55 wochen schub anzeichen

Im ersten Jahr machen Babys insgesamt sieben sogenannte Entwicklungsschübe durch. Denn Babys und Kleinkinder entwickeln sich nicht immer gleichmäßig, sondern in Schüben. Diese Schübe sind zum Teil gefürchtet (wie der 19 Wochen-Schub beim Baby) und für Eltern meist sehr anstrengend, dafür erlernen Babys in diesen Wochen besonders viele neue Fähigkeiten, die den Alltag mit dem Baby nach den Schüben erleichtern können. Welche Fähigkeiten das im 55-Wochen Schub sind und wie Du mit den Veränderungen am besten umgehen kannst, erfährst Du in diesem Artikel.

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Hat das Baby den 55 Wochen Schub? – Anzeichen und Symptome

Etwa um den 1. Geburtstag herum kommt bei Babys noch einmal ein Entwicklungsschub, der es in sich hat. Der 8. Wachstumsschub ist auch der erste Wachstumsschub beim Kleinkind und der letzte in „O je ich wachse“ und ähnlichen Ratgebern beschriebene Schub beim Baby. Meist beginnt er in der 51. Woche und endet 4 Wochen später. Für viele ist der 55-Wochen Schub der heftigste der 8 Wachstumsschübe beim Baby.

Schlaf

Denn Ein Wachstumsschub beim Baby wirkt sich häufig auch auf das Schlafverhalten aus. Dein Baby schläft jetzt vielleicht nur noch einmal statt mehrmals am Tag. Zusätzlich hat es in dieser Zeit möglicherweise Schwierigkeiten einzuschlafen und Du hast das Gefühl, es will einfach nicht.

Viele Kinder wachen während des 55-Wochen Schubs nachts häufig auf und haben Hunger / Durst. Stillkinder verweigern in diesen Tagen jegliche Ersatzberuhigung wie Schnuller oder Flasche, alles außer der mütterlichen Brust führt zu Wutanfällen und längeren Wachphasen. Einschlafrituale werden in dieser Zeit besonders wertvoll.

Viele denken jetzt ans Abstillen oder ein eigenes Kinderzimmer, verständlicherweise. Aber Vorsicht, das kann nach hinten losgehen und die Situation noch schwieriger machen. Denn das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Dein Kind sich anders beruhigen lässt oder weniger häufig aufwacht, auch wenn Dir das Außenstehende vielleicht suggerieren. Warte lieber bis nach dem Schub, dann beruhigt sich die Situation. Häufig kommen auch gleichzeitig Zähne, die Dein Baby durch das Zahnen so unruhig schlafen lassen.

Tagsüber sind Kinder nach dem ersten Geburtstag sehr aktiv, wollen weniger stillen oder zeigen teilweise mäkeliges Essverhalten, nur Milch noch.

Phasenweise sind sie sehr anhänglich oder fremdeln wieder. Weil sie in dieser Zeit anfangen, den eigenen Willen zu entwickeln und damit zu experimentieren, kommt es auch zu ersten Wutausbrüchen und viele denken schon an die berüchtigte Trotzphase. Weil sie ihre Wünsche und ihren Willen noch nicht adäquat kommunizieren können und die Eltern häufig schlicht nicht verstehen, was sie wollen, führt das zu vielen frustrierenden Situationen für Dein Kind. Nach außen hin wirken sie deshalb aufbrausend, launisch und trotzig.

Motorisch beginnen viele Kinder in dieser Zeit mit dem Laufen lernen, Türme bauen und Nachahmen von Alltagsvorgängen. Auch das Interesse an (Bilder)Büchern kommt jetzt auch zu Tage.

Wir selbst sind große Freunde von Kinderbüchern und können Dir dazu ein paar sehr schöne anthroposophische Kinderbücher empfehlen.

Neue Fähigkeiten eines 55 Wochen altes Baby: Das passiert im Kopf

Doch warum benehmen sich Kinder jetzt so? Das liegt daran, dass kognitiv in dieser Zeit einiges passiert. Kinder lernen im 55-Wochen-Schub die sogenannten „Programme“ kennen. Das bedeutet, sie verstehen, dass bestimmte Vorgänge nicht immer in derselben Reihenfolge (Reihenfolgen erlernen Babys im 7. Wachstumsschub) ablaufen müssen, um zum selben Ergebnis zu kommen.

Kinder versuchen stattdessen verschiedene Variationen von Programmen – auch und vor allem beim Essen: Was kann man alles nutzen, um Essen in den Mund zu befördern? Kann man den Kartoffelbrei noch essen, nachdem er im Wasserglas war? Kann man das Wasser auch vom Tisch trinken? Das kann sehr anstrengend und nervig sein, vor allem im Zusammenhang der Sauberkeit am Essenstisch.

Wenn Dir das zu viel ist, versuche vielleicht, andere Bereiche zu finden, wo sich Dein Kind ausprobieren kann. Oder passe die Umgebung so an, dass das Matschen vorübergehend okay ist.

Ansonsten interessiert sich Dein Kind jetzt für alles, was um es herum vor sich geht – und will selbst ausprobieren. Das ist nicht immer ganz einfach, vor allem, wenn es darum geht, die zerbrechlichen Gläser in die Geschirrspülmaschine zu räumen oder mit dem triefenden Mopp den Boden zu wischen. Du wirst in dieser Zeit sehr viel Geduld, Zeit und Nerven brauchen.

Das Schöne an diesem Schub ist, Du hast etwas, worauf Du Dich wirklich freuen kannst. Denn wenn der Schub vorbei ist, ist Dein Baby ein richtiges Kleinkind. Es wird nicht nur viele neue Spiele spielen, mehr Interesse an seiner Umgebung haben und sich sprachlich weiterentwickeln, es kann jetzt auch lernen, geduldig zu sein. Denn es versteht jetzt, dass Programme ein Ende haben und dass es z.B. warten muss, bis die Mutter ein Programm zu Ende gebracht hat, bevor sie sich seinen Bedürfnissen widmen kann.

Spiele, mit denen Du Deinem Baby um den ersten Geburtstag herum eine Freude machst

Einfache Steckpuzzles

Ein Steckpuzzle eignet sich hervorragend für das üben von Programmen. Denn es gibt viele verschiedene Abfolgen, die zum selben Ziel führen: Egal, welches Teil man als erstes und welches als letztes einfügt, das Puzzle ist am Ende fertig gebaut.

Goki 57873 – Steckpuzzle – Bauernhof VII* von Goki

  • Ein sehr schönes und einfaches Steckpuzzle
  • Sehr gut geeignet für den Einstieg kleiner Kinderhände in die Puzzlewelt durch die extra großen Holzknöpfe
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Puppe und Puppenkleidung

Mit einer Puppe können Kinder so viel aus ihrem eigenen Alltag üben: Anziehen, Umziehen, Zähne putzen, wickeln, füttern.

Spielküche

Viele Kinder haben schon vor dem ersten Geburtstag eine Spielküche. Doch nach dem 55-Wochen Schub können sie wirklich etwas damit anfangen: Jetzt wird gekocht und gebacken und gerührt und serviert, dass es eine wahre Freude ist.

Hape E8018 Küchentraum, weiß* von Hape

  • Holz
  • 5teilig
  • Vorstellungskraft

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Handfeger, Wischer oder andere Haushaltsgeräte

Kinder, die den 55-Wochen Schub durchlaufen haben, wollen nun so viele „Programme“ wie möglich selbst ausprobieren. Das heißt, sie wollen im Haushalt „helfen“. Je mehr Haushaltsgeräte Du ihnen dafür zur Verfügung stellen kannst, umso besser.

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Bild: © Angel Simon / Adobe Stock

Mit der 55. Lebenswoche läutet der achte Wachstumsschub an der Türe. Nun liegt der erste Geburtstag eures Kindes hinter euch. Ein Jahr voller schöner Momente und spannender Phasen. Dieser Wachstumsschub trifft euch allerdings mit einer gewaltigen Kraft und wird euch vielleicht das ein oder andere graue Haar bescheren.

Als meine Tochter in diesen Schub kam, wurde mir klar, wie sich die Mütter fühlen, die man sonst im Supermarkt mit mitfühlendem Blick anschaut, wenn sie eines ihrer Kinder wütend und bockig hinter sich her schleifen. Genau so eine Mutter war ich nun auch! ? Meine Tochter wollte die dritte Packung Gummibärchen – ein Nein meinerseits folgte – und schon lag sie schreiend auf dem Boden. Egal wer an uns vorbei ging – alle schauten zu uns. Sehr peinlich!

Im Video: Keine Angst vor den Schüben!

(Video startet eventuell nach einer Werbung)

Ab diesem Zeitpunkt war klar: „Hallo liebe Trotzphase!„.

Mein Mantra zu dieser Zeit war wie in Stein gemeißelt: Das ist nur eine Phase – nur eine Phase – nur eine Phase! Dieser Schub beginnt meist in der 50./51. Woche und dauert locker zwischen 4 und 5 Wochen.

Die Kinder kennen nun nicht nur ihren Willen, sondern wollen diesen auch mit allen Mitteln durchsetzen. Problem dabei – meistens können die lieben Kleinen ihre Wünsche noch nicht kommunizieren. Eltern raten also drauf los, was ihr Kind wohl gerade meint oder möchte. Oftmals geht dieser Versuch schief und das Kind wird vor lauter Verzweiflung geradezu hoch explosiv.

Auch das Schlafen wird zu einem regelrechten Machtkampf. Eure Kinder werden in den nächsten Wochen den Schlaf als absolut unnötig betrachten. Sind sie dann jedoch endlich eingeschlafen, werden sie häufig wach und verlangen nach der Brust oder Flasche. Wer sein Kind nun mit Wasser oder Tee abspeisen möchte, wird heftige Gegenwehr ernten!

Die Kinder tauchen mit diesem Sprung in die Welt der „Programme“ ein. Bisher haben sie gelernt, dass bestimmte Ereignisse in einer Reihenfolge ablaufen. Nun lernen sie, dass die starre Reihenfolge in der Welt der Programme aufgelöst werden kann. Sie verstehen jetzt, dass man zum Beispiel erst die Hose und dann den Pullover anziehen kann, anstatt wie gewohnt anders herum. Auch wird ihnen klar, dass man mit den selben Bausteinen verschiedene Dinge bauen kann. All das nennt man „Programme“.

Dies ist jedoch auch die Lernphase, in der viel mit dem Essen „gespielt“ wird. Euer Kind wird auch hier versuchen, andere Programme auszuprobieren, um an sein Ziel (Essen im Mund) zu gelangen.

Ich selbst habe in diesem Schub lernen müssen, auf wie viele verschiedene Arten und Weisen das Essen im Mund (aber vor allen Dingen auch auf dem Boden) landen kann. Meine Tochter musste nach jedem Essen komplett neu eingekleidet werden, und ich durfte einmal feucht durchwischen.

Tipps für den Alltag

Da eure Kinder nun die eigenen Programme begreifen können, sind sie ebenfalls in der Lage, Programme die ihr ausführt zu verstehen. Ihr könnt ihnen also jetzt erklären, dass ihr erst etwas zu Ende bringen möchtet, bevor ihr Zeit für euer Kind habt. Zum Beispiel: zuerst die Hände zu waschen, bevor ihr gemeinsam ein Buch anschauen könnt.

Sollte euer Kind einen Wut- oder Trotzanfall bekommen, dann überlegt, ob es zuvor eine Situation gab, in der es versucht hat, euch etwas mitzuteilen. Denn dann wäre die Reaktion eures Kindes eine pure Verzweiflung (es weiss ja ganz genau, was es will. Wieso also verstehen seine Eltern es dann nicht?).

Das erleichtert natürlich nicht die Situation im Supermarkt, wo sich das liebe Kind auf den Boden wirft, aber es erklärt euch sein Verhalten.

Artikelreihe: Die Wachstumsschübe

0. Jeder Schub eine neue Fähigkeit

1. Wachstumsschub – Wahrnehmung

2. Wachstumsschub – Muster

3. Wachstumsschub – fließende Übergänge

4. Wachstumsschub – Ereignisse

5. Wachstumsschub – Zusammenhänge

6. Wachstumsschub – Kategorien

7. Wachstumsschub – Reihenfolge

8. Wachstumsschub – Programme

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Wachstumsschub: Babys 8 Entwicklungsphasen

Dies geschieht fast immer im Nervensystem des Kindes. Plötzlich ist das kindliche Nervensystem in der Lage, mehr Dinge zu leisten. Das Kind kann etwas, was vorher noch unmöglich war.

Wachstumsschübe beim Baby: Alles was Sie wissen müssen

Dies beginnt mit der Wahrnehmung und erweitert sich später auf die Fähigkeit den Körper genauer zu steuern und zu kontrollieren – Lernprozesse passieren. Für das Baby ist dies ein großer Sprung, den es in der Regel nicht so ohne Weiteres wegsteckt. Es ist überfordert, weint und ist unzufrieden, weil es nicht versteht, was da passiert ist.

Anzeichen und Dauer eines Wachstumsschubes

Hat das Baby einen dieser Schübe, braucht es in dieser Zeit mehr Aufmerksamkeit, will manchmal mehr essen oder gar nicht, und braucht einfach die körperliche Nähe der Mutter, weil dies ihm Sicherheit gibt und es beruhigt. Auch kann es sein, dass das Kind in dieser für es schweren Zeit einfach weniger schläft und ständig weint, weil es die neuen Eindrücke oder Fähigkeiten nicht so leicht verarbeiten kann.

Gleichzeitig steigt der Nahrungsbedarf des Kindes an. Wird es noch gestillt, wird der gesteigerte Bedarf durch vermehrtes Anlegen reguliert. Viele stillende Mütter miss-interpretieren das viele Weinen ihres Kindes als ein Zeichen, dass diese von der Muttermilch nicht mehr satt werden und beginnen mit dem Zufüttern. Aber: Es ist kein Grund das Kind abzustillen. Schon nach kurzer Zeit hat die mütterliche Brust sich an den gesteigerten Bedarf gewöhnt und produziert mehr Milch.

Normalerweise dauert solch ein Schub ungefähr eine Woche an. Danach hat das Baby gelernt, mit seinen neuen Fähigkeiten klarzukommen. Es folgt eine ruhigere Phase, in der das Baby zufriedener ist, weil es nun die neuen Fähigkeiten ausprobiert und mit deren Hilfe alleine die Welt ein Stück weiter erobern kann.

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Wann ist mit den Wachstumsschüben zu rechnen?

In der Regel finden diese Wachstumsschübe bei allen Babys im gleichen Alter statt. Abweichungen finden sich nur bei Frühgeborenen oder bei denen, die erst weit nach dem errechneten Temin geboren wurden.

Ist das Kind beispielsweise 4 Wochen zu früh geboren, kann davon ausgegangen werden, dass der Wachstumsschub erst 4 Wochen später stattfindet, als bei gleichaltrigen Kindern die zum ET geboren sind. Kinder, die zwei Wochen zu spät geboren sind, erfahren diese Schübe bereits zwei Wochen vor gleichalten.

In der Regel finden in den ersten 14 Monaten acht solcher Wachstumsschübe statt. Sie laufen, zumindest, was das Verhalten der Babys angeht, immer gleich ab.

Es ist unzufrieden, weint viel, braucht intensiven Körperkontakt und schläft wenig. Leidglich die Länge der einzelnen „Gewöhnungsprozesse“ kann etwas variieren.

Im Alter von 5, 8, 12, 19, 26, 37, 46 und 55 Wochen macht das Kind einen Wachstumsschub durch, der je nach Intensität des Schubes von wenigen Tagen bis hin zu 4 Wochen dauern kann.

Es ist unzufrieden, weint viel, braucht intensiven Körperkontakt und schläft wenig. Leidglich die Länge der einzelnen „Gewöhnungsprozesse“ kann etwas variieren. Im Alter von 5, 8, 12, 19, 26, 37, 46 und 55 Wochen macht das Kind einen Wachstumsschub durch, der je nach Intensität des Schubes von wenigen Tagen bis hin zu 4 Wochen dauern kann.

Wachstumsschub Babys

Was passiert bei einem Wachstumsschub?

Bei den ersten Wachstumsschüben geht es fast immer um die Sinneswahrnehmungen. Zum Beispiel kann das Baby plötzlich scharf sehen, es kann mit seinen Augen etwas fokussieren. War die Welt für es vorher immer nur ein unscharfes, buntes Etwas, kann es plötzlich Dinge scharf sehen und genaue Umrisse und Formen erkennen. Dies mag das Kind im ersten Moment erschrecken, ihm vielleicht sogar Angst machen.

Und genau das ist die Zeit, in der das Kind unzufrieden scheint, vielleicht sogar extrem fremdelt. Aber sobald das Kind sich an diese neuen Eindrücke gewöhnt hat, genießt es diese sogar. Es probiert aus, lernt die Welt mit den neuen Möglichkeiten kennen und ist deswegen sehr mit sich selbst beschäftigt – es ist einfach zufriedener und kann sich gut selbst beschäftigen.

Bis es aber so weit ist, dass es sich an die neuen Fähigkeiten gewöhnt hat, sollte es von seiner Mutter viel Nähe bekommen. Denn der Geruch der Mutter gibt Sicherheit. Das Baby möchte vielleicht intensiver am Schnuller oder am Finger nuckeln, weil dies ihm ein Gefühl von Sicherheit gibt. Vielleicht möchte es in dieser Zeit aber auch gerade nicht nuckeln, sondern ist einfach nur überfordert und weint.

Junge Eltern sollten bei solch einem Schub immer daran denken: Wenn der Wachstumsschub überstanden ist, wird das Baby ruhiger und auch wieder zufriedener. Es gönnt seinen Eltern dann eine Pause bis zum nächsten Schub.

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Babys sind kleine Individualisten, und zwar von Anfang ihres Lebens an. Jedes Kind hat dabei sein ganz persönliches Tempo! Unterschiede in der Entwicklung von Gewicht, Körpergröße und Kopfumfang zeigen ein gesundes Wachstum an. Trotzdem durchlebt jedes Baby und Kleinkind mehre sogenannte Wachstumsschübe.

Was uns Tabellen lehren oder auch nicht

Baby Geburt bis 1. Geburtstag
Ungefährer Zeitpunkt Wachstumsschub Anzeichen „1. Hilfe“
6. bis 10. Tag nach Geburt 1.
  • Unruhe,
  • Unzufriedenheit,
  • Geschrei,
  • Still- bzw. Hungerzeichen beim Flaschenkind,
  • nimmt wenig Trost an
  • vermehrter Körperkontakt
  • Sicherheit geben durch Stimme, Geruch
  • häufig stillen oder Flasche geben
4. bis 6. Lebenswoche 2.
(8./9. Lebenswoche) 3. nicht bei allen Babys!
  • trinkt schlechter
  • schläft unruhiger
  • lutscht oft heftig
  • s.o.
10. bis 12. Lebenswoche 3./ 4.
um 24. Lebenswoche herum 4./ 5.

individuell, auch später

  • schläft schlechter
  • will nachts häufiger stillen
  • benutzt häufig Schnuller oder Daumen
37. Lebenswoche
  • s.o.
46. Lebenswoche
  • s.o.
55. Lebenswoche
  • s.o.

Merke: Tabellen enthalten immer nur Durchschnittswerte! Bücher über eine
Normalentwicklung genau so, auch wenn manche Angaben schwanken.

Baby-Girls entwickeln sich anders als Baby-Boys

Zeitliche Unterschiede beim Auftreten der Wachstumsschübe sind normal. Manchmal fallen sogar ganz weg. Sie sollten aber nicht verwundert sein, wenn plötzlich Babys Strampler zu klein ist!

Ob ein Baby am Geburtstermin das Licht der Welt erblickt oder sich aus Neugierde schon früher auf den Weg gemacht oder gar keine Lust zur Trennung aus dem A.I. Hotel hat, spielt eine Rolle.

Anzeichen und „1.Hilfe“ verändern sich allerdings wenig!

Hier noch einmal eine kleine Übersicht dieser Faktoren:

Nicht verzagen!

Die Dauer des Wachstumsschubs kann sich zwischen vier Stunden (meine kürzeste Beobachtung) bis zu einer Woche oder zehn Tagen hinziehen. Danach kehrt üblicherweise wieder Ruhe nach dem Sturm ein. Unser Baby ist freundlich und friedlich wie zuvor.

Wachstumsschübe beim Kleinkind

Bedingt durch die individuelle Entwicklung des Kleinkindes, lässt sie sich deutlich schwieriger in Tabellenform erfassen. Das Längenwachstum verlangsamt sich deutlich innerhalb der ersten zwei Lebensjahre. Während der ersten drei Lebensmonate wachsen Kinder mehr als 1mm/Tag, im 3. Lebensjahr dagegen durchschnittlich fünfmal weniger. Ähnliche Beobachtungen machen die Eltern auch beim Gewicht. Da sie ihre Kleinkinder täglich sehen, fällt eine Veränderung meist gar nicht mehr oder nur sehr wenig auf – höchstens dann, wenn das niedliche Kleidchen oder die fesche Hose nicht mehr passen will.

Kleinkind 1. bis 3. Lebensjahr
Ungefährer Zeitpunkt Wachstumsschub Besonderheiten Hinweise
10.bis 24. Lebensmonat nur geringfügige Veränderungen im körperlichen Wachstum
  • Zahnen: Milchgebiss
  • Lutschen
  • Selbständiges Essen beginnt
  • ordentliche Zahnpflege vom ersten Zahn an
  • nächtliche Unruhe durch Wachstumshormon = normal!
  • keine Nuckelflasche
  • gemeinsame Mahlzeiten in der Familie
  • Zunehmende Kontrolle über Blasen- und Darmfunktion
  • Sauberkeitserziehung durch elterliches Vorbild und Selbständigkeit
24. bis 36. Lebensmonat nur geringfügige Veränderungen im körperlichen Wachstum
  • Isst selbständig mit Löffel

Was ist überhaupt ein Wachstumsschub?

Ein Wachstumsschub ist ein kleiner Zeitabschnitt (durchschnittlich
etwa 48 Stunden), der durch Längen- und/ oder Gewichtszunahme des Babys oder Kleinkindes gekennzeichnet ist. Damit ist deutlich, dass die kindliche Entwicklung nicht kontinuierlich verläuft.

Natürlich kann ein Wachstumsschub auch kürzer oder länger dauern. Er zeigt in jedem Fall den erhöhten Kalorienbedarf des Säuglings an. So entsteht ein Missverhältnis zwischen Angebot der Mutter und Nachfrage des Babys.

Wachstumsschübe unterscheiden sich übrigens von Entwicklungsschüben, die die Gesamtentwicklung des Babys/ Kleinkindes (körperlich, geistig) beschreiben. Anders formuliert beleuchtet ein Wachstumsschub nur einen begrenzten Ausschnitt aus der Gesamtentwicklung.

Das wunderbare weiße Lebenselixier Muttermilch verändert sich massiv sowohl in der Zusammensetzung, als auch in der Menge innerhalb der ersten zehn Lebenstage des Babys. Sie durchläuft Reifungsstufen:

Je mehr Kolostrum¹ innerhalb der ersten 30 Lebensstunden des Neugeborenen, entleert wird, umso bessere Chancen für eine gute Milchbildung bestehen. Da der Körper sehr effektiv arbeitet, wird Übergangsmilch erst gebildet, wenn kein Kolostrum mehr vorhanden ist.

Merke: Für die Stillpraxis bedeutet es, das Baby innerhalb der ersten 24
Lebensstunden 12-14x an die Brust zu nehmen.

Während die Übergangsmilch abnimmt, nimmt gleichzeitig reife Muttermilch zu.

Unser nachfolgendes Beispiel hat eine typische Situation aufgegriffen, die den ersten Wachstumsschub widerspiegelt.

Der erste Schock der Mutter

Anruf am Abend – 22.30 – Uhr bei der Hebamme: „Hilfe, meine Milch reicht nicht! Was soll ich denn bloß machen? Die Apotheke hat doch jetzt schon geschlossen.“ Frau L. hat vor sieben Tagen ein süßes kleines Mädchen zur Welt gebracht. Die ersten Tage nach der Geburt verliefen in einer friedlichen, freundlichen Atmosphäre zu Hause. Stillen der Kleinen ist kein Problem. Es wird von Mutter und Kind als schöne Zweisamkeit erlebt. Nun krieselt es offenbar, denn eine Urangst tritt plötzlich zu Tage: Mein Kind muss verhungern, wenn ich nicht genug Milch produziere.

Die Rolle des Kuschelhormons Oxytocin

Milchproduktion und –abgabe sind die beiden wichtigen Vorbedingungen für das Stillen. Sie werden durch zwei Hormone² geregelt: Prolaktin( Milchbildungshormon) und Oxytocin (Milchabgabehormon). Letzteres ist sensibel und verhält sich wie ein scheues Reh. Wenn es gestört wird, zieht es sich zurück oder flieht. Störungen sind vielfältiger Natur, zum Beispiel:

  • Angst
  • Aufregung
  • Schmerz
  • Stress, von dem es bekanntlich in den ersten Lebenstagen des Babys genug gibt
  • Wachstumsschub

Für die Stillpraxis bedeutet es, dass die Milch zwar gebildet ist, aber kein Milchfluss sichtbar oder fühlbar ist. Der Milchspendereflex³ wird nicht ausgelöst. Das Baby saugt energischer an der Brust, wird unruhig, unzufrieden und lässt die Brust schließlich, scheinbar ärgerlich, los. Was nun? Ursachenbeseitigung.

Wenn alle Brünnlein fließen…

Oxytocin wird bei jeder Hautberührung freigesetzt. Die Mutter legt ihr bis auf die Windel nacktes Kind einfach auf ihren nackten Oberkörper. Beide entspannen. Dann setzt auch der Milchspendereflex wieder ein und alle Brünnlein fließen.

Eine andere Möglichkeit, den Milchspendereflex auszulösen, ist eine Rücken- oder sanfte Brustmassage. Sanft ist wichtig, weil eine milchgefüllte Brust sehr schmerzempfindlich reagiert.

Manchmal hilft es auch, eine feuchtwarme Windel auf die Brust zu legen. Damit wird die Durchblutung angeregt, die Milch(nach- / neu)bildung verbessert und die Abgabe stimuliert.

Hilfe

Am besten weiß die Mutter Bescheid, wann solche Wachstumsschübe auftreten. Sie kann dann entspannter reagieren.

Legen Sie ihr Baby so oft an die Brust, wie es hungrig ist (Stillen nach Bedarf!). Je mehr und je länger es an der Brust trinkt, desto mehr Milch wird gebildet. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird innerhalb kurzer Zeit wieder hergestellt. Eine Flaschennahrung zuzufüttern, ist die schlechteste Variante!

Um den sechsten Lebensmonat herum kann auch der wirkliche Energiebedarf des Babys so gewachsen sein, dass es nach Beikost verlangt. Dann ist möglicherweise die Zeit für den Einsatz von Fingerfood reif.

Was zum Schluss bleibt, ist der Wunsch für gutes Wachstum und gestählte Nerven für die Eltern. Jeder Wachstumsschub geht einmal zu Ende!

¹ Ist die erste Milch, die schon während der Schwangerschaft in der Brust gebildet und oft ausläuft
² Signal- und Botenmoleküle, die der Regulation (Stimulation oder Hemmung) der verschiedenen Körperfunktionen dienen. Sie können von hormonbildenden Zellen in das umliegende Gewebe oder in die Blutgefäße abgegeben werden
³ Ist eine unwillkürliche Reaktion der Brust auf den Saugreiz des Babys. Sie führt durch das Hormon Oxytocin verursacht, zur Milchfreigabe.

Hier schreibt Hebamme Edeltraut Hertel ist Diplom-Medizin-Pädagogin, Hebamme und Krankenschwester. Sie arbeitete im In- und Ausland (8 Jahre Tansania, Katastropheneinsätze in Mazadonien, Sudan und Eritrea), und war fast 15 Jahre als freiberufliche Hebamme in Glauchau und Umgebung tätig. Von 2012 bis 2017 unterrichtete sie an der Med. Berufsfachschule der Klinikum Chemnitz gGmbH. Seit Sept. 2017 erfreut sie sich an ihrem Ruhestand, gibt aber gern aus ihrem Wissens- und Erfahrungsschatz an Wissensdurstige weiter. ×

Edeltraut Hertel ist Diplom-Medizin-Pädagogin, Hebamme und Krankenschwester. Sie arbeitete im In- und Ausland (8 Jahre Tansania, Katastropheneinsätze in Mazadonien, Sudan und Eritrea), und war fast 15 Jahre als freiberufliche Hebamme in Glauchau und Umgebung tätig. Von 2012 bis 2017 unterrichtete sie an der Med. Berufsfachschule der Klinikum Chemnitz gGmbH. Seit Sept. 2017 erfreut sie sich an ihrem Ruhestand, gibt aber gern aus ihrem Wissens- und Erfahrungsschatz an Wissensdurstige weiter. Latest Posts

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    Im ersten Lebensjahr eures Babys geschehen die meisten Wachstumsschübe. Neben der Mutter- Kind- Bindung bauen gerade jetzt viele junge Eltern eine starke emotionale Beziehung auf. Woran das liegt, ist einfach zu erklären.

    Ein gerade geborenes Baby, wird im ersten Lebensjahr ein eigenständiger kleiner Mensch. Schwierige und anstrengende Situationen werden in der Familie überstanden und das schweißt zusammen.

    Wann ihr den 1., 2. oder letzten Wachstumsschub eures Babys erwarten könnt, erfahrt ihr HIER in unserer Tabelle!

    Der richtige Umgang während eines Wachstumsschubes

    Es ist sehr wichtig, dass ihr eurem Baby jetzt viel Nähe, Geborgenheit und Aufmerksamkeit gebt. Das erreicht ihr, wenn ihr jetzt euer Baby besonders oft auf dem Arm habt. Das geht dann mit einem Baby-Tragegestell auch besonders rückenschonend und kann auch von Vätern benutzt werden.

    Viele Kinder sind während eines Wachstumsschubs weinerlich, schreien und schlafen unruhiger. Es kann auch sein, dass euer Kind plötzlich Angst vor Geräuschen hat, die es vorher liebte. Typische Beispiele hierfür sind der Haarföhn, die geliebte Waschmaschine oder der Geschirrspüler.

    Tipp für technikverliebte Eltern

    Ihr könnt euch jegliche Beruhigungs-Geräusche auch auf euer Handy laden. Von dort könnt ihr diese dann ganz leicht vorspielen.

    Wenn ihr euer Baby jetzt viel auf dem Arm nehmt, mit ihr oder ihm kuschelt oder kleine Spiele spielt, fördert ihr die soziale Kompetenz für das spätere Leben. Nach einem Wachstumsschub könnt ihr oftmals etwas neu Erlerntes bei eurem Liebling feststellen. Dies ist dann die Belohnung für die Strapazen der vergangenen Tage.

    Zusätzlich kann sich auch immer der erste Zahn zu einem Wachstumsschub ankündigen. Besonders beim ersten Zahn ist euer Baby oft nörgelig oder weinerlich. Das liegt auch daran, dass es bisher noch mit keiner Schmerzsituation in Kontakt gekommen ist. Eine ungewohnte oder neue Situation, ist für euer Baby immer ein Grund unruhig zu werden. Wenn dies unglücklicherweise zeitgleich passiert, kann es sein dass es bis zu 5 Wochen länger dauert, bis es wieder ruhiger wird. Es gibt natürlich auch Babys, welche sich beim Zahnen überhaupt nicht ungewöhnlich verhalten.

    Dauer eines Wachstumsschubes

    Die Dauer eines Wachstumsschubes beim Baby ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Bei einigen dauert es ein paar Tage, bei anderen bis zu 4 Wochen. Es kann auch sein, dass ein Wachstumsschub in 3 Tagen ausgestanden ist und der nächste Schub fast 5 Wochen dauert. Wenn ihr euch unsicher seid und euer Baby euch zeigt, dass etwas nicht stimmt, fragt lieber einmal euren Kinderarzt.

    Jetzt die nächsten Themen zum Wachstumsschub lesen:

    Wachstumsschub-Tabelle auch als PDF Download: Wachstumsschübe beim Baby

    Im Moment zieht mir der Bub ständig meine Hose vom Po. Natürlich nicht mit Absicht – er möchte sich nur gerne an mir festhalten. Aber da ich vorzugsweise sommerleichte Haremshosen mit elastischem Bund trage, stehe ich augenblicklich in Unterwäsche da, wenn der Kleine sich mit vollem Gewicht an meinen Rockzipfel Hosenzipfel hängt.

    Bereits seit einigen Tagen klammert sich mein „kleines Äffchen“ wie ich ihn neuerdings nenne, extrem intensiv an mich. Will ich ihn Thomas geben, dann kostet es mich Kraft seine geschlossenen Händchen von meinem Shirt zu lösen und das Ganze wird von wildem Protest begleitet. Am liebsten klebt er an mir.

    Inhalt

    Was ist nur mit ihm los?

    Gestern schien er zudem wesensverändert. Er quengelte den ganzen Nachmittag, nichts schien ihm Freude zu bereiten und dabei ist er sonst ein so ausgeglichenes und ruhiges Kerlchen, das sich wirklich lange mit sich alleine beschäftigen kann. Als er dann am Abend nur sehr schwer in den Schlaf fand und mehrfach – laut schreiend – aufschreckte, wurde ich skeptisch. Irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Ich trug mein weinendes Baby durch die Wohnung und hatte keine Ahnung, was er hatte und wie ich ihm helfen konnte.

    Unruhig, ohne erkennbaren Grund

    Er schien Schmerzen zu haben, denn er weinte laut und langanhaltend, außerdem drehte und wandte er sich in meinen Armen wie ein Aal. Ich konnte ihn kaum halten, geschweige denn beruhigen. Schließlich fragte ich mich, ob ihm wohl ein Schmerzmittel helfen könnte. Bevor ich mich dazu durchringen konnte (die beiden unteren Zähne brechen zwar gerade durch, aber ich wusste ja nicht sicher, was er hatte), bot ich ihm ein letztes Mal meine Milch an. Er nahm mein “Still-Angebot” an und schlief kurz darauf ein. Endlich. Mit der kleinen Schnute an meiner Brust, während ich erleichtert – mit ihm in meinen Armen – durch die Wohnung lief.

    Oje, ich wachse

    Heute morgen schnappte ich mir dann sofort das Buch „Oje, ich wachse“, um mir die darin enthaltene „Wolkengrafik“ anzuschauen. Volltreffer! Der Bub befindet sich in der 36. Woche und somit mitten in einer „stürmischen Zeit“. Oha!

    Grafik aus “Oje ich wachse”

    „Oje, ich wachse“ zählt zwar nicht zu meinen Lieblingsbüchern, weil sich jedes Baby sehr individuell entwickelt und sich sicherlich nicht immer an die im Buch beschriebenen Wachstumsschübe hält. Dennoch werfe ich ab und zu einen Blick in dieses Buch und zwar immer dann, wenn sich der Bub irgendwie sonderbar verhält.

    Wachstumsschub? Oder was?

    Im Grunde will ich ja nur eine plausible Erklärung für das Verhalten meines Kindes. Ich finde es beruhigend, wenn ich weiß, dass die Zähnchen, eine Krankheit oder eben ein Wachstumsschub für miese Laune sorgen. Wobei das eigentlich Quatsch ist. Denn solange unsere Babys, uns nicht genau mitteilen können, was sie plagt, sondern einfach nur „meckern“, bleibt die wahre Ursache ein Geheimnis. Im Zweifelsfall sind es eben die Zähne. Oder ein Schub…

    Anhänglich und weinerlich

    Was auch immer die Ursache sein mag – der Bub ist schlecht drauf, aber wesentlich friedlicher und glücklicher, wenn ich mich mit ihm beschäftige und ihn durch die Gegend trage. Zu Bekannten (Nachbarin, Freundin) geht er nur, wenn der Blickkontakt zu mir nicht abbricht. Kommen ihm Fremde zu nah, zieht er sofort ein Schippchen. Laufe ich durch die Wohnung, tappt er immer sofort hinterher. Lasse ich ihn auf fremdem Terrain auf den Boden, klammert er sich an mich und wenn das nicht geht, bricht er in Tränen aus.

    Ich bin da!

    Das ist eine ziemlich aufregende Zeit für uns beide, weil er einerseits seinen Abstand von mir durch seine zunehmende Mobilität von ganz alleine vergrößert (manchmal mehr als ihm geheuer ist) und weil er gleichzeitig meine Nähe verstärkt sucht – wahrscheinlich gerade wegen seiner Fähigkeit, sich in Windeseile von mir fortzubewegen, wenn ihn die Neugier packt.

    Ich nehme es gelassen, weil ich weiß, dass es nur eine Phase ist und ich versuche für ihn da zu sein, wann immer er mich braucht. Zwischendurch gebe ich ihn zwar weiterhin zu Thomas (auch ohne Blickkontakt), damit ich zumindest in Ruhe duschen, kochen oder ein paar Augenblicke allein mit seiner Schwester verbringen kann. Aber „ruft“ bzw. weint er laut nach mir (sprechen kann er ja noch nicht), dann nehme ich ihn sofort auf den Arm. Oder ins Tuch, denn darin eingehuschelt ist er ebenfalls ganz in meiner Nähe und ich habe zumindest beide Hände frei.

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