Ab wann fremdeln

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Fremdeln

Warum fremdeln Babys?

In der Fremdelphase beginnt Ihr Baby zwischen vertraut und fremd zu unterscheiden. Zwar erkennt es schon in den ersten Monaten Mama und Papa an ihrer Stimme und ihrem Geruch. Ein paar Monate später kann es aber auch das Gesicht seiner engsten Bezugspersonen eindeutig erkennen und von weniger vertrauten Personen unterscheiden.

Das Fremdeln ist somit einfach eine natürliche und gesunde Distanz gegenüber Unbekannten. Aus evolutionsbiologischer Sicht ist Fremdeln ein wichtiger Schutzmechanismus für das Überleben.

Oft setzt das Fremdeln ein, wenn sich der Radius des Babys durch Robben und Krabbeln erweitert. Die so gewonnene Freiheit machen gleichzeitig eben auch ein wenig Angst. Im Alter von zwei bis drei Jahren klingt das Fremdeln dann immer mehr ab.

Fremdeln: Angst vor Trennung

Im Fremdeln äußert sich noch ein weiterer wichtiger Aspekt: die Trennungsangst. Das Baby hat in den ersten Lebensmonaten gelernt, dass sich seine Bezugsperson verlässlich um es kümmert und seine Bedürfnisse stillt. Es wird umsorgt, bekommt Nahrung, Liebe und Trost.

Aus dieser Geborgenheit heraus entwickelt es das sogenannte Urvertrauen, das auch später für zwischenmenschliche Bindungen entscheidend sein wird. Doch zum jetzigen Zeitpunkt ist Ihr Kind noch immer komplett auf Sie angewiesen. Sobald Sie den Raum oder sein Blickfeld verlassen, reagiert es daher mit Unruhe oder gar Panik.

Fremdeln – Zeichen für eine sichere Bindung

Ob intensiv oder nur leicht: Wenn Ihr Baby bei anderen fremdelt, besteht zwischen Ihnen und Ihrem Kinde eine sichere und stabile Bindung. Ihr Kind weiß, dass es bei Kummer, Angst und Unsicherheit in Ihnen eine verlässliche Basisstation hat. Nur mit diesem Wissen kann es seine Umwelt mutig erkunden und eine offene und selbstbewusste Persönlichkeit entwickeln.

Fremdeln: Gefahrenlage beurteilen

Mutter oder Vater sind beim Fremdeln auch eine Art Rückversicherung auf unbekanntem Terrain: Am elterlichen Verhalten bewertet das Kind eine ihm unbekannte Situation. Sind Mama oder Papa aufgeregt oder ängstlich, weiß das Kind: Hier lauert möglicherweise Gefahr. Sie haben also Vorbildfunktion und müssen Situationen realistisch für Ihr Kind einschätzen.

Zu viel Vorsicht schadet dem Kind genauso wie zu wenig. So können überängstliche Eltern den Tatendrang ihres Sprösslings ausbremsen. Eine zu sorgloses Haltung vermittelt dem Kind, dass von fremden Personen grundsätzlich keine Gefahr ausgeht.

Wenn Babys fremdeln

Nur wenige Wochen nach der Geburt beginnen Babys zu lächeln. Alle, die sich ihnen freundlich nähern, ernten in der Regel auch ein Lachen. Doch das ändert sich nach einiger Zeit.

Ein Kind beginnt im Alter von ungefähr sieben oder acht Monaten die Gesichter, welche sich ihm nähern, zu vergleichen. Und es stellt plötzlich empört fest, dass Gesichtszüge, Stimme und Geruch nicht mit seiner wichtigsten Bezugsperson – der Mutter – übereinstimmen. Und husch, geht das Heulen los. Denn die Feststellung, dass man das Gegenüber ja gar nicht kennt, macht den Kleinen Angst. Vor solchen „Ausbrüchen“ sind nicht einmal Väter oder Grossmütter sicher, denn in der Regel verbindet das Baby alles Angenehme wie Wärme, das Fläschchen, Sicherheit und Geborgenheit ganz natürlich mit seiner Mama.

In dieser Zeit kann auch manch eine Mutter stolz feststellen, dass sich das Lachen des Babys ihr gegenüber verändert: Es ist nicht mehr das herzige, allumfassende Lächeln, nein, das Baby gibt durch seinen Ausdruck zu verstehen: „Mami, ich meine dich, dich ganz persönlich!“

Es gibt Kinder, die bereits sehr früh zu fremdeln beginnen, andere etwas später. Das ist von Kind zu Kind verschieden. Aber praktisch alle Babys fremdeln, das gehört zu ihrer Entwicklung und ist ein ganz natürlicher Vorgang. Sie heulen auch nicht drauf los, weil sie Mamas Nerven testen wollen, ihre Angst und die Reaktionen darauf sind echt. Darum ist es wichtig, dass Mütter ihre Kinder in dieser Phase besonders gut verstehen, dass sie ihren Babys gerade dann viel Schutz und Geborgenheit bieten – und dass sie ihre Kinder auf keinen Fall zwingen, sich von „Fremden“ halten zu lassen. Auch sollte das Fremdeln nicht mit Zurechtweisungen quittiert werden. Am besten ist es, wenn Mütter ihre fremdelnden Babys zu sich nehmen, ihnen das Gefühl von Schutz vermitteln und ihnen so auch die Möglichkeit geben, sich langsam mit dem Unbekannten anzufreunden. Babys brauchen Zeit, um von sich aus Kontakt mit Fremden aufzunehmen. Diesen Vorgang erkennt man darin, dass Kinder gerne von Mamis Arm aus Blickkontakt zu Drittpersonen herstellen – und sofort wieder wegsehen, wenn der andere reagiert.

Sicher ist es manchmal anstrengend, wenn das Kind einem die ganze Zeit am „Schürzenzipfel“ hängt. Aber wer begreift, dass sich das Kleine so die Bestätigung für uneingeschränkte Liebe und Geborgenheit, für Verlässlichkeit und Zuneigung holt, wird dieses Fremdeln gerne in Kauf nehmen.

Da sich mit dem Fremdeln auch die Neugier auf Neues stetig weiterentwickelt, verlieren die Kleinen ihre Ängste in der Regel mit ungefähr 15 Monaten.

Es gibt einige kleine Tricks, wie den Babys das Fremdeln erleichtert werden kann:

  • Mama soll die Beschützerrolle, welche das Kind ihr zuweist, akzeptieren
  • Mama soll reagieren, trösten, wenn das Kind erste Berührungsängste zeigt
  • Mama soll zusammen mit dem Kind einen Schritt zurück gehen, wenn Angst vor Fremden aufkommt

Schon früh lässt sich mit kleinen „Versteckspielen“ üben, wie es ist, wenn Mama kurz weg ist (Gugus-Dada) – und wie verlässlich es ist, dass sie auch wieder zurückkommt. Aber wichtig auch hier: Das Kind darf über keine „Grenze“ hinaus gezwungen werden!

Trennungsängste bei Kindern

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Häufige Frage

Stimmt es, dass ein Kind, das nicht fremdelt, eine schlechte Mutterbindung hat?

Letzte Aktualisierung : 25-11-19, VZ / BH

Oma war immer einer der Lieblingsmenschen Deines Kindes – doch plötzlich fremdelt es? Und schreit, klammert sich an Dir fest und dreht sich weg, wenn die Oma es nur anschaut? Dann ist Dein Kind wahrscheinlich in der Fremdelphase. Eine Zeit, in der die meisten unbekannten, aber auch viele bekannte Personen skeptisch beäugt werden und das Kleine regelrecht an Mama oder Papa klebt.

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Wann beginnt das Fremdeln?

Die meisten Kinder fremdeln verstärkt ab dem 8. Monat, weshalb auch von der “Achtmonatsangst” gesprochen wird. Im 2. Lebensjahr erreicht das Fremdeln dann seinen Höhepunkt und nimmt ab dem 2. Geburtstag wieder ab, weil die kindliche Neugier an anderen Menschen immer größer wird.

Woran erkenne ich das Fremdeln?

Fremdelnde Babys zeigen ein abweisendes Verhalten gegenüber anderen Personen und verweigern meist den Kontakt. Sie starren die Person ängstlich an oder versteifen sich. Wenn die Person das Baby weiterhin ansieht oder anspricht, fangen sie oft an zu weinen. Die Mama ist in dieser Zeit meist die engste Bezugsperson, das Baby klebt regelrecht an ihr – und kann es kaum ertragen, wenn sie sich auch nur für einen kurzen Moment entfernt. Am glücklichsten ist das Kind, wenn es ganz allein mit seiner Mama ist, bei der Anwesenheit anderer Personen bekommt es schlechte Laune.

Wenn sich das Kleine aber sicher auf dem Arm von Mama fühlt, hat es plötzlich Interesse an der vermeintlich fremden Person und will sie genau betrachten. Übrigens: In vielen Fällen betrifft das Fremdeln nur Erwachsene und ältere Kinder, nicht aber andere Babys.

Zunächst einmal das Gute: Das Fremdeln bei Babys ist völlig normal und ist keine Verhaltensauffälligkeit. Im Gegenteil: Fremdeln gilt als ein Zeichen von Reife. Es zeigt, dass das Baby nun zwischen bekannten und unbekannten Personen unterscheiden kann. Das Baby hat eine Bindung zu seiner Bezugsperson aufgebaut, es nimmt Personen in seiner Umwelt anders wahr und entwickelt ein Verständnis für Beziehungen. Seine sozialen Fähigkeiten machen also große Fortschritte, auch wenn die Angst vor dem Unbekannten und der Trennung von der Mutter nun besonders groß ist.

Das Fremdeln ist übrigens auch eine Art Kindersicherung der Natur. Denn die Ängste bewirken, dass Dein Kind stets in Deiner Nähe bleibt. So ist es besser vor Gefahren geschützt. Durch das Fremdeln wechselt das Kind von blindem Vertrauen zu einem gesunden Misstrauen gegenüber Neuem. Und es entscheidet selbst, wer zu seinem “inneren Kreis” gehört und wer eben nicht.

Fremdeln alle Babys gleich?

Nein. Es fremdeln zwar fast alle Kinder, unterschiedlich ist allerdings die Art und Weise und die Ausprägung des Fremdelns. Die Reaktionen Deines Kindes hängen natürlich auch immer vom momentanen Befinden – zum Beispiel, ob es parallel gerade krank ist oder zahnt –, bereits gemachten Erfahrungen, dem Verhalten der anderen Person und auch von Deinem Verhalten ab. Besonders vor Personen, die schnell auf Dein Kind zugehen, es anfassen und bedrängen, wird Dein Kind besondere Angst oder Abneigung zeigen. Auswirkung auf das Fremdeln hat auch die Umgebung. Zuhause fremdeln Kinder meist weniger, da sie sich dort sicher und geborgen fühlen.

Letztendlich spielt auch das Temperament des Kindes eine große Rolle. Schon früh zeigt sich, wie gerne sich Kinder neuen Situationen aussetzen und wie sie mit ihnen umgehen. Während die einen schon immer eher ängstlich und zurückhaltend gegenüber Fremden waren, sind andere stets aufgeschlossen und gehen auf fremde Menschen zu. Die eher ängstlicheren Kinder zeigen meist ein stärkeres und längeres Fremdeln, aber auch aufgeschlossene Kinder kann das Fremdeln beeinflussen.

Wie kann ich meinem Baby helfen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Du Deinem Baby in der Fremdelphase helfen kannst:

  • Nimm die Angst Deines Babys ernst, halte zu ihm und beschütze es.
  • Sorge für eine sichere Distanz zu der angstmachenden Person, streichle Dein Kind, nimm es auf den Arm und sprich beruhigend mit ihm.
  • Sei der “sichere Hafen” für Dein Kind, zu dem es sich zurückziehen kann.
  • Gewöhne es wenn möglich früh an die Gegenwart von anderen Erwachsenen — das heißt, erweitere den Kreis der Bezugspersonen, bevor die Fremdelphase losgeht, besuche Eltern-Kind-Gruppen usw.
  • Übe mit ihm schon früh kurze Trennungen von Dir (z.B. durch Guck-Guck-Spiele, kurzes Verlassen des Raumes)
  • Erzwinge jedoch keinen Kontakt zu fremden Personen. Lass Dich dabei auch nicht unter Druck setzen, etwa wenn die Schwiegermutter Dein Kleines unbedingt auf den Arm nehmen möchte.
  • Reagiere selbst entspannt und positiv auf andere Personen.
  • Gib Deinem Kind Zeit. Oft nimmt es irgendwann von Mamas Arm oder Schoß aus selbst Kontakt zu anderen Personen auf.

Der Beginn des „Fremdelns“

Fremdeln ist ein normales Verhalten

Etwa im Alter zwischen sechs und acht Monaten – manchmal auch schon früher – zeigen sich viele Kinder auf einmal sehr verunsichert, ängstlich oder scheu gegenüber fremden Personen. Es werden nur noch bekannte Gesichter angelacht, bei fremden Personen wendet sich das Kind dagegen ab, vielleicht beginnt es sogar lauthals zu weinen.

Je nach Alter greift Ihr Kind vielleicht nach Ihrer Hand, versteckt sich in Ihrem Schoß oder hinter Ihrem Körper. Häufig ist es dann so, dass sich Ihr Baby auf Ihrem Arm wieder vergnügt und mit großem Interesse der fremden Person zuwendet, denn im Prinzip ist es ja immer auch neugierig.

Dieses Fremdeln – oft auch gegenüber bereits bekannten und vertrauten Personen – ist völlig normal. Es hat nichts mit Verwöhntsein zu tun und auch nicht damit, dass Sie vielleicht wieder Ihre Arbeit aufnehmen. Es zeigt vielmehr, dass Ihr Kind nun in der Lage ist, zwischen vertrauten und unvertrauten Personen zu unterscheiden. Als Ursache wird unter anderem vermutet, dass Kinder in diesem Alter fähig geworden sind, ein Gesicht mit seinen charakteristischen und für eine bestimmte Person typischen Merkmalen zu erkennen und damit zu wissen: Dieses Gesicht (das der Mutter, des Vaters) kenne ich, jenes aber nicht, es ist mir fremd.

Warum Fremdeln beim Baby ein gutes Zeichen ist

Die Fremdel-Phase ist auch für Eltern nicht leicht. Warum das Fremdeln beim Baby ein völlig normales Verhalten ist, wann es seinen Höhepunkt erreicht und wie du auf das Misstrauen deines Kindes ganz entspannt reagierst.

Vor kurzem noch wurden Oma und Opa, Gäste, der Postbote und die Nachbarin im Hausflur freundlich angelächelt, doch plötzlich reagiert dein Baby ungewohnt skeptisch und verängstigt auf fremde Personen, ja selbst auf den Papa (oder die Mama)? Es versteckt sich hinter dir oder will auf den Arm?

Selbst den Papa kann es in der Fremdel-Phase treffen

Herzlichen Glückwunsch, dein Baby fremdelt!

Was es da zu gratulieren gibt? Mit dem Eintritt in die Fremdel-Phase hat dein Baby einen wichtigen Schritt in seiner Entwicklung gemacht: Es kann nun zwischen Bekannten und Unbekannten unterscheiden. Und es hat dich zu seiner engsten Bezugsperson auserkoren. Das solltest du als großes Kompliment auffassen!

Wann das Fremdeln beim Baby beginnt

In der Regel beginnt das Fremdeln beim Baby im achten Monat. Daher wird in der Fachliteratur auch oft von der „Achtmonatsangst“ gesprochen. Den Höhepunkt hat das Fremdeln meistens im zweiten Lebensjahr und nimmt ab dem dritten Lebensjahr allmählich wieder ab.

Typisches Verhalten eines fremdelnden Kindes:

  • ängstliches Anstarren oder Versteifen
  • naher Körperkontakt zur engsten Bezugsperson, regelrechtes „Kleben“ an der Mutter bzw. dem Vater
  • abweisendes Verhalten
  • Kontaktverweigerung
  • weinen und schreien
  • schlechte Laune, wenn andere Personen anwesend sind

Aber: Auch ein positives Interesse und eine Neugier auf die vermeintlich fremden Personen sind typisch für das Fremdeln. Sobald sich dein Kind auf deinem Arm sicher fühlt, wird es die unbekannte Person genau betrachten und sich nach einer Weile auch auf sie einlassen.

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Fremdeln ist kein Ergebnis falscher Erziehung

Fremdeln entsteht nicht durch Kindererziehungsfehler, sondern ist eben Ausdruck eines wichtigen neuen Entwicklungsschrittes. „Die Sinneswahrnehmung der Kinder wird in dieser Zeit differenzierter“, erklärt Diplom-Psychologin Sybille Weber. „Das Kind ist von nun an fähig, zwischen Vertrautem und Fremdem zu unterscheiden. Nicht mehr jedes Lächeln wird darum freudig erwidert. Das reifere Kind wechselt vom blinden Vertrauen zu einem gesunden Misstrauen gegenüber Neuem.“

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Dieses Misstrauen ist zugleich eine pfiffige Kindersicherung der Natur. Denn die neu erwachten Ängste sorgen dafür, dass das Baby stets in der Nähe von vertrauten Menschen bleibt. Eine Bezugsperson, oft ist es die Mutter, fungiert dabei als sicherer Hafen.

Diese Rettungsinsel darf anfangs nie ganz außer Sichtweite sein. Das kann dich als Mama oder Papa ganz schön fordern, schützt dein gerade mobil gewordenes Baby aber vor Situationen, denen es allein nicht gewachsen ist.

Kinder fremdeln unterschiedlich

Nahezu jedes Kind macht eine Phase des Fremdelns durch. Unterschiedlich ist nur die Art und Weise sowie die Intensität, mit der gefremdelt wird. Einige überwinden die Angst vor fremden Personen und neuen Situation recht schnell, andere sind über Jahre hinweg vorsichtig bei allem, was neu ist.

Oft hängt die Aufgeschlossenheit des Kindes auch mit seiner aktuellen Befindlichkeit und seinen Erfahrungen zusammen. Abhängig ist das Fremdeln zum Beispiel auch davon, wie sich die fremden Personen dem Kind nähern (zu laut, zu schnell, zu aufdringlich?) und wie du als Bindungsperson mit den unbekannten Menschen umgehst. Kinder von kontaktfreudigen Müttern fremdeln daher oft weniger als Kinder, deren Mütter selbst eher zurückhaltend sind.

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Wie sollten Eltern aufs Fremdeln ihres Babys reagieren?

Oft ist Eltern das abweisende oder klammernde Verhalten ihres Kindes gegenüber den „fremden“ Personen unangenehm. Lies hier, wie du am besten mit dem Fremdeln deines Kindes umgehst.

Die erste Regel: kein Zwang!

Kein Zwang und volle Rückendeckung, das empfiehlt Psychologin Sybille Weber: „Mache dich zum starken Anwalt deines Babys. Verteidige seine Ängste vorbehaltlos.“ Zwinge es also nicht, mal ein bisschen freundlicher zu sein oder der Oma nun endlich die Hand, oder schlimmer noch, einen Kuss zu geben. Gib dein Kind auch nicht in die Arme einer anderen Person, wenn es das nicht möchte.

Im schlimmsten Fall verliert dein Kind bei solchen Aktionen das Vertrauen in dich als sicheren Hafen. Es versteht sich von selbst, dass du die Angst deines Kindes aus demselben Grund auch nicht ins Lächerliche ziehst, herunterspielst oder bestrafst. Nimm es in seiner Angst ernst.

Lasse deinem Kind einfach Zeit, von sich aus Kontakt zu den unbekannten Personen aufzunehmen. In „brenzligen“ Situationen, das heißt. wenn sich dein Kind beispielsweise versteift und augenscheinlich nicht weiß, wie es reagieren soll, dann „rette“ es, indem du es auf den Arm oder an die Hand nimmst. Natürlich kann auch ein behutsames Erklären, wer die neue Person ist, nicht schaden.

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Kläre über das Fremdeln auf

Damit sich die „abgewiesene“ Person nicht vor den Kopf gestoßen fühlt, kläre sie ruhig über die völlig normale Reaktion deines Kindes auf. Diese hat weder etwas mit Antipathie, noch mit einem unsozialen oder gar bösartigen Wesen zu tun. Wenn dein Gegenüber selbst Kinder hat, wird er/sie das auf jeden Fall verstehen und das Verhalten aus eigener Erfahrung kennen.

Bitte fremde Personen um Geduld und ruhig auch darum, eine gewisse Distanz zu deinem Kind zu wahren. Bei vorsichtigem, freundlichem Annähern ohne Druck und Zwang fallen die Abwehrreaktionen deiner kleinen Klette dann vielleicht geringer aus.

Ganz ohne Schuldgefühle dürfen Mütter auch die Enttäuschung von abgemeldeten Großeltern oder Vätern hinnehmen. Vertröste alle, die sich kurzfristig vom Fremdelkind zurückgewiesen fühlen: Es kommen bald wieder andere Zeiten.

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Geduld haben und die Fremdel-Phase aussitzen

Gegen das Fremdeln kann man nichts machen. Früher oder später geht die Phase von allein vorüber, da muss man als Eltern(teil) eben durch. Übrigens, die Angst vieler Mütter, das Baby würde durch zu viel Schutz unselbstständig werden, hält Weber für unbegründet. „Jedes Kind darf im ersten Lebensjahr unbegrenzt mit Liebe und Vertrauen versorgt werden. Die Sicherheit, die es dadurch erfährt, lässt das Kind später umso selbstbewusster und eigenständiger werden“, erklärt die Psychologin.

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Wann, wie lange und wie stark das Fremdeln beim Kind ausfällt, kann keiner vorhersagen. Aber eines Tages ist es bei jedem Kind so weit. Dennoch ist die Übergangsphase vom fröhlichen Wonneproppen zum verschreckten Angsthäschen nicht leicht. Im Dauereinsatz als Beschützerin muss Mama bzw. Papa geben, geben, geben.

Doch dein Engagement wird reichlich belohnt. Das reifere Kind schenkt seiner Mutter bzw. seinem Vater jetzt etwas Wunderbares: ein ganz bewusstes, gezieltes Lächeln, tiefe Zuneigung und absolutes Vertrauen – und das exklusiv. Freue dich über dieses Kompliment. Sei ruhig stolz darauf, der oder die „Auserwählte“ deines Kindes zu sein!

Nun ist es Fakt, unser Baby fremdelt. Erst war es nur in den Wachstumsschüben der Fall, nun mit 6 Monaten auch außerhalb dieser. Er reagiert selektiv auf andere Menschen mit einem sehr verzweifelten Weinen – schreien tut der Kleine ja glücklicherweise nahezu nie.

Bei wem das fremdeln spürbar wird

Unser Baby fremdelt derzeit sehr viel. Bei vielen Babys ist es ja sogar so schlimm, dass auch beim eigenen Papa das fremdeln beginnt, was bei Christian zum Glück überhaupt nicht so ist.

Der kleine Mann ist im Moment sehr neugierig und beobachtet wahnsinnig viel. Aber er mag es nicht, wenn man ihm zu schnell zu nah kommt. Vor Kurzem hatten wir die Situation, dass er sehr neugierig war und mit seiner Hand ein anderes Baby berührt hat. Dabei hat er sich dann so über sich selber erschrocken, dass er sofort angefangen hat zu weinen. Leider reagiert er auch auf seinen Opa und zum Teil auch bei der Oma mit verzweifeltem Weinen, was natürlich sehr schade ist.

Christian und ich kommen mit diesem Umstand als solches eigentlich gut klar, er ist halt ein Baby und er bestimmt, wie er es gerne haben mag. Ich bin ja froh, dass er eine eigene Meinung hat und deutlich macht, was er vom Kontakt zu ihm fremden Menschen hält.

Wie andere auf das Fremdeln reagieren

Leider reagieren nicht alle so gelassen auf das Fremdeln und tun genau das, was völlig falsch und irgendwie auch nicht angebracht ist: Sie nehmen das Weinen des Babys persönlich.

Statt sich ihm langsam anzunähern, ihn zu ignorieren und erst Mal einen Kaffee zu trinken, stürzen sie sich auf das Baby und machen von „Dutschi Dutschi“ begleitet irgendwelche lustigen Grimassen. Immer in der Hoffnung, ein Lächeln zu bekommen. Dabei fühlt sich das für unseren kleinen Schatz immer wie ein Eindringen in seine sichere Wohlfühlzone an. Vor 20 Sekunden war er noch mit uns alleine und plötzlich stürmen zwei Gesichter auf ihn zu und machen laute Geräusche.

Wir versuchen ihn in den Situationen dann zu schützen, indem wir ihn halten, wiegen und gut zureden und dabei versuchen Entspannung auszustrahlen. Aber das ist gar nicht so einfach, wenn man in die enttäuschten Gesichter der Großeltern blickt.

An Weihnachten, als der 4. Wachstumsschub um die 19. Woche seinen Höhepunkt hatte, wurden wir schon dezent darauf hingewiesen, „dass das Fremdeln ja kein Wunder wäre, wenn wir ihn so isolieren…“. Wir haben unseren Unmut darüber herunter geschluckt und uns im Nachgang dann doch sehr darüber geärgert.

Sind Eltern schuld am Fremdeln der Babys?

Wir lieben unseren Kleinen mit allen seinen Stärken und eben auch kleinen Schwächen. Er ist ein BABY und so sollte man die Situationen auch mit etwas Abstand betrachten. Wir erziehen unseren Kleinen einfach nach Gefühl und geben ihm das, was er unserer Meinung nach braucht.

Und unser Instinkt zeigt uns immer wieder, dass wir damit auch richtig unterwegs sind, denn der Kleine entwickelt sich toll und ist so bezaubernd von seinem ganzen Wesen. Wir lassen ihn Baby sein und wollten von Anfang an kein Fulltime-Baby Programm außer Haus – was aber nicht bedeutet, dass wir keinen Kontakt zu anderen Babys oder Erwachsenen möchten oder uns zu Hause einschließen. Sogar ganz im Gegenteil, wir sehen den Kontakt mit anderen Menschen als einen sehr wichtigen Punkt in seiner Entwicklung.

Wir hatten bereits einen Kurs zur Babymassage, gehen jede Woche zum Babyschwimmen und haben jetzt auch einen Platz in einem DELPHI Kurs bekommen, den wir nun einmal in der Woche besuchen. Dort kann er langsam Kontakt zu Babys in seinem Alter entwickeln, denn der Vorteil dort ist, dass alle Babys in der Gruppe im selbem Monat geboren sind und bis zum Ende des ersten Lebensjahres zusammenbleiben.

Aber er ist ja jetzt auch erst 6 Monate alt, unserer Meinung nach kein Alter, wo man sein Baby wie eine Puppe herumreichen muss. Er entscheidet das durch sein Verhalten selber. Wenn er gute Laune hat und offen ist, dann darf man ihn auf den Arm nehmen. Und wenn er durch sein Verhalten signalisiert, dass er das nicht möchte, bleibt er halt bei uns. Für uns eigentlich ganz einfach und logisch.

Warum wird aus dem Fremdeln so ein großes Thema gemacht?

Es ist aber echt verrückt, dass andere als wir, die ja nun die Eltern sind, daraus ein so großes Thema oder sogar Problem machen. Statt zu akzeptieren, dass der Kleine sich genau anschaut, zu wem er direkt Vertrauen fasst und sich diesem etwas schüchternen Baby ganz langsam anzunähern, dürfen wir uns anhören:

  • „Fürs Fremdeln ist es aber eigentlich noch zu früh“
  • „Und was machen wir jetzt?“
  • „Woran liegt es und wie soll das nun weiter gehen?“

Das ist für uns total merkwürdig, denn die Sprüche kommen vorallem von Menschen, die selber auch Kinder haben. Da die Kinder aber mittlerweile 30 sind, scheint man vieles vergessen zu haben.

Was ist Fremdeln überhaupt und warum ist es eigentlich etwas Gutes?

Nachdem nun klar wurde, dass unser kleiner Schatz offensichtlich besonders bei seinem Opa und ihm zu nahe kommenden Babys ein starkes Unwohlsein empfindet, habe ich zu dem Thema im Internet viel recherchiert. Nicht, weil ich mir so große Sorgen mache, sondern einfach nur um mich zu informieren, wieso es zu einem solchen Verhalten kommt und wie man damit am besten umgehen kann.

Verrückterweise haben wir genau diese „Verhaltensregeln“ bereits instinktiv geahnt und auch darüber gesprochen, sich genau so zu verhalten, wie es tatsächlich auch von offizieller Stelle empfohlen wird. Wobei es da weniger um unser Verhalten geht, sondern eher um das des jeweiligen Baby-Gegenübers.

Die wichtigste Information war für mich: Fremdeln ist nichts schlimmes, sondern etwas gutes. Es verkompliziert ggf. einige Situationen wie zum Beispiel das Babysitten oder auch die Kindergarten Eingewöhnungsphase, aber generell sagt das Fremdeln über dein Baby erst einmal nur aus, dass es ein großes Urvertrauen in dich als seine Eltern hat.

Das Fremdeln beginnt ab einem Alter von etwa 6 bis 8 Monaten als ein wichtiger Entwicklungsschritt. Denn das Fremdeln zeigt, dass das Kind bereits eine Bindung zu seinen Bezugspersonen (in dem Fall den Eltern) aufgebaut hat, diese deutlich von anderen Menschen unterscheiden kann und sich bei dir total sicher fühlt. Dabei ist es so, dass nicht alle Kinder gleich stark fremdeln. Bei manchen betrifft es aber wie bei uns auch Oma, Opa und schlimmstenfalls den eigenen Papa, bei anderen nur den Nachbarn.

Wie man mit einem fremdelnden Baby umgehen sollte

Es ist schon verrückt, denn die kommenden Tipps schwirrten bereits in unseren Köpfen herum, bevor wir diese Empfehlungen gefunden haben, weil sie irgendwie auch logisch sind. Es stellte sich eher die Frage, wie man das Offensichtliche nun dem Umfeld näherbringt, ohne dabei Gefühle zu verletzen.

Verhaltenstipps – So geht man am besten auf ein fremdelndes Kind zu

  • Vorsichtig & ruhig annähern, dem Kind dabei Zeit und Raum geben
  • Akzeptieren, dass auch ein sehr kleines Wesen bereits seine persönlichen Grenzen hat
  • Niemals das Kind einfach anfassen oder hochnehmen, sondern einfach abwarten und sich währenddessen mit den Eltern unterhalten, die Aufmerksamkeit erst einmal zurückfahren
  • Beobachten, wie das Kind auf ein Lächeln oder eine lustige Grimasse reagiert. Ist es überfordert mit der Situation? In dem Fall doch wieder etwas mehr Abstand einhalten und etwas Geduld haben
  • Ganz wichtig: Das Fremdeln niemals persönlich nehmen – vermutlich ist das Kind einfach mit der Situation überfordert und es kann die neue Person, die Mimik oder Gesten nicht richtig einordnen

Irgendwie ganz logisch oder? Nun ja, wir werden sehen, wie sich die nächsten Wochen so entwickeln. Wir sind sicherlich keine Helikopter-Eltern, aber ganz klar ist uns dabei: Unser Kind steht an erster Stelle, nicht die Befindlichkeiten der Erwachsenen, da können wir nur bedingt Rücksicht drauf nehmen. ich muss aber auch ganz ehrlich zugeben, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass ich dem Umfeld Trost spenden muss, statt unserem Baby…

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Tipps und Tricks – Was tun, wenn das Baby fremdelt?

Wieso Ihr Baby fremdelt

Nur wenige Wochen nach der Geburt beginnen Babys zu lächeln. Alle, die sich ihnen freundlich nähern, ernten in der Regel auch ein Lachen. Doch das ändert sich nach einiger Zeit. Das Kleine beginnt im Alter von ungefähr sieben oder acht Monaten die Gesichter, die sich ihm nähern, zu vergleichen. Und es stellt plötzlich empört fest, dass Gesichtszüge, Stimme und Geruch nicht mit seiner wichtigsten Bezugsperson übereinstimmen. Und husch, geht das Heulen los. Denn die Feststellung, dass man das Gegenüber ja gar nicht kennt, macht den Kleinen Angst. Vor solchen „Ausbrüchen“ sind nicht einmal nächste Angehörige sicher. Denn in der Regel verbindet das Baby alles Angenehme wie Wärme, das Fläschchen, Sicherheit und Geborgenheit mit seiner Hauptbezugsperson. Wir verraten Ihnen, was Sie tun können, wenn Ihr Baby fremdelt.

In dieser Zeit kann auch manch eine Pezugsperson stolz feststellen, dass sich das Lachen des Babys ihr gegenüber verändert: Es ist nicht mehr das herzige, allumfassende Lächeln, nein, das Baby gibt durch seinen Ausdruck zu verstehen: „Mami Papi, ich meine dich, dich ganz persönlich!“

Fremdeln – ein natürlicher Vorgang

Es gibt Kinder, die bereits sehr früh zu fremdeln beginnen, andere etwas später. Das ist von Kind zu Kind verschieden. Aber praktisch jedes Baby fremdelt. Das gehört zu ihrer Entwicklung und ist ein ganz natürlicher Vorgang. Sie heulen auch nicht drauf los, weil sie die Nerven der Eltern testen wollen, ihre Angst und die Reaktionen darauf sind echt. Darum ist es wichtig, dass Bezugspersonen ihre Kinder in dieser Phase besonders gut verstehen, dass sie ihren Babys gerade dann viel Schutz und Geborgenheit bieten – und dass sie ihre Kinder auf keinen Fall zwingen, sich von „Fremden“ halten zu lassen. Auch sollte das Fremdeln nicht mit Zurechtweisungen quittiert werden. Am besten ist es, wenn Bezugspersonen ihre fremdelnden Babys zu sich nehmen, ihnen das Gefühl von Schutz vermitteln und ihnen so auch die Möglichkeit geben, sich langsam mit dem Unbekannten anzufreunden.

Babys brauchen Zeit, um von sich aus Kontakt mit Fremden aufzunehmen. Diesen Vorgang erkennt man darin, dass Kinder gerne von Mama’s, Papa’s Arm aus Blickkontakt zu Drittpersonen herstellen – und sofort wieder wegsehen, wenn der andere reagiert.

Sicher ist es manchmal anstrengend, wenn das Kind einem die ganze Zeit am „Schürzenzipfel“ hängt. Aber wer begreift, dass sich das Kleine so die Bestätigung für uneingeschränkte Liebe und Geborgenheit, für Verlässlichkeit und Zuneigung holt, wird dieses Fremdeln gerne in Kauf nehmen.

Da sich mit dem Fremdeln auch die Neugier auf Neues stetig weiterentwickelt, verlieren die Kleinen ihre Ängste in der Regel mit ungefähr 15 Monaten.

Es gibt einige kleine Tricks, wie Babys das Fremdeln erleichtert werden kann:

  • Die Eltern sollen die Beschützerrolle, welche das Kind ihr zuweist, akzeptieren
  • Die Eltern sollen reagieren, trösten, wenn das Kind erste Berührungsängste zeigt
  • Die Eltern sollen zusammen mit dem Kind einen Schritt zurück gehen, wenn Angst vor Fremden aufkommt

Schon früh lässt sich mit kleinen „Versteckspielen“ üben, wie es ist, wenn Mama, Papa kurz weg ist (Gugus-Dada) – und wie verlässlich es ist, dass sie auch wieder zurückkommt. Aber wichtig auch hier: Das Kind darf über keine „Grenze“ hinaus gezwungen werden!

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Über Verena Janssen

Die 38-Jährige Autorin und Mutter lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern Paul Oskar (7) und Ella Marie (4) in schönen Fulda. Sie liebt Musik und versucht momentan ihren Kindern das Klavier spielen beizubringen. Wenn sie mal etwas Zeit für sich hat, powert sie sich beim Volleyball spielen aus.

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Grade ist unser Kleines noch ein freundlicher Sonnenschein, der jedem ein Lächeln schenkt und schwupps, ist es misstrauisch wie sonst was. Viele von Euch haben uns gefragt wieso sich ihre Kinder so verhalten und bis zu welchem Grad das Verhalten normal ist.

Bei einigen Babys reicht schon ein Blick der falschen Person und das Theater geht los! Da wird geschrien und geweint und wenn dann keine Mama da ist, wird es ganz schlimm. Viele Eltern verzweifeln daran. Ist mein Kind unsozial oder gesellschaftsunfähig, wenn es sogar bei den eigenen Omas und Opas Muffensausen bekommt? Erstmal vorne weg: Fremdeln ist ganz normal und gehört zur Entwicklung dazu. Und da jedes Kind anders ist, ist es immer auch anders stark ausgeprägt.

So anstrengend diese Zeit für Euch auch sein mag: Ich könnt eigentlich stolz sein! Zum einem hat euer Nachwuchs grade einen riesigen und überaus wichtigen Entwicklungsschritt gemacht – es hat gelernt zwischen Bekannten und Unbekannten zu unterscheiden- und zum anderen wurdest Du als die Besondere auserkoren. Du bist Sicherheit und die engste Bezugsperson. Das ist doch eigentlich wunderschön zu wissen.

In der Pädagogik spricht von beim Fremdeln auch von der „Achtmonatsangst“, weil, wer hätte es geahnt, es meistens im achten Monat damit los geht. Der Höhepunkt ist dann mit zirka zwei Jahren erreicht und nimmt dann mit dem dritten Jahr wieder ab. „Das Fremdeln zeigt, dass das Kind eine Bindung zu seiner Bezugsperson aufgebaut hat und diese deutlich von anderen Menschen unterscheiden kann“, sagt Birgit Elsner, Professorin für Entwicklungspsychologie an der Universität Potsdam.

Die Bezugsperson ist die sichere Festung, der Fels in der Brandung und immer da. Da weiß das Kind einfach was es an einem hat. Nach und nach lernt das Kind dann Beziehungen zu verstehen und aufzubauen. So gehört neben den unübersehbaren Verhaltensweisen, wie weinen, schreien, Kontaktverweigerung, Klammern an der Bezugsperson oder schlechte Laune bei fremden Leuten, ist aber auch das positives Interesse und eine Neugier auf die vermeintlich fremden Personen typisch für das Fremdeln. Sobald sich unser Schatz sicher auf dem Arm fühlt, wird es die unbekannte Person genau betrachten und kann sich nach einer Weile vielleicht sogar auf sie einlassen.

Oft versuchen uns andere einzureden, dass wir etwas falsch machen würden, wenn unser Kind fremdelt. Wir sind ja selber schuld, wenn wir immer springen, wenn das Kind schreit und immer da sind. Das ist natürlich Quatsch. Für sein Kind da zu sein ist schon mal gar kein Fehler. Und vor allem haben wir ja grade gelesen, dass es ein Ausdruck des wichtigen neuen Entwicklungsschritt ist. Unser Kind wird einfach reifer! „Die Sinneswahrnehmung der Kinder wird in dieser Zeit differenzierter“, erklärt Diplom-Psychologin Sybille Weber. „Das Kind ist von nun an fähig, zwischen Vertrautem und Fremdem zu unterscheiden. Nicht mehr jedes Lächeln wird darum freudig erwidert. Das reifere Kind wechselt vom blinden Vertrauen zu einem gesunden Misstrauen gegenüber Neuem.“ Und das ist doch etwas was wir wollen? Wie schrecklich wäre es, wenn unser Kind sein Lebtag lang jedem blind vertrauen würde?

Außerdem ist es eine evolutionäre Absicherung für die Kleinen. Durch die Ängste und das Misstrauen bleibt es in der Nähe der Bezugsperson, damit ihm nichts passiert. Es hat schon einen Grund, weshalb das fremdeln fast gleichzeitig mit der neuerlernten Mobilität des Babys auftritt.

Wie stark das Kind fremdelt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hauptsächlich natürlich vom Charakter und dem Temperament unserer Mäuse. „Schon Säuglinge unterscheiden sich darin, wie gerne sie sich neuen Situationen aussetzen und wie sie mit ihnen umgehen“, sagt die Entwicklungspsychologin. Während einige eher ängstlich sind und schnell weinen, überwieg bei den anderen Neugier. „Das sind stabile Eigenschaften, die so bleiben und oft auch in den Genen stecken“, erklärt Elsner. Auch offene und extrovertierte Eltern können nicht verhindern, dass ihr Kind fremdelt. Darum geht es auch nicht. Fremdeln ist immer ein Ausdruck für eine gute Beziehung zwischen Eltern und Kind, unabhängig davon, ob die Eltern schüchterne oder offene Menschen sind.

Dann ist das Fremdeln auch Situationsabhängig. Neue Umgebung, fremde Menschen – was uns auch unangehmen werden kann, macht Kinder natürlich auch vervös. In den eigenen vier Wänden fremdeln sie meist weniger. Hier ist ihr Reich, sie kennen die Umgebung, die Bezugsperson ist immer in der Nähe: sie fühlen sich sicher.

Und natürlich ist es auch von den andern Personen abhängig, wie diese auf das Kind zugehen. „Personen, die sich aufdrängen und aktiv in den Sicherheitsbereich des Kindes eindringen, lösen Fremdeln aus“, sagt Elsner. Das kann besonders bei Familienmitglieder, wie der Oma schneller mal passieren. Denn für sie ist es ja normal, ihr Enkelkind auf den Arm zu nehmen. Wenn sich dieses aber gerade in der Fremdelphase befindet und die Oma seit zwei Monaten nicht gesehen hat, wird es protestieren.

Aber wie verhalte ich mich denn dann jetzt richtig, wenn mein Schatz fremdelt? Kein Zwang und volle Rückendeckung, das empfiehlt Psychologin Sybille Weber: „Machen Sie sich zum starken Anwalt Ihres Babys. Verteidigen Sie seine Ängste vorbehaltlos.“ Drängt euer Kind also nicht etwas freundlicher und zugänglicher zu sein. Wenn es jemanden die Hand nicht geben will, oder der Oma keinen Kuss geben möchte, dann ist das halt so. Auch das Kind zwingen auf den Arm von jemanden zu gehen, wenn es das nicht will, solltet Ihr es nicht zwingen. Denn im schlimmsten Fall verliert das Kleine dadurch das Vertrauen in euch. Natürlich ist es auch der falsche Weg das Kind mit seiner Angst aufzuziehen oder deswegen gar zu bestrafen. Nehmt die Angst erst und gebt dem Kind die Zeit die es braucht um Kontakt mit jemanden aufzunehmen. In „brenzligen“ Situationen, d.h. wenn sich Ihr Kind beispielsweise versteift und augenscheinlich nicht weiß, wie es reagieren soll, dann „retten“ Sie es, indem Sie es auf den Arm oder an die Hand nehmen. Natürlich kann auch ein behutsames Erklären, wer die neue Person ist, nicht schaden.

Ist der Gegenüber durch das Verhalten gekränkt, erklärt ihm, dass es eine normale Reaktion in dem Alter ist. Mit der Zeit wird diese Phase von alleine wieder verschwinden.

Baby fremdelt nicht? Gestörte Beziehung? Was mache ich denn falsch?

Mein Sohn ist 6 Monate alt und fremdelt kein bisschen. Er lächelt fremde Menschen an und auch für ihn Unbekannte Menschen können ihn problemlos auf den Arm nehmen. Er scheint mich auch nicht mit Blickkontakt zu suchen, wenn er bei wem anders auf dem Arm ist. Oft muss ich erst anfangen zu singen bis er mich überhaupt anschaut..

Es verunsichert mich wirklich sehr momentan, da die Mütter in meinem Umkreis alle berichten wie stark ihre Babys gefremdelt haben etc.

Vielleicht mache ich auch was falsch? Ich habe ihn bisher noch nie abgegeben. Er verbringt nur mal auch „alleine“ Zeit mit Papa für ne halbe Stunde oder so (bin aber dann nur in einem anderen Raum)

Manchmal glaube ich, dass ich ihn zu wenig getragen habe oder so .. die Zeit nicht aktiv mit ihm genutzt habe, denn ich kann mir das nicht anders erklären..es kommt mir vor als wäre ich meinem Baby egal und nur zum stillen da. Kann das fremdeln denn noch kommen? Und falls es nicht kommt – haben wir dann eine gestörte Bindung etwa?

Ansonsten ist auch eigentlich alles normal. Er lacht mit mir, wenn ich ihn bespasse, wenn er weint dann bekomme ich ihn sehr schnell beruhigt etc. Nur irgendwie kommt es mir so vor als könnte ihn praktisch jemand anderes mitnehmen, sich um ihn kümmern und er wäre genauso zufrieden ..
Er weiß wohl nicht wer seine Mama ist 🙁

“Nicht mein Baby, sondern meine Umgebung fremdelt!”

Wir waren vor ein paar Tagen aus Bali zurückgekommen und saßen bei baliwarmen Temperaturen im Garten.
Meine mitgereiste Freundin und Mutter eines fünf Monate alten Babys erzählte von ihrem gestrigen Besuch in einer Therme und wie sehr sie sich dort haltende helfende Hände für ihr Baby gewünscht hatte, so, wie es sie in Bali oft gab.

In Bali lieben die Menschen es, ein Baby auf dem Arm zu nehmen. Die kleinen Menschen sind einfach willkommen und die Mutter eines Babys ebenso. Die Balinesen begegnen den Kindern mit einer Engelsgeduld und mit viel körperlicher Nähe. Berührungsangst mit fremden Kleinkindern kennen sie nicht.
Und meine Freundin gewöhnte sich daran und lernte es zu schätzen, dass es für balinesische Menschen, ob Mann oder Frau, normal ist, ihr Baby zu halten.

„Auch die javanische Mutter trägt ihr Kind nicht ununterbrochen, dennoch wird das Kind ständig getragen: durch die vielen Hände einer Großfamilie und einer Gesellschaft, die zupackt, wenn es um Kinder geht. Betritt man in Indonesien mit einem Kind auf dem Arm ein Geschäft, strecken sich sofort viele Hände aus, um das Kind zu halten, weil es eine ‘beglückende, Tätigkeit ist.“
(Dr. v. Loh, Zeitschrift für Sozialpädiatrie, 6’95, S.334)

In der Therme in Ludwigsfelde fehlten diese Ach-gib-mir-ruhig-dein-Baby-für-einen-Moment-Arme. Wieder alleine als Mutter, und das mit diesem wunderbaren zuckersüßen Baby und den lebhaften Geschwistern. Deren Mutter aber trotzdem froh ist, wenn sie das zuckersüße Baby für einen Moment teilen kann, um ihre Arme auszustrecken, oder entspannt um an der Kasse bezahlen zu können oder auch, um dem älteren Bruder etwas zu geben.

“Ich wäre jetzt bereit gewesen, aber meine Umgebung war es nicht”, seufzte sie, “Nicht mein Baby, sondern meine Umgebung fremdelt!”

Eine Willkommenskultur für Kinder entwickeln

Ich war mit meinen Kindern schon in vielen Ländern, in denen Menschen selbstverständlich Kontakt zu Kindern aufnehmen, die nicht zur Familie gehören. Wie sehr habe ich es in südlichen Ländern genossen, dass die Kellner im Restaurant gerne meine Kinder beschäftigt haben.

Ich schob gerade meine kleine Tochter im Buggy durch Manavgat, als ich dringend auf Toilette musste und eine Bedienung in einem Burgerimbiss fragte, ob sie kurz auf meine schlafende Tochter aufpassen könnte, während ich auf der Toilette bin. Als ich wieder herauskam, stand die gesamte Belegschaft von 8 Frauen und Männern um den Buggy mit meiner schlafenden Tochter herum und sie versicherten sich gegenseitig, wie süß die Kleine sei. Ich verabschiedete mich mit einem Lächeln.

Leider steckt in vielen von uns tief verwurzelt die Ansicht, dass eine gute Mutter sich am besten nur selbst um ihr Baby kümmert, rund um die Uhr und ausschließlich. So verstreicht manche Chance, ein wenig mehr Entlastung zu haben, ungenutzt. Es kann aber Erleichterung im Alltag geben, die Angebote von anderen wahrzunehmen oder auch nach Hilfe zu fragen. Die meisten freuen sich, mal ein Baby zu halten zu dürfen, wenn wir sie fragen.

Als ich mit meiner damals ca. 12 Wochen alten Tochter Julika in einem arabischen Imbiss einen Falafel essen wollte, fragte mich der Araber in dem Imbiss, ob er sie nehmen soll, solange ich esse. Reflexartig wollte ich schon sagen: „Nein, danke, es geht schon”, da sah ich seine ausgestreckten Arme und seine sehnsüchtigen Augen. In dem Moment wurde mir klar, dass er sie gerne halten wollte, und ich gab sie ihm in den Arm. Ich aß in Ruhe meinen Falafel und er zeigte Julika den ganzen Imbiss. Als ich mich später mit ihm darüber unterhielt, sagte er, seine Kinder sind jetzt schon groß, aber er hat auch gerne mal wieder ein Baby im Arm.
„Ihr habt die ganze Arbeit, das Weinen, die Windeln”, meinte er, ,,ich habe nur die Sahne, ein paar schöne Momente.”

Wie schön wäre es, wenn wir nicht in ferne Länder fahren brauchen, um diese Alltagsunterstützung zu erfahren.

Der erste Schritt dafür findet in uns selbst statt, in unserer Bereitschaft, anderen Menschen zu vertrauen.
Ja, sie können das, ein Baby halten. Und auch ja, ein Baby signalisiert mir, wenn ihm etwas unangenehm ist, ebenso wie es zeigt, wenn es anderen Menschen vertraut.
Manchmal braucht es die Begegnung mit einer anderen Kultur, um unsere Ängste ablegen zu können. Doch wenn wir es schaffen, bereichert unser Vertrauen nicht nur uns, sondern auch unser Baby und die Menschen, die es halten dürfen.

Ich durfte das Baby meiner Freundin schon oft tragen. Ich freue mich, den Kleinen zu sehen und besonders berührt es mich, dass er mich erkennt, wenn wir uns sehen. Es ist schön, auch mit anderen Kindern eine Bindung aufzubauen, die nicht die eigenen sind.

Der zweite Schritt ist für alle, die gerade kein Baby oder Kleinkind dabei und also freie Arme haben.
Bietet eure Hilfe an: “Ich kann dein Baby halten, wenn du magst. Ich mache das gerne.”

Oft werden die Mütter überrascht verneinen. Sie kennen das ja kaum. Aber ab und an wird eine Mutter dankbar das Angebot annehmen. Und vielleicht später ebenso handeln.
Wenn ein Kleinkind weint, können wir zu ihm gehen und mit ihm in Verbindung gehen, durch Worte oder Handlung.
Ja, das erfordert Mut, aber so kompliziert ist es nicht.

Ich schreibe den Text gerade in der Bibliothek. Vor einer halben Stunde weinte im Gang neben mir ein Kleinkind. Ein weinendes Kleinkind in der Bibliothek erregt ziemlich viel Aufmerksamkeit. Die Mutter versuchte es zu beruhigen. Ich ging zu dem Kind, was auf dem Arm der Mutter war und sagte: “Du kannst hier weinen, das ist okay. Willst du auch gerne die Bücher rausziehen?” Das Kind hörte gleich auf zu weinen, schaute mich mit großen Augen an und reichte mir den Bleistift, den es in der Hand hielt. Ich setzte mich mit dem Kind auf dem Boden und gab ihm meine Bücher. Wir reichten eine Weile die Bücher hin und her. Die Mutter suchte die Bücher raus, die sie brauchte, dann bedankte sie sich bei mir und ging mit ihrem Kind.

Ganz ehrlich, auch mich kostet es einen Moment der Überwindung, in die Aktion zu kommen. Weil in mir ja noch die Glaubenssätze stecken: “Das ist doch nicht deine Angelegenheit” und “Was kann ich da schon machen” oder „Vielleicht finden die Eltern das blöd.“

Aber ich weiß inzwischen, dass es wunderbar mit völlig fremden Kindern gehen kann, mit ihnen einen Moment der Verbindung entstehen lassen zu können. Und dass es auch völlig okay ist, wenn die Eltern die Hilfe ablehnen oder auch, wenn das Kind nicht will. Es ist ein Versuch, ein Beitrag, unsere Welt ein Stück liebevoller für Kinder zu machen. Der braucht nicht jedes Mal klappen. Aber ich möchte einfach nicht mehr danebenstehen und traurig darüber sein, dass kleine Kinder hier nicht so willkommen sind.

Lasst uns statt einer fremdelnden Gesellschaft zu einer zugewandten Gesellschaft werden.

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Über den Autor:

Dagmar Gericke von der KINDHEIT IN BEWEGUNG: Ich bin Mutter von vier Kindern im Alter zwischen 6 und 27 Jahren. Außerdem bin ich Kommunikationstrainerin, Theaterpädagogin und Elternbloggerin. Ich bin davon überzeugt, dass wir, indem wir uns selbst und unsere Familien heilen, auch unsere tief zerstrittene Welt heilen. Der Wandel beginnt immer bei uns selbst.

Ab wann fremdeln Babys?

Die Frage „Ab wann fremdeln Babys“ wird sehr häufig gestellt und interessiert neben den Müttern auch Verwandte und Bekannte, die oft vom Fremdeln des Kindes betroffen sind und die Auswirkungen dessen zu spüren bekommen, dass sie den Kleinen nicht so nahe sind wie Mama. Das Phänomen beruht auf der Tatsache, dass die Kinder ab einem gewissen Alter mit ihrer eigenen Unsicherheit zu kämpfen haben und daher leicht Angst empfinden, wenn sie jemanden nicht so gut kennen oder der Kontakt nicht intensiv genug ist. So hat das Kind beispielsweise mit den Eltern einen eingespielten Tagesablauf, Mama und Papa reden auf eine ganz bestimmte Art und Weise, sie gehen eben einzigartig mit dem Nachwuchs um. Wenn Sie dann auf Menschen treffen, die eine andere – keineswegs schlechtere – Umgangsweise pflegen, verunsichert das enorm.

Ab wann beginnt diese schwierige Phase?

Das Fremdeln bei Babys beginnt zumeist im Alter von sechs Monaten. Bei manchen Kleinkindern machen sich erste Anzeichen schon nach vier Monaten bemerkbar, wohingegen andere Sprösslinge erst mit einem Jahr beginnen, die anderen Menschen mehr oder weniger anzuzweifeln. Bis zu dem besagten Zeitpunkt, der sich eben von Kind zu Kind unterscheiden kann, treten die Babys fremden oder noch nicht so gut bekannten Personen stets mit einem Lächeln gegenüber. Doch dann schauen sie sich die Menschen genauer an, die sich in ihrem Umfeld bewegen und gerade wenn diese nicht genug Distanz halten, wird das oft mit lautstarkem Geschrei oder Gequängel bestraft.

Das Kind nimmt vom blinden Vertrauen Abstand

Es ist äußerst wichtig, dass das Kind lernt, Menschen zu misstrauen. Während der Phase des Fremdelns erkennen die Kleinen, dass man zwischen Bekanntem und weniger Vertrautem unterscheiden muss. Das ist normal und natürlich und könnte als eine Art Schutzmechanismus verstanden werden. Es ist gut, dass das Kind nicht jedem vertraut und sein Gegenüber sozusagen erst einmal prüfen will. Als Mutter sollte man schätzen, dass man besondere Zuneigung zugeschrieben bekommt. Die Babys machen durch einen abgewandten Blick und durch ihre Sprache deutlich, dass sie Angst haben und sich unsicher fühlen. Mama ist meistens die einzige, die dann helfen kann. Denn oft sind sogar die Väter von der Befangenheit des Nachwuchses betroffen. Immerhin sind die Männer meist unter Tags außer Haus und haben dadurch viel weniger Nähe zu der Tochter oder dem Sohn, als die Mutter.

Unterschiede bezüglich des Fremdelns

Neben „Ab wann fremdeln Babys“ drängt sich bei vielen Eltern auch noch die Frage auf, ob der Prozess bei allen Kindern gleich abläuft. An dieser Stelle kann gesagt werden, dass sich die Sprösslinge diesbezüglich sehr stark unterscheiden können. Zum Beispiel beginnen die einen schon zu weinen, wenn die Tante sie begrüßt und sie auf den Arm nehmen möchte, wohingegen andere erst misstrauisch werden, wenn ihnen komplett unbekannte Menschen zu nahe kommen. Außerdem kommt es auf die Persönlichkeit der Babys an, je nachdem wie temperamentvoll sie sind, reagieren sie stärker oder eben weniger heftig. Eine gute Maßnahme um dem Fremdeln beim Säugling vorzubeugen ist es, wenn Sie dem Kind so früh wie möglich die Kontakte zu anderen Personen ermöglichen und es nicht zu sehr von anderen Menschen fernhalten. Je eher sie den Umgang mit Fremden, Unbekannten oder weniger Vertrauten erlernen, desto leichter wird dann auch die Phase der Abneigung gegenüber dieser Gruppe verlaufen.

Fotocredit: MaleWitch, Supattra Luasook /.com

Was tun, wenn das Baby fremdelt?

Um den achten Monat herum, ängstigt sich dein Baby vor fremden Personen. Es ist wichtig, dass du diese Ängste ernst nimmst. Wenn dein Baby fremdelt, dann hat es einen wichtigen Entwicklungsschritt geschafft. Das Verhalten ist völlig normal und du musst dir keine Sorgen machen. Versuche auf das Misstrauen deines Kleinen gegenüber Fremden entspannt zu reagieren.

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Wann beginnt dein Baby zu fremdeln?

Kurz nach der Geburt sind die Sinne deines Kindes noch nicht vollständig funktionsfähig. Es sieht nur unscharf und kann auch Stimmen noch nicht klar differenzieren. Ab dem achten Monat hingegen hat es eine viel bessere Sehschärfe und hat die geistige Reife, zwischen bekannten Personen und Unbekannten zu unterscheiden. In der Fachliteratur wird das „Fremdeln“ daher auch als „Achtmonatsangst“ bezeichnet. Im 2. Lebensjahr hat dieses Verhalten seinen Höhepunkt erreicht und nimmt bis spätestens nach dem dritten Lebensjahr wieder ab.

Was steckt hinter der Angst vor Fremden?

Das Fremdeln bezeichnet ein sehr ängstliches Verhalten, dass dein Kind anderen Menschen gegenüber zeigt. Dies kann ein Versteifen sein, sodass sich dein Kleines nicht mehr bewegen mag – es ist starr vor Angst. Auch ein sehr abweisendes Verhalten, das Verweigern des Kontakts zu anderen, Schreien und Weinen und eine gewisse Launigkeit, wenn Fremde anwesend sind, gelten als typisch. Dein Kind sucht engen Kontakt zu dir, scheint an dir zu kleben oder versteckt sich hinter deinen Beinen. Das Fremdeln ist kein falsches Verhalten, sondern sehr wichtig. Die Natur hat dafür gesorgt, dass dein Kind immer in der Nähe vertrauter Personen bleibt.

Tipps zum Gewöhnen an eine fremde Umgebung

Fühlt sich dein Kind sicher auf deinem Arm kann es sich für die fremden Personen sogar interessieren. Ihm kann ja nun nichts passieren, denn bei Mami oder Papi ist es sicher. Dein Kind wird die unbekannte Person nun vielleicht erst genau betrachten und sich auf den Kontakt zu dieser langsam einlassen. Jedes Kind fremdelt anders. Manche sind dennoch sehr neugierig, bei anderen ist die Angst intensiver. Eine wichtige Rolle spielt es, wie sich die Fremden deinem Kleinen nähern. Sind sie zu laut oder zu aufdringlich, löst das ein Rückzugsverhalten aus.

Ein langsames und behutsames Annähern empfindet das Kind als weniger bedrohlich. Verzichte auf Zwang. Wenn dein Kind von der Tante keinen Kuss aufdrücken lassen möchte, dann zwinge es nicht dazu. Gib dein Kind nicht in die Arme einer anderen Person, wenn es dies nicht möchte. Ansonsten kann es passieren, dass es auch das Vertrauen in dich verliert. Nimm die Ängste ernst! Lasse deinem Kind Zeit, von sich aus Kontakt zu dem Unbekannten aufzunehmen. Ist das Fremdeln sehr stark, nimm es auf den Arm oder halte seine Hand. Ein behutsames Erklären, wer der Fremde ist, hilft ebenso.

Das Fremdeln

Ein Säugling hat in der Regel noch keine konkrete Erinnerung an das Aussehen der Mutter oder anderer Kontaktpersonen. Er ist noch nicht in der Lage, Eigenarten der Beziehung zu verschiedenen Kontaktpersonen zu unterscheiden. Hat er ein Bedürfnis, das er alleine nicht zufrieden stellen kann, weint er. Das Umfeld reagiert auf das Weinen. Da das Baby in den meisten Fällen richtig verstanden wird, entwickelt sich das so genannte Urvertrauen. In den ersten Lebensmonaten kann eine andere Person in die Rolle der Mutter schlüpfen, ohne dass das Baby die Mutter vermisst.

Etwa ab dem 7. Lebensmonat mit dem Einsetzen des so genannten Fremdelns ändert sich das. Das Kind erwartet den Anblick der Mutter und ist enttäuscht, wenn es jemanden anderen zu sehen bekommt. Es hat eine Vorstellung davon entwickelt, dass die Mutter auch dann existiert, wenn es sie nicht sieht und erinnert sich an das äußere Erscheinungsbild der Mutter. Dieses kann es vom Erscheinungsbild anderer Personen unterscheiden.

Hat das Kind eine Vorstellung von der Existenz und von dem Bild der Mutter gewonnen, beginnt es andere Personen von ihr zu unterscheiden. Es erkennt beispielsweise den Vater als eine äußerlich verschiedene Person von der Mutter. Nachdem es die äußerlichen Unterschiede genauer wahrnehmen kann, ist es auch in der Lage verschiedene Personen mit verschiedenen Rollen und Eigenschaften in Zusammenhang zu bringen.

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