11 ssw gebärmutter ertasten

Kindslage selber ertasten – so geht’s

  • Risiken, Fehlgriffe und Erkennungsmerkmale sollten Sie auf jedem Fall mit dem Arzt und einer Hebamme besprechen.
  • Je größer das Kind ist, desto einfacher ist das Abtasten. Schlankere Frauen mit wenig Fett am Bauch können die Lage des Ungeborenen einfacher ertasten.
  • Legen Sie Ihre Hand mit zangenförmig gebogenen Fingern an den oberen Rand des Bauchs. Die Beule vom Kopf oder Po Ihres Kindes können Sie dort spüren, wo die obere Wand der Gebärmutter liegt.
  • Tasten Sie mit der anderen Hand unter dem Bauch und über dem Schambein nach einer weiteren Beule. Wenn Sie beide Beulen erspürt haben, dann wissen Sie, dass Ihr Kind in Längsrichtung liegt.
  • Sollte Ihr Kind in der Querrichtung liegen, dann würden Sie Po und Kopf im Taillenbereich spüren.
  • Den nächsten Schritt sollten Sie nur sehr vorsichtig durchführen. Sobald Sie Kopf und Po ertastet haben, müssen Sie nur noch behutsam (!) leicht an der jeweiligen Beule wackeln. Wackeln Sie am Po des Kindes, so schwingt der gesamte Körper des Kindes mit, da dieser mit dem Rücken verbunden ist. Es ist also keine Eigenbeweglichkeit da.
  • Der Kopf dagegen lässt sich durch den Hals leichter bewegen, ohne dass der gesamte Körper sich mitbewegt.

Die Kindslage selbst ertasten

Vorab mit Hebamme oder Arzt sprechen

Natürlich wünscht man sich dann, ebenso genau wie die Mediziner, die Lage des Kindes zu ertasten. Generell spricht nichts dagegen, es zu lernen, doch sollte auf jeden Fall Vorsicht walten. Am besten bespricht man mit Hebamme oder Arzt, welche möglichen Risiken das Abtasten mit sich bringt und lässt sich in der Folge die entsprechenden Griffe und Erkennungsmerkmale zeigen.

Je größer das Kind desto einfacher

Grundsätzlich ist das Selbstertasten umso einfacher, je größer das Kind ist. Frauen, die etwas schlanker sind und deren Fettschicht am Bauch somit nicht besonders dick ist, haben deutlich höhere Chancen, die Lage ihres Babys zu ertasten.

Das Abtasten

Baby in Lengsrichtung oder Querlage?

Legt man eine Hand mit zangenförmig gebogenen Fingern an den oberen Rand des Bauches, wo die obere Wand der Gebärmutter liegt, kann man die Beule von Kopf oder Po spüren. Die andere Hand tastet in der gleichen Fingerhaltung über dem Schambein unter dem Bauch ebenfalls nach einer Beule. Hat man beide Körperenden gefunden, weiß man zumindest schon einmal, dass das Baby in Längsrichtung liegt. Bei der Querlage würde man mit eben dieser Fingerhaltung, Kopf und Po beidseitig etwa in Taillenhöhe ertasten.

Was ist Kopf und was ist Po?

Um nun feststellen zu können, was Kopf und was Po ist, gibt es einen recht einfachen Trick, den man jedoch nur sehr vorsichtig und behutsam ausführen sollte. Die Mutter hat nun Kopf und Steiß des Kindes in jeweils einer Hand. Wackelt sie leicht am Po des Kindes, schwingt dabei der Körper des Babys mit. Das liegt daran, dass er direkt mit dem Rücken verbunden ist und keine Eigenbeweglichkeit besitzt. Der Kopf hingegen ist durch den Hals beweglicher und lässt sich leichter hin und her bewegen, ohne dass das Kind im Bauch hin und her schwingt. So lässt sich ziemlich sicher feststellen, wo welche Körperseite des Kindes liegt.

Nicht zu häufig austasten!

Für das Baby unangenehm

Auch wenn die Mutter mit dieser Methode ein wenig mehr Wissen über die Position ihres Babys erfährt, sollte sie das Baby nicht zu häufig austasten. Denn durchgerüttelt zu werden, ist für niemanden wirklich angenehm und es erfreut das Baby sicher nicht sonderlich, aus dem Schlaf geweckt zu werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, gerade wenn man wenig Erfahrung mit diesen Griffen hat, dass das Kind durch zu heftiges Zugreifen erschreckt wird.

Zu großer Druck ist nicht gut

Zu großer Druck beim Zugreifen oder zu heftiges Wackeln könnte auch schädlich sein, vor allem dann, wenn beispielsweise die Plazenta an der Vorderwand der Gebärmutter sitzt. In diesem Fall könnte eine Ablösung der Plazenta provoziert werden.

Ist man also unsicher und unerfahren, sollte man auf keinen Fall auf eigene Faust agieren und möglicherweise Risiken eingehen. Hebamme und Arzt werden die Schwangere sicher gern anleiten, denn auch sie sind daran interessiert, dass das Baby keiner Gefahr ausgesetzt wird.

Hier weiterlesen:

  • Kindslagen im Mutterleib
  • Kindslagen – Methoden der äusseren Drehung
  • Optimierung der Kindslage durch Vorbereitung der Mutter
  • Mutterpass: Abkürzungen der Kindslage

Symphysen-Fundus-Abstand (SFA)

Da der Uterus im Verlauf der Schwangerschaft immer weiterwächst, sich ausdehnt und nach oben wandert, wird davon ausgegangen, dass das Wachstum der Gebärmutter auch Rückschlüsse auf die Größe des Ungeborenen zulässt. Der Symphysen-Fundus-Abstand gibt Auskunft über diese Entwicklung: Er bezeichnet die Länge zwischen der Symphyse (Schambein) und dem höchsten Punkt der Gebärmutter (Fundus uteri).

In der fortgeschrittenen Schwangerschaft ertastet der Arzt in den Vorsorgeuntersuchungen dazu die Lage der Gebärmutter und misst mithilfe eines Maßbands über dem Bauch die kindliche Längsachse aus. Die ermittelten Werte zeigen von Untersuchung zu Untersuchung, wie sich das Wachstum des Kindes entwickelt. Vergrößert sich der Uterus stetig weiter, deutet dies auf ein normales Wachstum hin. Kommt es zu Abweichungen in der Entwicklung können weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Die heutigen Werte, an denen sich Ärzte und Hebammen beim Symphysen-Fundus-Abstand orientieren, wurden in verschiedenen Studien entwickelt. Als Erster hielt der schwedische Geburtshelfer Prof. Dr. Björn Westin im Jahre 1977 nach wissenschaftlichen Untersuchungen Mittelwerte fest.

Symphysen-Fundus-Länge ermitteln – so geht’s

Bevor die Messung des Symphysen-Fundus-Abstands durchgeführt wird, sollte die Frau ihre Blase entleeren. Im Anschluss legt sie sich mit ausgestreckten Beinen auf den Rücken – der Oberkörper ist leicht erhöht. Nun wird die Lage der Gebärmutter per Tastuntersuchung festgestellt und das Maßband entsprechend angelegt. Der Arzt trägt den festgestellten Symphysen-Fundus-Abstand anschließend im Mutterpass ein.

Symphysen-Fundus-Abstand (SFA) in der Schwangerschaft: Fundusstand-Tabelle in Zentimetern (cm)

Als derzeit anerkannte Durchschnittswerte gelten die Angaben von Håkansson et al. (1995):

Schwangerschaftswoche (SSW) Symphysen-Fundus-Abstand (SFA) in Zentimetern (cm)
20 19
24 23
28 27
32 30,5
36 33,5
40 35,5
Schwangerschaftswoche (SSW) Fundusstand
Ende 20 zwischen Nabel und Symphyse
Ende 24 am Nabel
Ende 28 drei Querfinger über dem Nabel
Ende 32 zwischen Nabel und Sternum
Ende 36 am Rippenbogen
Ende 40 ein bis zwei Querfinger unter dem Rippenbogen

Fundusstand, Symphyse, Fundus uteri – was ist das eigentlich?

Um verstehen zu können, was der Arzt im Mutterpass zum Fundusstand einträgt, helfen folgende Erklärungen weiter:

Fachbegriff/Abkürzung im Mutterpass Erklärung
Fundusstand Höhenstand der Gebärmutter; wird durch Tastuntersuchung von Arzt oder Hebamme ermittelt
Fundus uteri Höchster Punkt der Gebärmutter
QF Querfinger; Maßeinheit für den Fundusstand
Symphysen-Fundus-Abstand Abstand in Zentimetern zwischen oberstem Punkt der Gebärmutter und Symphyse, Nabel oder Rippenbogen; spiegelt die Scheitel-Steiß-Länge des Kindes wieder.
Symphyse/S Schambeinkochen
N Nabel
Rb Rippenbogen
S oder auch: S/0 Der höchste Punkt der Gebärmutter befindet sich am Schambein.
S+2 oder auch: 2/S Der höchste Punkt der Gebärmutter befindet sich zwei Querfinger über dem Schambein.
N-3 oder auch: N3 Der höchste Punkt der Gebärmutter befindet sich drei Querfinger unter dem Nabel.
N oder auch: N/0 Der höchste Punkt der Gebärmutter befindet sich auf Höhe des Nabels – dies ist meist in der 24. SSW der Fall.
N+3 oder auch: Rb/N Der höchste Punkt der Gebärmutter befindet sich zwischen Rippenbogen und Nabel.
Rb-2 oder auch: Rb/2 Der höchste Punkt der Gebärmutter befindet sich zwei Querfinger unter dem Rippenbogen.

Symphysen-Fundus-Abstand zu groß oder zu klein?

Bei den Mittelwerten handelte es sich um eine Orientierung für den Arzt. Sie dienen ihm dazu, die Werte der jeweiligen Schwangerschaftswoche im Verlauf miteinander zu vergleichen, um Abweichungen zu erkennen. Bei der Messung des Symphysen-Fundus-Abstands geht es nicht darum, dass ein bestimmter „Normalwert“ erreicht sein müsste. Vielmehr hat der Arzt durch die Erfassung des Symphysen-Fundus-Abstands die Möglichkeit, die Entwicklung zu beobachten. Die Veränderung von einer Messung zur anderen spielt also eine größere Rolle als die Zahl der gemessenen Zentimeter.

Symphysen-Fundus-Abstand: Kurve dient zur Überprüfung

Den Symphysen-Fundus-Abstand in eine Kurve einzutragen und ihn dort auch mit den Durchschnittswerten zu vergleichen, kann dem Arzt bei seiner Beurteilung helfen. Auf einen Blick ist dort zu erkennen, ob das Wachstum chronologisch ansteigt oder stagniert. Bei eindeutigen Abweichungen werden weiterführende Untersuchungen eingeleitet, da eine Wachstumsverzögerung vorliegen könnte.

Symphysen-Fundus-Abstand und Bauchumfang – Indikatoren für das Gewicht?

Während der Vorsorgeuntersuchungen wird auch der Bauchumfang gemessen. Um das ungefähre Gewicht des Kindes zu schätzen, kann der Bauchumfang mit dem Wert des Symphysen-Fundus-Abstands multipliziert werden (Bauchumfang x Symphysen-Fundus-Abstand = Gewicht des Ungeborenen). Zwar wird diese Methode durchaus öfter angewandt, bisher fehlen jedoch wissenschaftliche Studien über dessen Aussagekraft. Außerdem gilt zur Verfolgung des kindlichen Wachstums der Symphysen-Fundus-Abstand im Vergleich zum Bauchumfang als zuverlässiger.

Fundusstand

Der Fundusstand oder auch Symphysen-Fundus-Abstand gibt den oberen Gebärmutterrand an und fühlt sich bei der Tastuntersuchung von der Bauchdecke wie eine Muskelschicht an. Im Grunde wird die Grösse der Gebärmutter anhand des Abstands zwischen Symphyse (Schambeinfuge), Nabel oder Rippenbogen und dem obersten Rand der Gebärmutter bestimmt. Daran lässt sich sehr einfach nachweisen, wie die Gebärmutter im Laufe der Schwangerschaftswochen wächst – und Ihr Baby natürlich auch! Früher war dies sicherlich eine der wichtigsten Orientierungspunkte zur Bestimmung des Schwangerschaftsalters. Im Zeitalter des Ultraschalls wird dem Ergebnis dieser Untersuchung nicht mehr ganz so viel Bedeutung beigemessen.

Als Masseinheit für den Fundusstand wird die Anzahl der Querfinger (QF) angegeben. Beispiel: N + 2 QF bedeutet „2 Querfinger über dem Nabel“. In der 24. SSW hat Ihr Baby meist den Nabel erreicht. Das wird als N/0 in Ihre Unterlagen eingetragen. Der höchste Punkt der Gebärmutter ist jetzt genau am Nabel zu tasten. N/1 bedeutet, Ihr Kind ist 1 Querfinger unter dem Nabel zu tasten (ca. 23. SSW). Es gibt allerdings verschiedene Schreibweisen und Abkürzungen, z.B. S = Symphyse, Nb oder N = Nabel, Rb = Rippenbogen.

Manche Ärzte messen auch den Abstand von Oberkante Schambein zum Fundusstand „Symphysen-Fundusabstand“ in cm.

Eintrag
Fundusstand
andere
Schreibweise
entspricht SSW Bedeutung Symphysen
Fundusabstand
in cm
S/0 S 12.SSW Fundus am Schambein zu tasten 0
2/S S+2 16. SSW Fundus 2 Querfinger über Schambein zu tasten 6
N/3 N-3 20. SSW Fundus 3 Querfinger unter Nabel zu tasten 17
N/0 N 24.SSW Fundus am Nabel zu tasten 22
Rb/N N+3 28.SSW Fundus zwischen Rippenbogen und Nabel zu tasten 26
Rb/3 Rb-3 32.SSW Fundus 3 Querfinger unter Rippenbogen zu tasten 29
Rb/0 Rb 36.SSW Fundus am Rippenbogen zu tasten 34
Rb/2 Rb-2 40.SSW Fundus 2 Querfinger unter Rippenbogen zu tasten 36

Der Fundusstand: Babyglück nach Maß

Jetzt wird Hand angelegt. Mit den Fingern kann die Hebamme den Fundusstand ertasten und daran deine SSW bestimmen. Wir erklären, was genau sie dafür misst und warum der Fundusstand für deine Schwangerschaft so wichtig ist.

Früher galt der Fundusstand als wichtigster Indikator für die Schwangerschaft. In welcher Woche du bist und ob es dem Baby gut geht, kann eine geübte Hebamme daran ablesen. Heute bietet der Ultraschall allerdings viel bessere Möglichkeiten, in der Gebärmutter nach dem Rechten zu sehen. Trotzdem ertastet die Hebamme nach wie vor bei jeder Vorsorgeuntersuchung den Fundusstand und trägt ihn in deinen Mutterpass ein.

Aber was genau wird beim Fundusstand abgemessen?

Als Fundusstand bezeichnet man den Abstand zwischen Schambein und dem oberen Rand der Gebärmutter. Gezählt wird in Querfingern. So lässt sich die Gebärmutter zu Beginn der Schwangerschaft etwa eine Hand breit unter dem Nabel ertasten. In der 24. SSW liegt der Fundusstand dann direkt in Höhe des Bauchnabels und wächst bis zur 36. Woche bis unter die Rippen.
Um den errechneten Geburtstermin, wenn der gesamte Bauch sich senkt, rutscht auch der Fundusstand wieder etwas nach unten. Für dich bedeutet das im wahrsten Sinne, dass du endlich wieder aufatmen kannst. Das Baby rutscht langsam in den Geburtskanal und drückt nicht mehr auf Lunge und Magen. Schwangerschaftsbeschwerden wie Kurzatmigkeit und Sodbrennen werden wieder weniger.

Der Fundusstand im Mutterpass

Der Fundusstand ist also wirklich ein guter Indikator für deine Schwangerschaft und ob sich das Baby gesund entwickelt. Ein Beispiel: Ist der Fundusstand schon ab der 20. SSW am Bauchnabel angekommen, ist er also schneller als üblich gewachsen, kann es sein, dass du Zwillinge bekommst. Die brauchen eben einfach schon früher mehr Platz in der Gebärmutter.
Und weil der Fundusstand für deine Schwangerschaft so wichtig ist, hat er auch einen populären Platz im Mutterpass. Für guten Schutz deiner Ultraschallbilder findest du hier eine Hülle aus robustem Filz von Amazon*, die auch ein beliebtes Geschenk für werdenden Eltern ist.

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Im Gravidogramm, also quasi dem „Herz“ des Mutterpasses, steht der Fundusstand direkt neben den Schwangerschaftswochen. Allerdings ist er – wie so vieles im Mutterpass – sehr kryptisch vermerkt. Hier steht etwa 2/S, N/0 oder Rb/3. Wir geben dir eine kleine Übersetzungshilfe.

SSW berechnen

Schwangerschaftskalender: SSW berechnen und alle Infos Woche für Woche

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Die Angaben zum Fundusstand richtig lesen

Die wichtigsten Punkte für den Fundusstand sind das Schambein (S) unten, der Nabel (N) in der Mitte und der Rippenbogen (Rb) oben. Wie bereits erwähnt, wird in Querfingern gemessen. Je nachdem wie weit deine Schwangerschaft schon ist, wird einer dieser Punkte als Bezugspunkt genommen.
In den ersten Schwangerschaftswochen ist die Gebärmutter noch kaum zu ertasten und liegt knapp über dem Schambein. Die Hebamme misst den Fundusstand also ausgehend vom Schambein. Trägt sie zum Beispiel 2/S in den Mutterpass ein, bedeutet das, sie hat die Gebärmutter zwei Finger breit über dem Schambein ertastet. N/0 steht für: Fundusstand liegt direkt am Bauchnabel. Gegen Ende der Schwangerschaft liegt der Fundusstand dann schon deutlich über dem Bauchnabel und Rb/3 bedeutet dementsprechend: Die Gebärmutter liegt drei Finger unter dem Rippenbogen. Hier noch einmal verschiedene Schwangerschaftswochen und der jeweilige Fundusstand im Überblick:

Fundusstand in verschiedenen Phasen der Schwangerschaft

Der Fundusstand in Querfingern

Angabe im Mutterpass SSW Lage in der Gebärmutter
S/0 12. SSW Gebärmutter am Schambein
2/S 16. SSW Gebärmutter 2 Querfinger über Schambein
N/3 20. SSW Gebärmutter 3 Querfinger unter Nabel
N/0 24. SSW Gebärmutter am Nabel
Rb/N 28. SSW Gebärmutter zwischen Rippenbogen u. Nabel
Rb/3 32. SSW Gebärmutter 3 Querfinger unter Rippen
Rb/0 36. SSW Gebärmutter am Rippenbogen
Rb/2 40. SSW Gebärmutter 2 Querfinger unter Rippen

Hb (Ery): Hb ist die medizinische Abkürzung für Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff. Ein leicht fallender Hb im Verlauf der Schwangerschaft ist durchaus normal. Sinkt das Hb unter 11 mg/dl, kann es erforderlich sein, ein Eisenpräparat einzunehmen. Ery ist die Abkürzung für Erythrozyten, die roten Blutkörperchen, die den Sauerstofftransport im mütterlichen und zum zum Kind erledigen. Die Erys werden meist im Rahmen eines kleinen Blutbildes angegeben.

(Urin)Sediment (Eiweiß, Zucker, Nitrit, Blut): Diese Werte beziehen sich auf die Urinuntersuchung, welche bei jeder Vorsorge durchgeführt wird. Eiweiß in Spuren ist in der Schwangerschaft nicht ungewöhnlich und erst ab einem gewissen Schwellenwert ein möglicher Hinweis auf eine Nieren- oder Schwangerschaftserkrankung (Gestose).

Auch Zucker kann nach entsprechendem Genuss von süssen Speisen nachgewiesen werden, ohne dass dies krankhaft ist. Die Abklärung einer Zuckerkrankheit in der Schwangerschaft (Gestationsdiabetes) erfolgt über das Glukosescreening bzw. einen Glukosebelastungstest zwischen 24 und 28 SSW.

Leukozyten, Nitrit und Blut im Urin können ein Hinweis auf eine (bisher symptomlose) Blasenentzündung sein. Falsch auffällige Werte können durch die Verunreinigung des Urins durch Scheidensekret entstehen.

Vaginale Untersuchung: Bei der vaginalen Tastuntersuchung werden folgende Befunde erhoben:

Länge und Festigkeit des Gebärmutterhalses (Portio erhalten/verkürzt; weich/fest)

Verschluss des Muttermundes (MM geschlossen oder für x Finger geöffnet)

Säurewert der Scheide (der Scheiden pH sollte aus Schutz vor Infektionen und damit Frühgeburt im leicht sauren Bereich (pH 4) liegen

12. SSW (Schwangerschaftswoche)

Die zwölfte Schwangerschaftswoche schließt den dritten Schwangerschaftsmonat ab – gezählt wird normalerweise von der letztmaligen Regelblutung vor der eigentlichen Schwangerschaft an. Nach der Definition geht mit der 12. Schwangerschaftswoche auch das erste Trimester (Schwangerschaftsdrittel, Trimenon) zu Ende. Die Gefahr von Fehlgeburten verringert sich mit dem Ende des ersten Drittels der Schwangerschaft deutlich, vermutlich geschehen über 80 Prozent der Fehlgeburten innerhalb der ersten 12 Wochen. Ein in der 12. Schwangerschaftswoche oft erstmals auftretendes Problem ist die starke Schilddrüsentätigkeit. Die Mutter sollte deshalb ausreichend Jod aufnehmen. Wie für alle Schwangerschaftswochen gibt es auch für die 12. Woche eine gängige Abkürzung, 12. SSW.

Wie weit ist das Kind in der 12. Schwangerschaftswoche entwickelt?

Ein Fötus hat in der 12. Schwangerschaftswoche eine Länge von durchschnittlich fünf bis sechs Zentimetern. Gemessen wird dies als Scheitel-Steiß-Länge (SSL), also als der Abstand zwischen Kopf und Gesäß. Die derzeitige Länge ist vergleichbar mit der Größe einer kleinen Limette. Das Gewicht des Babys beträgt ungefähr 20 bis 25 Gramm. Das Kind selbst ist jetzt rund zehn Wochen alt, denn die Zählung der Schwangerschaftswochen beginnt üblicherweise beim ersten Tag der vorangegangenen Regelblutung. Die Befruchtung und somit die Entstehung des kindlichen Organismus läuft erst etwa zwei Wochen nach dieser Regelblutung ab.

Auch wenn das meiste am kindlichen Organismus schon gut ausgebildet ist, gibt es immer noch genügend Organe, die sich weiterentwickeln müssen. Das Gesicht hat inzwischen sehr menschliche Züge. Die Augen bewegen sich um die 12. Schwangerschaftswoche weiter nach innen am Kopf, haben aber noch nicht die endgültige Position erreicht. Die Augenlider bilden sich allmählich, die Netzhaut (Schicht der Sehsinneszellen) ist noch durch die Haut zu sehen. Die Zahnanlagen sind vorhanden. Haare fangen an zu wachsen. Der Kopf ist immer noch ziemlich groß im Verhältnis zu den übrigen Körperteilen. Dies wird sich ab dieser Woche langsam ändern, die Arme und Beine werden im Vergleich größer.

Auch die Fingernägel und Fußnägel sind in der Schwangerschaftswoche 12 vorhanden. An der Wirbelsäule und an den Rippen beginnt die Verknöcherung. Die Nervenverbindungen ermöglichen immer bessere Bewegungen des Fötus. Das Kind bewegt sich innerhalb der Fruchtblase, es dreht sich und bewegt seine Arme und Beine. Selbst feine Bewegungen an Händen und Füßen und sogar an den Lippen werden ausgeführt. Damit fängt der Fötus auch an, Fruchtwasser zu saugen und zu verschlucken. Übrigens hat der Fötus jetzt auch Reflexe. Und er reagiert darauf, wenn von außen vorsichtig auf den Bauch beziehungsweise die Gebärmutter gedrückt wird. Die Bewegungen, die das Kind dann macht, sind von außen jedoch noch nicht spürbar.

Außerhalb des eigentlichen Körpers des Fötus hat sich bis zur 12. Schwangerschaftswoche der Dottersack zurückentwickelt. Der Mutterkuchen (die Plazenta) übernimmt nun komplett die Ernährungsfunktion. Die Plazenta ist das Organ, das einen Stoffaustausch zwischen dem mütterlichen und dem kindlichen Blut ermöglicht. Erreicht wird dies durch ein Zusammenwachsen von speziellem Gewebe der kindlichen Seite mit der Gebärmutterschleimhaut. Es entstehen nach einiger Entwicklung Zotten, die in Hohlräume hineinragen, in denen sich mütterliches Blut befindet. Über eine Membran (Blut-Plazenta-Schranke) können bestimmte Substanzen vom Blut der Mutter in das Blut des Kindes gelangen und umgekehrt. So kann der Fötus mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden und im gleichen Zuge Stoffwechselabfallprodukte abgeben. Die Plazenta ist über die Nabelschnur, die eine Arterie und zwei Venen enthält, mit dem eigentlichen Fötus verbunden.

Was passiert im mütterlichen Körper?

Bei vielen Schwangeren lassen die Beschwerden um die 12. Woche herum nach. So ist die werdende Mutter in vielen Fällen nicht mehr so müde wie in den Wochen davor, Schwangerschaftserbrechen und Übelkeit gehen oft ebenfalls weiter zurück. Der Körper der Frau kommt immer besser mit der neuen Hormonsituation durch die Schwangerschaft zurecht. Doch es kommt oft weiterhin zu einer starken Schwankung der Stimmungslage.

Im Bauchraum lässt sich die Gebärmutter ertasten. Der Bauch wölbt sich auch langsam etwas vor und die Hosen sind eng geworden. Die zunehmende Enge im Bauch führt bei einigen Frauen zu Problemen wie Verstopfung und Harndrang oder auch Sodbrennen in der Schwangerschaft.

Welche Untersuchungen sollten in der 12. SSW durchgeführt werden?

Die 12. Schwangerschaftswoche ist die letzte Woche, in der die erste Ultraschalluntersuchung beziehungsweise Vorsorgeuntersuchung erfolgen kann. Falls diese noch nicht durchgeführt wurde, sollte sie unbedingt noch geschehen. Neben der Ultraschalluntersuchung, in der z. B. Körpergröße und Lage des Kindes ermittelt werden, werden einige weitere diagnostische Möglichkeiten genutzt wie etwa Blutdruckmessung oder Blut- und Urinanalyse.

Um die 12. Schwangerschaftswoche herum können sich mehrere Zusatzuntersuchungen anbieten. Dazu gehört die Nackenfaltenmessung, eine Ultraschallkontrolle auf vermehrte Flüssigkeit im kindlichen Nacken. Zu viel Flüssigkeit kann unter Umständen auf Chromosomen-Abweichungen (z. B. beim Down-Syndrom) oder Fehlbildungen hinweisen, es handelt sich aber nur um einen Screening-Test. Möglicherweise ist auch eine Chorionzottenbiopsie angezeigt, also eine Entnahme von Zellen der Plazenta (Mutterkuchen). Diese können auch auf Chromosomenveränderungen hin untersucht werden. Die Biopsie weist allerdings ein gewisses Risiko auf und kann unter Umständen eine Fehlgeburt auslösen.

Worauf sollten Frauen in der 12. Schwangerschaftswoche achten?

Besonders wichtig ist es ab der 12. Schwangerschaftswoche, dem Körper genügend Jod zukommen zu lassen. Der Jodbedarf ist durch die Schilddrüsentätigkeit der Schwangeren ohnehin erhöht, nun kommt es zusätzlich zum Beginn der Schilddrüsenfunktion im Fötus. Viele schwangere Frauen bekommen vor allem im zweiten oder dritten Drittel der Schwangerschaft einen Jodmangel mit Kropf (Schilddrüsenvergrößerung). Zu den jodreichen Lebensmitteln gehört z. B. Seefisch, zum Salzen sollte Jodsalz benutzt werden. Es können sich auch Nahrungsergänzungspräparate empfehlen. Weiterhin sollte auf eine gesunde Ernährung mit genügender Vitamin- und Mineralienzufuhr geachtet werden.

Auf keinen Fall sollte die werdende Mutter Alkohol trinken, rauchen oder Drogen nehmen, denn sie können die kindliche Entwicklung empfindlich stören. Und auch die Schädlichkeit von Passivrauchen sollte nicht unterschätzt werden. Wenn andere in der Gegenwart der Schwangeren oft rauchen, kann es z. B. zu einer Wachstumshemmung des Kindes kommen. Außerdem besteht ein Zusammenhang zwischen Passivrauchen und der Problematik des plötzlichen Kindstodes. Aus diesen Gründen sollten Schwangere sich nicht scheuen, Raucher darauf hinzuweisen und sie in ihrem Beisein zum Nichtrauchen zu bewegen.

Sport ist in der Schwangerschaft sinnvoll, solange er gemäßigt betrieben wird. In Frage kommen können z. B. Schwimmen, Spaziergänge oder leichte Gymnastik. Stress sollte möglichst gemieden werden, ebenso wie körperliche Belastungen. Lieber sollte die Frau genießen, dass sie jetzt schwanger ist.

Viele werdende Mütter geben um die 12. Woche herum bekannt, dass sie schwanger geworden sind. Sie sollten dieses Gefühl auskosten. Wenn es Probleme während der Schwangerschaftszeit gibt, helfen Verwandte normalerweise gerne. Nützlich ist es auch, sich mit anderen werdenden Müttern auszutauschen. Mit diesen Mit-Schwangeren lässt es sich über Probleme reden, gegenseitig können Tipps gegeben werden. Besonders erfreulich ist es, mit Schwangeren in etwa derselben Schwangerschaftswoche Kontakt zu halten.

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