Abstillen wie lange milch

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Entleerung der Brust von Hand

Hilfreich ist die Entleerung der Brust von Hand beim Milcheinschuss oder bei einer sehr vollen Brust, wenn das Baby Probleme beim Erfassen der Brust hat. Durch kurzes Ausstreichen der Milch wird der Bereich um die Mamille (Brustwarze) weicher und das Anlegen des Babys erleichtert.

Wann ist das Ausstreichen der Brust per Hand sinnvoll?

  • Zum Gewinnen von Kolostrum in den ersten 24-48 Stunden
  • Bei initialer Brustdrüsenschwellung, um den Bereich um die Brustwarze weicher zu machen.
  • Zur Auslösung des Milchspenderreflexes
  • Bei wunden und verletzten Brustwarzen, bei denen nicht gestillt und nicht abgepumpt werden kann
  • Wenn die Frau über keine Milchpumpe verfügt

Bevor Sie zum ersten Mal mit dem Ausstreichen oder Abpumpen anfangen, sollte die Mutter mit der Anatomie der Brust, mit dem Milchspenderreflex und der Empfindlichkeit der Brustwarzen vertraut sein.

Was benötige ich für das Ausstreichen der Muttermilch?

Bereiten Sie sich warme Kompressen, einen sauberen und sterilen BPA-freien Behälter für die Milch sowie Flüssigkeit zum Trinken vor.

Entleeren der Brust mit der Hand (Ausstreichen)

  • Waschen Sie Ihre Hände vor der Brustentleerung, damit keine Keime und Bakterien in die Muttermilch gelangen können.
  • Beim Entleeren der Brust von Hand sollten die Fingernägel kurz sein, um Mamille und Brustwarzenhof nicht zu verletzen.
  • Legen Sie warme Kompressen auf die Brust. Das verbessert die Durchblutung und stimuliert den Milchspendereflexes.
  • Beginnen Sie mit der Brustmassage: Massieren Sie Ihre Brust mit den Fingerspitzen sanft mit kreisenden, spiralförmigen Bewegungen von außen nach innen, um den Milchspendereflex auszulösen. Streichen Sie mit der ganzen Handfläche rund um die Brust – vom Ansatz bis über die Brustwarze hinaus.
  • Platzieren Sie nun den Daumen oberhalb der Brustwarze, den Zeige- und Mittelfinder unterhalb der Brustwarze. Für das Ausstreichen sollten Ihre Finger 2-3 cm von der Brustwarze entfernt sein.
  • Finger und Daumen befinden sich gegenüber und werden in Richtung Brustkorb bewegt, anschließend zusammengedrückt. Die Brust sollte nicht gequetscht oder gezogen werden und es sollte keinesfalls schmerzhaft für Sie sein.
  • Finger und Daumen bleiben zunächst an derselben Stelle und entleeren sanft mit rhythmischen Bewegungen diesen Bereich der Brust. Wechseln Sie die Position der Finger rund um den Brustwarzenhof, damit die Milchgänge gut entleert werden können. Beachten Sie auch hier, die Haut der Brust nicht zu verschieben.
  • Die Entleerung der Brust von Hand dauert ca. 20 bis 30 Minuten. Wenn die Milch zwischendurch versiegt, massieren Sie erneut und wechseln Sie die Seite. Machen Sie eventuell eine kurze Pause und widerholen Sie die beschriebenen Vorgänge.
  • Zum Auffangen und Sammeln der Muttermilch verwenden Sie BPA-freie Behälter wie z.B. das praktische Bottleset von Ardo.

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Quellen: Biancuzzo, Maria (2005): Stillberatung. Mutter und Kind professionell unterstützen. Elsevier Verlag München. Harder, Ulrike (2011): Wochenbettbetreuung in der Klinik und zu Hause. Hippokrates Verlag Muß, Karin (2005): Stillberatung und Stillförderung. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. Schweitzer, Dora (2009): Stillen. TRIAS Verlag Stuttgart.

Brust ausstreichen

Milch ausstreichen & Brust leeren

Nach der Massage ist die Brust gut auf das Entleeren per Hand vorbereitet. Die Methode erfordert etwas Übung, gelingt dann aber meist ohne Schwierigkeiten und mit etwas Erfahrung auch auf beiden Seiten gleichzeitig.

Zum Entleeren legen Sie Daumen und Zeigefinger gegenüberliegend (C-Griff) etwa drei bis vier Zentimeter hinter der Brustwarze (Mamille) auf die Brust. An dieser Stelle befindet sich der Großteil (zwei Drittel) des milchbildenden Drüsengewebes. Nun drücken Sie mit beiden Fingern in Richtung Brustkorb und führen anschließend Daumen- und Zeigefinger sanft aufeinander zu, so dass sich der Warzenvorhof zusammenschiebt. Die Finger dürfen dabei nicht über die Haut rutschen. Wiederholen Sie diesen Vorgang rhythmisch erst an der gleichen Stelle, bevor Sie die Finger rund um die Brustwarze versetzen. Auf diese Weise können Sie aus den verschiedenen Brustregionen Milch gewinnen. Dabei ist es auch hilfreich, die Hand zu wechseln, um alle Brustgänge gut zu leeren. Etwa 20 Minuten dauert es, wenn Sie eine Brust ausstreichen und Milch mit der Hand abpumpen.

Mit einer nach vorne gebeugten Körperhaltung gelingt das Auffangen in einem Behälter recht leicht. Kolostrum lässt sich gut in einer kleinen Spritze aufziehen, dann geht nichts verloren.

Galaktorrhoe (Milchfluss)

In manchen Fällen tritt Milch aus der Brustdrüse aus, ohne dass sich eine Frau in der Stillzeit oder Schwangerschaft befindet. Diese unnatürliche Erscheinung wird als Milchfluss oder Galaktorrhoe bezeichnet. Die Ursache für den Milchabgang ist meist eine Hormonstörung, oftmals eine vermehrte Bildung des Hormons Prolactin. Prolactin ist dafür zuständig, dass die Muttermilch gebildet wird. Dies kann wiederum unterschiedliche Gründe haben. Von einer Galaktorrhoe sind nicht immer nur Frauen betroffen, sondern der Brustausfluss kommt auch bei Männern oder Kindern vor. Der Abgang der milchähnlichen Flüssigkeit sollte stets ärztlich abgeklärt werden, um schwerwiegende Ursachen auszuschließen oder behandeln zu können.

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Ursachen

Im Regelfall entsteht ein krankhafter Abgang von Milch (Galaktorrhoe) dadurch, dass ein zu hoher Blutspiegel von Prolactin vorliegt. Prolactin ist ein Hormon, das normalerweise während der Schwangerschaft und Stillzeit die Milchproduktion der weiblichen Brust fördert. Prolactin wird von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet. Eine Überfunktion der Hirnanhangdrüse, ein normalerweise gutartiger Tumor des Organs (Prolactinom) oder eine andere Erkrankung der Hirnanhangdrüse können daher einen Milchausfluss bedingen. Zu den hormonellen Ursachen kann auch eine Schilddrüsenunterfunktion gehören. Manchmal löst die Anti-Baby-Pille eine Galaktorrhoe aus.

Einige Medikamente können den Milchfluss hervorrufen, ebenso Drogen oder Inhaltsstoffe von Pflanzen. Innerhalb der Brust können aber ebenfalls die Ursachen liegen. Milchfluss (Galaktorrhoe) kann sich zeigen bei einer bestimmten Brustgewebswucherung (Milchgangspapillom) bei einer Brustentzündung (Mastitis), bisweilen auch bei Brustkrebs. Sehr selten sind Nervenschäden für den Milchfluss verantwortlich.

Manchmal lässt sich keine Ursache der Galaktorrhoe ausfindig machen. Möglicherweise liegt dann eine Überempfindlichkeit des Brustdrüsengewebes auch für niedrige Mengen des Hormons Prolactin vor. Weitere mögliche Ursachen sind Stress oder eine Stimulierung der Brustdrüse (z. B. sexuelle Aktivität, ständige Brust-Selbstuntersuchung, reibende Kleidung, Hautkrankheiten).

Galaktorrhoe beim Mann kann durch einen Mangel des Hormons Testosteron zustande kommen. Bei Säuglingen kann eine Galaktorrhoe aus dem Grund bestehen, dass viel Östrogen (weibliches Hormon) von der Mutter über den Mutterkuchen in das kindliche Blut gelangt ist.

Symptome

Kennzeichnend für die Galaktorrhoe ist, dass eine Flüssigkeit aus der Brustwarze austritt. Die Flüssigkeit kann manchmal wirklich milchig-weiß aussehen, muss es aber nicht. Oftmals ist sie eher klar oder gelb bis dunkel. Der Flüssigkeitsabgang kann kontinuierlich sein oder nur von Zeit zu Zeit auftreten. Auch kann die Milch entweder nur aus einer oder aus beiden Brustdrüsen herauskommen.

Zusätzliche Symptome zur Galaktorrhoe können z.B. Menstruationsstörungen beziehungsweise Abweichungen vom Monatszyklus sein. Auch Kopfschmerzen, Sehstörungen und ähnliche Symptome können vorkommen.

Sollte der Ausfluss aus der Brust blutig sein, dann kann dies ein Hinweis auf eine schwere Erkrankung wie Brustkrebs sein.

Relaktation: So kann es funktionieren

Du hast – freiwillig oder unfreiwillig – schon abgestillt, aber nun soll der Milchfluss doch wieder in Gang kommen? Wie das klappen kann, erklärt Aleyd von Gartzen, Beauftragte für Stillen und Ernährung des Deutschen Hebammen Verbandes.

„Eigentlich möchte ich wieder stillen!“ Das denken sich viele Frauen, nachdem sie aus unterschiedlichen Gründen früher als gewünscht abgestillt haben. Ist es überhaupt möglich, die Milchproduktion wieder anzukurbeln?

Ja, das kann funktionieren. Es ist allerdings ein anstrengender und zeitintensiver Prozess. Insofern sollte die Frau das auch wirklich wollen und davon überzeugt sein. Ganz wichtig ist, dass sie fachliche Unterstützung hat und es auch im privaten Umfeld Menschen gibt, die ihr emotional beistehen, Mut machen, sie im Haushalt und Alltag entlasten.

Das hört sich so an, als wäre diese sogenannte Relaktation eine komplizierte Angelegenheit.

Tatsächlich kann es Wochen, manchmal sogar Monate dauern, den Milchfluss wieder in Gang zu bekommen. Einigen Frauen gelingt es ihr Baby wieder voll zu stillen, andere können zwar auch wieder stillen, müssen aber, weil die Milchproduktion nicht ganz ausreichend ist, zusätzlich weiterhin zufüttern. Generell kann man sagen: Je kürzer das Abstillen her ist, desto größer ist die Chance auf eine erfolgreiche Relaktation.

Wie geht man genau vor?

Es ist zunächst einmal wichtig zu ergründen, warum abgestillt wurde. Häufig liegt das ja daran, dass die Mutter nicht genug Milch bilden konnte. Das kann zum Beispiel an einer mütterlichen Schilddrüsenunterfunktion liegen oder das Baby konnte aus anatomischen Gründen nicht gut an der Brust saugen und deshalb die Milchbildung nicht genug anregen. Man muss also unter Umständen die Hormonwerte im Blut der Mutter bestimmen lassen und auch das Baby sorgfältig untersuchen. Gleichzeitig sollte das Baby wieder an die Brust gewöhnt werden. Das Saugen an der Brust ist die effektivste Methode, um die Milchbildung anzuregen. Konkret bedeutet das: Die Frau muss ihr Baby acht bis zwölf Mal in 24 Stunden möglichst an beiden Seiten jeweils 15 bis 20 Minuten anlegen. Wichtig ist, dass das Baby generell viel Hautkontakt hat. Das wirkt sich positiv auf die Produktion des milchbildenden Hormons Prolaktin aus und erhöht damit die Chance auf eine erfolgreiche Relaktation.

Anfangs bekommt das Baby bestimmt noch nicht genügend Milch aus der Brust. Darf es zusätzlich ein Fläschchen mit Säuglingsnahrung bekommen?

Nein! Um das Baby wieder an die Brust zu gewöhnen, ist es wichtig, dass es sein Saugbedürfnis nur an der Brust stillt und eben nicht am Flaschensauger. Zugefüttert wird beispielsweise mit Hilfe eines Brusternährungssets: Es besteht aus einer kleinen Flasche, die am Hals der Mutter hängt und die Milch durch einen dünnen Schlauch, der an der Brust in Höhe der Brustwarze befestigt wird, direkt in den Mund des Babys abgibt, während es an der Brust saugt. Das Baby wird also für sein Saugen belohnt und die Brust wird dadurch weiter zur Milchproduktion angeregt. Eine Alternative ist eine Ernährungssonde. Dabei handelt es sich, wie beim Brusternährungsset um einen kleinen Schlauch, dessen Öffnung in Höhe der Brustwarze befestigt wird. Mit einer mit Milch gefüllten Spritze am Ende des Schlauchs kann die Frau zufüttern und dabei die Geschwindigkeit bestimmen, mit der die Milch beim Saugen des Babys dazugegeben wird.

Was kann man tun, wenn das Baby partout nicht an die Brust will?

Ganz wichtig ist, dass die Frau von einer Hebamme fachkundig begleitet wird. Diese sollte zum Beispiel kontrollieren, dass das Kind wirklich gut angelegt ist. Denn das kann ein Grund sein, weshalb es mit dem Stillen nicht richtig funktioniert. Die Hebamme sollte aber auch überprüfen, ob das Saugen etwa aus anatomischen Gründen nicht möglich oder effektiv ist. Ein typisches Beispiel ist ein zu kurzes Zungenbändchen. Dadurch kann das Baby beim Saugen an der Brust keinen Unterdruck erzeugen und somit auch nicht richtig saugen. Außerdem werden die Brustwarzen wund, was neben einer ungenügenden Milchproduktion nicht selten ein Grund für vorzeitiges Abstillen ist.

Will das Baby nicht an die Brust, wird es also auch mit dem Zufüttern an der Brust schwierig.

Stimmt! In diesem Fall muss die Mutter die Milch im Stillrhythmus abpumpen, also etwa acht bis zwölf Mal in 24 Stunden – möglichst mit einer elektrischen Milchpumpe mit Doppelpumpset an beiden Brüsten gleichzeitig. Bei vielen Frauen regt es übrigens auch den Milchspendereflex an, wenn sie die Brust erst mit der Hand massieren und dann ausstreichen oder abpumpen. Das Baby bekommt die Milch dann mit einem Löffel oder kleinen Becher.

Was kann ich tun, wenn zu wenig Milch aus der Brust kommt und das Baby nicht satt wird?

Hungern soll das Baby auf keinen Fall. Wenn die Milchmenge nicht ausreicht, sollten Sie zufüttern. Zugefüttert wird aber nicht mit der Flasche, sondern, wie gesagt, mit einem speziellen kleinen Becher oder mit einem Löffel. Selbst wenn das Baby (noch) nicht an der Brust trinkt, sollte es so viel Hautkontakt an der Brust wie irgendwie möglich haben.

Darf das Baby in dieser Zeit am Schnuller saugen?

Nein. Sonst würde es sein Saugbedürfnis mit Hilfe des Schnullers befriedigen. Will das Baby nur zum Trost saugen, sollte es ebenfalls die Brust bekommen.

Ist zur Relaktation auch medikamentöse Unterstützung notwendig?

Ja, in der Regel schon. Ist noch Milch da, werden gerne Bockshornkleekapseln verwendet, um die Milchproduktion zu erhöhen. Hat die Mutter komplett abgestillt, reicht das meist nicht aus. In diesem Fall wird üblicherweise über mehrere Wochen Domperidon eingesetzt. Es ist ein sogenanntes „Off-Label-Medikament“. Eigentlich wird es gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt, erhöht aber sozusagen als „Nebenwirkung“ den Prolaktinspiegel im Blut und wirkt deshalb milchbildend. Der Arzt kann es nicht auf Kassenrezept sondern nur auf Privatrezept verschreiben. Es muss also selbst bezahlt werden.

Sollten zusätzlich Stilltees getrunken werden?

Vielleicht wird die Mutter dadurch ruhiger und gelassener. In diesem Fall machen Stilltees Sinn und können etwas bringen. Auf die Milchbildung direkt haben sie aber keinen Einfluss.

In welchem Fall würden Sie von einer Relaktation abraten?

Ganz klar: Muttermilch ist am besten fürs Baby. Selbst wenn die Mutter später nur zum Teil stillt und zufüttern muss: Jeder Tropfen Muttermilch ist wertvoll fürs Baby! Die Relaktation lohnt sich also schon, ist aber eben sehr zeitintensiv. Empfindet die Frau diesen ganzen Prozess als viel zu stressig, könnte sich das wiederum negativ auf die Beziehung zum Kind auswirken. Dann ist der Punkt gekommen zu sagen: Der Aufwand einer Relaktation lohnt sich nicht.

Aleyd von Gartzen ist Beauftragte für Stillen und Ernährung des Deutschen Hebammen Verbandes. Mehr Infos unter: www.hebammenverband.de

Hast du eine Relaktation versucht? Dann berichte uns doch, wie es dir und deinem Baby damit ergangen ist! Hat es geklappt? Wir freuen uns über Nachrichten unter [email protected] oder bei Facebook!

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Kürzlich betreute ich eine junge Frau, die ihr Kind mitten im Studium bekam. Sie wollte das Baby auf jeden Fall stillen, gleichzeitig aber natürlich auch das Studium beenden. Wir überlegten also zusammen, wie es am besten zu bewerkstelligen sei. In dem Fall war das relativ einfach, da ihr Partner erst einmal in Elternzeit ging. Sie würde nach dem Wochenbett direkt weiter studieren und der Papa das Baby zum Stillen einfach in die Uni vorbeibringen.
Allerdings standen auch noch Prüfungen an, die ja nicht so gut durchs Stillen unterbrochen werden konnten. Und auch sonst würde es Zeiten geben, wo das Stillen einfach sehr ungünstig sein würde. Sie musste also pumpen, damit dann der Papa dem Baby die bereitgestellte Milch bei Bedarf mit der Flasche füttern konnte. Aber natürlich sollte auch der Wechsel zurück an die Brust unkompliziert stattfinden. Für all das brauchten wir einen guten Plan.

Und für diejenigen von euch, denen es ähnlich geht – ob ihr nun arbeiten gehen wollt oder müsst, oder einfach mal etwas Zeit für euch braucht, schreib ich jetzt mal auf, wie die temporäre Flaschenfütterung bei gestillten Kindern am besten zu bewerkstelligen ist und was man beachten sollte, um keine sogenannte Saugverwirrung aufkommen zu lassen.

Muttermilchgewinnung: ausstreichen oder abpumpen

Erst einmal muss die Muttermilch zur späteren Verwendung gewonnen werden. In der Wochenbettzeit verändert sich die Milch allerdings noch so stark, dass es wirklich nur in seltenen Ausnahmefällen Sinn macht, in dieser speziellen Zeit schon Milch auf Vorrat einzulagern.

Muttermilch ausstreichen

Grundsätzlich kann Muttermilch sehr einfach ausgestrichen werden. Gerade für seltene Abwesenheiten der Mutter eignet sich die Methode gut. Diese Praktische Anleitung zum Handentleeren der Brust von der WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“ erklärt sehr schön, wie das am besten geht.

Ist die Muttermilchgewinnung jedoch regelmäßig nötig, ist das Abpumpen aber schon deutlich praktischer. Verschiedene Milchpumpen, mit denen man Muttermilch bequem abpumpen kann, habe ich für euch im Blogartikel Milchpumpen – mieten – kaufen – nutzen ausführlich beschrieben.

Am meisten Milch gewinnt man übrigens mit einer Kombination aus beiden Methoden: Erst massiert man die Brust, dann wird abgepumpt, bis nichts mehr kommt. Und dann massiert man nochmal, beziehungsweise streicht den Rest der verfügbaren Milch aus.
Alternativ kann man die Brust auch schon während des Pumpens etwas mitmassieren. Dabei hält eine Hand die Pumpe, und die andere massiert. Es gibt auch spezielle Pump-Bustiers, mit denen man dann beide Hände frei hat. Wer viel pumpen muss, sich an dem etwas cyborgmäßigen Look nicht stört, und das Ganze eher pragmatisch sieht, wird diese zusätzliche Hilfe sicher zu schätzen wissen.

Muttermilchaufbewahrung

Wie auch immer die Milch gewonnen wird, danach kann sie:

  • 4 Stunden bei Zimmertemperatur
  • 72 Stunden im Kühlschrank
  • ein halbes Jahr im (drei Sterne) Gefrierfach

aufbewahrt werden. Wenn nur selten abgepumpt wird, kann die Milch einfach im Fläschchen eingefroren werden. Benötigt man hingegen einen größeren Vorrat, dann bieten sich zur besseren Aufbewahrung Muttermilchbeutel* an.

Aufwärmen von eingelagerter Muttermilch

Innerhalb der ersten vier Stunden nach der Milchgewinnung kann die, bei Zimmertemperatur aufbewahrte, Milch dem Baby ohne Weiteres gefüttert werden.
War die Milch jedoch im Kühlschrank oder gar im Eisfach, muss sie natürlich wieder auf Körpertemperatur erwärmt werden. Am allerbesten geht dies im Wasserbad. Zur Not kann das Fläschchen mit der Milch auch kurz unter fließend warmes Wasser gehalten werden. Das ist natürlich nicht so umweltschonend, geht dafür aber fix. Wenn das Baby also mal ganz schrecklich hungrig aufwacht und es einfach schnell gehen muss…
Apropos schnell: Die Muttermilch sollte nicht in der Mikrowelle aufgewärmt werden, weil dadurch wertvolle Immunstoffe (sekretorisches IgA und Lysozym) zerstört werden.

Wie auch immer ihr die Mumi erwärmt, bitte schwenkt das Fläschchen danach zunächst ein bisschen hin und her, damit sich die Temperatur auch wirklich gleichmäßig verteilt. Und natürlich darf die Milch nicht mehrfach erwärmt werden, weil das ein übermäßiges Bakterienwachstum in der Milch fördern würde.

Saugverwirrung – Ein Problem der Flaschenfütterung

Die so zur Fütterung vorbereitete Muttermilch kann nun dem Baby immer dann gefüttert werden, wenn die Mutter zum Stillen gerade nicht zur Verfügung steht. Allerdings gibt es mit der Flaschenfütterung manchmal ein Problem. Oder vielmehr mit dem späteren Stillen danach. Denn Babys trinken an der Brust methodisch ganz anders, als aus einer normalen Nuckelflasche.

Trinken an der Brust – angeboren aber störanfällig

Beim Trinken an der Brust umschließt das Kind die Brustwarze und einen Teil des Warzenhofes mit dem Mund, den es dafür weit öffnen muss. Durch das Saugen lässt es dann ein Vakuum entstehen und modelliert sich die Brust am Gaumen zurecht. Zusätzlich bearbeitet die Zunge die Brust, um sie dadurch sanft zu „melken“.

Flaschenfütterung – schnell ein „Selbstläufer“

Trinkt das Baby aber aus der Flasche, muss es den Mund gerade nur so weit öffnen, dass der Sauger hinein passt. Es muss auch nur wenig saugen, um einen konstanten Milchstrom auszulösen. Außerdem knautscht es den Sauger dabei nur ganz wenig und viel weiter vorne im Mund. Die Schwerkraft erledigt dann meist den Rest. Wenn dann auch noch das Loch im Sauger zu groß ist, muss das Baby fast gar nichts mehr selbst aktiv tun – außer schlucken. Manche Kinder schieben die Zunge dann sogar noch vor das Löchlein, nur um den zu schnellen Milchfluss wenigstens etwas zu bremsen. Und zwischendurch muss das Baby den Sauger ab und zu loslassen, um ein entweichen der Luft zu ermöglichen. Andernfalls stülpt sich der Sauger durch den Unterdruck irgendwann nach Innen um.
Ihr merkt schon, dass Trinken aus der Flasche benötigt eine ganz andere Trinktechnik, als das Stillen an der Brust.

Saugverwirrung

Tauscht man jetzt zwischen Brust und Flasche hin und her, kann es das Baby trinktechnisch verwirren. Es versucht nun auch an der Brust die einfachere Fläschchenmethode anzuwenden und gewinnt damit deutlich weniger Milch. Das kann sehr frustrierend sein. Und unter Umständen tastet die Babyzunge sogar vorne auf der Brustwarze herum, was oftmals ein „Wundwerden“ dieser empfindlichen Stelle hervorruft.
Die sogenannte Saugverwirrung entsteht vor allem leicht in der anfänglichen, noch sehr sensiblen Zeit des Stillens. Hier ist die Stillbeziehung einfach noch nicht richtig gefestigt. Wenn das Kind bei jedem Stillen noch einen Moment braucht, um wieder zu merken, wie das richtig geht, ist also noch etwas mehr Übung an der Brust und viel Geduld nötig.

Bei einigen Menschen geht das ganz schnell, andere brauchen Tage bis Wochen, bis das Stillen wirklich immer optimal klappt.

Fütterung ohne Verwirrung (ohne Flasche) – Die Fingerfeeder- & Becherfütterung

Muss man also in dieser noch etwas unsicheren, ersten Zeit aus irgendeinem Grund Muttermilch füttern, dann empfiehlt es sich – zur Vermeidung der Saugverwirrung – sie erst einmal nicht mit der Flasche zu geben.
Dafür gibt es zwei alternative Methoden:

  • Bei der Fingerfeeding-Methode füllt man die Muttermilch in eine Spritze, auf dessen Ausgang ein weicher Silikonaufsatz gesetzt wird. Das Baby saugt am elterlichen Finger, neben den der Feeder „geschummelt“ wird. Daher der Name Fingerfeeder. So kann das Baby sowohl sein natürliches Saugbedürfnis (am Finger), als auch seinen Hunger (durch die Milch in der Spritze) stillen. Da das Trinken mit dem Feeder dem Trinken an der Brust (im Gegensatz zum Sauger) überhaupt nicht ähnlich ist, besteht dabei auch eher keine Saugverwirrungsgefahr.
  • Ähnlich verhält es sich mit dem Bechern. Hierbei wird dem Baby die Muttermilch in einem kleinen, flexiblen Becherchen angeboten. Natürlich trinkt ein Säugling daraus noch nicht so wie wir. Viel eher schleckert es die Milch, ähnlich einem Kätzchen, aus dem Becher heraus. Das hört sich kompliziert an. Aber wer das aber schon mal gesehen hat, ist meist begeistert, so gut klappt das.

Fläschchen-Fütterung ohne Saugverwirrung – ja das geht auch!

Die oben genannten Methoden sind relativ umständlich und zeitaufwendig und wirklich eher für Ausnahmen in der ganz frühen Anfangszeit gedacht.
Füttert man das Baby regelmäßiger mit Muttermilch, ist die Flaschenfütterung die einfachste und empfehlenswerteste Art und Weise. Aber auch, wenn die Gefahr einer Saugverwirrung mit zunehmender Festigung der Stillbeziehung abnimmt, ist es sinnvoll einen Sauger zu wählen, der dem natürlichen Saugverhalten entgegenkommt: also einen, der dem Baby ermöglicht, das an der Brust erlernte Saugmuster beizubehalten.

Der NaturalWave Sauger von Lansinoh ist so ein Tool:


Er ist nicht starr, sondern aus weichem Silikon, so dass das Baby ihn sich weit in den Mund hinein ziehen kann – ähnlich wie bei einer Brustwarze. Die breite Lippenauflage bewirkt einen guten Mundschluss. Das Kind kann die peristaltischen Zungenbewegungen ausführen, die es schon vom Stillen gewöhnt ist. Den Sauger gibt es in verschiedenen Lochgrößen, so dass eine Stärke gewählt werden kann, die das Baby durchaus fordert, aber nicht frustriert.

Tipp: Wenn die Muttermilch in die Flasche gefüllt wurde und man sie dann mit dem Sauger nach unten hält, darf sich ein Milchtropfen bilden. Die Milch sollte aber auf keinen Fall herausgesprudelt kommen.

Zusätzlich hat der NaturalWave Sauger ein Ventil, das häufiges Absetzen und Schlucken von Luft reduziert.
Aus meiner Praxiserfahrung in der Hebammenbetreuung kann ich sagen, dass der Wechsel von Brust zur Flasche und wieder zurück mit dem Lansinoh-Sauger ziemlich unkompliziert funktioniert und sich gut bewährt hat.

Studieren mit Still- & Flaschen-Baby

Auch bei meiner Wöchnerin hat das alles super geklappt. Sie hat im Wochenbett voll gestillt. Naja, zugegebener Maßen hat sie auch da schon einmal Milch ausgestrichen, weil sie einen wichtigen Termin an der Uni hatte, zu dem sie ihr Baby nicht mitnehmen wollte. Das ist im Wochenbett nicht ideal, aber manchmal muss man die Dinge eben so nehmen, wie sie kommen. Außerdem verlief dabei alles richtig schön bilderbuchmäßig.
Und danach hat sie sich eine elektrische Pumpe angeschafft, die sie regelmäßig benutzt hat. Der Papa hat das Baby dann manchmal in die Uni gebracht oder eben ein Fläschchen gegeben. Für die Papas ist das ja auch ein schönes Gefühl, mit dem Baby so ganz autark unterwegs sein zu können. Die beiden haben jedenfalls die Papa-Kind-Zeiten immer sehr genossen.
Für diese Drei war der Wechsel von Brust zur Flasche und zurück genau die richtige Lösung.

Hier könnt ihr die Flasche mit Sauger und die Aufbewahrungsbeutel kaufen:

Wie sind eure Erfahrungen?

Jetzt bin ich natürlich neugierig…

Habt ihr solche Wechsel auch gebraucht, oder einfach nur für euch gewollt?
Hat es gut geklappt?
Gibt es noch einen Tipp, der hier nicht vorkam und den ihr weitergeben wollt? Habt ihr Fragen dazu?
Ich bin gespannt und freue mich auf euer Feedback!

*= Dieser Artikel enthält Affiliating-Links – Wenn du sie klickst und dann etwas kaufst, erhalte ich dafür vom Händler eine klitzekleine Vergütung – Danke dafür!
Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Lansinoh. Die Bewertung der Produkte basiert auf meiner persönlichen Erfahrung und spiegelt meine eigene Meinung wider.

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Richtig das Fläschchen geben

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Die letzten Vorbereitungen vor dem Fläschchengeben

Nachdem Du das Fläschchen für Dein Baby zubereitet hast, kann es mit dem Fläschchengeben eigentlich losgehen. Bevor Du Deinem Baby jedoch das Fläschchen gibst, ist es sehr wichtig, dass Du noch einmal die Milchtemperatur überprüfst, damit sich Dein Baby beim Trinken nicht verbrennen kann. Die ideale Trinktemperatur liegt bei etwa 37°C. Lasse zum Testen einige Tropfen Milch aus dem Fläschchen auf die Innenseite Deines Handgelenks tropfen. Dort ist Deine Haut besonders empfindlich und Du kannst die Temperatur gut beurteilen. Wenn Du die Milch als angenehm warm empfindest, ist sie in der Regel auch für Dein Baby gut trinkbar.

Überprüfe auch noch einmal, ob Du die richtige Lochgröße für die Nahrung gewählt hast, die Du Deinem Baby füttern willst. Wenn das Loch zu groß ist, kommt die Milch zu leicht aus dem Fläschchen und Dein Baby könnte sich verschlucken. Bei einem zu kleinen Loch könnte die Mahlzeit für dein Baby frustrierend werden, da zu wenig Milch aus dem Fläschchen kommt und die Bemühungen Deines Kindes nicht ausreichend belohnt werden. Du kannst erkennen, dass Du die richtige Lochgröße gewählt hast, wenn Du das Fläschchen umdrehst und etwa ein bis zwei Tropfen pro Sekunde aus dem Sauger fallen.

Spucktuch nicht vergessen

Lege Dir schon vor dem Füttern ein Spucktuch bereit. Du kannst mit diesem nicht nur Milch aus dem Gesicht Deines Babys entfernen, die während des Trinkens aus seinem Mund läuft. Es wird Dir auch beim Bäuerchen danach gute Dienste leisten.

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Macht es Euch bequem

Das Füttern soll nicht nur dazu dienen, dass Dein Baby satt wird, sondern bietet auch eine hervorragende Möglichkeit, die Bindung zwischen Dir und Deinem Kind zu festigen. Handle das Fläschchengeben also nicht einfach so ab, sondern nimm Dir ausreichend Zeit dazu. Achte außerdem darauf, dass Du und Dein Kind es bequem habt und entspannt seid. Setze Dich an einen gemütlichen Platz und richte Dich so ein, dass Du es dort ein Weilchen aushalten kannst. Es könnte nämlich durchaus sein, dass Dein Baby während des Fütterns kurz einnickt, weil es so entspannt ist. Beim Füttern ist daher immer etwas Geduld gefragt.

Lege Dein Baby in Deinen Arm. Das Köpfchen sollte dabei in Deiner Armbeuge liegen und sich etwa auf Höhe Deiner eigenen Brust befinden. Diese leichte Schräglage sorgt dafür, dass der Kopf im Vergleich zum restlichen Körper etwas erhöht liegt. Das erleichtert Deinem Kind das Trinken, da es so besser Schlucken kann. Lege Dir am besten ein Kissen unter den Arm, mit dem Du Dein Baby hältst, damit dieser nicht mit der Zeit schmerzt.

Damit sich Dein Baby besonders wohlfühlen kann, solltest Du keine langärmlige Kleidung aus kratzigen Materialien tragen, da diese die zarte Haut im Gesicht Deines Babys reizen könnte. Möglichst viel Hautkontakt sorgt dafür, dass sich Dein Baby besonders geborgen fühlt. Wenn es warm genug ist, kannst Du daher am besten ein T-Shirt tragen oder auch mal oben ohne Füttern. So kann dein Baby auch den Geruch Deiner Haut besser wahrnehmen, den es dann mit dem positiven Erlebnis des Fütterns verknüpfen wird. Halte außerdem Blickkontakt, während Du Deinem Kind das Fläschchen gibst, um ihm Sicherheit zu geben und ihm zu signalisieren, dass Du auf es Acht gibst.

Das Fläschchen geben

Stecke Deinem Baby den Sauger nicht einfach in den Mund. Streiche zunächst mit dem Sauger über die Wange Deines Babys, die Deinem eigenen Körper zugewandt ist. So wird bei Deinem Kind der Suchreflex ausgelöst, den es normalerweise benötigen würde, um die mütterliche Brust zu finden. Daran kannst Du auch erkennen, ob Dein Baby wirklich hungrig ist, denn der Suchreflex wird nur dann ausgelöst, wenn das der Fall ist.

Berühre dann vorsichtig Babys Lippen mit dem Sauger. Dadurch wird ein weiterer frühkindlicher Reflex, der Saugreflex, ausgelöst. Dein Baby wird bei der Berührung die Lippen spitzen und versuchen, den Sauger einzusaugen. Schiebe das Fläschchen jetzt langsam weiter nach vorne, um Dein Baby anzuregen, den Mund weit zu öffnen. Achte dabei darauf, dass sich die Zunge unter dem Sauger befindet. Die Lippen Deines Babys sollten den breiten Teil des Saugers, ganz in der Nähe des Verschlussringes, umschließen, während es trinkt. So werden die natürlichen Bewegungen von Kiefer und Zunge, wie sie auch beim Stillen auftreten würden, begünstigt.

Keine Luft schlucken

Halte das Fläschchen während des Fütterns immer so aufrecht, dass der komplette Sauger mit Milch gefüllt ist. So kannst Du verhindern, dass Dein Baby viel Luft schluckt, was später zu Bauchweh oder Blähungen führen könnte.

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Probleme beim Trinken

Während Dein Baby trinkt, kann es manchmal zu kleinen Problemen kommen. Wenn sich Dein Baby verschluckt, solltest Du die Flasche sofort wegnehmen. Richte Dein Baby gegebenenfalls kurz auf, damit es die falsch geschluckte Milch besser abhusten kann. Wenn es sich wieder beruhigt hat, kannst Du mit dem Füttern fortfahren.

Manchmal saugt Dein Baby so stark, dass in Fläschchen und Sauger ein Unterdruck entsteht. Das führt dazu, dass nur noch sehr wenig Milch aus dem Sauger kommt und Dein Baby sich beim Trinken sehr anstrengen muss. Wenn Du also bemerkst, dass der Sauger abflacht, solltest Du diesen kurz aus dem Mund ziehen, damit sich der Unterdruck auflösen kann. Wenn Dein Baby weiterhin stark saugt, ist es eventuell notwendig, dass Du Deinen kleinen Finger vorsichtig in den Mundwinkel Deines Kindes schiebst, um das entstandene Vakuum zu lösen und das Fläschchen „zu befreien“. Denn wenn Dein Baby den Sauger nicht mehr voll mit den Lippen umschließen kann, ist dieser nicht mehr nach außen abgeschlossen und es kann Luft eindringen.

Falls Du bemerkst, dass Dein Baby sich beim Trinken sehr anstrengt, aber kein Unterdruck vorliegt, kann das zum einen daran liegen, dass das Saugloch zu klein für die gewählte Nahrung ist. Dies solltest Du jedoch vor dem Füttern durch den Tropftest überprüft haben. Ein weiterer Grund könnte sein, dass das Saugloch verstopft ist. Tausche den Sauger in diesem Fall sofort gegen einen neuen aus, damit bei Deinem Baby keine Frustration entsteht, weil seine Anstrengungen keine Wirkung zeigen.

Das Fläschchengeben richtig beenden

Wenn Dein Baby Dir signalisiert, dass es nichts mehr trinken möchte, indem es beispielsweise den Kopf wegdreht, oder wenn das Fläschchen leer ist, ist das noch nicht das Ende des „Fläschchengebens“. Während des Trinkens hat Dein Baby nicht nur Milch, sondern auch Luft geschluckt. Das ist mal mehr, mal weniger, aber egal wie viel, diese Luft muss jetzt wieder raus aus dem kleinen Bauch, damit Dein Kind keine Bauchschmerzen oder Blähungen bekommt.

Nimm Dein Baby dazu aufrecht auf den Arm. Günstig ist die Haltung, bei der Du Dein Kind an Deinen Oberkörper legst, während es über Deine Schulter guckt. Lege Dir am besten ein Spucktuch über die Schulter, da beim Aufstoßen wahrscheinlich auch ein bisschen Milch mit austreten wird. Um Deine Kleidung zu schützen ist ein Spucktuch daher ratsam. Streiche Deinem Baby leicht über den Rücken und klopfe sanft, um ihm bei seinem Bäuerchen zu helfen. Durch die leichten Klapse kann die Luft leichter aufsteigen. Die Mahlzeit ist erst dann wirklich beendet, wenn Dein Baby ein oder zwei Mal aufgestoßen hat.

Doch was ist, wenn Dein Baby während des Fütterns einschläft? Sollst Du es noch einmal wecken, damit es sein Bäuerchen machen kann? Darauf gibt es leider keine pauschale Antwort. Du kannst Dein Baby nach dem Füttern für kurze Zeit schlafend an Deine Schulter legen und warten, ob etwas Luft entweicht. Wenn das nicht der Fall ist und Dein Baby auch ohne Aufstoßen gut schläft, dann ist es eigentlich nicht notwendig, es extra noch einmal aufzuwecken. Falls dein Baby ohne Bäuerchen jedoch regelmäßig unruhig schläft und bald wieder aufwacht, weil das Bäuchlein zwickt, ist es ratsam, darüber nachzudenken, Dein Baby nach dem Fläschchengeben kurz zu wecken, damit es im Anschluss ungestört schlafen kann.

Restliche Milch entsorgen

Falls Dein Baby das Fläschchen während der Mahlzeit nicht ganz ausgetrunken hat, ist es wichtig, dass Du die restliche Milch umgehend entsorgst. Auf ein Füttern zu einem späteren Zeitpunkt oder sogar das spätere Vermischen mit frischer Milch solltest Du unbedingt verzichten, weil sich in zubereiteter Milch schnell Keime und Bakterien bilden, die bei Deinem Kind zu einer Infektion der Magen-Darm-Traktes führen könnten.

Wie Du das Fläschchen nach dem Füttern am besten säuberst, erfährst Du in unserem Artikel „Fläschchen richtig reinigen“.

Tipps & Infos

Flaschenernährung beim Baby: Für Mütter, die aus verschiedenen Gründen nicht stillen können, ist das Füttern mit der Flasche eine gute Alternative, um ihre Babys mit wertvoller Muttermilch zu versorgen. Und auch für Väter ist die Flaschenfütterung ideal, wenn sie ihre Partnerin beim Stillen unterstützen und auch mal ihr Baby füttern möchten. Beim Umgang mit der Flasche und dem Fläschchen geben ist aber auch das eine oder andere zu beachten – lesen Sie hier, wie das klappt! Wir haben für Sie hilfreiche Tipps zur Flaschenernährung und eine kleine Anleitung zusammengestellt.

Flaschenernährung – so klappt’s

Beim Füttern mit einer Saugerflasche sollten ein paar Hinweise beachtet werden, damit es dem innigen Vorgang des Stillen nachempfunden wird – zumindest bei beeinflussbaren Faktoren wie Dauer, Abwehr- oder Bereitschaftssignalen.

  • Das Baby wird nah und aufrecht am Körper gehalten (nicht hingelegt!). Idealerweise füttern Sie Ihr Baby nicht körperfern, z.B. im Autositz.

  • Achten Sie auf die Signale des Kindes: Bereitschaft zeigt es z.B. durch einen geöffneten Mund.

  • Halten Sie Blickkontakt.

  • Laden Sie das Baby ein, den Sauger in den Mund zu ziehen, statt ihn einfach nur in seinen Mund zu schieben.

  • Verlangsamen Sie den Vorgang des Fütterns, gewähren Sie Pausen.

  • Ihr Baby sollte nicht gezwungen werden mehr zu trinken, als es offensichtlich möchte.

  • Erkennen Sie Abwehrzeichen des Babys wie Wegdrehen, Loslassen, Einschlummern, die zeigen, dass das Baby im Moment genug Milch getrunken hat.

Das Flaschenfüttern eines Stillkindes ist oft kein leichtes Unterfangen, denn gestillte Babys lehnen nicht vertraute Fütterungsmethoden häufig ab. Beginnen Sie daher frühzeitig mit dem Training. Doch Obacht: Sicheres Saugen an der Brust und eine gefestigte Stillbeziehung sind die Grundvoraussetzung um einen Sauger oder Trinkbecher einzuführen. Das Stillen ist meistens nach ungefähr 4-6 Wochen etabliert.

Im Alter von 10-12 Wochen sind Babys weitaus unflexibler, daher lautet eine wichtige Empfehlung: üben Sie das Abpumpen und das Füttern des Kindes. Dabei sollte am besten die Person das Füttern übernehmen, die auch in Ihrer Abwesenheit fürs Kind da sein wird. Das Fütterungssystem sollte Ihrem Baby vertraut sein und sich gut mit dem Stillen vereinbaren lassen. Die alternativen Fütterungsmethoden bei Abwesenheit der Mutter sind übrigens übersichtlich: Es können neben Saugerflaschen auch Trinkbecher angeboten werden. Bitte beachten Sie aber, dass Säuglinge saugen müssen – sie haben ein angeborenes Saugbedürfnis!, ein Becher ist keine gleichwertige Alternative zum Saugen.

In einer Ultraschall-Studie wurde gezeigt, dass gestillte Babys bei der Benutzung des NaturalWave® Saugers ihr an der Brust erlerntes Saugverhalten beibehielten und daher sehr gut an die Brust zurückkehrten und weiterstillten. Der NaturalWave® Sauger ist aus besonders weichem, dehnbarem und flexiblem Silikon.

Muttermilch abpumpen

Es macht einen großen emotionalen Unterschied, ob Sie gelegentlich jemand anderes füttern lassen möchten, um zum Rückbildungskurs, ins Kino oder einfach spazieren zu gehen, oder andauernd und regelmäßig wegen Berufstätigkeit. Gleich bleibt, dass Sie zu diesem Zweck Muttermilch gewinnen müssen. Probieren Sie rechtzeitig aus, welche Methode Ihnen angenehm ist. Sie können die Brust mit der Hand entleeren. Hebammen und Stillberaterinnen können Ihnen beibringen, wie es funktioniert. Wenn Sie lieber Muttermilch abpumpen möchten, befassen Sie sich bitte mit den unterschiedlichen Modellen wie Handmilchpumpen und elektrischen Pumpen. Entscheiden Sie sich für eine persönliche oder gemietete Milchpumpe und überlegen Sie, ob ein einfaches Pumpset reicht oder Sie gleich doppelseitig abpumpen, um Zeit zu sparen. Damit Sie wissen, was für Sie angenehm, komfortabel, schick, praktisch und finanzierbar ist, hilft es auch Pumpen auszuprobieren. Ihre Hebamme kann Ihnen verschiedene Modelle zeigen oder sogar ausleihen. Fragen Sie mal nach! In vielen Apotheken erhalten Sie elektrische Milchpumpen auf Rezept (dieses beim Gynäkologen besorgen).

Muttermilch -Vorräte schaffen und Aufbewahrung

Nutzen Sie das Wochenbett, um eventuell eine Milchvorrat anzulegen, damit später kein Stress durch Milchengpässe entstehen kann. Ihr Kind im Alter von zwei Monaten benötigt pro Tag etwa 800 ml Milch, die Trinkmenge einer Mahlzeit liegt bei 80-110 ml. Angenommen Sie sind einen ganzen Tag vom Baby getrennt, wäre es wünschenswert, wenn Sie 5-6 mal abpumpen, um den Tagesbedarf zu erhalten. Bei guter Speicherkapazität Ihrer Brust kann es auch weniger oft nötig sein. Sollten Sie unterwegs abpumpen, benötigen Sie eine Kühltasche für den Transport. Am Arbeitsplatz lagern Sie die abgepumpte Milch am besten in einem Kühlschrank. Für eine längerfristige Lagerung gelten folgende Richtwerte:

Ohne Kühlung (Bei Raumtemperatur, ca 21°C): ca. 6-8 Stunden

  • Die Milch muss dann umgehend verfüttert werden, bitte keine weitere Aufbewahrung!

Im Kühlschrank (+4°C bis +6°C): 72 Stunden

  • Milch, die innerhalb von 24 Stunden gesammelt wird, kann bei 4 bis 6°C aufbewahrt und dann eingefroren werden.

In der Tiefkühltruhe (bei -18°C): max. 6 Monaten

  • Tieffrieren ist eine ideale Konservierungsart für Muttermilch, wenn das Einfrieren schnell und das Auftauen schonend geschieht.

Hinweis: Eingefrorene und wiederaufgetaute Milch verändert oft ihren Geschmack. Verbrauchen Sie daher immer die am längsten gelagerte Milch zuerst. Lassen Sie Ihr Baby kosten, ob es die für Ihre Abwesenheit vorgesehene Milch trinken wird. Es kann helfen, die ältere Milch mit frisch abgepumpter Milch zu mischen.

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Bild: © Anna Om / Adobe Stock

Erfahre hier alles wichtige über das Füttern der Babyflasche. Angefangen von verschiedenen Fütterpositionen für euer Baby, bis zum richtigen Halten der Flasche.

So macht ihr beim Babyflaschen füttern alles richtig:

Das Fläschchen ist zubereitet, euer Baby naturgemäß bereit, nun kann es los gehen – das Füttern der Babyflasche. Für Babies sind wiederkehrende Handlungen wichtig, um sich im Alltag zurecht zu finden. Sie können sich so auf bevorstehende Situation einstellen. Das gibt ihnen Sicherheit und sie können die nötige Ruhe bekommen, die sie beim Trinken brauchen.

Gerade beim Füttern werden sie vor Freude wahrscheinlich mit den Armen rudern oder euch ihr schönstes Lächeln schenken, wenn sie zum Beispiel merken, dass ihr mit dem Fläschchen kommt, oder den Sessel zurecht rückt, auf dem ihr es euch immer bequem macht, wenn getrunken wird.

Der richtige Platz für die Babyflasche

Das Füttern der Flasche dient nicht nur dazu, dass euer Baby satt wird, sondern stärkt auch die Bindung zwischen euch und eurem Kind. Der enge Körperkontakt und die gleichzeitige Nahrungsaufnahme eures Kindes, sollte aktiv von euch genutzt werden. Haltet Blickkontakt und genießt den Moment nur mit eurem Baby. Der richtige Platz spielt eine große Rolle. Er sollte für euch und euer Kind bequem sein und die benötigte Ruhe bringen können. Nur so könnt ihr euch entspannen und das Füttern zu einem schönen Erlebnis werden lassen. Welcher Ort das ist, entscheiden dabei eure Vorlieben.

Die letzten Vorbereitungen

Bevor es nun daran geht euer Kind zu füttern, solltet ihr die Temperatur der Milch kontrollieren. Eine zu heiße Flasche wird eurem Kind beim trinken Schmerzen bereiten. Am besten testet man die Temperatur am eigenen Handgelenk. Lasst dazu einfach einen Tropfen Milch auf die Innenseite des Handgelenks tropfen. Fühlt es sich angenehm warm an, ist die Milch richtig temperiert und kann gefüttert werden. Sollte sie noch zu heiß sein, könnt ihr sie unter kaltem Wasser abkühlen oder noch ein paar Minuten stehen lassen.

Das Spucktuch nicht vergessen! Das ist nicht nur praktisch wenn die Milch aus den Mundwinkeln läuft, sondern auch beim späteren Bäuerchen.

LESEPAUSE-VIDEO: Eine typische Nacht mit Baby!

Die Trinkposition einnehmen

Nun könnt ihr euer Kind bequem in den Arm legen. Die meisten Eltern bevorzugen die Wiegehaltung, das heißt euer Kind liegt mit seinem Kopf in eurer Armbeuge und mit den Füssen auf eurem Schoss. Dabei solltet ihr den Arm etwas anheben, damit es jedoch bequem bleibt und bei längerem füttern nicht zu schwer, könnt ihr ein Kissen unter den Arm legen. So ist der Kopf etwas erhöht, was eurem Kind das trinken erleichtert.

Für eine andere Variante müsst ihr eure Beine anwickeln können. Dazu eignet sich das Sofa oder Bett prima. Einfach leicht liegend hinsetzen und die Beine anziehen. Euer Baby legt ihr nun in die entstandene Kuhle zwischen eurem Bauch und den Beinen. In dieser Position könnt ihr wunderbar Blickkontakt mit eurem Baby halten.

Die Flasche füttern

Nun ist alles bereit und der Spaß kann beginnen. Damit euer Kind den Mund öffnet, solltet ihr mit dem Sauger leicht über die Lippen streichen. Dadurch wird ein frühkindlicher Reflex (der Saugreflex) ausgelöst. Das Baby wird bei der Berührung die Lippen spitzen und versuchen, den Sauger einzusaugen. Das Fläschchen kann jetzt langsam weiter in den Mund geschoben werden.

Wenn die Kleinen nicht mehr ganz so klein sind, könnt ihr euch allerdings auf große leuchtende Augen, und einen weit geöffneten Mund freuen, wenn die Flasche auch nur im Ansatz ins Blickfeld gerät. Wenn euer Baby anfängt zu saugen, versucht darauf zu achten, dass die Lippen nach außen gewölbt sind. So saugt man weniger Luft ein, und vermeidet Blähungen und Bauchweh. Ob euer Kind die Flasche mit einem Mal leer trinkt oder es mehrere kleine Pausen braucht, hängt alleine von eurem Baby ab. Aber seit euch sicher, mit etwas Übung und Routine, werdet ihr ein gutes Team beim Flasche füttern werden.

Das Bäuerchen ist wichtig!

Hat euer Kind die Flasche ausgetrunken, oder signalisiert euch, dass es satt ist, nehmt die Flasche vorsichtig aus dem Mund. Nun ist die Zeit fürs Bäuerchen gekommen. Die Babys schlucken beim füttern leider nicht nur Milch, sondern auch Luft. Die muss nun aus dem Bauch wieder raus, sonst könnte euer Zwerg schnell von Bauchweh und Blähungen geplagt werden.

Nehmt das Baby dazu aufrecht auf den Arm. Günstig ist die Haltung, bei der euer Kind an eurem Oberkörper anliegt und dabei über die Schulter gucken kann. Streicht jetzt leicht über den Rücken und klopft sanft, um eurem Kind bei seinem Bäuerchen zu helfen. Durch die leichten Klapse kann die Luft leichter aufsteigen. Die Mahlzeit ist erst dann wirklich beendet, wenn das Baby ein oder zwei Mal aufgestoßen hat.

Viele Babys schlafen beim füttern ein. Wecken müsst ihr es nun nicht zum bauern. Legt sie einfach schlafend auf eure Schulter und streicht leicht über den Rücken. Meistens reicht das schon aus, damit die Luft nach oben steigt. Wenn partout kein Bäuerchen kommen mag, hat euer Kind wahrscheinlich kaum Luft geschluckt. Wenn es weiter schläft, lasst es ruhig, legt es so hin, dass ihr es sehen oder hören könnt. So bemerkt ihr sofort wenn euer Kind doch noch aufstößt und dabei vielleicht etwas spuckt.

Restliche Milch unbedingt entsorgen!

Auf ein Füttern zu einem späteren Zeitpunkt oder das spätere mischen mit frischer Milch sollte unbedingt verzichtet werden. In zubereiteter Milch können sich schnell Keime und Bakterien bilden, die bei eurem Kind zu einer Infektion des Magen-Darm-Traktes führen könnten.

Milchstau nach dem Abstillen: Was tun?

Wie äußert sich Milchstau?

Ein Milchstau nach dem Abstillen äußert sich vor allem durch Schmerzen in der Brust. Häufig verhärtet sich auch das Gewebe, was ebenfalls sehr schmerzhaft sein kann. Betroffene Frauen fühlen sich oftmals sehr schlapp und haben ein schlechtes Allgemeinbefinden. Mitunter tritt bei einem Milchstau auch Fieber auf. Unbehandelt kann er zudem eine Brustentzündung, auch Mastitis genannt, hervorrufen. Deshalb sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn sich die Symptome nicht nach einigen Tagen bessern oder sich stattdessen sogar verschlimmern.

Das hilft gegen Milchstau nach dem Abstillen

Bei einem Milchstau ist es wichtig, dass die Muttermilch aus der Brust abfließen kann. Dabei sollten Sie jedoch möglichst auf eine Milchpumpe verzichten – denn dadurch wird die Milchproduktion zusätzlich angeregt. Streichen Sie stattdessen die Milch lieber mit den Händen von oben nach unten sanft aus.

Wenn sich die Milch in der Brust staut, helfen am besten feuchte, kühlende Wickel. Diese lindern die Schmerzen, wirken entzündungshemmend und führen dazu, dass sich das Drüsengewebe zusammenzieht. Dadurch wird die Milchproduktion reduziert. Denselben Effekt haben auch engere BHs: Während sie in der Stillzeit tabu waren, sollten sie nun wieder getragen werden, um die Milchbildung einzudämmen und einem weiteren Milchstau vorzubeugen. Unterstützend dabei wirken auch mehrere Tassen Pfefferminztee oder Salbeitee täglich – diese sorgen ebenfalls dafür, dass sich die Milchdrüsen zusammenziehen. Helfen all diese Tipps bei einem Milchstau nicht, kann die Gabe von speziellen Medikamenten nötig sein, die dafür sorgen, dass die Milchproduktion nachlässt.

Milchstau

Was genau geschieht bei einem Milchstau?

Ein bis drei Tage nach der Geburt des Babys schießt die Milch in die Brust der Mutter ein. Der Geruch, der Anblick und letztendlich das Saugen des Babys lösen den Stillreflex aus und der Milchfluss kommt in Gang. Ein Milchstau entsteht dann, wenn einzelne Brustbereiche vom Kind nicht richtig leer getrunken werden. Es kommt immer wieder neu produzierte Muttermilch hinzu, die schließlich nicht mehr abfließen kann.

Die betroffenen Stellen der Brustdrüsen werden hart und äußerst schmerzempfindlich. Viele Frauen im Wochenbett fürchten sich vor einem Milchstau und haben Sorge, dann nicht mehr stillen zu können. Ein Milchstau ist sehr gut behandelbar und zumeist kein Grund zum Abstillen.

Häufige Ursachen

Neben möglichem Stress der Mutter, die sich auf das gemeinsame Leben mit ihrem Baby erst einstellen muss, hat ein Milchstau zumeist folgende Ursachen:

  • ein zu eng sitzender oder zu kleiner BH
  • ungünstige Stillhaltung
  • Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage, was bedeutet, dass sich das Verhältnis der bereitgestellten Milchmenge zur benötigten Trinkmenge erst einspielen muss
  • das Baby ändert plötzlich seinen Trinkrhythmus, etwa indem es mehr schläft und dafür größere Mengen auf einmal trinkt
  • seltener bilden sich während der Stillzeit oder kurz nach dem Abstillen sogenannte Milchzysten (medizinisch Galaktozele), die wie Pfropfen die Milchkanäle verschließen

Milchstau Symptome

Folgende Symptome treten bei einem Milchstau häufig auf:

  • Lokale Schmerzen: Die betroffene Region ist berührungsempfindlich, auch das Saugen des Babys schmerzt.
  • tastbare harte Stelle: Sofern sich die Milch lediglich an einer Stelle innerhalb der Brust gestaut hat, lässt sich zumeist ein harter Knoten ertasten.
  • Leichte Überwärmung der betroffenen Stellen

Brustentzündung im Wochenbett

Unbehandelt kann ein Milchstau zu einer Brustentzündung (medizinisch Mastitis) führen. Auslöser sind oft spezielle Keime, die sich in der angestauten Muttermilch ungehindert vermehren. Manchmal entwickelt sich die Infektion auch unmittelbar in den Milchgängen, ohne das Keime mit im Spiel sind. Der erhöhte „Staudruck“ in den Milchgängen kann nämlich dazu führen, dass Muttermilch in das umliegende Brustgewebe sickert und dort eine Entzündung hervorruft.

Möglichkeiten der Behandlung eines Milchstaus

Als Teil der natürlichen Therapie ist es zunächst wichtig, dass die stillende Mutter, trotz aller Probleme weiter stillt. Die Gesundheit des Babys ist durch den Milchstau nicht gefährdet. Weiterhin sollte die Mutter unbedingt versuchen, konsequent Ruhe einzuhalten. Sofern Überlastung mögliche Ursache für den Milchstau ist, funktioniert die Behandlung am besten, wenn zur Betreuung des Babys und eventuell noch weiterer Kinder, eine vertraute Person helfend zur Seite steht.

Manchmal gelingt es auf natürliche Weise, den Milchstau wieder aufzulösen. Hierfür sollte das Baby möglichst häufig angelegt werden, und zwar so, dass sein Unterkiefer zur betroffenen Stelle hin gerichtet ist.

Um den Milchfluss zu erleichtern, sollte die Brust vor dem Anlegen ein wenig angewärmt werden, etwa mithilfe von warmen Umschlägen, einem Kirschkernkissen oder einer Wärmflasche.

Nach dem Stillen hemmt Kühlen die Milchbildung, sodass die Brust Zeit bekommt, sich zu erholen. Ein eingewickeltes Kühlkissen oder kühle Quarkwickel sind hierfür gut geeignet.

Zusätzlich empfiehlt sich das sanfte Ausstreichen der betroffenen Brustregion in Richtung Brustwarze unter einer warmen Dusche. Danach bitte wieder kühlen.In jedem Fall sollte die Hebamme informiert werden, damit sie zu einem Hausbesuch vorbei kommt!

Wann zum Arzt?

Sofern sich trotz der genannten Maßnahmen innerhalb weniger Stunden die Symptome verschlechtern, Fieber auftritt oder eitriges Sekret aus der Brustwarze austritt, sollte die stillende Mutter einen Arzt aufsuchen. Es besteht die Gefahr, dass der Milchstau in eine Brustentzündung (Mastitis) übergeht. Der Mediziner wird geeignete Medikamente auswählen, die den Stau auflösen und somit auch die Beschwerden rasch zum Abklingen bringen.

Entgegen der noch häufig vertretenen Meinung ist die Einnahme bestimmter Antibiotika heute kein Grund mehr zum Abstillen.

Tipps für jede stillende Frau

  • Leider lässt sich ein Milchstau nicht immer vermeiden, das Risiko jedoch drastisch mindern.
  • Der Still-BH sollte gut passen und sitzen.
  • Bitte nicht streng nach Uhrzeit, sondern nach Bedarf des Babys stillen.
  • Sofern die Mutter im Wochenbett merkt, dass viel mehr Muttermilch vorhanden ist, als ihr Kind trinkt, sollte sie so lange die „Reste“ abpumpen oder ausstreichen, bis sich die Stillbeziehung perfekt eingespielt hat.
  • Manche Getränke, wie etwa Kräuter- oder Stilltee fördern die Milchbildung und sollten deshalb bei Milchüberschuss oder beginnendem Milchstau reduziert werden.
  • Wichtig sind ausreichend lange Ruhe- und Erholungsphasen. Deshalb sollten Mütter ruhig einmal „loslassen“ und das Baden, Wickeln und Schlafenlegen des Babys ruhig öfter dem Papa überlassen.

Schmerzende Brust nach Abstillen

Antwort auf:

Schmerzende Brust nach Abstillen

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Liebe Steffi,
sind die Schmerzen auch mit einem Spannungsgefühl verbunden?
Es ist vollkommen normal, dass nach einer Woche noch Milch gebildet wird. Es dauert einige Zeit, bis keinerlei Milch mehr gebildet wird (Wochen bis Monate) und die Brust sozusagen wieder „inaktiv“ wird.
Solange Sie keine Probleme mit einer prallen, schmerzhaft spannenden Brust oder einem Milchstau usw. haben, besteht überhaupt kein Handlungsbedarf. Ihre Brust wird ganz allmählich die Milchproduktion vollständig einstellen und noch in der Brust vorhandene Milch wird vom umgebenden Gewebe resorbiert werden. (Keine Sorge, die Milch in der Brust wird nicht „schlecht“).
Sobald Sie jedoch Stauungen oder ein unangenehmes Spannungsgefühl bekommen, können Sie gerade so viel Milch mit der Hand ausstreichen (oder ganz vorsichtig abpumpen), dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr ausstreichen, sonst wird die Milchbildung weiter angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen.
Sie brauchen Ihre Trinkmenge NICHT einzuschränken, sondern können und sollen weiterhin entsprechend Ihrem Durstgefühl trinken. Es hat sich allerdings als sinnvoll erwiesen, den Kochsalzkonsum in der Abstillperiode einzuschränken.
Manche Frauen empfinden einen stützenden, aber in keinem Fall einengenden BH in der Abstillphase als angenehm. Zwingend notwendig ist es jedoch nicht, einen BH zu tragen.
Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um den Abstillprozess zu unterstützen, wenn Sie sich hierfür interessieren, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme.
Widerstehen Sie der Versuchung immer wieder ein bisschen an der Brust herumzudrücken, um zu sehen „ob da noch was ist“. Auf diese Weise kann die Milchproduktion auf geringen Niveau weiterhin aufrecht erhalten bleiben. Sobald nicht mehr an der Brust manipuliert wird, hört dann auch die Milchbildung nach einer Weile endgültig auf.
Sollten die Schmerzen anhalten, lassen Sie bitte die Brust von Ihrer Frauenärztin/arzt anschauen.
LLLiebe Grüße
Biggi Welter

von Biggi Welter, Stillberaterin am 15.01.2003

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