Ab wann nabelschnur

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Nabelschnur

Die Nabelschnur bildet sich gleich zu Beginn einer Schwangerschaft: Wenn die Hülle des Fötus mit der Gebärmutterschleimhaut verwachsen ist, bildet sich die Plazenta. In ihr entstehen kleine Hohlräume, welche mit Blut gefüllt sind. Aus ihnen entwickeln sich die beiden Arterien und die Vene der Nabelschnur. In den nächsten Schwangerschaftswochen wächst die Nabelschnur auf eine Länge von etwa 50 bis 60 Zentimetern an. Sie ist dann ungefähr zwei Zentimeter dick und meist spiralförmig gedreht.

Es verlaufen zwei Arterien und eine Vene in der Nabelschnur: Die Vene transportiert Blut von der Mutter zum Ungeborenen und versorgt das Kind so mit Sauerstoff und allen Nährstoffen, die es für seine Entwicklung benötigt. Die beiden Arterien bringen das Blut vom kindlichen Organismus zur Plazenta und transportieren Abfallprodukte wie Kohlendioxid vom Kind zur Mutter. Die drei Blutgefäße sind von Bindegewebe umgeben. Dies schützt die Nabelschnur vor Knicken und verleiht ihr sowohl Stabilität als auch Flexibilität.

Die Nabelschnur dient dem ungeborenen Kind gelegentlich auch als Spielzeug. Es kommt vor, dass Ultraschallbilder zeigen, wie Ungeborene sich an der Nabelschnur festhalten oder daran ziehen.

Das Ungeborene wird über die Nabelschnur mit Nährstoffen aus dem mütterlichen Kreislauf versorgt LifeART

Komplikationen mit der Nabelschnur

Es gibt verschiedene Komplikationen, die während der Entwicklung des Kindes oder bei der Geburt in Zusammenhang mit der Nabelschnur auftreten können.

Echte und falsche Nabelschnurknoten

Die Nabelschnur kann sich durch Bewegungen des Kindes verknoten (echter Nabelschnurknoten) oder auch während der Entwicklung in der Länge abknicken (falscher Knoten). Bei etwa einem bis zwei Prozent der Geburten liegt ein echter Nabelschnurknoten vor. Auch wenn es zu einer Störung der Blutzirkulation kommen kann, ist ein Nabelschnurknoten meist nicht mit negativen Folgen für das Kind verbunden.

Nabelschnurumschlingung

Bei einer Nabelschnurumschlingung wickelt sich die oft überlange Nabelschnur um einzelne Körperteile des Ungeborenen – beispielsweise um den Hals. Dies ist bei etwa 20 bis 30 Prozent der Kinder während der Geburt der Fall. Wenn die Nabelschnur dabei so eingedrückt wird, dass der Blutfluss erschwert wird, kann dies zu einer Unterversorgung des Ungeborenen mit Sauerstoff führen. Dann muss in den Geburtsvorgang mit der Zange eingegriffen oder das Kind mit einen Kaiserschnitt entbunden werden. Da die Nabelschnur jedoch in der Lage ist, sich um einen gewissen Prozentsatz auszudehnen, können viele Kinder trotz Nabelschnurumschlingung normal entbunden werden.

Nabelschnurvorfall und -vorliegen

Wenn beim Blasensprung eine Schlinge der Nabelschnur vor den vorangehenden Körperteil des Kindes gelangt, wird dies als Nabelschnurvorfall bezeichnet. Ist die Fruchtblase noch nicht gesprungen, so spricht man von einem Nabelschnurvorliegen. Zu Nabelschnurvorfall und -vorliegen kommt es vor allem bei Mehrlingen und bei Kindern in Quer-, Schräg- oder Fußlage. Normalerweise folgt der Diagnose ein Kaiserschnitt.

Nabelschnurbruch (Omphalozele)

Bei einem Nabelschnurbruch (Omphalozele) treten beim Ungeborenen Organe aus der Bauchwand aus – beispielsweise Dünn-, Dickdarm oder Leber. Sie treten durch den Nabel in die Nabelschnur. Ein Nabelschnurbruch kann bereits mittels Ultraschall bei einem Ungeborenen diagnostiziert werden und wird meist sofort nach der Geburt operativ behandelt.

Nach der Geburt – die Abnabelung

Mit der Geburt des Kindes wird die Nabelschnur überflüssig, denn das Baby verfügt nun über einen eigenen funktionierenden Blutkreislauf. Daher wird die Nabelschnur bei der Abnabelung zunächst mit zwei Klammern abgeklemmt und dann durchtrennt. Bei einem gesunden Kind geschieht dies nach etwa zwei bis drei Minuten. Der kleine Nabelschnurrest wird mit einer Plastikklemme verschlossen. Nach spätestens zwei Wochen fällt der vertrocknete Rest der Nabelschnur von alleine vom Bauch des Babys ab.

In der Nachgeburtsphase wird die Nabelschnur zusammen mit den Eihäuten und der Plazenta unter Nachgeburtswehen aus dem Leib der Mutter ausgestoßen.

Wie entsteht die Nabelschnur?

Die Grundlagen für die Nabelschnur werden bereits gelegt, wenn aus dem Ei eine Zellkugel entstanden ist, die sich in der Gebärmutter einnistet. Die Hülle des Embryos verwächst mit der Gebärmutterschleimhaut und bildet so die Plazenta. Darin bilden sich nach und nach kleine, mit Blut gefüllte Hohlräume, aus denen schließlich die Blutgefäße der Nabelschnur werden. Diese wird, wenn sie voll ausgebildet ist, zwischen 50 und 60 Zentimetern lang und hat einen Durchmesser von anderthalb bis zwei Zentimetern Dicke. Gleichzeitig entsteht aus den inneren Zellen der Kugel das Baby. Winzige vier Millimeter groß kann man Ende der vierten Schwangerschaftswoche bereits die ersten Strukturen des Fötus erkennen. Ab dem Moment, ab dem das kleine Herz zu schlagen beginnt, wird das Ungeborene über die Nabelschnur versorgt.

Für diese lebenswichtige Aufgabe ist die Nabelschnur ideal konstruiert: Ähnlich einem Schiffsseil mit verdrehten Kordeln sind in ihr drei Blutgefäße miteinander verschlungen. Über die weiche, dicke Vene wird das Baby mit sauer- und nährstoffreichem Blut versorgt. Die beiden Arterien sorgen für den Rücktransport des verbrauchten, sauerstoffarmen Blutes mitsamt allen Abfallstoffen in den Blutkreislauf der Mutter.

Und wo im Bauch ist die Nabelschnur befestigt?

Das eine Ende mündet in ein Netz feiner Verästelungen innerhalb der Plazenta. Hier sorgt eine dünne Membran dafür, dass das Blut gefiltert wird. Soll heißen, das mütterliche Blut vermischt sich nicht mit dem des Kindes. Aus gutem Grund: Streng genommen ist das Baby ein Fremdkörper für den mütterlichen Organismus. Käme ihr Immunsystem in direkten Kontakt mit dem Ungeborenen, würde es dieses mit seinen Abwehrzellen angreifen.

Das andere Ende der Nabelschnur führt zum Bauch des Babys und von dort aus führen die Blutgefäße weiter in Leber und Herz. Als Andenken an die eigene Zeit in Mamis Bauch und die lebenserhaltende Verbindung zu ihr tragen wir alle unseren Bauchnabel spazieren. Schwer vorzustellen, dass man einmal so einfach mit allem Nötigen versorgt wurde, oder?

Nabelschnur nach der Geburt

Unmittelbar nach der Geburt, wenn das Baby beginnt selbständig zu atmen, lässt der Blutstrom in der Nabelschnur schlagartig nach. Sie wird nun zweifach abgeklemmt und, nachdem sie aufgehört hat zu pulsieren, durchtrennt. Die rein physische Abnabelung von der Mutter ist demnach erfolgt. Dass die Nabelschnur ein sehr starkes Band ist, wird Vätern spätestens in diesem Moment klar. Es braucht nämlich viel Kraft, um das Baby vom Mutterkuchen zu trennen.

Zurück bleibt eine Wunde, auf der der Nabelschnurrest meist von selbst eintrocknet und nach etwa zehn Tagen abfällt. Am besten ist es, viel Luft an den Nabel kommen zu lassen, das Baby also so oft es geht, nackig strampeln lassen. Vorsicht mit der Windel! Diese darf den Nabel nicht bedecken.

Das Kind während und nach der Geburt

Während der Geburt gilt neben der Mutter natürlich dem Kind die größte Aufmerksamkeit. Wie es ihm geht, wird in allen Phasen vor und nach der Entbindung intensiv beobachtet.

Wie es einem Ungeborenen im Mutterleib geht, lässt sich unter anderem an den Veränderungen seiner Herztöne ablesen. Zur Herzton-Kontrolle kann ein Stethoskop oder das traditionelle Hörrohr aus Holz benutzt werden. Damit ist allerdings keine fortlaufende Überwachung möglich.

Wird eine Geburt mit dem Holz-Hörrohr überwacht, müssen die Herztöne regelmäßig abgehört werden: in der Austreibungsphase alle 5 Minuten beziehungsweise nach jeder Wehe.

Moderne Geburtsüberwachung

In der Regel werden vor und während der Geburt die Häufigkeit der kindlichen Herzschläge und die Wehenfrequenz mithilfe eines Herzton-Wehenschreibers (Kardiotokograf oder CTG) aufgezeichnet. Die Herztöne des Kindes sind bei der Geburt nicht regelmäßig, sie erhöhen sich während der Wehen. Wichtig ist, dass sie sich immer wieder normalisieren. Herztöne und Wehen werden meist über zwei Elektroden ermittelt, die auf dem Bauch der Mutter befestigt sind.

Eine Aufzeichnung von außen ist erschwert, wenn die Bauchdecke zu dick ist. Die Herztöne des Kindes können auch direkt mit einer kleinen Elektrode abgeleitet werden, die durch die Scheide der Mutter an seinem Köpfchen befestigt wird. Dies liefert genauere Ergebnisse, ist aber erst möglich, wenn die Fruchtblase geplatzt ist.

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Ein CTG hat den Vorteil, dass es auch nachträglich noch Auskunft über das Befinden des Kindes zum Zeitpunkt der Aufzeichnungen gibt. Das ist wichtig, weil schlechte Herztöne neben einem Sauerstoffmangel unter der Geburt dafür verantwortlich gemacht werden können, wenn beim Kind später Entwicklungsverzögerungen auftreten.

Um zu klären, ob eine Stresssituation zu einer schlechteren Sauerstoffversorgung des Kindes führt, kann zusätzlich eine sogenannte Mikroblutuntersuchung (MBU) durchgeführt werden. Dafür wird ein Tropfen Blut vom Kopf des Kindes abgenommen. Daraus wird der pH-Wert bestimmt, der Aufschluss über die Sauerstoffversorgung des Kindes gibt.

Die Herztonmuster und der pH-Wert liefern gute Informationen über den Zustand des Ungeborenen. Mit ihrer Hilfe kann entschieden werden, ob es möglich ist, eine Geburt in Ruhe abzuwarten, ohne die Gesundheit des Kindes zu gefährden. Voraussetzung ist, dass das CTG sehr sorgfältig beurteilt wird und alle Einflussfaktoren abgewogen werden, wie Dauer und Verlauf der Geburt, Kraft der Mutter und Schwangerschaftsalter des Kindes.

Abnabelung und Erstversorgung des Kindes

© BZgA/HN/Eichhöfer

Wenn das Kind geboren ist, werden zuerst seine Augen, sein Mund und seine Nase von Blut und Schleim gereinigt. Als nächstes wird die Nabelschnur mit zwei Klemmen unterbunden und danach durchtrennt. Wenn der Vater möchte, kann er diese Aufgabe übernehmen. Weil die Nabelschnur keine Nervenzellen enthält, tut die Abnabelung nicht weh. Falls eine Nabelschnurblutspende gewünscht ist, wird Blut aus der Nabelschnurvene entnommen.

Ist die Geburt gut verlaufen, wird das Kind möglichst bald der Mutter übergeben und an ihre Brust gelegt. Während die Mutter zum ersten Mal ihr Neugeborenes im Arm hält, wird der Mutterkuchen (Plazenta) geboren und es werden eventuelle Geburtsverletzungen versorgt. Fühlt sich die Mutter zu schwach, kann auch der Vater das Kind in den Arm nehmen.

Normalerweise befreit sich das Neugeborene durch Niesen und Husten selbst von restlichem Fruchtwasser und Schleim im Rachen. Falls das nicht klappt und das Kind deshalb nicht problemlos schreien oder atmen kann, werden das restliche Fruchtwasser und der Schleim abgesaugt. Bei grünem Fruchtwasser wird sofort abgesaugt, damit das Kind es nicht einatmet. Grünes Fruchtwasser kann zu Atmungsstörungen und Sauerstoffmangel führen.

Im Gegensatz zu früher werden die Kinder nicht mehr routinemäßig im Kreißsaal gebadet. Manchmal werden sie mit warmem Wasser abgewaschen, wenn sie sehr blutverschmiert sind. Reste der Käseschmiere in den Hautfalten werden heute nicht mehr entfernt. Sie ziehen innerhalb der ersten Stunden nach der Geburt komplett in die Haut ein.

Der APGAR-Test

Um den Zustand eines Neugeborenen zu beurteilen, werden fünf verschiedene Kriterien nach dem sogenannten APGAR-Schema beurteilt (benannt nach der Kinderärztin Virginia Apgar, die es entwickelt hat). Dabei werden die Atmung, der Puls, der Grundtonus (die Muskelspannung), das Aussehen (die Hautfarbe) und die Reflexe mit je maximal zwei Punkten bewertet. Bei acht bis zehn Punkten ist alles in Ordnung. Sind es weniger als acht, wird das Kind ärztlich beobachtet. Der Apgar-Test wird dreimal gemacht: eine, fünf und zehn Minuten nach der Geburt.

Erste Untersuchungen

Aus dem Nabelschnurrest am Mutterkuchen wird Blut abgenommen, um die Sauerstoffversorgung zum Zeitpunkt der Geburt zu kontrollieren. Zusätzlich kann dem Kind für weitere Labortests Blut abgenommen werden, zum Beispiel um Entzündungswerte zu kontrollieren oder den Rhesusfaktor des Kindes zu bestimmen.

Wenn die Mutter nach der Geburt versorgt ist, wird das Kind untersucht. Bei der ersten Untersuchung (U1) wird überprüft, ob Fehlbildungen oder Verletzungen sichtbar sind, das Herz regelmäßig schlägt, beide Lungenflügel gut belüftet sind und keine Stoffwechselerkrankung vorliegt. Der Abgang von Urin oder erstem Stuhl beweist, dass auch Blase und Darm gut arbeiten. Außerdem erhalten die Eltern ein Merkblatt zum sogenannten Neugeborenen-Hörscreening. Alle Neugeborenen haben einen Anspruch auf diesen Test zur Früherkennung von Hörstörungen. Es ist sinnvoll, ihn in den ersten drei Lebenstagen durchführen zu lassen.

Auch Reifemerkmale des Kindes werden betrachtet. Zum Beispiel sind am Entbindungstermin die Fingernägel des Kindes normalerweise sehr lang, die Fußsohle zeigt viele Falten und der Rand der Ohrmuschel ist häufig noch nicht nach innen gekrümmt. Zum Abschluss der Untersuchungen bekommt das Neugeborene in der Klinik ein Namensbändchen, um Verwechslungen zu verhindern.

Vitamin-K-Prophylaxe

Säuglinge produzieren nach der Geburt noch nicht genug Vitamin K, das für die Blutgerinnung wichtig ist. Um einem Vitamin-K-Mangel vorzubeugen, wird eine Vitamin-K-Prophylaxe empfohlen (Prophylaxe bedeutet Vorbeugung). Dazu bekommt das Neugeborene zwei Tropfen Vitamin K auf die Zunge geträufelt. Dies wird bei den kinderärztlichen Untersuchungen U2 und U3 wiederholt.

Augentropfen

Früher wurden Neugeborenen nach der Geburt Silbernitrat-Augentropfen verabreicht. Damit sollte eine Infektion der Augen durch Keimübertragung während der Geburt verhindert werden. Heute wird im Allgemeinen ein Antibiotikum gegeben, das gegen eine größere Bandbreite von Keimen wirkt und nicht wie die Silbernitrat-Tropfen in den Augen schmerzt. Ein Abstrich aus der Scheide der Schwangeren am Ende der Schwangerschaft macht diese Maßnahme möglicherweise überflüssig, wenn sich dabei herausstellt, dass keine infektiösen Keime zu finden sind, wie zum Beispiel Chlamydien oder Gonokokken.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 10.11.2010

Atemtechnik für die Wehen

Durch das gleichmässige und tiefe Atmen werden nicht nur die Wehenschmerzen der Gebärenden gelindert. Das Baby wird so im Bauch gleichzeitig ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Auch wenn Geburtsvorbereitungskurse anfangs von vielen werdenden Eltern als „Hechel-Kurse“ belächelt werden, sind sie von grosser Bedeutung für Mutter und Kind. Um Ihnen und Ihrem Baby die Geburt zu erleichtern, gibt es für die verschiedenen Phasen einer Geburt bestimmte Aspekte, die Sie bei der Atmung beachten sollten. Diese stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Grundregeln der Atmung bei Geburt & Wehen

Auch wenn es während der schmerzhaften Wehen schwerfällt: Versuchen Sie immer ruhig und gleichmässig durch die Nase einzuatmen. Die Ausatmung erfolgt durch den leicht geöffneten Mund. Achten Sie wenn möglich darauf, dass Sie Ihre Lippen nicht aufeinanderpressen. Bei einem geöffneten Mund kann sich auch der Muttermund leichter öffnen. Um Ihr Baby ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, halten Sie bei der Geburt niemals die Luft an, ausser in der Austreibungsphase, in der Sie aktiv „schieben“ müssen.

Haben Sie keine Angst, dass Sie die richtige Atmung bei der Geburt „vergessen“: Viele Frauen atmen während einer Geburt intuitiv und wenden das Gelernte aus dem Vorbereitungskurs problemlos an. Ausserdem erhalten Sie von Ihrer Hebamme zuverlässige Anweisungen, wie Sie während der Geburt atmen müssen.

Die Eröffnungsphase: Tiefe Atmung in den Bauch

Die Wehen kommen und gehen in der Eröffnungsphase in Wellen und dauern etwa 1bis 1,5 Minuten. Anfangs sind die Abstände noch relativ lang. Im Verlauf werden die Abstände zwischen den Wehen kürzer. Eine gleichmässige Atmung ist in dieser Phase das A und O: Holen Sie zu Beginn der Wehe tief Luft, atmen Sie tief in den Bauch und lassen die Luft durch den geöffneten Mund langsam entweichen. Einigen Frauen hilft es, wenn sie beim Ausatmen lange Töne wie „Ooooh“ oder „Aaaah“ sagen. Tipp: Atmen Sie drei Mal so lang aus, wie Sie eingeatmet haben. Falls Ihr Mund durch die Atmung trocken wird, trinken Sie in den Wehenpausen etwas Wasser.

Der Eröffnungsphase folgt die kurze Übergangsphase. Von dem früher empfohlenen Hecheln wird mittlerweile abgeraten, da Frauen durch diese Atmung hyperventilieren können.

Die Austreibungsphase: Das Atmen nicht vergessen!

Der Muttermund ist in der Austreibungsphase vollständig geöffnet und das Baby wird nach unten Richtung Becken geschoben. Jetzt setzen die Presswehen ein und Sie dürfen endlich aktiv mitschieben, damit Ihr Baby bald das Licht der Welt erblickt. In dieser Phase machen viele Gebärende häufig einen gravierenden Fehler: Um mehr Druck aufbauen zu können, halten Sie die Luft an. Atmen Sie dagegen gleichmässig weiter, werden die Kontraktionen unterstützt. Ist die Wehe abgeklungen, atmen Sie wieder tief ein und aus, um sich von den Strapazen kurz zu erholen. Diese gleichmässige Atmung verhindert ausserdem, dass Sie hyperventilieren und in Atemnot geraten.

Auch wenn die Schmerzen in dieser Phase besonders gross sind und Sie am liebsten nur noch schieben möchten, um die Geburt voranzutreiben: Wenn Ihre Hebamme Sie auffordert, mit dem Schieben aufzuhören, hören Sie auf die Anweisungen. So kann sich der Damm langsam dehnen, ohne plötzlich einzureissen, wenn der Kopf Ihres Babys nach draussen möchte.

Atemnot: Zurück zum gleichmässigen Rhythmus

Unter der Geburt kann es durchaus vorkommen, dass Sie sich verkrampfen oder gar in Panik geraten. Die Atmung wird dann unregelmässig und beschleunigt sich, so dass Atemnot bis zur Hyperventilation auftreten kann. Die Folgen können Schwindel, Sehstörungen und schlechte Herztöne beim Kind sein. Damit sich dieser Zustand schnell wieder normalisiert, sollten Sie sich ganz auf eine ruhige und tiefe Atmung konzentrieren. Ihre Hebamme und auch Ihr Partner können Ihnen dabei helfen, zu Ihrem Rhythmus zurückzufinden.

Die Nachgeburtsphase: Ruhig und tief atmen

Halten Sie Ihren kleinen Liebling endlich in Ihren Armen, beginnt die Nachgeburtsphase. In dieser Phase löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand und wird als Nachgeburt abgestossen. Auch wenn die grössten Schmerzen überstanden sind: Die Kontraktionen der Gebärmutter können sehr unangenehm bis schmerzhaft sein und einige Stunden andauern.

Um diese Schmerzen etwas zu lindern, empfiehlt sich die ruhige und tiefe Atmung aus der Eröffnungsphase: Sie atmen tief durch die Nase ein und lange durch den Mund wieder aus.

Die Mama-Bloggerin Sophie Cachia erlebte den Albtraum einer jeden Mutter: Sie musste ihre kleine Tochter wegen eines Asthmaanfalls ins Krankenhaus bringen, wo diese dann die ganze Nacht künstlich beatmet werden musste.

Mit einem Video ihres Babys auf Instagram will Sophie jetzt auch alle anderen Mamis auf die Anzeichen des Anfalls aufmerksam machen. Das Video zeigt ihre Tochter Florence, während diese mit der Atmung kämpft.

„Zum Glück haben wir auf unser Bauchgefühl gehört!“

Die Eltern der kleinen Florence handelten im Affekt – zum Glück! Sophie Cachia und ihrem Mann waren zwar die Symptome eines Asthmaanfalls bereits bekannt, da auch ihr älterer Sohn an dieser Krankheit leidet, doch vor allem bei Neugeborenen zeigen sich die Anzeichen meist in ganz anderer Form. Wären die Eltern nicht sofort zum Notarzt gefahren, wäre es womöglich zu spät gewesen. Inzwischen ist Florence aber wieder hellauf und ihre Eltern sind vor einem weiteren Anfall gewarnt.

Wenn du diese Atmung bei deinem Kind bemerkst, fahre sofort ins Krankenhaus:

Ein Beitrag geteilt von Sophie Cachia (@sophiecachia_) am 16. Okt 2017 um 21:07 Uhr

Bei Kindern macht sich ein Asthmaanfall anders bemerkbar als bei uns Erwachsenen. Neben der Schwierigkeiten beim Atmen solltest du deshalb auch noch andere Anzeichen beachten.

Symptome eines Asthmaanfalls bei einem Baby:

1. Schwierigkeiten beim Atmen – wie im Video der Mama-Bloggerin.

2. Die Haut an den Rippen und am Hals wird stark eingezogen – wie im Video der Mama-Bloggerin.

3. Heftiges Beben der Nasenflügel.

4. Husten und Pfeifen beim Ein- und Ausatmen – ohne dass das Kind krank ist.

5. Das Baby kann keinen vollständigen Satz sagen – ohne Luft zu holen.

Wenn du diese Anzeichen bei deinem Kind bemerkst, solltest du, wie die Eltern der kleinen Florence, sofort das nächste Krankenhaus aufsuchen oder einen Notarzt rufen. So bist du in jedem Fall auf der sicheren Seite!

Hintergrund

Tipps für Mamis Daran erkennst du, dass dein Baby wirklich Fieber hat Die Stirn ist heiß, das Gesicht gerötet, die Haut blass: Kinder leiden häufig unter fiebrigen Infekten. Doch ab wie viel Grad wird aus einer leicht erhöhten Temperatur wirklich Fieber?

Und so senkst du das Fieber deines Babys möglichst schnell:

Die Nabelschnur

Die Nabelschnur ist gegen Ende der Schwangerschaft ca. 50 cm lang – bei sehr aktiven Babys soll sie noch etwas länger sein. Sie verbindet Mutterkuchen (Plazenta) und Kind, ist ca. 15 mm dick, spiralförmig gedreht und dadurch höchst flexibel. In ihrem Inneren verlaufen drei Blutgefässe (zwei Arterien und eine Vene), die durch eine gallertige Umhüllung (die Wharton-Sulze) gegen Druck und Abknickung geschützt sind.

Kann die Nabelschnur verknoten und abgeklemmt werden?

In den allermeisten Fällen ist es nicht gefährlich, wenn das Kind mit der Nabelschnur spielt oder sogar mit der Nabelschnur um den Hals geboren wird, also mit einer sogenannten Nabelschnurumschlingung. Dennoch kann es gelegentlich zu Notfallsituationen kommen, wenn unter der Geburt ein fester Knoten entsteht oder ein Teil der Nabelschnur vorausgeht und durch den Druck des kindlichen Köpfchens oder anderer Kindsteile abgeklemmt wird , wie das z.B. beim heftigen Abgang von Fruchtwasser passieren kann. Das Kind könnte in Sauerstoffnot geraten und muss möglichst schnell zur Welt kommen.

Über die Nabelschnur wird das Baby versorgt

Die Nabelschnur ist für Ihr Baby lebenswichtig, da über sie die Versorgung mit den notwendigen Nährstoffen sowie der Abtransport von Abfallstoffen erfolgt. Allerdings genau umgekehrt wie nach der Geburt: Blut mit Nährstoffen und Sauerstoff fliesst durch die Nabelschnurvene zu Ihrem Baby, während die Abfallstoffe Ihres Kindes über die beiden Arterien abgeleitet und dann von Ihrem Organismus verarbeitet und ausgeschieden werden. Aber auch andere Stoffe, wie Hormone, werden über die Nabelschnur zum Kind transportiert, weshalb es wichtig ist, dass Sie bestimmte Risiken vermeiden. Sie sollten zum Beispiel nicht rauchen, keinen Alkohol trinken und bestimmte Infektionen vermeiden, da all dies über die Nabelschnur Ihr Baby schädigen kann. Das Risiko einer Fehlbildung ist in der Frühphase der Schwangerschaft besonders hoch.

Die Nabelschnur nach der Geburt

In der Regel wird die Nabelschnur heute gleich nach der Geburt abgeklemmt. Man kann die Nabelschnur aber auch noch teilweise auspulsieren lassen, damit das Kind noch etwas mehr Sauerstoff und Blut von der Plazenta mit bekommt. Das eine oder andere Vorgehen ist je nach Situation richtig. Nach einigen Minuten hat sich der kleine Organismus von alleine umgestellt und die Nabelschnur kann zwischen zwei Klemmen durchtrennt werden – manchmal vom frischgebackenen Vater.

Wertvolle Stammzellen in der Nabelschnur

Danach wird die Nabelschnur normalerweise zusammen mit der Plazenta entsorgt. Da sich aber im Blut der abgetrennten Nabelschnur in hoher Konzentration die sogenannten Stammzellen befinden, die man z.B. bei der Behandlung von bestimmten Krankheiten wie Blutkrebs (Leukämie) einsetzen kann, versucht man, das sogenannte Nabelschnurrestblut nach der Geburt zu gewinnen und aufzubewahren. Falls ein Spital diese sog. Nabelschnurblutspende anbietet, werden die Eltern um eine schriftliche Einwilligung gebeten, ob sie der Blutentnahme zustimmen.

Wissen

Toleranz über die Nabelschnur

Letzte Aktualisierung : 18-10-19, BH

Nabelschnur um Hals gewickelt: Horrorvorstellung von Eltern

Die Nabelschnur, die sich um den Hals des Babys gewickelt hat und dieses zu erdrosseln droht, gehört zu den Horrorszenarien in den Köpfen von Schwangeren. Besonders, wenn es sich um ein sehr aktives Baby handelt. Grund zur Sorge besteht aber nur in den wenigsten Fällen.

Die Nabelschnur ist ein Meisterwerk der Natur. Durch sie ist das Baby mit der Plazenta verbunden, muss weder atmen noch schlucken und wird trotzdem mit allem Lebensnotwendigen versorgt. Frisches Blut mit Sauerstoff und Nährstoffen kommen von der Mutter, Abfallstoffe werden über die Nabelschnur wieder entsorgt. Zusätzlich dient sie dem Baby als eine Art Spielzeug. Es greift nach ihr, lutscht daran, erforscht sie mit allen Sinnen.

Das Ungeborene turnt an der „langen Leine“

Die Nabelschnur besteht aus einer Substanz, die man die Whartonsche Sulze nennt. Das ist wie ein Gelee, das die wichtigen Blutgefäße im Inneren vor Druck und auch vor dem Abknicken schützt. Sie hat bei einem gesunden Baby am Ende der Schwangerschaft eine Länge von bis zu 60 Zentimetern und einen Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern.

Die Länge und der spiralförmigen Aufbau der Nabelschnur ermöglichen es dem Baby, sich in der Gebärmutter beliebig zu drehen und zu wenden. Selbst für Purzelbäume ist genug Spielraum. Und diese „lange Leine“ braucht das Ungeborene auch, um seine für Lernerfahrungen so wichtigen Turnbewegungen im Mutterleib zu machen. Interessanterweise scheint die Nabelschnur umso länger zu sein, je aktiver das Ungeborene ist.

Jedes dritte Neugeborene hat eine Kette aus Nabelschnur

Oft hört man von Babys, die mit der Nabelschnur um den Hals geboren wurden und vom Schrecken der frischgebackenen Eltern. Dabei kommt das häufiger vor als man denkt: Jedes dritte Baby hat die Nabelschnur in irgendeiner Form um sich herumgewickelt. Doch passieren kann so schnell nichts.

Das liegt zum einen an der besonderen Substanz, aus der das Gewebe gemacht ist und die vor Zug und Druck schützt. Zum anderen daran, dass das Baby, solange es mit der Nabelschnur verbunden ist, auf diese Weise mit Sauerstoff versorgt ist und zum Atmen weder Nase noch Mund braucht. Außerdem ist die Schnur lang genug, um auch dann, wenn das Kind sie sich um den Hals gewickelt hat, noch genügend Bewegungsspielraum zu lassen.

Ein Ultraschallspezialist kann Zweifel ausräumen

„Nur sehr selten kommt es schon in einer Schwangerschaft zu einer Strangulation – wenn allerdings, dann kann das auch zum intrauterinen Fruchttod führen“, erklärt die Erlanger Hebamme Roswitha Glimm. „Im Ultraschall kann die Nabelschnur nur teilweise dargestellt werden. Eine Umschlingung ist kaum erkennbar.“

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin empfiehlt in Zweifelsfällen die Untersuchung bei speziell ausgebildeten Ärzten, die nach DEGUM Qualifikationsstufe II arbeiten. Sie können mithilfe eines Farbdopplerultraschalls feststellen, ob das Baby wirklich die Schnur um den Hals trägt und wie oft es sich umwickelt hat.

Um ganz sicher zu gehen, dass es in einem solchen Fall dem Baby trotzdem gut geht, wird von Ärzten meist gegen Ende der Schwangerschaft häufiger ein CTG durchgeführt. Ist die Umschlingung wirklich zu heftig und könnten tatsächlich Probleme entstehen, dann wird man zu einem Kaiserschnitt raten.

Während der Geburt kann es zu kritischen Situationen kommen

Es kann vorkommen, dass sich die Nabelschnur auch mehrfach um den Hals wickelt. Ist sie zusätzlich besonders kurz, dann wird es schon kritischer – vor allem während der Geburt. Denn so kann es im schlimmsten Fall tatsächlich zu einer verminderten Sauerstoffzufuhr kommen.

„Bei einer Nabelschnurumschlingung kann es zu Kompressionen kommen, das zeigt sich dann in der Regel an der Herztätigkeit des Kindes. Herztonabfälle können auf eine Nabelschnurkomplikation hinweisen“, erklärt Glimm. Das muss nicht einmal eine Umschlingung sein, es kann sich auch um eine zu kurze oder zu dünne Nabelschnur handeln. Oder aber um eine, in der ein Knoten ist.

„Ist das CTG während der Geburt auffällig, wird das Baby kontinuierlich überwacht, damit man bei einer Verschlechterung seines Zustandes entsprechend reagieren kann“, so Glimm. Wenn es sein muss, kann die Geburt mit einem Kaiserschnitt schnell beendet werden.

„Aber ich habe in den letzten Jahrzehnten auch schon Babys gesund und auf normalen Weg entbunden, die mit einer dreifachen Nabeschnurumschlingung auf die Welt kamen. Wir konnten das erst bei der Geburt des Köpfchens erkennen. Diese Säuglinge waren nicht einmal gestresst“, sagt die Hebamme. Die Nabelschnur wird dann vorsichtig abgewickelt und darf auspulsieren.

Beckenendlage birgt mehr Gefahr

Laut Klinikum Nürnberg liegen etwa fünf Prozent aller Babys am errechneten Termin in Beckenendlage. Sie wollen also mit dem Po voraus auf die Welt. Gerade bei dieser Position beobachtet man häufig, dass die Kinder die Nabelschnur auch mehrmals um den Hals gewickelt haben – nicht selten der Grund für die Beckenendlage.

Schwierig wird es, wenn das Kind sich aus dieser Lage herausdrehen möchte. Aber auch hier hängt es davon ab, wie straff die Nabelschnur gespannt ist. Man geht davon aus, dass es die Ungeborenen in vielen Fällen schaffen, sich die Schnur bei einer spontanen Wendung über den Kopf zu streifen.

Bestehen Zweifel, dann entscheidet man sich bei einer Beckenendlage häufig zum Kaiserschnitt, um einer möglichen mangelnden Sauerstoffversorgung des Kindes vorzubeugen. Denn die Nabelschnur könnte länger komprimiert werden als bei der klassischen Geburtslage mit dem Kopf voran.

Eltern besser aufklären

Eltern, die gerade eine Geburt erleben, reagieren oft sehr empfindlich. Sie sind aufgewühlt, stecken mitten in einer emotionalen Achterbahn und möchten nur eines: ihr Kind gesund wissen. Da können aufgeschnappte Gesprächsfetzen über um den Hals gewickelte Nabelschnüre oder Sauerstoffmasken einen Riesenschrecken auslösen.

„Würden alle Hebammen und Ärzte die Eltern sensibel und genau aufklären, dann würde das viele Unsicherheiten und Ängste schmälern oder gar nicht erst entstehen lassen. Doch letztendlich gehört auch eine Portion Vertrauen dazu, denn allen ist die Geburt eines gesunden Kindes das Wichtigste.“ Roswitha Glimm rät werdenden Eltern, gut vorbereitet zur Geburt zu kommen. Denn wenn man die Schwangerschaft und den Geburtsvorgang versteht, erklärt sich manches von selbst.

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/ sbtlneet

Lebensader vor der Geburt

Die Nabelschnur steht am Anfang der Entwicklung des Menschen.
In den Monaten, in denen das Baby im Mutterbauch heranwächst, ist die Schnur die entscheidende Quelle für Nährstoffe, die das heranwachsende Menschenwesen benötigt.

Dabei ist die Qualität der Nabelschnur entscheidend für die Entwicklung des Kindes. Eine gesunde Nabelschnur ist eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde und störungsfreie Entwicklung des Kindes. Zudem Gehen die Funktionen der Schnur auch noch über das bloße Versorgen hinaus.

Was ist die Nabelschnur?

Die Nabelschnur stellt eine vorübergehende Struktur dar, die während der Schwangerschaft besteht. Sie entwickelt sich aus einem Teil der befruchteten Eizelle und ist somit größtenteils Teil des mütterlichen genetischen Bauplans. Sie geht aus dem Teil der Eizelle hervor, der die Plazenta bildet und entwickelt sich letztlich aus dieser.

Die Ausbildung der Nabelschnur ist ein fester Bestandteil der Schwangerschaft und unterliegt in ihrer Entwicklung ähnlich straffen Zeitplänen wie die Entwicklung des Embryos und des Fetus an sich. Sie verbindet während der Schwangerschaft die Plazenta mit dem Embryo und später mit dem Fetus. Dabei transportiert sie nährstoffreiches und mit Sauerstoff angereichertes Blut zum heranwachsenden Kind und transportiert nährstoffarmes und mit Kohlenstoffdioxid angereichertes Blut zurück.

Die Nabelschnur liegt beim heranwachsenden Menschen an der Stelle an, an der sich später der Bauchnabel befindet. Nach der Geburt verliert sie ihre Funktion und wird beim Menschen aktiv durchtrennt. Bei den meisten Tieren, wird sie durchgebissen, gefressen oder schlicht ignoriert, bis sie von allein abfällt.

Funktionen & Aufgaben

Die Nabelschnur hat die primäre Aufgabe, das heranwachsende Kind mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Dafür dient ihr ihre Struktur, die sich im wesentlichen aus zwei Arterien und einer Vene zusammensetzt. Die Vene transportiert dabei das nährstoffreiche Blut zum Kind hin, während die Arterien das verbrauchte Blut und Kohlenstoffdioxid abtransportieren.

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Im Fruchtwasser, in dem seitens des heranwachsenden Kindes keine Atmung stattfindet, wird so über das Blut die Sauerstoffversorgung gewährleistet. Aber auch Hormone, Zucker und andere Nährstoffe finden so ihren Weg in das sich entwickelnde Kind.

Dabei überschneiden sich die Blutkreisläufe von Mutter und Kind nicht direkt, sondern werden über die Plazenta, die im Innereren der Gebärmutter liegt, verbunden. In ihr findet ein Anreichern von Blut mit Sauerstoff und ein Abtransport von Stoffwechselprodukten wie Kohlenstoffdioxid statt.

In der Plazenta findet als der Stoffaustausch statt. Dabei beeinflusst die Plazenta die Mutter durch Abgabe von Hormonen und Stoffwechselprodukten ebenso, wie sie Einfluss auf das Kind hat. Ihre genaue Funktionsweise und die exakten Mechanismen der Kommunikation von mütterlichem und kindlichem Stoffwechsel sind noch Gegenstand der Forschung.

Neben der Versorgung des Kindes erfüllt die Nabelschnur, die an sich ein elastischer und robuster Gewebeschlauch ist, noch andere Aufgaben. So kommt es durchaus vor, dass das Heranwachsende mit der Nabelschnur im Mutterleib regelrecht spielt, auf ihr herumbeißt, nach ihr greift und so erste haptische Sensationen erfahren kann. Die Funktion geht dahingehend also über das bloße Versorgen mit Nährstoffen hinaus.

Nach der Geburt

Nach dem Vorgang der Geburt verliert die Nabelschnur an Funktionalität. Setzt die Atmung des Kindes ein, wird die Schnur weiß und hört auf zu arbeiten. Sie wird zu einem schlaffen Gewebeschlauch und ist dann Teil der Nachgeburt. Der entsprechende Zeitpunkt ist daran zu erkennen, dass sie aufhört, zu pulsieren.

Da sie über keinerlei Nervenenden verfügt, kann sie problemlos abgeklemmt werden. Dafür wird sie in der Regel von der Plazenta und vom Kind abgeklemmt – beim Kind wird die entsprechende Stelle verbunden. Circa zehn Tage später lösen sich die Nabelschnurreste von selbst und der Bauchnabel tritt zum Vorschein.

Im Überblick

Die Funktionen der Nabelschnur lassen sich also wie folgt zusammenfassen:

  • Versorgung des heranwachsenden Kindes mit Sauerstoff und Nährstoffen
  • Abtransport von verbrauchtem Blut und Kohlenstoffdioxid
  • Objekt zum Greifen und Beißen
  • Nach der Geburt funktionslos

Es gibt Möglichkeiten, die Nabelschnur nach Wunsch zu konservieren und als Erinnerung zu behalten.
Zudem enthält das Nabelschnurblut wertvolle Stammzellen, die eventuell für eine Therapie von Blutkrebs o.ä. in Frage kommen. Auch wird an weiteren therapeutischen Möglichkeiten mit Nabelschnurblut geforscht. Was allerdings mit der Nabelschnur und der Plazenta nach der Geburt geschehen soll, ist natürlich den Eltern überlassen.

Anatomie & Aufbau

/ hozsona

Die Nabelschnur entwickelt sich aus einem Teil der Plazenta, welche sich wiederum aus einem Teil der befruchteten Eizelle entwickelt hat.

In der Plazenta bilden sich anfangs Hohlräume, die mit Blut gefüllt sind. Aus diesen Hohlräumen werden schließlich anfänglich vier Blutgefäße, die bis in die vierte Schwangerschaftswoche hinein ausgebildet werden. Dabei bestehen Plazenta und Nabelschnur aus embryonalem und mütterlichem Gewebe.

Die Blutgefäße nehmen ihre Arbeit auf, sobald das Herz des Embryos zu schlagen beginnt. Dies ist ebenfalls nach circa vier Wochen der Fall. Zwischen dem 28. und dem 32. Tag der Schwangerschaft bildet sich dann eine der beiden Venen zurück und es bleiben die zwei Arterien und die eine Vene.

Die ganze Struktur Nabelschnur wird schließlich 50-60 Zentimeter lang und ist dabei 1,5-2 Zentimeter breit. Sie ist spiralig gewunden und besteht größtenteils aus den Blutgefäßen und Bindegewebe.

Elastizität & Stabilität

Die Elastizität und Stabilität der Nabelschnur

Das Bindegewebe der Nabelschnur besteht größtenteils aus Kollagen. Diese langkettigen Strukturproteine ermöglichen es, die Schnur in einer Form auszubilden, die Druck, Biegung und Zugbelastung standhält. Um ausreichend Kollagen zu bilden, verfügt sie dabei über eigene Fibroblasten, die Ausgangsstoffe für die Kollagenbildung synthetisieren. Die Nabelschnur verfügt weder über Muskelzellen noch über Nervenzellen.

Ebenfalls an der Struktur beteiligt sind die großen Mengen Hyaluronsäuren in der Nabelschnur. Diese binden Wasser und halten sie so geschmeidig. Diese stabile Struktur ist notwendig, denn schließlich bewegt sich ein Fetus gerade in den späteren Schwangerschaftsmonaten viel im Mutterleib. Die dadurch auftretenden Zug -und Kaubelastungen müssen gefahrlos überstanden werden, damit das Heranwachsende nicht zu früh abgenabelt wird.

Krankheiten & Beschwerden

Krankheiten, Beschwerden & Störungen im Zusammenhang mit der Nabelschnur

Die Nabelschnur als vorübergehendes Organ hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Nicht nur, dass über Plazenta und den mütterlichen Stoffwechsel viele Stoffe, die die Mutter zu sich nimmt, das Kind erreichen. Aber auch bei dieser, für Säugetiere recht urtümlichen, Struktur an sich kann es zu Fehlentwicklungen und damit einhergehenden Konsequenzen für das Wachstum des Kindes kommen. Auch Komplikationen bei der Geburt sind aufgrund der reinen Form der Schnur möglich.

Singuläre Umbilikalarterie

Man spricht hiervon, wenn anstelle der zwei Arterien nur eine Arterie vorhanden ist. Dies kommt bei circa einem Prozent aller Schwangerschaften vor. Durch die nur einzeln vorhandene Arterie, werden Stoffwechselprodukte nicht so effizient aus dem Heranwachsenden abtransportiert. Es kommt eventuell zu Sauerstoffunterversorgungen und Stoffwechselproblemen im Allgemeinen bei der Entwicklung.

Das Risiko einer Fehlbildung an Chromosomen oder Organen ist um 30-60 Prozent erhöht. Dies bedeutet ausdrücklich nicht, dass die Chance für eine Fehlbildung 30-60 Prozent beträgt, sondern dass ein bereits vorhandenes Risiko von x Prozent um 30-60 Prozent höher ist.

Zu kurz oder lang

Auswirkungen einer zu kurzen Nabelschnur

Ist die Nabelschnur deutlich zu kurz, ist das Kind im Mutterleib in seinen Bewegungen eingeschränkt. Es kann hierbei zu Fehlentwicklungen des zentralen Nervensystems und der Muskeln kommen. In beiden Fällen wäre eine Unterentwicklung möglich. Dies kommt jedoch selten vor.

Auswirkungen einer zu langen Nabelschnur

Eine zu lange Nabelschnur kann sich aufgrund ihrer Form verknoten, oder auch abknicken. In den meisten Fällen ist dies vergleichsweise risikoarm. Zwar kommt eine vorübergehende Unterversorgung des Heranwachsenden mit Sauerstoff durchaus vor, aber dies ist selten von Dauer.

Die elastische und geschmeidige Form der Schnur verhindert meist ein völliges Abklemmen der Blutgefäße durch Verknotung oder Abknickung der Nabelschnur. Eine Form von Knoten oder Knick kommt bei bis zu zwei Prozent aller Schwangerschaften vor.

Nabelschnurbruch

In circa einem von 5000 Fällen tritt ein sogenannter Nabelschnurbruch auf. Dies bedeutet, dass Organe des Kindes, die normalerweise im Bauchraum wären, außen liegen.

Es gibt verschieden starke Ausprägungen des Nabelbruchs

Hintergrund ist dieser, dass es während des ersten Trimesters der Schwangerschaft in der Embryonalentwicklung vorgesehen ist, dass einzelne Organe sich außen an der Schnur anlagern. Leber, Milz und Darm entwickeln sich ein Stück weit außerhalb der Bauchhöhle, wandern aber gen Ende des ersten Trimesters zurück.

Bleibt dies aus, liegt ein Nabelschnurbruch vor. Dieser kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Es können ganze Organe außen liegen, einzelne Organteile außen liegen oder auch nur die Bauchdecke nicht völlig verschlossen sein.
Ultraschalluntersuchungen geben hier Auskunft.

Dass die Organe sich überhaupt außerhalb des Körpers entwickeln können, liegt an einer Schutzhaut, die die Schnur und die Andockstelle am Kind umgibt. Diese Bruchhaut sollte auch während der Geburt unbedingt erhalten bleiben, damit die Organe bis zur Ergreifung von Maßnahmen geschützt bleiben.

Einen Nabelschnurbruch kann mittels chirurgischer Mittel in der Regel beheben. Dabei ist es das Ziel, die Organe wieder in den Bauchraum zu verlegen und diesen zu schließen. Hier können mehrere Operationen – je nach Schwere des Falls – notwendig sein.

Im Geburtskanal

Probleme mit der Nabelschnur im Geburtskanal

Die Nabelschnur kann unter Umständen auch in den Geburtskanal gelangen. Geschieht dies, muss die Geburt eingeleitet werden. Weit häufiger kann es aber auch zu Umschlingungen des Kindes während der Geburt kommen. Die Schnur legt sich dabei während der Geburt um einzelne Körperteile.

Legt sie sich um den Hals, ist dies besonder gefährlich. Dies kommt bei 20-30 Prozent aller natürlichen Geburten vor. Auch können die Schlingen dazu führen, dass die Nabelschnur aufhört, zu arbeiten. Bis zum ersten Atemzug des Kindes ist auch dies ein Risiko für die unmittelbare Gesundheit. In diesem Fall muss die Geburt beschleunigt werden. Zangengeburt oder Kaiserschnitt sind hier Optionen.

Typische Erkrankungen

Typische & häufige Erkrankungen und Probleme sind also:

  • Singuläre Umbilikalarterie
  • Zu kurze Nabelschnur und damit Einschränkung der Bewegung des Fetus
  • Zu lange Nabelschnur und damit einhergehende Verknotungen und Knicke
  • Nabelschnurbruch
  • Komplikationen während der Geburt durch die Nabelschnur

Häufige Fragen & Antworten

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Nabelschnur.

Wie kann ich während der Schwangerschaft für eine gesunde Nabelschnur sorgen?
Die Nabelschnur ist eine Struktur aus Zellen, die sich teilen, die versorgt werden müssen und die aktiv arbeiten.
Für die Schnur ist also alles gut, was auch für die anderen Organe gut ist. Eine gute Ernährung sichert die Vitalität der Zellen und genügend Flüssigkeit hält den Wasserhaushalt der Nabelschnur aufrecht.

Kann man die Nabelschnur falsch abschneiden?
Nicht wirklich. Dadurch, dass die Nabelschnur nach der Geburt zu unbrauchbarem Gewebe wird, stößt der Kinderkörper sie ja innerhalb weniger Tage ab. Es wird also kein Kind mit einem Stück Nabelschnur aufgrund eines falschen Schnittes aufwachsen müssen.

Kann der Fetus im Mutterbauch die Nabelschnur beschädigen?
Nein. Egal, wie viel auf dem Gewebeschlauch herumgekaut oder an ihm gezerrt wird, wird er nicht reißen oder abknicken. Durch seine Struktur aus Kollagen und der Hyaluronsäure (Wharton-Sulze) kann der Schlauch nicht komplett abknicken, sondern findet immer wieder zurück in seine Form. Eine Schonung der Nabelschnur während der Schwangerschaft ist also ebenfalls unnötig.

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