10 ssw embryo

Das 1. Trimester der Schwangerschaft

Das Einnisten der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter kann zu einem Ziehen im Unterleib führen, meist bleibt es jedoch unbemerkt. Auffälliger sind die Folgen der Ausschüttung des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin). Es sorgt dafür, dass ab der 4. SSW die Regelblutung ausbleibt und kann erste Schwangerschaftsbeschwerden verursachen. Viele Frauen schöpfen im 1. Trimester erstmals den Verdacht, dass sie schwanger sind, wenn zusammen mit dem Ausbleiben der Periode Morgenübelkeit oder ein Spannen der Brüste auftritt. Auch starke Müdigkeit kann die Schwangere plagen.

Etwa ab der 5. SSW kann ein Schwangerschaftstest (Nachweis von hCG im Urin oder im Blut) den Verdacht bestätigen. Die werdende Mutter erhält nun vom Frauenarzt den Mutterpass. Bei der Schwangerschaftsvorsorge wird ab jetzt regelmässig untersucht, ob sich das Baby normal entwickelt. Den meisten Frauen wird vom Arzt die Einnahme von Folsäure empfohlen: In der Schwangerschaft, insbesondere im 1. Trimester, wird viel von dem B-Vitamin für die Entwicklung des Kindes benötigt.

In den ersten Wochen kann die Freude über die Schwangerschaft bei vielen Frauen noch etwas gedämpft sein: Die durch die hormonelle Umstellung verursachten Beschwerden führen dazu, dass viele werdende Mütter die Schwangerschaft im 1. Trimester noch nicht so recht geniessen können. Dazu kommt das Bangen, ob in den heiklen ersten Wochen alles gut geht. Entspannung, Bewegung und gesunde Ernährung sind jetzt besonders wichtig.

Der vierte Monat

Geschafft! Die kritische Zeit der Schwangerschaft ist nun überstanden und aus dem Embryo ist ein Fötus geworden. Die Entwicklung schreitet sehr schnell voran. So bewegt er sich nun schon bewusst in die Nähe des Punktes, an dem die Mutter die Hand auf den Bauch legt. Außerdem beginnt er, munter Hände, Beine und Füße zu bewegen. Das Senken des Brustkorbs wird nun schon trainiert, auch wenn die Sauerstoffversorgung noch ausschließlich über die Nabelschnur erfolgt. Die Plazenta ist das wohl wichtigste Organ für das Ungeborene. Sie übernimmt alle Arbeiten, die das Kind selber noch nicht vollständig erfüllen kann: Atmen, Nierenfunktion und auch Leberfunktionen. Des Weiteren versorgt sie den mütterlichen Organismus mit allen notwendigen Schwangerschaftshormonen. Der Embryo wird zum Ende dieses Monats in etwa eine Größe von rund 16 cm aufweisen.

Fit machen für die kommenden Monate

Frauen sollten die kommende Zeit nutzen, um sich körperlich fit zu halten — nicht mit Dauersport oder Fitnesstraining, sondern über Spaziergänge und Schwimmen. Der Körper wird an seine Grenzen stoßen und je gestärkter der Kreislauf ist, umso angenehmer werden auch die kommenden Monate. Auch der Appetit kommt nun zurück, da die hormonelle Umstellung weitestgehend abgeschlossen ist. Das nun beginnende zweite Trimester wird das angenehmste sein. Die Umstellung ist geschafft und der Bauch, welcher nun langsam sichtbar wird, stört im Alltag noch nicht wirklich.

Erste Pflege für die Haut

Die Haut wird in den nun folgenden Monaten sehr stark gedehnt werden. Schwangerschaftsstreifen und auch Risse in der Haut kann man nur bedingt verhindern, denn das ist leider oftmals genetisch bedingt. Dennoch sollte man die Haut schon jetzt durch intensives Ölen und Eincremen unterstützen, damit sie schön geschmeidig bleibt. Diese Pflege ist notwendig, um auch den unerträglichen Juckreiz und das Spannen an der Haut zu verhindern. Nicht nur Bauch, auch die Brust muss regelmäßig eingecremt werden, denn auch sie wird sich zunehmend vergrößern.

In meinem Lebenslauf finden sich neben dem Abschluss eines wirtschaftlichen Studiums auch Stationen im Bereich Marketing und Kommunikation. Als mein Kind zur Welt kam, eröffnete sich ein neues Universum. Selbst erschlagen vom Angebot für Eltern und ihre Kinder, hätte ich mir oft einfache Entscheidungshilfen gewünscht. Zusammen mit dem Team von babysicherheit24.de beschäftige ich mich eingehend mit der Materie. Mein Wissen und meine Erfahrungen der letzten 8 Jahre Elternschaft möchte ich nun mit unseren Lesern teilen.

SSW 10

10. SSW: Das ist jetzt wichtig

Hat Ihr Gynäkologe die Mutterschaft offiziell festgestellt, händigt er Ihnen Ihren Mutterpass aus. Machen Sie diesen zu Ihrem ständigen Begleiter, denn er enthält alle Informationen, die ein fremder Arzt im Notfall braucht, um Ihnen zu helfen. Das kleine Büchlein enthält sämtliche Untersuchungsergebnisse und dokumentiert den Schwangerschaftsverlauf lückenlos. Auf diese Weise entsteht ein sehr präziser Überblick über Ihre Schwangerschaft. Abweichungen im Verlauf lassen sich so schnell erkennen und gegebenenfalls behandeln.

Apropos behandeln: Um die 10. SSW ist der richtige Zeitpunkt für den ersten von zwei Zahnarzt-Terminen während der Schwangerschaft (der zweite sollte um die 30. SSW herum eingeplant werden). Wenn Sie bisher gute Zähne hatten, wird sich das mit der Schwangerschaft zwar nicht von jetzt auf gleich ändern. Lassen Sie aber vorsorglich zumindest Plaque (Zahnbelag) entfernen. Denn in der Zeit um die 10. SSW herum sind dank des Hormons Progesteron Zahnfleisch und Mundschleimhaut verstärkt durchblutet, das Gewebe schwillt an und lockert sich. So haben Plaquebakterien und andere schädliche Kollegen freie Fahrt und können Entzündungen verursachen.

Da auch der Säuregehalt im Speichel höher ist und dadurch der schützende Zahnschmelz angegriffen wird, sollten Sie Ihre Zähne auf Karies kontrollieren lassen. Amalgam-Füllungen sind allerdings besonders in der Schwangerschaft keine gute Idee – es gibt Hinweise darauf, dass sie dauerhaft kleinste Mengen Quecksilber freisetzen, die spätestens über die Muttermilch vom Baby aufgenommen werden könnten.

Übrigens dürfen Sie auch während der Arbeitszeit zum Arzt, wenn es sich um Untersuchungen handelt, die im Rahmen der Schwangerschaft notwendig sind. Das gilt für Privatpatienten ebenso wie für gesetzlich Versicherte.

Hebammen-Tipp

Während im Mutterpass ab der 10. SSW oder um diese Woche herum die „harten Fakten“ aufgelistet werden, ist es oft schön, zusätzlich selbst Tagebuch zu führen und seine Gefühle in Wort und vielleicht auch mit Fotos festzuhalten. Das ist eine einmalige Erinnerung für Sie und später auch für Ihr Kind. Es wird sich irgendwann brennend dafür interessieren, glauben Sie mir. Es gibt ein paar gute Vorlagen. Aber Sie können natürlich auch Ihrer Fantasie mit einem Blanko-Buch freien Lauf lassen und Gefühle, Daten, Eckpunkte und Erinnerungen einfach so niederschreiben, wie Sie sie in diesem Moment wahrnehmen – was geschieht zum Beispiel gerade bei Ihnen in der 10. SSW?

Judith Däumer, Hebamme

Die Frühschwangerschaft neigt sich dem Ende zu – der Kinderwunsch rückt allmählich in greifbare Nähe. In der 10. Schwangerschaftswoche (SSW) befinden Sie sich bereits mitten im dritten Schwangerschaftsmonat. Müdigkeit und schnelle Erschöpfung wird Sie noch eine Weile begleiten – gönnen Sie sich mehr Ruhe als sonst oder machen Sie öfter mal ein Nickerchen zwischendurch. Die meisten Frauen bemerken nun auch eine Veränderung an Haut und Haaren.

Ab jetzt pumpt Ihr Herz mehr Blut durch Ihre Adern, was in weiterer Folge dazu führt, dass Ihr Körper über 40 bis 50 Prozent mehr Blut verfügt. Ihr Baby ist nun annähernd 2cm groß. Die kritische Phase, in der es zu Fehlbildungen kommen kann, ist jetzt vorbei. Ihr Baby nimmt weiterhin immer menschlichere Züge an – erste Zahnknospen entstehen. Das Herz ist bereits vollständig entwickelt. Die Genitalien beginnen sich zu bilden, jedoch ist es noch zu früh dies am Ultraschallbild zu erkennen. Das Gewicht des Fötus wird deutlich mehr und das Lebewesen reagiert auf äußere Einflüsse durch Bewegungen. Ein Schwangerschaftsabbruch ist in der 10. SSW noch möglich.

Wie weit ist der Fötus bereits entwickelt?

Ab der 10. Woche der Schwangerschaft kann der Embryo offiziell als Fötus bezeichnet werden. Das Herz ist prinzipiell vollständig ausgebildet – die Herztöne lassen sich nun erstmals messen. Der Arzt kann die Größe und das Gewicht des Babys am Ultraschall nun sehr genau eruieren. Ihr Baby kann bereits schlucken und treten. Fingernägel entstehen, die Zehen lösen sich von Ihren Schwimmhäuten. Der Fötus nimmt allmählich die Form an, die er bis zur Geburt beibehalten wird.

Augen und Ohren sind noch nicht dort, wo sie hingehören – bewegen sich aber immer mehr in die richtige Richtung. Nase und Mund entwickeln sich stetig weiter. Der nach vor geneigte Kopf hebt sich wodurch Nacken und Kinn zum Vorschein kommen. Das Baby ist bereits Aktiv und macht vielfältige Arten der Bewegung. Nieren, Arme und Schultern werden gebildet.

Entwicklung der Mutter: Wie verändert sich der Körper der Frau?

Leute, die nichts von Ihrer Schwangerschaft wissen, werden vermutlich nicht erkennen, dass in Ihnen bereits ein Kind heranwächst. Ihre Gebärmutter hat nun zwar bereits die Größe einer Grapefruit, der Bauch ist aber noch nicht offensichtlich erkennbar. Die erhöhte Blutmenge, die jetzt durch Ihren Körper gepumpt wird, kann zu Kreislaufstörungen führen. Körperliche Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit, gehören ebenfalls zur Tagesordnung.

Weitere körperliche Veränderungen und Symptome durch die hormonelle Umstellung:

  • Größere Brüste
  • Hautprobleme (Pickel, Akne, trockne Haut)
  • Haarprobleme (glänzendes dichtes oder aber auch kraftloses, strähniges Haar)
  • Vergrößerter Bauchumfang durch Verstopfungen

Was kann man zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen tun?

Grundsätzlich ist die Behandlung des Körpers mit sanften Ölen eine gute Idee. Wenn Sie Ihren Körper mit Massageölen behandeln, achten Sie darauf, dass es sich dabei NICHT um ätherische Öle handelt. Manche davon können Wehen auslösen.

Diese Öle sind für die Körperbehandlung in der Schwangerschaft geeignet:

  • Mandel-Öl
  • Wildrosen-Öl
  • Jojoba-Öl

Körperpflege in der Schwangerschaft

Viele Frauen fühlen sich in der Schwangerschaft attraktiver als sonst, andere haben mit hoher Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen und Schwangerschaftsdiabetes zu kämpfen und würden am liebsten das Haus gar nicht mehr verlassen. Oft sind das aber nur wenige Wochen der Schwangerschaft wo es Ihnen so geht. Für die meisten Frauen spielt die richtige Pflege in der Schwangerschaft demnach auch eine schwerwiegende Rolle. Hygiene und Körperpflege kann Ihnen dabei helfen, sich besser zu fühlen und damit auch so manch ein Schwangerschaftsleid lindern.

Haarpflege

Wenn Sie eine jener Frauen sind, deren Haare aufgrund der erhöhten Produktion von Östrogen schneller fetten, können Sie sich mit selbst gemachten Spülungen aus Zitrone und Essigwasser schnell Abhilfe verschaffen. Lassen Sie das Haar nach Möglichkeit an der Luft trocknen, so verhindern Sie ein schnelles Nachfetten. Tägliches Duschen oder ein entspannendes Bad am Abend tut Ihrem Körper gut.

Hautpflege

Versuchen Sie von Anfang an konsequent mit der Hautpflege zu sein. Nur so kann es Ihnen gelingen schwangerschaftstypischen Hautproblemen vorzubeugen. Wenn Sie ein Sonnenbad nehmen, sollten Sie unbedingt daran denken, sich sorgfältig einzucremen.

Zahnpflege

Durch die hormonelle Veränderung wird das Zahnfleisch besser durchblutet. Durch das weiche, aufgelockerte Zahnfleisch sind Sie anfällig auf Entzündungen und das Zahnfleisch schwillt möglicherweise an. Zu häufiges Zähneputzen verursacht Zahnfleischbluten. Verwenden Sie zwischendurch Zahnseide und Mundspülung, um Zahnfleischbluten zu vermeiden. Das Zähneputzen abends und morgens sollte natürlich weiterhin beibehalten werden. Zu beginn der Schwangerschaft sollten Sie Ihre Zähne überprüfen und gegebenenfalls in Ordnung bringen lassen (z.B. Zahnstein entfernen). Schwerwiegende Eingriffe sollten besser nach der Geburt vorgenommen werden.

Wie sollte sich eine Frau in der Schwangerschaft ernähren?

Gesunde, ausgewogene Ernährung ist sehr wichtig für Sie und Ihr Kind! Foto (c) bigstockphoto.com/205856869/dolgachov

Eine ballaststoffhaltige Ernährung trägt dazu bei, Darmbeschwerden vorzubeugen. Diese Lebensmittel sollten Sie nun vermehrt zu sich nehmen:

  • Obst
  • Gemüse
  • Vollkornprodukte
  • reichlich Flüssigkeit

Tipps für gesunde Ernährung in der Schwangerschaft

Für die Entwicklung des Neuralrohrs ist es jetzt sehr wichtig für Sie Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, die viel Folsäure enthalten.

Diese Lebensmittel sind gut für Sie:

  • VIEL: Obst, Gemüse, Vollkornprodukte
  • Folsäurehaltige Lebensmittel: Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Fisch, Milchprodukte, jodiertes Speisesalz
  • Ballaststoffe sind gut für die Verdauung: Haferflocken, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte

Besteht in dieser Zeit noch ein Fehlgeburtsrisiko?

Eine Fehlgeburt ist prinzipiell bis zur 20. SSW möglich, die meisten passieren jedoch innerhalb der ersten drei Monate. Eine positive Nebenwirkung gesunder Ernährung in der Schwangerschaft und am Verzicht von Nikotin und Alkohol ist die Tatsache, dass Sie das Risiko einer Fehlgeburt dadurch mindern. In der 10 Schwangerschaftswoche ist das Risiko, dass Ihr Körper den Fötus abstoßt zwar nicht mehr so hoch aber immer noch gegeben. Im Falle einer Risikoschwangerschaft ist die Gefahr einer Fehlgeburt natürlich erhöht.

Man spricht man von einer Risikoschwangerschaft wenn:

  • die werdende Mutter 35 Jahre oder älter ist
  • vorgehende Schwangerschaften zu Komplikationen geführt haben
  • vorgehende Schwangerschaften einen Kaiserschnitt gefordert haben
  • die Mutter eine chronische Krankheit/ Stoffwechselerkrankung hat

In diesen Fällen entscheidet der Frauenarzt, ob eine (geplante) Schwangerschaft ratsam ist. Eine Fehlgeburt ist meist eine traumatische Erfahrung für eine Frau, die Schwanger war und doch verlaufen nachfolgende Schwangerschaften meist ohne weitere Komplikationen.

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