17 monate altes kind schub

Die Längen- und Gewichtsmassenach dem ersten Lebensjahr

Ob Ihr Kind sich gut entwickelt, erkennt man unter anderem an seiner Körpergrösse und dem Gewicht. Macht das Kind einen zufriedenen Eindruck und zeigt es keine deutlichen Zeichen von Gewichtsabnahme, können Sie das Wiegen und Messen dem Kinderarzt, der Kinderärztin im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen überlassen. Den Kindern macht es aber oft grossen Spass, an einer Messlatte zu Hause ihr eigenes Wachstum mitzuerleben.

So viel wachsen Kinder durchschnittlich im Jahr

  • Babys: 25 Zentimeter
  • Primarschüler: 4 Zentimeter
  • Knaben in der Pubertät: 13 Zentimeter
  • Mädchen in der Pubertät: 7 Zentimeter

Kindliche Knochen können wachsen, weil sie sogenannte knorpelige Wachstumsfugen an ihren Enden haben. Nach der Pubertät, wenn genügend Geschlechtshormone im Körper vorhanden sind, verkleinern sich diese Wachstumsfugen und verknöchern schliesslich. Im Röntgenbild kann man so darauf schliessen, wieviel ein Kind noch wachsen wird oder ob sein Wachstum schon abgeschlossen ist.

Wachstumsschübe oder gleichmässiges Wachstum?

Man sollte dabei nicht vergessen, dass das Gewicht des Kindes von verschiedenen Faktoren wie Körpergrösse, Geschlecht, Ernährung und Bewegungsverhalten abhängig ist. Kinder nehmen im Wachstum plötzlich zu, das ist völlig normal. Nach einem Wachstumsschub kann ein Kind aber auch für einige Zeit eher untergewichtig sein. Welches Gewicht für ein Kind normal ist, ist nicht immer einfach zu bestimmen. Es reicht auf jeden Fall nicht, das Kind einmal zu wiegen und diese einzelne Messung als Hinweis auf die Gewichtsentwicklung zu nehmen. Das Messergebnis ist nur eine Momentaufnahme. Um Aussagen darüber machen zu können, ob das Gewicht von Kindern altersgemäss normal ist, muss die Gewichtsentwicklung über einen längeren Zeitraum betrachtet werden. Beim Längenwachstum von Kindern ist es genauso.

Gut informiert

Gesundes Wachstum

Zu dicke Kinder

Zu dünne Kinder

Interview: Dr. med. Stefanie Graf über Wachstumsstörungen bei Kindern

Wie wird gemessen?

Ihr Kinderarzt, Ihre Kinderärztin wird die erhobenen Messdaten in eine Wachstumstabelle eintragen, das so genannte Somatogramm (Perzentilenkurve). Hier können die Werte Ihres Kindes mit den Normwerten für Körpergrösse und Körpergewicht in der jeweiligen Altersstufe verglichen werden. Mädchen und Knaben werden dabei unterschiedlich beurteilt, sowohl im zeitlichen Verlauf als auch in der absoluten Höhe. Bis zum Alter von zwei Jahren wird übrigens im Liegen gemessen, danach im Stehen. Daraus erklärt sich, dass die Wachstumskurven alle an dieser Stelle einen kleinen Knick haben – im Stehen sind wir etwas kleiner als im Liegen.

Die Wachstumskurve (Somatogramm)

Die Somatogramme haben drei Prozentlinien (Perzentilen): 3, 50 und 97 Prozent. Bewegt sich Ihr Kind bei etwa 50 Prozent, so bedeutet das, die Hälfte aller Kinder dieses Alters ist schwerer und grösser als das eigene, die andere Hälfte leichter oder kleiner. Ihr Kind entspricht also genau dem Mittelwert. Steht es bei etwa 75 Prozent, ist es überdurchschnittlich gross oder schwer, aber 25 Prozent der Gleichaltrigen sind noch grösser oder schwerer. Es ist auch gut möglich, dass Ihr Kind in der Wachstumskurve bei 80 Prozent liegt, in der Gewichtskurve aber bei 60.

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Detaillierte Perzentilkurven (Wachstumskurven) für verschiedene Entwicklungsparameter wie Länge, Gewicht, Kopfumfang finden Sie hier:

Pädiatrisch-Endokrinologischen Zentrums Zürich (als pdf),

Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie (als pdf),

Homepage der World Health Organization WHO (nur auf englisch).

Hier finden Sie einen BMI-Rechner mit Perzentilen und Standardabweichung für Kinder.

Das PEZZ (Pädiatrisch-Endokrinologisches Zentrum Zürich) hat eine kostenlose App zur Verfolgung des Wachstumsverlaufs Ihres Kindes entwickelt.

Wann ist das Wachstum nicht mehr normal?

Sollten Körperlänge und/oder Gewicht Ihres Kindes über oder unter dem Normalwert liegen, ist das kein Grund zur Sorge. Viel wichtiger ist, dass es sich parallel der Normalkurve entwickelt.

Man spricht erst dann von einer Wachstumsstörung, wenn das Wachstum der Kinder über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr unnormal verläuft. Sprünge nach oben oder unten (zum Beispiel mit vier Jahren auf der 50-Prozent-Marke, also so gross wie der Durchschnitt, mit fünf Jahren aber nur noch bei 30 Prozent) sollten Sie ernst nehmen und mit dem Kinderarzt besprechen. Sie könnten ein Warnsignal für Kleinwuchs oder Hochwuchs sein.

Wissen

Wachstum braucht Süsses

Tut Wachsen wirklich weh? Was tun bei Wachstumsschmerzen?

Häufige Frage zum Thema

Kann man die Erwachsenengrösse eines Kindes vorausberechnen?

Wenn Ihnen eine sehr grobe Einschätzung der Erwachsenengrösse Ihres Babys reicht, dann verdoppeln Sie seine Grösse, wenn es zwei Jahre alt ist.

Wie gross ein Kind letztendlich wird, ist sehr stark genetisch bedingt, hängt also von der Körpergrösse der Eltern ab. Die wahrscheinliche …

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Newsticker

Der Türrahmen fürs Smartphone | 14.09.2016

Wer kennt sie noch, die horizontalen Striche am Türrahmen, versehen mit Datum und dem Namen des Kindes? Früher haben Eltern so das Wachstum ihres Kindes festgehalten – meistens am Geburtstag. Heute benutzt man dazu die neue App Child-Growth, entwickelt vom Pädiatrisch-Endokrinologischen Zentrum Zürich (PEZZ). Darauf können Eltern den Verlauf von Grösse, Gewicht und Body-Mass-Index (BMI) ihres Kindes über einen gewählten Zeitraum verfolgen und die Werte mit denjenigen von gleichaltrigen Schweizer Kindern vergleichen. Dank der hinterlegten Normwerte ist sofort ersichtlich, ob das Kind sich richtig entwickelt. Falls nicht, könnte dies das Anzeichen einer chronischen Erkrankung sein. Child-Growth ist ab sofort gratis erhältlich und läuft unter iOS8 bzw. Android 4 und höher. Neben Deutsch existiert die App neu auch in Französisch und Englisch.

Newsticker

Kinder werden immer grösser: Forscher vom Zentrum für Kinderheilkunde der Universität Bonn haben herausgefunden, dass Kinder heute grösser sind als vor 30 Jahren. Die 7- bis 10-Jährigen sind heute 1 bis 1,5 cm grösser. Die Geburtslänge veränderte sich nur geringfügig um 0,2 cm. Die Entwicklung der körperlichen Reifung (erste Mens bei Mädchen) liegt dagegen noch immer konstant bei etwa 13 Jahren. Körperwachstum gelte als ein wichtiger Indikator der sozioökonomischen Lage einer Gesellschaft, v.a. der Ernährungsqualität, berichten die Autoren. (swissmom Newsticker 18.6.2012)

Immer früher reif: Eine aktuelle US-amerikanischen Studie mit 1239 Mädchen zwischen sechs und acht Jahren zeigt, dass die Pubertät bei Mädchen heute zwei Jahre früher als bei ihren Müttern und 3 Monate früher als noch vor 7 Jahren eintritt. In welchem Alter es losgeht, hängt wesentlich damit zusammen, ob das Mädchen dünn ist oder dick. Schon mit neun Jahren kann bei übergewichtigen Mädchen das Brustwachstum beginnen. Die ethnische Zugehörigkeit spielt nur scheinbar eine Rolle: Afroamerikanische und hispanoamerikanischen Mädchen sind häufiger übergewichtig, weshalb sich bei ihnen die Brust früher entwickelt als bei weissen oder asiatischen. (swissmom Newsticker, 15.1.14)

Zu kleines Kind – Getreide schuld? Zöliakie, eine Unverträglichkeit von Gluten, führt bei Kindern nicht nur zu Verdauungsstörungen, sondern auch zu Wachstumsverzögerungen, Knochenverformungen und Blutgerinnungsstörungen. Eine finnische Studie belegte jetzt, wie wichtig die Vorsorgeuntersuchungen sind: Wird das Wachstum von Kindern regelmässig beim Kinderarzt geprüft, kann eine Zöliakie deutlich früher erkannt werden. Die Auswertung der Daten ergab, dass Mädchen bereits zwei Jahre vor ihrer Zöliakie-Diagnose kleiner als ihre gesunden Altersgenossen waren und Jungen mit Zöliakie waren ein Jahr vor der Diagnose kleiner als Gleichaltrige. (swissmom Newsticker, 28.6.15)

Das Baby ist 1,5 Jahre alt – der Entwicklungsschub in der 75. Woche

Da ein Kind nun auch versteht, dass Systeme verschieden sein können, kann es recht schnell begreifen, dass z. B bei Oma unterschiedliche Regeln gelten, als bei Mama oder dass man im Kindergarten mit dem Essen nicht matschen darf, zu Hause aber schon. Diese neue Fähigkeit können wir Eltern ruhig ausnutzen! Denn auch das Beibringen von moralischen Werten innerhalb einer Familie ist Teil eines „Systems“. Oftmals ist uns das Erwachsenen gar nicht so richtig bewusst, aber wir leben unseren Kindern tagtäglich unsere Werte und Normen vor und vermitteln ihnen Verhaltensweisen, ohne groß darüber nachzudenken. Und unsere Kinder nehmen sie auf – wir sind ja ihre Helden, also ahmen sie uns nach. Eine Mama, die selbst ein wenig Schwierigkeiten mit dem Ordnunghalten hat (wie ich!), lebt ihren Kindern dabei etwas völlig anderes vor, als eine Mama, die gern sauber macht oder gar einen Putzfimmel hat. Und so sehr ich mich auch anstrenge, meinen Kindern das Aufräumen nach dem Spielen schmackhaft zu machen – sie räumen einfach trotzdem nur sehr, sehr ungern auf.
Unsere Kinder begreifen sich nun erstmals selbst als System – sie erkennen, dass sie ein „ich“ sind, während ein anderer Mensch ein „du“ darstellt. Ihre Familie ist das „wir“ und damit auch ein System. Ist ein Kind zu diesem Zeitpunkt schon im Kindergarten, wird es auch dort „Systeme“ erkennen. Nicht nur der Ablauf des Tages als System wird interessant, auch die körperlichen Unterschiede zwischen den Systemen „Jungen“ und „Mädchen“ werden ausgiebig bestaunt (vgl. ebd., 2005: 367). Einige wenige Kinder sind nach dem Sprung in der Lage, das System „ich“ so weit zu beherrschen, dass sie bewusst auf ihre Ausscheidungen achten und diese vielleicht sogar so weit unter Kontrolle bekommen, dass sie aufs Töpfchen gehen können. Wie gesagt, für die meisten Kinder ist dieser Zeitpunkt noch zu früh, aber es ist nicht verwerflich, dem Kind in diesem Alter einfach spielerisch ein Töpfchen hinzustellen und abzuwarten, ob es daran Interesse zeigt. Druck wäre in diesem Fall komplett unangebracht! Aber zeigen kann man so ein Töpfchen durchaus schon…
Zum allerersten Mal und auch nur ganz ansatzweise kann das Kind nun begreifen, dass ein anderer Mensch vielleicht andere Gefühle und Gedanken hat. Diese Fähigkeit ist noch lange nicht ausgereift – richtig funktionieren wird das erst in ein paar Jahren, wenn es den Perspektivenwechsel gemeistert hat – und doch kann ein Kind nun z. B. ein anderes Kind trösten, wenn dieses weint (vgl. ebd., 2005: 368).
Auf jeden Fall bedeutet der Sprung in die Welt des „ich“ und „du“ großes Potential für Frust – Fräulein von Motz und Trotz hat ihren Spaß daran. Denn wenn das Kind entdeckt, dass Mama nicht so begeistert von der Idee ist, bei minus 10 Grad und Schneegestöber dem Kind ein Eis in der Eisdiele zu kaufen, wird es nicht freudestrahlend nicken und sagen: „Du hast Recht, Mama!“. Nein, es wird sich vor Wut auf den Boden werfen und so laut schreien, wie es kann, um seiner Frustration über die konträren Meinungen Ausdruck zu geben. Und auch wenn das für die betreffende Mama sehr, sehr peinlich ist (gern schmeißt sich Fräulein von Motz und Trotz auch im Supermarkt vor der Quengelware auf den Boden) – denkt daran: Euer Kind will euch in dem Moment nicht das Leben schwer machen, es hat es gerade selber schwer, mit der Ungerechtigkeit des Lebens klar zu kommen! Statt also genervt und wütend auf den kindlichen Wutausbruch zu reagieren, versucht es mit Verständnis. Es ist doch auch einfach gemein, dass es nicht jederzeit ein Eis geben darf!
Den meisten Eltern fällt nun auf, dass sich ihre Kinder besser in der Umgebung zurechtfinden – denn auch Straßenanordnungen und innere Landkarten sind Systeme. Meine Töchter wussten immer schon beim Abbiegen an einer bestimmten Ecke, dass wir uns auf dem Weg zu ihrem geliebten Sportkurs im Tipi Tapa befanden. Auch den Weg zum Lieblingsspielplatz, zum Eisladen, Bäcker oder wie das eigene Haus aussieht merken sich unsere Kinder nun mühelos. Sind sie schon im Kindergarten, können sie sich dort im Haus plötzlich besser orientieren und wissen, wohin sie laufen müssen, um zum Gruppenraum, zur Toilette oder in den Garten zu kommen. Die Eltern, die Jacken, das Spielzeug und die Taschen der anderen Kinder werden erkannt und den richtigen Spielkameraden zugeordnet – etwas, womit ich immer noch große Probleme habe („Von wem war das nochmal die Mama?“ „War das deine Hose oder die von deiner Schwester?“) 😉 .
Eine meiner Töchter war mit ca. 18 Monaten einmal mit mir beim Kinderarzt. Der Zufall hatte es bis dato immer so bestimmt, dass sie in der Gemeinschaftspraxis immer von der einen Ärztin untersucht worden war, ihre Schwester jedoch von der anderen. An diesem Tag aber hatte nur die eine Ärztin Dienst – die, die bisher immer ihre Schwester behandelt hatte. Meine kleine, ach so wortgewandte Tochter war völlig außer sich. Statt wie gewohnt fröhlich vor sich hinzuplappern, sagte sie die ganze Untersuchung immer nur konsterniert den Namen ihrer Schwester. Sie konnte gar nicht fassen, dass sie von der „falschen“ Ärztin untersucht wurde! Die gehörte nicht zu ihrem System!

Beliebte Spiele mit 17 Monaten bzw. 1,5 Jahren

Mit der Welt der Systeme erweitern sich auch die Spielvorlieben hin zu „Systemen“. Bei meinen Kindern waren Puzzle plötzlich irre beliebt, so dass wir in dieser Zeit eine wirklich entspannte Leise-spiel-Phase hatten, in der sie gebannt am Kindertisch saßen und Bilder zusammensetzen. Denn Puzzle sind ganz eindeutig „Systeme“: jedes Puzzleteil hat seinen designierten Platz, alle greifen ineinander und bilden zusammen ein großes Ganzes. Zunächst waren ganz einfache Steckpuzzle bei uns beliebt, doch mit 22-24 Monaten waren sie schon bei 15-teiligen Rahmenpuzzles angelangt! Das verblüffte mich dann doch ein bisschen. Aber: so schnell diese Puzzle-Leidenschaft gekommen war, so schnell ging sie auch wieder. Nach der Meisterung der 15-teilgen Puzzle erlosch die Liebe bald und ist seitdem eigentlich nicht wieder aufgeflammt. Guckt einfach, was euren Kindern gefällt, es gibt ja hunderte schöner Puzzle, die geeignet sind.

Über unseren nie enden wollenden Schub mit 17 Monaten:

Wenn man Eltern wird, dann kommt man an der Bibel „Oje, ich wachse“ nicht vorbei. Ich habe dieses Buch geliebt und gehasst. War ich mal wieder kurz davor den Rand der Verzweiflung selbst herunter zu springen, habe ich einfach hinein geschaut und war beruhigt – zumindest dezent. Es gab mir ein gewisses Gefühl von Sicherheit. Denn nichts ist besser als zu wissen: Du bist nicht allein! Du hast keine Vollmeise! Dein Kind ist normal – soweit so ein Buch das überhaupt beurteilen kann.

Das Schreckliche: auf dieser Übersichtsseite mit all den Sprüngen, die so ein Baby macht, waren – für mich – gefühlt immer mehr Wolken als Sonne. Hatte man einen Sprung geschafft und das Kind konnte plötzlich was Neues, stand auch schon die nächste Zerreissprobe auf dem Programm. Man kam vom Regen in die Traufe. Ich mag das Buch auch wegen der teilweise haarsträubenden Zitate nicht. Da wird vom Schreien lassen berichtet… etwas was nicht in meinen Kopf will und dort auch niemals ankommen wird.

Nun dachte ich eigentlich, dass das Kindlein fertig sei mit seinen Sprüngen. Ich hatte das Buch jedenfalls schon gefühlte 100 Jahre nicht mehr in der Hand. Wozu auch? Die Zeiten wo sie scheinbar so ganz ohne Grund meckerte waren ja auch irgendwie vorbei. Jetzt kann sie nicken und den Kopf schütteln und eben auch auf Dinge zeigen, die sie will. Das öffnet das Tor zur Eltern-Kind-Kommunikation und erleichtert das Zusammenleben so unwahrscheinlich, dass man darüber einen Roman schreiben könnte.

Nun änderte sich aber in den letzten Wochen etwas. So ganz heimlich schlichen sich nicht bekannte Verhaltensmuster ein… und wir als Eltern schauen einander erneut verzweifelt an und wissen nicht, was wir tun können. Ich weiß nicht mal genau, wann diese Phase begonnen hat und ob es wirklich ein Schub mit 17 Monaten ist, oder einfach schon mit 15 oder 16 Monaten begonnen hat.

  • sie schläft ganz schlecht ein. Sowohl Mittags, als auch Abends. Es kam auch schon vor, dass sie den Mittagsschlaf komplett geschmissen hat und bis Abends ohne Probleme durchhielt. Wo sie früher nach dem Stillen ganz entspannt mit Peter Pan um die Wette flog wird nun gewütet, gekrabbelt, Mama geknutscht, gehauen, getreten, gelacht… es wird alles gemacht, nur nicht ins Traumland gefunden.
  • damit geht einher, dass sie ganz schlecht abschalten und runter fahren kann. Eigentlich gar nicht. Momentan müssen wir sie sehr sehr sehr oft in den Schlaf schaukeln und den ein oder anderen Tag kamen wir nicht ohne das alt bewährte aus: Tragetuch.
  • sie stillt nachts wirklich teilweise alle 30 Minuten, meistens aber alle zwei Stunden. Wir hatten wenige Tage, in denen sie mal drei Stunden am Stück schlief, mehr war aber nie drin. Man spürt ganz deutlich, dass sie eine gewisse Sicherheit abruft, vor allem nach mir, der Mama. Will Papa sie beim Aufwachen beruhigen wird laut Mama geschrien und auf die Tür gezeigt.
  • „neeeeeiiin“ kannte sie ja schon eine Weile. das Wort entwickelt sich hier aber gerade zum absoluten Hit und wird sehr oft benutzt. Zu oft? Keine Ahnung, aber ihr Willen wird stärker und deutlicher. Das macht uns bisher keine Probleme, da wir es trotzdem hinbekommen. Nichts desto trotz ist es sehr interessant zu sehen und nicht zu leugnen, dass sich da was tut in diesem kleinen Kinderhirn.
  • Reden, nachplappern, wieder erkennen. Abgesehen von der wirklich krassen Motorik, die sie ja schon immer an den Tag legte sprudeln die Wörter ja gerade nur so. Jede Woche kommen aktuell kleine Miniwörtchen hinzu. Ebenso lernt sie immer mehr, wie bestimmte Dinge heissen, kann praktisch ihren ganzen Körper „benennen“ und auf die richtigen Stellen zeigen. Man spürt aber ganz deutlich, dass sie sehr oft frustriert ist, da sie sich noch nicht so äußern kann, wie sie möchte. Kleiner Wüterich *seufz*

Es gibt aber auch Positives zu berichten:

  • Papa geht wieder besser. Eine zeitlang war der Papa nur tagsüber zum Spielen ein idealer Partner. Ins Bett bringen, schuckeln bis man eingeschlafen ist, Nachts beruhigen? Keine Chance. Mittlerweile kann er sie immerhin wieder in den Schlaf begleiten, was für mich sehr erleichternd ist.
  • Sie schäkert! Ich weiß nicht so recht, wie ich das finden soll. Wir hatten hier ja monatelang (ehrlich gesagt seit der Geburt) das skeptischste Kind der Welt. Es wurde nie und nimmer eine Mine verzogen, kein Lächeln huschte über die süßen Lippen. Und nun lacht sie die Kassiererin an und winkt ihr zum Abschied. Im Ikea rennt sie zu anderen Kindern und will spielen. Sie taut einfach insgesamt merklich auf, wird offener und entspannter.

Wann endet das nun? Laut dem Plan von „Oje ich wachse“ (der übrigens jetzt dann endet) sollte hier Sonnenschein herrschen. *hust* Davon ist nix zu merken. Und bisher haben die schlechten Zeiten eigentlich bis auf die Woche exakt gestimmt – was mich manchmal wirklich erschrocken hat. Ansonsten gebe ich nicht viel auf das Buch und versuche es wie immer: Augen zu und durch! Wir werden auch diesen Sprung schaffen und gestärkt aus ihm hervor gehen… hoffe ich doch zumindest! *hehe*

10. Schub gemäß „O je, ich wachse …“ mit 17/18 Monaten? Hilfe …

Also, ich hatte auch das Buch ohje ich wachse, allerdings hörte meins nach dem ersten Jahr auf, ich wusste gar nicht dass das noch weiter geht? Naja, ich habs eh nur bis zur Hälfte gelesen, weil ich – sorry, ich muss es doch sagen – dieses ganze Konzept eher hinderlich fand. Meine Tochter passte natürlich schon auch irgendwie in das Modell, aber ich habe gemerkt, dass ich zeitweise auch schon nachgeschaut habe, wann denn die nächste „sonnige“ Phase kommt, und wenn die Stimmung dann nicht entsprechend ist, muss man sich das wieder irgendwie erklären…
Ich habe zum Glück irgendwann beschlossen, solche Schübe finde ich quatsch, das ganze Leben in diesem zarten Alter ist ein einziger Entwicklungsprozess, mal in größeren, nach außen hin erkennbaren Schritten, mal spielt es sich eher „im“ Kind ab und die Außenwirkung kommt später.
Wenn ich zurückdenke, was meine Tochter vor etwa drei Monaten – also in entsprechendem Alter – gelernt hat, kann ich sagen: der Wortzschatz ist explodiert, wir hatten mit 18 Monaten so um die 150 Wörter, danach habe ich aufgehört zu zählen, weil wirklich jeden Tag was neues dazukommt. Auch Sätze bilden und kleine „Geschichten“ erzählen, was sie so erlebt hat.
Dann hat sie noch ganz plötzlich eine Begeisterung für Puzzles entwickelt und macht solche Rahmenpuzzles mit 10-15 Teilen abartig schnell – sie muss z.B. die Teile nur als Umriss, also umgedreht, sehen und weiß schon, was auf der Vordertseite ist und wo es hingehört.
Und sie fing an, große Holzperlen auf eine Schnur zu fädeln, kann sich damit laaange beschäftigen.
Und Duplo wurde interessant, das kam so mit 20 Monaten dann, dass sie die Seine zusammenbauen und wieder auseinanderbauen kann, und Türme baut und „Bäume“
Und seit dem Duplo-„Schub“ kennt sie die vier Grundfarben.
Also, es hat sich innerhalb von 2 Monaten eine Menge getan, Schub oder nicht. Was davon für euch zutrifft, wirst Du aber letztlich selbst wissen, ob sie sich (fein)motorisch entwickelt, oder sprachlich, oder oder oder.
Beobachte Dein Kind einfach, dann wirst Du schon merken, was sich tut, und freu Dich dran, dass unsere kids jetzt schon so groß sind, dass sie schlimmen Jammerphasen etc vorbei sind

Normen & Werte

Ihr Kind beginnt nun zu verstehen, dass Mama ein eigener Mensch ist – und Papa auch. Es jongliert mit Begriffen wie „du“ und „ich“ und ist sehr an den Körpern seiner Eltern interessiert.

Ihr Sohn entdeckt, dass es einen Penis hat – und Papa auch, aber Mama nicht. Und dass der von Papa größer ist als sein eigener. Das gefällt ihm nicht. Er verschafft sich einen genauen Überblick über alle Übereinstimmungen und Unterschiede. Zum ersten Mal in seinem Leben kann sich Ihr Kind in einen anderen Menschen hineinversetzen. Es weiß nun, dass es ein Mensch ist – und der andere auch. Zum ersten Mal ist es sich auch dessen bewusst, dass eine andere Person nicht unbedingt das Gleiche mögen muss wie es selbst. Es ist nun weniger egozentrisch, was allerlei Folgen hat. Es kann andere trösten. Seine Pantomime erreicht einen Höhepunkt: Es ahmt jetzt alles nach, was nicht niet- und nagelfest ist, und das den lieben langen Tag. Sein Fantasiespiel kommt nun voll in Gang.

Lebewesen

Andere lebende Wesen findet Ihr Kind nun sehr faszinierend – von Ameisen bis zu Hunden. Ihr Kind ist sich nun der Tatsache bewusst, dass es in einer Familie lebt. Und dass seine Familie anders ist als die Familie seines Freundes, den es zwei Mal wöchentlich besucht.

Kunst kommt von Können

Genauso wie Ihr Kind seine eigene Familie als ein System erkennt, so unterscheidet es seine Familie von anderen Familien. Mit seinen Freunden verfährt es genauso, und ebenso mit seinem Haus und der Nachbarschaft. Es orientiert sich nun immer besser in der Umgebung außerhalb des Hauses. Es wird sich seiner Kleidung bewusst, es kann recht eitel und besitzergreifend werden, wenn es um seine Spielsachen geht. Es fabriziert nun auch schon große „Kunstwerke“: Ihr Kind kritzelt nun nicht mehr, sondern malt schon „Pferde“, „Boote“ und „sich selbst“. Und es kann schon Musik genießen. Sein Zeitgefühl beginnt sich zu entwickeln. Es kann sich besser an vergangene Erfahrungen erinnern und sich auf kommende Ereignisse freuen. Und zum ersten Mal formuliert Ihr Kind ganze Sätze. Das heißt aber noch lange nicht, dass jedes Kleinkind das auch tut. Kinder untrerscheiden sich bezüglich des Alters, in dem sie damit beginnen, stark voneinander. Alle Kinder begreifen nun schon viel von dem, was Sie ihnen sagen, doch einige sprechen erst ein paar Worte. Andere dagegen sprechen schon sehr viel und unterstützen das Gesagte mit Mimik, doch formulieren sie noch keine ganzen Sätze. Und wieder andere verwenden bereits ganze Sätze. Ob Ihr Kind das schon kann oder noch nicht, hängt auch davon ab, wieviel Sie mit Ihrem Kind sprechen.

Deutliche Regeln

Quengeln und jammern, um seinen Willen zu bekommen, kindisches Verhalten, Unordentlichkeit, obwohl man eigentlich schon ordentlich sein könnte, Unvorsichtigkeit und andere verletzen – Sie fragen sich wahrscheinlich, ob Sie die einzige sind, die sich mit einem solchen Verhalten herumärgern muss. Nein, natürlich nicht! Ihr Kleinkind ist kein Baby mehr! Die Zeit ist gekommen, um Grenzen zu setzen. Ihr Kind kann es nun vertragen. Mehr noch: Es ist sogar auf der Suche nach Grenzen. Ihr Kind verlangt nach Regeln. Es variiert sein Verhalten endlos, um diese Regeln kennen zu lernen. Genauso wie es Hunger und ein Recht auf sein tägliches Essen hat, so hat es auch ein Recht auf Regeln. Und die meisten Regeln kann es nur entdecken, indem sie ihm von Ihnen präsentiert werden, vor allem wenn es um soziale Regeln geht. Sie müssen ihm verdeutlichen, was sich gehört und was nicht. Sie sind es ihm schuldig. Und wer kann es ihm besser beibringen als jemand, der es liebt?

Normen und Werte

Ein Kleinkind lernt im Schnelldurchgang. Doch alles, was es nun lernt, ist ihm später nur schwer wieder abzugewöhnen. In dieser Zeit wird die Basis für die Gewissensbildung und das Lernen von Werten und Normen gelegt. Es ist also eine gute Investition in die Zukunft und Sie ersparen sich, Ihrem Kind und Ihrer Umgebung viel Ärger, wenn Sie damit rechtzeitig beginnen. Ein Baby kann man nicht verwöhnen, ein Kleinkind dagegen schon.

Mein Sohn, die Pantomime?
(c) Fotolia

Auf hexhex lässt uns Vivi am Leben mit ihren beiden Kindern Fiona und Felicia teilhaben. Felicia aka Das kleine F ist mittlerweile sieben Monate alt. Monatlich schreibt Vivi Briefe voller Liebe an das kleine F, die mich immer wieder aufs Neue berühren. Vor kurzem aber habe ich ein wenig geschluckt, als ich diesen Beitrag las:

„Aus „agrr“, „ogrr“ usw. sind inzwischen ganze Silben-Sätze geworden („An-gri-la“, whatever). Du staunst manchmal selbst, was herauskommt, wenn du mit deiner Stimme experimentierst. Vor wenigen Tagen hast du tonlos deine Lippen aufeinander gepresst und sie wieder geöffnet. Als du deine Stimme dazu genommen hast, ist „MAMAM“ entstanden. Hach! Seitdem immer wieder! Was für ein großer Moment. Da setzt das Herz einen Moment aus vor Glück!
Dein erstes „Wort“ war allerdings ein anderes, existenziell wichtiges im Zusammenleben mit einer großen Schwester: „NEE NEE“. Jackpot!“

Und auch Marsha von Mutter & Söhnchen erzählt vom Spracherwerb ihres 9-monatigen Sohnes:

„Das erste Wort war “Mjaaam”, gefolgt von “Mam”. Das neuste Wort ist “Heia”. Auf ein NEIN folgt seit kurzem immer ein “da”. Keine Ahnung, was das heißt. Vielleicht Ja? Ab und an sagt der Mister auch “Mama”, “Baba” oder etwas, was als Namen des Bruders gedeutet werden kann.“

Oooookaaaaaayyyyyy.

Bevor ich diese Einträge gelesen habe, ist mir gar nicht gross aufgefallen, dass Copperfield tatsächlich NICHT spricht. Er ist jetzt 16 Monate alt. Mein Mann behauptet ja, er sagt „Kaka“, wenn er in die Windel gemacht hat (Copperfield, nicht mein Mann), aber ich denke, das ist eher Zufall. Er sagt nicht Mami, er sagt nicht Papi. Seit gestern höre ich so was wie „N-ger“ raus, wenn er Hunger hat. Und wenn er essen will, klingt es nach „mamam-mamam“. That‘s it. Kein Wuff, kein miau oder muh. Nichts. Nada. Niente. Zum Vergleich: LadyGaga sagte im März 2011, also im gleichen Alter wie Copperfield heute: „Mami, Papi, ube.“ Das heisst übersetzt: „Mami, Papi, ufe“ bzw. auf Hochdeutsch: „Mama, Papa, rauf/hinauf.“ Sie sagte auch „wuff“ und schmatzte bei Fischbildern im Bilderbuch.

Ich soll die Kirche im Dorf stehen lassen?

Wer sagt denn, dass ich das nicht tue? Ich mache mir keine Sorgen. Ich staune. Copperfields Gehör ist in Ordnung. Vor kurzem war er tagsüber bei meinen Schwiegereltern, und als ich ihn abends abholte, sah er mich zuerst nicht. Er hörte aber meine Stimme aus dem Nebenzimmer und kreischte und gluckste dann vor Freude. Ja, er hört mich. Warum spricht er also nicht, warum probiert er so gut wie keine Laute aus?

Ich habe Germanistik studiert. Leute, das ist ziemlich frustrierend für mich.

Er versteht uns, sein Sprachzentrum ist also durchaus auf Deutsch programmiert und nicht irgendwie auf Koreanisch oder so. Er schüttelt den Kopf, wenn er etwas nicht will. Er kommuniziert mit Lauten, er zieht an mir oder schubst mich dezidiert in die Richtung, wo er mich haben will. Wir verstehen uns, irgendwie. Er ist die perfekte Pantomime. Aber er spricht nicht.

Wir Eltern reden ganz normal mit ihm, keine Babysprache, er wächst nicht zweisprachig auf. Wir schauen Bilderbücher zusammen an. Ich rede viel mit dem Kleinen. Aber er spricht nicht.

Wann beginnt ein Kind zu sprechen?

Man will sich ja keinen Druck machen, vergleichen schon gar nicht. Aber ich wundere mich schon. Also las ich bei Remo Largos „Babyjahre“ nach, um mich abzusichern:

„Während einige Kinder bereits gegen Ende des ersten Lebensjahres zu sprechen beginnen, lässt das Reden bei anderen bis ins dritte Lebensjahr auf sich warten. Einige Eltern müssen sich besonders lange gedulden: Ihre Kinder reden nicht vor 20 bis 30 Monaten.“

An dieser Stelle des Buches hat es PLOMP gemacht und ich fiel in Schockstarre vom Stuhl.

Ausserdem sollen tendenziell Jungs eher erst nach dem zweiten Lebensjahr sprechen. Na Bravo! Es kann aber auch damit zu tun haben, dass Copperfield der Zweitgeborene ist:

„In unseren Studien haben wir festgestellt, dass die Sprachentwicklung bei erstgeborenen Kindern rascher verläuft als bei Zweitgeborenen. Für das erstgeborene Kind hat die Mutter mehr Zeit als für die nächstgeborenen Kinder.“

Klar, blame the mother! Börgs. Allerdings können Spätergeborene auch von den älteren Geschwistern profitieren:

„Geschwister, die zwei bis vier Jahre älter sind, sind ideale Gesprächspartner für ein Kleinkind, weil sich ihre Interessen, verhaltens- und sprachlichen Ausdrucksweisen ähnlich sind.“

Ja wat denn nu? Copperfields Ärztin meinte gestern grinsend: „Als Zweitgeborener muss Copperfield vielleicht einfach nicht sprechen. LadyGaga spricht ja schon für zwei.“ Jo, da hat sie nicht so unrecht. Und auch mein Arzt meinte: „Dafür fängt er dann sicher an, direkt in ganzen Sätzen zu sprechen.“

Abwarten und Tee trinken. Ob wohl ein Chris Tucker oder Eddie Murphy aus ihm werden wird? Wann haben denn eure Kinder zu sprechen begonnen?

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