Ab wann spielen kleinkinder miteinander

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Spielgefährten: so wichtig wie nie zuvor

Kinder wollen unter sich sein

Ab dem dritten Lebensjahr kommen Kinder im Umgang miteinander meistens schon ganz gut ohne die Einmischung Erwachsener zurecht.

Leider sind Kinder, zumindest bis zum Schulalter, heute fast pausenlos unter Aufsicht. Besonders in größeren Städten brauchen sie selbst zum nächsten Spielplatz meist die Begleitung Erwachsener, und sie haben wenig Möglichkeiten, einfach „unter sich“ und ohne Kontrolle von Erwachsenen zu sein. Gerade für Kinder im Kita- und Vorschulalter gehen damit aber sehr wichtige Erfahrungsmöglichkeiten verloren. Eltern (besonders „Stadteltern“) sollten deshalb darüber nachdenken, wo und wie sie für ihre Kinder Spielräume schaffen können, in denen sie nicht der ständigen Beobachtung Erwachsener ausgesetzt sind – auch wenn man sich sicherheitshalber in Rufnähe aufhält.

Hier einige Anregungen:

  • Manche Kindertagesstätten oder auch Spielplätze haben innerhalb ihres (eingezäunten) Geländes Bereiche, die nicht direkt einsehbar sind, zum Beispiel hinter Büschen oder Hügeln, wo man Höhlen bauen und sich den Blicken der Erwachsenen entziehen kann.
  • Wo gibt es Möglichkeiten für Kinder, sich (auch ohne Verabredung) gefahrlos zusammenzufinden (zum Beispiel im gemeinsamen Hof oder Garten der Hausgemeinschaft eines Mehrfamilienhauses)?
  • Welche Möglichkeiten bieten Ausflugs- und Urlaubsorte gerade auch in dieser Hinsicht?
  • Wo gibt es Raum für Abenteuer, für Angst und Mut und Bewährungsproben? Beispielsweise beim Zelten im eigenen Garten?

Natürlich ist Eltern anfangs oft „mulmig“ zumute, wenn ihre Kinder vorübergehend aus ihrem Blickfeld verschwinden. Aber es ist zugleich auch wichtig, ihnen diese Erfahrungen zu ermöglichen – nicht zuletzt, um zu der Selbstständigkeit zu finden, die sie als Schulkind benötigen werden. (Stand: 13.2.2017)

Wie lernt mein Kind, mit anderen Kindern zu spielen?

  • Nach der Geburt: Die Grundlagen werden gelegt
  • Verschiedene Kontakte
  • Immer mehr Fähigkeiten
  • Frühe Gruppen helfen dem Kind
  • Die Basis ist geschaffen: Im Kindergarten wird aufgebaut
  • Für gute Rahmenbedingungen sorgen
  • Vieles spricht dafür: Altersmischung

Der entscheidende Grundstein für ein positives Sozialverhalten wird viel früher gelegt, als man oft annimmt. Vom ersten Tag an lernt das Kind, stabile Beziehungen aufzubauen. Dies zu ermöglichen und zu unterstützen ist eine wichtige Aufgabe für uns Erwachsene. Wie alles beginnt und soziale Kompetenz entsteht, beschreibt Joachim Bensel.

Zwei oder mehr Kinder bei einem harmonischen, aufeinanderbezogenen Spiel beobachten zu können, ist ein schöner Anblick. Ein gelungenes Spiel zwischen zwei oder mehr Kindern ist jedoch genauso wenig eine Selbstverständlichkeit wie ein so genanntes gutes Gespräch zwischen Erwachsenen. Verschiedenste Entwicklungsvoraussetzungen müssen gegeben sein, die Kinder müssen ein bestimmtes Alter erreicht haben, über eine Grundausstattung an sozialer Kompetenz verfügen, und die Umgebungsfaktoren müssen derart gestaltet sein, dass sie ein solches harmonisches Spiel zulassen.

Nach der Geburt: Die Grundlagen werden gelegt

Schauen wir uns doch einmal die frühen Anfänge des kindlichen Sozialverhaltens an. Die ersten wichtigen Sozialpartner für das Kind sind in der Regel die Eltern. Bereits kurz nach der Geburt sind sie diejenigen, die zuerst den Blickkontakt mit dem Neugeborenen aufnehmen, eine Kontaktchance, die der Säugling begierig wahrnimmt. Mit Blickaufforderung und Blickabwendung vermag schon der junge Säugling zu zeigen, nach wie viel Sozialkontakt ihm gerade zumute ist – auch ohne Worte, allein mit seinen Händen, seinem Körper und seiner Mimik. Einfühlsame Bezugspersonen können diese Signale entsprechend interpretieren und darauf reagieren. Diese Einfühlsamkeit ist übrigens der Grundbaustein für eine spätere sichere Bindung zwischen Mutter bzw. Vater und Kind. Am Anfang ist das Lächeln noch sehr unspezifisch und wird jedem Gesicht entgegengebracht, das im kindlichen Blickfeld auftaucht. Dieses so genannte Engelslächeln verschwindet aber sehr bald, und spätestens mit 6 Wochen tritt an seine Stelle ein echtes Lächeln, das denjenigen geschenkt wird, die auf kindgemäße Weise mit dem Säugling interagieren: Den richtigen Abstand zu ihm einhalten, die Augenbrauen hochziehen, die Stimme anheben und anderes mehr. Dieses intuitive Elternverhalten kann auch von älteren Geschwistern oder anderen Bezugspersonen gezeigt werden. Der Säugling nimmt sehr schnell Unterschiede wahr. Er merkt zum Beispiel, dass sein Vater körperlich stürmischer mit ihm umgeht als das die Mutter tut, die meist zärtlicher und vorsichtiger ist. Hier beginnen bereits die ersten Unterteilungen in Lieblingspartner für verschiedene Aktivitäten; so wird beispielsweise der Vater beim “Herumtollen” und die Mutter beim Schmusen bevorzugt.

Verschiedene Kontakte

Erwachsene sind bis zum Kindergartenalter die klaren Favoriten bei allen Aktivitäten, jedoch zeigt sich schon bei 6 bis 12 Monate alten Kindern durchaus Interesse an Gleichaltrigen. Mit Blickkontakten, Lächeln, Vokalisieren, nebeneinander Herspielen und wechselseitigem Nachahmen stehen bereits recht früh einige Bausteine zur Verfügung, mit denen Interesse am Kontakt mit Gleichaltrigen ausgedrückt werden kann. Sind die Säuglinge in der Lage, sich durch Drehen, Wälzen, Kriechen oder Krabbeln in die Nähe der Gleichaltrigen zu bewegen, unternehmen sie auch schon erste Berührungsversuche. Die ersten richtigen Interaktionen finden statt, indem z.B. ein Gegenstand, mit dem ein anderes Kind spielt, erobert wird; für Säuglinge und Kleinstkinder verbindet sich damit noch kein moralisch verwerfliches Verhalten. Besitzansprüche, Regeln, die eingehalten werden müssen – all das lernen sie erst später. Aber es gibt nicht nur Streitigkeiten um Besitz. Geben und Nehmen ist bereits bei 10 bis 12 Monate alten Kindern eine erfolgreiche Strategie zur freundlichen Kontaktaufnahme. Ja, es kann sogar sein, dass ein Baby einen “Konflikt” zu beseitigen versucht, indem es seinem Spielpartner seinen Besitz anbietet.

Immer mehr Fähigkeiten

Kleinkinder in Gruppen lernen schnell die so genannte Regel der Priorität, d. h. wer sich zuerst mit einem bestimmten Gegenstand beschäftigt, erwirbt damit automatisch einen vorübergehenden Besitzanspruch. Das Wegnehmen dieses Besitzes führt beim “Dieb” zu Unsicherheit und Stress, auch verliert er den gestohlenen Gegenstand in den meisten Fällen schnell wieder. Mit zunehmendem Ich-Bewusstsein ist ein Kleinstkind auch in der Lage, sich in die Situation einer anderen Person hineinzuversetzen und nachzuempfinden, was diese gerade fühlt. Es weiß dann, wie es ist, wenn einem etwas weggenommen oder man auf irgendeine Weise ausgeschlossen wird. Um Mitleid mit dem anderen Kind empfinden zu können und die Welt mit dessen Augen zu sehen, muss ein Kind allerdings selbst Einfühlungsvermögen erfahren haben: Wurden von seinen Bezugspersonen seine eigenen Hilfe suchenden oder freudigen Appelle nicht bemerkt oder gar bestraft, lernt das Kind diese Gefühlsäußerungen zu unterdrücken; es wird sie auch bei anderen nicht bemerken und nicht reagieren. Im Normalfall zeigen sich jedoch bereits im zweiten Lebensjahr die ersten Tröstungsversuche, Gleichaltrige werden beispielsweise mit Geschenken wieder aufgemuntert.

Frühe Gruppen helfen dem Kind

Generell gibt es in Kleinstkindergruppen bedeutend mehr positive soziale Verhaltensweisen als negative: Bei unseren Krippen-Beobachtungen zum Beispiel trafen wir auf viel mehr soziales als aggressives Verhalten. Dennoch sind Sozialkontakte zwischen Kindern unter drei Jahren noch relativ selten. Die meiste Zeit verbringen sie mit Alleinspiel und – wenn sich die Gelegenheit dazu bietet – im Spiel mit erwachsenen Sozialpartnern. Häufig ist auch das so genannte Parallelspiel, d. h. das Spielen mit dem gleichen Spielzeug ohne Versuch, die Nachbarspieler zu beeinflussen. Jedoch wird das Geschehen von allen Seiten aufmerksam beobachtet, und so kann das Parallelspiel auch eine Strategie sein, um mit anderen Kindern Kontakt aufzunehmen. Dann beginnen die Kinder miteinander zu sprechen, sich anzulächeln und sich gegenseitig Spielzeug anzubieten. Hieraus entwickelt sich im 2. Lebensjahr das aufeinander bezogene und wechselseitige Spiel – man beginnt sich abzusprechen und aufeinander einzugehen, wie z. B. beim Fangen oder Verstecken. Es scheint so, als wüssten die Kinder zunehmend mehr miteinander anzufangen. Die Dauer einzelner Spielszenen nimmt zu wie die gesamte mit anderen Kindern verbrachte Zeit.

Die Basis ist geschaffen: Im Kindergarten wird aufgebaut

Nach Eintritt in den Kindergarten spielen die Kinder schließlich mehr miteinander als allein oder mit den Erwachsenen. Damit die Interaktion mit den Kindern gelingen kann, haben sie bis dahin sehr viel an sozialer Kompetenz hinzugewinnen müssen. Es ist ein entscheidender Entwicklungsschritt, in diesem Alter mit anderen Kindern zurechtzukommen: Deren Vorstellungen vom Spielablauf und andere Eigenheiten tolerieren, offen sein für die Ideen der anderen, um sie ins Spiel integrieren zu können, und in der Lage sein, Konflikte so auszuhandeln. Stabile Freundschaften sind bereits im 2. Lebensjahr möglich, wenn sich Spielpartner finden, die gut zueinander passen.

Soziale Kompetenz ist auch die Fähigkeit, in eine bereits bestehende Spielgruppe einsteigen zu können. Eine Erfolg versprechende Strategie ist übrigens folgende: Nach anfänglichem abwartendem Beobachten des Gruppengeschehens beginnt der Neuankömmling, die Gruppenaktivität nachzuahmen, sich dadurch in das Spiel einzubringen und die Gruppe auf sich aufmerksam zu machen. Gelungen ist der Spieleintritt in dem Moment, in dem das neue Kind eine Idee liefert, die das Spiel beeinflusst und von den anderen Kindern positiv aufgenommen wird.

Auch im Spiel mit Gleichaltrigen bevorzugen die Kinder das Spiel mit einem Partner. Dies scheint den idealen Weg für die Entwicklung sozialen Zusammen-Spielens darzustellen. Vom 3. bis zum 7. Lebensjahr nimmt das Gruppenspiel dann zu, wenn die Kinder besser in der Lage sind, ihre Aufmerksamkeit auf die verschiedenen Gruppenmitglieder zu verteilen und komplexere Aktionsfolgen zu handhaben. Wichtig sind dafür auch entsprechende sprachliche Fähigkeiten. Erwachsene Spielpartner sind für Kinder unter 3 Jahren wahrscheinlich auch aus diesem Grunde so interessant. Sie sind in der Lage zu erkennen, an welchem Punkt seiner Entwicklung das Kind momentan ist, was es möchte, wie viel Anregung es braucht. Komplexere Interaktionen finden deshalb in diesem Alter vorwiegend mit Erwachsenen statt. Aber wir hatten ja schon gesehen, dass Kinder schon sehr früh ihre Favoriten für bestimmte Tätigkeiten haben. Während sie Erwachsene z.B. beim Vorlesen bevorzugen, sind Gleichaltrige die idealen Spielpartner zum Herumtoben und zum Austesten des eigenen Geräuschrepertoires. Wenn man Trost braucht oder sich auch nur nach einer gewissen Zeit rückversichern will, wendet man sich natürlich nicht anderen Kindern zu, sondern einer erwachsenen Bezugsperson. Auch in kniffligen und neuartigen Situationen sind die Erwachsenen die Ersten, die man anschaut, um aus ihrem Verhalten eine Einschätzung der Sachlage abzulesen und zu schauen, wie man sich selbst zu verhalten hat.

Für gute Rahmenbedingungen sorgen

Das Interesse an anderen Kindern ist überhaupt stark von den Begleitumständen der Kontaktaufnahme abhängig. Ist der Ort vertraut, eine Sicherheitsbasis vorhanden, die Spielpartner bekannt, der Raum groß genug, die Gruppe klein genug, entstehen Sozialkontakte viel leichter und beständiger. Der Einfluss der Erwachsenen auch auf das Verhalten der Kinder untereinander ist nicht zu unterschätzen. Kinder, die eine unsichere Bindung zu ihrer Mutter haben, sind sozial weniger kompetent. Auch einfühlsame Tagesmütter können das Sozialverhalten der Kinder positiv beeinflussen. So können sie das Abgeben und Teilen fördern, die Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Kindern, das Wartenkönnen und andere Dinge mehr. Bei Tagesmüttern, die weniger einfühlsam sind, zeigen sich diese Verhaltensweisen seltener, auch ist das Spiel der Kinder untereinander weniger komplex: Es gibt beispielsweise weniger Rollenspiele. Das Rollenspiel tritt besonders in der 2. Hälfte des 3. Lebensjahres in den Vordergrund. Die Kinder beginnen miteinander Eltern und Kind zu spielen, Operationen durchzuführen oder auf Safari zu gehen. Dieses Fantasiespiel nimmt im Kindergartenalter immer weiter zu und ist ein gutes Zeichen gewachsener Sozialkompetenz.

Vieles spricht dafür: Altersmischung

Kinder sind von Anfang sehr aufmerksam anderen Kindern gegenüber. Kinder lernen von Kindern, die Beziehungen zu ihnen leisten einen eigenständigen Beitrag zur Entwicklung. Je jünger, umso geringer ist das Interesse an Kindern, die genauso alt sind wie das Kind selbst; umso größer ist das Interesse an Kindern, die älter sind.

Dieses Prinzip macht man sich in so genannten altersgemischten Gruppen zunutze. Während früher beispielsweise in Kinderheimen oder Kinderkrippen die Kinder jeweils in Altersjahrgängen betreut wurden, arbeitet man heute mit möglichst altersgemischten Gruppen, d. h. unter familienähnlichen Bedingungen. Dies hat in Nordrhein-Westfalen dazu geführt, dass es dort keine eigenständigen Kinderkrippen mehr gibt. Kinder unter 3 Jahren sind vollkommen integriert in altersgemischte Gruppen der Kindertagesstätten. Breite Altersmischungen von 0 bis 6 oder sogar 0 bis 12 Jahren in einer Art Kinderhaus sind keine Seltenheit mehr. Ältere Kinder sind attraktive Vorbilder für die jüngeren. Für die Älteren ist dies nicht nur schmeichelhaft, sondern es fördert zudem ihr Verantwortungsbewusstsein Jüngeren gegenüber; sie helfen den Jüngeren, trösten sie bei Bedarf, zeigen ihnen, was sie bereits selbst wissen oder können und freuen sich mit ihnen über ihre Lernfortschritte. Auch üben und festigen sie dabei ihre eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten.

Eine wichtige Entwicklungschance für das Kind in der altersgemischten Gruppe besteht auch darin, dass es im Laufe seiner Zugehörigkeit zur Gruppe verschiedene Rollen einnimmt. Es gehört zunächst zu den Jüngsten und besonders umsorgten Kindern, wächst dann zunehmend aus der Kleinkindrolle heraus und erhält immer mehr Rechte, aber auch Pflichten und kann mehr Verantwortung übernehmen. Man geht ebenfalls davon aus, dass die Rollenstruktur in altersgemischten Gruppen variabler bleibt und es seltener zu rigiden Rangordnungen oder verfestigten Außenseiterpositionen kommt.

Verschiedene Untersuchungen belegen, dass Kinder in altersgemischten Gruppen mehr soziales Verhalten zeigen, d. h. Teilen und Abgeben, Toleranz und kooperatives Verhalten, eine bessere Entwicklung des Selbstvertrauens. Auch waren Freundschaften unter Kindern in altersgemischten Gruppen dauerhafter als in altersgleichen Gruppen. Eine amerikanische Studie von Carole Howes kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder im Alter von 16 bis 23 Monaten durch ältere Kinder deutlich im Sprachverhalten sowie im Rollenspiel angeregt wurden. Die älteren Kinder waren für die jüngeren viel attraktiver als die gleichaltrigen.

Voraussetzung für diese Entwicklungschance bleibt natürlich eine geringe Gruppengröße und eine ausreichende Anzahl von erwachsenen Betreuungspersonen. Gerade eine kleine familiäre Gruppe unter Leitung einer Tagesmutter bietet sich also aus diesem Grund besonders an. Neben einer abwechslungsreicheren Tätigkeit bietet die breite Altersmischung eine wichtige pädagogische Chance, die auch von Tagesmüttern genutzt werden sollte.

Quelle

Aus: ZeT – Zeitschrift für Tagesmütter und -väter 1999, Jg. 6, S. 8-11.

Weitere Beiträge des Autors hier in unserem Familienhandbuch

  • Warum die letzten Wochen in der Tagespflege von großer Bedeutung sind: Aller Abschied ist schwer
  • Tagespflege: Wie eine gute Eingewöhnung gelingen kann
  • Ein Forscher steckt in jedem Kind

Autor

Dr. rer. nat. Joachim Bensel, Humanethologe, Mitinhaber der Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen (FVM). Forschungsprojekte zur Fremdbetreuung, zur Verhaltensentwicklung und chronischen Unruhe im Säuglingsalter und zu Ursachen von Gewalt und Destruktivität im Kindes- und Jugendalter. Seit 1993 Forschungen auf dem Gebiet des Säuglingsschreiens, Leiter der “Freiburger Säuglingsstudie” .

Kontakt

Dr. rer. nat. Joachim Bensel
Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen (FVM)
Obere Dorfstr. 7
79400 Kandern

Tel.: 07626-970212

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Angebote der FVM

Die FVM ist eine private Forschungsgesellschaft, die praxisrelevante Problemstellungen der menschlichen Verhaltensentwicklung unter psychobiologischen Gesichtspunkten bearbeitet und Lösungsansätze erprobt. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse werden im Auftrag von Universitäten, Wohlfahrtsverbänden, Ausbildungsinstituten, staatlichen Einrichtungen sowie Wirtschaftsunternehmen in Form von Gutachten, Projektplanungen und -begleitungen, Multiplikatorfortbildungen, Medieninformationen und Publikationen anwendungsbereit zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wird eine Spezialberatung für Entwicklungs- und Erziehungsfragen angeboten.

Erstellt am 7. Oktober 2003, zuletzt geändert am 17. März 2015

Brauchen Kleinkinder andere Kinder?

Pekip, Babyschwimmen, Krabbelgruppe – das Angebot an Kursen für Eltern und ihre Kleinkinder ist riesig. Doch brauchen Zweijährige für eine gesunde Entwicklung wirklich andere Kinder? Oder sind es vor allem die Mütter, die sich ihren Alltag ein wenig abwechslungsreicher gestalten möchten?

Wenn das turbulente erste Jahr mit dem Baby geschafft ist, zieht für viele Mütter und Väter etwas mehr Ruhe im Alltag ein. Zwar bleibt das Leben mit einem kleinen Kind nach wie vor aufregend und spannend, aber die Eltern und ihr Nachwuchs sind inzwischen ein gut aufeinander eingespieltes Team und auch die Nächte dürften in den allermeisten Fällen etwas ruhiger geworden sein. Viele Väter kehren nach den „Vätermonaten“ zurück ins Berufsleben und auch die Mütter wünschen sich wieder mehr Kontakt zu Erwachsenen – da kommt das wöchentliche Treffen in der „Krabbelgruppe“ gerade Recht. Man trifft auf andere Frauen in der gleichen Situation, kann sich austauschen und Tipps geben und auch die Kinder profitieren davon, denn sie spielen „so schön“ miteinander.

Erst nebeneinander, dann miteinander

Aber stimmt das wirklich? Kleinkinder sind neugierig und so manche Dinge lassen sich von anderen Kindern leichter abschauen als von Erwachsenen. Schon die Allerkleinsten können sich durch Rollen oder Krabbeln dahin bewegen, wo es für sie spannend ist: etwa zu dem Kind mit den Bauklötzchen, die sie auch gern einmal „bespielen“ würden oder zu dem Baby, das so wunderbare Quietschtöne von sich gibt.

Aber Pädagogen wissen: Kleine Kinder spielen in erster Linie nebeneinander und noch nicht miteinander. „Zwischen zweieinhalb und drei Jahren – also etwa zum Kindergarteneintritt – entwickeln Kinder die soziale Reife, mit anderen Kindern zu teilen oder beim Spielen abzuwarten. Ein anderes Kind wird nun als solches wahrgenommen und nicht nur als Konkurrent“, sagt die Kinderpsychologin und Erziehungsberaterin Doris Heueck-Mauß der Zeitschrift „Eltern Family“.

Eltern sind die wichtigsten Spielpartner

Bis zum Alter von etwa drei Jahren sind die Eltern die wichtigsten „Spielpartner“. Von ihnen lernen die Kinder soziale Verhaltensweisen, Sprache, Handgriffe. Das Lernen finde hauptsächliche in den eigenen vier Wänden statt, durch das Vorbild der Bezugspersonen, so Heueck-Mauß.

Das Prinzip des Abschauens machen sich auch die altersgemischten Kindergruppen zu Nutze. Die meisten Kindergärten und -krippen arbeiten nach diesem Prinzip, bei dem Kinder unterschiedlichen Alters voneinander profitieren. Die Kleinen lernen von den Großen Schuhe binden, mit Besteck essen, sich zu behaupten, während die Großen sich im Trösten üben und lernen Verantwortung für Schwächere zu übernehmen.

Worauf Eltern achten sollten

Mütter müssen sich also nicht unter Druck setzen und mit den Kleinen möglichst viele Kurse buchen. Der Spaß am Zusammensein mit anderen – Müttern und Kindern – sollte im Vordergrund stehen. Wer sein Kind mit anderen Kleinen zusammenbringt, sollte darauf achten, dass die Gruppe nicht zu groß ist und die Mutter oder der Vater als sichere Rückzugsbasis und Beschützer stets greifbar in der Nähe ist. So können die Kinder selbst darüber bestimmen, wie viel Fremdkontakt sie sich „aussetzen“.

Ab wann Babys greifen lernen

Selbstverständlich können Sie diese Spielzeuge, mit etwas Kreativität und Geschick, auch selber herstellen. Bei der Verwendung von Rasseln kann es vorkommen, dass ihr Baby sich vor lauter Spieldrang, Freude, aber auch manchmal Frust diese versehentlich selbst immer wieder gegen den Kopf schlägt. Eine Beule oder andere stärkere Verletzungen entstehen dadurch meist nicht. Sollte dies allerdings öfter vorkommen, können Sie die Rassel in Stoff einwickeln bzw. weiche Stoffrasseln verwenden. Oder Sie legen sie einfach ein paar Tage / Wochen beiseite und probieren es dann nochmal aus.

Mit etwa vier bis fünf Monaten können sich Babys immer länger und intensiver mit greifbaren Spielzeugen beschäftigen und führen sie für eine ausführlichere Erkundung auch immer wieder an den Mund. Aus diesem Grund sollten Sie darauf achten, dass keine Kleinteile oder für Babys ungeeignete Dinge in greifbare Nähe gelangen. Sobald Ihr Baby mit etwa einem halben Jahr mobil wird, sollten Sie Ihre Wohnung entsprechend kindersicher gestalten.

Links- oder Rechtshänder?

Rund um den ersten Geburtstag wird sich zeigen, ob Ihr Kleines die rechte oder linke Hand bevorzugt verwendet. Endgültig entscheidet sich die Rechts- bzw. Linkshändigkeit bei vielen im zweiten Lebensjahr.

Erst nach etwa einem Jahr wird Ihr Baby in der Lage sein, Gegenstände mit dem Pinzettengriff (Daumen-Zeigefinger-Griff) aufzuheben.

Hat es seine Greif-Fähigkeiten weitestgehend perfektioniert, wird Ihr Kleines sehr schnell entdecken, dass es seine Spielzeuge auch werfen kann. Sehr amüsant ist es für Babys, wenn Mama oder Papa, das Heruntergeworfene immer wieder aufheben. Nun ist der richtige Zeitpunkt, um Bälle intensiver ins Spiel zu bringen. Stoffbälle lassen sich meist besser greifen und sind auch bei schrofferen Werfversuchen nicht zu unangenehm für Spielkameraden und Wohnaccessoires.

Tipp: Um größere Babys ab etwa 6 Monaten zum Greifen zu ermuntern, können Sie unter anderem babygerechtes Fingerfood präsentieren. Nehmen Sie zur Zubereitung buntes Obst bzw. Gemüse und schneiden Sie es so zu, dass es sich gut greifen und essen lässt. Das sieht interessant und lecker aus und trainiert den Zangengriff auf kreative und kulinarisch gesunde Art und Weise. Ihr Baby hat noch keine Zähne? Dann verwenden Sie einfach mürbe Äpfel, Bananen und weich gekochtes Gemüse.

Alles im Griff?

Ihr Kind hat auch noch im ersten Lebensjahr Schwierigkeiten, seine Lieblingsspielzeuge gezielt zu greifen? Falls ja, sprechen Sie Ihren Kinderarzt an. Dies könnte ein Zeichen sein, dass Ihr Baby vielleicht ein Brille benötigt.

Babyspiele: Was Babys gerne spielen

Hände, Füße, Alltagsgegenstände

In dieser Zeit möchte sich das Baby vor allem mit den eigenen Händen beschäftigen – sie zusammen zu bekommen und zu betrachten, ist ein Spiel, das den Kleinen sehr lange Spaß macht. Ein Greifring oder eine Rassel sind jetzt sinnvolle Spielsachen – genauso gerne greifen sie aber auch nach ganz normalen Alltagsgegenständen wie einem Löffel oder einem Kamm in die Hand.

Wenn die Füße auch noch in Reichweite kommen, finden sie es am Schönsten, wenn sie ihre nackten Füße berühren selbst können oder auch du sie streichelst oder auch mal kitzelst. Beim Prusten auf den Bauch oder in den Nacken, können die Kleinen fast nicht mehr aufhören zu lachen. Vielleicht gefällt dir und deinem Nachwuchs das Streicheln so gut, dass du Babymassage ausprobieren möchtest? Bei der Deutschen Gesellschaft für Baby- und Kindermassage findest du entsprechende Kurse in deiner Nähe.

Knistern, rascheln, planschen

Nach den ersten drei Monaten wirkt das Baby ganz wach und nimmt sehr interessiert seine Umgebung wahr. Es trainiert all seine Sinne und freut sich über jede Anregung. Es merkt, dass es selbst Klänge erzeugen kann. Gib ihm dazu Papiere, mit denen es knistern kann (möglichst unbedruckt wegen der Druckerschwärze, die Schwermetalle enthalten kann), hört euch gemeinsam an, wie Wasser in Wasser fließt oder wie es platscht, wenn eine Hand auf die Oberfläche klatscht. Das geht am besten in der Badewanne – die Zeit im Wasser ist ohnehin ein Fest für die Sinne: Die Haut fühlt das warme Nass, die Augen sehen, wie es spritzt und die Ohren hören gleichzeitig ein Rauschen, ein Klatschen und dazu noch das eigene Juchzen. Wer über die heimische Wanne hinaus großen Spaß an Wasserspielen hat, findet unter www.babyschwimmen.de Angebote in jeder größeren Stadt.

Tipp: Veranstalte doch mal ein „Konzert“: Schlage gemeinsam mit Kochlöffeln zum Beispiel auf Töpfe oder Pappkartons und Kissen.

Faszinierendes Licht

Etwas ruhiger ist der gemeinsame Anblick von Kerzenlicht. Nimm deinen kleinen Schatz auf den Schoß und genieße die Flamme und die staunenden Kinderaugen. Dazu gibt es auch eine elektrische Variante: Lasse den Lichtkegel einer Taschenlampe über eine Wand huschen.

Erstes Versteck-Spiel

Jetzt ist auch das richtige Alter für das berühmte Kuckuck-Spiel: Dazu hältst du dir die Hände vors Gesicht, vor allem vor die Augen, dann ziehst du sie plötzlich weg und rufst „Kuckuck“. Statt der eigenen Hände kann man ein Tuch nehmen und es dann auch mal vors Gesicht des Kindes tun. Die kurze Spannung, bis die „verschwundenen“ Eltern wieder auftauchen, halten sie gerne aus.

Eine Variante des Spiels ist folgendes Lied:
„Unsere Augen sind verschwunden (Augen hinter die Hände). Wir haben keine Augen mehr- ei, da sind die Augen wieder (Hände wieder weg) – trallalalaa.“ So können auch noch die Münder, Nasen und Ohren verschwinden. Irgendwann verstecken die Babys sich auch selbst hinter ihren Händen. Dann musst du natürlich ganz erschrocken reagieren. Mit diesen Wiederholungen können sich die Kleinen ewig beschäftigen.

Auch Dinge selbst zu verbergen, finden die Kleinen höchst spannend. Zum Beispiel einen Löffel, den sie auf den Boden fallen lassen (und der damit aus dem Gesichtsfeld des Babys „verschwindet“). Mama und Papa sollen den Gegenstand dann wieder „hervorzaubern“. Das Spiel wird und wird nicht langweilig. Keine Sorge: Es will euch mit diesem Spiel nicht tyrannisieren. Durch die Wiederholung lernt es: „Aha, auch wenn ich ihn nicht mehr sehe, scheint es den Löffel doch noch zu geben.“

Spieglein Spieglein an der Wand

Schaut gemeinsam in den Spiegel, während du dir die Haare kämmst oder die Zähne putzt. Das Baby wird interessiert dein Spiegelbild betrachten. Dann lenke die Aufmerksamkeit auf das eigene Spiegelbild, in dem du darauf zeigst und fragst: „Wer ist das Baby?“

Körperspiele, Krabbelverse

Sanfte Körperspiele kann man ebenfalls schon beginnen, zum Beispiel:

Die Lokomotive:
Der Erwachsene fasst das Baby an den Fußgelenken und bewegt die Beinchen im Rhythmus einer anfahrenden Dampflok – mal schneller, mal langsamer. Dabei macht man die zischenden Geräusche einer Dampfmaschine nach oder singt: Tuff, Tuff, die Eisenbahn, wer will mit zur Oma fahren? Alleine fahren mag ich nicht, da nehm´ ich mir (Name) mit.

Die Krabbelschnecke:
Du lässt zur Melodie von „Frère Jaques“ deine Finger am kleinen Körper hoch- und runterkrabbeln und kitzeln schließlich den Bauch. Der Text: Kleine Schnecke; Kleine Schnecke, krabbelt rauf, krabbelt rauf, krabbelt wieder runter, krabbelt wieder runter, kitzelt Dich am Bauch, kitzelt Dich am Bauch.

Es können auch noch Mäuse, Spinnen oder andere Tiere hoch krabbeln.

Ab wann brau­chen Kinder ein eigenes Zimmer?

Es wird ein Mädchen! Die Begeisterung der Eltern ist groß – und das Kinderzimmer bald eingerichtet. In unserer Kultur ist es fast schon üblich, dass ein Kind gleich nach Geburt ein eigenes Zimmer bekommt – mit Kinderbettchen, Wickelkommode und Spielzeugregal. Daran ist nichts verkehrt, aber benötigen wird ein Baby ein eigenes Reich erst mal nicht.

Was Babys brauchen

Was werdende Eltern in der Euphorie oft nicht bedenken: Auch wenn ein Baby von der Entwicklung her so weit ist, sich mit einem Gegenstand für eine kurze Zeitspanne allein zu beschäftigen, braucht es die Nähe zu seiner Bezugsperson mehr als alles andere. Zudem sind alle Babys schlechte Schläfer.

Babys benötigen bei ihrem mehrfachen nächtlichen Erwachen immer wieder feinfühlige Unterstützung, um ruhig weiterschlafen zu können. Dafür verantwortlich ist laut der Bindungstheorie ein angeborenes Bindungsverhaltenssystem, das bei Unwohlsein wie eine Alarmanlage im Gehirn und Körper aktiviert wird.

Bindungsverhaltenssystem – was ist das?

Vom Begründer der Bindungstheorie Bowlby postuliert, wird das angeborene Regulationssystem zur Steuerung von Nähe und Sicherheit (Bindung) Bindungsverhaltenssystem genannt. Evolutionspsychologisch betrachtet erklärt sich das System so, dass das Kind früher drohenden Gefahren durch Unwetter oder Raubtiere hilflos ausgeliefert war, wenn es nicht durch die Nähe und Fürsorge der Eltern geschützt wurde. Die Nähe und Zuwendung der Eltern vermitteln dem Kind also ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit, Abwesenheit und Vernachlässigung dagegen löst lebensbedrohliche Angst aus.

Co-Sleeping: Bindung und Schlafen

Gerade bei Säuglingen und sehr kleinen Kindern spielen der Elternkontakt und ein schnelles Reagieren auf Signale eine große Rolle, wenn das Baby oder Kleinkind seine Eltern vermisst. Feinfühliges Elternverhalten ist eine wichtige Voraussetzung für eine sichere Bindung. Und genau diese Bindungserfahrungen entscheiden nach den heutigen Erkenntnissen zur Persönlichkeitsentwicklung in großem Maße, wie gut die kleinen Menschen später in der Welt einmal zurechtkommen.

Der Einfachheit halber stillen viele Mütter ihre Babys daher oft im Elternbett und lassen das Baby dann auch dort schlafen. Diese Alternative zum Schlafen im eigenen Kinderzimmer wird auch „Co-Sleeping“ genannt. Da auch immer vor der Gefahr gewarnt wird, dass Eltern sich nachts auf das Baby rollen und es ungewollt ersticken, ist aber auch das Kinderbett, ein Beistellbettchen oder ein Stubenwagen am Elternbett beliebt.

Spielen, wo Mama und Papa sind

Wenn Kinder anfangen, sich zu bewegen, ist es aus Sicherheitsgründen schon klar, dass Eltern sie in ihrer Nähe haben wollen. Aber sie werden auch sehr schnell feststellen, dass Kinder in der Regel bis weit ins Grundschulalter hinein sehr oft einfach auch da spielen wollen, wo sich auch die anwesende Bindungsperson gerade aufhält.

Statt Kinderzimmer: Alternativen zum Spielen

Eine sinnvolle Alternative fürs Kind in der ersten Zeit ist eine Krabbel- und Spieldecke im Wohnzimmer, eine Kiste mit Spielsachen im Elternschlafzimmer oder später zum Beispiel eine Spielküche in der großen Küche von Mama und Papa.

Kurz: Ein eigenes Kinderzimmer zum Spielen brauchen Babys und Kleinkinder im ersten Lebensjahr grundsätzlich nicht. Aber das Extra-Zimmer kann den Bedürfnissen der Eltern entgegenkommen – zum Beispiel wenn sie die Spielsachen abends auch einmal aus ihrem Blick wegräumen oder das Kind zugunsten partnerschaftlicher Nähe außerhalb ihres Schlafzimmers schlafen lassen wollen.

Wann ein Kinderzimmer sinnvoll ist

Zwischen einem und drei Jahren spielen Kinder schon mal bis zu dreißig Minuten allein. Ältere Kinder, insbesondere ab dem Alter von drei, spielen oft schon sehr ausgiebig und konzentriert allein oder sie malen und basteln. Sie ziehen sich auch gern einmal ins Kinderzimmer zurück, um sich dort in Ruhe mit etwas zu beschäftigen.

Eltern, die im Kinderzimmer eine reizvolle Spielumgebung schaffen, die genügend Anregungen bietet, fördern das Alleinspielen – und damit die Entwicklung ihrer Kinder. Ein eigenes Zimmer für den Nachwuchs ergibt jetzt erst richtig Sinn.

Brauchen Geschwisterkinder eigene Zimmer?

Wenn nicht ein unterschiedlicher Schlafrhythmus, Zwistigkeiten zwischen Geschwistern oder andere individuelle Gründe dagegensprechen, entsteht der Wunsch nach dem eigenen Reich und Rückzug bei Kindern in der Regel erst im Schulalter oder spätestens in der Pubertät.

Einem gemeinsamen Kinderzimmer in der ersten Lebensphase steht daher aus Sicht von Familienexperten wenig entgegen. Der Vorteil des geteilten Reiches: Die Kinder lernen schon früh, Rücksicht zu nehmen, miteinander zu kommunizieren, sich zu streiten und Vertrauen aufzubauen.

Getrennte Zimmer in der Pubertät

Familienexperten raten, Jungen und Mädchen zu trennen, wenn sie anfangen, ihre Sexualität zu entdecken. In dieser Phase, die meist mit der Pubertät und deren körperlichen und psychischen Veränderungen einhergeht, wird aber auch bei Geschwistern gleichen Geschlechts zu eigenen Zimmern geraten. In dieser Zeit benötigen Kinder einen Rückzugsraum, wo sie Ruhe finden.

Eine goldene Geschwisterregel gibt es aber nicht. Wenn Kindern von Beginn an zwei Räume zur Verfügung stehen, entscheiden sich einige Geschwister bewusst gegen eigene Zimmer und schlafen lieber gemeinsam in einem Raum. Das andere Zimmer wird dann zum Beispiel für Spiele und Hausaufgaben genutzt. Andere genießen ihr eigenes Reich, weil sie zum Beispiel unterschiedliche Interessen, Spielideen und Freunde haben.

Wie so oft ist die Kinderzimmerfrage eine sehr individuelle Angelegenheit – und der Austausch und die gemeinsame Entscheidung – vielleicht auch für eine ungewöhnliche Lösung – kann die Bindung in der Familie stärken.

Spielverhalten von Babys und Kleinkindern – ein Überblick

Besonders das Spiel mit anderen Kindern ist entscheidend für die Entwicklung positiver sozialer Fähigkeiten. Der Grundstein dafür, dass Kinder später harmonisch miteinander spielen können, wird bereits in den ersten Lebenswochen gelegt. Die Eltern tragen entscheidend dazu bei, wenn sie sich von Anfang an mit dem Kind beschäftigen, es zur Reaktion anregen und ihm Möglichkeiten geben, sich selbst auszuprobieren. Dies können Streichel- und Kitzelspiele sein, die schon die Kleinsten zum Kichern bringen. Das Strampeln ohne Windel hilft dem Säugling, ein gutes Körperbewusstsein zu finden.

Eltern – die liebsten Spielpartner für Kleinkinder

Kleinkinder unter drei Jahren spielen am liebsten mit ihren Eltern oder anderen Erwachsenen oder mit wesentlich älteren Kindern. Das Interesse an Gleichaltrigen besteht zwar schon bei Kindern ab etwa sechs Monaten, doch ein Miteinander Spielen findet in diesem Alter noch nicht statt. Wenn es zu einer Interaktion kommt, dann ist es meist ein Geben- und Nehmen-Spiel als Zeichen der Kontaktaufnahme. Dieses Verhalten tritt auf, wenn Kinder etwa 10 bis 12 Monate alt sind. Ab diesem Alter beginnen Kinder, die sich mögen, nebeneinander zu spielen. Die Kinder nehmen sich wahr, schauen sich vielleicht auch gegenseitig beim Spielen zu, kommen aber noch nicht auf die Idee, miteinander zu spielen.

Entwicklungsschritte im Spielverhalten im ersten Lebensjahr

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, hat es seinen Körper kaum unter Kontrolle. Es kann schreien und saugen und mehr oder weniger unkoordiniert mit den Gliedmaßen fuchteln. Nach und nach entwickelt es spielerisch immer mehr Fähigkeiten durch Ausprobieren, zufälliges Entdecken und durch die Interaktion mit Eltern oder anderen Erwachsenen.

Erster bis dritter Lebensmonat

Hier spielen Kinder noch wenig, aber sie reagieren bald auf die Spieleinladungen der Erwachsenen, genießen sie und lachen darüber. Diese ersten Spiele gehen noch hauptsächlich von den Eltern aus: Sie singen, machen komische Geräusche, kitzeln und streicheln das Kind. Wird es dem Kind zu viel, beginnt es zu weinen oder wird unruhig.

Vierter bis sechster Lebensmonat

Die Kinder entwickeln immer mehr Fähigkeiten, sie beginnen Dinge zu greifen, können Rasseln schütteln und sie beschäftigen sich gerne mit ihren Händen und Füssen. Jetzt finden sie auch heraus, dass sie mit Geräuschen oder Gesten ihre Eltern zum Lachen bringen können – sie treten in Interaktion.

Siebter bis neunter Lebensmonat

Die Kinder werden selbstständiger und beweglicher und haben immer mehr Möglichkeiten mit Dingen zu spielen. Das tun sie zur Genüge und erforschen so die Welt: Wie reagieren Eltern, wenn man zum 30. Mal die Rassel aus dem Kinderwagen wirft, was kann man mit Essen anstellen und wie lässt sich mit den Knöpfen von Telefon oder Stereoanlage hantieren. Kinder ab 9 Monaten lieben das Kuckuck-Da-Spiel und trainieren so ihre Merkfähigkeit. Sie erforschen das Ursache- und Wirkungsprinzip im Spiel.

Zehnter bis Zwölfter Lebensmonat

Das Kind entdeckt seine Umwelt immer mehr und „bespielt“ alles, was es erreichen kann. Es beginnt, seinen Eltern Dinge zu zeigen und lässt sich gerne etwas zeigen. Es beginnt sich für Sing- und Fingerspiele zu interessieren.

Spielen mit anderen Kindern

Auch wenn Kinder in der Regel erst mit circa drei Jahren beginnen mit anderen Kindern zu spielen, gibt es doch frühe Formen, die unter Kleinstkindern in Kinderkrippen und Kindergärten entstehen. Geben und Nehmen und natürlich auch Wegnehmen sind frühe Formen des Spiels, die Intervalle, in denen dies stattfindet sind kurz. Anschließend wenden sich die Kinder wieder ihren eigenen Beschäftigungen zu oder nehmen Kontakt zu erwachsenen Personen auf.

Je älter die Kinder werden, desto mehr tritt das Spiel mit anderen Kindern in den Vordergrund. Dies gelingt umso besser, je mehr soziale Fähigkeiten sie in der Zeit davor erlangt haben. Dies ist auch nötig, um in Spielgruppen einzusteigen, die bereits bestehen. In der Regel findet die Kontaktaufnahme immer ähnlich statt: Nachdem das neu hinzugekommene Kind das Spiel der Gruppe eine Weile beobachtet hat, beginnt es das nachzuahmen, was die Gruppe tut – es spielt einfach mit. Wenn es dann noch eine gute Idee einbringt, auf die die anderen Kinder eingehen, dann ist das Kind in die Gruppe integriert.

Ab dem dritten Lebensjahr sind Rollenspiele fester Bestandteil des kindlichen Spiels. Sie ahmen zusammen mit anderen Situationen aus dem Alltag nach. Im Kindergarten nimmt diese Art des Spieles immer mehr zu. Während kleinere Kinder noch mal liebsten mit nur einem Partner spielen, steigert sich die Lust auf und die Fähigkeit zu Gruppenspielen bis zum Alter von sieben Jahren immer mehr.

Kinder spielen, um zu lernen. Hochrechnungen haben ergeben, dass Kinder bis zu ihrem sechsten Lebensjahr ungefähr 15.000 Stunden spielen müssen, um alles zu lernen, was bis dahin wichtig ist. Das entspricht 7 bis 8 Stunden Spiel pro Tag. Geben Sie Ihrem Kind also Zeit und Anregungen zum Spielen und helfen Sie ihm so, die Welt zu entdecken.

Ab wann spielen Kinder miteinander?

Hallo,
ich glaube es kommt darauf an, wie man miteinander spielen definiert. In unserer Krabbelgruppe sind die Kids zwischen 15 und 23 Monaten alt. Meine Tochter ist die 2. Jüngste. Die Kinder interessieren sich für einander. Sie geben sich Spielsachen oder Salzstangen in die Hand, oder nehmen dem anderen mal was weg. Emeliza macht auch "ei" bei den anderen und gibt ihrem Freund Tom zwischendurch Küßchen – sehr niedlich – aber viel mehr kann man wohl noch nicht verlangen. Emeliza ist z.B. eher der klassische Zuschauer. Vielleicht liegt es daran, dass sie das einzige Mädchen ist, ich weiß es nicht. Sie beobachtet gerne, wenn die Jungs spielen. Ich finde wichtig, dass die Kids in dem Alter erst mal lernen Rücksicht aufeinander zu nehmen und auch ihre Interessen zu vertreten. Emeliza hat inzwischen gelernt, wenn ihr jemand ein Spielzeug wegnehmen will, es festzuhalten und ggf. wegzugehen. Das finde ich wichtig, vor allem, weil sie ja irgendwann mal in den Kindergarten gehen wird und da kann Mama sie nicht mehr so verteidigen. Ich finde übrigens Du machst schon sehr viel mit Deinem Sohn. Krabbelgruppe und 2x Turnen finde ich fast schon was viel. Mehr würde ich nicht machen, damit überforderst Du ihn sonst. Ich glaube, Dein Sohn ist völlig normal. Hat das Kind von dem Vater, der das gesagt hat, größere Geschwister. Das könnte ein Grund sein, warum der Kleine schon anders auf andere Kinder zu geht.
Gruß Sandra

Die Spielentwicklung bei Kindern – Übersicht und pädagogische Bedeutung

„Die spielen ja nur!“

Diese abwertende Äußerung im Hinblick auf kindliches tun hört man gar nicht so selten und sie beeinflusst auch die Bewertung pädagogischer Arbeit. Mit Kindern spielen, singen und basteln – das kann doch eigentlich jeder, oder?

Dabei ist das Spiel für ein Kind die Grundlage jedes Lernprozesses, es ist sozusagen die „Arbeit“ des Kindes und sollte daher in jeder Situation wertgeschätzt werden. Die Begriffe „spielen“ und „lernen“ sind bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern im Vorschulalter untrennbar miteinander verbunden. Die Aufgabe der Eltern, aber auch der pädagogischen Fachkräfte besteht darin eine Atmosphäre zu schaffen, in der altersgerechte Spielformen stattfinden können und der die Kinder angeregt werden, sich spielerisch mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. Dazu müssen sie Spielmaterialien bereit stellen, die anregend sind, mit denen sich die Kinder im Idealfall selbst beschäftigen können und die ihnen kognitive, motorische oder kreative Herausforderungen bieten. Dazu müssen Erzieherinnen zunächst einmal wissen, welche Spielformen es gibt und welches Spielverhalten ein Kind in welchem Alter zeigt. Wichtig ist der Grundsatz, dass ein Spiel zunächst zweckfrei ist: Ein Kind spielt um des Spielens willen und zwar aus eigener Motivation heraus.

Folgende Spielformen unterscheiden Entwicklungspsychologen und Spielpädagogen:

  • Das Funktionsspiel (aus sensomotorisches Spiel)

  • Das Konstruktionsspiel

  • Das Rollenspiel

  • Das Regelspiel

  • Das Bewegungsspiel

Manche Spielformen nutzt das Kind vor allem in einer bestimmten Entwicklungsphase, andere perfektioniert es immer weiter bis zum Schulalter oder sogar darüber hinaus. Grundsätzlich nehmen die Spielformen an Komplexität zu, je älter ein Kind wird. Gerade für Spiele, bei denen es mit anderen Kindern interagieren muss braucht es zusätzliche Fähigkeiten wie einen großen Wortschatz und ein gutes Ausdrucksvermögen, Regelverständnis, Frustrationstoleranz, grob- und feinmotorisches Geschick usw.

Ab etwa dem zweiten Lebensjahr ist eine Spezialisierung des Spiels zu beobachten. Das bedeutet beispielsweise, dass Jungen sich eher dem Bau- und Kontsruktionsspiel hinwenden, während Mädchen sich gerne in Rollenspiele vertiefen. Meist sind es jedoch die Bezugspersonen, die diese Entwicklung beeinflussen, da sie ihrem Kind vermeintlich altersspezifisches Spielzeug zur Verfügung stellen – aus genderpädagogischer Perspektive ein Fehler, da Kinder sich frei von geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen entwickeln dürfen sollten.

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1. Das Funktionsspiel

Das Funktionsspiel bzw. sensomotorische Spiel ist die früheste Form des Spiels und die Basis für alle darauf folgenden Spielformen. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst die Bewegung und das erkunden des eigenen Körpers. Zunächst bewegt der Säugling Arme, Beine, Kopf und Finger noch recht unkoordiniert, lernt aber schon nach wenigen Monaten, die Kontrolle über seine Bewegungen zu übernehmen, nach Gegebständen zu greifen und diese mithilfe der Finger, der Zehen und des Mundes zu untersuchen. So lernt es die Beschaffenheit von verschiedenen Gegenständen kennen. Außerdem erfährt das Kind, dass es durch sein Verhalten (greifen, strampeln, Kopf drehen usw.) eine bestimmte Wirkung erzielen und damit seine Umwelt beeinflussen kann. Diese Erfahrungen stärken sein Selbstvertrauen, aber auch seine taktile, visuelle, fein- und grobmotorische sowie auditive Wahrnehmung.

Typische Spielzeuge für das Funktionsspiel:

  • Säugling (0 bis 7 Monate) – Beißring, Rassel, Stofftiere, Kette
  • Kleinkind (1 bis 3 Jahre) – Dreirad, Kreisel, Nachziehspielzeug, Reittier, Laufrad
  • Kindergartenkind (3 bis 6 Jahre) – Fahrrad, Schaukel, Wippe

2. Das Konstruktionsspiel

Das Bau- und Konstruktionsspiel ist die zweite Spielform, die ein Kind erlernt. Sie baut auf das Funktionsspiel auf, denn hat das Kind sich bereits mit einem Spielmaterial auseinandergesetzt und seine Funktion erkannt, ist es in der Lage gezielt gegenständlich damit zu arbeiten und etwas zu konstruieren. Beim Konstruktionsspiel werden kognitive Fähigkeiten geschult (entwerfen einer Bauidee, statische Überlegungen usw.) aber auch Kreativität und Fantasie kommen zum Einsatz. Nicht zuletzt muss das Kind über die motorischen Fähigkeiten verfügen, um seine Konstruktionsidee umsetzen zu können. Das Konstruktionsspiel sollte zunächst ohne Vorgabe erfolgen. Vorschulkinder können bereits bebilderte Bauanleitungen umsetzen, Steckbilder nach Vorgaben erstellen oder einfache Faltanleitungen umsetzen.

Beispiele für Bau- und Konstruktionsspiele:

Bauen von Sandburgen, Bauklötze stapeln, Schienen zusammensetzen, das Gestalten mit Knete, das Bauen von Höhlen, das Bauen mit Konstruktionsmaterial wie Lego- und Duplosteine usw.

3. Das Rollenspiel

Erste Rollenspiele können bereits bei Kleinkindern beobachtet werden. Sie ahmen ein Verhalten nach, welches sie sich bei den Eltern abgeschaut haben und begleiten ihr Tun möglicherweise mit passenden Geräuschen (Beispiel: Ein Kind zieht einen Stock hinter sich her und brummt dazu laut, als würde es Staub saugen).

Bei diesem „So-tun-als-ob-Spiel“ nutzen Kleinkinder also bereits Gegenstände und verleihen ihnen temporär eine andere Funktion. Dadurch setzen sie sich mit alltäglichen Beobachtungen und Rollen auseinander, die sie sich bei ihren Bezugspersonen abgeschaut haben. Im Spiel erprobt das Kind Handlungen die es später braucht um seinen Alltag zu meistern, kann aber auch negative Gefühle wie Ängste verarbeiten.

Kleinkinder spielen zunächst noch alleine oder nebeneinander, manchmal beziehen sie andere Personen mit ein, indem sie ihnen zum Beispiel einen „Sandkuchen“ backen und anbieten. Je besser sich ein Kind verbal äußern kann, desto größer wird die soziale Bedeutung des Rollenspiels. Es ist dann geprägt von Kommunikation und Interaktion. Dadurch stärkt das Kind seine sozialen und sprachlichen Fähigkeiten, denn gerade komplexe Rollenspiele mit mehreren Personen sind selten frei von Konfliktpotenzial. An dieser Stelle geht es darum Problemlösungen zu finden und Kompromisse einzugehen, damit das gemeinsame Spiel fortgesetzt werden kann.

Die wichtigsten Merkmale des Rollenspiels im Überblick:

  • das Kind nimmt freiwillig eine selbst gewählte Rolle ein

  • Rollenspiele sind orts- und zeitabhängig

  • das Rollenspiel kann einen realen Hintergrund haben, aber auch fiktive Geschichten beinhalten

  • viele Rollenspiele sind mit Bewegungen verknüpft

  • das Kind übt im Rollenspiel Handlungen ein, setzt sich mit Rollen- und Rollenerwartungen auseinander, verarbeitet Erfahrungen und Gefühle und interagiert bzw. kommuniziert mit anderen Kindern

4. Das Regelspiel

Regelspiele erfordern ein gewisses Verständnis für Regeln und die Bereitschaft, diese auch einzuhalten. Erste, ganz einfache Regelspiele, häufig auch Tischspiele, können Kinder ab etwa 2,5 Jahren spielen („Erster Obstgarten“, „Tempo, kleine Schnecke u.ä.). Voraussetzung sind je nach Spiel zudem bestimmte kognitive, sprachliche, soziale, feinmotorische und/oder emotionale Kompetenzen. Mit dem Gefühl umgehen zu können, zu verlieren, müssen Kinder zudem in der Regel erst lernen (Frustrationstoleranz).

Merkmale des Regelspiels:

  • Die Regeln und der Ablauf des Spiels sind vorgegeben und gelten für alle Mitspieler gleichermaßen, es sei denn, sie werden einvernehmlich geändert

  • Regelspiele verfolgen ein fest definiertes Ziel

  • Es gibt Gewinner und Verliererer

5. Das Bewegungsspiel

Bewegungsspiele haben wie Regelspiele auch in der Regel festgelegte Regeln und weisen einen oder mehrere Lernschwerpunkte im motorischen Bereich auf, z.B. die Koordination, die Kraftdosierung, die Verbesserung des Gleichgewichtes, die Wahrnehmung usw. Die meisten Bewegungsspiele eignen sich für Kinder zwischen 2 6 Jahren, einige sind jedoch eher für Grundschulkinder oder Jugendliche konzipiert worden. Wichtig ist, dass trotz Wettbewerb der Leistungsgedanke nicht im Vordergrund steht und den Kindern der Spaß an der Bewegung erhalten bleibt.

Fazit:

Zunächst spielt das Kind mit dem eigenen Körper, bevor es Gegenstände zuerst zufällig, dann gezielt in sein Spiel miteinbezieht. Nachdem es sich mit der Funktion, dem Aussehen und der Beschaffenheit von Gegenständen auseinandergesetzt hat, nutzt das Kind diese nach und nach gezielt für Konstruktionsspiele oder für Rollenspiele. Später interessiert es sich auch für Regelspiele, die es gemeinsam mit anderen spielt und deren Verlauf es nicht immer selbst bestimmen kann. Das verlangt Ausdauer, Konzentration und Frustrationstoleranz. Die Aufgabe von Eltern und Erziehern besteht darin, die Entwicklung von Kindern zu beobachten und altersgerechte Spielangebote zu schaffen, die für die Kinder attraktiv genug sind um sich selbstständig und intensiv mit ihnen auseinanderzusetzen. Dabei sollte nicht nur das Spielergebnis, das Produkt Wertschätzung erfahren, sondern auch die Spielidee bzw. der Spielprozess.

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