Ab wann schwangerschaft ultraschall?

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Während der Schwangerschaft werden von Deiner Krankenkasse routinemäßig drei große Ultraschalluntersuchungen übernommen, die Vorsorgeuntersuchungen. Weitere Ultraschall-Termine und vor allem auch Untersuchungen mit 3D-Ultraschall musst Du selbst tragen. Doch was kann so ein 3D-Ultraschall kosten, ab wann ist er sinnvoll und vor allem: Ist diese Art von Babywatching wirklich nötig? Das erfährst Du in diesem Artikel.

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Was ist der Unterschied zwischen einem 2D und einem 3D-Ultraschall?

Bei einem 2D-Ultraschall kontrolliert der Arzt auf einem schwarz-weiß Bildschirm das Wachstum Deines Babys. Man kann Arme, Beine, den Körper und je nach Entwicklung auch das Geschlecht sehen. Auch Organe und Knochen sind sichtbar, wodurch die Größe und das Gewicht des Bauchbewohners ermittelt werden können.

Bei einem 3D-Ultraschall, der auch 3D-Sonografie genannt wird, wird die zweidimensionale Darstellung um eine Dimension erweitert. Die einzelnen Aufnahmen in dieser Untersuchung werden zu einem dreidimensionalen Bild zusammengefügt, Dein Baby wird so noch deutlicher abgebildet. Das Bild ist so scharf, dass Du kleine Details wie Mund, Nase und Gesicht richtig gut erkennen kannst. Gerne diskutieren Eltern sofort drauflos, wem das Baby nun eher ähnlich sehe.

Ab wann ist eine 3D-Ultraschalluntersuchung sinnvoll?

Dein Baby sollte sich erst einmal entwickeln, bevor eine Untersuchung in 3D stattfindet. Der optimale Zeitpunkt ist die 20. bis 30. Schwangerschaftswoche. In dieser Zeit siehst Du Dein Baby in der Regel am besten. Das wird Dir auch Dein Frauenarzt so sagen. Davor wirst Du noch nicht viel sehen und danach ist in Deinem Bauch nicht mehr so viel Platz, die Hände und Füße werden an den Körper des Baby gedrückt. Zudem bereitet sich Dein Baby bereits auf die Geburt vor und beginnt, mit dem Kopf ins Becken zu rutschen. Auch dann gibt es nicht mehr viel zu sehen.

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Ein Termin für eine 3D-Untersuchung ist keine Garantie für ein einwandfreies Babyfernsehen. Es gibt ein paar Voraussetzungen, die Du jedoch nicht beeinflussen kannst:

  • Dein Baby sollte so liegen, dass es Dir nicht den Rücken zukehrt.
  • Eine richtig sitzende Plazenta gegenüber dem Muttermund. Je nachdem, wie sich die Eizelle einnistet, ist auch eine Vorder-, Seiten- oder Hinterwandplazenta möglich, welche für die Aufnahmen nicht ideal sind.

Solltest Du zu den Frauen gehören, die eine solche Plazenta haben, kannst Du auf eine 3D-Sitzung verzichten. Die Wahrscheinlichkeit, gute Bilder zu bekommen, ist gering und es entstehen unnötige 3D-Ultraschall Kosten. Letztendlich ist es jedoch Deine Entscheidung, vielleicht doch noch einen Versuch zu wagen.

3D-Ultraschall: Kosten

Die 3D-Ultraschall Kosten können von Arzt zu Arzt unterschiedlich sein. Es gibt Gynäkologen, die einen Betrag von etwa 100 Euro verlangen, zu dem alle Ultraschall-Untersuchungen außer den drei großen gehören, sowie die Aufnahmen in 3D. Dann gibt es Ärzte, die für eine 3D-Untersuchung einen gesonderten Preis verlangen. Darin ist die Untersuchung selbst, Bilder und oft sogar auch das Video auf einer CD enthalten. Wenn Dich das Thema interessiert, sprich es am besten gleich zu Beginn Deiner Schwangerschaft an.

Ist ein 3D-Ultraschall wirklich nötig?

Für einen Arzt ist eine 3D-Untersuchung nur dann notwendig, wenn Auffälligkeiten oder Fehlbildungen vorhanden sind. Rein medizinisch gesehen, sind bei normalen Schwangerschaften die drei großen Untersuchungen mit Ultraschall völlig ausreichend. Doch der Trend geht zu permanenter Überwachung des Babys seitens der Eltern. Das Angebot, jeden Vorsorgetermin mit einem Ultraschall zu verbinden, wird sehr gerne genutzt und auch für 3D-Aufnahmen wird gerne gezahlt.

Ein Ultraschall hat Vor- und Nachteile. Wirklich nötig ist er nicht und Risiken gibt es eigentlich keine. Auch wenn das Baby davon nicht mehr als einen leichten Druck mitbekommt, solltest Du darüber nachdenken, ob Du Dich nicht auf die nötigen Untersuchungen beschränken möchtest. Denn oft geht es nur darum, ein schönes Bildchen zu haben – und dafür gibt es grundsätzlich keine Garantie. Vielleicht ist das Geld, welches Du in 3D-Ultraschall Kosten investierst, bei einem Fotografen besser aufgehoben, der nach der Geburt viel schönere Bilder machen kann.

Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft dienen dazu, die Schwangerschaft zu bestätigen und den voraussichtlichen Geburtstermin festzulegen, den Gesundheitszustand, die Entwicklung des Babys im Mutterleib: Das Wachstum von Embryo/Fötus in Größe und Gewicht und Lage des Kindes zu prüfen sowie den Verlauf der Schwangerschaft zu überwachen.

Ultraschall-Untersuchungen: Wie oft in der Schwangerschaft?

Drei Ultraschall-Untersuchungen oder Ultraschallscreenings sind Bestandteil der Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchung. Die Kosten werden von der Krankenkasse getragen. Nur wenn Komplikationen vorliegen oder der Arzt Auffälligkeiten feststellt, also eine medizinische Notwendigkeit besteht, werden weitere Ultraschall-Untersuchungen durchgeführt. Allerdings gibt es auch viele Gynäkologen, die je nach Umständen oder zum Ende der Schwangerschaft hin häufiger Ultraschall-Untersuchungen machen, ohne dafür extra Kosten zu berechnen.

  • Erste Ultraschall-Untersuchung in der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche
  • Zweite Ultraschall-Untersuchung in der 19. bis 22. Schwangerschaftswoche
  • Dritte Ultraschall-Untersuchung in der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche

Kosten für extra Ultraschall-Untersuchungen?

Einige Gynäkologen bieten ihren Schwangeren zusätzliche extra Ultraschall-Untersuchungen inklusive Ultraschallbilder vom Baby an, obwohl diese aus medizinischer Sicht nicht notwendig sind. Da dies eigentlich nicht Bestandteil der ärztlichen Praxis ist, wenn kein medizinischer Anlass dafür vorliegt, müssen die Kosten von der Schwangeren übernommen werden. Deshalb kann der Arzt hierfür auch die Kosten selbst bestimmen.

Als unseriös schätzen manche Gynäkologen ein, wenn Kollegen „Ultraschallpakete“ oder ähnliches anbieten: Hierbei zahlt die Frau zu Beginn der Schwangerschaft eine Summe, die eine bestimmte Anzahl von Ultraschalls in der Schwangerschaft abdecken soll, jedoch kann niemand den Verlauf der Schwangerschaft vorhersagen. So kann es beispielsweise zu einer Frühgeburt oder Auffälligkeiten kommen, die sowieso weitere Untersuchungen notwendig gemacht hätten.

Ultraschallbild-Baby: 3D sinnvoll?

Viele Frauen fühlen sich heute mit häufigerem Ultraschall sicherer – einen wirklichen Mehrnutzen haben diese Untersuchungen jedoch nicht. Oft geht es nur darum, schöne Ultraschallbilder zu bekommen, Baby-TV zu schauen oder 3D-Ultraschall zu machen. Die Preise für extra Ultraschall und Ultraschallbilder variieren daher stark von Praxis zu Praxis. Zudem bieten nicht alle Gynäkologen dies an, da es zeitaufwendig ist und keinen medizinischen Nutzen bietet.

Erste Ultraschall-Untersuchung in der Schwangerschaft

Wann Sie das erste Ultraschallbild vom Baby erhalten? Die erste Ultraschall-Untersuchung während der Schwangerschaft findet zwischen der neunten und zwölften Schwangerschaftswoche statt. Die Untersuchung ist für die werdenden Eltern oft ein Moment großer Gefühle, weil sie das Ungeborene zum ersten Mal auf dem Monitor sehen können – Mütter und Väter erhalten das erste Ultraschallbild vom Baby in der Schwangerschaft.

Ultraschallbild vom Baby im ersten, zweiten und dritten Monat

In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft wird die Ultraschall-Untersuchung in den meisten Fällen vaginal vorgenommen (Vaginalsonographie) und der Schallkopf in die Scheide eingeführt wird. In der Frühschwangerschaft kann so ein genaueres Bild des ungeborenen Kindes dargestellt werden. Bei den beiden folgenden Untersuchungen bevorzugen Ärzte in der Regel den Bauch-Ultraschall, bei dem der Schallkopf über die Bauchdecke der Mutter bewegt wird (abdominal). Hierbei können größere Abstände betrachtet werden. Der Gynäkologe entscheidet auch anhand der anatomischen Gegebenheiten der Frau, wann welche Methode zum Einsatz kommt.

Was untersucht der Arzt bei der ersten Ultraschall-Untersuchung?

Bei der ersten Ultraschall-Untersuchung achtet der behandelnde Arzt besonders auf

  • den Sitz des Fötus („normale“, Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft)
  • regelmäßigen Herzschlag des Kindes
  • eine mögliche Mehrlingsschwangerschaft
  • eine zeitgerechte Entwicklung des Babys im Mutterleib: Das Wachstum von Embryo/Fötus in Größe und Gewicht
  • Auffälligkeiten, wie beispielsweise Hinweise auf ein bestehendes Down-Syndroms
  • und die Vitalität des Kindes (Kindsbewegungen: vom Schmetterlingsflügel-Flattern zum Purzelbaum schlagen)

Ultraschallbild vom Baby in der Schwangerschaft: Erklärung

Außerdem bestimmt der Arzt bei dieser ersten Ultraschall-Untersuchung den voraussichtlichen Geburtstermin des Kindes. Um die Dauer der Schwangerschaft anzugeben, misst er folgende Werte:

  • Die Scheitel-Steiß-Länge (SSL): Sie gibt die Größe des Fötus vom äußersten Kopfende zum äußersten Steißende an.
  • Den biparietalen Durchmesser (BPD): Dieser gibt den Abstand von der linken zur rechten Schläfe des Kindes an.
  • Den Fruchtsackdurchmesser (FS): Dieser Wert kann nur sehr früh (in der fünften bis sechsten Schwangerschaftswoche) ermittelt werden.

Die Treffsicherheit dieser Methode zur Bestimmung des Geburtsdatums gilt als relativ hoch, sofern die Schwangere genaue Angaben zu ihrer letzten Menstruation machen kann. Alle Ergebnisse der Untersuchung hält der Arzt im fest.

Falls während des Screenings Auffälligkeiten auftreten, können weitere Ultraschall-Untersuchungen notwendig werden, zum Beispiel bei

  • einem Verdacht auf Eileiterschwangerschaft
  • bei Unfällen oder Verletzungen der Mutter, die den Verlauf der Schwangerschaft stören könnten.

Tipps gegen schmerzende Mutterbänder

Die zweite Ultraschall-Untersuchung zur Schwangerschafts-Vorsorge

Zwischen der 19. und 23. Schwangerschaftswoche findet das zweite Ultraschallscreening statt. Die Untersuchung wird in der Regel abdominal durchgeführt. Das bedeutet, dass der Arzt den Schallkopf über die Bauchdecke der Frau bewegt, um ein Ultraschallbild ihres ungeborenen Kindes auf einem Monitor zu erzeugen. Seit 1. Juli 2013 haben Schwangere dabei Anspruch auf eine erweiterte Untersuchung, was bedeutet, dass der Körper des Babys auf Fehlbildungen am Kopf, wie Hirnkammern und Kleinhirn, Rücken, Magen, Blase und Herz untersucht wird. Sollten hierbei etwas auffällig sein, wird die Schwangere zum so genannten Feinultraschall überwiesen. Für die Kinder kann eine vorgeburtliche Diagnose lebensrettend sein, weil man die Wahl der Entbindungsklinik dann danach ausrichten kann.

Was untersucht der Arzt während des zweiten Screenings?

Bei der zweiten Ultraschall-Untersuchung achtet der behandelnde Arzt besonders auf:

  • Einling oder Mehrlinge
  • Lebenszeichen wie Herzaktionen und Bewegungen des Ungeborenen
  • eine zeitgerechte Entwicklung des Ungeborenen
  • die körperliche Entwicklung und den Körperumriss des Ungeborenen
  • die Menge des Fruchtwassers
  • Lage und Struktur des Mutterkuchens (Plazenta)

Alle Ergebnisse werden im Mutterpass festgehalten. Zusätzliche Ultraschall-Untersuchungen können notwendig werden, wenn

  • die Schwangere mehr als ein Kind erwartet
  • eine Fehllage der Plazenta (Placenta praevia) erkannt wurde oder der Verdacht einer Plazentalösung besteht
  • eine Erkrankung der Mutter das Wachstum und die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen könnte
  • der Arzt vermutet, dass die Entwicklung des Ungeborenen gestört ist
  • Auffälligkeiten des bisherigen Schwangerschaftsverlaufs neu- oder nachbeurteilt werden sollen
  • der Verdacht auf Tod des Kindes besteht (intrauteriner Fruchttod)

Stößt der Arzt während der zweiten Ultraschall-Untersuchung auf Auffälligkeiten, können Untersuchungen der pränatalen Diagnostik dabei helfen, genauere Diagnosen zu stellen. Möglich sind beispielsweise:

  • die Chorionzotten-Biopsie
  • die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)
  • die Nabelschnurpunktion (Chordozentese)
  • die Fetoskopie

Die dritte Ultraschall-Untersuchung zur Schwangerschafts-Vorsorge

Das dritte Ultraschallscreening findet zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche statt. Die Untersuchung wird in der Regel über die Bauchdecke der Schwangeren durchgeführt.

Was wird untersucht?

Der behandelnde Arzt achtet während des Screenings besonders auf:

  • eine mögliche Merhrlingsschwangerschaft
  • Lebenszeichen des Ungeborenen (Bewegungen, Herzschlag)
  • eine zeitgerechte Entwicklung des Ungeborenen
  • die körperliche Entwicklung und den Körperumriss des Ungeborenen
  • die Lage des Kindes
  • die Menge des Fruchtwassers
  • die Lage und Struktur des Mutterkuchens (Plazenta)

Alle Ergebnisse werden im Mutterpass festgehalten. Zusätzliche Ultraschall-Untersuchungen können ab Beginn der 36. Schwangerschaftswoche notwendig werden, wenn das Kind die Geburtsposition nicht einnimmt oder generell der Verdacht auf eine ungünstige Lage des Kindes besteht.

Wie wird die Ultraschall-Untersuchung vorbereitet und durchgeführt?

Sowohl bei der vaginalen Ultraschall-Untersuchung als auch beim Bauch-Ultraschall liegt die Frau auf dem Rücken.

Bei der vaginalen Ultraschall-Untersuchung wird ein stabförmiger Schallkopf in die Scheide der Frau eingeführt. Beim Bauch-Ultraschall wird zunächst der Bauch der Schwangeren mit einem kühlen Gel bestrichen. Durch das Gel können die Schallwellen des Ultraschalls leichter in das Innere des Körpers gelangen. Anschließend bewegt der Arzt den Schallkopf über den Bauch. Die Signale des Geräts werden auf einen Bildschirm übertragen, auf dem ein Bild der inneren Organe dargestellt wird.

Auch wenn schwangere Frauen während einer Ultraschall-Untersuchung nicht mit Schmerzen zu rechnen brauchen, kann es doch sein, dass die vaginale Untersuchung oder das Auftragen des kühlen Gels auf den Bauch als unangenehm empfunden werden. Da der Muttermund in der Schwangerschaft gut durchblutet ist, kann es sein, dass nach der Untersuchung eine minimale Kontaktblutung auftritt.

Warum werden Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft durchgeführt?

Die drei Ultraschall-Untersuchungen, die im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt werden, dienen dem Arzt dazu

  • den Verlauf der Schwangerschaft,
  • die Lage des Kindes
  • sowie die Entwicklung und Versorgung des Kindes

zu überprüfen und zu überwachen. Außerdem kann mittels Ultraschall eine Mehrlingsschwangerschaft festgestellt und der voraussichtliche Geburtstermin ermittelt werden. Alle Ergebnisse dokumentiert der Arzt im Mutterpass.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es notwendig sein, mehr als drei Ultraschall-Untersuchungen durchzuführen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn

  • die Schwangere Blutungen hat
  • es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt
  • vermutet wird, der Fötus könnte für sein Alter zu groß oder zu klein sein
  • vermutet wird, dass die Schwangere zu viel oder zu wenig Fruchtwasser hat
  • das Risiko einer Frühgeburt besteht
  • die Schwangere unter Bluthochdruck, Diabetes oder anderen Krankheiten leidet

Von den Ultraschall-Untersuchungen zur Schwangerschaftsvorsorge müssen die Ultraschall-Untersuchungen zur pränatalen Diagnostik unterschieden werden. Dabei handelt es sich um

  • die Dopplersonographie: Sie wird durchgeführt, wenn es in einem der Screenings Auffälligkeiten gab. Sie dient dazu, den Blutfluss in den Gefäßen und die Entwicklung des Herzens zu untersuchen
  • den Organultraschall (Feinultraschall): Die Untersuchung wird eingesetzt, um mögliche Fehlbildungen an Gliedmaßen und Organen des Kindes zu erkennen
  • den Nackentransparenz-Test: Hierbei wird die Nackenfalte (Flüssigkeitsansammlung im Bereich des Nackens des Ungeborenen) gemessen. Die Untersuchung gibt Hinweise auf eine mögliche Chromosomenabweichung, zum Beispiel das Down-Syndrom

Auch die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) sowie die Chorionzotten-Biopsie, zwei weitere Untersuchungen der pränatalen Diagnostik, werden mit Ultraschall überwacht.

Risiken und Grenzen einer Ultraschall-Untersuchung

Die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind werden sowohl bei der vaginalen Untersuchung als auch beim Bauch-Ultraschall als „gering“ eingestuft.

Der Aussagekraft von Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft sind jedoch Grenzen gesetzt. Der Geburtstermin kann beispielsweise nur in den ersten sechs bis zwölf Schwangerschaftswochen relativ sicher bestimmt werden. Eine genauere Untersuchung der kindlichen Organe ist erst etwa ab der 19. Schwangerschaftswoche möglich.

Liegt das Kind in einer ungünstigen Position oder ist die Schwangere übergewichtig, kann die Ultraschall-Aufnahme nicht deutlich auf dem Bildschirm abgebildet werden und Fehlinterpretationen sind möglich.

Treten bei einer Ultraschall-Untersuchung im Rahmen der Schwangerschafts-Vorsorge Auffälligkeiten auf, so sind oft weitere Untersuchungen der pränatalen Diagnostik notwendig, um genauere Erkenntnisse über eine mögliche Erkrankung des Kindes zu erhalten.

Alternativen zur Ultraschall-Untersuchung in der Schwangerschaft

Alternativ zur Bestimmung des Geburtstermins eines Kindes mittels einer Ultraschall-Untersuchung gibt es noch die Möglichkeit, den voraussichtlichen Geburtstermin anhand des ersten Tages der letzten Menstruation zu berechnen.

Gegen Ende der Schwangerschaft kann der Arzt die Lage des Kindes auch durch Abtasten des Bauchs der Schwangeren ermitteln.

Geburtsfotos: Das sind die beeindruckendsten Bilder

Dass im Mutterleib ein Kind entsteht, gehört zu den größten Wundern überhaupt. Kein Wunder ist es hingegen, dass viele werdende Eltern jeden Entwicklungsschritt und Bauchtritt ihres Nachwuchses mitverfolgen wollen. Immer öfter wird der Ultraschall in der Schwangerschaft deshalb nicht aus medizinischen Gründen nachgefragt, sondern einfach so, um einen Blick darauf zu werfen, wie das Kind gerade aussieht.

Dieses „Baby-Fernsehen“ soll von Januar 2021 an untersagt werden. Frauenärzte argumentieren, dass eine Untersuchung mittels Ultraschall zwar generell harmlos sei, besonders bei den zeitaufwendigeren 3-D- und 4-D-Untersuchungen, bei häufigem Schall könne das Gewebe jedoch lokal um bis zu vier Grad erwärmt werden, mit bisher unklaren Folgen. Deshalb soll nun Schluss damit sein, „nur so“ den Schallkopf auf den Bauch der Mutter zu halten.

Wer schützt die Frauen vor unnötigen Untersuchungen?

Dieser Vorstoß ist richtig und wichtig, auch wenn von den Krankenkassen schon seit Jahren nur drei Ultraschall-Untersuchungen während einer Schwangerschaft empfohlen und auch erstattet werden – es sei denn, aus medizinischen Gründen ist mehr angeraten. Genau hier liegt das Einfallstor für weiter anhaltenden Missbrauch.

Bereits die Neuerung der 3-D- und 4-D-Bilder vor einigen Jahren brachte keinen zusätzlichen medizinischen Nutzen mit sich, sondern nur andere – manche sagen sogar deutlich hässlichere – Bilder vom Baby, getreu dem Motto: mehr Einblick ohne mehr Durchblick. Wenn der Arzt und die werdenden Eltern es wollen, lassen sich wohl auch von 2021 an leicht angebliche Gründe für weitere Ultraschalltests finden, um so die geplante Einschränkung zu unterlaufen.

Weit mehr Misstrauen gegenüber der Ultraschallverbotsinitiative ist allerdings angebracht, weil es so etwas wie eine normale Schwangerschaft kaum noch gibt. Bereits heute werden mehr als die Hälfte aller Schwangerschaften mit dem Etikett „Risikoschwangerschaft“ versehen, etwa weil die Mutter schon etwas älter ist, ihre Blutwerte schwanken, das Baby etwas größer oder seine Lage im Bauch nicht ganz optimal ist. Wer schützt die Frauen davor, dass sie durch diese Pathologisierung weitaus mehr Untersuchungen in der Schwangerschaft über sich ergehen lassen müssen, als nötig wären?

Dass Ärzte vermehrt den Schutz der Frauen und Babys zu ihrem Anliegen machen und unnötige Tests und Therapien untersagen wollen, ist verdienstvoll. Dieses Ansinnen darf jedoch nicht nur in der Theorie überzeugend sein, sondern muss auch in der Praxis umgesetzt werden. Die Bewährungsprobe dafür steht noch aus. Angesichts der Krankrederei von Schwangeren in der jüngsten Vergangenheit ist dezente Skepsis mehr als angebracht.

Schwangerschaft: Welche Untersuchungen zahlt die Kasse?

Welche Kassenleistungen für Schwangere gibt es?

In der Mutterschaftsrichtlinie ist geregelt, welche Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Dazu gehören:

  • Regelmäßige Untersuchungen von Mutter und Kind (Beurteilung des Gesundheitszustandes, Erkennung von Risikoschwangerschaften)
  • Kontrolle von Blutdruck und Gewicht der Mutter
  • Urinuntersuchung auf Eiweiß und Zucker
  • 3 Basis-Ultraschalluntersuchungen
  • Tastuntersuchungen zur Beurteilung von Stand der Gebärmutter und Kindslage
  • Kontrolle der kindlichen Herzaktivitäten
  • Blutuntersuchungen: Bestimmung von Blutgruppe und Rhesusfaktor, Antikörper-Suchtests (AK), Hämoglobinbestimmung sowie Tests auf Infektionen von Chlamydien, Röteln, Lues (Syphilis) und Hepatitis B
  • Toxoplasmose-Test (bei begründetem Verdacht auf eine Infektion)
  • Test auf Schwangerschaftsdiabetes
  • HIV-Test
  • Impfung gegen saisonale Influenza
  • Aufklärung zur Mundgesundheit und Ernährungsempfehlungen (z.B. erhöhte Jodzufuhr).

Welche Ultraschalluntersuchungen zahlt die Kasse?

Die drei gesetzlich vorgesehenen Basis-Ultraschalluntersuchungen finden um die 10., die 20. und die 30. Schwangerschaftswoche statt. Sie dienen der regelmäßigen Kontrolle, ob die Schwangerschaft normal verläuft und ob sich das Kind altersgemäß ohne Fehlbildungen und Funktionsstörungen entwickelt. Seit 2013 können Schwangere beim zweiten Basis-Ultraschall zwischen dem normalen oder dem erweiterten Ultraschall wählen. Hierbei werden zusätzlich wichtige Körperteile des Kindes (Kopf, Hals, Rücken, Brust und Rumpf) genauer untersucht. Richtlinien geben vor, dass Ärzte dafür über eine besondere Qualifikation und Apparatur verfügen müssen, andernfalls muss an einen geschulten Kollegen überwiesen werden.

Welche Zusatzleistungen bieten Ärzte an?

Wenn schwangere Frauen mehr als drei Ultraschalluntersuchungen wünschen, sind diese als IGeL-Leistungen selbst zu bezahlen. Solche ergänzenden Ultraschalluntersuchungen hat der IGeL-Monitor in Abwägung von Nutzen und Schaden als „unklar“ bewertet. Wissenschaftliche Studien zeigten keine ausreichenden Hinweise auf einen Nutzen bei der Frage, ob mit zusätzlichen Ultraschall-Untersuchungen die Gefahr der Säuglingssterblichkeit reduziert werden kann, ob Fehlbildungen, Wachstumsstörungen oder auch Geburtsrisiken besser erkannt werden können, und ob die elterlichen Bindung an das Kind stärker wird. Es gebe aber auch keine Hinweise auf einen Schaden für Mutter und Kind.

Zudem gibt es spezielle Ultraschalluntersuchungen, etwa den 3D- oder 4D-Ultraschall, den Organ- oder Dopplerultraschall. Liegen keine medizinischen Gründe vor, sind diese Untersuchungen selbst zu bezahlen. Bei Verdacht auf eine bestimmte Entwicklungsstörung, einem unklaren Befund oder einer Risikoschwangerschaft sind sie in der Regel Kassenleistung. Meist müssen Schwangere dafür eine spezialisierte Praxis aufsuchen.

Ab 2021 gilt neues Recht: im Rahmen einer neuen Strahlenschutzverordnung wird ab 01.01.2021 das sogenannte „Babyfernsehen“ verboten. Beim „Baby-TV“ macht der Gynäkologe 3D- und 4D-Ultraschalluntersuchungen, die einzig und alleine dem Zweck dienen, Bilder oder Filme von dem Ungeborenen zu machen. Solche medizinisch nicht notwendigen Ultraschall-Untersuchungen dürfen dann zum Schutz des Fötus nicht mehr durchgeführt werden. Die im Rahmen der normalen Schwangerschaftsvorsorge durchgeführten und von den Kassen bezahlten 2D-Untersuchungen bleiben. Stellen Ärzte Auffälligkeiten in der Entwicklung des Kindes fest, dürfen sie auch nach 2021 einen 3D- oder 4D- Ultraschall durchführen.

Tipps für Patientinnen

  • Kostenpflichtige Zusatzangebote in der Schwangerschaft sollten Patientinnen stets kritisch hinterfragen und sich von ihrem Arzt ausführlich beraten lassen.
  • Vorsicht: Ultraschall gibt keine hundertprozentige Sicherheit, dass das Kind gesund ist.
  • Einige Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen können zwar erkannt, aber nicht behandelt werden. Das Wissen hierüber kann werdende Mütter verunsichern und psychisch belasten.
  • Wer sich mehr wünscht als gesetzlich vorgesehen, der sollte vor Inanspruchnahme bei seiner Krankenkasse nachfragen, welche Leistungen zusätzlich übernommen werden.
  • Je nach Satzung der Krankenkassen sind Extraleistungen möglich wie z.B. zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, Hebammenrufbereitschaft, alternative Heilmittel, Nackenfaltenmessung, Zahnvorsorge in der Schwangerschaft oder Geburtsvorbereitungskurse für Väter.

Mehr zum Thema

Mutterschafts-Richtlinien des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss)

Merkblatt Basis-Ultraschalluntersuchungen (G-BA)

Gesundheitsinformation des IQWiG zu Schwangerschaft und Geburt

Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW: Schwangerschaft und Geburt selbstbestimmt

Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft

In den 40 Wochen einer Schwangerschaft werden drei medizinisch notwendige Ultraschalluntersuchungen, die sogenannten Screenings, durchgeführt. Diese werden im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge von den Krankenkassen bezahlt. Die Screenings dienen dazu, den Verlauf einer Schwangerschaft genau zu überwachen.

Der Gynäkologe kann mit den Ultraschalluntersuchungen die Entwicklung des Ungeborenen im Mutterleib beobachten und mögliche Komplikationen frühzeitig erkennen. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden vom behandelnden Arzt im Mutterpass dokumentiert. Im Folgenden erklären wir, auf was bei den drei Ultraschalluntersuchungen geachtet wird.

1. Ultraschalluntersuchung: 9. bis 12. Schwangerschaftswoche

Die erste Ultraschalluntersuchung wird bei Schwangeren vaginal vorgenommen. Bei diesem Screening achtet der Arzt darauf, ob es sich um einen Fötus oder eine Mehrlingsschwangerschaft handelt. Ausserdem wird der Sitz des Fötus kontrolliert, um eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft ausschliessen zu können.

Ausserdem werden Herzschlag, Bewegungen und die zeitgerechte Entwicklung des Ungeborenen genau untersucht. Der Arzt kann beim ersten Ultraschall ebenso Auffälligkeiten entdecken, die Hinweise auf das Down-Syndrom oder andere Erkrankungen geben können.

Bei der ersten Ultraschalluntersuchung zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche kann der Arzt ausserdem den voraussichtlichen Geburtstermin des Babys bestimmen.

2. Ultraschalluntersuchung: 19. bis 23. Schwangerschaftswoche

Das zweite Screening wird nun nicht mehr vaginal, sondern abdominal auf der Bauchdecke der Schwangeren durchgeführt. Bei diesem Ultraschall schaut sich der Gynäkologe vor allem die Organe des Embryos ganz genau an. Sollten bei dieser Untersuchung Unregelmässigkeiten festgestellt werden, überweist der behandelnde Gynäkologe an einen Facharzt. Darüber hinaus werden Herzaktionen, Bewegungen sowie eine altersgerechte Entwicklung des Embryos kontrolliert. Auch die Fruchtwasser-Menge und die Lage der Plazenta (Mutterkuchen) wird beim zweiten Screening beobachtet.

Eine Erweiterung der zweiten Ultraschalluntersuchung besteht seit dem 1. Juli 2013: Schwangere haben im Rahmen der Vorsorge Anspruch auf eine ausführlichere Untersuchung. Der Embryo wird auf Fehlbildungen an Herz, Kopf, Rücken, Magen und Blase untersucht. Bei Auffälligkeiten wird ein so genannter Feinultraschall durchgeführt. Diese pränatale Diagnose kann für das Baby unter Umständen lebensrettend sein: Zum Beispiel bei einem Herzfehler können Arzt und Eltern im Vorfeld eine Entbindungsklinik mit entsprechenden Spezialisten auswählen. Im Ernstfall kann das Baby nach der Geburt operiert werden.

Für viele Eltern ist die Frage „Mädchen oder Junge?“ besonders spannend: Zwischen der 19. und 23. Schwangerschaftswoche kann der Gynäkologe einen ersten Blick auf das Geschlecht des Kindes werfen – wenn die Eltern dies wünschen.

3. Ultraschalluntersuchung: 29. bis 32. Woche

Im Fokus des dritten und letzten Ultraschalls vor der Entbindung steht die körperliche Entwicklung des Embryos. Die kindliche Lage im Mutterleib wird genauso kontrolliert wie die Struktur und Lage der Plazenta. Darüber hinaus wird Wachstum, Bewegung, die Herzaktion sowie die Fruchtwassermenge begutachtet. Weitere Screenings können dann nötig werden, wenn das Ungeborene ab der 36. Schwangerschaftswoche noch nicht die Geburtsposition eingenommen hat.

Ausnahmen: Mehr als drei Screenings

In besonderen Fällen ist es notwendig, dass mehr als die vorgesehenen drei Screenings bei einer Schwangeren durchgeführt werden. Ärzte schauen häufiger hin, wenn es sich zum Beispiel um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt, das Risiko einer Frühgeburt besteht oder die Schwangere unter Diabetes, Bluthochdruck oder anderen Krankheiten leidet. Ein weiterer Grund können Entwicklungsstörungen des Embryos sein.

Ultraschalluntersuchung zur pränatalen Diagnostik

Treten bei den drei Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der Vorsorge Unregelmässigkeiten in der Entwicklung des Embryos auf, werden weitere Ultraschalluntersuchungen zur pränatalen Diagnostik nötig. Um das Herz und den Blutfluss innerhalb der Gefässe zu untersuchen, wird die Dopplersonographie angewandt. Der Organultraschall wird auch Feinultraschall genannt und eingesetzt, um Fehlbildungen an Organen und Gliedmassen zu erkennen. Hinweise auf das Down-Syndrom liefert die Messung der Nackenfalte. Mit dem Nackentransparenz-Test kann eine Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich des Embryos nachgewiesen werden.

Babyfernsehen mit 3D-Ultraschall

Obwohl von der medizinischen Seite betrachtet die drei Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft ausreichend sind, ist das immer mehr Eltern zu wenig. Sie möchten ihr ungeborenes Baby schon im Mutterleib ausführlich betrachten können. Die moderne Technik macht dies möglich und viele Ärzte bieten in ihren Praxen einen 3D-Ultraschall an.

Statt schemenhafter Bilder in schwarz-weiss kann dem Baby beim Nuckeln und Schlafen zugesehen werden. Dieser faszinierende Live-Blick auf das Ungeborene wird deshalb häufig „Babyfernsehen“ genannt – das hat allerdings seinen Preis: Im Gegensatz zu den drei Ultraschalluntersuchungen innerhalb der Vorsorge, werden die Kosten für den 3D-Ultraschall nicht von den Kassen übernommen.

Auch wenn der 3D-Ultraschall generell kein Risiko für Mutter und Kind darstellt, raten Ärzte werdenden Eltern davon ab, eine Sonographie nur fürs Fotoalbum durchführen zu lassen. Laut Experten ist es nicht vollständig geklärt, in wie weit häufige Ultraschalluntersuchungen dem Ungeborenen schaden können.

In einem vernünftigen Mass eingesetzt, schadet die Sonographie nach dem heutigen Stand der Wissenschaft dem Kind nicht. Ein Babyfernsehen aus Lust und Laune sollte allerdings vermieden werden.

Der 3D-Ultraschall hat selbstverständlich auch einen medizinischen Nutzen: Er kommt dann zum Einsatz, wenn der behandelnde Arzt im Laufe eines herkömmlichen Screenings zum Beispiel einen Herzfehler, einen Neuralrohrdefekt oder eine Gesichtsspalte vermutet. Auffälligkeiten können mit dem 3D-Screening genauer begutachtet werden.

Ultraschall bei Schwangerschaft

Die Ultraschalluntersuchung ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem sich schon in der Frühschwangerschaft wichtige Details über die Entwicklung des ungeborenen Kindes erkennen lassen. (PhotographyByMK )

Während der Schwangerschaft sind drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen, die von der Krankenkasse bezahlt werden.

Im Rahmen des Mutter-Kind-Passes wird zwischen der 8. und der 12. Schwangerschaftswoche, zwischen der 18. und der 22. Schwangerschaftswoche und zwischen der 30. und der 34. Schwangerschaftswoche jeweils eine Ultraschalluntersuchung empfohlen. Diese drei so genannten Basis-Ultraschalluntersuchungen sind für den Erhalt des vollen Kinderbetreuungsgeldes nicht notwendig, werden aber für die Kontrolle des Schwangerschaftsverlaufes und der Entwicklung des Kindes empfohlen. Abhängig von der Schwangerschaftswoche (SSW) überprüft dabei der Gynäkologe bzw. die Gynäkologin unterschiedliche Parameter, die über den Fortschritt und die Gesundheit der Schwangerschaft Auskunft geben.

Die Basisuntersuchungen laut Mutter-Kind-Pass sind in Bezug auf das Erkennen von groben Auffälligkeiten und Fehlbildungen orientierend und dienen nicht zur Fehlbildungsdiagnostik.

++ Mehr zum Thema: Mutter Kind Pass Untersuchungen ++

Weitere Ultraschalluntersuchungen

Ergänzend gibt es daher ein erweitertes Untersuchungsangebot, welches von der werdenden Mutter in Anspruch genommen werden kann, es besteht aber keinerlei Verpflichtung dazu. Die Kosten werden nicht von der Sozialversicherung übernommen.

Messung der Nackentransparenz

Messung der Nackentransparenz 11.-14. SSW zur Abschätzung des Risikos auf Chromosomenstörungen, auf Wunsch auch kombiniert mit einer Blutuntersuchung der Mutter „Combined Test“ mit etwas höherer Entdeckungsrate

++ Mehr zum Thema: Nackentransparenz ++

Organscreening

Es wird besonderes Augenmerk auf eine genaue Untersuchung des Gehirns, des Gesichtes, der Wirbelsäule, des Brustkorbes mit Herz und Lunge, der Bauchwand und der Bauchorgane, der Nieren, der Blase und des Skeletts gelegt.

++ Mehr zum Thema: Organscreening ++

Was genau passiert bei einer Ultraschalluntersuchung?

Bei einer Ultraschalluntersuchung werden hochfrequente Schallwellen durch die Gebärmutter geschickt. Diese werden von jeder Oberfläche, also auch vom Baby reflektiert, und das zurückkehrende Echo wird von einem Computer in ein Bild übersetzt, das die Position und die Bewegungen des Babys anzeigt.

Wie verläuft eine Ultraschalluntersuchung?

Etwa bis zur 12. SSW wird die Untersuchung vaginal, also über die Scheide durchgeführt. Dazu wird der vordere Teil des Untersuchungsgerätes, der Ultraschallkopf, in die Scheide eingeführt. Auf diese Weise lässt sich ein besonders klares Bild des Embryos erstellen. Es ist zu empfehlen, die Blase vor jeder Ultraschall-Untersuchung zu entleeren, da eine volle Blase die Bildqualität beeinträchtigen kann und während der Untersuchung auch meist als unangenehm empfunden wird.

Bei späteren Untersuchungen bevorzugen die Ärzte den abdominalen oder Bauch-Ultraschall, bei dem der Schallkopf über die Bauchdecke der Mutter bewegt wird. Zuvor wird der Bauch der Schwangeren mit einem kühlen Gel bestrichen, damit die Schallwellen leichter durch die Bauchdecke gelangen. Der Vorteil beim Bauch-Ultraschall: Es kann ein größeres Blickfeld erzeugt werden, wodurch auch größere Abstände gut gemessen werden können.

Während der Untersuchung liegt die werdende Mutter auf dem Rücken und kann, wenn es möglich ist, die Bewegungen des Kindes am Bildschirm mitverfolgen. Eine Ultraschalluntersuchung verursacht keine Schmerzen, lediglich das Auftragen des kühlen Gels auf die Bauchdecke oder der Vaginalultraschall in der Spätschwangerschaft können manchmal als unangenehm empfunden werden.

Wie aussagekräftig sind Untersuchungsergebnisse mittels Ultraschall?

Die Ultraschalluntersuchung ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem sich schon in der Frühschwangerschaft wichtige Details über die Entwicklung des ungeborenen Kindes erkennen lassen. So kann man bereits ab der 6. bis 7. SSW die Herzaktivität des Embryos darstellen. Die Aussagekraft jeder Ultraschall-Untersuchung ist aber immer stark von der Ausbildung des untersuchenden Arztes und von der Qualität des Ultraschallgerätes abhängig. Bei auffälligen Ergebnissen sollte die Untersuchung wiederholt werden, bzw. sollen Sie eine Zweitmeinung einholen.

Der Untersuchungsmethode sind aber auch von vornherein Grenzen gesetzt. Selbst bei guter Gerätequalität, größter Sorgfalt und Erfahrung des Untersuchers können Fehlbildungen unentdeckt bleiben, besonders wenn die Untersuchungsbedingungen (z.B. Position des Kindes, starkes Übergewicht der Schwangeren) erschwert sind. Manche Ergebnisse können zudem nur in einem bestimmten Zeitraum erzielt werden: So zeigt z.B. eine genauere Untersuchung der Organe des Babys nur zwischen der 18. und 22. Woche deutliche Ergebnisse. Die Messung der Nackentransparenz ist nur von der 11. Bis zur 14. SSW sinnvoll. Und der errechnete Geburtstermin lässt sich per Ultraschall nur bis zur 12. Woche relativ sicher ermitteln.

Wann sollten zusätzliche Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es notwendig sein, mehr als drei Ultraschall-Untersuchungen durchzuführen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn

  • die Schwangere Blutungen hat
  • das Risiko einer Frühgeburt besteht
  • es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt
  • Schwangerschaftskomplikationen auftreten (z.B. Wachstumsstörungen des Babys, Bluthochdruck bei der Schwangeren)
  • in der Familie der Schwangeren Trisomie 21 oder andere Chromosomenstörungen aufgetreten sind
  • die Mutter während der Schwangerschaft eine Infektion durchgemacht hat (z.B. Röteln)
  • die Mutter an einer Erkrankung leidet, die das Risiko für Fehlbildungen erhöht (z.B. Diabetes)

Schadet Ultraschall dem Baby?

Nach heutigem Wissensstand stellt eine Ultraschalluntersuchung auch bei wiederholter Anwendung keine Gefahr für das ungeborene Kind dar, da die kindlichen Organe nur kurzfristig „beschallt“ werden. Berichte über eine eventuelle Schädigung des Nervensystems basieren auf Untersuchungen bei Mäusen und sind nach neuesten Erkenntnissen nicht auf den Menschen übertragbar.

Pränataldiagnostik und Schadenersatzklagen

Immer mehr Ärzte sichern sich gegen mögliche geburtshilfliche Schadenersatzansprüche von Eltern ab, indem schwangere Patientinnen einen Aufklärungsbogen unterschreiben müssen. Das bedeutet: Selbst, wenn später eine Fehlbildung, Behinderung oder Krankheit diagnostiziert wird, kann der Arzt nicht zu einem Schadenersatz verurteilt werden. Einige wenige Ärzte bieten aus diesem Grund gar keine Ultraschalluntersuchungen an.

Umgekehrt sind aus der Angst vor gerichtlichen Verfahren die meisten Ärzte bemüht, so viele Fehlbildungen, Erkrankungen und Behinderungen wie möglich auszuschließen. So wird etwa die Messung der Nackenfalte immer öfter „routinemäßig“ mit der ersten Ultraschall-Untersuchung im Mutter-Kind-Pass durchgeführt. Zu beachten ist, dass es sich dabei um eine gezielte pränataldiagnostische Untersuchung handelt und im Vorfeld der ausdrückliche Wunsch der Patientin vorliegen muss, die Dicke der Nackenfalte zu messen.

Werdende Eltern, die sich für eine erweiterte Pränataldiagnostik (Messung der Nackentransparenz, Combined Test, etc.) interessieren, sollten die Situation der Ärzte vor dem Hintergrund immer öfter gestellter Schadenersatzforderungen berücksichtigen. Informieren Sie sich vorab ausführlich, welche Untersuchungen wann durchgeführt werden können und welche Ergebnisse und Konsequenzen eine Untersuchung mit sich bringen kann.

++ Mehr zum Thema: Pränataldiagnostik ++

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Stand der medizinischen Information: März 2014

Österreichische Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin; www.oegum.at (Zugriff im Oktober 2011)
Ultraschalldiagnostik im Rahmen der Schwangerenvorsorge. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht (AG MedR); http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-044_S1_Ultraschalldiagnostik_im_Rahmen_der_Schwangerenvorsorge_05-2008_05-2011.pdf (Stand 16.12.2010)
Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Arbeitsgemeinschaft
für Ultraschalldiagnostik (ARGUS) und der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin – Sektion Gynäkologie (DEGUM-Stufe III); http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-032_S1_Ultraschalluntersuchung_in_der_Fruehschwangerschaft_07-2008_09-2012.pdf (Stand 16.12.2010)

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