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Risikoschwangerschaft: Was bedeutet das (und ab wann)?

Letzte Änderung: 27.08.2019
Nächste Aktualisierung von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Jede Erstgebärende ab 35 Jahren (Mehrgebärende ab 40 Jahren) und Frauen unter 18 Jahren werden grundsätzlich als Risikoschwangere eingestuft. Heutzutage gelten etwa 30 Prozent aller Schwangerschaften als Risikoschwangerschaft. Die Einstufung als Risikoschwangerschaft bedeutet aber nicht automatisch, dass eine akute Gefahr für Mutter und Baby besteht. Es bedeutet, dass die werdene Mutter mehr Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen kann und die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für einige Zusatzuntersuchungen übernehmen, die Schwangere gewöhnlich selber tragen müssen.

© Jupiterimages/iStockphoto

Je nachdem, aus welchem Grund Sie als Risikoschwangere gelten, kann diese Einstufung eine unterschiedliche Bedeutung für den Ablauf der Schwangerschaft haben – von engmaschigerer Überwachung bis hin zu bestimmten Verhaltensregeln zur Sicherheit von Mutter und Kind.

Einige Faktoren können ein Risiko für Leben und Gesundheit von Mutter und Kind während einer Schwangerschaft darstellen und sind daher für die Einstufung als Risikoschwangerschaft ausschlaggebend. Dazu gehört zum einen das Alter der werdenden Mutter: Jede Erstgebärende ab 35 Jahren (Mehrgebärende ab 40 Jahren) wird grundsätzlich als Risikoschwangere eingestuft, unabhängig von allen anderen Faktoren. Aber auch besonders junge Schwangere (jünger als 18 Jahre) werden als Risikoschwangere eingestuft.

Risikoschwangerschafts-Test

Hier können Sie testen, ob Ihre Schwangerschaft mit erhöhten Risiken verbunden ist.

Zum Test

Auch der Verlauf früherer Schwangerschaften sowie bestimmte Allgemeinerkrankungen der Schwangeren, frühere Fehlgeburten, Anomalien und nicht zuletzt, wenn die werdende Mutter mehr als ein Baby (Mehrlinge) erwartet, können darüber entscheiden, ob die aktuelle Schwangerschaft risikobehaftet ist.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und Vorsorgeuntersuchungen bei Frauenarzt und Hebamme können der werdenden Mutter helfen, sich durch die Einstufung als Risikoschwangere nicht zu sehr beunruhigen zu lassen. Eine Risikoschwangerschaft wird noch engmaschiger überwacht als eine normale Schwangerschaft und einige Untersuchungen, die Sie gewöhnlich selbst zahlen müssen, übernehmen in einer Risikoschwangerschaft die gesetzlichen Krankenkassen.

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Risikoschwangerschaft

Die Durchführung einer genauen Anamnese, einiger Tests und Untersuchungen gibt Ärzten und Eltern wichtige Anhaltspunkte, ob Grund zur Sorge um die Mutter oder das heranwachsende Kind besteht. Die für den Mutter-Kind-Pass erforderlichen Untersuchungen (Bestimmung verschiedener Blutparameter, Ultraschall, gynäkologische Untersuchungen etc.) geben Aufschluss darüber, ob weitere Schritte eingeleitet werden müssen. Wenn etwa der zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche (SSW) durchgeführte Zuckerbelastungstest Hinweise auf einen prädiabetischen Stoffwechsel gibt, ist es oft notwendig, dass die Schwangere mit Insulin therapiert werden muss.

Folgende pränataldiagnostische Untersuchungen werden im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen durchgeführt:

  • Routine-Ultraschall: Der Routine-Ultraschall wird zwischen der 11. und 13., das Organscreening zwischen der 20. und 23. SSW und in der 30. bis 34. SSW durchgeführt und liefert Aussagen über das Befinden des Embryos bzw. Fötus. Sind familiäre Gesundheitsprobleme bekannt, kann das heranwachsende Kind auch gezielter untersucht werden.
  • Organscreening: Zwischen der 20. und 23. SSW findet eine ausführlichere Ultraschalluntersuchung statt, bei der alle Organe des Kindes soweit möglich genau begutachtet werden. Zeigen sich hier Auffälligkeiten, werden weitere Untersuchungen eingeleitet.

Folgende Untersuchungen können zusätzlich durchgeführt werden, wenn Arzt oder Ärztin eine Notwendigkeit dafür sehen – nur in diesem Fall übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten dafür:

  • Combined Test: Bei Verdacht darauf, dass die Mutter ein Kind mit Down-Syndrom gebären könnte, zahlt die Krankenkasse einen Combined Test. Mithilfe einer Ultraschall-Untersuchung wird die Nackenfalte des Embryos in der 11.-14. SSW gemessen und bestimmte Werte im Blut der Mutter analysiert. Die Diagnose ist dadurch aber noch nicht gesichert – dies geschieht erst durch invasive Verfahren wie die Fruchtwasseruntersuchung.
  • Nicht-invasiver Pränataltest (NIPT): Dieser Test kann schon vor der 11. SSW durchgeführt werden. Im mütterlichen Blut ist auch genetisches Material des Fötus enthalten, die sogenannte zellfreie DNA. Über die Menge und Verteilung der zellfreien DNA kann berechnet werden, wie hoch das Risiko ist, dass das Kind von einer Trisomie 21 (oder einer anderen genetischen Veränderung) betroffen ist.
  • Chorionzottenbiopsie (Mutterkuchenpunktion): Bei der Chorionzottenbiopsie wird eine Gewebeprobe aus dem Mutterkuchen entnommen und hilft dabei, das Risiko für genetisch bedingte Erkrankungen abzuschätzen – und das schon viel früher als bei der Amniozentese, nämlich ab der 9. SSW. Das Untersuchungsergebnis ist relativ rasch bekannt. Allerdings kann es durch diese invasive Untersuchung zu Komplikationen kommen.
  • Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung): Zwischen der 14. und 16. SSW kann bei Verdacht auf eine Chromosomenstörung eine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt werden. Allerdings birgt diese u.a. das Risiko eines vorzeitigen Blasensprungs. Bis das Ergebnis der Untersuchung vorliegt, dauert es allerdings 3-4 Wochen.

Medizinische Entscheidungen bei einer Präeklampsie

Die Auswirkungen für Mutter und Kind sind je nach vorliegenden Problemen sehr unterschiedlich. Bei Bluthochdruck, wie er etwa bei einer Präeklampsie vorliegt, kann es zu einer Ablösung des Mutterkuchens und starken Blutungen kommen. Frauenärztin oder Frauenarzt müssen in jeder Risikoschwangerschaft individuell entscheiden, ob das längere Verbleiben des Kindes im Bauch der Mutter für beide besser ist oder nicht. Bei Vorliegen einer Präeklampsie wird ehestmöglich die Geburt eingeleitet.

Risiko­schwangerschaft: Entwarnung für ältere Frauen mit Kinderwunsch

Studien hatte in der Vergangenheit ergeben, dass für Mütter ab 35 Jahren das Risiko steigt, ein Kind mit niedrigem Geburtsgewicht zur Welt zu bringen oder eine Frühgeburt zu haben./ Photographee.eu, stock.adobe.com

Rostock – Das höhere Alter später Mütter ist nicht der wahre Grund für das erhöhte Risiko einer Frühgeburt oder niedrigen Geburtsgewichts. Die Ursachen könnten eher in den persönlichen Lebensumständen und Verhaltensweisen der Mütter liegen. Das zeigt eine retrospektive Studie, die im American Journal of Epidemiology publiziert wurde (2017; doi: 10.1093/aje/kwx177).

Die Forscher um Mikko Myrskylä, Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock und Alice Goisis von der London School of Economics untersuchten mehr als 124.000 Kinder aus finnischen Familien, in denen dieselbe Mutter mindestens zwei Kinder im Zeitraum von 1987 bis 2000 bekommen hatte.

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Die Forscher isolierten den puren Einfluss des Alters auf die Geburtsrisiken, indem sie Geburten derselben Mütter in unterschiedlichem Alter verglichen. Dadurch schlossen sie die meisten anderen Einflussfaktoren aus, die sich zwar von Familie zu Familie unterscheiden, nicht aber von Schwangerschaft zu Schwangerschaft ein und derselben Frau.

Das Ergebnis: Innerhalb derselben Familie steigerte ein höheres Alter der Mutter nicht das Risiko, früh zu gebären oder das Risiko eines geringen Geburtsgewichts. Wenn die Wissenschaftler allerdings Kinder verglichen, die verschiedene Frauen zur Welt gebracht hatten, wuchsen die Risiken spürbar mit dem Alter der Mutter an. So ist die Wahrscheinlichkeit, ein Baby mit niedrigem Geburtsgewicht zu bekommen, bei einer finnischen Mutter ab 40 Jahren doppelt so hoch (4,4 Prozent) wie bei Frauen zwischen 25 und 29 Jahren (2,2 Prozent).

Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Frauen sich keine Sorgen über ihr Alter an sich machen sollten, wenn sie darüber nachdenken, ein Kind zu bekommen. Mikko Myrskylä, Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung, Rostock

Insgesamt kommen Frühgeburten und geringes Geburtsgewicht damit zwar häufiger vor, wenn die Mutter älter ist. „Ein Arzt, der nur das Alter einer schwangeren Frau kennt, kann es weiterhin nutzen, um die Geburtsrisiken abzuschätzen“, sagt Myrskylä. Für die einzelne Mutter sei ihr Alter aber nicht der tatsächliche Grund für eventuell erhöhte Geburtsrisiken, ergänzt Goisis. „Die wahren Ursachen könnten eher die individuellen Lebensumstände und Verhaltensweisen der Eltern sein, die deren höheres Alter mit sich bringt.“
Myrskylä und Goisis untersuchten die Ursache in ihrer Studie nicht. Die echten, individuellen Risikofaktoren könnten Fruchtbarkeitsprobleme sein, die mit höherem Alter zusammenhängen können, ungesunde Verhaltensweisen der Mutter oder der Stress, unter dem sie steht.

zum Thema

  • Abstract im American Journal of Epidemiology 2017

Deutsches Ärzteblatt print

  • „Alte Erstgebärende“: Risiko für Mutter und Kind

Faktoren, die sich auch für dieselbe Mutter zwischen den Geburten verändern, wie das Familieneinkommen oder der Rang des Kindes in der Reihenfolge der Geschwister, rechneten die Forscher als Einflüsse auf die Geburtsrisiken statistisch heraus. Als sich nur noch das Alter der Mutter in den Berechnungen der Forscher veränderte, ver­schwand der Anstieg der Geburtsrisiken.
„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Frauen sich keine Sorgen über ihr Alter an sich machen sollten, wenn sie darüber nachdenken, ein Kind zu bekommen“, sagt Demograf Myrskylä. Persönliche Lebensumstände und das eigene Verhalten scheinen wichtiger zu sein als das Alter.

Eine Reihe wissenschaftlicher Studien hatte in der Vergangenheit ergeben, dass für Mütter ab 35 Jahren das Risiko deutlich steigt, ein Kind mit niedrigem Geburtsgewicht (weniger als 2.500 Gramm) zur Welt zu bringen oder eine Frühgeburt (vor der 37. Schwangerschaftswoche) zu haben. Frühchen und Kinder mit geringem Geburtsgewicht haben häufiger Atembeschwerden oder Herzprobleme und die Entwicklung des Gehirns und der kognitiven Fähigkeiten kann beeinträchtigt sein. © gie/idw/aerzteblatt.de

Schwangerschaftsrisiken im Überblick

15. Oktober 2018 10 Min.

Wenn der Schwangerschaftstest positiv ist, beginnt für werdende Eltern eine aufregende Zeit. Dennoch mischen sich unter die Glücksgefühle hin und wieder sorgenvolle Gedanken wie etwa: „Ist mit dem Baby alles in Ordnung?“ Tatsächlich gibt es Schwangerschaftsrisiken, über die wir Sie in diesem Artikel aufklären möchten, damit Sie Symptome richtig einschätzen und Risikofaktoren bewusst meiden.

Übersicht

  • Eileiterschwangerschaft
  • Fehlgeburt
  • Plazentainsuffizienz
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Spina Bifida (offener Rücken)
  • Erkrankungen der Schilddrüse

Ein Baby kündigt sich an

Gerade die ersten drei Monate sind in einer Schwangerschaft eine intensive, aber ebenso kritische Phase. Auch wenn die meisten Frauen eine gesunde Schwangerschaft erleben, sind insbesondere während der ersten Wochen Schwangerschaftsrisiken wie eine Fehlgeburt oder Eileiterschwangerschaft nicht auszuschließen – ein Grund, warum viele Frauen so lange abwarten, bis sie ihrem Umfeld von der Schwangerschaft berichten.

Schwangerschaftsrisiko Eileiterschwangerschaft – wenn die Eizelle ihren Weg nicht findet

Die befruchte Eizelle nistet sich normalerweise in der Gebärmutter ein. In ein bis zwei Prozent aller Schwangerschaften wird sie jedoch daran gehindert1: Sie setzt sich dann

  • im Bereich der Eierstöcke,
  • des Gebärmutterhalses oder
  • im Falle einer Bauchhöhlenschwangerschaft an der Bauchdecke fest.

Bei der häufigsten Form dieser Art der Schwangerschaftsrisiken, der Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität), bleibt die Eizelle durch funktionelle Störungen oder mechanische Barrieren wie Vernarbungen in der Eileiterschleimhaut. Unabhängig davon, wo sich die Eizelle eingenistet hat, schüttet die Plazenta vermehrt das Schwangerschaftshormon Beta HCG (Humanes Choriongonadotropin) aus. Frauen nehmen dadurch übliche Anzeichen einer Schwangerschaft wie Übelkeit oder spannende Brüste wahr. Im Unterschied zu einer „echten“ Schwangerschaft, treten bei einer Eileiterschwangerschaft jedoch in der sechsten bis neunten Woche Beschwerden ein wie

  • Wehen (krampfartige Schmerzen im Unterleib) oder
  • Schmierblutungen.2

Die Eileiterschwangerschaft kann nicht ausgetragen werden. Nach der Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie der jeweiligen Schwangerschaftswoche oder psychischen Verfassung der Frau, gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Dazu zählen

  • die operative Entfernung des Schwangerschaftsgewebes oder des betroffenen Eileiters bei starker Schädigung desselben sowie
  • die medikamentöse Therapie.

Am häufigsten verabreicht der Arzt dabei das Zellgift Methotrexat. Dies geschieht entweder intravenös (in eine Vene hinein), intravaskulär (in ein Lymph- oder Blutgefäß) oder in seltenen Fällen in das Schwangerschaftsgewebe direkt. Das Medikament führt dazu, dass das embryonale Gewebe zerstört wird. Das abgestorbene Material baut der Körper daraufhin ab.

Fehlgeburt: Zu früh Abschied nehmen

Immer noch ein gesellschaftliches Tabuthema, doch ist der Schicksalsschlag nicht so selten, wie vielleicht vermutet. Etwa jede fünfte Schwangerschaft endet frühzeitig in den ersten drei Monaten.3 Mediziner sprechen von einer Fehlgeburt, wenn der Embryo oder Fetus bei der vorzeitigen Abstoßung weniger als 500 Gramm wiegt und keine Lebenszeichen wie Herzschlag vorhanden sind.4 Es gibt die unterschiedlichsten Auslöser, die bei der Begünstigung einer Fehlgeburt eine Rolle spielen, beispielsweise

  • hormonelle Störungen der Gebärmutter oder
  • Infektionen.

Als Beispiele seien hier die bakterielle Vaginose (Störung der Vaginalflora) und Harnwegsinfektionen erwähnt. Doch die genaue Ursache kann nur in den allerwenigsten Fällen konkret benannt werden.

Auch, wenn es bei dieser schmerzlichen Erfahrung schwerfällt: Führen Sie sich vor Augen, dass Sie keine Schuld tragen und sich das Schicksal leider nicht aufhalten lässt, wenn es mit Gewalt zuschlägt. Einen aktiven Beitrag zur Vermeidung einer Fehlgeburt können Sie nur leisten, indem Sie eine ungesunde Lebensführung oder Stress in der Schwangerschaft vermeiden.

Plazentainsuffizienz – eine der schwerwiegenderen Schwangerschaftsrisiken

Auch die Plazentainsuffizienz zählt zu den Schwangerschaftsrisiken. Bei ihr ist der Stoffaustausch (Sauerstoff und Nährstoffe) zwischen der Mutter und dem Ungeborenen gestört. Frauen mit Diabetes mellitus oder Bluthochdruck zählen ebenso zu den Risikogruppen wie Raucherinnen oder Schwangere, die Mehrlinge erwarten.

Es gibt verschiedene Formen der Plazentainsuffizienz:

  • Die akute zeigt sich vor oder während der Geburt. In dieser lebensbedrohlichen Situation leidet das Baby aufgrund einer Durchblutungsstörung unter akutem Sauerstoffmangel. Für die Unterbrechung der Sauerstoffversorgung des Kindes gibt es viele Gründe, beispielsweise eine vorzeitige Plazentaablösung oder eine stark verdrehte Nabelschnur.
  • Die subakute Form dieses Schwangerschaftsrisikos entwickelt sich über Tage bis Wochen.5 Ihr kann ein chronischer Verlauf vorangegangen sein.
  • Über Wochen und Monate erstreckt sich die chronische Plazentainsuffizienz.5 Die Gründe hierfür sind vielschichtig, beispielsweise kann eine verkalkte Plazenta, Schwangerschaftshypertonie (Bluthochdruck) oder eine mütterliche Mangelernährung dazu führen.

Die chronische Form führt zu einer intrauterinen (innerhalb der Gebärmutter) Wachstumsverzögerung des Kindes, die sich beispielsweise in einem zu geringen Geburtsgewicht und/oder –länge zeigt.

Erhöhte Blutzuckerwerte bei Schwangerschaftsdiabetes

Etwa fünf Prozent aller werdenden Mütter in Deutschland sind von Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes, Diabetes Typ 4) betroffen.6 Normalerweise reguliert Insulin, ein in der Bauchspeicheldrüse gebildetes Hormon, wie viel Zucker sich im Blut befindet. Durch die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft kann es jedoch zu einer Störung der Insulinproduktion kommen, die einen erhöhten Blutzuckerspiegel zur Folge hat.

Bis zur zwölften Schwangerschaftswoche ist der Fetus nicht in der Lage, selbst Insulin herzustellen. Auch das mütterliche Insulin schützt das Baby nicht vor einer Überzuckerung, da es nicht über die Plazenta ans Kind weitergegeben wird. Die Babys werden schwerer und größer, was zu Komplikationen während der Geburt führen kann, da beispielsweise eine Entbindung mit der Saugglocke oder ein Kaiserschnitt erforderlich ist. Lässt sich der Schwangerschaftsdiabetes nicht allein durch die Ernährung und ausreichend Bewegung in den Griff bekommen, ist eine Insulintherapie notwendig.

Schwangerschaftsrisiken aufgrund eines Gestationsdiabetes umgehen

Stellt der Arzt frühzeitig die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes, lassen sich verbundene Risiken in der Schwangerschaft wie gehäufte Harnwegsinfekte vermeiden. Wie hängt das zusammen? Scheidet die Frau bei erhöhtem Blutzucker beim Gang auf die Toilette auch Zucker über den Urin aus, ist dies ein perfekter Nährboden für Krankheitserreger, die für einen Harnwegsinfekt verantwortlich sind.

Schwangerschaftsrisiko Spina Bifida

Etwa eines von 1.000 Babys kommt in Deutschland mit Spina Bifida zur Welt, einer Fehlentwicklung der Wirbelsäule, auch offener Rücken genannt.8 Mediziner vermuten genetische Ursachen, die genauen Umstände sind jedoch noch nicht hinreichend erforscht.

Spina Bifida gehört zu den Schwangerschaftsrisiken, gegen die sich mit der Ernährung vorbeugen lässt. Nehmen Frauen in der Frühschwangerschaft in ausreichender Menge Folsäure zu sich, können bis zu 70 Prozent von Spina Bifida verhindert werden.9 Das Spurenelement ist lebensnotwendig – für die Zellteilung und –neubildung. Doch Achtung: Folsäure kommt in der Natur nicht vor. Ist von Folsäure die Rede, ist die synthetisch hergestellte Form des Folats gemeint. Dieses wiederum findet sich in Nahrungsmitteln.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Tagesdosis von 550 Mikrogramm.10 Enthalten ist Folat vor allem in grünem Gemüse wie Spinat und Brokkoli sowie in Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Da der Bedarf nur schwer über die Nahrung allein zu decken ist, wird Schwangeren geraten, zusätzlich ein Präparat mit Folsäure.

Die Schilddrüse: Wichtiger Faktor in Sachen Schwangerschaftsrisiken

In der Schwangerschaft erhöht sich zudem der Bedarf an Jod. Dieses Spurenelement ist unverzichtbar für die gesunde Entwicklung der kindlichen Knochen und des Gehirns. Die Aufnahme erfolgt

  • mit der Nahrung der werdenden Mutter (täglich circa 100 bis 200 Mikrogramm) oder
  • durch die zusätzliche Gabe von Jod in Tablettenform (pro Tag 100 bis 200 Mikrogramm).11

Jod ist noch aus einem anderen Grund wichtig, denn: Infolge eines Mangels können bei der Mutter Veränderungen oder Störungen der Schilddrüse auftreten. Zu den Risiken in der Schwangerschaft gehört beispielsweise die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), die durch eine mangelnde Bildung von Schilddrüsenhormonen gekennzeichnet ist. In diesem Fall verschreibt der Arzt schwangeren Frauen das Schilddrüsenhormon Levothyroxin, um Fehl- oder Frühgeburten zu verhindern.

Wer in der Schwangerschaft unter Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion leidet, wie Kälteempfindlichkeit, schnelleres Ermüden oder verlangsamten Reflexen, sollte dies frühzeitig von einem Arzt abklären lassen. So kann dieser, bei bestätigter Diagnose, eine adäquate Behandlung in die Wege leiten.

Was ist eine Risikoschwangerschaft?

Auch bei einer optimalen medizinischen Versorgung besteht in jeder Schwangerschaft ein gewisses Restrisiko. Ist im Einzelfall das Risiko für Komplikationen für Mutter oder Kind höher als normalerweise, sprechen Experten von einer Risikoschwangerschaft.

Die Einstufung ergibt sich aus den Ergebnissen von Vorsorgeuntersuchungen. Im Folgenden werden verschiedene Kriterien beschrieben, die innerhalb einer umfassenden Vorsorgeuntersuchung durch den Arzt abgeklärt werden. Liegt nur eines der Kriterien vor, handelt es sich bereits um eine Risikoschwangerschaft. Diese wird dann auch im Mutterpass vermerkt.

Das Beurteilung „Risikoschwangerschaft“ verunsichert viele werdende Mütter, doch in der Regel müssen sie sich keine Sorgen machen – Komplikationen treten nicht zwangsläufig auf. In den meisten Fällen dient die Einstufung lediglich dazu, eine sorgfältige und bestmögliche Vorsorge und Behandlung durch den Arzt zu gewährleisten.

Allgemeine Kriterien für eine Risikoschwangerschaft

Mögliche Risiken ergeben sich aus der Vorgeschichte oder dem Lebensstil der Schwangeren, die der Mediziner über ein ausführliches Gespräch abfragt. Ist nur eines der Kriterien erfüllt, liegt eine Risikoschwangerschaft vor:

  • Alter der Schwangeren unter 18 oder über 35 Jahre
  • problematischer Verlauf früherer Schwangerschaften wie Früh- oder Fehlgeburten oder Kaiserschnitt-Entbindungen
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • drohende Frühgeburt oder Überschreiten des Geburtstermins
  • allgemeine Erkrankungen wie Diabetes, Asthma, Hepatitis, Epilepsie, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, schwere psychische Erkrankungen, Infektionen oder Schilddrüsenerkrankungen
  • Erbkrankheiten in der Familie
  • Rauchen oder Alkoholkonsum
  • Anwendung von Medikamenten

Körperliche Hinweise auf eine Risikoschwangerschaft

Die körperliche Untersuchung liefert eventuell Hinweise auf weitere mögliche Risiken. So besteht zum Beispiel bei Frauen, die kleiner sind als 1,50 Meter, aufgrund eines kleineren Beckenausgangs die Gefahr für einen gestörten Geburtsverlauf. Bei untergewichtigen Frauen kann es beim Ungeborenen zu einer Mangel- oder Unterversorgung kommen. Ebenfalls eine Risikoschwangerschaft besteht bei werdenden Müttern mit Übergewicht: Diabetes oder Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) können die Schwangerschaft beeinträchtigen. Übergewicht kann zudem den Geburtsvorgang erschweren oder die Wehentätigkeit schwächen. Chronischer Bluthochdruck erhöht die Gefahr für Frühgeburten, und Durchblutungsprobleme können zu Verstopfungen der Blutgefäße führen.

Im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung kann der Arzt weitere mögliche Merkmale für eine Risikoschwangerschaft feststellen. Dazu gehören gutartige Wucherungen der Gebärmutter (Myome), Veränderungen im Gebärmutterhals oder Fehlbildungen der Gebärmutter. Entzündungen und Infektionen im Genitalbereich wirken sich ebenfalls auf eine Schwangerschaft aus, weswegen daraufhin regelmäßig untersucht wird. Liegt das Kind in der fortgeschrittenen Schwangerschaft ungünstig, gilt auch dies als Risikoschwangerschaft.

Risikoschwangerschaft

Mutter werden – bis wann?

Ich bin 43 Jahre alt. Meine Mens kommt regelmässig. Eigentlich wünschen mein Mann und ich uns zu unseren beiden Kindern (13, 7) jetzt doch noch ein Kind. Ist es in meinem Alter wirklich „verantwortungslos“ – wie es eine Bekannte von mir nannte – noch zu versuchen, ein Kind zu bekommen? Wie sieht es aus mit den Risiken? G.F.

Prof. Dr. med. Christian Breymann, Gynäkologe & Belegarzt der Klinik Hirslanden & Klinik Im Park:

Aufgrund der grossen Veränderung im Bereich der Fertilitätstherapie sind heute schwangere Frauen zwischen 40 und 45 Jahren keine Seltenheit mehr. Viele dieser Frauen über 40 wurden aufgrund „assistierter“ oder künstlicher Befruchtung schwanger, da die Chance, spontan und natürlich schwanger zu werden bei Frauen nach dem 40. Lebensjahr sehr klein ist. Das heisst aber nicht, dass Sie mit 43 Jahren nicht noch natürlich schwanger werden können. Schwangere in Ihrem Alter weisen ein höheres Risiko für genetische Veränderungen beim Kind auf: wie zum Beispiel Trisomie 21 (Downsyndrom) und andere. Daneben ist bekannt, dass es häufiger Schwangerschaftskomplikationen gibt, über die Sie Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin informieren kann. Sofern bei Ihnen keine Erkrankungen bekannt sind, ist eine Schwangerschaft bei Ihnen durchaus mit entsprechender Betreuung durch einen erfahrenen Arzt oder eine Ärztin möglich. Ich empfehle Ihnen, sich in einem Zentrum zu informieren und die Vor- und Nachteile abzuwägen. Dann handeln Sie sicherlich nicht verantwortungslos, wenn Sie sich für eine erneute Schwangerschaft entscheiden. Die älteste Schwangere, die ich momentan betreue und die sich auf die Geburt ihres Kindes freut, ist übrigens 55 Jahre alt.

Die Einstufung erfolgt durch den behandelnden Arzt, der die Risikoschwangerschaft im Mutterpass einträgt. Eine Risikoschwangerschaft erfordert – je nach Ausgangssituation – besondere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen. So können unter anderem Untersuchungen der pränatalen Diagnostik oder auch ein stationärer Aufenthalt der angehenden Mutter notwendig werden.

Was bedeutet Risikoschwangerschaft?

Ungefähr 20 Prozent der Schwangerschaften gelten als Risikoschwangerschaft. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass immer auch eine akute Gesundheitsgefahr für die Schwangere und das Ungeborenen besteht. Eine Risikoschwangerschaft bedeutet auch nicht zwangsläufig, dass es zu Komplikationen im Schwangerschaftsverlauf kommen muss. Die Einstufung als Risikoschwangerschaft bedeutet normalerweise nur, dass es Grund dazu gibt, die Schwangerschaft besonders intensiv zu überwachen und deshalb bestimmte Untersuchungen zusätzlich von der Krankenkasse übernommen werden. Dank der heutigen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten können mittlerweile auch viele chronisch kranke Frauen ihren Kinderwunsch erfüllen und gesunde Kinder zur Welt bringen.

Wie wird eine Risikoschwangerschaft festgestellt?

Im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen erfasst der Arzt anhand von zwei Fragebögen den allgemeinen Gesundheitszustand der Frau und Komplikationen im Verlauf der aktuellen Schwangerschaft. Folgende Kriterien können – teilweise in Kombination – zu einer möglichen Einstufung als Risikoschwangerschaft führen:

  • Alter der Schwangeren unter 18 oder über 35 Jahren
  • Erkrankungen wie Adipositas (Übergewicht), Diabetes mellitus, Kleinwuchs oder Skelettanomalien
  • Frühere schwere Erkrankungen der Mutter an Herz, Lunge, Leber, Niere, Nervensystem oder Psyche
  • Der Schwangerschaft vorausgehende Fehl-, Früh- oder Mangelgeburten
  • Vorausgehende Schwangerschaftsabbrüche oder Komplikationen/Kaiserschnitt bei vorausgehenden Geburten
  • Vielgebärende mit mehr als vier Kindern
  • Anhaltender Medikamenten-, Alkohol-, Nikotin- oder anderer Konsum von Drogen in der Schwangerschaft
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Plazentainsuffizienz
  • chronische oder wiederholte Blasenentzündung
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Blutarmut (Anämie)
  • Bluthochdruck
  • Erbkrankheiten in der Familie
  • Rhesusfaktorunverträglichkeit

Die Ergebnisse werden im Mutterpass auf den Seiten fünf und sechs festgehalten. In Deutschland sind die Fragebögen im Vergleich zu anderen Ländern besonders umfangreich, was dazu führt, dass hierzulande jede fünfte Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird. Die Einstufung kann zu Unsicherheiten bei den werdenden Eltern führen, weshalb der Befund des Arztes genau erklärt werden sollte.

Wie Rauchen in der Schwangerschaft dem Kind schadet

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Risikoschwangerschaft – was zahlt die Krankenkasse?

Die Krankenkassen kommen während einer Schwangerschaft für die Ultraschall-Untersuchungen auf. Ziel ist es, Risikoschwangerschaften und -geburten frühzeitig zu erkennen und zu überwachen. Liegt eine Risikoschwangerschaft vor, werden die Kosten für weiterführende notwendige Untersuchungen wie die Fruchtwasseruntersuchung, weitere Ultraschall-Untersuchungen oder die Kardiotokographie (CTG) übernommen. Diesen muss die Frau jedoch nach ausführlicher Aufklärung über Sinn und Zweck sowie Ablauf der Untersuchung durch den Arzt ausdrücklich zustimmen.

Checkliste: Bestimmen Sie Ihr persönliches Risiko (für eine Risikoschwangerschaft)

Gemeinsam mit Ihrer Ärztin können Sie Ihr persönliches Risiko für Ihre Schwangerschaft ermitteln. Zur Unterstützung der Beratung können Sie die folgende Liste ausfüllen und zum Gespräch mitnehmen. Anhand der Liste kann die Ärztin einen ersten Überblick über Sie und Ihre Situation gewinnen.

Medizinische Vorgeschichte Ja Nein

Bemerkung

Hatten Sie oder haben Sie zur Zeit irgendeine Krankheit z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Epilepsie, Anämie?
Nehmen Sie zur Zeit irgendwelche verschreibungspflichtigen Medikamente?
Hatten Sie kürzlich irgendeine Infektionskrankheit?
Wann wurden Sie das letzte Mal geröntgt?
Wurden Sie erst kürzlich operiert?
Wurde bei Ihnen schon einmal eine Bluttransfusion vorgenommen?
Hatten Sie kürzlich einen Unfall?
Hatten Sie jemals eine Thrombose?
Sind Sie gegen irgend etwas allergisch?
Sind Sie gegen Mumps, Masern und Windpocken geimpft?
Hatten Sie jemals Herpes?
Hatten Sie schon einmal Röteln?
Wurde bei Ihnen ein HIV-Bluttest durchgeführt?
Wurde bei Ihnen ein Hepatitis-Bluttest durchgeführt?
Wurde ein Toxoplasmose-Bluttest durchgeführt?
Gynäkologische/Geburtshilfliche Vorgeschichte Ja Nein

Bemerkung

Wie alt waren Sie, als Sie zum ersten Mal Ihre Periode hatten?
Wie lang ist Ihr Der weibliche Zyklus ?
Wie lange dauert Ihre Periode?
Haben Sie die Antibabypille genommen?
Welche Verhütungsmittel haben Sie benutzt?
Hatten Sie Schwierigkeiten, schwanger zu werden?
Haben Sie während der Periode Schmerzen?
Hatten Sie eine Geschlechtskrankheit oder eine Krankheit, die durch den Geschlechtsverkehr übertragen wird?
Hatten Sie Unterleibsoperationen?
War ein Befund des Pap-Tests auffällig?
Ist wegen des auffälligen Pap-Testes eine Behandlung durchgeführt worden?
Waren Sie schon schwanger?
Falls ja, wie oft?
Haben Sie mit Kaiserschnitt entbunden?
Wie viele lebende Kinder haben Sie?
Gab es während Ihrer Schwangerschaften und Entbindungen irgendwelche Komplikationen?
Hatten Sie jemals eine Bauchhöhlen- oder Eierleiterschwangerschaft?
Hatten Sie jemals eine Fehlgeburt? Wenn ja, wann?
Haben Sie eine oder mehrere Abtreibungen hinter sich? Wenn ja, wann waren diese und wie wurden sie durchgeführt?
Hatten Sie eine Frühgeburt?
Sind Ihre früheren Babys gesund?
Haben Sie Ihre Babys gestillt?
Gab es nach den früheren Entbindungen irgendwelche Komplikationen?
Fragen zu Ihrer sozialen Situation
Sind Sie sportlich?
Treiben Sie mindestens zwei- bis dreimal wöchentlich Sport?
Haben Sie Ihr Idealgewicht?
Trinken Sie mehr als zwei Tassen Ernähren Sie sich gesund pro Tag?
Trinken Sie Alkohol?
Nehmen Sie freiverkäufliche Medikamente ein?
Rauchen Sie oder Ihr Partner?
Nehmen Sie oder Ihr Partner Marihuana, Kokain, Heroin, Amphetamine, Barbiturate oder andere Drogen?
Leben Sie in gesicherten familiären Verhältnissen?
Leben Sie mit dem Vater des Kindes zusammen?
Haben Sie finanzielle Probleme?
Sind Sie während Ihrer Arbeit potenziell gefährlichen Substanzen oder radioaktiver Bestrahlung ausgesetzt?
Welche berufliche Tätigkeit üben Sie aus?
Arbeiten Sie mit kleinen Kindern oder haben Sie häufig Kontakt mit kleinen Kindern?
Haben Sie Haustiere?
Genetische Vorgeschichte
Sind Sie oder der Kindsvater auf genetische Krankheiten untersucht worden?
Leidet in Ihrer Familie jemand an Diabetes, Bluthochdruck oder anderen vererbbaren Krankheiten?
Gibt es in Ihrer Familie jemanden mit Zystischer Fibrose, Tay-Sachs-Syndrom, Hämophilie oder ähnlichem?
Kommen in Ihrer Familien Mehrlingschwangerschaften vor?
Ist jemand in der Familie geistig zurückgeblieben oder hat einen anderen Geburtsschaden?
Hatte Ihre Mutter in einer ihrer Schwangerschaften eine Schwangerschaftsvergiftung oder Bluthochdruck?
Kommt in Ihrer Familie gehäuft Krebs vor?
Fragen zu Ihrer Ernährung
Ernähren Sie sich gesund?
Wie viele Mahlzeiten essen Sie täglich?
Sind Sie Vegatarierin oder essen Sie eine andere Diät?
Bekamen Sie bei einer früheren Schwangerschaft eine besondere Diät verordnet?

Eine Risikoschwangerschaft ist – gemäß der Definition auf der Grundlage der Mutterschaftsrichtlinien – eine Schwangerschaft, bei der entweder anamnestische Risikofaktoren (in der Vor- bzw. Krankengeschichte der Patientin) vorliegen oder durch einen erhobenen Untersuchungsbefund bestätigte Risiken bestehen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass bei einer aktuell festgestellten Risikoschwangerschaft die Wahrscheinlichkeit besonders hoch ist, dass Komplikationen bzw. eine Risikogeburt drohen. Für die werdende Mutter bedeutet eine Risikoschwangerschaft in erster Linie, dass eine engmaschige medizinische Versorgung notwendig wird. Der folgende Artikel gibt Ihnen einen Einblick in das komplexe Thema der Risikoschwangerschaft und beschäftigt sich mit den Risiken, den Untersuchungsmethoden und der Betreuung der Patientinnen.

Das Verfahren

Die Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) ist die Basis der Arzt-Patienten-Beziehung. Diese erlaubt Ihrem Arzt Ihre persönlichen Schwangerschaftsrisiken zu erkennen, sodass gezielte präventive Maßnahmen (= individuelle Schwangerenvorsorge) durchgeführt werden können. Die anamnestischen Risiken (in der Vor- bzw. Krankengeschichte der Patientin), die definitionsgemäß eine Risikoschwangerschaft bedeuten, sind laut Mutterschaftsrichtlinien folgendermaßen definiert:

  • Schwere Allgemeinerkrankungen der Mutter – z. B. Erkrankungen der Niere und der Leber oder eine schwere Adipositas (Fettleibigkeit)
  • Alter – erste Geburt unter 18 Jahren bzw. über 35 Jahren
  • Gynäkologische bzw. geburtshilfliche Faktoren:
    • Zustand nach Sterilitätsbehandlung
    • wiederholte Aborten (Fehlgeburten) oder Frühgeburten
    • zuvor totgeborene oder geschädigte Kinder
    • vormalige Entbindung von Kindern mit einem Gewicht über 4.000 g (Makrosomie) oder hypotrophen (unterentwickelten) Kindern
    • vorherige Mehrlingsschwangerschaften bzw. -geburten
    • Zustand nach Uterusoperation – z. B. nach Operation eines Myoms (gutartiger Tumor der Gebärmuttermuskulatur) oder einer Uterusfehlbildung
    • Komplikationen bei vorherigen Entbindungen – z. B. Placenta praevia (nicht normale Lage der Plazenta im unteren Bereich der Gebärmutter), vorzeitige Lösung der Plazenta, Nachgeburtsblutungen, Gerinnungsstörungen, Krämpfe oder Thromboembolien (Abgang eines Blutgerinnsels, das im Blutkreislauf ein Gefäß verstopft und dadurch eine Durchblutungsstörung mit Gewebeuntergang verursacht)
    • Mehrgebärende über 40 Jahren
    • Vielgebärende mit mehr als 4 Kindern – hier bestehen beispielsweise Risiken wie eine Plazentainsuffizienz (der Mutterkuchen ist nicht in der Lage das Ungeborene adäquat mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen) oder geburtsmechanischen Komplikation durch Überbeanspruchung des mütterlichen Körpers

Die Risiken in der aktuellen Schwangerschaft, die durch eine Untersuchung festgestellt werden und definitionsgemäß eine Risikoschwangerschaft bedeuten sind laut Mutterschaftsrichtlinien folgendermaßen definiert:

  • EPH-Gestose (E = Ödem, engl. edema; P = Proteinurie; H = Hypertonie) – Überbegriff für eine Reihe von Erkrankungen, die sich durch eine Reihe von unterschiedlichen Symptomen äußern und nur in der Schwangerschaft auftreten.
    In Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Auftretens erster Symptome unterscheidet man zwischen frühen und späten Gestosen. Zu den Frühgestosen gehören: die Emesis gravidarum (Schwangerschaftsübelkeit in ihrer mäßigen Ausprägung) und die Hyperemesis gravidarum (Schwangerschaftsübelkeit in ihrer extremen Ausprägung). Zu den Spätgestosen zählen: die Präeklampsie und die schwerer verlaufenden Formen Eklampsie und HELLP-Syndrom (H = hemolysis (Hämolyse/Auflösung der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) im Blut), EL = elevated liver enzymes (Erhöhung der Leberenzyme), LP = low platelets (Thrombozytopenie/Verminderung der Blutplättchen) sowie die sogenannte Pfropfgestose (z. B. auf Grund von Vorerkrankungen).
    Die Spätgestosen werden nach ihren Hauptsymptomen manchmal auch als EPH-Gestosen bezeichnet. Diese Bezeichnung ist jedoch heutzutage umstritten, da z. B. Ödeme auch bei gesunden Schwangeren häufig auftreten.
  • Anämie (Blutarmut)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bzw. Gestationsdiabetes (GDM) – eine besondere Form des Diabetes mellitus, die während der Schwangerschaft zum ersten Mal auftritt. Nach der WHO-Klassifikation wird der Gestationsdiabetes auch als Typ-4-Diabetes bezeichnet. Der GDM kommt bei bis zu fünf Prozent der Schwangeren vor.
  • Blutgruppeninkompatibilität (Unverträglichkeit von Blutgruppen) – AB0-Inkompatibilität, Rhesus-Inkompatibilität (Unverträglichkeit des Rhesusfaktors von Mutter und Kind)
  • Gynäkologische Faktoren:
    • uterine Blutung (Blutungen aus der Gebärmutter)
    • Missverhältnis zwischen Uterusgröße und Größe des Kindes – z. B. fraglicher Geburtstermin,
    • retardiertes (vermindertes, unterentwickeltes) Wachstum, Riesenkind (s. o. Makrosomie), Zwillinge, Molenbildung (abgestorbener Embryo oder Fehlbildung des Zottenbäumchens der Plazenta), Hydramnion (erhöhte Menge an Fruchtwasser) oder ein Myom der Gebärmutter (gutartige Gebärmuttergeschwulst)
    • Drohende Frühgeburt – z. B. bei frühzeitigen Wehen
    • Mehrlingsschwangerschaften
    • Falsche Lage des Kindes in der Gebärmutter
    • Unklarheit bzw. Überschreitung des Geburtstermins

Eine Risikoschwangerschaft bedarf einer intensiven Schwangerenvorsorge, d. h. es finden häufiger geburtshilfliche Untersuchungen inkl. Ultraschalluntersuchungen/Sonographie statt: Bis zur 32. Schwangerschaftswoche finden regelmäßige Untersuchungen, in kürzeren Abständen als die üblichen vierwöchentlich vorgesehenen Termine, statt. In den letzten acht Schwangerschaftswochen ist häufig eine wöchentliche Untersuchung notwendig. In Ausnahmefällen wird die Schwangere in dieser Phase auch zur stationären Überwachung in ein geeignetes Krankenhaus überwiesen. Dabei ist sicherzustellen, dass eine perinatologische Betreuung ggf. durch Perinatologen (Zusatzqualifikation in der Heilkunde für werdende Mütter und Neugeborene).

Neben den üblichen Vorsorgeuntersuchungen stehen eine Reihe von weiterführenden diagnostischen Maßnahmen zur Verfügung, die im Falle einer Risikoschwangerschaft angewendet werden:

  • Sonographie (fetale Ultraschalldiagnostik (Missbildungsdiagnostik); Dopplersonographie z. B. bei Verdacht auf Plazentainsuffizienz/Mutterkuchenschwäche)
  • Cardiotokographie (CTG) – der sogenannte Herz-Ton-Wehenschreiber
  • Amnioskopie (Fruchtwasserspiegelung)
  • Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung)
  • Chorionbiopsie (auch Chorionzottenbiopsie) – Entnahme von Gewebe der Zotten der Plazenta mit anschließender genetischer Untersuchung

Ihr Nutzen

Eine Risikoschwangerschaft ist für jede werdende Mutter eine körperliche und psychische Belastung. Mit dem heutigen umfassenden medizinischen Wissen, den innovativen Untersuchungen und den Vorsorgemöglichkeiten ist es allerdings möglich, diese Patientinnen sicher durch ihre Schwangerschaft zu begleiten.

Literatur

  1. Gerhard I: Geburtshilfe integrativ: konventionelle und komplementäre Therapie. Elsevier, Urban & Fischer Verlag 2005
  2. Richtlinien des Bundesausschusse der Ärzte und Krankenkassen über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschaftsrichtlinien). Bundesanzeiger AT 19.07.2016 B5

Risikoschwangerschaften

Die meisten Schwangerschaften verlaufen problemlos und unkompliziert und sind nur von wenigen, wenn auch lästigen Schwangerschaftsbeschwerden begleitet.

Sollten sich aber bei Ihnen bestimmte Risikofaktoren herausstellen, ist das noch kein Grund zur Panik: Dank einer etwas engmaschigeren Schwangerschaftsvorsorge und der heute zur Verfügung stehenden diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten wird eine „Risikoschwangerschaft“ heute in der Regel nicht schwieriger verlaufen als eine „normale“.

Es ist aber gut, wenn Sie Ihren Körper während der Schwangerschaft aufmerksam beobachten und selbst schon erkennen können, wenn etwas vielleicht nicht ganz in Ordnung ist. Dazu haben wir eine Alarmliste zusammengestellt. Bemerken Sie eines der Symptome, sollten Sie sich umgehend bei Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin oder Hebamme melden! Haben Sie keine Scheu. Grundsätzlich gilt: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

Hier finden Sie Informationen über die wichtigsten Risikosituationen:

  • Vorzeitiger Blasensprung,
  • Vorzeitige Wehen,
  • Muttermundsschwäche (Zervixinsuffizienz),
  • zuviel Fruchtwasser (Polyhydramnie)
  • zuwenig Fruchtwasser (Oligohydramnie)
  • Plazentakomplikationen (Placenta praevia, vorzeitige Lösung, Plazentainsuffizienz)
  • Eileiterschwangerschaft (Extrauteringravidität),
  • Fehlgeburt,
  • Frühgeburt,
  • Übertragung,
  • Totgeburt,
  • chronische mütterliche Erkrankungen (z.B. Diabetes, Asthma),
  • extremes Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum)
  • Schwangerschaftscholestase (Gallenstau),
  • Schwangerschaftsbedingte Hauterkrankungen
  • Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)
  • Präeklampsie,
  • Eklampsie,
  • HELLP-Syndrom,
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Blutung in der Frühschwangerschaft
  • Blutung in der Spätschwangerschaft
  • Gebärmuttermyome
  • Thrombose und Embolie
  • Schwangerschaftsdepression

Linksammlung „Schwangerschaft und Geburt“

Newsticker

Männlicher Nachwuchs ist komplizierter | 29.09.2016

Öfter Frühgeburten, häufiger Schwangerschaftshochdruck und Gestationsdiabetes: Der männliche Nachwuchs bereitet Schwangeren mehr Ärger als der weibliche, wie eine statistische Auswertung australischer Geburten jetzt ergab. Bei einem Grossteil der Schwangerschaftskomplikationen erwarteten die Frauen einen Knaben. Das Risiko für eine sehr frühe Geburt ist beispielsweise bei einem männlichen Fetus rund 27% höher als bei einem weiblichen. Die höhere Komplikationsrate ist aber nicht nur für die werdenden Mütter ein Problem, sondern auch für deren Nachwuchs. So erkranken Frühgeborene sowie Kinder nach einem Schwangerschaftsdiabetes oder einer Schwangerschaftshypertonie im späteren Leben ebenfalls häufiger an Zuckerkrankheit, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Komplikationen ohne Kostenbeteiligung:Komplikationen in der Schwangerschaft galten bisher versicherungstechnisch als Krankheit und wurden mit Kostenbeteiligungen abgerechnet. Nun ist endlich die Gesetzesänderung in Kraft. Bei Krankheit, zum Beispiel Komplikationen und Medikamente, muss ab der 13. SSW bis 8 Wochen nach der Geburt keine Kostenbeteiligung mehr bezahlt werden. Das betrifft z. B. Frühgeburt, Schwangerschaftsdiabetes, Infektionen oder eine psychotherapeutische Behandlung von Wochenbett-Depression. Ausgeschlossen sind Zahnbehandlungen, Unfall, Vorsorgeuntersuchungen und Geburtsgebrechen. (swissmom Newsticker, 23.5.14)

Letzte Aktualisierung : 02-05-16, BH

Risiken und mögliche Folgen

Nach wie vor ist der Kaiserschnitt ein operativer Eingriff, der immer mit den entsprechenden – wenn auch minimierten – Risiken verbunden ist. Frauen sind bei einem Kaiserschnitt einem dreimal höheren Risiko ausgesetzt, bei der Geburt zu sterben, als bei einer natürlichen Geburt. Doch das Risiko an einem Kaiserschnitt zu sterben war noch nie so gering wie heute. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass die Müttersterblichkeit bei Kaiserschnitt in Deutschland um die 0,04 Promille (eine von 25.000 Frauen) beträgt. Das Risiko bei einem Notfalleingriff liegt deutlich höher als bei einem geplantem Kaiserschnitt.

Hat eine Frau ein Kind durch Kaiserschnitt zur Welt gebracht, muss nicht zwangsläufig jede weitere Geburt ebenfalls mit einem Kaiserschnitt enden. Die Gebärmutter wird heute mit einem horizontalen (waagrechten) Schnitt eröffnet, nur noch in seltenen Fällen ist ein senkrechter Gebärmutterschnitt notwendig. Das mindert das Risiko eines Gebärmutterrisses in einer Folgeschwangerschaft bzw. unter den Belastungen einer vaginalen Geburt. Gegenüber einer vorangegangenen natürlichen Geburt ist dieses Risiko zwar mit ca. 0,6% leicht erhöht, jedoch tragbar, sodass der Frau bei einem ansonsten unkomplizierten Verlauf frei steht, die nächste Geburt auf normalem Wege zu versuchen. Wird ein zweiter Kaiserschnitt (lat.: Re-Sectio) durchgeführt, besteht die Möglichkeit, die alte Narbe auszuschneiden, sodass später nur eine Narbe zurückbleibt.

Wurden jedoch bei einer Frau mehrere Kaiserschnitte durchgeführt, steigt die Gefahr einer Komplikation (Riss der Narbe in der Gebärmutter, Verwachsung des Mutterkuchens mit der Gebärmutter, Verwachsungen des Narbengewebes). Das Stillen nach einem Kaiserschnitt ist nicht beeinträchtigt, es kann aber sein, dass der Milcheinschuss etwas länger auf sich warten lässt. Man rechnet damit, dass er etwa um einen Tag verzögert (also nicht am 3. sondern eher am 4. Tag) eintritt. Wurde die Frau mittels PDA operiert, kann das Kind bald nach der Geburt zum ersten Mal angelegt werden was auch für das Bonding (den frühen Aufbau der Beziehung zw. Mutter und Kind) von Vorteil ist.

Mögliche Auswirkungen

Die Hoffnung, die Frau könne sich damit den Geburtsschmerz ersparen, wird leider durch die Schmerzen des Bauchschnitts nach der OP getrübt. Die Wunde ist zwar heutzutage nicht allzu groß, der Schnitt geht jedoch durch mehrere Gewebeschichten und braucht einfach Zeit, um zu heilen. Mütter, die auf natürlichem Wege gebären, sind meist deutlich schneller wieder auf den Beinen und können sich so besser auf ihr Neugeborenes konzentrieren als Frauen nach einem Kaiserschnitt. Doch das kann sich ja meist keine Frau aussuchen. In erster Linie geht es bei dem Eingriff um die Sicherheit und Gesundheit für Mutter und Kind.

Nach einem Kaiserschnitt benötigt die Patientin Hilfe und Schonung und sie wird voraussichtlich etwas länger im Krankenhaus verbleiben als eine natürlich Gebärende – im Schnitt etwa eine Woche. Schmerzmittel, die unproblematisch hinsichtlich des Stillens sind, stehen heute zur Verfügung. Das Aufstehen bereits kurz nach dem Eingriff ist jedoch – auch wenn es schmerzhaft ist – unumgänglich. Denn das Risiko, eine Embolie zu erleiden, ist deutlich erhöht und für einen Teil der erhöhten Sterblichkeit nach einem Kaiserschnitt verantwortlich. Der Kreislauf und die Muskulatur müssen daher so schnell wie möglich wieder in Gang gebracht werden, sodass der Blutrückfluss aus den Beinen gut funktionieren kann.

Die Narbe des Schnittes verheilt meist problemlos. Zunächst mag sie noch wulstig und rot sein, sie verblasst jedoch mit der Zeit und ist dann nur noch als feiner Strich erkennbar. Frauen, die auf natürliche Weise entbinden, haben nach der Geburt oft Probleme mit dem Beckenboden, einem Dammschnitt oder traumatische Geburtserlebnisse zu verkraften. Dies belastet die Mutter nach einem Kaiserschnitt nicht. Dagegen wird von vielen Kaiserschnittgebärenden – vor allem nach einem nicht geplanten Kaiserschnitt – berichtet, dass sie einige Zeit brauchten, um den Eingriff psychisch zu verarbeiten. Manche Mütter fühlen sich um das Geburtserlebnis betrogen oder schuldig, es nicht normal „geschafft“ zu haben. Auch die Erfahrung, sich nicht sofort selbst um das Kind kümmern zu können, macht einigen Frauen zu schaffen.

Eine Kaiserschnittgeburt unterscheidet sich nicht nur in den Auswirkungen auf die Mutter; bei Kaiserschnittkindern können Probleme auftreten, die natürlich geborene Kinder nicht haben. Sie leiden häufiger unter Atemproblemen, da das Fruchtwasser nicht vollständig aus den Lungen gepresst werden konnte, wie das bei der Passage durch den engen Geburtskanal der Fall ist.

Wenn ein Kind durch einen Kaiserschnitt geboren wurde, erhöht sich geringgradig das Risiko für das Auftreten von Allergien, Asthma und Zuckererkrankungen. Es wird vermutete, dass der fehlende Kontakt des Kindes mit der Keimflora des Geburtskanals hierfür verantwortlich sein könnte.

Nach Kaiserschnittgeburten kommt es laut einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) statistisch gesehen häufiger zu Gesundheitsproblemen bei Kindern.

Die Krankenkasse hatte die Abrechnungsdaten von rund 38.850 Kindern ausgewertet. Die Kinder wurden alle 2008 geboren und bis 2016 verfolgt. 31 Prozent der Babys (11.900) kamen mit einer Schnittentbindung auf die Welt. Im Vergleich mit den Kindern, die auf natürlichem Wege vaginal entbunden wurden, hatten Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kamen, ein um 36 Prozent erhöhtes Risiko für Adipositas, also schweres Übergewicht. Das Risiko, Verhaltensstörungen wie eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu entwickeln, lag der Untersuchung nach um 16 Prozent höher. Mit um 9,5 Prozent erhöhtem Risiko entwickeln Kaiserschnittkinder zudem später eine chronische Bronchitis. Die Krankenkassendaten zeigten auch, dass Kaiserschnittkinder ein um neun Prozent erhöhtes Risiko für Allergien haben. Dass Kaiserschnitte mit Gesundheitsproblemen in Verbindung stehen, ist dabei kein neuer Verdacht (Obesity Reviews: Kuhle et al., 2015; The Journal of Child Psychology and Psychiatry: Curran et al., 2014).

Völlig unklar ist allerdings, wie viele Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt kamen, weil es Komplikationen und Probleme während der Schwangerschaft oder Geburt gab, oder ob die Sectio ein geplanter Eingriff ohne weitere medizinische Indikation dafür war.

Der Vorstandschef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, betonte daher, dass man nicht einfach den Rückschluss ziehen könne, dass der Grund für das erhöhte Gesundheitsrisiko der Kinder tatsächlich die Art der Entbindung ist. Dies lasse sich auf Basis der reinen Abrechnungsdaten nicht feststellen. So habe durch die begrenzte Datenlage zum Beispiel nicht einfließen können, ob Mütter in der Schwangerschaft rauchten, ob sie sich gesund ernährten und ihr Baby nach einer Sectio stillten.

Unklar ist, ob die Art der Geburt der Grund für Gesundheitsrisiken ist

„Kaiserschnitte sind ein Segen für Mutter und Kind, wenn sie in medizinisch notwendigen Fällen eingesetzt werden“, erklärte TK-Chef Jens Baas. Medizinisch nicht notwendige Eingriffe seien aber im Interesse der Kinder zu vermeiden. In vielen deutschen Kreißsälen werde dieser Eingriff „immer noch zu oft“ vorgenommen, erklärte Baas. Kritiker sagen, das habe auch damit zu tun, dass Schnittentbindungen einfacher für Kliniken zu planen seien, natürliche Geburten seien dagegen pflegeintensiver und personalaufwendiger. Zugleich könnte eine Rolle spielen, dass viele Frauen aus Angst vor dem nicht vorher absehbaren Verlauf, der Dauer und den Schmerzen bei einer natürlichen Geburt eine Sectio auf Wunsch verlangen. Wie hoch der Anteil aber tatsächlich ist, darüber gibt es keine Statistik.

Deutschland lag 2017 mit einer Kaiserschnittrate von 30,5 Prozent aller Klinikentbindungen über dem westeuropäischen Durchschnitt von 27 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass im Schnitt nur bei zehn bis 15 Prozent der Geburten eine Sectio unbedingt medizinisch erforderlich ist.

Generell haben Kaiserschnitte in Deutschland seit 1991 stark zugenommen. Damals betrug die Rate der Schnittentbindungen noch 15,3 Prozent. In anderen europäischen Ländern wie etwa den Niederlanden werden Kinder viel seltener per Operation auf die Welt geholt. Dort liegt die Sectio-Rate bei nur 16 Prozent.

In der Bundesrepublik gibt es übrigens starke regionale Unterschiede: In sächsischen Kliniken beträgt die Kaiserschnittrate 24 Prozent, im Saarland dagegen 37,2 Prozent.

Schwanger nach Fehlgeburt

Untersuchungen

Bevor eine Frau erneut schwanger wird, sollten einige Untersuchungen durchgeführt werden. Dazu zählen neben der allgemeinen frauenärztlichen Untersuchung weitere umfangreiche Maßnahmen:

Untersuchung des Erbguts

Sogenannte Chromosomen im Zellkern jeder Körperzelle tragen das Erbgut eines Menschen. Dieses wird an das Kind weitergegeben. Bestimmte Abweichungen im Erbgut steigern das Risiko für einen Abort. Sogenannte Humangenetiker können vor einer erneuten Schwangerschaft nach Fehlgeburt die väterlichen und mütterlichen Erbanlagen untersuchen. Der Mediziner rät vor allem bei gehäuften Aborten zu dieser Chromosomenanalyse.

Untersuchung des Hormonhaushalts

Schwankt der Hormongehalt im Körper der Frau oder fehlt sogar ein bestimmtes Hormon ganz, steigt das Risiko für eine Fehlgeburt. Eine besondere Rolle spielen Hormone des Zuckerstoffwechsels und der Schilddrüse. Genauso relevant ist die Bestimmung der weiblichen Geschlechtshormone. Dabei wird der Arzt auch den Zyklus der Betroffenen berücksichtigen.

Ausschluss von Infektionen

Um Infektionen durch Viren, Bakterien oder Pilze auszuschließen, nimmt der Arzt einen Abstrich vom Gebärmutterhals und untersucht diesen auf Erreger. Zudem nimmt er Blut ab. Wird ein Erreger gefunden, so muss die Infektion vor einer erneuten Schwangerschaft nach Fehlgeburt behandelt werden.

Ultraschall

Einen weiteren Risikofaktor stellen Fehlbildungen der Gebärmutter dar. Diese lassen sich meist mit einer Ultraschalluntersuchung feststellen. Hat eine Patientin bereits mehrere Fehlgeburten erlitten, so wird der Arzt die Gebärmutter durch die Scheide untersuchen (Hysteroskopie). Anomalien der Gebärmutter können in der Regel gut operativ behoben werden. Auch Fehlbildungen der Eierstöcke können mittels Ultraschall aufgedeckt werden.

Antikörpernachweis

Antikörper sind Eiweiße des Immunsystems. Sie wirken normalerweise gegen unerwünschte Eindringlinge. Es kann jedoch vorkommen, dass sie sich gegen körpereigene Strukturen richten. Dies wirkt sich unter Umständen auch auf eine Schwangerschaft aus: Die befruchtete Eizelle wird angegriffen und es kommt zum Abort.

Schwangerschaft nach Tot- oder Fehlgeburt

Die weitaus meisten Fehlgeburten ereignen sich in der frühen Schwangerschaft. Die häufigste Ursache dafür sind embryonale Fehlentwicklungen, durch die das Kind nicht lebensfähig ist. In späteren Stadien der Schwangerschaft können Infektionen und andere Schwangerschaftskomplikationen zu Tot- und Fehlgeburten führen.

Viele Frauen möchten sich danach so bald wie möglich ihren Kinderwunsch erneut erfüllen. Die meisten von ihnen können damit rechnen, dass die nächste Schwangerschaft unauffällig verläuft. Vor allem seelisch hinterlässt der Verlust des Kindes jedoch Spuren.

Wann sollten Frauen nach einer Fehlgeburt wieder schwanger werden?

Nach einer Fehlgeburt möchten viele Betroffene möglichst bald wieder schwanger werden. Physiologisch ist eine Empfängnis schon nach wenigen Wochen möglich. Zwei bis sechs Wochen nach einer Fehlgeburt erfolgt der erste Eisprung, womit die Möglichkeit einer Schwangerschaft wieder gegeben ist.

An der Frage, wann eine erneute Schwangerschaft aus medizinischer Sicht zu empfehlen ist, scheiden sich die Geister: Die Weltgesundheitsorganisation rät, nach einer Fehlgeburt damit mindestens ein halbes Jahr zu warten, damit der Körper sich erholen und seinen normalen Hormonstatus wieder erreichen kann. Viele Frauenärzte empfehlen drei Monate Wartezeit.

Betroffene Frauen erleben diese Zeit jedoch nicht selten als belastend – sie wünschen sich ein Kind, sind jedoch zu Verhütungsmaßnahmen gezwungen. Grundsätzlich spricht oft nichts gegen eine schnelle weitere Schwangerschaft. Eine Studie der Universität Zürich zeigt, dass der Zeitpunkt ihres Eintritts keinen Einfluss auf die Häufigkeit weiterer Fehlgeburten hat. Eine Studie der Uni Aberdeen legt sogar niedrigere Komplikationsraten nahe, wenn die nächste Schwangerschaft innerhalb von sechs Monaten nach einer Fehlgeburt beginnt.

Falls die Ursachen der Fehlgeburt – beispielsweise Infektionen oder Hormonstörungen – bekannt sind, sollten sie vor einer neuen Schwangerschaft natürlich ausgeschaltet werden. Auch nach einer Totgeburt und vor allem nach einem Kaiserschnitt braucht der Körper Zeit sich zu erholen. Ärzte und Hebammen empfehlen in diesem Fall, mit dem nächsten Kind mindestens ein Jahr zu warten.

Wie verläuft die nächste Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt?

Eine Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt wird aus medizinischer Sicht immer als Risikoschwangerschaft betrachtet, die Schwangere und ihr Baby werden also besonders engmaschig überwacht. Rein statistisch liegt das Risiko einer erneuten Fehlgeburt bei 24 Prozent. Mit einem komplikationslosen Verlauf der nächsten Schwangerschaft können jedoch die weitaus meisten Frauen rechnen.

Vielen Frauen fällt es nach Tot- oder Fehlgeburten jedoch schwer, ihrem Körper wieder zu vertrauen – statt von Freude auf das Kind ist diese Schwangerschaft von der Angst geprägt, auch dieses Baby zu verlieren. Sie tritt hoffentlich etwas zurück, wenn der seelisch besonders sensible Zeitpunkt des früheren Ereignisses vorbei ist.

Aber: Jede Schwangerschaft nimmt einen einzigartigen Verlauf, frühere Komplikationen müssen sich nicht zwangsläufig wiederholen. Gut ist, wenn sich die Schwangere von Anfang an emotionale und praktische Unterstützung sucht. Auch die frühzeitige Begleitung durch eine Hebamme ist jetzt oft besonders wichtig. Durch ihre Erfahrung, menschliche Kompetenz und auch ihr Wissen um natürliche Heilverfahren und Entspannungstechniken kann eine Hebamme die Schwangere nach einer Tot- oder Fehlgeburt sehr wirkungsvoll entlasten.

Was ist, wenn sich Fehlgeburten wiederholen?

Ganz ausgeschlossen sind jedoch auch weitere Fehlgeburten nicht, rein statistisch betreffen sie 24 Prozent aller Frauen, die bereits eine Fehlgeburt erlitten haben. Von einem habituellen Abort sprechen Ärzte dann, wenn mindestens drei Schwangerschaften durch eine Fehlgeburt beendet wurden. In solchen Fällen sind eine tiefergehende Ursachenklärung und eine entsprechende Behandlung nötig.

Ursachen für habituelle Fehlgeburten können beispielsweise hormonelle Störungen, genetische Auffälligkeiten beider Eltern oder eines Elternteils, verstärkte Immunreaktionen oder latente Infektionen sein. Die Chance, dass die Ursache gefunden wird und eine gezielte Therapie erfolgen kann, liegt mit 50 bis 60 Prozent recht hoch, einige Universitätskliniken bieten dafür Spezialsprechstunden an.

Trauerbegleitung nach einer Tot- oder Fehlgeburt

Die seelische Bewältigung einer Tot- oder Fehlgeburt erfordert Zeit – für die betroffenen Frauen und auch ihre Partner. Vor allem nach frühen Fehlgeburten erwarten Angehörige und Freunde jedoch oft, dass sie nach kurzer Zeit wieder „zur Tagesordnung“ übergehen. Der Austausch mit Müttern oder Paaren, die ähnliche Erfahrungen machen mussten, kann für ihre Trauerbewältigung existenziell sein.

Wichtige Ansprechpartner im Internet sind die Sternenkinder-Eltern, Informationen dazu finden sich unter der URL www.sternenkinder-eltern.de. In verschiedenen Städten, beispielsweise Berlin und Dresden, gibt es auch vor Ort Sternenkind-Selbsthilfegruppen und -Vereine. An der Universität Münster gibt es seit 2010 eine professionelle Online-Therapie für Eltern, die ihr Kind während der Schwangerschaft verloren haben, Informationen finden Sie unter der URL www.internettherapie-trauernde-eltern.de, daneben ist das Klinik-Team unter auch per E-Mail kontaktierbar.

Wieder schwanger werden nach einer Fehlgeburt

Ein Kind durch eine Fehlgeburt zu verlieren, ist immer ein einschneidendes und tragisches Ereignis. Besonders, wenn das Ungeborene ein absolutes Wunschkind war und sich vielleicht schon seit geraumer Zeit alles um den Kinderwunsch gedreht hat, kann ein solches Erlebnis Dir und Deinem Partner buchstäblich den Boden unter den Füßen wegreißen. Doch zum Glück bedeutet eine Fehlgeburt nicht das Ende Deines Familientraums, denn meistens ist es danach kein Problem, wieder schwanger zu werden.

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Schwanger nach Fehlgeburt – wann ist es wieder möglich?

Biologisch betrachtet ist es nach einer Fehlgeburt schon mit Deinem nächsten Eisprung wieder möglich, schwanger zu werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Fehlgeburt mit oder ohne Ausschabung erfolgte. Der Zeitpunkt des nächsten Eisprungs ist dabei abhängig von der Schwangerschaftswoche, in der Du die Fehlgeburt erlitten hast. Meist findet er etwa zwei bis acht Wochen später wieder statt. Wenn Du also nicht sofort wieder schwanger werden möchtest, solltest Du auf entsprechende Verhütung achten und dies auch mit Deinem Arzt besprechen. Er kann Dir zudem sagen, wie lange Du auf Geschlechtsverkehr verzichten solltest. Eine gängige Empfehlung liegt hier bei zwei bis drei Wochen.

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Schwanger werden nach einer Fehlgeburt: Was solltest Du beachten?

Schnell schwanger nach Fehlgeburt – spricht etwas dagegen?

Dein Körper ist theoretisch also schnell wieder bereit für eine neue Schwangerschaft. Dennoch raten viele Ärzte zu einer Wartezeit von mindestens drei Monaten. Zum einen, damit sich Dein Körper – vor allem Deine Gebärmutter – ausreichend erholen und sich Dein Hormonhaushalt wieder einspielen kann. Zum anderen aber auch, um das seelische Leiden, das mit einer Fehlgeburt einhergeht, überwinden zu können. Es ist wichtig, dass Du den Verlust Deines Kindes bewusst verarbeitest und Deine Trauer bewältigst. Nur so kann die Fehlgeburt sich nicht wie ein dunkler Schatten über eine neue Schwangerschaft legen und diese womöglich durch die starke psychische Belastung gefährden. In unserem Artikel „Trauer nach einer Fehlgeburt“ haben wir Möglichkeiten und Wege aufgezeigt, die Dir bei der Trauerbewältigung helfen können. Grundsätzlich ist der Umgang mit Trauer jedoch eine sehr persönliche Sache, bei der jeder den für sich besten Weg herausfinden sollte. Da kann es auch sein, dass sich eben eine zeitnahe, neue Schwangerschaft als der beste Weg herausstellt.

Ist Sport in der Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt erlaubt?

In den ersten 18 Schwangerschaftswochen solltest Du mit Sport noch etwas vorsichtig sein. Denn zu viel Sport kann das Risiko für eine Fehlgeburt erhöhen. Gerade wenn Du schon einmal eine Fehlgeburt erleben musstest, solltest Du im ersten Trimester auf Sport besser verzichten, insbesondere auf Jogging und Ballsportarten. Im Zweifel kannst Du Dir auch bei Deinem Frauenarzt weiteren Rat holen.

Fliegen in der Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt: Ist es erlaubt?

Einige Ärzte raten in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten von einer Flugreise ab. Das Risiko einer Fehlgeburt sei erhöht, weil die Luft im Flugzeug weniger Sauerstoff enthalte. Doch es herrscht unter Experten Uneinigkeit darüber, ob dies wirklich Auswirkungen auf die Schwangerschaft hat. Verläuft sie normal, gilt es als unbedenklich. Am besten klärst Du Deine Pläne zu fliegen vorher mit Deinem Arzt ab.

Risiko einer erneuten Fehlgeburt

Eine Fehlgeburt ist ein so natürlicher Vorgang wie die Geburt selbst und kommt häufiger vor, als Du vielleicht denkst. Schätzungen zufolge enden etwa 15 bis 20 Prozent aller festgestellten Schwangerschaften auf diese Weise. Darin noch nicht enthalten sind die unbemerkten Fehlgeburten, die meist zu Beginn der Schwangerschaft eintreten, bevor die Frau überhaupt weiß, dass sie schwanger ist. Grundsätzlich besteht also immer ein Risiko. Mehr zu diesem Risiko und den Ursachen kannst Du in unserem Artikel „Fehlgeburt: Wenn die Schwangerschaft frühzeitig endet“ erfahren.

Statistisch gesehen gilt allerdings ein erhöhtes Risiko, wenn Du bereits zuvor eine Fehlgeburt erlitten hast. Eine neue Schwangerschaft wird daher in dem Fall oft auch als Risikoschwangerschaft erfasst. Davon solltest Du Dich jedoch nicht verrückt machen lassen. Viele Frauen, die nach einer Fehlgeburt wieder schwanger geworden sind, können auf einen ganz normalen Schwangerschaftsverlauf zurückblicken und haben gesunde Babys zur Welt gebracht. Wichtig ist vor allem, dass Du vor und während Deiner neuen Schwangerschaft eine gesunde Lebensweise verfolgst und Stress vermeidest. Schau dazu doch auch mal in unseren Artikel „Fehlgeburt vorbeugen“ und erfahre, mit welchen Maßnahmen sich das Risiko senken lässt.

Falls Du schon mehrere Fehlgeburten erlitten hast, solltest Du der Ursache allerdings auf den Grund gehen und Dich speziellen Untersuchungen unterziehen. Tiefergehende Informationen dazu erhältst Du in unserem Artikel „Mehrere Fehlgeburten – Woran kann es liegen?“.

Wenn Du Dich bereit dazu fühlst und medizinisch nichts dagegen spricht, kannst Du nach einer Fehlgeburt also bald wieder schwanger werden. Angst vor einer weiteren Fehlgeburt ist natürlich normal, doch lasse sie nicht überhandnehmen. Versuche, Deine neue Schwangerschaft zu genießen und freue Dich auf das neue Leben, das in Dir heranwächst.

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Gelassen durch die Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt: 6 Möglichkeiten

Viele Frauen werden bei ihrer erneuten Schwangerschaft von Schuldgefühlen gegenüber dem verstorbenen Kind begleitet. Zudem besteht bei einigen die Angst, wieder eine Fehlgeburt zu erleiden. Versuche Dich aber daran zu erinnern: jede Schwangerschaft ist anders. Du solltest die positiven Gefühle zulassen und Dich auf Dein kommendes Baby freuen. Wir haben für Dich ein paar Tipps, die Dir dabei helfen, sorgloser und positiver durch die erneute Schwangerschaft zu gehen:

  • Sich Zeit geben
  • Vermeide Risikofaktoren, wie Nikotin oder übermäßige körperliche Belastung
  • Teile Deine Sorgen mit Deinem Partner oder einer anderen vertrauten Person
  • Spreche mit Deinem Frauenarzt über Deine Ängste
  • Auch ein Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen
  • Entspannungsübungen, wie Yoga oder Meditation

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