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32. SSW: Frühgeburt und Frühchen

Die kindliche Entwicklung ist in dieser Schwangerschaftswoche weit fortgeschritten. Bei einer Frühgeburt in der 32. SSW hat das Frühchen gute Chancen mit medizinischer Versorgung außerhalb des Mutterleibs zu überleben. Doch noch fehlt es an bestimmten Reifungen im körperlichen Prozess, damit das Kind eigenständig atmen und seinen Wärmehaushalt regulieren kann. Das Kind ist in der 32. SSW etwa 43 cm groß und wiegt um die 1.800 Gramm. Von einer Frühgeburt wird gesprochen, wenn das Baby mit einem Geburtsgewicht von weniger als 2.500 Gramm oder vor Vollendung der 36. SSW zur Welt kommt.

Das Frühchen in der 32. SSW

Bereits in der 32. SSW ist das Frühchen schon sehr groß, doch noch sehr schmächtig. Entwickelt sich das Kind normal, ist bereits in dieser Woche der Platz im Bauch sehr eingeschränkt. Viele Kinder drehen sich sogar jetzt schon in die optimale Geburtsposition, mit dem Kopf nach unten, auch Schädellage genannt. Das Baby hat bereits in dieser Schwangerschaftswoche ein ausgeprägtes Immunsystem. Das Surfuctant, dass verhindert, dass die Lungenbläschen in sich zusammenfallen oder sogar verkleben, wird sehr stark produziert. Durch seine stetigen Atemübungen in Mamas Bauch, kann das Kind zum Teil schon sehr gut selbst atmen. Etwa 200 Gramm nehmen Babys ab der 32. SSW wöchentlich an Gewicht zu, denn dieses brauchen sie, um ihren Wärmehaushalt eigenständig regulieren zu können und um Energiereserven für die Zeit nach der Entbindung aufzubauen.

SSW 32: Entwicklung des Babys

Frühgeburt in der 32. SSW

Etwa 98 % aller Kinder, die in der 32. SSW als Frühgeburt zur Welt kommen, überleben und können mit medizinischer Versorgung bald mit Mama und Papa nach Hause. In den meisten Fällen entwickelt sich das Kind ohne Störungen, auch in späteren Entwicklungsjahren hat es zu seinen Altersgenossen keinerlei Benachteiligungen. Das Risiko, dass ein Frühchen in der 32. SSW eine Behinderung erleidet oder andere Auffälligkeiten aufweißt, liegt bei gerade mal 2 bis 3 %. Da die kindliche Entwicklung in der 32. SSW so stark fortgeschritten sind, können die Babys meist schon sehr schnell nach einiger Zeit selbstständig atmen und brauchen keine künstliche Beatmung mehr.

Da allerdings der Verdauungstrakt noch nicht so stark ausgebildet ist, kann es sein, dass das Kind durch eine Magensonde ernährt wird. Da das Baby noch sehr dünn ist, ist es wichtig, dass es eine Fettschicht aufbaut und sich eigenständig ernähren kann. Oftmals kann es dann schon in der 34. SSW vom Inkubator in ein Wärmebettchen wechseln. Da für die Entwicklung des Frühchens auch der Kontakt zu seinen Eltern sehr wichtig ist, wird das Kind für einige Zeit nackt auf den ebenfalls nackten Oberkörper seiner Mama oder Papa gelegt. Es fühlt so die Nähe zu seinen Eltern, das stärkt sein Wohlbefinden und fördert seine Entwicklung.

Kommt es zu echten Wehen in der 32. SSW und kann die Entbindung gestoppt werden, weil Muttermund noch nicht geöffnet oder Fruchtblase nicht geplatzt, wird Ihr Frauenarzt alles Mögliche unternehmen um die Geburt zu stoppen. Es kommen in den meisten Fällen Wehenhämmer zum Einsatz. Zusätzlich bekommt die Mutter Kortison verabreicht, damit die Lungen des Kindes schneller reifen. Für das Kind ist in dieser Zeit jeder Tag im Leib seiner Mutter entscheidend und doppelt so viel Wert wie ein Tag außerhalb.

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Über Verena Janssen

Die 38-Jährige Autorin und Mutter lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern Paul Oskar (7) und Ella Marie (4) in schönen Fulda. Sie liebt Musik und versucht momentan ihren Kindern das Klavier spielen beizubringen. Wenn sie mal etwas Zeit für sich hat, powert sie sich beim Volleyball spielen aus.

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Frühgeburt

Ursachen und Risikofaktoren

Mediziner unterscheiden dabei zwischen mäßig früh geborenen Kindern (32. bis 37. SSW), sehr früh Geborenen (28. bis 31. SSW) und extrem früh geborenen Kinder (vor der 25. bis 28. SSW). Frühchen bringen häufig ein Gewicht von weniger als 2.500 g auf die Waage und benötigen je nach Entwicklungsstand eine intensive medizinische Betreuung.

Die Ursachen für eine Frühgeburt können häufig nicht eindeutig benannt werden. Oft handelt es sich um eine Kombination verschiedener Faktoren, wie zum Beispiel Vorerkrankungen der Mutter, Infektionen, psychosoziale Belastungen, Alter der Mutter, spezielle Schad- oder Giftstoffe oder Störungen in der Entwicklung des ungeborenen Kindes. Mögliche Ursachen, die einer Frühgeburt zugrunde liegen können sind:

  • Vaginale Infektionen
  • Vorerkrankungen der Schwangeren: Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsen- und Nierenerkrankungen
  • Fehlbildungen der Gebärmutter oder der Plazenta
  • Eine Mehrlingsschwangerschaft
  • Entwicklungsstörungen des Kindes
  • Genetische Anomalien beim ungeborenen Baby
  • Vorzeitiger Blasensprung
  • Über- und Untergewicht der Schwangeren
  • Alter der Schwangeren: unter 18 oder über 35 Jahre

Es gibt aber auch äußere Faktoren, die das Risiko einer Frühgeburt erhöhen können. Dazu gehört beispielsweise ein übermäßiger Konsum von Nikotin und Alkohol oder übermäßiger Stress während der Schwangerschaft. Das Risiko einer Fehlgeburt lässt sich verringern, indem sich Schwangere gesund ernähren und nicht überlasten.

Extrem wichtig ist außerdem eine regelmäßige Kontrolle beim behandelnden Arzt im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen. Anzeichen für eine drohende Frühgeburt können vorzeitige Wehen sein, die weit vor dem errechneten Geburtstermin auftreten.

Bei regelmäßigen Kontraktionen (bis zu drei Mal pro Stunde) und Schmerzen im Rücken, ist es sinnvoll sofort in ein Krankenhaus zu fahren. Aber auch Blutungen und ein geöffneter Muttermund können auf eine Frühgeburt hinweisen. Der Arzt bzw. die Ärztin entscheidet, was in dieser Situation zu tun ist: Mit Medikamenten oder strikter Bettruhe kann eine bevorstehende Frühgeburt möglicherweise hinausgezögert werden.

Kaiserschnitt oder natürliche Geburt?

Die Einschätzung, ob das Kind bei einer bevorstehenden Frühgeburt per Kaiserschnitt oder auf dem natürlichen Weg entbunden werden sollte, hängt von der Reife und dem Allgemeinzustand des Babys ab. Sofern die Ärzte keine Einwände haben und keine Gefahr für Mutter und Kind besteht, kann das Frühchen spontan entbunden werden.

Bei extremen Frühchen ist durch ihr geringes Geburtsgewicht und die fehlende Organreife der Kaiserschnitt die einzige Möglichkeit. Direkt nach der Geburt werden die Frühchen intensivmedizinsch betreut.

Medizinische Versorgung der Frühchen

Babys, die vor der 37. SSW geboren werden, benötigen nach der Entbindung eine intensive medizinische Betreuung. Je weiter das Kind von seinem errechneten Geburtstermin entfernt ist, desto weniger ausgereift sind Organe wie Lunge und Nieren.

Nach der Geburt werden die Frühchen in einen Brutkasten (Inkubator) oder ein Wärmebettchen gelegt. Da sie ihre Körpertemperatur nicht regulieren können, sorgt der Brutkasten für die richtige Umgebungstemperatur.
Atmung und Herzschlag des Frühgeborenen werden rund um die Uhr überwacht.

Extrem frühgeborene Babys müssen häufig künstlich beatmet und über eine Magensonde ernährt werden. Mindestens genauso wichtig wie die medizinische Versorgung der Frühchen ist der Körperkontakt zu Mutter oder Vater. Sobald die Kinder stabil genug sind, werden sie mit der sogenannten Känguru-Methode für eine oder mehrere Stunden pro Tag nackt auf die ebenfalls nackte Brust eines Elternteils gelegt.

Warm zugedeckt von Tüchern und Decken kann das kleine Baby Mamas oder Papas Herzschlag hören. Die für das Baby so wichtige Eltern-Kind-Bindung kann auf diesem Weg aufgebaut werden und zusätzlich werden die Sinne des Frühchens stimuliert.

In der Regel bleiben Frühgeborene bis zur 34. SSW oder bis zu einem Gewicht zwischen rund 1400 g und 1800 g im Brutkasten. Danach werden die Frühchen je nach individueller Entwicklung in ein Wärmebett gelegt. Damit zu früh geborene Babys endlich nach Hause zu ihren Eltern können, sollten sie ein Gewicht von mindestens 2.500 g erreicht haben.

Ausschlaggebend ist aber auch, ob Atmung und Kreislauf des Babys stabil sind und ob es seine Körpertemperatur selbstständig regulieren kann. Außerdem sollte das Kind in der Lage sein, an der Brust oder einer Milchflasche zu trinken. Ein enger Kontakt zur Hebamme, dem Kinderarzt und eventuell einem Pflegedienst gibt Eltern vor allem in der ersten Zeit mit ihrem Frühchen Sicherheit.

Folgen und Spätfolgen einer Frühgeburt

Durch die großen Fortschritte in der Intensivmedizin haben heute sogar Babys mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1000 g eine Chance zu überleben. Die viel zu frühe Geburt kann aber Folgen für die kindliche Entwicklung haben:

Zum Teil erhebliche körperliche und geistige Beeinträchtigungen sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen und Asthma können Folgen einer Frühgeburt sein. Bei Frühchen werden später in Kindergarten und Schule zum Beispiel Verhaltensstörungen, Lernschwächen und ADHS öfter beobachtet als bei reifen Kindern. Auch motorische Schäden sind möglich.

Frühchen, die nach der 32. SSW Woche geboren werden, haben hingegen gute Chancen auf eine normale Entwicklung. Selbstverständlich müssen nicht alle diese Spätfolgen bei Frühgeborenen eintreten, es besteht jedoch ein erhöhtes Risiko.

Gerade deshalb ist es so wichtig, die Entwicklung der Frühgeborenen über die Jahre genau zu beobachten, um angemessen auf mögliche Spätfolgen reagieren zu können. Mit genau auf das Kind abgestimmten Therapien können Beeinträchtigungen zum Teil ausgeglichen werden.

Hilfe für Frühchen-Eltern

Für Eltern bedeutet die Geburt eines Frühchens eine extreme Ausnahmesituation: Mutter und Vater pendeln zwischen Krankenhaus und ihrem Zuhause in der permanenten Angst, dass es ihrem Baby schlechter gehen könnte. Sie erleben über Wochen oder sogar Monate ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung, Angst und Freude.

Dazu kommt nicht selten der Beruf des Familienvaters und Geschwisterkinder, die versorgt werden müssen. Diese belastende Zeit geht an den Eltern nicht spurlos vorbei. Ist das Frühchen dann endlich zu Hause muss der Alltag mit dem Baby neu organisiert und erste Unsicherheiten überwunden werden.

Um die Mutter zu entlasten, können Sie zum Beispiel eine Haushaltshilfe einstellen. Liegt ein ärztliches Attest vor, werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Kontakt zu gleichgesinnten Frühchen-Eltern kann für viele Betroffene eine große Hilfe sein. Sie können sich austauschen, einander Mut machen und Erfahrungen teilen.

Eine Liste mit deutschlandweiten Initiativen und Selbsthilfegruppen gibt es zum Beispiel hier.

Weitere Anlaufstellen im Internet sind:

  • Facebook-Auftritt von Frühchen-Netz

FRÜHGEBURT – WENN MAN PLÖTZLICH NICHT MEHR SCHWANGER IST

Jeden Tag betrachten Micha und ich voller Liebe unsere Kinder. Drei völlig unterschiedliche tolle Kinder, die unser ganzer Stolz sind. Sie entwickeln sich so schnell, ihr Wachstum ist nicht aufzuhalten. Doch gefühlt sind alle drei erst gestern auf die Welt gekommen. Und genau bei diesem Gedanken kann es vorkommen, dass er kommt – der Stich der schmerzhaften Erinnerungen.

Erinnerungen an komplizierte Schwangerschaften, Krankenhauskoller, Lilli als Frühchen im Inkubator; Erinnerungen an pausenlose Wehen, panische Ängste um das Ungeborene und später Neugeborene; Erinnerungen an partnerschaftliche Konflikte und die anfängliche schwierige Zeit nach Lillis Geburt. Es stimmt, die Zeit heilt alle Wunden und das menschliche Hirn ist glücklicherweise dazu in der Lage, überschüssigen Ballast vorübergehend zu verdrängen. Aber gänzlich vergessen können und werden Micha und ich all das wohl trotzdem nie.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es hilfreich ist, seine Erlebnisse und seinen Schmerz niederzuschreiben. Ganz besonders weiß ich, wie dankbar ich damals gewesen wäre, wenn ich gewisse Dinge vorher gewusst hätte oder mich mit anderen Betroffenen hätte austauschen können. Aus diesem Grund möchte ich mich in diesem Artikel dem Thema „Frühgeburt“ widmen. Persönliche Erfahrungen werde ich lediglich am Rande einbringen, da ich in zwei Blogposts und einem Vlog bereits sehr ausführlich über unsere eigenen traumatischen Erfahrungen diesbezüglich berichtet habe. Wer möchte, darf sehr gern den folgenden Links folgen, um unsere Geschichte im Detail zu lesen oder anzuschauen:

–> Zum Blogpost: „Eine wehenvolle Schwangerschaft“

–> Zum Blogpost: „3 Tage Wehen: Lillis natürliche Geburt“

–> Zum Video: „Vom Kinderwunsch bis zur Geburt: Vorzeitige Wehen, 3 Monate Krankenhaus, Frühgeburt“

Ansonsten wünsche ich euch an dieser Stelle viel Spaß beim Lesen meines Artikels „Frühgeburt – Wenn man plötzlich nicht mehr schwanger ist“.

Wann spricht man von einer Frühgeburt?

Eine normale Schwangerschaft dauert 38 bis 41 Wochen. Von einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Baby zwischen der 24. und 37. Schwangerschaftswoche (kurz: SSW) geboren wird. Statistiken zu Folge sind etwa 5-10 % aller Geburten Frühgeburten. Beim Wort „Frühgeburt“ schwingt sofort Angst mit, denn jedes Elternpaar geht natürlich von einer unkomplizierten, normal dauernden Schwangerschaft aus. Eine Frühgeburt muss auch, rein physisch gesehen, nicht immer gleich etwas Schlimmes bedeuten. Psychisch ist dies meines Erachtens jedoch eine andere Sache, denn kein Elternteil ist glücklich darüber, wenn das Kind weit vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kommt. Besonders die Frauen, deren Frühchen per Kaiserschnitt entbunden werden, kommen mit dem plötzlichen Verlust und der Tatsache, dass ihnen ihr Baby viel zu früh aus dem Bauch gerissen wurde, oft nicht zurecht.

Bei einer Frühgeburt entscheiden mehrere Faktoren darüber, ob es ein schwieriges, riskantes oder relativ gut händelbares Unterfangen wird. Neben der erreichten SSW spielen das Gewicht und die Entwicklung des Ungeborenen eine große Rolle. Die Überlebenschance ab der 28. SSW liegt bei 90 %, ab der 32. SSW sogar bei fast 100%.

Daher gilt die goldene Regel: Jeder Tag, den das Baby im Mutterleib verbleibt, zählt!

Dank der modernen und hochentwickelten Medizin schaffen es heutzutage aber auch die meisten viel früher geborenen Babys. Und dies mitunter, natürlich abgängig von der SSW, sogar ohne (größere) Spätfolgen.

An dieser Stelle möchte ich euch gern von einem Fall berichten, der anfangs fast aussichtslos schien, sich aber letztlich zu einem Happy-End entwickelte. Von diesem erzählte meine Schwester, die selbst in der 32. SSW eine Frühgeburt erlitt. Da ihr Sohn einige Wochen auf der Intensivstation lag, entwickelten sich mit der Zeit Gespräche mit anderen Eltern, deren Frühchen sich dort unter strenger medizinischer Überwachung befanden.

Eines der Babys lag dort bereits mehrere Monate und kam, man mag es kaum glauben, in der 23. SSW zur Welt. Sie war eines von drei ungeborenen Drillingen und traurigerweise auch die Einzige, die den vorzeitigen Blasensprung überstand. Die Ärzte und die Eltern kämpften und kämpften und immer wieder schien es so, als würde die Kleine es nicht schaffen. Aber sie war stark, unglaublich stark! Als sie etwa 6 Monate alt war, durften ihre Eltern sie endlich mit nach Hause nehmen, zunächst noch an einen Monitor angeschlossen, der die Atmung und die Herztöne überwachen sollte. Doch die kleine Maus blieb eine tapfere Kämpferin, sodass der Monitor bald wegbleiben durfte.

Meine Schwester hielt den Kontakt zu den Eltern und so kam es, dass man sich erstmalig nach dem ersten Geburtstag der Kleinen wiedersah. Zwar war sie ein zierliches Mädchen, aber sie krabbelte wie eine Verrückte herum, war aufgeweckt, fröhlich und hatte vor allem einen sehr gesunden Appetit. Die Kinderarztbesuche blieben eine lästige, regelmäßige Routine, aber es ließen sich keine größeren Folgeschäden erkennen. Sie hatte es geschafft! Geboren in einer Grauzone, aber sie hatte es geschafft! Was für eine wunderbare Geschichte, die Mut macht, oder?

Wohin, wenn das Baby zu früh kommt?

Da Frühgeborene meist eine intensiv-medizinische Betreuung benötigen, eignet sich nicht jede Geburtsklinik dafür. Es gibt zwar Kliniken, die ab der 35. SSW Patientinnen aufnehmen, doch in der Regel ist man bei einer Frühgeburt eher dort an der richtigen Adresse, wo ein Perinatalzentrum bzw. eine Neo-Intensivstation vorhanden ist. Da gewährleistet sein muss, dass dem Neugeborenen die beste Versorgung zur Seite steht, wird, sofern genug Zeit vorhanden ist, der Gynäkologe oder Rettungswagen eine geeignete Klinik auswählen. Reicht die Zeit nicht mehr aus und befindet sich keine geeignete Klinik in der Nähe, so kann es schlimmstenfalls sein, dass das Frühgeborene per Hubschrauber in die nächstgelegene, spezialisierte Klinik befördert wird, um dort versorgt zu werden. Für die Eltern, speziell die Mütter, die zunächst das ursprüngliche Entbindungskrankenhaus nicht verlassen können, ist dies ein ganz furchtbarer, für mich unvorstellbarer Albtraum.

Warum kommt es zu einer Frühgeburt?

Viele Frühgeburten passieren im Zuge von Mehrlingsschwangerschaften. Kaum eine werdende Mutter schafft es in diesen Fällen bis zum geplanten Entbindungstermin.

Zu den gängigsten Auslösern gehören außerdem Frühwehen (besonders solche, die sich auf den Gebärmutterhals und ggf. Muttermund auswirken) sowie ein vorzeitiger Blasensprung. Auch kann knappes oder von Bakterien befallenes Fruchtwasser sowie eine durch Nährstoffmangel begründete Unterentwicklung des Ungeborenen dazu führen, dass die Schwangerschaft vorzeitig abgebrochen werden muss. Nicht zu vergessen ist das sehr gefährliche HELLP-Syndrom oder aber eine „simple“ Scheidenpilzinfektion.

Weitere nicht zu unterschätzende Auslöser können sein: Stress oder Traumata, psychische Erkrankungen, Alkohol- oder Drogenmissbrauch und Rauchen.

Bei mir sind die Auslöser für Lillis Frühgeburt nie 100%-ig geklärt worden. Da auch meine beiden Schwestern komplizierte Schwangerschaften hatten, liegt die medizinische Vermutung nahe, dass es sich bei uns um eine genetisch bedingte Bindegewebsschwäche handelt. Zudem spielte meine psychische Verfassung seinerzeit sicher eine entscheidende Rolle. Fakt ist, dass ich wochenlang schmerzhaften Frühwehen ausgesetzt und deswegen Dauergast im Krankenhaus war.

Oftmals ist es tatsächlich so, dass man den genauen Anlass für eine Frühgeburt nicht richtig kennt. Aus irgendeinem Grund bricht der Körper die Schwangerschaft plötzlich ab und leitet die Geburt ein. Dies ist für die Eltern oft besonders schlimm, weil sie sich so sehr eine Antwort auf die Frage „Warum passiert uns so etwas? Wir haben doch auf alles geachtet.“ wünschen. Den Grund dafür zu kennen, macht das Ganze zwar nicht besser, aber er ist hilfreich, wenn man in seiner Verzweiflung und Trauer nach Antworten sucht.

Kann man einer Frühgeburt vorbeugen?

Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten, weil die Auslöser viel zu individuell sind. Bei Frühwehen wird man angehalten, möglichst viel oder gar strikt zu liegen. Dies kann, sofern die Wehen nichts anrichten, zu Hause geschehen oder es wird ein (vorübergehender) Krankenhausaufenthalt mit einem intravenösen, wehenhemmenden Mittel erforderlich. Eine mögliche zusätzliche Hilfe ist die erhöhte Einnahme von Magnesium und Progesterontabletten.

Ist der Gebärmutterhals bereits verstrichen, gibt es die Möglichkeit, den Muttermund mit einem Band zu verschließen (Cerclage). Dies wird im Bedarfsfall vom behandelnden Arzt im Krankenhaus entschieden.

Einer Pilzinfektion kann man zwar nicht per se vorbeugen, man kann aber, wenn man sie rechtzeitig erkennt, vermeiden, dass sie in die Gebärmutter wandert und schlimmstenfalls eine Geburt auslöst. Als vorsorgliche Hilfsmittel gibt es in den Apotheken zuverlässige, frei verkäufliche Tester, mit denen man etwa zweimal die Woche den vaginalen pH-Wert testen sollte. Bemerkt man eine negative Veränderung, kann man, nach Rücksprache mit dem Gynäkologen, sofort Gegenmaßnahmen ergreifen, um eine größere Infektion mit möglichen Konsequenzen zu vermeiden.

Generell sollte man natürlich auf Giftstoffe wie Alkohol verzichten. Aber auch Stress sollte nach Möglichkeit klein gehalten oder gänzlich vermieden werden.

Wichtig ist, dass man sich, wenn sich im Unterleib etwas „komisch“ oder „unnormal“ anfühlt, nicht einredet, dass das doch alles gar nicht so schlimm ist. Manchmal ist es eben doch mehr als nur ein harmloses Ziehen, und in diesem Fall die taffe Mama zu spielen, kann böse enden.

Prinzipiell gilt: Lieber einmal zu viel den Frauenarzt aufsuchen und anschließend hoffentlich beruhigt wieder gehen!

Wie werden Frühchen entbunden und was passiert direkt im Anschluss?

Die Frage, ob natürlich oder per Kaiserschnitt entbunden werden muss, hängt von der Verfassung der Mutter, insbesondere aber der des Ungeborenen ab. Ist das Baby zu leicht, zu schwach, eventuell unterentwickelt oder ist eine bestimmte Schwangerschaftswoche noch nicht erreicht, so wird der Arzt das Ungeborene per Kaiserschnitt auf die Welt holen. Dies hat den einfachen Hintergrund, dass das Kleine noch nicht stark genug ist, sich dem strapaziösen Geburtsvorgang auszusetzen. Der Kaiserschnitt ist daher die für das Baby sanfteste und schnellste Variante und daher bei Frühchen oft das Mittel der Wahl.

In schlimmen, lebensbedrohlichen Fällen (z.B. beim HELLP-Syndrom) läuft es nahezu immer auf einen Notkaiserschnitt hinaus, da hier meist jede Sekunde zählt.

Ab einer gewissen SSW, einem entsprechenden Gewicht und einer guten Entwicklung des Ungeborenen ist es der Mutter hingegen erlaubt, das Baby auf natürlichem Wege zu gebären. Der Geburtsverlauf wird dabei extrem engmaschig von Spezialisten überwacht und wird im Fall der Fälle sofort auf einen Kaiserschnitt geändert.

Mir wurde das Glück einer natürlichen Geburt zuteil, denn Lilli war in der 36. SSW stark genug, sodass ich sie „normal“ zur Welt bringen durfte. Wenigstens ein Gutes nach unserer anstrengenden und langen Vorgeschichte.

Generell ist bei allen Frühgeburten ein spezielles Team dabei. Neben (Ober-)Arzt, Hebammen und eventuellem OP-Personal stehen immer ein Kinderarzt samt Kinderkrankenschwester parat, die das Neugeborene sofort in Empfang nehmen. Geht es dem Baby soweit gut, erfolgt oft eine erste Untersuchung direkt vor Ort, sodass man sein Kleines zumindest kurz aus der Ferne sehen kann. Kommt es als Extrem-Frühchen zur Welt oder zeigt unmittelbar nach der Geburt Anzeichen von Komplikationen, laufen Kinderarzt und -krankenschwester im Eiltempo mit dem Baby in Richtung Neo-Intensivstation, die in der Regel direkt an den Kreißsaal angrenzt.

Dahingehend hatten wir, im Gegensatz zur natürlichen Geburt, leider nicht so viel Glück. Man nahm uns Lilli sofort weg und brachte sie präventiv auf die Intensivstation. Plötzlich war ich nicht mehr schwanger, mein Bauch war leer, ich war körperlich und nervlich am Ende und mein Baby lag gefühlte 100 Meilen von mir entfernt. Als man mich Stunden später im Bett zu ihr schob, verstand ich gar nichts mehr. Alles war so unnatürlich, fremd und gehörte so einfach nicht. Und dann dieses Piepen der ganzen Geräte dort. Gefühlt war ich einer Ohnmacht nahe, erst recht, als ich die kleine Lilli im Inkubator sah. Zwar brauchte sie nur Wärme und Zucker, aber sie lag da in diesem Ding, überall Kabel und Schläuche und ein Monitor, der sie überwachte. Ansonsten fehlte ihr aber zum Glück nichts.

Inkubatoren sind kleine, durchsichtige Kästen mit Löchern auf beiden Seiten, durch die man hindurchfassen und das Neugeborene berühren, pflegen und versorgen kann. Sie sind mit speziellen Filtern ausgestattet, die für die richtige Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffzufuhr sorgen. Die Innentemperatur wird konstant bei 37 Grad gehalten, was dem Klima der Gebärmutter entspricht. Inkubatoren können mit Beatmungsgeräten, Sonden, Schläuchen, Blaulicht (bei Gelbsucht) und einem Überwachungsmonitor (Herz- und Atemfrequenz sowie Sauerstoffgehalt im Blut) gekoppelt werden. Mit Ausnahme der für das Neugeborene vollkommen ungewohnten Schwerkraft (diese kennt es aus dem Mutterleib nicht) bietet ein solcher Kasten also medizinisch sehr viel dessen, was für die Grundversorgung notwendig ist. Zudem befindet sich immer ein Kinderarzt in unmittelbarer Nähe und es sind stets mehrere Kinderkrankenschwestern vor Ort. Somit ist eine permanente medizinische Gesamtversorgung gewährleistet.

Die Zeit nach der Geburt

Wie lange ein Frühchen im Krankenhaus bleiben muss, lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Jedes Baby entwickelt sich individuell, macht schnelle oder langsame Fortschritte, eventuell kommt es sogar zu Rückschritten oder gar Rückschlägen.

Die Zeit auf der Intensivstation ist alles andere als leicht. Gerade Extremfrühchen dürfen anfangs nicht einmal durch den Inkubator angefasst werden. Auf der Station herrscht ein hoher Hygienestandard, sodass ständiges Kitteltragen, Händewaschen und -desinfizieren auf der Tagesordnung stehen. Erkrankt ein Elternteil an einem noch so kleinen Husten, so darf es die Intensivstation erst wieder aufsuchen, wenn der Husten abgeklungen ist. Denn: Jeder noch so kleine Erreger kann für die schwachen Frühchen lebensgefährlich werden.

Wenn das Baby stabil genug ist, erlauben die Schwestern das sogenannte „Känguruhen“. Dabei wird das Kleine der Mutter oder dem Vater auf die Brust gelegt und darf dort, an den Überwachungsmonitor angeschlossen, eine Weile kuscheln. Was in früheren Generationen undenkbar gewesen wäre, ist heute aus medizinisch-therapeutischer Sicht unglaublich wichtig. Denn durch das Kuscheln fühlt das Baby den bekannten Herzschlag und die bekannte Atmung der Mutter, hört die vertrauten Stimmen beider Elternteile, spürt die körperliche Nähe und Wärme und vor allem die Liebe seiner Eltern. Hinzukommt, dass das Heben und Senken des elterlichen Brustkorbes das Neugeborene stets daran erinnert, das eigene Atmen nicht zu vergessen.

Ein sehr stabiles Baby darf durchaus auch schon an die Brust angelegt werden und trinken, wenn es ausreichend Kraft dafür hat. Generell legt das medizinische Personal sehr viel Wert auf jeden einzelnen Tropfen Muttermilch, den das Frühchen bekommt. Da das Stillen anfangs schwer oder gar nicht möglich ist, wird man angehalten, möglichst viel Muttermilch mit einer elektrischen Pumpe abzupumpen. Bei keinem Neugeborenen ist die Muttermilch, speziell das anfängliche Kollostrum, so entschieden wichtig wie bei einem Frühchen. Jeder Tropfen zählt, wirklich jeder.

An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis: Viele Eltern wissen gar nicht, dass einige Krankenkassen für den Muttermilchtransport von zu Hause in die Klinik eine Kilometerpauschale zahlen, zumindest bis zu einem gewissen Höchstbetrag. Es schadet also keineswegs, die jeweilige Krankenkasse diesbezüglich zu kontaktieren.

Ist das Baby zu einem bestimmten Zeitpunkt stark und stabil genug, erfolgt in der Regel eine Umbettung in eine Neugeborenenstation. Hier erfolgt eine weitere Überwachung, bis das Baby wirklich gesund und reif genug ist, um aus dem Krankenhaus entlassen zu werden. Der Ablauf dort ist wesentlich entspannter, da die kritische Phase meist vorher überstanden wurde. So darf man hier sehr viel eigenständiger mit seinem Baby agieren, es füttern oder stillen, baden oder wickeln und mit ihm kuscheln, wann immer man es möchte.

Eine Regel, die uns seinerzeit der behandelnde Oberarzt mitteilte, war, dass Lilli die Klinik nicht vor Vollendung der 36. SSW verlassen dürfe. Und dies auch nur, wenn ein Mindestgewicht von 2500g erreicht sei, sie eigenständig trinken und ohne Aussetzer atmen könne und wenn ihre Gesundheit nicht (mehr) gefährdet sei.

Die Zeit nach dem Krankenhaus

Nach einer solchen Vorgeschichte als Familie nach Hause zu kommen, ist nicht leicht. Es fühlt sich befremdlich, wenn nicht sogar falsch an. Zudem ist es meist so, dass man mit einem Frühchen nicht sofort das Leben eines Normalgeborenen führen kann. Es stehen Arzt- und Therapeutenbesuche an, das Kleine benötigt vielleicht noch einen Monitor, darf eine Weile noch keinen Keimen ausgesetzt werden. Erschwerend kommt der psychische und physische Zustand der Eltern hinzu, der in der Regel nicht dem entspricht, was man als „gut“ bezeichnen würde.

Man hat uns damals aus der Klinik entlassen, einfach so. Keine großen Nachfragen, ob wir zurecht kämen, wie es uns ginge, ob wir Tipps bräuchten oder vielleicht psychologische Unterstützung. Ein fataler Fehler, der mich in eine schwere postnatale Depression stürzte und der unserer Ehe zu jener Zeit unglaublich viel Kraft abverlangte.

Daher möchte ich euch an dieser Stelle inständig ans Herz legen: Holt euch Hilfe!!

Nach einer Frühgeburt steht euch eine ganze Menge zu und einige dieser Angebote sind nicht nur hilfreich, sondern vielleicht sogar existenziell wichtig. Drängt bereits in der Klinik auf Informationsmaterial, Adressen, Telefonnummern, Kontakte! Fragt später euren behandelnden Kinderarzt und eure Hebamme nach weiteren Tipps! Holt euch, wenn möglich, Unterstützung von außen, und sei es, dass ein Familienmitglied für euch das Mittagessen kocht! Mutter und/oder Vater sollten einen Psychologen kontaktieren, um eine mögliche postnatale Depression oder andere Traumata rechtzeitig abzuwenden oder zu behandeln. Zudem gibt es die Möglichkeit einer familienorientierten Nachsorge oder Familienhilfe, über welche man den Umgang mit dem Erlebten und dem Baby lernen kann. Es besteht ein Anspruch auf Physiotherapie und Frühförderung, eventuell sogar auf eine ambulante Pflegehilfe.

Natürlich sind all diese Ansätze für niemanden ein Muss. Und leider weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man, wenn man endlich zu Hause ist, einfach nur seine Ruhe haben möchte; dass man es auskosten und genießen möchte, dass keine Menschen mehr um einen herumschwirren, keine Geräte mehr piepen und keiner einem vorschreibt, wie man mit dem eigenen Baby umzugehen hat. Diese Gedankengänge sind durchaus normal und verständlich, sorgen allerdings für eine gewisse Verblendung und können einen dadurch in eine Krise stürzen.

Deshalb mein persönlicher Rat: Ihr braucht keine Einzelkämpfer sein! Um Hilfe zu bitten ist außerhalb des Krankenhauses etwas ganz anderes, das euch langfristig eher vorwärts bringen kann. Mit der Bitte um Unterstützung oder damit, euer Recht einzufordern, zeigt ihr keinesfalls Schwäche. Das zeugt eher von Größe und Stärke, weil damit euer Blick über den Tellerrand hinausgeht.

Diese Informationen und Tipps hätten Micha und ich uns nach Lillis Geburt sehnlichst gewünscht. Erfahrungen wie diese hätten uns so sehr helfen können! Und viele Dinge wären ganz bestimmt anders, ja, positiver gelaufen. Insofern hoffe ich, dass zumindest ihr einen Nutzen aus diesem Blogpost ziehen könnt.

32. Schwangerschaftswoche

Entwicklung des Babys

(Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com)

Inzwischen hat Ihr Baby etwa eine Größe von 42 cm vom Kopf bis zu den Füßen erreicht und wiegt an die 1.700 bis 1.900 Gramm. Sein Kopfdurchmesser beträgt ungefähr 8 cm und seine kleinen Füße sind bereits 6,5 cm lang.

Ihr Baby nimmt jetzt relativ rasch an Gewicht zu und wird immer rundlicher. Die Fettpölsterchen sind für das Baby sehr wichtig – es kann nun langsam seine Körpertemperatur selbst regulieren. Ebenso braucht es diese als Energiereserven für die ersten Tage nach der Geburt. In der Regel dauert es nach der Geburt etwa zwei bis drei Tage, bis das Baby ausreichend mit Muttermilch versorgt wird, da die volle Milchproduktion erst nach diesem Zeitraum einsetzt. Und auch das Baby muss sich erst an diese neue Art der Nahrungsaufnahme gewöhnen. Daher ist es völlig normal, dass Neugeborene in den ersten Tagen nach der Geburt ein wenig an Gewicht verlieren.

Die Entwicklung der Sinne ist jetzt langsam abgeschlossen. Spielen Sie Ihrem Baby regelmäßig eine Spieluhr oder angenehme Musik vor und sprechen Sie viel mit ihm. Es erkennt nun schon eindeutig Ihre Stimme!

Was tut sich bei der Mutter?

Die Gebärmutter dehnt sich immer weiter nach oben aus, der obere Gebärmutterrand ist jetzt genau zwischen Nabel und unterem Ende des Brustbeins tastbar.

Ihr Körper hat sich inzwischen sehr verändert. Der Bauch ist nun richtig groß und auch Ihre Brüste sind gewachsen. In den letzten Wochen der Schwangerschaft werden Sie pro Woche etwa noch weitere 0,5 kg zunehmen. Eventuell benötigen Sie in der nächsten Zeit noch einmal ein paar neue Kleidungsstücke oder BHs. Es ist jetzt besonders wichtig, darauf zu achten, dass Sie sich wohlfühlen und nichts einzwängt.

Rechtliches

Acht Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, also etwa in der 32. Schwangerschaftswoche, beginnt der gesetzliche Mutterschutz (auch Schutzfrist genannt). Spätestens ab jetzt dürfen Sie nicht mehr arbeiten gehen, selbst wenn Sie es wünschen (Ausnahme: Selbstständige).

Sie haben nun Zeit, sich auszuruhen, auf die Geburt vorzubereiten und noch letzte Vorbereitungen zu treffen. Die Schutzfrist bleibt bis acht Wochen nach der Entbindung bestehen, bei Mehrlings-, Früh- oder Kaiserschnittgeburt verlängert sie sich auf zwölf Wochen nach der Geburt.

Während der Schutzfrist haben Sie Anspruch auf den Bezug von Wochengeld. Dieses kann ab dem Beginn der Schutzfrist beantragt werden, die dafür zuständige Stelle ist der jeweilige Krankenversicherungsträger. Die Höhe des Wochengeldes errechnet sich aus dem durchschnittlichen Nettogehalt der letzten drei Monate vor Beginn der Schutzfrist. Auch wenn Sie Arbeitslosengeld bzw. Notstandshilfe, Weiterbildungs- oder Kinderbetreuungsgeld beziehen, geringfügig beschäftigt oder freie Dienstnehmerin sind, haben Sie Anspruch auf Wochengeld; die Höhe wird dann aber jeweils anders berechnet. Das Wochengeld wird monatlich im Nachhinein ausbezahlt.

Genaue Informationen über den Bezug von Wochengeld sowie die notwendigen Formulare für die Beantragung finden Sie auf der Homepage der österreichischen Arbeiterkammer (http://www.arbeiterkammer.at/) oder unter https://www.help.gv.at.

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Autoren:
Dr.med. Kerstin Lehermayr
Medizinisches Review:
OÄ Dr. Angela Ramoni
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag.(FH) Silvia Hecher,MSc

Aktualisiert am: 02.12.2014 | 14:47

Weyerstahl T., Stauber M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Duale Reihe; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart; 4. Auflage 2013
Huch R.: Glücklich schwanger von A bis Z – Gut beraten in 280 Alltagsfragen: von Autofahren bis Zunehmen; TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG Stuttgart; 2011
Jahn-Zöhrens U.: Entspannt erleben – Schwangerschaft und Geburt; Hrsg: Deutscher Hebammenverband e.V.; TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG Stuttgart; 2011
Huch R., Largo R.: Schwangerschaft, Geburt und erste Babymonate; TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG Stuttgart; 2009
Sonntag K.: Schwanger! Tag für Tag: Mein Kalender für eine aufregende Zeit; TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG Stuttgart; 2009
Ulfig N.: Kurzlehrbuch Embryologie; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart; 2.Auflage 2009
Sadler T.W.: Medizinische Embryologie; Georg Thieme Verlag Stuttgart; 11.Auflage 2008

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31. SSW: Die 31. Schwangerschaftswoche (SSW 31+0)

Mit der 31. SSW dauert es nicht mehr lange, und Sie haben erneut einen Meilenstein in Ihrer Schwangerschaft abgeschlossen: den achten Schwangerschaftsmonat. Für Ihr Baby wird es von Tag zu Tag enger in Ihrem Bauch. Oftmals machen sich die meisten schwangeren Frauen sorgen, weil das Baby nicht mehr so aktiv ist. Sie nehmen an, es ist schwächer oder es geht ihm nicht gut. Dabei ist es so, dass es einfach nicht mehr so viel Platz hat. An Bewegungen mangelt es dem Kleinen nicht, und es ist sogar aktiver als jemals zuvor. Nur, führt es keine Purzelbäume mehr aus. Die Gebärmutter drückt in der Schwangerschaftswoche 31 stärker auf das Zwerchfell und viele werdende Mamas bekommen kaum Luft und sind rasch müde. In der 31. SSW wird es auch Zeit, einen Geburtsplan zu erstellen und individuelle Wünsche mit dem Geburtsort abzustimmen.

SSW 31: Entwicklung des Babys

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31. SSW: Das Baby wird noch um das Doppelte zunehmen

Ihr Baby ist in der 31. SSW schon etwa 42 Zentimeter lang und wiegt um die 1.600 Gramm. Bis es auf die Welt kommt, wird Ihr Kind sein Gewicht noch fast verdoppeln. Doch nicht jedes Kind, wird ein Schwergewicht. Manche Babys sind auch bei der Geburt sehr klein und zart, denn die Gewichtszunahme Ihres Kindes wird von verschiedenen Faktoren und Anlagen bestimmt. Daher verläuft die Entwicklung Ihres Kindes auch ab der 31. SSW sehr individuell. Etwa 15 bis 20 Stunden pro Tag schläft Ihr Baby und hat bereits einen festen Schlaf- und Wach-Rhythmus. Daher bewegt es sich gar nicht mehr so dolle, wo die vorherigen Schwangerschaftswochen. Ist das Baby wach, kann es sich ach nicht mehr so ausladend bewegen, denn im Uterus herrscht Platzmangel.

Ihr Kind ist in der 31. SSW sogar sehr aktiv als in den vorherigen Schwangerschaftswochen. Es macht nur nicht mehr so viele Bewegungen auf einmal, sondern boxt immer noch sehr gerne gegen die Bauchwand. Es trainiert auch weiter seine Reflexe, wie das Greifen und Atmen. Besonders nach einer Mahlzeit werden Sie feststellen, dass Ihr Baby sich sehr aktiv bewegt, denn auch da bekommt Ihr Baby einen Energieschub, der Blutzuckerspiegel steigt. Sofern Sie sich trotz allem Sorgen machen, weil Ihr Baby nicht mehr so aktiv ist, wie vorher, sollten Sie Ihren Arzt oder Hebamme aufsuchen und sich die Sorgen nehmen lassen. Viele Kinder drehen sich bereits jetzt schon in eine gute Geburtsposition, das heißt in die Schädellage. Andere Kinder lassen sich noch Zeit mit der Drehung bis zum letzten Augenblick. Ihr Frauenarzt oder Hebamme wird in einem solchen Fall ab der 36. SSW verschiedene Maßnahmen ergreifen, um das Kind zum Beispiel aus einer Beckenendlage zum Drehen zu bewegen.

31. Schwangerschaftswoche: Wenn das Baby zu früh kommt

In der 31. SSW prägen sich die Lungen Ihres Babys weiter aus. Die Lungen können sich nun eigenständig aufblähen. Damit die Lungen nicht zusammenfallen oder sogar verkleben, wird eine große Menge an Surfactant produziert. Das Surfactant ist ein Oberflächenprotein und ist eine Substanz. Kommt es in der 31. SSW zu einer Frühgeburt, kann es sein, dass die Produktion des Surfactant noch nicht ausreicht, damit das Baby eigenständig Atmen kann. Daher kann es zu einem Atemnot-Syndrom kommen. Das kann alle Babys betreffen, die bis zur 36. SSW auf die Welt kommen. Unter diesen Umständen wird das Baby künstlich beatmet und kann so die ersten Tage außerhalb Mamas Bauch gesund überleben. Hierbei wird Sauerstoff zusätzlich eingeführt und ein stetiger positiver Druck auf die Lungen generiert.

Genannt wird dieses in der Fachwelt auch „continuous positive airway pressure“, CPAP-Beatmung. Dafür bekommt das Neugeborene kleine Schläuche in die Nase eingeführt. Allerdings wir die Beatmung mit Sauerstoff bei Babys, die ab der 31. SSW auf die Welt kommen, nur sehr selten noch durchgeführt. Kommt es zu echten Wehen in der 31. SSW wird hier der Mediziner alles Mögliche unternehmen, um diese zu hemmen oder sogar zu stoppen. Dabei kommen Wehenhämmer zum Einsatz. Zusätzlich bekommt die Mutter auch Kortison verabreicht, damit die Lunge des Babys sich schneller entwickelt.

SSW 31+0: Leichte Bewegung beugt vor

Viele schwangere Frauen sind noch sehr fit, doch treten auch in der SSW 31+0 verschiedene Beschwerden auf. Sie leiden oft unter Atemlosigkeit, Rückenbeschwerden und sogar schweren Beinen. Frauen merken meist auch, dass sich vermehrt Wassereinlagerungen an Händen und Füßen bilden und auch die Gelenke anschwellen. Helfen und vorbeugen können Sie mit häufigen Pausen und indem Sie Ihre Füße bei jeder Gelegenheit hochlegen. Zusätzlich positiv wirkt sich Bewegungen aus. Schwimmen oder Yoga für Schwangere löst Verspannungen und lindert Schmerzen. Ihr Körper bleibt so nicht nur fit, sondern kann auch für die bevorstehende Geburt gestärkt werden. Versuchen Sie nun auch, auf hochhackige Schuhe zu verzichten und besorgen Sie sich flache, bequeme Schuhe. Das schont besonders den Rücken. Denn dieser ist meist durch den wachsenden Bauchumfang und die Gewichtszunahme ab der SSW 31+0 sehr stark belastet.

In der SSW 31+0 beginnen die Brüste bei den meisten Frauen die Vormilch, auch Kolostrum genannt, zu produzieren. Greifen Sie hier auf Stilleinlagen zurück, so haben Sie keine feuchten Flecken auf Ihren Oberteilen. In den ersten Tagen nach der Geburt bekommen Babys erst die Vormilch. Diese ist sehr nahrhaft und beinhaltet eine große Menge an diverser Antikörper, die dem Kind helfen und es widerstandsfähig machen. Merken Sie, dass Sie sich ab der SSW 31+0 erkältet haben, gehen Sie auch bei den kleinsten Anzeichen zum Arzt. Ihr Körper versorgt Ihr Baby jetzt sehr stark mit Nährstoffen aus Ihrem Blut. Dabei können auch Krankheitserreger leichter ins Blut Ihres Kindes gelangen. Das zu unterbinden, ist die Aufgabe der Plazenta. Durch eine Plazentaschranke können solche Erreger meistens abgeblockt werden, doch im Laufe der Schwangerschaft ändert diese ihre Struktur und auch Durchlässigkeit.

31. SSW: Zeit für einen Geburtsplan

Nehmen Sie sich in der 31. SSW die Zeit und machen Sie sich Gedanken um Ihre Geburt und Ihre Wünsche diesbezüglich. Hierzu erstellen Sie sich eine Liste mit den wichtigsten Punkten, die für Sie vor, während und natürlich auch nach der Geburt wichtig sind. Sie haben so die Chance, sich schon vor dem Stichtag ausführlich und intensiv über das Thema zu informieren und auch zu überdenken, was Sie sich wünschen und was Sie nicht möchten. Diese Liste wird auch Geburtsplan genannt und kann verschiedene Punkte beinhalten.

Überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Baby auf die Welt bringen möchten und welche Geburtsposition für Sie in Frage kommt. Sie werden während der Geburt Schmerzen haben, auch wenn diese ohne Komplikationen verläuft. Möchten Sie Medikamente bekommen und wenn ja, welche? Sollte es bei der Geburt zu Komplikationen können, möchte Sie auf eine örtliche Betäubung, wie zum Beispiel PDA zurückgreifen oder auch eine Vollnarkose erhalten? Wünschen Sie die Anwesenheit Ihres Partners, wenn es zu einem Kaiserschnitt kommt? Möchten Sie Ihr Baby sofort nach der Entbindung stillen oder darf es auch andere Nahrung erhalten? Kann Ihr Partner nach der Geburt im Geburtsort übernachten, wird auch er versorgt oder muss dieser nach Hause fahren. Diese Fragen sollen nicht nur Ihnen helfen, sich schon vor der Geburt über bestimmte Dinge zu informieren, sondern Sie auch entlasten und vermeiden, dass Sie sich unter Zeitdruck für etwas entscheiden müssen. Weiß, das Personal im Krankenhaus Bescheid, können diese auch schneller handeln. Besprechen Sie allerdings Ihre Wünsche auch vor der Geburt mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Hebamme und natürlich den Krankenschwestern im Krankenhaus. Nur so können Sie sichergehen, dass alles ohne Komplikationen verläuft und Sie nicht überstürzt eine Entscheidung fällen müssen.

31. SSW: Haptonomie-Kurs für den werdenden Vater

Eine Möglichkeit, bei der auch die Väter das Kind im Bauch spüren können, ist die Haptonomie. Es gibt einige Geburtshäuser und auch Hebammen, die nicht nur Vorbereitungskurse auf die Geburt anbieten, sondern auch Haptonomiekurse. Hierbei kann der Vater lernen, wie er das Kind auch schon vor der Geburt körperlich spüren und eine Beziehung zu ihm aufbauen kann. Für viele werdende Mamas ist das ein sehr schönes Gefühl, denn sie fühlen sich sehr stark entlastet, denn dadurch teilen Sie die emotionale Verantwortung für Ihr Baby mit dem Partner. Der Begriff Haptonomie kommt aus dem altgriechischen und heißt, die „Lehre von der Berührung“. Es geht hier bei darum, eine Spannung gegen fremde Berührungen zu reduzieren und ein Vertrauen auf körperlicher Basis aufzubauen.

Während der Schwangerschaft wird diese Bindung bei Mutter und Kind automatisch entwickelt. Für viele Väter ist es so, dass sie sich in der Schwangerschaft ausgeschlossen fühlen. Sie vermissen auch diesen direkten Kontakt zu Ihrem Kind. Mit einem Kurs in Haptonomie können die werdenden Väter lernen, die Bewegungen des Babys bewusst wahrzunehmen und auch das Baby im Mutterleib wahrzunehmen. Zusätzlich fördert der Kurs die Bindung zwischen Mutter und Vater und auch die Schwangerschaft für die werdende Mama enorm erleichtern. Da in der 31. SSW das Kind sehr weit entwickelt ist und auch die äußeren Berührungen seiner Eltern sehr deutlich wahrnimmt, eignet sich diese Schwangerschaftswoche sehr gut, um mit einem Haptonomie-Kurs zu beginnen.

31. SSW: Noch eine Woche Zeit für die letzte große Vorsorgeuntersuchung

Viele schwangere Frauen haben sicherlich in der 31. SSW schon die große Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall hinter sich gebracht. Noch bis zur 32. SSW kann dieser durchgeführt werden. Wie bei den vorangegangen Vorsorgeuntersuchungen wird auch hier Ihr Gewicht und Ihr Gesundheitszustand ausgiebig geprüft. Das betrifft auch Ihren Urin und Ihren Blutwert. Durch die Bauchdecke stellt Ihr Frauenarzt zudem fest, wo sich die obere Kante der Gebärmutter befindet. Mit dem Ultraschall kann der Frauenarzt noch einmal das Geschlecht prüfen. Er achtet auch auf Herzzeichen und Bewegungen Ihres Kindes und auf dessen Entwicklung. Geprüft wird, wo sich das Baby befindet und die Menge an Fruchtwasser sowie die Lage und Struktur der Plazenta. Das Baby wird gründlich durchgemessen, um so festzustellen, ob es bei der Geburt Komplikationen geben kann, oder ob es eine Unterversorgung gibt. Alle Ergebnisse werden in den Mutterpass eingetragen. Nach der großen Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall wird nun jede zwei Wochen eine Routineuntersuchung bei Ihrem Frauenarzt anstehen.
Tipp: Um zu berechnen, welcher Monat die 31. SSW ist gehen Sie ganz einfach vor. Teilen Sie hierzu die Schwangerschaftswochen durch die Anzahl der Wochen im Monat und runden Sie das Ergebnis auf. In der 31. SSW sind Sie im achten Monat Ihrer Schwangerschaft.

SSW 31: Sie sind 31 Wochen schwanger

SSW 31: Sie sind nun 31 Wochen und eine bestimmte Anzahl von Tagen schwanger! Manche nennen es die 32. Schwangerschaftswoche. (Finden Sie mehr über die Berechnung Ihrer Schwangerschaftswoche heraus.)

Wie sich Ihr Baby in dieser SSW entwickelt

Vielleicht spüren Sie die Bewegungen Ihres Babys nun nicht mehr so stark oder so oft. Das liegt daran, dass es jetzt eng in Ihrem Uterus wird und Ihr Baby keine ganzen Purzelbäume mehr schlagen kann. Die Zeit der ganz großen Bewegungen ist vorbei. Ihr Baby kann allerdings den Körper und den Kopf drehen und wenden – und das tut es auch!
Seine Organe sind jetzt fast alle entwickelt und unter die Haut legt sich eine Fettschicht.
Lesen Sie mehr über die Entwicklung Ihres Babys in dieser Schwangerschaftswoche.

So verändert sich Ihr Leben

Bis Ihr Baby sich in Ihr Becken senkt (etwa in Schwangerschaftswoche 36 bei Erstgebärenden, sonst kurz vor der Entbindung), haben Sie möglicherweise das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen. Das liegt daran, dass sich Ihr Uterus mit dem Baby so weit ausgedehnt hat, dass er gegen Ihr Zwerchfell drückt – das ist der große, flache Muskel am Rippenbogen, der die Atmung unterstützt. Entspannung hilft. Versuchen Sie, so viel wie möglich auszuruhen.
Verursacht Ihnen Ihre Kugel Rückenschmerzen? Falls Sie noch auf hohen Absätzen unterwegs sind, sollten Sie nun auf flache Schuhe umsteigen. Vor allem aber: Heben Sie nichts Schweres mehr, denn das übt Druck auf Ihre jetzt weichen und gedehnten Bänder aus. Lernen Sie mehr darüber in unserem Video: Rückenschmerzen vermeiden. Viele Frauen leiden gegen Ende der Schwangerschaft auch unter Beckenschmerzen. Das ist unangenehm, aber nicht bedenklich.
Wenn Sie und Ihr Partner angesichts des näher rückenden Tag X nervös werden, sollten Sie gemeinsam durchgehen, was Sie im Geburtsvorbereitungskurs gelernt haben und zum Beispiel die Atemübungen wiederholen.
Überlegen Sie sich, wie Sie mit den Schmerzen unter der Geburt umgehen wollen. Möchten Sie möglichst schnell eine Peridural-Anästhesie (PDA), natürliche Schmerzlinderung oder wollen Sie möglichst ohne Medikamente und Schmerzlinderung auskommen? Massage und Entspannungstechniken können Ihnen bei Letzterem helfen. Ich bin in Schwangerschaftswoche 32, und in meinem Kurs erzählen sie uns, dass wir uns einen Punkt auswählen sollen, auf den wir uns während der Wehen konzentrieren. Das kann ein Bild sein oder ein Riss in der Wand, völlig egal, solange er uns hilft zu entspannen und uns während der Wehen ablenkt. — Anonym

Community

Kaiserschnitt – ein Segen der Wissenschaft oder ein Hindernis beim Geburtserlebnis? Diskutieren Sie darüber mit anderen Müttern in unserer Schwangerschafts-Gruppe.

In dieser Schwangerschaftswoche interessant

Sie brauchen ein bisschen mehr Sicherheit? Finden Sie heraus, was während der Schwangerschaft ungefährlich ist und was nicht.
Arbeiten zu gehen, kann jetzt immer anstrengender werden. Aber bald greift Ihr Mutterschutz und vielleicht haben Sie ja noch Anspruch auf ein paar Urlaubstage
Wenn Ihr letztes Baby eine Frühchen war, dann beginnt für Sie jetzt eine sorgenvolle Zeit. Finden Sie heraus, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie erneut zu früh Wehen haben könnten.
Etwa 30 Prozent aller Kinder kommen in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. Wenn Sie sich darüber informieren, dann wissen Sie, was auf Sie zukommen könnte.

32. Woche

Einkaufen ist in der 32. SSW an der Reihe! Sie müssen besorgt sein, dass alles vorhanden ist, was Ihr Baby in der ersten Zeit braucht. Glücklicherweise muss gar nicht soviel angeschafft werden, denn Babys wachsen sehr schnell aus allem heraus. Trotzdem macht das Einkaufen der herzigen kleinen Kleidungsstücke ja sooo viel Spass!

Ausser Windeln (zwischen sechs und zehn Stück pro Tag) brauchen Sie eine Wickelkommode oder wenigstens eine Wickelunterlage, Feuchttücher, Wundschutzcreme, Babyshampoo und Körperlotion. Eine Baby-Badewanne, vor allem ein Modell, das man auf die grosse Badewanne aufsetzen kann, ist sehr praktisch und schont Ihren Rücken. Die Ausstattung des Babybettchens sollte nicht zu üppig sein (Erstickungsgefahr!). Babys brauchen noch kein Kissen. Eine leichte Decke oder besser noch ein praktischer Schlafsack sind für den Anfang genug. Für den Transport – schon vom Spital nach Hause – brauchen Sie einen Kinderwagen, eine Tragehilfe und einen Auto-Sicherheitssitz.

Shopping

Die swissmom-Linksammlung präsentiert eine Fülle hilfreicher Adressen:

Schwangerschafts-Shop

Baby-Shop

Wenn dies Ihr erstes Kind ist, kommen somit einige Kosten auf Sie zu. Einen Teil können sicher Grosseltern, Freunde und Verwandte übernehmen. Die meisten freuen sich, wenn sie etwas schenken können, das sinnvoll ist und auch wirklich viel benutzt wird. Den Rest müssen Sie nicht unbedingt neu anschaffen. Secondhand-Läden bieten z.B. eine grosse Auswahl kaum gebrauchter Artikel. Oder nehmen Sie teil an online-Auktionen. Viel Nützliches finden Sie auch im Flohmarkt im swissmom-Forum.

In dieser Woche wird ein Bluttest auf Hepatitis B (Gelbsucht) durchgeführt. Schwangere, die sich vielleicht sogar unbemerkt einmal mit dem Hepatitis-Virus angesteckt haben, können so entdeckt werden. Während der Schwangerschaft ist das noch kein Risiko, aber bei der Geburt kann sich das Baby anstecken und schwer erkranken.

Ab jetzt werden Sie alle zwei Wochen zur Vorsorgeuntersuchung einbestellt. Manche Frauenärzte und Frauenärztinnen führen dann bei Risikoschwangerschaften auch eine CTG-Untersuchung und/oder einen Doppler-Ultraschall durch.

Für Aussenstehende ist Ihr Bauch nun schon als schöne Rundung nicht mehr zu übersehen. Sie haben auch schon recht daran zu tragen! Er wird immer schwerer und zieht nach vorne. Weil die Schwangerschaftshormone die Bänder und Sehnen entspannen, gehen viele Schwangere automatisch immer mehr ins Hohlkreuz. Um den Rücken zu schonen und Rückenschmerzen zu vermeiden, sollten Sie von nun an immer wieder die Beine hüftbreit nebeneinander hinstellen und bewusst das Becken nach vorne und oben kippen.

…und so entwickelt sich Ihr Baby in der 32. Schwangerschaftswoche…

Ihre Schwangerschaft in Zahlen:

  • 32. Woche nach dem 1. Tag d. letzten Periode
  • 31 Wochen + 1 – 7 Tage (ärztliche Berechnung)
  • 30. Woche nach der Befruchtung
  • Kopfdurchmesser des Fetus: ca. 78-90 mm
  • Gewicht des Fetus: ca. 1800 g
  • Länge des Fetus: ca. 41,5 cm

Häufige Fragen in dieser Woche:

Was kann ich schon während der Schwangerschaft tun, damit ein Dammschnitt gar nicht erst nötig wird?

Mein Bauchnabel ist stark vorgewölbt und ganz blau. Kann sich das entzünden?

Bis zur Geburt sind es noch zwei Monate, und ich kann jetzt schon nicht mehr richtig schlafen, obwohl ich todmüde bin.

Zur 31. Woche

Zur 33. Woche

Letzte Aktualisierung : 14-11-18, BH

Ihr Baby experimentiert vielleicht schon mit seiner neuen Fähigkeit den Kopf von einer Seite zu anderen zu drehen.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist jetzt besonders wichtig. Haben Sie vor zu stillen, ist es empfehlenswert mit gut gefüllten Nährstoffspeichern an den „Start“ zu gehen.

Vitamin D ist dabei ein wichtiger Nährstoff, der in der Ernährung Ihres dritten Trimesters eine essentielle Rolle spielt. Vitamin D reguliert den Calcium- und Phosphorgehalt im Körper und ist unabdingbar für eine normale Entwicklung der Knochen Ihres Babys. In Extremfällen kann ein Mangel an Vitamin D bei Ihnen als Mutter dazu führen, dass die Knochen Ihres Babys weicher werden, was zu einer sogenannten Rachitis führen kann.

Der Körper ist auch in der Lage, Vitamin D selber herzustellen, wenn die Haut der UVB-Strahlung der Sonne ausgesetzt ist. Sie können Ihre Vitamin-D-Zufuhr erhöhen, indem Sie sicherstellen, dass Sie sich ausgewogen ernähren. Es kann jedoch sicherer sein, Ihren Arzt zu fragen, ob dieser Ihren Vitamin-D-Spiegel überprüfen kann. Bei Bedarf können Sie jeden Tag zusätzlich 10µg Vitamin D einnehmen. Sie können die Einnahme nach der Geburt fortsetzen, wenn Sie planen, Ihr Baby zu stillen8.

Vergewissern Sie sich, dass Ihr pränatales Multivitamin 10µg Vitamin D enthält. Wenn nicht, kaufen Sie ein Separates.

Wenn Sie regelmäßig die folgenden Vitamin-D-reichen Nahrungsmittel zu sich nehmen, erhöht sich auch Ihr Vitamin-D-Spiegel:

· Fettiger Fisch, einschließlich Hering, Makrele, Lachs oder Forelle (Essen Sie jedoch maximal 2 Portionen fettigen Fisch pro Woche, da fettiger Fisch Giftstoffe enthalten kann, die für Ihr sich entwickelndes Baby schädlich sein können)

· Eier – das Eigelb enthält Vitamin D

· Angereicherte Lebensmittel – einige Milchen sowie Frühstückscerealien, Margarinen und Aufstriche mit niedrigem Fettgehalt sind mit Vitamin D angereichert

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