Abstillen nach 6 monaten

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Wann wird Milch weniger (nach dem abstillen)

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Wann wird Milch weniger (nach dem abstillen)

Liebe dieAnni,
die Milchbildung in der Brust hört nicht von jetzt auf gleich auf, das dauert eine Weile, bis zum endgültigen Versiegen der Milchproduktion vergehen sogar Wochen bis Monate!
Solange Du Stauungen oder ein unangenehmes Spannungsgefühl bekommst, kannst Du gerade so viel Milch mit der Hand ausstreichen (oder ganz vorsichtig abpumpen), dass die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlst. Nicht mehr ausstreichen, sonst wird die Milchbildung weiter angeregt. Zusätzlich kannst Du die Brust kühlen.
Du brauchst deine Trinkmenge NICHT einzuschränken, sondern kannst und sollst weiterhin entsprechend deinem Durstgefühl trinken. Es hat sich allerdings als sinnvoll erwiesen, den Kochsalzkonsum in der Abstillperiode einzuschränken.
Manche Frauen empfinden einen stützenden, aber in keinem Fall einengenden BH in der Abstillphase als angenehm. Zwingend notwendig ist es jedoch nicht, einen BH zu tragen.
Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um den Abstillprozess zu unterstützen (wie zum Beispiel Pfefferminz- und Salbeitee), wenn Du dich hierfür interessierst, wende dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme.
Ich selbst kann und darf dir zu bestimmten Medikamenten keine Aussage geben, aber Phytolakka ist ein häufig eingesetztes Mittel. Und Salbeitee wirkt bei jeder Frau unterschiedlich, du kannst es mit 2-3 Tassen, über den Tag verteilt, probieren.
Sobald Du keine Probleme mit einer prallen, schmerzhaft spannenden Brust oder einem Milchstau mehr usw. hast, besteht überhaupt kein Handlungsbedarf. Deine Brust wird ganz allmählich die Milchproduktion vollständig einstellen und noch in der Brust vorhandene Milch wird vom umgebenden Gewebe resorbiert werden. (Keine Sorge, die Milch in der Brust wird nicht „schlecht“).
Widerstehe der Versuchung immer wieder ein bisschen an der Brust herumzudrücken, um zu sehen „ob da noch was ist“. Auf diese Weise kann die Milchproduktion auf geringen Niveau weiterhin aufrecht erhalten bleiben.
Lieben Gruß
Kristina

von Kristina Wrede, Stillberaterin am 02.03.2012

Langsames Abstillen

Beim langsamen, konventionellen Abstillen wird die Muttermilch mehr und mehr durch Säuglingsmilch aus dem Schoppen oder Beikost ersetzt und die Milchbildung geht dadurch zurück. Das Baby regt den Nachschub nicht mehr so stark an, und das Drüsengewebe bildet sich nach dem Abstillen langsam in den vorgeburtlichen Zustand zurück.

Grundsätzlich versiegt die Milchproduktion umso schneller, je seltener die Brust stimuliert und entleert wird. Das geht aber nicht einfach so von heute auf morgen. Je mehr Zeit Sie sich dafür nehmen können, umso besser, denn so vermeiden Sie Komplikationen wie Milchstau und Brustentzündungen und machen Ihrem Baby die Entwöhnung leichter. Ausserdem bleibt Ihr Busen so besser in Form! Denn meist fühlt sich die Brust nach dem Abstillen recht weich und schlaff an. Aber keine Panik: Nach wenigen Monaten hat sich wieder eine feste Fettschicht aufgebaut. Die Brustwarzen bleiben jedoch noch länger dunkel und empfindlich.

Am reibungslosesten funktioniert das Abstillen, wenn Sie pro Woche eine Stillmahlzeit durch Beikost bzw. eine Schoppenflasche (Folgemilch) ersetzen. Als erstes fällt die Brustmahlzeit fort, bei der am wenigsten getrunken wird oder am wenigsten Milch in der Brust ist. Am besten geeignet wäre die Abendmahlzeit, aber zum Einschlafen geniessen Babys das Nuckeln an der Brust besonders. In der Praxis wird deshalb meist die Mittags- oder Nachmittagsmahlzeit ersetzt. Ihr Baby sollte auf jeden Fall weder zu hungrig noch zu müde sein, um mit dem Löffel zu essen. Bei Babys unter fünf Monaten wird eine Stillmahlzeit durch einen Schoppen ersetzt. Auch hier möglichst langsam, so kann sich das Kind langsam auf die neue Kost umstellen und die Eltern müssen nicht in Panik geraten, wenn es nur zaghaft aus dem ungewohnten Schoppen trinkt. Rechnen Sie auch mit Rückschlägen: Kinder, die anfangs begeistert vom Löffel gegessen haben, verweigern ihn manchmal bei Krankheiten oder beim Zahnen wieder.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie Ihrem Kind nur noch eine Brust im Wechsel und (wenn es mindestens fünf Monate alt ist) vor dem Stillen löffelweise etwas Gemüsebrei geben, sodass es die Brust nicht mehr ganz leer trinkt.

Mit einigen Tassen Salbei- und Pfefferminztee pro Tag können Sie das Abstillen unterstützen. Auch ein Aufguss von Mönchspfefferfrüchten und Kermesbeerenwurzeln verringert die Produktion.

Tragen Sie einen straff sitzenden (aber nicht abschnürenden!) BH oder wickeln Sie ein Tuch um die Brust; der Druck schränkt die Durchblutung ein und vermindert die Milchmenge. Kühlen der Brust mit einem Cold-Pack aus der Apotheke bewirkt dasselbe und beugt ausserdem einer Brustentzündung vor. Legen Sie es aber nicht direkt auf die Haut, sonst gibt es möglicherweise Erfrierungen. Ab und zu sollte die Brust massiert oder leicht ausgestrichen werden, damit es keinen Milchstau gibt. Aber Vorsicht – nicht zu stark, denn das regt den Nachschub an.

Kampferhaltige Salben sollten wegen ihrer toxischen Dämpfe und der möglichen Allergie-Auslösung nicht mehr verwendet werden, auch von kalten Alkoholumschlägen raten Stillberaterinnen heute ab. Abpumpen ist während des Abstillens eigentlich nicht oder nur ganz wenig erlaubt, gerade so, dass der Druck in der Brust genommen wird – also höchstens halb leer pumpen!

Wenn Sie mit diesen natürlichen Massnahmen Schwierigkeiten haben, wird Ihr Arzt, Ihre Ärztin Ihnen ein Medikament (z.B. mit den Wirkstoffen Cabergolin) geben, das die Produktion des Stillhormons und damit die Milchbildung hemmt.

Wichtig ist, dass Sie Ihre Brust auch nach dem Abstillen noch regelmässig kontrollieren, da es unter Umständen auch Monate später noch zu einer Brustentzündung kommen kann.

Übrigens: Frauen, die ihre Kalorienzufuhr nach dem Stillen nicht reduzieren, nehmen selbstverständlich an Gewicht zu. Energie, die für die Milchproduktion verbraucht wurde, setzt sich dann in Form von Pölsterchen auf den Hüften ab. Vorübergehend kann es aber bei manchen Frauen zu einer Gewichtsabnahme durch Verlust von eingelagertem Gewebswasser kommen. Und bedenken Sie, dass bei selteneren Stillmahlzeiten bzw. beim vollständigen Abstillen Eisprung und Ovulation wieder einsetzen. Besprechen Sie also spätestens jetzt mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin, welches Verhütungsmittel für Sie geeignet ist.

Häufige Fragen zum Thema

Ich stille mein 17 Monate altes Kind noch morgens und abends. Jetzt bin ich wieder schwanger. Muss ich unbedingt abstillen?

Letzte Aktualisierung : 26-11-19, BH / CMA

Jede Stillzeit hat ihr Ende. Optimal wäre es, wenn Mama und Kind das Ende des Stillens gleichermaßen wollen. Aber so eine Situation ist eher selten und so muss oftmals ein gesunder Kompromiss gefunden werden.

Ich zum Beispiel habe meine drei Kinder jeweils 15, 18 und 25 Monate gestillt. Nummer vier hängt nach mittlerweile 101 Monaten noch immer an der Brust.

Mein ältestes Kind hat sich von selbst abgestillt: Eines Abends verzog es das Gesicht und machte „bäh“. Zugegeben, ich war ein wenig beleidigt – fand aber wenige Tage später heraus, dass ich wieder schwanger war und dass sich der Geschmack der Milch mit einer Schwangerschaft ändert. Das zweite Kind hat immer weniger getrunken und schließlich meine abendliche Ansage, dass ab sofort die Stillzeit beendet sei, zufrieden geschluckt, sich in den Schlaf singen lassen und nie wieder nach der Brust verlangt. Das dritte Kind und ich, wir haben uns das Abstillen viel schwerer gemacht. Ich habe mehrere Anläufe genommen, die Trinkmahlzeiten zu reduzieren und bin damit kläglich gescheitert. Mein Kind hat mit Kurz-vor-Zwei zwar akzeptiert, dass es tagsüber keine Milch mehr gab. Aber: In besonders unglücklichen Momenten hat es dennoch auch tags nach der Brust verlangt. Nachts wachte es alle drei, vier Stunden auf, um zu trinken und zu nuckeln.

Ich habe mir Rat bei Hebammen aus dem Okzident wie dem Orient geholt: Die meisten Ratschläge liefen wegen der Hartnäckigkeit meines Kindes darauf hinaus, konsequent zu verweigern und gleichzeitig Abscheu vor der Brust hervorzurufen – mit Mittelchen wie Bittermandelaroma oder Senf.

Um es kurz zu machen: Als ich schließlich völlig erschöpft von all dem Experimentieren war, habe ich es auf die in meinen Augen „harte Tour“ gemacht: Ich habe mein wütendes und bis zur Erschöpfung – meiner, seiner und der der ganzen Familie – schreiendes Kind zwei Nächte lang für Stunden abgelenkt und getröstet und mich schweren Herzens und tränenden Auges verweigert. In der dritten Nacht habe ich das erste Mal seit Jahren durchgeschlafen. Mein Kind auch. Und das taten wir fortan. Bis zur Ankunft von Nr. 4. Das war der nächste Abnabelungsschritt.

Alles, was ich in meiner bisherigen „Abstillzeit“ selbst an Rat bekommen und an eigenen und den Erfahrungen anderer gesammelt habe, ist in der folgenden Liste aufgezählt.

Die 10 hilfreichsten Tipps zum Abstillen im Überblick

  1. Milchproduktion drosseln
  2. Milchstau vorbeugen
  3. Schnelle Abstill-Pille
  4. Brustgeschmack ändern
  5. „Milchersatz“ zum Trinken
  6. Möglicher „Brustersatz“
  7. Ablenkung beim nächtlichen Aufwachen
  8. Neues Einschlafritual
  9. Personalwechsel
  10. Belohnung für Lernerfolg

Milchproduktion drosseln: Angebot bei Nachfrage

Das Stillen ist eine Sache von Nachfrage und Angebot. Solange das Kind angelegt wird und saugt, produziert Mama Milch. Wer es schafft, die Nachfrage nach Muttermilch zu reduzieren, senkt auch das Angebot. Das kann gut gehen oder auch nicht.

Wer noch recht viel Milch produziert und abstillen möchte, kann mit Salbeitee versuchen, die Milchproduktion herunterzufahren und gleichzeitig das Kind weniger bis gar nicht mehr anzulegen. Dazu trinkt man drei Mal täglich eine frisch aufgebrühte Tasse Salbeitee, der etwa zehn Minuten Zeit zieht, bevor er abgeseiht wird.

Salbei kann Generationen von Hebammen zufolge die Milchbildung beeinflussen beziehungsweise verringern. Man sagt auch, dass Salbei die Milchdrüsen zusammenziehen lässt und so einen Milchstau verhindert. Andere Quellen beschreiben die milchbremsende Wirkung des Salbeis – verweisen jedoch darauf, dass es der Medizin noch nicht gelungen sei, aufzuklären, wie Salbei das eigentlich schafft.

Ich habe die Milchproduktion damit nicht merklich verringert. Aber dann bekam ich den Hinweis meiner Hebamme, es mit dem Mittel Phytolacca auszuprobieren. Das Mittel Phytolacca ist allerdings nicht unumstritten.

Allgemein wird auch geraten, in der Abstillzeit einen möglichst engen BH zu tragen und eher wenig zu trinken.

Milchstau vorbeugen: Ausstreichen der Milch und Kühlen der Brust

Wenn das Kind während der Abstillzeit weniger angelegt wird, verbleibt mehr Milch in der Brust – das kann zu Beschwerden führen: Die Brüste werden praller, die Milch staut sich, Entzündungen können entstehen.

Wer also merkt, dass sich zuviel Milch in der Brust sammelt, kann die Milch vorsichtig ausstreichen – ein Abpumpen wäre kontaproduktiv, da es die Saugbewegung des Kindes imitiert und somit die Brust nur wieder anregt, neue Milch zu produzieren.

Zum Ausstreichen geht man am Besten unter eine warme Dusche oder ins warme Wannenbad. Die Wärme erleichtert das Vorhaben, die Milch aus den sogenannten Milchseen, oder auch Milchkammern, zu streichen.

Die La Leche Liga empfiehlt folgende Ausstreichtechnik:
1. Formt mit Daumen und Mittelfinger ein C.
2. Legt Daumen und Mittelfinger anschließend jeweils in Daumenbreite hinter die Brustwarze auf die Brust.
3. Hebt die Brust leicht an.
4. Drückt dann mit Daumen und Mittelfinger in Richtung Brustkorb, also waagerecht nach hinten.
5. Rollt Daumen und Finger nach vorne ab, als wolltet ihr deren Abdrücke auf der Brust machen.

Diese Bewegungen könnt ihr fortlaufend wiederholen. Wandert dabei rundum um die Brust, damit ihr alle Milchkammern zu fassen kriegt und entleeren könnt. Benutzt dazu jeweils beide Hände. Geraten wird auch, die Brüste zwischendurch sanft zu schütteln und mit kleinen, kreisenden Bewegungen zu massieren. Das soll den Milchflussreflex anregen.

Anschließend sorgt ein Kühlen der Brust – mit einem kalten Wasserstrahl oder einem geeigneten Kühlkissen dafür, dass sich das milchproduzierende Gewebe zusammenzieht. Auch kühlende Quarkwickel sind hier ein oft gegebener Ratschlag.

Schnelle Abstillpille: Den Prozess mit Tabletten beschleunigen

Der natürliche Abstillvorgang soll im Schnitt zwei Wochen dauern. Manchmal erfordern es die Umstände, dass es schneller gehen muss. Etwa, wenn die Mutter medikamentös behandelt werden soll oder einen unaufschiebbaren Job erledigen muss.

Für solche Fälle gibt es Medikamente, sogenannte Prolaktinhemmer. Dazu muss man wissen, wie die Milchbildung abläuft. Etwas vereinfacht dargestellt, wird Milch mithilfe von Prolaktin im Hypophysenvorderlappen gebildet und durch Oxytocin ausgeschüttet. Das wiederum wird beim Saugen freigesetzt, verursacht aber auch Wehen. Oxytocin wird außerdem während eines Orgasmus verstärkt ausgeschüttet: Das erklärt auch das befriedigende Gefühl bei Frauen, das das Stillen hervorruft und mitunter Grund dafür sein kann, dass einer Mama das Abstillen schwer fällt.

Kurz: Das Abstill-Medikament hemmt über sogenannte Dopaminrezeptoren des Hypophysenstiels die Freisetzung von Prolactin. Wirkbedingung ist, dass das Kind nicht saugt und somit kein Oxytocin ausgeschüttet wird. Der Prolactin-Hemmer ist ein Medikament, eine chemische Keule – deshalb muss ich den folgenden Satz loswerden: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragt bitte unbedingt euren Frauenarzt!

Brustgeschmack ändern: Das Säugen unangenehm machen

Wenn Mama bereit ist, die Brust nicht mehr anzubieten, hilft es manchen stark danach fragenden Kindern, wenn sie merken, dass die Brustwarze nicht wie gewohnt nach Mama und Milch schmeckt, um davon loszukommen.

Deshalb kursieren eine ganze Reihe von „bewährten Geheimwaffen“ unter Stillmüttern und Hebammen, die dem Kind den Brustgeschmack versauen sollen: Meine Hebamme riet mir zu Bittermandelaroma, das ich im Bio-Supermarktregal zwischen den Backzutaten fand. Der Geruch des Zeugs ist widerlich süß und der Geschmack tatsächlich ekelhaft bitter.

Um es kurz zu machen, hier und anderswo werden Senf, Harissa, Lebertran oder Wasabi auf die Brust geschmiert. Bei mir hat schon das Bittermandelaroma böse gebrannt, wenn ich es auftrug. Und nicht vergessen: Manche Kinder mögen es ja auch ganz gern scharf. Den Versuch mit Kaffeepulver habe ich gelassen – das Koffein wollte ich meinem Kind nicht anbieten.

„Milchersatz“ zum Trinken: Gewohnte Mahlzeit ersetzen

Wer ein Abstillen plant, kann versuchen, das Kind umzuprogrammieren. Nämlich von Muttermilch auf normale (Baby-)Nahrung oder auch Muttermilch-Ersatz. Und damit meine ich keine Kuhmilch. Denn ich glaube, Kuhmilch ist optimal fürs Kälbchen – wie meine Milch es für meine Kinder ist. Und deshalb setze ich Kuhmilch in unserer Familie als ganz normales Nahrungsmittel ein.

Sehr viele Abstill-Tipps gehen in die Richtung, die letzte Abendmahlzeit besonders sättigend zu gestalten. Mit Milchbreis, Getreidebreis und anderem. Da mein drittes Stillkind bereits vollwertig am Familienessen teilnahm, habe ich die Muttermilch-Mahlzeit zum Einschlafen mit spezieller Babynahrung, sogenannter Folgemilch, ersetzt.

Der Austausch hat ganz gut geklappt. Mein Kind hat sich den Bauch dann eben mit dem Fläschchen vollgetrunken und dann nur noch ein Schlückchen aus der Brust genommen – anschließend allerdings stundenlang an der Brust genuckelt, um einzuschlafen.

Möglicher „Brustersatz: Schnuller statt Brustwarze?

Manche Kinder gehen auf den Deal ein und lassen sich mit einem Schnuller statt der Brust zum Einschlafen bewegen. Meine nicht. Nie. Wie also soll Mama das bloße Nuckeln an der Brust beenden?

Zunächst einmal geht das wohl nur, wenn Mama auch tatsächlich abstillen will. Doch dazu muss man zunächst bedenken, dass das Nuckeln nicht nur Macht der Gewohnheit sondern auch tatsächliches Bedürfnis ist, um beispielsweise alltägliche Dinge zu verarbeiten, sich zu beruhigen und friedvoll einzuschlafen.

Manche Mütter berichten, sie haben ihrem Kind das Nuckeln abgewöhnt, indem sie es einfach von der Brust nahmen, wenn sie spürten, dass es nicht mehr saugt. Ich wusste aus – zugegeben seltenen – Situationen, dass mein Kind auch ohne Brust einschlafen konnte. Ein Schnuller hat mir beim Abstillen meines Dritten nicht geholfen – wohl aber eine Nuckelflasche.

Die habe ich als inszeniertes Ritual gemeinsam mit dem Kind gekauft und gemeinsam gefüllt – zunächst mit warmer Folgemilch und später mit Bio-Kuhmilch, die mit einem winzigen Schuss Agaven-Dicksaft gesüßt wurde. Die Mischung durfte mein Kind höchstpersönlich rühren und wir haben dabei ein kleines Kinderlied gesungen: „Rühre, rühre Löffelstiel, kleine Kinder rühren viel, große noch viel mehr!“ Was soll ich sagen: Mein Kind hat die Nuckelflasche angenommen.

Ablenkung beim nächtlichen aufwachen: Manöver der S-Klasse

Die Wieder-Aufwach-Momente während der Abstillnächte können Mütter und den Rest der Familie in den nervlichen Zusammenbruch treiben: Mama ist ja vom Abstillen an sich körperlich schon massiv gefordert. Und bräuchte ihren Schlaf. Sie hat schließlich schon tagsüber alles getan, um das Abstillkind bei Laune zu halten.

Doch da ist man ja meist nicht allein, Familie und Freunde sind eine prima Ablenkung. Das Kind bräuchte den Schlaf übrigens auch, nur sieht es das ganz anders. Erschwerend kommt außerdem die Tatsache hinzu: Mamas Hormone treiben beim Abstillen ihr wechselvolles Spiel – sie schwebt zwischen Himmelhochjauchzend und Zutodebetrübt.

Ich hatte Momente, da wollte ich eigentlich nur weglaufen – oder die Brust einfach wieder hinhalten. Nur, damit das Kind endlich aufhört, zu jammern, zu meckern, zu weinen, zu schreien, zu treten und zu strampeln. Ich habe das Kind kaum noch halten können und es deshalb aufs Fensterbrett gesetzt. Dann habe ich es in mein „Trageding“ (Ergo-Carrier) gepackt und gewartet, bis es eingeschlafen war. Das funktionierte, weil mein Kind den Ergo als Einschlafhelfer seit langem kannte. Die erste Abstillnacht habe ich das drei Mal gemacht, jeweils für mehr als eine Stunde. In der zweiten Nacht musste ich das nur noch ein Mal tun. In der dritten Nacht schlief es durch. Und ich mit ihm.

Neues Einschlafritual: „Kinder brauchen Rituale.“

Diesen Satz hat wohl jede Mutter schon mal gehört. Die meisten werden der Aussage zustimmen, oder? Denn tatsächlich ist für Kinder genau das hilfreich, um bestimmte Zusammenhänge zu erkennen und instintiv begreifen zu lernen.

Dem Einschlafritual kommt dabei eine besonders große Bedeutung zu. Niemals sonst ist der Vertrauensvorschuss, den uns das Kind gibt, wohl größer als beim Einschlafen: Sich fallen lassen, sich von Mamas Blick zu trennen, ohne schon zu wissen, dass man morgens wieder aufwachen und in Mamas Augen blicken wird, das ist schwer. Deshalb soll man auch beim ersten Einschlafen Raum für Rituale schaffen. Klappt es nämlich, fällt es dem Kind auch leichter, in der Nacht weiterzuschlafen.

Fürs Abstillen bedeutet das, dass viele Kinder wohl zunächst durchschlafen lernen – wobei durchschlafen hier nicht meint, von abends bis morgens, sondern vier, fünf, sechs Stunden am Stück. Ich habe Rituale gefunden, die den Kindern signalisieren, dass es ist Zeit zum Schlafen ist.

Das hat nicht nur fürs Abstillen geholfen: Bis heute gehen sie freiwillig und vor allem gerne ins Bett – ohne zu murren, ohne wieder auf der Bildfläche zu erscheinen – Notfälle ausgenommen. Darauf bin ich stolz. Dabei passen sich die Rituale an die Bedürfnisse der wachsenden Kinder an. Dem Kinderlieder-Vorsingen nach Wunsch folgte das gemeinsame Vorsingen, dann kam das Geschichten erzählen, dem die Märchenzeit folgte. Ausgedachte Geschichten haben wir uns lange gegenseitig erzählt.

Heute verschwinden die großen Geschwister nach dem Zähneputzen gemeinsam und haben einige Minuten für sich. Dann ist Ruhe. Darauf kann ich mich verlassen – und am Ritual für das Kleinste basteln: Wir kuscheln und landen dabei fast immer in einer bestimmten Haltung, der Kindskopf ruht dabei in meiner Achsel. Das Kind trinkt an der Brust und schwupps ist es eingeschlafen.

Personalwechsel: Wenn nichts mehr hilft – Rollen tauschen

Eine Freundin von mir berichtete, sie habe sich ihr großes Kind geschnappt und den Vater mit dem Kleinen für drei Tage zu Hause gelassen. Dazu muss man wissen, dass er das Kind zuvor an Wochenenden schon tagsüber allein betreut hatte.

Für die Freundin und deren Familie war das ein hilfreicher Weg beim Abstillen. Andere spannen zu diesem Zweck Oma und Opa oder andere Verwandte ein. Ihr kennt euer Kind und könnt am Besten einschätzen, wie es diesen Personalwechsel überstehen wird. Meine Nr. 4 habe ich schon zwei Mal mitten in der Nacht von Oma abholen müssen, weil das Einschlafen ohne meine Milch zwar geklappt hatte, aber das Wiedereinschlafen in der Nacht dann nicht.

Die Light-Variante davon ist, dass der Papa einfach mit dem Abstillkind zu Bett geht und über Nacht bei ihm bleibt. Das klappt nach meiner Erfahrung aber nur bei jüngeren Kindern.

Feiern Sie sich und das Kind!

Nach der ersten durchschlafenen Nacht habe ich am Morgen meinem über Nacht offensichtlich gewachsenen Kind gezeigt, wie sehr ich mich über unseren gemeinsamen Lernprozess und den erzielten Erfolg freue. Wir hatten es geschafft! Ich habe ihm immer wieder gesagt, wie stolz ich auf es bin und wie groß es jetzt ist.

Ich habe das über den folgenden Tag verteilt immer wieder wiederholt. Abends betont und nach der zweiten durchschlafenen Nacht ebenso. Dann hat mein Kind das übernommen und es mir am dritten Abend selbst gesagt.

Geholfen hat mir übrigens immer dieser Satz meiner Hebamme: „Mit zwölf wird dem Kind das Stillen peinlich – und es lässt es von allein sein.“

Ich fand darin Trost. Obwohl ich weiß, dass bei Kind Nr. 4 erneute Abstill-Arbeit anfällt. Vielleicht hilft die Weisheit euch ja auch über die Abstillnächte hinweg. Viel Erfolg!

Foto: Doreen Brumme

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Babynahrung: Wissenswertes zu Muttermilch, Folgemilch, Beikost und Co.

Unbestritten – Muttermilch ist die beste Babynahrung, gerade für Neugeborene. Doch Mütter, die nicht stillen wollen oder können, müssen keine Schuldgefühle haben. Denn auch künstliche Säuglingsmilch versorgt Babys mit den lebensnotwendigen Nährstoffen. Vor dem Drogerieregal sind junge Eltern häufig überfordert, welche Säuglingsmilch die richtige ist: Pre-Milch, Folgemilch oder HA-Nahrung? Und ab wann sollte mit der Beikost gestartet werden? Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei der Ernährung Ihres Babys achten müssen.

Die Muttermilch liefert wichtige Nährstoffe

Muttermilch liefert Babys wichtige Nährstoffe und ist in ihrer Zusammensetzung perfekt auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt. Die Inhaltsstoffe der Muttermilch sind leicht verdaulich, und beim Stillen werden wichtige Abwehrstoffe der Mutter auf dass Baby übertragen, wodurch sein Immunsystem gestärkt wird. Zusätzlich hilft das Stillen in den ersten sechs Monaten Allergien vorzubeugen, etwa gegen das in Kuhmilch enthaltene Milcheiweiß.

Während des Stillens können Mutter und Kind zudem durch den engen Körperkontakt eine innige emotionale Beziehung aufbauen. Auch für die Mutter birgt die Ernährung des Babys mit Muttermilch Vorteile: Die Abgabe des Hormons Oxytocin beim Stillen sorgt für eine schnellere Regeneration des Körpers nach der Entbindung. Außerdem werden beim Stillen Kalorien verbrannt und das Brustkrebsrisiko wird gemindert.

Flaschenmilch als alternative Babynahrung

Wer sein Baby nicht stillen kann oder möchte, kann auf künstliche Flaschenmilch zurückgreifen. Die industriell gefertigte Säuglingsmilch ist auf die Ernährungsbedürfnisse und das noch unreife Verdauungssystem der Säuglinge abgestimmt und daher fast so gesund wie Muttermilch. Wichtig ist allerdings gerade in den ersten Lebensmonaten, dass die richtige Babynahrung ins Fläschchen kommt.

Das Prinzip: „möglichst viel und möglichst fettig, mein Kind muss schließlich wachsen,“ ist grundsätzlich falsch. Der Verdauungstrakt von Neugeborenen muss erst lernen, richtig zu arbeiten, und kann Kohlehydrate und Milchzucker nur langsam verdauen. Wird ihm zu früh zu viel Arbeit zugemutet, drohen Verdauungsstörungen, Allergien oder sogar schwere Nierenschäden.

Packungsangaben bei der Zubereitung von Flaschennahrung beachten

Achtung: Schreit Ihr Kind bei der Stuhlentleerung und weist die Ausscheidung sogar Blutspuren auf, ist möglicherweise zu viel Milchpulver die Ursache. Gehen Sie in diesem Fall unbedingt zum Kinderarzt. Aber auch zu wenig Milchpulver pro Flasche ist nicht ratsam, denn längerfristig werden dadurch die Entwicklung und das Wachstum des Kindes beeinträchtigt, da es zu wenig Nährstoffe bekommt.

Achten Sie deshalb genau auf die Altersangaben der Säuglingsnahrung und halten sich an die Packungsangaben. Das vom Hersteller empfohlene Mischverhältnis ist geprüft und genau dem Alter des Kindes angepasst. Meint man es hier „zu gut“ oder mischt gar Kuhmilch oder Sahne unter, besteht die Gefahr, dass das Baby zu dick wird und die Milch nicht gut verträgt. Noch ein Tipp: Ärzte und Hebammen empfehlen bei einem Produkt zu bleiben, da das Verdauungssystem durch jede „Neuerung“ belastet wird.

Keine Selbstversuche: Flaschenmilch nicht selber herstellen

Auf keinen Fall sollten Eltern versuchen, Säuglingsnahrung selbst herzustellen, warnt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln. In Deutschland produzierte Flaschennahrung unterliegt dem BVKJ zufolge strengen hygienischen Auflagen, ist schadstofffrei und versorgt das Baby mit den nötigen Nährstoffen. „Selbst angefertigte Flaschenmilch aus Kuh-, Schaf-, Ziegen-, Stuten- oder Sojamilch oder auf Getreide-, Reis- beziehungsweise Mandelbasis kann diese Anforderungen nicht erfüllen“, so Fegeler.

Pre-Milch von Beginn an

Für ein Neugeborenes eignet sich am besten die so genannte Pre-Nahrung. In den ersten vier bis sechs Monaten kann sie – wie auch Muttermilch – ausschließlich und nach Bedarf in beliebiger Menge gefüttert werden. Die Säuglingsmilch ist der Muttermilch weitgehend angepasst beziehungsweise adaptiert. Diese erste Milch enthält nur Milchzucker, ist ähnlich dünnflüssig wie Muttermilch und sättigt trotzdem gut.

Alternativ zur Pre-Nahrung können sich Eltern für die 1er Säuglingsmilch-Nahrung entscheiden – dies sollten Sie aber mit Ihrer Hebamme besprechen. Diese Milch enthält neben Milchzucker Stärke, so dass die Nahrung dickflüssiger, sämiger und sättigender ist. Für kräftigere Babys, die einen größeren Appetit haben, ist die 1er-Nahrung eine Alternative zur dünnflüssigen Pre-Nahrung. „Pre“- und „1“-Nahrungen eignen sich laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zur Fütterung von Geburt an sowie im gesamten ersten Lebensjahr.

Folgemilch oder auch 2-er Milch

Etwa ab dem fünften Monat können Sie Ihrem Kind die so genannte Folgenahrung 2 anbieten, auch Folgemilch genannt. Der Wechsel zu einer Folgemilch ist aber nicht unbedingt notwendig – die 1er-Milch kann bis Ende der Flaschennahrung gegeben werden. Da jedoch in der 2er-Milch mehr Kalorien und Eiweiß enthalten sind, sättigt sie mehr. Außerdem werden im Magen des Babys verschiedene Eiweiße zu unterschiedlichen Zeiten gespalten, was ebenfalls zu einem längeren Sättigungsgefühl führt.

Eine Ähnlichkeit zu Muttermilch besteht hier allerdings kaum noch. Folgemilch sollte nicht vor dem fünften Monat gefüttert werden, da durch den höheren Eiweißgehalt sonst die Nieren des Sprösslings zu sehr belastet werden. Frühestens mit Einführung von Beikost kann Folgemilch eingesetzt werden, rät das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf der Plattform „gesund-ins-leben.de“. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hält die Ernährung von Kleinkindern mit Folgemilch nicht für notwendig.

3er-Milch – böse Milch?

Die 3er-Milch ist frühestens für Kinder ab dem zehnten Monat geeignet. Mittlerweile wird das Baby auch mit Beikost gefüttert, so dass die Milchnahrung allmählich in den Hintergrund tritt und das Kind die wichtigen Nährstoffe aus fester Nahrung zu sich nimmt. Fakt ist, dass Kinder in diesem Alter einen höheren Nahrungsbedarf haben, da sie viel wachsen. Doch die Meinungen, ob der Bedarf durch die 3er-Milch gedeckt werden soll, gehen auch hier auseinander.

Manche Ernährungsexperten sagen, man dürfe sie gar nicht geben, da sie Eiweiße und Zucker im Überfluss enthalte und damit die Nieren bei der Entwicklung störe. Durch den hohen Anteil an Stärke würde sie zudem Übergewicht fördern. Andere sagen, dass die Kinder in dieser Zeit die Energie brauchen, da sie starke Fortschritte in der körperlichen Entwicklung machen, und dies eben durch Energie und Nährstoffe.

Die Entscheidung für oder gegen die doch recht kohlehydratreiche 3er-Milch sollten Sie abhängig vom Ess- und Bewegungsverhalten Ihres Kindes machen. Isst Ihr Kind schon größere Mengen an Beikost, bekommt es die notwendigen Nährstoffe durch das Zufüttern. Ist Ihr Kind noch ein kleines „Flaschenkind“ und hat wenig Lust auf Babybrei, bewegt sich aber trotzdem sehr viel, braucht es womöglich die 3er-Milch, um genügend Nährstoffe zu erhalten und wachsen zu können.

HA-Nahrung – Allergien vorbeugen durch spezielle Babynahrung

Für Kinder, die eine Veranlagung zu Allergien mitbringen, ist die so genannte hypoallergene Babynahrung oder HA-Nahrung gedacht. Diese HA-Nahrung ist ab der Pre-Nahrung bis zur 3er-Milch möglich. Darin ist Milcheiweiß aufgespalten (hydrolysiert), um mögliche Allergieauslöser (Antigene) zu reduzieren. Diese Säuglingsnahrung sollten Sie nur in Absprache mit Ihrem Kinderarzt geben. Babys gelten dann als besonders allergiegefährdet, wenn ein Elternteil oder beide unter Allergien leiden.

Zwiemilchernährung: Kombination aus Muttermilch und Flaschennahrung

Für die Zwiemilchernährung kann es verschiedene Gründe geben. Manche Mütter möchten in der Öffentlichkeit nicht stillen und füttern daher unterwegs lieber Flaschenmilch. Auch die Rückkehr an den Arbeitsplatz kann Anlass zur Kombination von Stillen und Fläschchen sein. Manchmal reicht auch die produzierte Muttermilch nicht aus, um das Baby ausreichend zu sättigen.

Da das Trinken aus Fläschchen im Gegensatz zum Stillen an der Brust für das Baby weniger anstrengend ist, sollten Sie zur Zwiemilchernährung ein Fläschchen mit nur einem Loch verwenden. So muss sich Ihr Kind auch beim Trinken aus der Flasche anstrengen. Achten Sie darauf, dass Ihr Baby beim Stillen die Brust „leer“ trinkt und so auch die sättigende Hintermilch zu sich nimmt. Als Flaschenmilch verwenden Sie am besten die der Muttermilch ähnlichen Pre-Milch.

Wie keimfrei muss das Fläschchen sein?

In den ersten Lebensmonaten ist der Verdauungstrakt eines Babys noch sehr empfindlich. Von Erregern, die ein Erwachsener nicht einmal bemerken würde, reicht einem Baby schon eine geringere Zahl, um an einer schweren Infektion zu erkranken. Deswegen müssen Fläschchen und Sauger stets sorgfältig gesäubert werden. Das heißt allerdings nicht, dass sie keimfrei sein müssen – das könnte man in einem normalen Haushalt gar nicht erreichen. Trotzdem sollte alles, was das Baby in den Mund nimmt, möglichst keimarm sein.

Dafür reicht es nicht, die Gegenstände unter heißem Wasser oder in der Spülmaschine zu reinigen – sie müssen abgekocht werden. Achten Sie dabei darauf, dass Sie Sauger und Plastikflasche nicht stundenlang kochen. Dadurch werden sie porös und es können Schadstoffe freigesetzt werden. Allerdings sollten Sie die Gegenstände auch nicht zu kurz kochen, weil sonst nicht alle Keime entfernt werden. Eine Kochzeit von zwei bis drei Minuten ist ideal.

Beikost einführen: Der erste Babybrei

Je nach Entwicklungsstand Ihres Kindes sollten Sie zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat Beikost einführen. Muttermilch oder Pre-Nahrung reichen alleine nicht mehr aus, um den Nährstoff- und Energiebedarf Ihres Kindes zu decken.

Um die Verdauung auf die neue Kost einzustellen, reichen zunächst einige Löffel Babybrei am Mittag aus, sofern ihr Kind zufrieden und nicht allzu hungrig ist. Zusätzlich zur Beikost geben Sie ihm weiterhin Muttermilch oder künstliche Säuglingsmilch, um es behutsam an die Beikost zu gewöhnen. Erhöhen Sie nach und nach die Menge an Babybrei und reduzieren dafür den Milchanteil. Der erste Babybrei sollte aus Gemüse bestehen – hierfür eignen sich beispielsweise Karotten, Süßkartoffeln oder Kürbis. Nach und nach können weitere Mahlzeiten durch Brei aus Milch und Getreide oder Getreide und Obst ersetzt werden.

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Achten Sie darauf, dass Ihr Baby zu den Breimahlzeiten ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Beikost sollte bis etwa zum zehnten Lebensmonat gefüttert werden. Danach können Sie Ihr Kind nach und nach an die Familienkost heranführen.

Abstillen

Wie funktioniert Abstillen am besten?

Abstillen funktioniert auf natürliche konservative Art und Weise oder – falls eine medizinische Notwendigkeit besteht – auch medikamentös.

Abstillen: Emotional und körperlich verbunden bleiben

Egal ob langsam oder schnell, natürlich oder mit medikamentöser Unterstützung – beim Abstillen sollten Sie immer bedenken, dass Stillen für das Kind nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern auch körperliche Nähe und emotionale Verbundenheit bedeutet. Reduzieren Sie diese nicht mit dem Abstillen, sondern ersetzen Sie sie durch andere Rituale wie Kuscheln, Streicheln, Babymassage oder Vorlesen.

Natürlich Abstillen

Wenn Sie natürlich abstillen möchten, führen Sie frühestens ab dem 5. , spätestens aber ab dem 7. Monat die erste Breikost ein. Dies ist wichtig, da Ihr Kind nun bald mehr Energie benötigt und seinen Nährstoffbedarf nicht mehr komplett über die Milch decken kann. Auch wenn eine Stillmahlzeit wegfällt, stillen Sie weiterhin nach Bedarf. Findet Ihr Kind Gefallen an der festen Nahrung, können Sie nach und nach weitere Mahlzeiten ersetzen. Für viele Kinder in diesem Alter ist feste Nahrung interessant und das Abstillen fällt leicht, da sich diese Kinder praktisch selber abstillen.

Andere möchten die Brust und die damit verbundene Nähe partout nicht aufgeben. Setzen Sie sich und Ihr Kind dann nicht unter Druck. Sanftes Abstillen orientiert sich an den Bedürfnissen von Mutter UND Kind. Nebenbei hat es den Vorteil, dass sich die Milchmenge langsam und meist völlig komplikationslos reduziert.

Abstillen nach drei Monaten

Frauen, die weniger als drei Monate nach der Geburt abstillen möchten oder müssen, können noch nicht auf Breikost umsteigen. Hier kommt nur die Flaschennahrung in Form von Milchpulver in Frage. Beim frühen Abstillen sollten Sie besonders behutsam vorgehen. Insbesondere vier bis sechs Wochen nach der Geburt sind die Prolaktinwerte noch sehr hoch und ein (sekundäres) Abstillen gestaltet sich meist schwierig. Sinkt der Prolaktinspiegel zu rasch, beeinflusst dies die Psyche und schafft unnötige Probleme (Wochenbettdepression, Verlustgefühle).

Schnelles Abstillen – mit Medikamenten

Soll oder muss das Abstillen schnell gehen, können Ärzte mit sogenannten Prolaktinhemmern wie zum Beispiel Bromocriptin (Dopaminagonist) oder Cabergolin (Dopaminrezeptor-Agonist) nachhelfen. Wie der Name schon sagt, blockieren diese Mittel das für die Milchbildung zuständige Hormon Prolaktin. Werden die Medikamente nur kurz (rund zehn Tage) eingenommen, kann der Milchfluss nach dem Absetzen erneut einsetzen (Rebound-Effekt). Während der Einnahme der Prolaktinhemmer darf das Baby gestillt werden. In den ersten drei Wochen nach der Geburt werden die Medikamente besser vertragen. Danach ist die Anwendung oft mit Nebenwirkungen verbunden und nicht unumstritten. In diesem Fall empfiehlt es sich, konservativ abzustillen.

Schnelles Abstillen – ohne Medikamente

Soll es schnell, aber ohne Medikamente ablaufen, können Sie versuchen, alle zwei bis drei Tage eine Stillmahlzeit zu ersetzen, abhängig vom Alter des Kindes entweder durch Brei oder durch eine Milchmahlzeit.

Das hört sich jedoch leichter an, als getan: Kinder, die während der Stillzeit nie eine Flasche bekommen haben, werden womöglich erst einmal lautstark den Silikonsauger verweigern. Zudem kann der schnelle Verlust der Brust für manches Kind traumatisch und der Prozess für Mutter und Kind gleichermaßen belastend sein.

Gerade beim schnellen Abstillen ist es daher besonders wichtig, körperlich und emotional auf andere Weise in Kontakt zu bleiben. Zudem ist das schnelle Abstillen eine Herausforderung für das Brustgewebe – nicht selten treten Komplikationen auf: Schmerzen, Rötungen oder gar Fieber sollten Sie unbedingt ernst nehmen!

Abstillen nach Langzeitstillen

In manchen Kulturen ist es völlig normal, dass Kinder länger – mitunter bis zu fünf Jahre – gestillt werden. Die WHO rät dazu, Kinder bis zum Alter von zwei Jahren ergänzend zu stillen. Das Kind bekommt zwar feste Nahrung, darf aber zu bestimmten Gelegenheiten (zur Beruhigung, beim Einschlafen) noch an die Brust. Bei vielen Langzeit-Stillmüttern entscheidet dann in der Regel das Kind, wann es nicht mehr an die Brust möchte. Das kann in manchen Fällen ein paar Jahre dauern.

Mütter, denen es dann irgendwann doch zu viel wird, können versuchen, älteren Kindern den Grund für das Abstillen zu erklären. Wie zu jedem anderen Zeitpunkt sind aber auch hier Einfühlungsvermögen, Ruhe und Geduld nötig. Das Kind wird eine Weile brauchen, bis es auf das lieb gewonnene Ritual verzichtet.

Baby Abstillen: wann und wie am besten?

Irgendwann ist er gekommen, der Zeitpunkt, an dem es heißt, Abschied vom Stillen zu nehmen. Und zwar sowohl für die Mutter als auch für das Baby. Wenn sich der Stillrhythmus erst mal richtig eingespielt hat, ist es nicht immer einfach, das Kind zu entwöhnen.

Wie lange dauert das Abstillen? Was gibt es beim Abstillen für Hausmittel? Kann es zum Milchstau durch Abstillen kommen? Was bedeutet Abstillen nach Gordon? Ab wann ist ein Abstillen nachts sinnvoll und möglich?

Damit das Abstillen für beide problemlos funktionieren kann, haben wir zum natürlichen und sanften Abstillen ein paar Tipps für dich.

Der richtige Zeitpunkt zum Abstillen ist individuell

Baby sanft Abstillen: Muttermilch ist mehr als „nur“ Nahrung

Stillen ist weitaus mehr ist als nur pure Nahrungsaufnahme. Das ist zwar der Hauptgrund, wenn das Baby gestillt wird, dennoch darf man nicht vergessen, dass das Stillen fürs Baby auch einen Trost darstellt. Es wirkt immunfördernd, es fungiert als Einschlafhilfe und es stärkt die Mutter Kind Bindung ganz immens. Außerdem dient Stillen der Allergieprävention. Insofern ist ein langsames und sanftes Abstillen nach Plan besser ist für Mutter und Kind als ein schnelles Abstillen.

Wie lautet die Stillempfehlung der WHO?

Die WHO rät eindeutig davon ab, dem Baby bereits vor dem Alter von 6 Monaten Beikost zu geben. Dennoch tun dies in den Industrieländern 60% der Mütter. Zudem empfiehlt die WHO, genau wie auch andere Gesundheitsbehörden und Stillberaterinnen, das Baby mindestens 6 Monate lang ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren und ihm darüber hinaus bis zu einem Alter von 2 Jahren auch weiterhin Muttermilch zu geben.

Babys genießen es, dass sie ihrer Mama beim Stillen so nahe sind, sie profitieren vom immunfördernden Effekt und von der Allergieprävention. Generell stillen nur wenige Mütter ihr Baby so lange, sondern haben es meistens mit etwa einem Jahr bereits abgestillt.

Verwunderlich ist das frühe Abstillen nicht. Noch immer herrscht die Meinung vor, Kleinkinder, die gestillt werden, seien seltsam und verwöhnt. Wenn ein Baby an die Brust geht, ist das normal, bei einem Kleinkind sehen das viele anders. Zudem macht die Berufstätigkeit der Mütter ein langes Stillen oft schwer. Generell kann man von einem gewissen sozialen Druck sprechen. Und natürlich schätzt man auch ein Stück seiner zurückgewonnenen Freiheit.

Dabei schätzen Anthropologen, dass das natürliche Abstillalter des Menschen sogar noch höher liegt als 2 Jahre. Viele Fakten sprechen dafür: die Entwicklung der Zähne, das Gewicht etc. Manche Forscher vertreten daher sogar die Meinung, dass Kinder zwei bis 4 Jahre gestillt werden sollten. Unnatürlich ist daran im Übrigen rein gar nichts, denn schließlich hat die Natur die Muttermilch als die optimale Nahrung für Säuglinge bereitgestellt. Schade also, wenn man die sich daraus ergebenden Vorteile nicht lange genug nutzen würde.

Wie lange kann man maximal stillen?

Eine Regel, wie lange du dein Kind stillen kannst oder darfst, gibt es nicht. Hier gilt ganz klar, dass der Zeitpunkt des Abstillens dann richtig ist, wenn er sich für die Mutter und das Baby am besten anfühlt. Beide sollten erst dann abstillen, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist und wenn ihr dafür bereit seid.

Warum ist trotz Beikost Stillen wichtig?

Leider denken viele Mütter fälschlicherweise, dass Muttermilch nicht mehr wichtig ist, wenn ihr Baby einmal angefangen hat, die erste Beikost zu beikommen. Das stimmt aber nicht. Es gibt nämlich keine bessre Milch für dein Baby als Muttermilch. Sie bleibt auch Monate nach Einführen des Beikostplans noch die Hauptnährstoffquelle für das Baby.

Was sind keine Gründe zum Abstillen?

Manchmal glauben Mütter fälschlicherweise, dass sie aus verschiedenen Gründen das Baby abstillen müssten. Weder die Rückkehr in der Beruf, noch die erste Beikost noch das Wiedereintreten der Periode sind ein Grund, das Baby abzustillen. Sogar bei einer Krankheit und einer damit verbunden Medikamenteneinnahme muss nicht zwingend abgestillt werden.

In vielen Fällen ist es möglich, die Muttermilch abzupumpen und einzufrieren oder, wie im Fall der Medikamenteneinnahme, abzupumpen und wegzuschütten und danach wieder weiterzustillen. Hierfür solltest du dich aber in jedem Fall an den Arzt wenden.

Prüfe vor dem Abstillen, ob es wirklich die einzige Möglichkeit ist

Babys können auch in den Stillstreik treten. Dies ist auf keinen Fall mit dem Wunsch des Babys nach dem Stillende gleichzusetzten. Hier lehnt das Baby die Brust ab, obwohl es sie noch braucht und will. Gründe dafür können eine verstopfte Nase, Zahnen, Mundsoor, Stress, neue Gerüche an der Mutter, u.v.m. sein. Nach dieser Zeit kann noch eine innige Stillbeziehung entstehen. Nur nicht aufgeben.

Auch eine Mastitis ist kein Grund für ein schnelles Abstillen. Diese Angelegenheit ist zwar schmerzhaft, dennoch ist es in den allermeisten Fällen problemlos möglich, weiterzustillen. Das Stillen hilft sogar bei der Behandlung. Richtig Stillen kann man übrigens auch mit Flachwarzen, Schlupfwarzen und Hohlwarzen.

Wenn du wieder schwanger bist und dein älteres Kind noch stillen willst, ist auch das kein Grund zum Abstillen, denn Stillen während der Schwangerschaft ist ebenfalls möglich.

Wichtig ist aber vor allem: Lass dir von niemandem reinereden, wann du abstillen sollst und was für dein Baby das Beste ist – das wissen du und dein Baby am besten! Verlasse dich also auf dein Bauchgefühl und wenn du das Stillen und die Nähe zu deinem Baby genießt, wird sich vermutlich immer auch ein Weg finden, weiterzustillen.

Sanft Abstillen: Wann ist es Zeit zum Abstillen?

Nicht immer ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen offensichtlich. Es gibt aber ein paar Anzeichen dafür, dass dein Baby für ein sanftes Abstillen bereit ist.

In jedem Fall sollte der Beginn des Abstillens ganz entspannt vor sich gehen. Darum ist ein Beginn, wenn das Kind zahnt, krank ist oder geimpft wurde, eher unpraktisch.

Wenn dein Baby etwa zwei Jahre alt ist, beginnt das natürliche Abstillalter. Nun nimmt dein Kind reichlich Nahrung auf und zeigt zugleich immer weniger das Interesse an der Brust. Das ist ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass der richtige Zeitpunkt zum Abzustillen da ist.

Wie stillt sich das Baby selbst ab?

Die Natur hat es schon ziemlich schlau eingerichtet: Mit jeder zusätzlichen Beikost, die du deinem Kind gibst, wird die Milchmenge nach und nach immer weniger. Du wirst demzufolge auch seltener stillen und dein Baby vermutlich weniger oft an die Brust wollen.

Irgendwann ist es dann so weit: Dein Baby vergisst vielleicht, dass es eigentlich an die Brust wollte, vielleicht besteht eine neue Schwangerschaft und die Milch schmeckt anders oder dein Kind nuckelt nur noch und es kommt keine Milch mehr, woraufhin es sich vielleicht auch mit einem Schnuller begnügt. Dein Kind hat sich dann von ganz alleine abgestillt..

Ein Abstillen durch das Baby dauert oft etwas länger

Übrigens sind Hebammen fast einstimmig der Meinung, dass sich ein Baby unter einem Jahr im Normalfall nicht alleine abstillt. Wenn also kleinere Kinder oder Babys die Brust verweigern, steckt womöglich etwas anderes dahinter. In dem Fall solltest du deine Hebamme oder Stillberaterin um Rat bitten

Entwöhnt sich das Kind von ganz alleine, vergehen bestimmt mehrere Jahre von der ersten Breimahlzeit bis zum kompletten Abstillen. Der genaue Zeitraum ist hier von Kind zu Kind unterschiedlich.

Wie stillt man das Baby ab?

Wenn das Baby mit etwa einem halben Jahr Beikost erhält, wirst du feststellen, dass es nach und nach immer weniger an der Brust trinkt. Vermutlich möchte es irgendwann nur noch wenige Stillmahlzeiten pro Tag, da die Hauptmahlzeiten an der Brust nach und nach ersetzt werden. Das Abstillen ist also im Idealfall ein langsamer Prozess, bei dem dein Baby Schritt für Schritt sanft von der Brust entwöhnt wird.

Natürliches Abstillen

Wenn das Baby nach und nach immer weniger an der Brust trinkt und sich irgendwann von selbst abstillt, spricht man von natürlichem Abstillen. Dein Körper hat dabei ausreichend Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen, und zwar sowohl emotional als auch physisch.

Diese Variante ist für ein Abstillen ohne Milchstau am besten geeignet. Eine Brustschwellung tritt hier deutlich seltener auf als bei schnellem Abstillen. Das Speichervolumen reduziert sich langsam und die Milchdrüsen haben genug Zeit, sich zurückzubilden.

Die Mutter hat beim natürlichen und sanften Abstillen nicht das Gefühl, dass sie ihr Baby abweisen muss, sondern lässt es so lange immer mal wieder trinken, bis es von allein kein Bedürfnis mehr hat.

Zwar ist langsames Abstillen ganz ähnlich wie natürliches Abstillen, es gibt dabei aber einen entscheidenden Unterschied: Die Mutter entscheidet, wann mit dem Abstellen begonnen wird und nicht das Baby. Der Vorteil ist hierbei, genau wie auch beim natürlichen Abstillen, dass sich die Milchmenge langsam reduzieren kann.

Sanftes Abstillen nach Plan ist für Mutter und Kind ein Vorteil

Vorrangig ist der soziale Druck ein Grund für viele, schon vor dem 1. Geburtstag abzustillen. Das biologische Stillalter ist den wenigsten bekannt (das sogar über 2 bis 3 Jahre reicht). Auch die Lebensumstände erschweren oft ein langes Stillen.

Wird vor dem ersten Geburtstag abgestillt, ist eine Muttermilchersatznahrung notwendig. Damit kann das Kind langsam an die Babyflasche gewöhnt werden, sollte es diese noch nicht annehmen. Die Stillmahlzeiten können so nach und nach durch das Fläschchen ersetzt werden. Manchmal kann die Milch auch mit Wasser verdünnt werden, um die Gewöhnung zu beschleunigen.

So kann die Stillmenge langsam abnehmen und die Ersatznahrung zunehmend gefüttert werden. Wichtig ist, dass dein Baby immer noch genug Nähe von dir bekommt und sein Saugbedürfnis befriedigen kann. Hier kann ein Schnuller helfen. Kuscheln, Vorlesen oder Vorsingen kann die Nähe beim Stillen auch gut ersetzen, genauso wie Streicheleinheiten.

Schnelles oder vorzeitiges Abstillen

Ein häufiger Grund für ein abruptes Abstillen ist eine schwere Erkrankung der Mutter, bei der die Behandlung nicht mehr mit dem Stillen vereinbar ist. Auch eine längere Trennung kann Grund für ein schnelles Abstillen sein.

Am besten ist es, wenn auch beim schnellen Abstillen etwas langsamer reduziert wird. Wenn du weiter stillen darfst, so ersetzte vorerst jede 3. Stillmahlzeit durch Ersatzmilch. Und ein paar Tage später weitere.

Plötzliches Abstillen kann zu Milchfieber, Milchstau, Mastitis oder gar einem Abszess in der Brust führen. Um eine Brustschwellung zu vermeiden, wirst du wahrscheinlich in der ersten Zeit Milch abpumpen müssen. Eine Alternative dafür ist das Ausstreichen der Milch mit der Hand. Zu Beginn dieses schnellen Abstillens werden sich deine Brüste vermutlich geschwollen anfühlen und empfindlich sein. Kühlkompressen oder Quarkwickel sorgen dabei für Linderung. Nach und nach aber passen sie sich der neuen Situation an.

Ein schnelles Abstillen mit Unterstützung von Medikamenten war weit verbreitet. Durch schwerwiegende Nebenwirkungen wird heute jedoch davon abgeraten und ein Schrittweises Entleeren bevorzugt – ohne Nebenwirkungen.

Viele Mütter halten ihr Baby in der ersten Zeit des Abstillens im Arm, um es zu trösten. Dabei geben sie ihm das Fläschchen mit Mutterersatznahrung. Für ein Baby kann ein schnelles Abstillen traumatisch sein und ebenso auch die Mütter emotional belasten. Nach Möglichkeit sollte nie zu abrupt abgestillt werden.

Wie Nachts sanft abstillen

Das häufige nächtliche Aufstehen kann ganz schön an die Substanz gehen. Davon weiß wohl jede stillende Mutter ein Lied zu singen. Viele Kinder wollen gerade abends und nachts häufiger gestillt werden. Manche Mütter denken dann fälschlicherweise, ihr Baby würde an der Brust nicht satt. Nächtliches Abstillen vor dem ersten Geburtstag jedoch führt in den wenigsten Fällen dazu, dass das Kind nachts besser durchschläft, so wie erhofft.

Um nachts irgendwann dauerhaft abzustillen, solltest du deinem Baby zuerst beibringen, dass es auf andere Art und Weise einschläft als an der Brust. Denn wenn es abends so gewöhnt ist, an der Brust nuckelnd einzuschlafen, wird es das nachts, wenn es aufwacht, erneut einfordern.

Nachts benötigen Babys oft besonders viel Nähe

Eine wichtige Voraussetzung m nachts dauerhaft abzustillen ist, dass du wirklich davon überzeugt bist. Wenn du daran zweifelst oder der Meinung bist, dass es dein Kind überfordert, wird es dies möglicherweise spüren und das Vorhaben wird scheitern. Willst du dein Baby nachts abstillen, rede mit ihm darüber, egal, wie jung es ist. Sage ihm auch, dass du es dabei nie alleine lasen wirst.

Der Zeitpunkt für das Abstillen in der Nacht ist ebenfalls wichtig. Dein Kind sollte nicht zahnen, es sollte gesund sein und nicht gleichzeitig andere belastende Veränderungen wie einen Umzug oder eine Kitaeingewöhnung durchmachen.

In diesem Zusammenhang ist auch das Abstillen nach Gordon interessant. Der amerikanische Kinderarzt Dr. Jay Gordon hat nämlich extra für das Abstillen nachts einen 10 Nächte Plan entwickelt, mit dem Mütter sanft abstillen können. Dabei wird die Nahrungsaufnahme sanft reduziert, aber nicht die körperliche Nähe. Das ist vor allem für Kinder ab etwa einem Jahr gut möglich, da sie ab diesem Alter in der Lage sind, nachts ohne Nahrung auszukommen.

Probleme beim Abstillen

Das Abstillen funktioniert nicht immer so, wie es geplant ist. Wichtig ist aber immer vor allem eins: viel Zeit. Auch wenn man immer mal wieder von einem Geheimtipp hört, wie das Abstillen ganz einfach und schmerzlos in nur wenigen Tragen „klappt“. Das ist meistens pure Theorie!

Fest steht, dass es vor allem beim schnellen Abstillen nicht nur zu seelischen, sondern auch zu körperlichen Problemen bei der Mutter kommen kann.

Das Baby möchte nicht abgestillt werden

Möglicherweise ist dein Baby noch nicht dazu bereit, abgestillt zu werden. Du merkst das daran, dass es immer wieder an die Brust will und es ihm schwer fällt, auf Milchmahlzeiten zu verzichten. Du kannst dann entweder den Zeitpunkt des Abstillens noch einmal nach hinten verschieben oder deinem Kind das Abstillen erleichtern, indem du es mit zusätzlichen Zärtlichkeiten und viel Körperkontakt verwöhnst. Außerdem wird es manchmal einfacher, wenn das Saugbedürfnis deines Babys alternativ mit einem Schnuller oder einer Babyflasche gestillt werden kann.

Geschwollene Brüste beim Abstillen, Brustschmerzen

Wenn deine Brustdrüsen weiterhin Milch produzieren, die Nachfrage aber immer geringer wird, kann sich daraus ein Milchstau ergeben. Dieser zeigt sich durch eine harte und geschwollene Brust und durch schmerzende Stellen. Manchmal fühlst du dich regelrecht krank und vielleicht bekommst du auch Fieber. Es ist dann besser, die Milch nur auszustreichen und nicht mit einer Milchpumpe abzupumpen, da ansonsten die Milchbildung nur wieder weiter angekurbelt werden würde.

Im Falle eines Milchstaus helfen kühle Wickel beispielsweise aus Quark. Wenn sich das Problem nicht nach wenigen Tagen erledigt, solltest du einen Arzt aufsuchen, denn aus einem Milchstau kann sich eine schmerzhafte Brustentzündung (Mastitis) entwickeln.

Hilfsmittel und Tipps zum Abstillen

Tipps und Hausmittel zum Abstillen sind gerade für die erste Zeit wichtig und wertvoll. Lasse deinem Baby genügend Zeit für diesen wichtigen und einschneidenden Abnabelungsprozess.

Damit die Milchmenge reduziert wird, ist es besser, die Brust bei Bedarf auszustreichen, als abzupumpen, da bei zu viel Abpumpen die Milchmenge neuerlich angeregt wird. Die Milchpumpe hilft bei Verhärtungen und Schwellungen. Es hilft auch, wenn du nach dem Stillen kühlende Kompressen auf die Brust legst. Auch Kohlwickel sind ein beliebtes Hausmittel.

Eine Milchpumpe hilft bei Verhärtungen oder Schwellung

Auch das Abstillen mit Tee wird immer wieder empfohlen. Dabei ist es hilfreich, täglich mehrere Tassen Salbeitee oder Pfefferminztee zu trinken, um die Milchmenge auf ganz natürliche Weise zu reduzieren. Zu viel davon sollte allerdings nicht getrunken werden, eine bis zwei Tassen pro Tag ist erst mal ausreichend.

Wenn ein schnelles Abstillen angesagt ist, verschreiben manche Ärzte Medikamente wie Bromocriptin, damit die Milch quasi von heute auf morgen versiegt. Dabei wird die Milchbildung verhindert, indem das Stillhormon Prolaktin unterdrückt wird.

Solche Medikamente zum Abstillen sind allerdings nicht unumstritten und sollten nur im Notfall und niemals leichtfertig eingenommen erden. Es wird nun nicht mehr routinemäßig zum Abstillen verschrieben, sondern nur bei berechtigen medizinischen Gründen, wie du hier nachlesen kannst. Bei der Einnahme kam es zu schweren bis tödlichen Nebenwirkungen.

Wie lange dauert das Abstillen?

Das Abstillen, vor allem das sanfte und natürliche Abstillen, braucht seine Zeit. Doch wie lange braucht es eigentlich, bis keine Milch mehr kommt?

Das ist eine Frage, die so pauschal nicht beantwortet werden kann. Fest steht, dass die Milchbildung nicht sofort zum Erliegen kommt. Es ist ganz normal, wenn noch Wochen, teilweise sogar Monate danach noch ein wenig Milch gebildet wird. Manchmal ist noch Jahre nach dem Abstillen Milch in der Brust.

Du solltest aber nicht zu sehr an der Brust herumdrücken, um zu schauen, wieviel Milch noch da ist, sondern sie am besten in Ruhe lassen. Sollte es nach dem Abstillen noch zu einer prallen oder schmerzhaften Brust kommen, besteht Handlungsbedarf. Frage dann am besten deinen Arzt oder die Hebamme um Rat.

Wie lange dauert die Rückbildung der Brust?

Als Folge des Abstillens bildet sich die Brust samt Drüsengewebe zurück. Das wiederum bedeutet, dass die Brust in den Wochen danach sowohl weicher, als auch schlaffer und kleiner wird. Das muss aber kein Dauerzustand bleiben.

Das Fettgewebe, welches den Milchdrüsen gewichen war, baut sich nun nach und nach wieder auf. Das heißt, dass die Brust irgendwann auch wieder runderund weicher aussieht. Wie lange genau dieser Prozess dauert, ist unterschiedlich – von ein paar Wochen bis hin zu ein paar Monaten ist alles realistisch.

Viel Nähe und Zuwendung während und nach dem Abstillen

Weil Stillen für Mutter und Babys vor allem auch Nähe und Zärtlichkeit darstellt, ist es wichtig, dass du gerade in der Zeit des Abstillens und danach dafür sorgst, dass dein Baby auch ganz ohne Stillen genügend Zuwendung und Zärtlichkeit erfährt.

Babymassage, zusammen singen, es viel tragen oder zusammen kuscheln sind eine gute Möglichkeit, um den fehlenden Körperkontakt wieder auszugleichen. Vor allem Nachts beruhigen Streicheleinheiten dein Baby und lassen es sanft wieder einschlafen.

Der Abschied vom Stillritual

Zweifellos ist der Abschied vom Stillen wehmütig und fällt auch den meisten Müttern schwer. Nicht wenige fallen in dieser Phase in ein regelrechtes Loch. Und das, obwohl sich fast alle stillenden Mütter mehr Unabhängigkeit von ihrem Baby wünschen würden. Wenn es dann so weit ist, ist der Abschied oft schmerzhaft.

Das liegt auch dran, dass die Zeitspanne, in der gestillt wird, oft viel zu kurz ausfällt. Viele Hebammen sind der Ansicht, dass das Abstillen ohne Schmerz klappt, wenn Frauen ihren Kindern mindestens ein Jahr lang die Brust geben – auch wenn Langzeitstillen derzeit noch verpönt ist. Langes Stillen ist Balsam für die Seele von Mutter und Baby.

Neue Kuschelrituale machen den Abschied leichter

Neue Rituale, welche die Nähe beim Stillen ersetzten, können beim Abschied helfen. Zum Beispiel eine Kuschelrunde nach dem Essen, gemeinsame Lesezeit oder exklusive Spielrunden nur mit Mama.

Fazit

Auch die schönste Stillzeit geht einmal vorbei. Viele Mütter sehen dem Abstillen mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Einerseits ist da die vermeintliche Trennung vom Baby, welches sich beim Abstillen ganz eindeutig von der Mutter abnabelt. Andererseits bedeutet nicht mehr Stillen auch mehr Freiheit.

Wichtig ist, dass du hierbei auf dich selber hörst und dir von anderen nichts vorschreiben und kein schlechtes Gewissen einreden lässt. Auch wenn die angebliche gesellschaftliche Norm eine gewissen Druck ausübt: Stille, solange es für euch beide möglich ist. Es gibt für dein Baby nichts Besseres als Muttermilch, auch noch weit über den Zeitpunkt der Beikostreife hinaus.

Solltest du Probleme beim Abstillen bekommen, suche dir Rat bei einer erfahrenen Hebamme, einer Stillberaterin oder beim Arzt deines Vertrauens.

So oder so wird das Abstillen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine emotionale Angelegenheit, sowohl für dich als auch für dein Baby. Sei also nachsichtig mit dir und mit deinem Baby. Auch die hormonelle Umstellung dabei ist groß. Dennoch kannst du, sobald die Stillzeit vorüber und dein Baby abgestillt ist, andere Möglichkeiten finden, um Nähe aufzubauen. Nähe ist weiterhin essenziell für dein Kind.

In meinem Lebenslauf finden sich neben dem Abschluss eines wirtschaftlichen Studiums auch Stationen im Bereich Marketing und Kommunikation. Als mein Kind zur Welt kam, eröffnete sich ein neues Universum. Selbst erschlagen vom Angebot für Eltern und ihre Kinder, hätte ich mir oft einfache Entscheidungshilfen gewünscht. Zusammen mit dem Team von babysicherheit24.de beschäftige ich mich eingehend mit der Materie. Mein Wissen und meine Erfahrungen der letzten 8 Jahre Elternschaft möchte ich nun mit unseren Lesern teilen.

Schnell abstillen ohne Tabletten

Antwort auf:

Schnell abstillen ohne Tabletten

Liebe Th15,
bitte hole dir eine zweite Arztmeinung ein, denn Du musst sicher nicht schnell abstillen.
Um einen Milchstau oder eine Brustentzündung in ihren Anfängen zu überwinden oder um zu verhüten, dass sich ein Milchstau zu einer Brustentzündung entwickelt, sollte sich die Mutter ein bis zwei Tage mit ihrem Baby ins Bett legen, um sich auszuruhen und sich zu erholen. Idealerweise sollte ihr jemand während dieser Zeit die Hausarbeit ganz abnehmen. Ruhe für die Mutter ist mit das Wichtigste bei der Behandlung einer Brustentzündung.
Vor jedem Stillen sollte feuchte Wärme auf die Brust einwirken. Ist das Stillen schmerzhaft, kann zuerst an der nicht betroffenen Seite und nach dem Einsetzen des Milchspendereflexes an der kranken Brust gestillt werden, und zwar solange, bis die Brust wieder weicher wird. Die Stillmahlzeit sollte dann an der ersten Brust beendet werden.
Manche Frauen empfinden auch Quarkwickel als angenehm. (Bitte darauf achten die Brustwarze und den Brustwarzenhof beim Anlegen eines Quarkwickels auszusparen). Es gibt Frauen, die auf Quark allergisch reagieren, dann sollten keine Quarkwickel gemacht werden. Du kannst die Brust auch mit zerstoßenen Eiswürfeln, die in einen Waschlappen gepackt werden kühlen.
Um eine gestaute Stelle zu entleeren, sollte jede Stillmahlzeit auf der betroffenen Seite beginnen, bis der Knoten und die Schmerzen vergangen sind. Es sollte alle eineinhalb bis zwei Stunden angelegt werden und dabei das Baby so gehalten werden, dass sein Kinn gegen die schmerzende Stelle gerichtet ist (erfordert manchmal etwas Akrobatik). Die Milch wird auf diese Weise besser herausgesogen und dadurch löst sich die Blockierung besser. Sanfte Massage kurz vor oder während des Stillens kann ebenfalls hilfreich sein.
Häufiges Stillen (oder abpumpen) rund um die Uhr ist nötig, damit die Milch in der erkrankten Brust am Fließen gehalten wird. Abstillen musst Du sicher nicht, zumindest nicht jetzt sofort!
Und nochmals: Ganz wichtig ist Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe.
Sobald Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Gliederschmerzen oder Kopfschmerzen usw. dazu kommen, sollte unverzüglich eine Ärztin/Arzt hinzugezogen werden. Auch wenn sich die Verhärtung nicht innerhalb von ein bis zwei Tagen bessert, sollte die Brust ärztlich untersucht werden (Frauenärztin/arzt oder Hausärztin/arzt).
Gute Besserung und LLLiebe Grüße
Biggi Welter
von Biggi Welter, Stillberaterin am 18.01.2017

Schnelles Abstillen: Tipps für das abrupte Ende

Dem Baby viel Nähe geben

Sie sollten Ihrem Baby nur dann von heute auf morgen die Brust nicht mehr geben, wenn es sich wirklich nicht vermeiden lässt. Denn ein schnelles Abstillen kann sowohl für Ihr Kind als auch für Sie selbst problematisch sein.

Ein wichtiger Faktor, der für das Stillen spricht, ist der enge Körperkontakt, den das Baby dabei zur Mutter hat – diese Nähe ist für die Entwicklung des Babys sehr wichtig. Bei einem schnellen Abstillen sollten Sie deshalb darauf achten, sich Ihrem Kind nicht vollständig körperlich zu entziehen. Halten Sie das Baby deshalb auch dann im Arm, wenn es die Flasche zu trinken bekommt. Vor allem, wenn die Mutter aufgrund einer Krankheit schnell abstillen muss, ist dies ein guter Zeitpunkt für den Vater, sein Verhältnis zum Baby zu intensivieren, indem er ihm die dringend benötigte Körpernähe gibt.

Schnelles Abstillen kann zu Milchstau führen

Ein schnelles Abstillen kann nicht nur für das Baby problematisch sein – auch bei der Mutter kann es zu Komplikationen kommen. Wird die produzierte Milch nicht mehr durch das Baby abgesaugt, kann ein Milchstau entstehen. Dieser zeigt sich durch Verhärtungen und schmerzende Stellen in der Brust. Zu den Tipps, die Hebammen Frauen mit Milchstau geben, gehört das Auflegen kalter Wickel auf die Brust. Dadurch können die Schmerzen gelindert und die weitere Milchbildung gehemmt werden. Auch wenn die Milch aus der Brust heraus muss – abpumpen sollten Sie sie nicht. Denn das Saugen regt die Milchbildung an. Streichen Sie die überschüssige Milch stattdessen lieber mit sanften Bewegungen von oben nach unten aus.

Seit nun mehr 8 Monaten stille ich mein kleines Affenkind nonstop und ohne Kommentar liebevolle 8 mal am Tag. Meine Brüste umfunktioniert zur Titteria, nimmt er sich was er braucht und wann er es braucht… ohne Rücksicht darauf, dass meine Brustwarzen mittlerweile aus Hornhaut bestehen. Hier würde jeder Piercer die Flinte ins Korn schmeißen. Mal abgesehen davon, dass der kleine Freak mein Dekolleté als Wut und Box-Sack benutzt. Wenn ich nicht alle drei Tage seine Fingernägel stutze, sehe ich aus, als würde ich mit Edward mit den Scherenhänden kuscheln.

Nun aber soll doch endlich auch mal festere Nahrung für Abwechslung in unserer Beziehung sorgen, denn mein kleiner Steinbeißer hat mittlerweile im Unterkiefer zwei ziemlich feste Zähnchen, die er mich ab und an deutlich spüren lässt. Ich sage nur Fahrkartenlocher.

Diesen Deal hab ich anscheinend nur ohne meinem Sohn gemacht. Bei unserem „Dinner for one“ tische ich ihm Spezial-Brei-Deluxe auf, der mir jedoch konsequent entgegen gespuckt wird… Jeder Versuch endet mit neuem gesprenkeltem Gesicht meinerseits. Das hat mir bis jetzt nur die Erkenntnis gebracht, dass mir weder ein dezentes, noch ein ausgeprägtes „Karottenorange“ steht.

Wenn man das Thema wehleidig in einer Mamarunde anspricht raten alle dazu standhaft zu bleiben… ICH bin der Boss! Irgendwann wird er schon was nehmen. Dessen bin ich mir aber gar nicht so sicher. Ich sehe mich schon in 6 Jahren auf der Hofpause sitzen. Alle schlürfen ihre Milch …die einen aus dem Tetrapack, mein Sohn halt aus anderen Quellen…
Ich werde nun meinen Boss stehen und habe mir die Möglichkeiten um mein Vorhaben durchzusetzen in einem 9-Punkte-Plan zusammengefasst, auch für den Fall um andere Mütter in meiner Situation zu unterstützen.

1.Senf, Tabasco, Pfeffer, Chillipaste, Knoblauch, Essig, Peperoni, Zwiebeln… Alles Lebensmittel in meiner Küche, die urplötzlich einen Verwendungszweck finden. Womit ich meine Brustwarzen pflege bleibt schließlich mir überlassen!

2. Kennt ihr die Blätter des Ahorns? Wenn man die auf die Nase kleben kann – was hindert es mich daran sie auf den Nippel zu kleben? Mr. Big liebt mich eh – egal welches Rollenspiel…

3. Pürierte Schokolade… Was solls! Hauptsache er isst was!
Moment – gibt es schon! Aber möchte ich meine köstliche aufs-Brot-schmier-Schoko-Creme wirklich mit ihm teilen?
Ausreichend Vitamin B ist ihm dann zumindest laut Herstellerauszeichnung schon nach 1,3 kg gesichert.

4. Stichwort Baby Led Weaning und dem Kind das zur Verfügung stellen was auch ich als Mutter esse, wo wir dann wieder bei Punkt 3 wären.

Abstillen: Tipps, wie es für Mutter & Kind leichter wird

Wie bei allen Themen, die Mama und Kind, Schwangerschaft und Geburt betreffen, gibt es auch zum Thema Abstillen Ratgeber und Bücher und allerhand Meinungen, wie man es am besten und vor allem richtig macht. Als Mama kann einen das ziemlich verunsichern. Am besten sprichst du mit deiner Hebamme oder deinem Kinderarzt darüber, wenn du dir unsicher bist. Ihre Erfahrung kann dir bestimmt eine Hilfestellung sein.
Denn eines ist auch beim Thema Abstillen wichtig: So wie du es machst, und so wie du und dein Kind euch dabei wohlfühlt, so macht ihr es auch richtig. (Auch wenn Oma und Tante und die beste Freundin es GANZ anders gemacht haben).
Um dir einen ersten Überblick zum Thema Abstillen zu geben, beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Abstillen: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Vier Monate, sechs Monate oder sogar ein Jahr und darüber hinaus – es gibt keine Vorschrift, wie lange du dein Baby stillen solltest. Idealerweise bemerken du und dein Nachwuchs gleichzeitig, wann der richtige Zeitpunkt zum Abstillen gekommen ist.
Viele Mütter beginnen mit dem Abstillen, wenn sie die Beikost einführen. Wahlweise stillen sie so lange weiter, bis alle Mahlzeiten durch Brei ersetzt sind, oder sie stellen nach und nach auf Fläschchennahrung um.
Wichtig ist, dass du dir für das Abstillen Zeit nimmst. Schließlich ist es eine große Umstellung im Leben deines Babys. Durch das Stillen habt ihr eine enge Bindung miteinander aufgebaut. Fehlt die plötzlich, dann ist das sowohl für Kind als auch Mutter ein ziemlicher Einschnitt.
Auch wenn es nicht den einen richtigen Zeitpunkt für das Abstillen gibt, so solltest du trotzdem einiges beachten – wenn das möglich ist. Warte beispielsweise lieber noch ein paar Tage, wenn dein Kind gerade geimpft wurde. Diese Erfahrung hat seinen Körper schon genug durcheinander gebracht. Auch Krankheiten, das Zahnen oder große Hitze bedeuten für die Kleinen viel Stress und sind Gründe, mit dem Abstillen noch etwas zu warten.

Abstillen: Wie stille ich langsam ab?

Hast du keinerlei Zeitdruck beim Abstillen, dann solltest ganz langsam an das Thema herangehen. Das ist sowohl für dich als auch für dein Kind am angenehmsten. Das Kleine wird so nach und nach von der Muttermilch entwöhnt, und dein Körper gewöhnt sich daran, dass er zukünftig deutlich weniger Milch produzieren muss.
Am besten startest du damit, dass du alle zwei bis drei Tage eine Mahlzeit gegen ein Fläschchen oder Brei austauschst, gemäß dem Alter deines Kindes. Die Mahlzeit am späten Nachmittag eignet sich am besten, um mit dem Abstillen zu beginnen, weil dann meist am wenigsten getrunken wird. Auf diese Weise bildet sich die Milchmenge in deiner Brust langsam zurück. Schmerzt die Brust trotzdem, streiche sie etwas aus oder pumpe im Notfall eine kleine Menge Milch ab. Aber nicht zu viel, sonst produziert dein Körper wieder nach!
Klappt das gut, ersetzt du nach und nach weitere Mahlzeiten durch Flasche oder Brei.

Abstillen: Wie stille ich schnell ab?

Es gibt Situationen in denen muss das Abstillen schnell gehen. Beispielsweise, wenn die Mutter spezielle Medikamente nehmen muss. Abstillen von einem Tag auf den anderen ist die Konsequenz. Das ist weder für Mama noch für das Kind leicht, aber kein Ding der Unmöglichkeit!
Sprich in solchen Fällen am besten kurz mit deinem Arzt oder der Hebamme. Sie können wertvolle Tipps geben, wie diese Zeit des Umbruchs für alle am leichtesten wird.
Besonders unangenehm für die Mutter, wenn sie von einem Tag auf den anderen abstillen muss, ist die Milchbildung, die sich leider nicht von heute auf morgen stoppen lässt. Spezielle Tees zum Abstillen, wie Salbei- oder Pfefferminztee schaffen hier erste Abhilfe. Schon zwei, drei Tassen pro Tag hemmen die Milchproduktion.

Abstillen: Wie vermeide ich Milchstau oder eine Brustentzündung?

​Oft reicht das aber nicht aus. Schmerzen die Brüste aufgrund der vielen Milch sehr, dann solltest du sie vorsichtig ausstreichen. Am besten massierst du deine Brust vorher vorsichtig, oder nimmst eine warme Dusche, oder ein heißes Bad. Die Wärme weitet die Milchkanäle und die Muttermilch kann leichter abfließen.
Sollte das nicht richtig funktionieren, kannst du gegebenenfalls etwas Milch abpumpen. Achte aber darauf, dass du nicht zu viel Milch abpumpst, denn sonst produziert dein Körper diese wieder nach! Kühlende Umschläge, Quarkwickel, sowie ein eng um die Brust gebundenes Tuch schränken die Durchblutung der Brüste ein und behindern die weitere Milchbildung. Trotzdem bekommen viele Frauen, die schnell abstillen, eine Brustentzündung. Das ist unangenehm und sollte von einem Arzt behandelt werden.
Auch deinem Kind fällt die schnelle Umstellung schwer. Es kann helfen, wenn Papa das Fläschchen gibt und sich verstärkt kümmert, wenn es weint. Kuscheln, auch ein bisschen mehr als sonst, helfen ebenfalls dabei, die ein oder andere Träne zu trocknen.

Abstillen: Was hilft wenn das Baby keine Flasche will?

Es gibt Babys, denen fällt das Abstillen sehr schwer. Sie verweigern die Flasche, mögen den Geschmack nicht oder ihnen fehlt die Nähe zur Mutter. Um dein Kind trotzdem an die Flasche zu gewöhnen, gibt es ein paar Tricks.
Beginne beispielsweise damit, deine Stillposition zu ändern. Liegst du normalerweise beim Stillen, dann setze dich jetzt einfach hin. Das ist für das Baby eine Veränderung und unter Umständen unbequemer. Ebenfalls hilfreich: Pumpe Milch ab und fülle sie ins Fläschchen. Auf die Weise wird das Kind ans Fläschchen gewöhnt und muss nicht gleichzeitig noch den neuen Geschmack der Säuglingsnahrung verarbeiten.​ ​Oft kann es helfen, wenn Papa das Fläschchen gibt und nicht Mama.​​
​Es kann auch sein, dass dein Kind die Flasche verweigert, weil ihm deine Nähe fehlt. Gib ihm also, was es braucht und kuschel einfach vor oder nach dem Essen ausgiebig mit ihm.

Abstillen: Welche Milch ist die beste?

Es gibt in Sachen Babynahrung nicht die eine Milch, die garantiert von jedem Baby getrunken wird. Das musst du nun selbst herausfinden. Du kannst dich natürlich informieren, welche Milch in Tests, beispielsweise durchgeführt von der Stiftung Warentest, am besten abschneidet. Allerdings ist der Testsieger kein Garant dafür, dass die Milch auch deinem Baby schmeckt.
Bevor du also die XXL-Packung im Drogeriemarkt kaufst, solltest du verschiedene Sorten Pre- und Folgemilch ausprobieren. Hör dich im Freundes- und Bekanntenkreis um, welche Milch bei ihnen gut funktioniert hat.

Quellen & weitere Informationen zum Thema Abstillen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung

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