6. ssw alkohol getrunken

Bis zur 15. Woche ohne Befunde
Rauchen in der Schwangerschaft

Frauen, die während des ersten Drittels der Schwangerschaft rauchen, müssen einer Studie zufolge nicht mit höheren Komplikationen rechnen als Nichtraucherinnen. Wer jedoch auch nach der 15. Woche nicht aufhöre, gehe ein dreimal höheres Risiko von Frühgeburten und Fehlentwicklungen ein, ergab eine auf der Website des „British Medical Journal“ veröffentlichte Studie von Wissenschaftlern der Universität Auckland in Neuseeland. Eine von zehn Raucherinnen hat demnach eine Frühgeburt, 17 Prozent der Frauen brachten ein Baby mit einem geringeren Gewicht zur Welt.
Es gab jedoch keine Unterschiede bei den Nichtraucherinnen und denen, die in den ersten 15 Schwangerschaftswochen noch geraucht hatten, erklärten die Wissenschaftler. Sie hatten für die Studie die Fälle von 2500 Schwangeren untersucht, davon 80 Prozent Nichtraucherinnen und jeweils zehn Prozent Raucherinnen und solche, die das Rauchen nach der 15. Woche aufgaben. Wie die Studie außerdem ergab, waren die Frauen, die das Rauchen aufgaben auch nicht gestresster als die Nichtraucherinnen.
Den Ergebnissen zufolge waren die Raucherinnen vor allem weniger gebildete, arbeitslose oder alleinstehende Frauen. Neben Frühgeburten und einem verringerten Geburtsgewicht riskieren Raucherinnen auch Fehl- oder Totgeburten sowie Schwangerschaften, bei denen sich die Eizelle außerhalb der Gebärmutter einnistet.

Rauchen und Alkohol in der Schwangerschaft

Eine schwangere Frau ist nicht mehr allein: In ihrem Körper wächst ein Kind heran. Es ist abhängig von der Mutter, wird von ihr ernährt und geschützt. Schnell kommen da Fragen auf: Schade ich meinem Kind mit diesem oder jenem Genussmittel? Kann ich noch ein Glas Wein trinken? Oder eine Zigarette rauchen? Und vor allem: Was, wenn ich ungeplant schwanger wurde und in dieser Zeit schon geraucht und getrunken habe?

Muss ich mit dem Rauchen in der Schwangerschaft aufhören?

Wer regelmäßig Zigaretten raucht, dem fällt es oft schwer, „einfach so“ aufzuhören. Mancher Schwangeren vergeht durch die Hormonumstellung und schwangerschaftsbedingte Übelkeit ohnehin die Lust aufs Rauchen. Aber: Was passiert mit dem Kind, wenn Mama weiterraucht? Die schlechte Nachricht: Ja, Rauchen kann dem Embryo starken Schaden zufügen. Wenn die Mutter raucht, erreichen die Schadstoffe der Zigarette auch das Baby. Es kann sich nicht dafür oder dagegen entscheiden – sondern raucht mit. Fehlgeburten, Missbildungen sind möglich – und das Kind kann bei der Geburt deutlich kleiner, leichter und schwächer sein. Deswegen sollte die Schwangere auf jeden Fall versuchen, das Rauchen aufzugeben – am besten komplett. Klar ist aber auch: Auch die Dosis spielt eine Rolle. Ob eine Mutter 20 Zigaretten pro Tag raucht oder bloß eine, macht einen Unterschied. Gerade in den ersten Tagen der Schwangerschaft muss sich die Mutter weniger Sorgen machen. Denn zu Beginn der Schwangerschaft, wenn die Mutter meist noch nichts von ihrem Baby weiß, gilt das Alles-oder-Nichts-Prinzip (siehe unten).

Wie für das Rauchen gilt auch für den Alkohol: Er schadet dem Kind. Über die Nabelschnur ist das Baby mit der Mutter verbunden und wird von ihr versorgt. Weil das Kind über die ganze Schwangerschaft hinweg wächst, sich neue Zellen und Organe bilden, ist die Versorgung mit Nährstoffen besonders wichtig. Stoffe wie Alkohol können dieses Wachstum behindern. Aber hier gilt noch verstärkt, was sich schon bei Zigaretten gezeigt hat: Die Dosis entscheidet über die Gefahr. Eine Alkoholikerin, die täglich 8 Flaschen Bier trinkt, fügt ihrem Kind weitaus mehr Schaden zu als die Mutter, die über den Lauf der Schwangerschaft hinweg sieben Gläser Wein getrunken hat. Das heißt aber nicht, dass eines eine bestimmte Promille-Grenze gäbe, die für Schwangere gelten würde. Es ist davon auszugehen, dass auch bei kleineren Mengen Alkohol ein Schaden für das Kind nicht ausgeschlossen werden kann. Deshalb empfiehlt es sich für die Schwangere, lieber auf Nummer sicher zu gehen – und am besten ganz auf Alkohol zu verzichten. Wenn sie aber doch ein kleines Bier oder einen Sekt getrunken hat, muss dies noch kein Grund zur Beunruhigung sein – gerade in den ersten Tagen der Schwangerschaft. Denn zu Beginn der Schwangerschaft gibt es die sogenannte Alles-oder-Nichts-Regel:

Entwarnung bei ungeplanter Schwangerschaft: Das Alles-oder-Nichts-Prinzip in den ersten zwei Wochen

In den ersten fünf bis sieben Tagen einer Schwangerschaft erhält der Embryo noch keine Nährstoffe über das Blut der Mutter, weil sich die Eizelle noch nicht in die Gebärmutter eingenistet hat. In diesem Zeitraum kann es auch sein, dass die befruchtete Eizelle sich aus verschiedenen Gründen nicht weiter teilt und – eventuell verbunden mit einer leichten Blutung – abgeht. Ist im frühen Stadium eine Zelle geschädigt, kann sie meistens repariert oder durch eine andere Zelle ersetzt werden. Gelingt das nicht, stirbt die Frucht ab. Deshalb spricht man vom Alles-oder-Nichts-Prinzip. Dieses gilt in den ersten 14 Tagen nach der Befruchtung. In unserem Zusammenhang aber entscheidend: Schwangere, die während der ersten 14 Tage der Schwangerschaft geraucht und Alkohol getrunken haben, müssen sich keine Sorgen machen, dass ihr Kind deswegen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zur Welt kommt!

Sobald eine Schwangerschaft vermutet oder bekannt wird, sollte man natürlich sicherheitshalber schädliche Stoffe meiden. Doch auch, wenn Sie nach dieser Zweiwochenfrist geraucht oder Alkohol getrunken haben, ist das kein Grund zur Verzweiflung. Ein Automatismus, der besagen würde, Rauchen und Trinken nach der Einnistung führe mit Sicherheit zu einer Schädigung des Kindes, besteht nicht. Immer wieder gibt es Fälle von Frauen, die über Monate hinweg unbemerkt schwanger sind (zum Beispiel in psychischen Ausnahmesituationen oder bei einer krankheitsbedingt ohnehin seltenen Menstruation). Auch diese Frauen bringen oftmals rundum gesunde Kinder zur Welt, obwohl sie in der Zeit der unbemerkten Schwangerschaft Nikotin und Alkohol konsumiert haben. In jedem Fall empfiehlt es sich, bei Unsicherheiten im Zusammenhang mit Rauchen und Alkohol in der eigenen Schwangerschaft das Thema beim Frauenarzt offen anzusprechen.

Was können wir für Sie tun?

Pro Femina bietet Frauen, die eine ungeplante Schwangerschaft befürchten oder sich mit ihrer Schwangerschaft in einer Konfliktsituation befinden, unabhängige Beratung an.

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Rauchen in der Schwangerschaft

10. September 2019 5 Min.

Rauchen gilt als einer der größten Risikofaktoren in der Schwangerschaft. Die Versorgung des Babys wird mit jeder Zigarette beeinträchtigt. Die Kinder kommen daher meist kleiner zur Welt. Rauchen sollte in der Schwangerschaft eigentlich tabu sein. Dass Rauchen bei dem Ungeborenen immensen Schaden anrichten kann, ist eigentlich bekannt. Dennoch wird das Risiko oft unterschätzt.

Nikotin hemmt die Versorgung des Kindes

Eines der größten Risiken, die durch das Rauchen entstehen, ist der plötzliche Kindstod. Laut einer Studie der Universität Bristol könnten 60 Prozent der Todesfälle verhindert werden, wenn die Mütter in der Schwangerschaft nicht rauchten1.

Der Nikotinkonsum einer schwangeren Frau hat jedoch noch mehr Folgen: Grundsätzlich wird die Versorgung des Kindes beeinträchtigt. Das Rauchen verengt die Blutgefäße, sodass Nahrung und Sauerstoff über die Plazenta nur noch eingeschränkt zum Baby gelangen. Die Neugeborenen rauchender Mütter sind daher oft kleiner und haben ein niedrigeres Geburtsgewicht.
Man geht davon aus, dass etwa 30 bis 40 Prozent aller Mangelgeburten auf das Rauchen in der Schwangerschaft zurückzuführen sind. Bis zu 14 Prozent aller Frühgeburten sollen durch den Zigarettenkonsum der werdenden Mutter ausgelöst werden. Auch das Risiko einer Fehlgeburt steigt an.

Wissenswert: Nicht allen Frauen gelingt es, den Zigarettenkonsum in der Schwangerschaft einzustellen. Laut einer Studie der Universität Greifswald können 40 Prozent der schwangeren Raucherinnen nicht damit aufhören. Sie rauchten im Durchschnitt 13 Zigaretten pro Tag2. Bei diesem durchschnittlichen Konsum erhält das Baby im Laufe der Schwangerschaft die Schadstoffe aus 3.640 Zigaretten.

Weitere Folgen von Rauchen in der Schwangerschaft können sein:

  • Asthma
  • Atemwegsinfektionen
  • Fehlbildungen an den Armen und Beinen
  • Hyperaktivität

Zudem treten langfristige Schädigungen auf: Die Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben, sind oft in ihrer Entwicklung etwas verzögert und zeigen geistige Einschränkungen. Ähnlich wie beim Alkoholkonsum führt Nikotin zu neurologischen Schäden und einer geringeren Hirnsubstanz. Dies wiederum mindert die spätere Intelligenz des Kindes.

Rauchstopp im ersten Trimester senkt Risiko

Oft heißt es, dass ein plötzlicher Rauchstopp der Mutter dem Kind schaden könne. Dies ist laut Berufsverband der Frauenärzte e.V. jedoch ein Mythos. Das Baby leidet demnach unter keinerlei Entzugserscheinungen. Ganz im Gegenteil: Sobald das Rauchen aufgegeben wurde, wird der Körper von Mutter und Kind deutlich entlastet.

Eine Studie aus Neuseeland hat gezeigt, dass es wichtig wäre, dass die schwangere Frau das Rauchen vor der 15. Schwangerschaftswoche einstellt3. Sofern dies geschieht, kann das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt auf das einer Nichtraucherin gesenkt werden.

Der überwiegende Teil der Raucherinnen, die in der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören, fängt nach der Geburt wieder damit an. Auch das ist keineswegs ratsam. Denn selbst wenn die Eltern nur im Freien rauchen, nehmen Kinder Nikotin über die Kleidung der Eltern auf. Eine Untersuchung des Instituts für Hygiene und Biotechnologie (IHB) an den Hohenstein-Instituten in Bönnigheim bei Stuttgart hat ergeben, dass 70 Prozent des Zigarettenrauchs in der Umgebung, zum Beispiel in Kleidung oder Polstern, hängen bleibt. Dieser sogenannte „thirdhand smoke“ (dt: Rauch aus dritter Hand) kann beim Kontakt wie Kuscheln tief in den Organismus des Babys eindringen4.

Tipp: Schwangeren Frauen, denen es schwerfällt, das Rauchen aufzugeben, sollten sich bei ihrem Frauenarzt oder entsprechenden Informationsstellen beraten lassen.

Rauchen verschlechtert die Fruchtbarkeit

Raucherinnen, die sich ein Kind wünschen, sollten möglichst schon vor Eintritt einer Schwangerschaft das Rauchen einstellen. Der Grund: Zigarettenkonsum mindert nachweislich die Fruchtbarkeit. Auch bei der künstlichen Befruchtung zeigen Studien, dass die Behandlung bei Paaren, bei denen ein oder beide Partner rauchten, weniger erfolgreich ausfiel.

Untersuchungen geben außerdem Hinweise darauf, dass das Rauchen in der Schwangerschaft auch die Fruchtbarkeit des Kindes langfristig beeinträchtigt. Reproduktionsmediziner stellten fest, dass bei den Embryonen einer rauchenden Schwangeren über 50 Prozent weniger Keimzellen angelegt werden. Aus diesen Keimzellen entstehen später Spermien beziehungsweise Eizellen.

Alkoholschäden durch Konsum bis SSW 6

Antwort:

Alkohol in der Frühschwangerschaft

Hallo,
es gibt bekanntermaßen für Alkohol keine Grenzmenge, ab der erst Schäden zu erwarten sind. Schon vom Entstehungsmoment der Schwangerschaft gibt es eine direkte Verbindung zwischen dem mütterlichen und fetalen Kreislauf.
Viele Frauen wissen aber nicht sofort, dass sie schwanger sind. Und so kommt es gar nicht so selten zu der von Ihnen beschriebenen Situation. Aus diesem Grund raten wir einer Frau auch dazu, dass sie mit Absetzen von verhütenden Maßnahmen auf Alkohol und/oder Nikotin verzichtet.
Es lässt sich demzufolge kaum objektiv nachvollziehen, inwiefern durch solch „versehentliche Ereignisse“, die keine Fortsetzung in der Schwangerschaft finden, überhaupt eine Schädigung zu erwarten ist.
Alkohol ist berechtigterweise als der bedeutsamste vorgeburtliche Schadstoff beim Kind zu bezeichnen. Und er ist gilt ebenfalls heute als die häufigste nicht genetische Ursache einer geistigen Entwicklungsverzögerung. Es werden in Deutschland pro Jahr ca. 2.200 Kinder mit dem Krankheitsbild der Alkoholembryopathie geboren.
Um ein vielfaches höher ist die Zahl der Kinder mit Alkoholeffekten, die ohne sichtbare Veränderungen, zum Beispiel mit Lern- und Verhaltensstörungen, mit Hirnleistungsschwächen aufwachsen und deren Mütter abhängig, missbräuchlich, vor allem episodenhaft exzessiv und auch gewöhnlich getrunken hatten.
In jedem Fall sollte für den weiteren Schwangerschaftsverlauf auf Alkohol ausnahmslos verzichtet werden.
Wenn es also „nur“ dazu gekommen ist, dass eine Frau in der Frühschwangerschaft noch das ein oder andere Mal Alkohol in Unwissenheit getrunken hat, werden wir in aller Regel keine weitere Diagnostik veranlassen und es dürfte auch faktisch unmöglich sein, hier in der Schwangerschaft etwaige Folgen nachweisen zu können.
Stimmen Sie sich dazu aber immer auch mit Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt ab.
Sie können bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de) zu genau diesem Thema eine sehr informative Broschüre mit dem Titel „Andere Umstände – neue Verantwortung“, herunterladen.
Die Internetadresse ist

(letzter Abruf 10.05.2018)
Liebe Grüße
VB
Quellen
Bergmann, R. L., Spohr, H.-L., Dudenhausen, J. W. (Hrsg)(2006). Alkohol in der Schwangerschaft – Häufigkeit und Folgen, München: Urban & Vogel
Bergmann, R.L., Richter, R., Milto, C., Michel, B., Dudenhausen, J. W. (2006). Epidemiologie des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft, in: Bergmann, Spohr, Dudenhausen (Hrsg). Alkohol in der Schwangerschaft – Häufigkeit und Folgen, München: Urban & Vogel
Feldmann, R. (2006). Psychopathologie bei Kindern und Jugendlichen mit Fetalem Alkohol-Syndrom, in: Bergman, Spohr, Dudenhausen (Hrsg.). Alkohol in der Schwangerschaft – Häufigkeit und Folgen. München: Urban & Vogel. 93-101
Löser, H. (1999): Alkohol und Schwangerschaft – Alkoholeffekte bei Embryonen, Kindern
und Jugendlichen. In: Singer, M.V.; Teyssen, S. (Hrsg.): Alkohol und
Alkoholfolgekrankheiten. Springer, Berlin
Majewski, F. (1987). Die Alkohol-Embryopathie, Frankfurt/M.: Umwelt – und Medizin – Verlag
Merzenich, H., Lang, P. (2002). Alkohol in der Schwangerschaft – Ein kritisches Resumee. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung Bd 17
Stratton, K. R., Howe, C. J., Battaglia, F. C. (Hrsg.) (1996). Fetal Alcohol Syndrome: Diagnosis, Epidemiology, Prevention, and Treatment. Washington D.C.: National Academy Press

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 12.11.2012

Alkohol in der Schwangerschaft

Frauen reagieren schneller auf Alkohol als Männer. Bei gleicher Alkoholmenge steigt ihr Alkoholspiegel im Blut wesentlich rascher, was durch das geringere Körpergewicht, einen höheren Fettanteil im Körper und auch einen hormonell verlangsamten Abbau des Alkohols bedingt ist. Schon 20 g Alkohol pro Tag (das entspricht etwa 0,2 l Wein oder 0,5 l Bier) führt auf Dauer zu einer Schädigung aller Körperorgane.

In der Schwangerschaft wird aber nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die des ungeborenen Kindes gefährdet – bis hin zum sogenannten Fetalen Alkoholsyndrom. Auch steigt das Risiko einer Fehlgeburt um das Doppelte bis Vierfache. Zudem erschwert Alkohol bei der Schwangeren die Aufnahme und Verwertung vieler wichtiger Nährstoffe und Vitamine, vor allem wenn – wie häufig – die Alkoholaufnahme mit Rauchen verbunden ist.

Linktipp

Weiterführende Informationen: www.suchtschweiz.ch.

Adressen von Suchtfachstellen: www.infoset.ch.

Nicht nur die Kinder von echten Alkoholikerinnen sind betroffen, sondern von allen Frauen, die regelmässig Alkoholika konsumieren. Zwar ist deutlich eine Dosis-Abhängigkeit zu erkennen: 40% aller Frauen, die in der Schwangerschaft stark trinken, bekommen ein Kind mit fetalem Alkoholsyndrom – 11% der Frauen, die nur mässig trinken jedoch auch! Der Grund: Die Substanzen, die der Körper beim Alkoholabbau produziert, sind von Mensch zu Mensch verschieden.

Es gibt noch keine eindeutigen Hinweise dafür, dass der gelegentliche Genuss von Alkohol Ihrem Baby während der Schwangerschaft schadet. Aber es gibt auch keinen Grenzwert, bis zu dem Alkoholgenuss in der Schwangerschaft völlig unbedenklich ist. Um sicher zu gehen, sollte man deshalb in der Schwangerschaft ganz auf Alkohol verzichten. Wir geben Ihnen einige Tipps, wie Sie die Null-Promille-Grenze einhalten können.

Alkohol: Die besten Ausreden, wenn man die Schwangerschaft noch geheim halten will

Viele werdende Mütter machen sich Sorgen, wenn sie in den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung Alkohol getrunken haben – vor Ausbleiben der Regelblutung und damit zu einem Zeitpunkt, als sie noch nicht wussten, dass sie schwanger waren. Doch keine Angst: In dieser Zeit können sich schädliche Substanzen nur auf den gesamten Embryo, aber noch nicht auf die embryonalen Organe auswirken, weil diese noch gar nicht entstanden sind. Bis zum Beginn der 5. Schwangerschaftswoche (gezählt vom 1. Tag der letzten Periode) gilt noch die sogenannte „Alles-oder-Nichts“-Regel. Das bedeutet, dass es entweder zu einer Schädigung der ganzen Fruchtanlage und somit zur Fehlgeburt kommt – oder gesunde Zellen übernehmen die Funktion der geschädigten Zellen und die Schwangerschaft geht unbeeinflusst weiter.

Häufige Fragen zum Thema

Wieviel Alkohol ist in der Schwangerschaft gerade noch erlaubt?

Warum ist es gefährlich, wenn ich in der Schwangerschaft Alkohol trinke?

Aus Versehen habe ich (28. SSW) vor ein paar Tagen eine Alkoholpraline gegessen. Hat das meinem Baby geschadet?

Wie sieht es aus mit alkoholfreiem Bier in der Schwangerschaft?

Kurz vor dem positiven Schwangerschaftstest habe ich auf einer Party ein bisschen zuviel Alkohol getrunken. Hat das meinem Kind geschadet?

Kochen mit Alkohol – geht das noch in der Schwangerschaft?

Wissen

Absolut kein Alkohol!

Newsticker

Die unterschätzte Gefahr | 08.09.2019

In der Schweiz werden jedes Jahr ca. 200 Babys mit schweren geistigen Behinderungen durch das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) geboren – und über 1000 mit etwas weniger ausgeprägten Gesundheitsstörungen durch die Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD). Zum „Tag des alkoholgeschädigten Kindes“ am 9. September fordern Fachleute daher mehr Aufklärung. Vielen Schwangeren ist nicht bewusst, wie schwer sie ihr Kind durch Alkoholkonsum schädigen können – mehr noch als durch Rauchen! Eine unbedenkliche Menge gibt es nicht, auch wenn der Grad der Schäden mit dem Konsum ansteigt. Das Spektrum reicht von leichten neurologischen Anomalien wie Verhaltensauffälligkeiten oder verminderter Intelligenz bis hin zu schweren geistigen und körperlichen Behinderungen mit Wachstumsstörungen, Herzfehler, Sprachstörungen, Hyperaktivität, Konzentrationsbeschwerden und verstärkter Aggressivität. Die meisten Kinder mit FAS sind lebenslang auf fremde Hilfe angewiesen.

IRIS hilft…: Alkohol und Zigaretten in der Schwangerschaft können schwerwiegende Schäden beim ungeborenen Kind zur Folge haben. Trotzdem hören viele schwangere Frauen nicht damit auf. Ein Online-Angebot des Universitätsklinikums Tübingen unterstützt nun dabei: IRIS II (www.iris-plattform.de/). Das Programm ist kostenlos und dauert zwölf Wochen. Die Teilnehmerinnen können zwischen einem speziellen Tabakprogramm, einem Alkoholprogramm oder einem Programm bei kombiniertem Konsum wählen. Sie erhalten wöchentlich persönliche E-Mail-Unterstützung durch einen professionellen E-Coach. Dabei werden bewährte und in ihrer Wirksamkeit gut untersuchte (psycho-) therapeutische Techniken angewandt. Zudem wird einem Rückfall vorgebeugt und der Partner eingebunden. (swissmom Newsticker, 26.8.2015)

Letzte Aktualisierung : 30-08-16, BH

Manchmal braucht es drastische Bilder, um Menschen wachzurütteln. Die Kampagne Too Young To Drink setzt auf die Schockmethode: Auf ihren Plakaten sind ungeborene Babys zu sehen, an der Nabelschnur, friedlich schlafend, Beinchen und Ärmchen in Embryonalstellung nah am Körper. Nur schwimmen sie nicht im Fruchtwasser einer Gebärmutter, sondern in Flaschen voller Sekt, Bier, Whiskey, Wodka. Daneben der Hinweis: „Alkohol in der Schwangerschaft kann dem ungeborenen Kind lebenslange Schäden zufügen.“

Die Kampagne mahnt seit 2014 werdende Mütter davor, in der Schwangerschaft zu trinken. Und zwar kein bisschen. Schon wenig Alkohol könne dem Fötus im Mutterleib schaden – an den Folgen leide der Mensch dann ein Leben lang. Ist das wirklich wahr?

Eine Studie verunsichert Schwangere

Kürzlich erschien eine Überblickstudie von Wissenschaftlern der Uni Bristol (BMJ Open: Mamluk et al., 2017), die werdende Mütter verunsichern dürfte. Sie scheint an der 0,0-Promille-Empfehlung zu rütteln. Doch das täuscht. So schrieb der britische Guardian, die Forscher hätten kaum Belege dafür gefunden, dass es schädlich sei, in der Schwangerschaft gelegentlich zu trinken. Und das stimmt auch: Die Forscher hatten 24 Studien analysiert, doch in keiner davon war es Neugeborenen, deren Mütter in der Schwangerschaft mal ab und zu ein Bier, einen Wein oder Sekt getrunken hatten, körperlich auffällig schlechter gegangen als denen abstinenter Mütter. Mögliche geistige Schäden ließen sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen. Unter wenig Alkohol verstanden die Forscher hierbei bis zu 32 Gramm pro Woche. So viel ist in rund 364 Millilitern elfprozentigem Wein enthalten. Um wöchentlich unter dieser Menge zu bleiben, wäre an drei Tagen der Woche ein kleines Glas erlaubt.

„Nicht nachgewiesen“ heißt nicht „harmlos“

Für Schwangere, die es mit dem Alkohol nicht so genau nehmen, mag das erleichternd klingen. Aber Vorsicht – hier droht ein Trugschluss. Nur weil etwas nicht durch Studien belegt ist, kann es trotzdem wahr sein. Deshalb warnen Ärzte weiterhin auch vor geringen Mengen Alkohol in der Schwangerschaft und Stillzeit. Sie kritisieren, dass die Folgen mäßigen Trinkens kaum erforscht seien: Die Studienlage sei schlecht, schreiben auch die Autoren der aktuellen Übersichtsstudie. Bis man es nicht besser wisse, sollten Schwangere absolut kein Risiko eingehen. Und vieles spricht eher für ein Risiko fürs Baby.

Was man nämlich heute schon sicher weiß: Das ungeborene Kind trinkt bei jedem Glas mit. Alkohol wandert ungebremst durch die Plazenta in den jungen Körper. Das Problem bei wissenschaftlichen Untersuchungen, die das Risiko in Relation zur Menge an Alkohol setzen, ist nur: Während Schäden durch starken Alkoholkonsum relativ gut erfasst werden können, sind solche durch leichteres Trinken schwer feststellbar.

Wir können nicht ausschließen, dass es trotzdem zu kognitiven Schäden kommen kann, die sich beispielsweise erst im Schulalter zeigen. Hans-Ludwig Spohr, Arzt für alkoholgeschädigte Kinder

Schwerer Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zeige sich schon früh, etwa weil die Neugeborenen besonders klein sind und veränderte Gesichtszüge aufweisen, sagt der Kinderarzt und Neuropädiater Hans-Ludwig Spohr. Er leitet an der Berliner Charité ein Diagnosezentrum für Patienten, die als alkoholgeschädigte Babys zur Welt gekommen sind. Er hat mehr als 40 Jahre Erfahrung mit solchen Kindern. „An Babys, die im Mutterleib geringen Alkoholmengen ausgesetzt waren, lassen sich direkt nach der Geburt aber keine offensichtlichen Schäden feststellen“, sagt Spohr. „Aber wir können nicht ausschließen, dass es trotzdem zu kognitiven Schäden kommt, die sich erst im Schulalter zeigen“, etwa Lernschwierigkeiten, Konzentrationsstörungen, Unruhe und aggressives Verhalten. „Ärzte können dann aber oft kaum noch feststellen, ob Alkohol im Mutterleib der Grund dafür ist“, sagt Spohr. Deshalb sei die Studienlage so miserabel.

Auffällige Patienten, die zu Spohr ins Diagnosezentrum kommen, untersucht der Spezialist auf Fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD). Jedes Jahr kommen in Deutschland schätzungsweise 3.000 bis 4.000 Kinder mit mehr oder minder ausgeprägten Formen zur Welt. Dies wäre zu 100 Prozent vermeidbar, würden Frauen in der Schwangerschaft nicht trinken.

Experten fürchten, dass viele Kinder mit so einer Behinderung gar nicht erfasst werden, und gehen von bis zu 7.500 betroffenen Neugeborenen jährlich aus. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) spricht von 10.000 Kindern, die bei ihrer Geburt alkoholgeschädigt sind.

Unruhig, reizbar, aggressiv

Zu erkennbaren Schäden kommt es schon, wenn Schwangere etwa 120 Gramm Alkohol pro Woche trinken (International Journal of Epidemiology: Ogston & Parry, 1992). Das entspricht einem Glas Wein pro Tag. Die Folgen begleiten die Kinder ein Leben lang.

Schon als Säuglinge weisen sie Regulationsstörungen auf. Sie lassen sich von ihren Eltern nur schwer beruhigen, wenn sie schreien, schlafen und essen schlecht. Im Kleinkindalter zeigen sich ADHS-Symptome, wie Unruhe oder leichte Reizbarkeit. Der soziale Kontakt fällt ihnen bereits schwer. Als Jugendliche sind diese Kinder überdurchschnittlich häufig aggressiv bis gewalttätig oder depressiv. Einfache Sachzusammenhänge erschließen sich ihnen nicht. Sie können sich Worte nicht merken und vergessen immer wieder das Einmaleins. Es kann ihnen schwer fallen, Bindungen einzugehen, worunter sie leiden. Noch als Erwachsene können sich die meisten nicht selbst versorgen und brauchen lebenslange Betreuung.

Du hast deine Schwangerschaft erst nach ein paar Wochen bemerkt und noch Alkohol getrunken? So schlimm ist das wirklich.

Ein US-amerikanisches Gesundheitsinstitut hat jetzt gefordert, dass Frauen, die nicht verhüten und sexuell aktiv sind keinen Alkohol mehr trinken dürfen. Hintergrund ist ein Regierungsreport, der sich mit der Gefahr durch Alkohol für das Ungeborene in den ersten Schwangerschaftswochen befasst.

Wie gefährlich ist Alkohol in den ersten Schwangerschaftswochen wirklich?

Die Zahlen des Reports sind erschreckend: 3 von 4 Frauen hören nicht auf zu trinken, obwohl sie aufhören zu verhüten. „Alkohol kann der Entwicklung des Babys nachhaltig schaden, bevor eine Frau überhaupt weiß, dass sie schwanger ist“, so die Direktorin des Forschungsinstitut Anne Schuchat.

Wie die Studie herausfand sind derzeit 2 – 5 von 100 Kindern durch das frühe Trinken betroffen. Die Folgen können ganz unterschiedlich sein. Auch das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) soll im Zusammenhang mit Alkoholkonsum stehen.

„Jede Frau, die versucht schwanger zu werden oder es ist – und ihr Partner – wünschen sich ein gesundes Baby. Aber trotzdem machen sie sich keine Gedanken darüber, dass jeder Alkohol zu jedem Zeitpunkt einer Schwangerschaft eine Reihe von Behinderungen auslösen kann“, erklärt Colleen Bayle, ebenfalls beteiligt an der Studie.

In den USA werden jetzt Maßnahmen ergriffen um Frauen auf die Probleme aufmerksam zu machen, die Alkohol auch schon in den ersten Schwangerschaftswochen auslösen kann. Das Ziel ist es, die Fälle von Folgen durch Alkohol in den frühen Schwangerschaftswochen auf ein Minimum zu bringen.

Panik ist nicht nötig

Alkohol kann Entwicklungsschäden hervorrufen – muss es aber nicht! Wissenschaftler gehen davon aus, dass zu Beginn der Schwangerschaft – vor allem in den ersten vier Wochen nach der letzten Regelblutung – die Häufigkeit für Anomalien und Missbildungen höher sind. In den späteren Wochen ist die Entwicklung der Intelligenz und der Sozialentwicklung in Gefahr.

Wer jetzt Panik bekommt: Natürlich ist es sinnvoll ab dem Zeitpunkt, an dem du schwanger werden möchtest aufzuhören Alkohol zu trinken. Allerdings werden viele Frauen auch unbewusst schwanger und merken die Schwangerschaft erst beim Ausbleiben der Periode oder sogar noch später.

Sicher kennst du auch viele Freundinnen, denen es so ging. Aber dennoch entwickeln sich fast alle Babys ganz normal. Deshalb gibt es keinen Grund zur Panik. Aber natürlich sollte jede werdende Mutter sofort aufhören zu trinken, wenn sie merkt, dass sie schwanger ist. Das steht ganz außer Frage. Doch viele Mütter machen sich viele Gedanken und bekommen Angst, weil sie in den ersten Schwangerschaftswochen Alkohol getrunken haben.

Zudem spielt das Maß eine Rolle: Mal ein Glas Wein oder ein Bier sind etwas anderes als, wenn man jeden Tag zum harten Alkohol greift. Viele Ärzte werden bestätigen, dass ein Fingerhut Rum in einer Torte in den ersten Schwangerschaftswochen kein Risiko für den Fötus darstellt. Deshalb, liebe Mamis, macht euch nicht zu viele Sorgen!

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