Ab wann plazenta

Die Plazenta (Mutterkuchen)

Schwangere Frau mit Ultraschallbild. (KonstantinChristian / )

Die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, ist für die Versorgung des ungeborenen Kindes mit Nährstoffen und für den Abtransport von Abfallprodukten zuständig. Die Verbindung zwischen Embryo und Plazenta stellt die Nabelschnur dar.

Die Plazenta ist ein einzigartiges Organ, das gleichzeitig sowohl eine Verbindung als auch eine Trennung zwischen Mutter und Embryo darstellt. Sie wird bei der Einnistung der Keimanlage in die mütterliche Gebärmutterschleimhaut gebildet. Dabei steuert die Plazenta ihr eigenes Wachstum und deckt die Bedürfnisse des Kindes in jeder Entwicklungsphase der Schwangerschaft ab. Kurz nach der Schwangerschaft verliert sie ihre Bedeutung, löst sich von der Gebärmutterwand ab und wird mit einem Teil der Nabelschur zur Nachgeburt.

Aufbau der Plazenta

Die Plazenta entspringt zum einen Teil aus der Anlage des jungen Embryos, zum anderen aus den Zellen der Gebärmutterschleimhaut. Das heißt, sie besteht aus einem mütterlichen und einem kindlichen Anteil. Der kindliche Anteil wird durch die zottenreiche Eihaut gebildet. Zwischen den beiden Anteilen befindet sich ein Raum, der mit mütterlichem Blut gefüllt ist. Das Blut kommt aus den Gefäßen der Gebärmutterwand. In den Raum ragen viele kindliche Zotten mit Verästelungen, die als Zottenbäume bezeichnet werden. Diese werden von mütterlichem Blut umspült. An der Oberfläche erfolgt über verschiedene Transportmechanismen der Stoffaustausch zwischen Mutter und Kind.

Vielfältige Aufgaben

Die Nabelschnur versorgt den Embryo über die Plazenta, den Mutterkuchen, mit allen Nährstoffen, die dieser für seine Entwicklung und das Heranwachsen braucht. Auch der Sauerstoff wird aus dem mütterlichen Körper zur Plazenta transportiert und gelangt dann über die Nabelschur zum Fetus. Umgekehrt werden die Abbauprodukte, die im Körper des Babys anfallen, über die Plazenta wieder in den mütterlichen Körper transportiert. Dabei zirkuliert am Ende der Schwangerschaft fast ein Liter Blut pro Minute in der Plazenta, um den großen Sauerstoff- und Nährstoffbedarf des Kindes zu decken.

Die Gefäßsysteme von Mutter und Kind stehen in der Plazenta eng miteinander in Verbindung. Dennoch vermischt sich das Blut der Mutter nicht mit dem Blut des Kindes: Zwischen den beiden Kreisläufen befindet sich eine Membran, durch die Sauerstoff, Nährstoffe und Vitamine gefiltert werden. Man bezeichnet diese Membran auch als Plazentaschranke. Nicht alle Stoffe können diese passieren, wodurch sie dem Kind einen gewissen Schutz bietet, z.B. vor Bakterien und Viren. Allerdings können Substanzen wie Alkohol, Nikotin und einige Medikamente die Schranke überwinden und dem Embryo Schaden zufügen.

Der Transport von Antikörpern der Mutter in den Körper des Kindes wird ebenso zugelassen. Antikörper sind Eiweißmoleküle, die Krankheitserreger erkennen und bekämpfen können. Dadurch ist das Kind in den ersten Monaten nach der Geburt vor Infektionen geschützt. Man spricht vom sogenannten Nestschutz.

In der Plazenta wird auch eine Reihe von unterschiedlichen Proteinen und Hormonen gebildet. Dazu zählen die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen sowie Hormone, die spezifisch während der Schwangerschaft gebildet werden. Das wichtigste Hormon dieser Gruppe ist das humane Choriongonadotropin (hCG). Es unterstützt die Hormonproduktion im mütterlichen Eierstock, verhindert die Regelblutung, die zur Zerstörung der Gebärmutterschleimhaut führen würde, und dient als Grundlage für einen sicheren Schwangerschaftsnachweis.

Das Hormon humanes Plazentalaktogen (hPL) ist ab der 6. Schwangerschaftswoche im mütterlichen Blut nachweisbar. Es regt den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel an. Unter dem Einfluss von hPL wächst die Plazenta und sorgt so für die ausreichende Versorgung und das Wachstum des Feten. Im Laufe der Schwangerschaft steigt die Konzentration des Hormons an. Sie ist damit ein Indikator für die Funktionstüchtigkeit der Plazenta. Die Östrogene, die von der Plazenta ausgeschieden werden, bewirken das Wachstum der mütterlichen Zellen der Gebärmutterschleimhaut. Auch das Hormon Progesteron sorgt für den Erhalt der Schwangerschaft, indem es das Wachstum der Gebärmutter stimuliert.

Eine weitere Aufgabe der Plazenta ist, dass sie als Wärmeaustauscher fungiert. Das Kind gibt die Wärme, die bei dem raschen Wachstum durch den aktiven Stoffwechsel entsteht, an das mütterliche Blut ab.

Krankhafte Veränderungen an der Plazenta

Bei Störungen der Plazentafunktion spricht man von einer Plazentainsuffizienz. Ist die Plazenta nicht voll funktionstüchtig, ist der Stoffaustausch zwischen Mutter und Kind beeinträchtigt. Dabei unterscheidet man eine akute von einer chronischen Plazentainsuffizienz. Die akute Form kann zum Beispiel durch starke Wehen ausgelöst werden. Eine chronische Plazentainsuffizienz hingegen bildet sich über einen längeren Zeitraum aus. Infektionen, Diabetes, Rauchen und Alkoholkonsum können die Ursache sein.

Liegt die Plazenta direkt vor oder am Rand des Muttermundes, spricht man von einer Placenta praevia. In diesem Fall kann es zu Blutungen kommen und ein Kaiserschnitt notwendig werden.

Es kann unter Umständen auch zur vorzeitigen Lösung der Plazenta kommen. Darunter versteht man die teilweise oder vollständige Ablösung der Plazenta vor der Geburt des Kindes. Ist dies der Fall, muss die Frau im Spital genau überwacht werden. Der Zustand von Mutter und Kind gibt den Zeitpunkt und die Art der Entbindung vor. In einem frühen Stadium der Schwangerschaft wird nach Möglichkeit konservativ behandelt, um die Lungenreife des Kindes zu gewährleisten. Eine vollständige Ablösung der Plazenta stellt jedoch eine Notfallsituation dar. In diesem Fall wird ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Es kann auch zu Blutungen am Rand der Plazenta kommen, wenn Risse an kleinen Adern der Plazenta entstehen. Das kann zum Beispiel bei einer tief sitzenden Plazenta passieren. Jedoch ist die Ursache nicht immer festzustellen. Oft hören diese Blutungen nach kurzer Zeit von selbst wieder auf.

+++ Mehr zum Thema: Blutungen in der späten Schwangerschaft +++

Nachgeburtsperiode

Nach der Geburt des Kindes kommt es nach einer kurzen Pause der Wehen zu ein oder zwei kräftigen Nachgeburtswehen. Dabei löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand und wird ausgestoßen. Danach wird die Plazenta vom Arzt auf ihre Vollständigkeit überprüft. Sollte ein Teil fehlen, muss dieser noch mittels Kürettage entfernt werden. Denn verbleiben Reste der Plazenta an der Gebärmutterwand, kann dies zu anhaltenden Blutungen führen, weil die ehemalige Anhaftungsstelle der Plazenta nicht abheilen kann. Auch die Nabelschnur wird nach der Geburt des Kindes untersucht.

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Autoren:
Dr. med. Stefanie Sperlich
Medizinisches Review:
Dr. Michael Elnekheli
Redaktionelle Bearbeitung:
Dr.med. Kerstin Lehermayr

Stand der medizinischen Information: Dezember 2014

Weyerstahl T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Duale Reihe; Georg Thieme Verlag Stuttgart, 4. Auflage 2013
Hurch R.: Schwangerschaft, Geburt und erste Babymonate. TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage, Stuttgart 2009

Ab wann bildet sich die Plazenta?

hab ich grade zum thema gefunden:
Die PLAZENTA (Mutterkuchen), deren Bildung am Ende des 3. Entwicklungsmonats abgeschlossen ist, besteht aus einem kindlichen Anteil und einem mütterlichen Anteil. Der mütterliche Anteil wird aus Zellen der Uterusschleimhaut gebildet. Der kindliche Plazentaanteil ist die Zottenhaut (CHORION), die gefäßreiche Zotten bildet. Sie tauchen in den mütterlichen Blutsee, dessen Blut aus den Gebärmutterarterien stammt. Die gesamte Blutmenge in diesem Zwischenraum wird auf 150 cm3 geschätzt und wird 3 – 4 mal pro Minute erneuert. Durch die Oberfläche der Zotten werden Gas- und Stoffaustausch vorgenommen, wobei jedoch kein direkter Kontakt zwischen mütterlichem und kindlichein Blut stattfindet. Mit fortschreitender Entwicklung des Fetus wächst auch die Plazenta; sie hat bei der Geburt einen Durchmesser von 15 – 20 cm und eine Dicke von ca. 3 cm und ist etwa 450 – 500 g schwer. Sie wird von der Gebärmutterwand nach der Geburt des Kindes abgerissen und mit etwas mütterlichem Gewebe in der "Nachgeburt" ausgestoßen.
Neben dem Gasaustausch und dem Austausch von Stoffwechsel produkten hat die Plazenta auch eine wichtige Bedeutung als Hormonbildungsstätte. Sie bildet einmal PROGESTERON, welches zum Fortbestehen der Schwangerschaft erforderlich ist, zum anderen auch ÖSTROGEN. Schließlich werden von der Plazenta auch gonadotrope Hormone gebildet, die ähnlich wirken wie das LH aus dem Hypophysen vorderlappen. Dieses plazentare Chorion-Gonadotropin oder HCG (human chorionic gonadotropin) wird von der Schwangeren im Urin ausgeschieden und dient daher der Frühdiagnose der Schwangerschaft.

Mutterkuchen
 Was ist die Plazenta und wie versorgt sie mein Kind?

Hebammen finden den Mutterkuchen wunderschön – wie die Wurzeln eines Baumes verzweigen sich die Gefäße von der Nabelschnur weg ins Gewebe. Für den Laien dagegen sieht die dunkelrote Plazenta sehr gewöhnungsbedürftig aus. Junge Eltern müssen sich also nicht zwingen, das Organ anzuschauen, wenn sie nicht unbedingt wollen.
Immer mehr Frauen wollen sie nach der Geburt nicht wegwerfen, sondern ihre vermuteten Heilkräfte für sich nutzen. Hebammen gingen schon seit Jahrhundern davon aus, dass insbesondere ein Stück roh gegessene Planzenta (ein Stück püriert in einem Smoothie oder in einer Hühnersuppe mit verarbeitet), die Wöchnerin schneller wieder zu Kraft kommen lässt. Sie haben beobachtet, dass durch die viele Hormone, Spurenelemente und Vitamine die der Mutterkuchen roh enthält, Frauen sich schneller von der Geburt erholen, weniger Wochenbettdepressionen bekommen und auch erfolgreicher stillen können. Aber er kann auch zu Kapseln, Nosoden (aus Plazenta hergestellten Globuli) oder Pulver verarbeitet werden und ist dann länger haltbar. Auch das Auftragen von sogenanntem Mutterfett (eine Art Plazentabutter) soll bei wunden Brustwarzen oder rotem Babypopos besonders gut helfen.

Hat sie wirklich Heilkräfte?
Bis heute wurden die über Jahrhunderte gesammelten Erfahrungen kaum wissenschaftlich überprüft. Zwar gibt es ein großes Interesse an den Stammzellen, die in der Plazenta enthalten sind, und überhaupt an den Wirkmechanismen dieses Organs. Ob die Mutterkuchensubstanzen aber auch als Heilmittel etwas bringen, ist noch nie Gegenstand der modernen klinischen Forschung gewesen. Das soll sich nun ändern: Am Plazenta-Labor der Uniklinik Jena widmet sich gerade eine junge Doktorandin diesem Thema. In ihrer Grundlagenarbeit will Sophia Johnson sechs Plazenten untersuchen und herausfinden, ob diese – roh und dehydriert – noch biologisch aktive Substanzen enthalten. „Lassen sich in den Plazenten bestimmte Hormone wie Oxytocin und Elemente wie Eisen nachweisen, könnte man in einem nächsten Schritt die möglichen Chancen diskutieren“, so Johnson. „Stillprobleme, depressive Verstimmungen und Blutarmut sind häufige Probleme im Wochenbett – vielleicht können Plazentaheilmittel tatsächlich eine Alternative zu herkömmlichen Medikamenten sein.“
Ihr Professor Udo Markert ist gespannt auf die Ergebnisse, warnt aber vor großen Hoffnungen: „Selbst wenn wir aktive Substanzen in den Plazenten finden, können wir noch keine generelle Aussage über die Wirksamkeit als Heilmittel treffen. Jeder Mutterkuchen ist anders. Er kann sogar giftige Elemente wie Blei, Quecksilber oder Arsen enthalten. Bei falscher Lagerung können sich außerdem Bakterien ausbreiten. Dem möglichen Nutzen steht als auch ein Risiko gegenüber.“ (Christiane Börger aus dem Artikel „Heilen mit der Plazenta – geht das wirklich?“ ELTERN 02/2016)
Wer verarbeitet meinen Mutterkuchen?
Da die Herstellung und der Verkauf von Mutterkuchen-Heilmitteln in Deutschland verboten ist, musst Du Deine Plazenta selber verarbeiten. Am einfachsten ist es, den Mutterkuchen gleich nach der Geburt zu trocknen und dann Pulver daraus zu machen. Das geht entweder im Backofen (ca. drei Tage und Nächte bei geringer Temperatur und offener Klappe dehydrieren, bis der Mutterkuchen auf die Hälfte geschrumpft, schwarz und hart geworden ist) oder einfacher: für ein paar Euro ein Dörrgerät anschaffen. Wer ein Problem mit dem Geruch hat, kann das dann auf dem Balkon aufstellen. Den trockenen Mutterkuchen bricht man in Stücke, reibt ihn auf einer Küchenreibe klein und pulverisiert ihn danach mit der Kaffee- oder Getreidemühle. Was man mit dem Pulver alles machen kann, steht im Buch von Cornelia Enning „Heilmittel aus Plazenta“
(Books on Demand, 14,50 Euro). Hier finden sich alle erdenklichen Rezeptvorschläge: Plazenta-Suppe über ein Milchbildungsgetränk bis zu Salben und Emulsionen.
Für die Verarbeitung zu Plazenta-Nosoden braucht man ein Partner-Labor (Adressen findest Du unter www.hebinfo.de).
(Christiane Börger aus dem Artikel „Heilen mit der Plazenta – geht das wirklich?“ ELTERN 02/2016)
Darf ich meinen Mutterkuchen einfach so mit nach Hause nehmen?
Ja natürlich. Es ist Dein Mutterkuchen. Er gehört Dir. Eigentlich ist es sogar so, dass Du im Krankenhaus gefragt werden musst, ob die Plazenta weggeworfen werden soll oder Du sie mithaben möchtest. Passiert in der Praxis leider nicht immer. Daher ist es gut, wenn Du ihn mitnehmen möchtest, gleich ein Gefäß mit Namen im Krankenhaus der Kreißsaal-Hebamme zu überreichen. Ob Du daraus Medizin machen möchtest, kann Du immer noch überlegen. Desöfteren wird der Mutterkuchen auch im Garten vergraben und ein Bäumchen darauf gepflanzt.

Der Mutterkuchen

Die Plazenta, der Mutterkuchen, besteht aus dunkelrotem, schwammigem Gewebe mit bäumchenartig verzweigten grossen und kleinen Blutgefässen. Über die Nabelschnur ist sie mit dem ungeborenen Kind verbunden. Gegen Ende der Schwangerschaft ist die Plazenta etwa tellergross, 3 cm dick und ca. 500 g schwer.

Die Plazenta versorgt Ihr heranwachsendes Kind über die vielen Blutgefässe mit Nährstoffen und Sauerstoff. Ausserdem werden durch die sogenannte „Plazentaschranke“ viele Schadstoffe und Krankheitserreger vom Kind ferngehalten – allerdings leider nicht alle, deshalb sollte sich jede Schwangere sehr gesundheitsbewusst ernähren und sich vor umweltbedingten Risiken schützen. Als zusätzliche Funktion produziert die Plazenta einige für den Ablauf der Schwangerschaft wichtige Hormone, z.B. das hCG, auf das der Schwangerschaftstest reagiert.

Daraus ergibt sich aber auch, dass jede Störung der normalen Plazentafunktion die gesunde Entwicklung Ihres Kindes gefährden kann. Bei den Ultraschalluntersuchungen wird dann meist eine Wachstumsstörung beim Ungeborenen entdeckt. Spezialisierte weitergehende Untersuchungen (z.B. mit Doppler-Ultraschall) klären die Ursache dafür ab, damit geeignete Massnahmen die kindliche Versorgung verbessern können. Oft reicht schon ein wenig körperliche Schonung aus, damit der Mutterkuchen besser durchblutet wird.

Gefährlich kann es werden bei einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta von der Gebärmutterwand oder einer tiefliegenden oder sogar vor dem inneren Muttermund liegenden Plazenta. Während ersteres plötzlich ohne Vorwarnung passieren kann, ist eine tiefliegende oder vorliegende Plazenta normalerweise bei der Ultraschalluntersuchung schon entdeckt worden und man hat Sie darauf aufmerksam gemacht. Verständigen Sie unverzüglich Ihren Frauenarzt, Ihre Frauenärztin oder Ihre Hebamme, wenn Sie in der Spätschwangerschaft Schmerzen bzw. Blutungen haben.

Der Mutterkuchen wird als sogenannte Nachgeburt zusammen mit der Nabelschnur und den Eihäuten von der Gebärmutter kurz nach der Geburt ausgestossen. Die hierfür nötigen Kontraktionen sind zwar schmerzhaft, aber lange nicht mehr so schlimm wie die Wehen. Der Frauenarzt, die Frauenärztin oder Hebamme untersucht die Form, das Gewicht und das Aussehen der Plazenta nach der Geburt sehr genau. Falls sie nicht vollständig ausgestossen wurde (sog. Placenta accreta), müssen die Reste instrumentell entfernt werden, da sie sonst zu gefährlichen Blutungen und Infektionen führen können. Ausserdem wird noch auf Verkalkungen in der Plazenta geachtet, die z.B. bei Raucherinnen häufiger sind und eine verminderte Funktion des Mutterkuchens anzeigen. Danach wird die Plazenta entsorgt. Sollten Sie sie – wie die Naturvölker – mit nach Hause nehmen wollen, um sie im Garten zu vergraben, wird aber sicher niemand etwas dagegen haben.

Häufige Fragen zum Thema

Woran erkennt man bei den Vorsorgeuntersuchungen, dass der Mutterkuchen nicht richtig funktioniert?

Mein Frauenarzt hat eine tiefliegende Plazenta festgestellt. Ist das gefährlich?

Wieviel bringt es, Bettruhe einzuhalten in der 33. Woche, wenn die Plazenta nicht richtig arbeitet?

Wissen

Die Plazenta wächst mit dem Stress

Newsticker

Feinstaub in der Plazenta | 09.10.2019

Bei der unvollständigen Verbrennung von fossilen Brennstoffen entsteht Kohlenstoff (der sogenannte black carbon, BC) in feinsten Partikeln, was einen wichtigen Bestandteil von Feinstaub ausmacht. Die BC-Partikel werden über die Lunge der Mutter aufgenommen und gelangen im Blutkreislauf bis zur Plazenta, überqueren die Plazenta-Schranke und erreichen die fetale Seite des Mutterkuchens, das heisst den Kreislauf des ungeborenen Kindes, wie belgische Forscher nun erstmals nachweisen konnten. Und das hat negative Auswirkungen: Die BC-Belastung wird mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten und einem geringen Geburtsgewicht des Kindes in Verbindung gebracht. Nun soll geklärt werden, ob dadurch noch weitere Schäden im Verlauf des Lebens verursacht werden können.

Ein Stück Mutterkuchen | 07.07.2017

Ist es sinnvoll, die Plazenta zu verspeisen? Befürworter schreiben dem Mutterkuchen eine rasche Auffüllung der Eisenspeicher von frischentbundenen Müttern zu, ausserdem eine vorbeugende Wirkung gegen Depressionen. Tatsächlich bewiesen ist davon allerdings nichts – und es gibt Hinweise darauf, dass der Schaden überwiegt. In den USA ist ein Neugeborenes gerade schwer an einer Streptokokkensepsis erkrankt, weil die Mutter Kapseln mit ihrem getrockneten Plazentagewebe eingenommen hat und über die Muttermilch auf ihr Baby übertragen hat. Eine aktuelle Studie aus den USA untersuchte gerade, ob „Plazentophagie“ wirklich nützt. Gesunde Frauen erhielten nach der Entbindung entweder Kapseln mit ihrem eigenen Plazentagewebe oder mit Rindfleisch. Der Eisenstatus wurde dann mehrfach bestimmt. Das Ergebnis: Kein statistisch relevant messbarer Unterschied zwischen der Plazenta- und der Placebogruppe!

Letzte Aktualisierung : 31-05-16, BH

Wissenswerte zur Plazenta: Funktion, Aussehen, Fehllage

Welche Aufgabe hat eigentlich die Plazenta? Welche Bräuche gibt es rund um den Mutterkuchen? Und welche Komplikationen können während der Schwangerschaft in Verbindung mit dem Organ auftreten? Antworten gibt es hier.

Über die Plazenta wird das Kind im Mutterleib mitversorgt. Sie filtert zudem Giftstoffe und Keime aus dem mütterlichen Blut. Was Sie sonst noch über den Mutterkuchen wissen sollten, lesen Sie hier.

Diese Funktion hat die Plazenta

Die Plazenta bildet sich bei Beginn der Schwangerschaft. Bestehend aus mütterlichem, aber auch embryonalem Gewebe, ist dieses Organ zehn Monate lang eine Lebensquelle für das Baby. Der Mutterkuchen, dessen Form tatsächlich ein bisschen wie ein Kuchen aussieht, versorgt das Ungeborene über die Nabelschnur mit Sauerstoff und Nahrung. Er dient als natürliche Schranke zwischen dem mütterlichen und dem kindlichen Blutkreislauf und verhindert, dass bestimmte Schadstoffe und Krankheitserreger von der Mutter zum Kind gelangen. Zusätzlich werden durch die Plazenta Stoffwechselprodukte entsorgt und Hormone produziert. Manche Krankheiten, aber auch das Rauchen, können die Funktion der Plazenta stören. Dann wird von Plazentainsuffizienz gesprochen.

Schwangerschaftskalender – Das passiert nach der Befruchtung

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Das passiert nach der Befruchtung

Am Ende der Schwangerschaft ist die Plazenta, auch Nachgeburt genannt, etwa ein halbes Kilo schwer, zwei bis vier Zentimeter dick, schwammig und hat einen Durchmesser von 15 bis 20 Zentimetern.

Der Mutterkuchen kann nicht alle Schadstoffe filtern

Das embryonale Blut ist nur durch eine dünne Wand vom mütterlichen Blut getrennt. Was von der Natur durchaus sinnvoll gestaltet ist. Zum Beispiel dann, wenn Mutter und Baby unterschiedliche Blutgruppen haben oder verschiedene Rhesusfaktoren. Durch diese Plazentaschranke werden viele, aber lange nicht alle Gift- und Schadstoffe ausgefiltert, bevor sie zum Baby gelangen können.

Das erklärt, warum einige wenige Medikamente auch in der Schwangerschaft erlaubt sind, Alkohol aber nicht, da er diese Schranke ungehindert passieren kann. Und auch manche Bakterien und Viren schaffen es, sich durch die Membran zu drängen. Rötelnviren zum Beispiel können bei nicht ausreichendem Impfschutz der Mutter über die Plazenta zum ungeborenen Kind gelangen. Was schlimme Folgen haben kann.

So ist die Plazenta aufgebaut

Plazenta: In dem intervillösen Raum zwischen Chorionplatte und Basalplatte befinden sich die Zottenbäume. (Quelle: UIG/imago images)

Geburtsterminrechner – Wann kommt mein Kind auf die Welt?

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Wann kommt mein Kind auf die Welt?

Die Plazenta besteht aus der Chorionplatte, einem intervillösem Raum mit Zottenbäumen und der Basalplatte. Die Chorionplatte ist der Bereich der Plazenta, der aus der Anlage des Embryos entspringt. Die Basalplatte hingegen ist der überwiegend mütterliche Anteil der Plazenta, sie bildet sich aus Zellen der Gebärmutterschleimhaut. Der Raum zwischen den beiden Platten ist mit mütterlichem Blut gefüllt; in diesen ragen die sogenannten Zotten hinein.

Wie sieht eine Plazenta aus?

Ein Mutterkuchen, bei dem alles in Ordnung ist, erinnert optisch ein wenig an frische Leber. Doch nicht immer sieht die Plazenta so aus, wie sie aussehen soll. Es kann zu Verkalkungen des Gewebes kommen, sie kann Löcher haben oder an sich ungünstig aufgebaut sein. All dies ist nicht ungefährlich für das ungeborene Kind. Die Plazenta ist Eigentum der Eltern – und die können damit machen, was sie wollen.

Die Nachgeburt ist wichtig

Ist das Baby erst einmal da, ist für die meisten Frauen die Geburt vorbei. Bei ihrem ersten Kind sind sie dann oft überrascht, dass auch die Plazenta noch geboren werden muss und auch das durchaus noch mal schmerzhaft sein kann. Bei der Nachgeburt werden der Mutterkuchen, die Reste der durchschnittenen Nabelschnur sowie die Eihäute vom mütterlichen Körper abgestoßen. Zwei Signale zeigen den Geburtshelfern, dass sich die Lösung der Plazenta ankündigt: zum einen erneute Wehen und zum anderen der Drang zu pressen.

Der Mutterkuchen löst sich von der Gebärmutterwand und gleitet, wenn alles gut läuft, durch den Geburtskanal heraus. Wobei die Hebamme hier oft ein wenig nachhilft, zum Beispiel durch Druck auf den Bauch. Für die Geburtshelfer ist der Zustand des Mutterkuchens sehr aussagekräftig, er wird daher gründlich untersucht. Wird die Plazenta zum Beispiel nicht vollständig ausgeschieden, dann kommt es zu starken, nicht stillbaren Blutungen und es muss eine Ausschabung gemacht werden. Ist der Mutterkuchen angewachsen, wird in der medizinischen Fachsprache von „Placenta accreta“ gesprochen.

Was passiert nach der Geburt mit der Plazenta?

Nach der Entbindung in einer Klinik wird die Plazenta dort entsorgt, wenn die frischgebackene Mutter keine Ansprüche daran erhebt. Dass Eltern die Plazenta gerne nach der Geburt mit nach Hause nehmen möchten, um später darauf ein „Lebensbäumchen“ zu pflanzen, ist in Deutschland nicht ungewöhnlich. Auch in anderen Kulturen gibt es zahlreiche Bräuche rund um den Mutterkuchen. Völkerkundler wissen längst, dass die Plazenta schon seit Jahrtausenden einen besonderen Stellenwert quer durch die Kulturen hat. Die so genannten „Nachgeburtsbestattungen“ waren in Ägypten genauso üblich wie in Australien, China oder eben in unseren Gefilden. Der Grund für diese Bräuche ist die Vermutung, dass in der Plazenta ein Stück der menschlichen Seele verbleibt: ein geistiger Zwilling sozusagen – und man mit diesem achtsam umgehen müsse.

Plazentophagie: Plazenta essen?

Etwas ungewöhnlich ist ein Brauch, der immer mehr um sich zu greifen scheint: das rituelle Verspeisen der Plazenta, das durchaus auch Vegetarier machen. Rezepte von der Plazenta-Lasagne bis hin zum Mutterkuchen im wahrsten Sinne des Wortes finden sich im Internet reichlich. Das Essen der Plazenta soll viele Vorteile mit sich bringen, die allerdings wissenschaftlich nicht belegt sind. Mehr zu diesem Ritual, das Kritikern zufolge ungesund ist, lesen Sie hier.

Plazenta als Kosmetikprodukt und homöopathisches Mittel

Auch im Bereich der Körperpflege wird der Plazenta eine besondere Kraft zugeschrieben. So waren von den 1960ern bis Anfang der 1980er Jahre Kosmetikprodukte mit Plazentasubstanz „in“. Man hoffte auf die verjüngende Wirkung der Wachstumshormone und Cremes mit Namen wie Hormocenta oder noch eindeutiger Placentubex fehlten in kaum einem Spiegelschrank. Mit dem Auftreten von AIDS verschwanden diese Produkte vom Markt.

Und dann gibt es da auch noch Plazentanosoden, aus den Zellen der Gebärmutter hergestellte homöopathisch aufbereitete Mittel. Meist werden sie in Form von Globuli genutzt, die man sich aus dem eigenen Mutterkuchen machen lassen kann und die später dem Kind homöopathisch beste Dienste leisten sollen oder auch als Mutterfett oder als vielseitig einsetzbares Plazentapulver.

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Lotusgeburt: Die Plazenta bleibt mit dem Baby verbunden

Eine Lotusgeburt bezeichnet die Praxis, nach der Entbindung die Nabelschnur mitsamt der Plazenta am Kind zu belassen, bis sie von allein abfällt. Die natürliche Abnabelung dauert in der Regel drei bis zehn Tage. Anhänger dieses Vorgehens sind der Meinung, dass das natürliche Abfallen der Nabelschnur weniger traumatisch ist als das übliche Abklemmen der Schnur.

Bei einer Lotusgeburt wird die Plazenta von der Hebamme nach der Geburt gewaschen und in ein Tuch gewickelt. Im Anschluss wird sie mehrmals täglich mit Salz bestreut und mit ätherischen Ölen oder Kräutern eingerieben. Dies soll der Konservierung dienen.

Da eine Lotusgeburt eine Infektionsgefahr birgt, sollte sie immer von einer erfahrenen Hebamme begleitet werden. Kliniken bieten diese Art der Entbindung in der Regel nicht an.

Plazenta praevia: Eine Fehllage der Plazenta muss gut beobachtet werden

Wenn alles so läuft, wie es soll, dann nistet sich die befruchtete Eizelle und damit auch die daraus entstehende Plazenta im oberen Teil des Uterus ein. Manchmal an der Vorder-, manchmal an der Rückwand. Beides ist völlig normal, hat nur zur Folge, dass man das Kind etwas früher oder später spürt. Bei einer von 200 Schwangeren kommt es aber zu einer ungünstigen Lage. Gründe dafür können bereits durchgeführte Kaiserschnitte oder Ausschabungen sein, Operationen an der Gebärmutter, aber auch eine rasche Schwangerschaftsfolge oder frühere Fehlgeburten.

Eine Fehllage des Mutterkuchens nennt man Placenta praevia, wobei die Fachleute hier noch einmal vier Unterteilungen vornehmen, je nach Sitz. Von einer Plazenta praevia spricht man aber erst nach der 24. Schwangerschaftswoche, denn bis dahin ist ein Wachsen nach oben noch durchaus möglich. Passiert das nicht, so kann die Schwangerschaft trotzdem einen relativ problemlosen Verlauf nehmen. Allerdings mit engmaschigerer Überwachung und einem Kaiserschnitt.

  • Nabelschnur: Wann sollte abgenabelt werden?
  • Gefährliche Störung: Wenn sich der Mutterkuchen nach der Geburt nicht löst
  • Nachgeburt als Superfood?: Warum Mütter die Plazenta essen
  • Gefahr für Mutter und Kind: Schwangerschaftsvergiftung – Ursachen und Symptome
  • Erklärung der Fachbegriffe: Schwangerschaft – Das bedeuten die Infos im Mutterpass

Stürzt eine Frau während der Schwangerschaft oder erleidet sie einen Schlag auf den Bauch, dann kann sich die Plazenta vorzeitig ablösen. Es handelt sich dann um einen lebensgefährlichen Notfall.

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