutter auszuschaben. Diese Art der Abtreibung kann bis zur 13. SSW erfolgen.

Abtreibung durch Medikamente: Abtreibungspille

Die medikamentöse Abtreibung erfolgt durch die sogenannte Abtreibungspille, die in Österreich maximal bis zur 9. Schwangerschaftswoche zulässig ist. Der in der Abtreibungspille enthaltene Wirkstoff zerstört den Schwangerschaftsgelbkörper, der für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft verantwortlich ist. Hierdurch kommt es nach zwei bis drei Tagen zum Tod des Embryos. Nach 36 bis 48 Stunden nach Einnahme der Pille nimmt die Patientin einen weiteren Wirkstoff ein, der das Zusammenziehen der Gebärmutter bewirkt, wodurch es zur Ausstoßung des Fruchtsackes inklusive Embryo kommt.

Achtung: Die Patientin bekommt die Pille normalerweise in der Ordination verabreicht und geht dann nach Hause. Den zweiten Wirkstoff nimmt sie selbstständig ebenfalls zu Hause ein. das bedeutet, dass auch die Ausstoßung in der Regel zu Hause erfolgt.Viele Frauen haben nach der medikamentösen Abtreibung mit starken Schuldgefühlen bis hin zu posttraumatischen Symptomen zu kämpfen.

Abtreibung durch Fetozid (Spätabbruch)

Abtreibung durch Fetozid bezeichnet die aktive Tötung des ungeborenen Kindes. Sie ist in Österreich ausschließlich bei medizinischer Indikation erlaubt und wird normalerweise ab der 22. bis 24. SSW durchgeführt. Beim Spätabbruch wird der Fötus mit einer Injektion von Kaliumchlorid getötet, welche über die Bauchdecke der Schwangeren direkt ins Herz des ungeborenen Kindes erfolgt. Sobald kein Herzschlag mehr zu vernehmen ist, werden entweder die Wehen künstlich eingeleitet oder ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Krankenstand nach Abtreibung?

Nach einem Schwangerschaftsabbruch durch Absaugung erholt die Patientin sich normalerweise relativ rasch und kann schon nach zwei Stunden wieder nach Hause gehen, sofern der Eingriff ohne Komplikationen verläuft. Ausschabungen sind in der Regel mit schwachen bis mittelstarken Blutungen verbunden. Werden die Blutungen stärker oder kommt Fieber hinzu, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. Bei einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch (Abtreibungspille) kommt es in den ersten Stunden nach der Einnahme häufig zu stärkeren Blutungen. Krankgeschrieben wirst du nach einer Abtreibung durch Ausschabung, Absaugung oder Abtreibungspille NICHT. Es ist aber empfehlenswert, sich für ein oder zwei Tage beurlauben zu lassen.

In Wien und Österreich werden die Abtreibungskosten nicht von der Krankenkasse übernommen, sondern privat gezahlt. Foto: Adobe Stock, (c) Photographee.eu

Abtreibung Kosten: Wie viel kostet eine Abtreibung in Österreich?

In Österreich gibt es keine gesetzliche Regelung für eine Kostenübernahme bei Schwangerschaftsabbruch ohne medizinische Indikation. Wenn eine Frau sich also aus persönlichen Gründen für eine Abtreibung entscheidet, trägt sie die Kosten des Eingriffs selbst. Da es in Österreich nicht, wie zum Beispiel in Frankreich, ein Gesetz gibt, dass jede gynäkologische Abteilung eines Krankenhauses verpflichtet ist, Abbrüche durchzuführen, werden die Abtreibungen hierzulande normalerweise von niedergelassenen Praktischen oder gynäkologischen Fachärzten durchgeführt. Das bedeutet natürlich, dass die Ärzte die Preise für diese Dienstleistung auch selbst festlegen dürfen.

Kosten: Die Kosten für eine Abtreibung bewegen sich in Österreich normalerweise zwischen € 350 und € 800. Günstiger wird der Eingriff in der Regel nicht angeboten, Ausreißer nach oben gibt es natürlich immer.

Ist die erste Abtreibung kostenlos?

Nein, die erste Abtreibung ist nicht kostenlos. Das Gerücht hält sich zwar hartnäckig, aber wer ohne medizinische Indikation abtreibt, trägt die Kosten IMMER selbst. Unter bestimmten Umständen ist es allerdings möglich, finanzielle Unterstützung für den Eingriff zu beantragen. Hierfür darf dein monatliches Einkommen einen fest definierten Betrag nicht überschreiten und du musst in Wien hauptgemeldet sein (in den anderen Bundesländern gibt es derzeit leider nicht die Möglichkeit einer Kostenbeihilfe). Detaillierte Informationen über die Kostenbeihilfe zum Schwangerschaftsabbruch erhälst du bei der Familienplanungstelle der MA 40.

Wann zahlt die Krankenkasse die Abtreibung?

Die Krankenkasse übernimmt die Abtreibungskosten ausschließlich bei medizinischer Indikation. Ist der Schwangerschaftsabbruch notwendig, um das Leben und/oder die seelische Gesundheit der Mutter zu schützen, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse sowohl die Kosten für den Eingriff als auch für die ärztliche Beratung vor der Abtreibung, die Betreuung vor und nach dem Eingriff und ggf. die Behandlung von Komplikationen.

Ausnahme: Eine Ausnahme von dieser Regelung stellt die kriminologische Indikation vor: Wenn die Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung entstanden ist, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Abtreibung ebenfalls. Allerdings gelten auch hier die Bedingungen der Fristenlösung (siehe oben).

Schwangerschaftsabbruch in Wien: Wo kann ich abtreiben lassen?

In Wien kannst du eine Abtreibung OHNE medizinische oder kriminologische Indikation bei folgenden Adressen vornehmen lassen:

  • Institut für Frauengesundheit GmbH in 1190 Wien
  • Woman & Health – Privatklinik und Ordinationszentrum für frauenspezifische Medizin in 1010 Wien
  • Gynmed Ambulatorium für Schwangerschaftsabbruch und Familienplanung in 1150 Wien
  • Zentrum für Abtreibung in 1010 Wien
  • VENUS MED – Zentrum für Sexualmedizin in 1150 Wien
  • Semmelweis Ignaz Frauenklinik in 1180 Wien
  • Gynäkologische Ambulanz der Rudolfstiftung in 1030 Wien
  • Gynäkologische Anbulanz des Wilhelminenspitals in 1160 Wien

Nele Nikolaisen

Nele ist Online-Redakteurin für HEROLD. Außerdem ist sie Bücherfreundin mit Thomas-Mann-Faible, Cineastin mit Horror-Spleen und leidenschaftliche Kuriositätensammlerin.

Die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs

Wird die Schwangerschaft nach der Beratungsregelung abgebrochen, muss die Frau den Eingriff selbst bezahlen, es sei denn, ihr Einkommen liegt unter einer bestimmten Grenze. Dann werden die Kosten übernommen.

Kosten nach der Beratungsregelung

© BZgA/HN/Eichhöfer

Frauen, die einen straffreien Schwangerschaftsabbruch (umgangssprachlich auch „Abtreibung“) nach der Beratungsregelung vornehmen lassen, tragen die Kosten für den Eingriff selbst. Für einen ambulanten Schwangerschaftsabbruch muss man mit Kosten zwischen 350 und 600 Euro rechnen, je nach gewählter Methode (operativ oder medikamentös) und der Narkoseart. Der medikamentöse Abbruch kostet weniger als der operative, da keine Narkose notwendig ist.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die ärztliche Beratung, für die notwendigen Vor- und Nachuntersuchungen bei einem Schwangerschaftsabbruch und für mögliche Nachbehandlungen bei Komplikationen.

Finanzielle Hilfe

Hat eine Frau nur ein geringes oder gar kein Einkommen und auch kein kurzfristig verwertbares Vermögen, hat sie unter bestimmten Bedingungen einen Anspruch auf die Übernahme der Kosten für den Abbruch. Dies ist unabhängig von ihrem Krankenversicherungsstatus. Die Verfahrensweise ist im Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) im Abschnitt „Hilfe für Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen in besonderen Fällen“ (§§ 19 f. SchKG) geregelt. Einen Anspruch auf Kostenübernahme haben auch Frauen, die Sozialleistungen beziehen oder in einer Einrichtung leben, deren Kosten von der Sozial- oder Jugendhilfe getragen werden. Die jeweils gültigen gesetzlichen Bestimmungen können in einer staatlich anerkannten Beratungsstelle erfragt werden.

Die Einkommensgrenze liegt bei monatlich 1216 Euro (Stand Juli 2019). Sie erhöht sich um 288 Euro, wenn minderjährige Kinder mit im Haushalt leben. Auch wenn die Kosten für die Unterkunft 356 Euro überschreiten, ist ein Zuschuss bis zu ebenfalls 356 Euro möglich.

Besteht Anspruch auf eine finanzielle Hilfe, trägt das Bundesland, in dem die Frau ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat, die Kosten für den Abbruch. Sie erstrecken sich auf die Leistungen des Eingriffs selbst und eine medizinisch erforderliche Nachbehandlung. Der Antrag kann bei jeder gesetzlichen Krankenkasse gestellt werden. Bei Antragstellung müssen die Frauen ihre Gründe für den Schwangerschaftsabbruch nicht nennen, notwendig sind aber Nachweise über ihre Einkommenssituation.

Die Krankenkasse stellt eine Bescheinigung über die Kostenübernahme aus und übernimmt die finanzielle Abwicklung.

Wichtig ist, dass die Kostenübernahme vor dem Schwangerschaftsabbruch bei einer gesetzlichen Krankenkasse beantragt werden muss, denn rückwirkend werden keine Kosten übernommen. Die Bescheinigung über die Kostenübernahme erhält die Einrichtung, bei der der Abbruch vorgenommen wird.

Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs mit Indikation

Liegt eine medizinische oder kriminologische Indikation für einen Schwangerschafts-abbruch vor, werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Private Krankenversicherungen übernehmen meist nur die Kosten für die medizinische Indikation. Im Fall einer kriminologischen Indikation muss man mit der jeweiligen Privatversicherung die Kostenerstattung klären.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 25.07.2019

1. Das Wichtigste in Kürze

Es gibt „rechtswidrige“, „rechtswidrige, aber straffreie“ (§ 218 a StGB) und „nicht rechtswidrige“ Schwangerschaftsabbrüche. Nur „nicht rechtswidrige“ Abbrüche werden von den Krankenkassen oder den Ländern bezahlt. In jedem Fall müssen einem Schwangerschaftsabbruch intensive Beratungen durch Ärzte und Schwangerschaftsberatungsstellen vorangehen.

2. Nicht rechtswidriger Abbruch

Die Krankenkassen bezahlen Schwangerschaftsabbrüche, wenn sie nicht rechtswidrig sind (§ 24 b SGB V).

Nicht rechtswidrig sind Schwangerschaftsabbrüche bei

  • medizinischer Indikation: Die Schwangerschaft gefährdet das Leben der Schwangeren oder ihre körperliche oder seelische Gesundheit schwerwiegend. Abbruch ohne Fristbegrenzung möglich.
  • kriminologischer Indikation: Schwangerschaft infolge Vergewaltigung oder die Schwangere ist unter 14 Jahre alt. Eine Anzeige muss nicht erfolgt sein. Der Arzt muss feststellen, dass die Schwangerschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit eine kriminologische Indikation hat. Abbruch nur bis Ende der 12. Woche nach Empfängnis möglich.

2.1. Leistungen

Gewährt werden in allen Fällen

  • Ärztliche Behandlung, z.B. der operative Eingriff (Krankenbehandlung)
  • Krankenhausbehandlung
  • Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln sowie mit Heilmitteln

Im Falle einer Arbeitsunfähigkeit durch den nicht rechtswidrigen Schwangerschaftsabbruch besteht in der Regel Anspruch auf Krankengeld.

3. Rechtswidriger, aber straffreier Schwangerschaftsabbruch

Rechtswidrig, aber straffrei ist ein Schwangerschaftsabbruch, wenn zwar keine medizinische oder kriminologische Indikation vorliegt, aber

  • eine Bescheinigung einer anerkannten Konfliktberatungsstelle vorliegt (Datum der Bescheinigung mindestens 3 Tage vor dem Eingriff)
    und
  • der Abbruch innerhalb von 12 Wochen nach Empfängnis von einem Arzt vorgenommen wird.

3.1. Kosten

Die Kosten eines rechtswidrigen, aber straffreien Schwangerschaftsabbruchs muss die Patientin tragen: Sie betragen etwa 350 bis 600 € (bei stationärer Behandlung kommen weitere Kosten hinzu). Die Krankenkasse übernimmt nur die Kosten für die ärztlichen Leistungen und Medikamente vor dem Eingriff und für eventuell eintretende Komplikationen danach.

Es besteht kein Anspruch auf Krankengeld. Der Arzt kann jedoch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen, sodass die Betroffene Entgeltfortzahlung erhält.

3.2. Beratung

Die vorhergehende Beratung durch die Beratungsstelle ist kostenlos und wird auf Wunsch anonym durchgeführt. Die Beraterinnen stehen unter Schweigepflicht.

Die Beratung ist „ergebnisoffen“, d.h.: Die Beratung soll zwar dem Schutz ungeborenen Lebens dienen und die Frau durch die Information über Hilfsmöglichkeiten zur Fortsetzung der Schwangerschaft ermutigen, aber die Entscheidung trifft allein die Frau. Die Beratung darf nicht bevormunden oder belehren.

Im Beratungsgespräch wird laut Gesetz von der Frau „erwartet“, dass sie die Gründe nennt, warum sie über einen Abbruch nachdenkt, und dass sie diese Gründe mit der Beraterin erörtert. Aber die Frau muss nicht darüber sprechen. Zum Beratungsinhalt gehört auch, Rechtsansprüche von Mutter und Kind zu vermitteln, schwerpunktmäßig geht es um die Vermittlung von Hilfen, wenn dies gewünscht wird.

Nach der Beratung wird eine schriftliche Bestätigung der Beratung ausgestellt. Dieser Beratungsschein muss Namen und Datum, darf aber keine Gesprächsinhalte enthalten.

Die wesentlichen Inhalte des Beratungsgesprächs werden von der Beraterin zwar aufgezeichnet, aber ohne Nennung von Namen (dient der Qualitätskontrolle der Beratungseinrichtung).

3.2.1. Ärztliche Beratung von Schwangeren, die möglicherweise ein Kind mit Behinderung erwarten

Entsteht bei pränataldiagnostischen Maßnahmen der Verdacht, dass die körperliche oder geistige Gesundheit des Kindes geschädigt ist, gilt seit 1.1.2010 eine besondere Beratungspflicht für Ärzte. Der Arzt, der der Schwangeren die Diagnose mitteilt, muss sie über die medizinischen und psychosozialen Aspekte, die sich aus diesem Befund ergeben können, und über die Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs beraten. Daneben hat der Arzt die Schwangere über den Anspruch auf eine vertiefende psychosoziale Beratung bei einer Beratungsstelle zu informieren und sie mit ihrem Einverständnis an eine Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe von Behindertenverbänden zu vermitteln.

Die Schwangere kann alle genannten Beratungen, Informationen oder Vermittlungen ablehnen.

Der Arzt kann die Indikation (= die Feststellung der Voraussetzungen) für einen Schwangerschaftsabbruch erst nach einer Wartezeit von 3 Tagen schriftlich ausstellen. Zwischen der Mitteilung der Diagnose und der Beratung müssen 3 ganze Tage liegen. Die Wartezeit ist nicht erforderlich, wenn die Schwangerschaft abgebrochen werden muss, um hierdurch eine Lebensgefahr der Schwangeren zu vermeiden.

Im Zuge der Ausstellung der Indikation muss die Schwangere eine schriftliche Bestätigung über die ärztliche Beratung, Information und Vermittlung einer Beratungsstelle oder den Verzicht darauf unterschreiben.

3.3. Ausnahmen für Menschen mit geringem Einkommen

Wenn nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz die Kosten nicht zumutbar sind, übernehmen in besonderen Fällen die Länder die Kosten.

3.3.1. Voraussetzungen

Die Kostenübernahme kommt in Frage bei nicht rechtswidrigen Abbrüchen, wenn die Frau nicht gesetzlich krankenversichert ist.

Bei rechtswidrig/straffreien Abbrüchen in allen Fällen, in denen die Frau die folgenden Voraussetzungen erfüllt (§ 19 SchKG):

  • Die verfügbaren persönlichen Einkünfte der Frau betragen monatlich maximal 1.179 € zuzüglich 279 € für jedes im Haushalt lebende und von der Frau unterhaltene Kind,
    und
    der Frau steht kein kurzfristig verwertbares Vermögen zur Verfügung.
    Einkünfte der Eltern, des Ehegatten, des Lebenspartners oder anderer Personen bleiben unberücksichtigt.
  • Die Frau erhält eine der folgenden Leistungen:
    • Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII
    • Arbeitslosengeld II (Hartz IV nach dem SGB II)
    • Ausbildungsförderung im Rahmen der Anordnung der Bundesagentur für Arbeit über die individuelle Förderung der beruflichen Ausbildung oder über die Arbeits- und Berufsförderung behinderter Menschen
    • Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz
    • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
    • Unterbringung in einem Heim oder in einer gleichartigen Einrichtung und die Kosten hierfür werden von der Sozialhilfe oder der Jugendhilfe getragen
  • Weitere Sonderregelung
    Wenn die Kosten der Unterkunft für Frau und Kinder 345 € übersteigen, erhöht sich die genannte Einkommensgrenze um den Mehrbetrag, höchstens jedoch um 345 € im gesamten Bundesgebiet.

3.3.2. Antrag

Die Kostenübernahme muss immer bei der Krankenkasse beantragt werden. Die Krankenkassen rechnen intern mit den Ländern ab. Auch nicht krankenversicherte Frauen stellen den Antrag bei einer Krankenkasse, die sie frei wählen können.

Die Kasse stellt auf Antrag einen Berechtigungsschein aus, mit dem die Frau zum Arzt ihrer Wahl geht. Die Kasse hat nur das Recht, Auskünfte über das persönliche Einkommen und Vermögen einzuholen, nicht über die Gründe des Abbruchs. Die Kostenübernahme muss vorher genehmigt werden, Anträge im Nachhinein werden nicht angenommen.

4. Richtlinie

Die Richtlinie zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) kann heruntergeladen werden unter www.g-ba.de/informationen/richtlinien/9.

5. Anspruch auf Entgeltfortzahlung

Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht bis zu 6 Wochen durch den Arbeitgeber bei jedem ärztlich vorgenommenen Schwangerschaftsabbruch, unabhängig ob rechtswidrig/straffrei oder nicht rechtswidrig (§ 3 Abs. 2 EntgeltfortzahlungsG).

6. Wer hilft weiter?

Auskünfte erteilen Ärzte, Gesundheitsämter, Krankenkassen und Schwangerschaftsberatungsstellen.

Erste Anlaufstelle können Hilfetelefone sein:

  • Das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ (Träger Bundesfamilienministerium) berät rund um die Uhr, anonym und kostenlos, unter 0800 40 40 020, www.geburt-vertraulich.de, Näheres unter Schwangere in Not.
  • Bei Fragen zur Abtreibung nach einer Vergewaltigung kann auch das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben unter Telefon 08000 116 016 erster Ansprechpartner sein. Näheres unter www.hilfetelefon.de.

Die Gespräche der Hilfetelefone sind kostenlos und anonym, es werden keine Daten gespeichert. Auf Wunsch empfehlen die Beraterinnen am Telefon Ansprechpartner vor Ort.

Beratungsstellen gibt es von folgenden Anbietern:

  • pro familia: Die Adresse der nächstgelegenen pro-familia-Beratungsstelle erhalten Sie über den Bundesverband pro familia unter www.profamilia.de > Angebote vor Ort.
  • donum vitae: Die Adresse der nächsten donum-vitae-Beratungsstelle finden Sie unter www.donumvitae.org. Im Internet gibt es auch eine anonyme Online-Beratung.
  • Arbeiterwohlfahrt, Diakonie, Caritas und SKF (Sozialdienst katholischer Frauen). Allerdings stellen die Beratungsstellen des SKF und der Caritas keinen Beratungsschein mehr aus.
  • Staatliche Träger wie Landkreise und Kommunen. Die Adressen der staatlichen Beratungsstellen der einzelnen Bundesländer finden Sie über www.familienplanung.de > Beratung > Beratungsstellensuche

7. Verwandte Links

Schwangerschaftsverhütung

Schwangerschaft Entbindung

Schwangerschaft Entbindung Sozialhilfe

Mittel der Bundesstiftung „Mutter und Kind“

Schwangere in Not

Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse oder das jeweilige Bundesland ist abhängig von den Gründen des Schwangerschaftsabbruchs – den so genannten Indikationen:

  • Wenn medizinische Gründe vorliegen (z. B. Gefahr für das Leben der Schwangeren) oder kriminologische Indikationen (z. B. Vergewaltigung), die von einem Arzt festgestellt werden müssen, dann handelt es sich um einen nicht rechtswidrigen Schwangerschaftsabbruch, der für Sie als Schwangere kostenfrei ist. In diesem Fall erfolgt die Abrechnung direkt über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) mit Ihrer KKH.
  • Wenn keine der oben genannten Indikationen vorliegen und es sich um einen rechtswidrigen, aber straffreien Schwangerschaftsabbruch auf eigenen Wunsch handelt, dann tragen Sie als Schwangere die Kosten für den Abbruch der Schwangerschaft eventuell teilweise oder vollständig selber. Davon ausgenommen sind die Kosten für ärztliche Beratung über die Erhaltung und den Abbruch der Schwangerschaft, die ärztliche Behandlung (mit Ausnahme der Vornahme des Abbruchs selbst und der Nachbehandlung bei komplikationslosem Verlauf), die Versorgung mit Arznei-, Verband- und Heilmitteln sowie die Krankenhausbehandlung. In bestimmten Fällen übernimmt das jeweilige Bundesland die Kosten und die Krankenkasse tritt in Vorleistung. Ob die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme erfüllt sind, muss im Vorfeld geprüft werden: Um sicher zu sein, dass für Sie ein Anspruch auf Gewährung von Leistungen (Kostenübernahme) besteht, stellen Sie bitte rechtzeitig vor der Durchführung der Behandlung einen Antrag bei Ihrer KKH.

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