1. periode nach schwangerschaft

Erinnerst Du Dich noch an Deine allererste Periode als junges Mädchen? Da hielten sich Aufregung und Unsicherheit die Waage. Mit manchen Fragen standest Du vielleicht alleine da. Jahre später, nach der Geburt eines Kindes, empfinden viele Frauen eine ähnliche Unsicherheit, was die erste Periode nach der Geburt angeht. Und vielleicht kommst Du Dir “in Deinem Alter” und noch blöder vor, jemanden danach zu fragen als damals.

Aber Du stehst ganz sicher mit dieser Problematik nicht alleine da! Tatsächlich erleben viele Frauen dieses “Teenager-Gefühl”, wenn es um die erste Regelblutung nach der Geburt geht. Aus diesem Grund beantworte ich Dir heute die häufigsten Fragen zur ersten Periode nach der Geburt.

Inhalt

Wann bekomme ich das erste Mal nach der Geburt wieder meine Tage?

Das hängt von ganz vielen unterschiedlichen Faktoren ab und ist individuell sehr verschieden. Ich habe bereits Frauen begleitet, die nach Abschluss des Wochenbettes (also nach ca. acht Wochen) schon wieder einen Zyklus hatten. Ich kenne aber auch Frauen, bei denen es bis zu einem Jahrt und länger gedauert hat, bis sie zum ersten Mal wieder eine Menstruationsblutung hatten.

Es gibt verschiedene Faktoren, die beeinflussen, wann Du die erste Periode nach der Geburt bekommst:

1. Stillen: Homone verzögern das Einsetzen der ersten Blutung

Mit Sicherheit der wichtigste Faktor, wenn es um den Zeitpunkt der ersten Periode nach der Geburt geht. Denn das Stillhormon Prolaktin hemmt die Eizellreifung. Das heißt, dass eine Frau, die voll stillt, THEORETISCH keinen Eisprung hat. Wenn man sich allerdings klar macht, dass voll Stillen in diesem Zusammenhang bedeutet, dass eine Pause von zwei Stunden zwischen den Stillmahlzeiten nicht überschritten werden darf, relativiert sich die Sache. Sobald es Dein Baby das erste Mal drei oder vier Stunden ohne die Brust aushält, geht der Effekt verloren. Der Prolaktinspiegel sinkt und es könnte ein Eisprung stattfinden.

2. Schwangerschafts- und Geburtsverlauf: Können traumatische Erlebnisse den Zyklus hemmen?

Eine alte, sehr erfahrene Hebamme hat einmal zu mir gesagt: ” Eine Frau wird erst dann wieder schwanger, wenn sie es schafft”. Soll heißen, wenn der Körper noch nicht genug Kapazität, Ausdauer und Kraft zurück gewonnen hat, weil die Schwangerschaft sehr kräftezehrend war oder die Geburt den Körper stark beansprucht hat, ist die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Wiederaufnahme des Zyklus weniger wahrscheinlich.

Natürlich kann man das so pauschal und plakativ formuliert nicht sagen. Und soweit ich weiß, gibt es hierzu keine wissenschaftlichen Belege. Weder in Hebammenbüchern noch im Ärzteblatt o.ä. konnte ich hierzu etwas finden. Trotzdem: Ich hatte in meiner Arbeit als Hebamme schon manches Mal das Gefühl, an diesem Spruch sei etwas dran. Nach traumatischen Geburten oder schwierigen Schwangerschaften haben viele Frauen Angst, dass sich das Erlebte wiederholt. Falls es Dir so geht: Stell Dir vor, dass Dein Körper Dich durch das lange Ausbleiben der ersten Menstruation nach der Geburt schützen will und schlichtweg noch ein wenig Kraft für eine weitere Schwangerschaft sammeln muss.

3. Vorausgegangene Geburten: Meist wiederholt sich das Muster

In meiner Hebammentätigkeit in den letzten 15 Jahren habe ich aber den Eindruck gewonnen, dass es bei den meisten Frauen nach jeder Geburt ähnlich verläuft. Das heißt, eine Frau, die nach ihrer ersten Geburt nach acht Wochen wieder eine Periodenblutung hatte, hat nach der Geburt des zweiten Kindes häufig ebenfalls sehr schnell wieder einen Zyklus. Wissenschaftlich erforscht ist auch das soweit ich weiß allerdings nicht.

Verändert sich Deine Periode nach der Geburt Deines Babys?

Bei vielen Frauen ist der Zyklus nach dem Einsetzen der ersten Periode nach einer Geburt erstmal noch etwas unregelmäßig. Diese Unregelmäßigkeiten und Schwankungen können locker ein Jahr und länger anhalten. Hier kann der veränderte Schlaf-Wach-Rhythmus eine Rolle spielen. Vielleicht kennst Du das auch vom Reisen, dass der Zyklus auf solche Veränderungen reagieren kann.

Manche Frauen berichten bei der ersten Regel nach der Geburt von stärkeren Blutungen, manche von mehr Schmerzen, andere von weniger. Pauschal kann man da also gar nicht sonderlich viel dazu sagen, da auch das sehr unterschiedlich sein kann. Aber ich würde eher davon ausgehen, dass die Blutung im Vergleich zu vor der Schwangerschaft etwas stärker ist.

Wie erkennst Du, ob es die erste Periode nach der Geburt ist – und nicht der Wochenfluss?

Der Wochenfluss unterscheidet sich von einer Periodenblutung schon recht deutlich. Und zwar vor allem durch den Umstand, dass sich der Wochenfluss im Verlauf des Wochenbettes verändert. Direkt nach der Geburt ist der Wochenfluss frisch blutig. Nach zwei bis drei Wochen sieht er schon eher bräunlich oder orange aus und wird dann immer heller, bis er nach vier bis sechs Wochen gelblich und am Ende weiß ist und eine Slipeinlage ausreicht.

Hast Du also nachdem der Wochenfluss schon hell war und mehr als sechs Wochen seit Deiner Geburt vergangen sind, eine frische, rote Blutung und periodenähnliche Schmerzen, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Deine erste Periode nach der Geburt.

Viele Frauen rechnen nach der Geburt nicht mit ihrer Periode

Lustigerweise haben viele Frauen das gar nicht so auf dem Schirm und vermuten das Allerschlimmste. Ich habe schon mehr als einmal einen panischen Anruf von Frauen nach acht oder zwölf Wochen bekommen, die mir von einer periodenstarken Blutung erzählten. Manche sind im ersten Schreck sogar sofort zum Frauenarzt gegangen, der ihnen dann einfach nur mitteilen konnte, dass sie ihre Menstruation haben. Natürlich kommt man sich da im ersten Moment ein bisschen doof vor, aber das habe ich echt schon öfter erlebt und das ist überhaupt nicht schlimm. Im Zweifel kann ein Anruf oder auch ein Besuch bei der Hebamme oder dem Gynäkologen durchaus hilfreich sein — hab also keine Angst, Dich lächerlich zu machen!

Darfst Du sofort wieder Tampons oder eine Menstruationstasse benutzen?

Wenn mehr als acht Wochen seit der Entbindung vergangen sind, spricht grundsätzlich nichts dagegen, bei der ersten Periode nach der Geburt Tampons zu benutzen. Setzt die Menstruation zu einem früheren Zeitpunkt ein, würde ich persönlich davon abraten. Vielleicht ist die Wundheilung noch nicht komplett abgeschlossen und es kann leichter zu einer Infektion kommen, als wenn Du Binden verwendest.

Denk auch daran, dass Deine Anatomie sich durch die Geburt verändert haben kann. Manchen Frauen sind Tampons in den ersten Zyklen eher unangenehm. Andere brauchen aufgrund der größeren Blutmenge andere Tampons oder eine größere Menstruationstasse als früher.

Kannst Du schwanger werden, selbst wenn Du nach der Geburt noch keine Periode hatte?

JA! Denn der Eisprung findet VOR dem Einsetzen der Periode statt. Das heißt, auch ohne dass Du eine Menstruationsblutung hattest, kannst Du bereits einen Eisprung gehabt haben. Und es kann zu einer Befruchtung und somit einer Schwangerschaft kommen. Aus diesem Grund macht es Sinn, sich frühzeitig Gedanken über die Verhütung in der Stillzeit / nach der Geburt zu machen.

Ich hoffe, Du konntest ein paar Informationen aus meinem Bericht ziehen und fühlst Dich nicht mehr so unsicher und unwissend. Und falls doch: Deine Hebamme ist auch für solche Fragen ein guter Ansprechpartner und kann Dir Deine konkreten Fragen ganz einfach beantworten. Also denk Dir nichts dabei und frag im Zweifel einfach nach!

Unsere Video-Bloggerin Anna hatte schon nach 8 Wochen die erste Periode nach der Geburt. Hier berichtet sie über ihre Erfahrungen.

Periode nach der Geburt

Wie sich der Zyklus nach der Schwangerschaft verändert

Herzlichen Glückwunsch – Sie haben gerade ein Kind zur Welt gebracht! Dies bedeutet auch, dass Sie jetzt Ihren neuen, sich verändernden Körper erneut kennenlernen. Da sich Ihr Hormonhaushalt erst wieder normalisieren muss, können Sie in den kommenden Monaten auch mit Veränderungen bei Ihrer Periode rechnen. Hier erfahren Sie, wie sich Ihre Regelblutung während dieser Zeit verändert.

Veränderungen nach der Schwangerschaft

Ganz gewiss bemerken Sie nach Ihrer Schwangerschaft einige Veränderungen an Ihrem Körper! In der nächsten Zeit wird sich Ihr Körper neu einstellen und Ihr Hormonhaushalt wird sich wieder ausgleichen, bis nach einigen Wochen oder Monaten schließlich Ihre Periode wieder einsetzt. Die wichtigsten Umstellungen finden in den ersten sechs Wochen nach der Entbindung statt, während sich die übrigen körperlichen Veränderungen im Laufe mehrerer Monate allmählich vollziehen, bis Ihr Körper wieder seinen Normalzustand erreicht hat.

Der Wochenfluss nach der Entbindung

Ihr Genitalbereich könnte direkt nach der Geburt besonders sensibel sein. Jede junge Mutter blutet nach der Geburt, wenn ihr Körper die Gebärmutterschleimhaut abstößt. Diese Blutungen werden als Wochenfluss bezeichnet. In den ersten Tagen nach der Geburt empfiehlt es sich, saugfähige Vlieseinlagen zu verwenden.

Wenn die Regelblutung schwächer wird, sollten Slipeinlagen ausreichenden Schutz bieten. Sie werden möglicherweise feststellen, dass Ihr Ausfluss im Laufe Ihres Menstruationszyklus variiert und beispielsweise während des Eisprungs stärker ist. Das ist völlig normal! Carefree® Slipeinlagen helfen Ihnen, sich sauber, trocken und frisch zu fühlen. Sollten Sie jedoch stärkeren Ausfluss, unangenehmen Geruch oder eine Veränderung der Farbe feststellen oder ein Jucken oder Brennen spüren, sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Die erste Periode nach der Geburt –
darf ich Tampons benutzen?

Wenn Ihre Periode wieder einsetzt, können Sie für gewöhnlich problemlos wieder Tampons verwenden. Der Zeitpunkt des Wiedereinsetzens der ersten Blutung hängt sehr stark davon ab, ob und wie intensiv Sie stillen. Bei manchen Frauen setzt die Menstruation bereits wieder ein, wenn sie weniger stillen, während sie bei anderen erst zurückkehrt, wenn die Stillzeit gänzlich vorüber ist und sie mit dem Stillen aufhören. Falls Sie nicht stillen, setzt Ihre Periode etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt wieder ein.

Stärkere Blutungen nach der Geburt

Möglicherweise stellen Sie auch fest, dass Ihre Menstruationsblutung stärker ist und länger andauert. Außerdem könnte es sein, dass sich Ihre Scheide leicht verändert hat und Sie erst wieder herausfinden müssen, wie Sie den Tampon am besten einführen. Es ist auch möglich, dass sich Ihr üblicher Tampon einfach nicht mehr „richtig anfühlt“.

Dann ist dies ein guter Zeitpunkt o.b.® Flexia® Tag+Nacht Tampons auszuprobieren, die den richtigen Schutz für Ihre neuen Bedürfnisse bieten können. Ihre sanften, flexiblen SilkTouch® Schutzflügel passen sich der individuellen Form Ihrer Scheide an und helfen außerdem, Flüssigkeit aufzufangen, die bei gewöhnlichen Tampons vorbeilaufen kann. Sie können den Flexia® Tag+Nacht Tampon natürlich auch nachts verwenden. Für sehr starke Regelblutungen Tage gibt es den neuen o.b. Flexia® Tag+Nacht Super+ Comfort Tampon. Er bietet bis zu 100% Schutz am Tag oder in der Nacht.

Weitere Tipps und umfangreiche Informationen für Frausein nach der Geburt finden Sie hier.

Geburt: Menstruation nach der Schwangerschaft – einmal Gefühlschaos und zurück

Andrea Zschocher ist freie Journalistin, Bloggerin und Mutter aus Berlin. Besonders gern schreibt sie über die Themen Kind(er) und Familie. Die schönen Momente im Leben mit Kind hält sie auf ihrem Blog „Runzelfuesschen“ fest. Andrea Zschocher besitzt eine große Neugier auf das Leben und lacht gern.

© Andrea Zschocher / sonstige

Ich konnte es nicht fassen. Da war sie wieder. Eineinhalb Jahre hatte ich nichts von ihr gesehen, und nun war sie zurück. Im vollkommen falschen Moment. In wenigen Stunden sollte Besuch eintreffen, sie war also wirklich die Letzte, die ich in diesem Moment erwartet hatte. Ungläubig starrte ich sie an. Das durfte einfach nicht wahr sein. Es war nicht etwa eine alte Freundin, von der ich überrascht wurde, es waren meine Tage. Entgeistert starrte ich in die Toilettenschüssel. Kniff die Augen zusammen, es war immerhin fünf Uhr früh, ich konnte mich auch irren. Aber nein, spätestens der Blick in den Slip bestätigte meine Vermutung. Zwei kleine, rostrote Flecken auf weißem Grund, Irrtum ausgeschlossen.
Meine Menstruation, meine Regel, meine Periode, wie auch immer man es umschreiben will, sie war zurück. Und hatte nichts Gutes im Gepäck. Wir waren im Urlaub, mein Mann in Elternzeit, unsere sieben Monate alte Tochter quietschvergnügt und ich ohne Hygieneartikel, heulend auf dem Klo. Ich hatte einfach nicht damit gerechnet. Hatte all die Geschichten von Freundinnen und Bekannten geglaubt, die mir versicherten: „Solange du stillst, bekommst du deine Tage nicht.“

Sicher, ich hatte in den letzten Tagen immer mal wieder Bauchschmerzen gehabt und auch leichtes Nasenbluten. Das waren, bis zur Schwangerschaft, jeden Monat die untrüglichen Zeichen dafür gewesen, dass ich meine Periode bekommen würde. Aber das alles war nur noch ganz, ganz schwach in meinem Gedächtnis. Überlagert von all den neuen Gedanken und Gefühlen, die das Leben mit Baby mit sich bringt. Die Erinnerung an meine Periode lag irgendwo verschüttet unter Babyblues, Muttergefühlen und Elternstress.

© privat

Noch ganz frisch in Erinnerung ist dafür die letzte Monatsblutung, vor rund anderthalb Jahren. Die eigentlich keine war, nur wusste ich das zu diesem Zeitpunkt nicht. Einnistungsblutung, so heißt das, was ich gesehen und für meine Regel gehalten hatte. Als ich mich aber beim Geruch von Parfüm übergeben musste und keine Kekse mehr essen wollte, machte ich einen Schwangerschaftstest. Der sehr uneindeutig ausfiel. Waren das jetzt zwei Striche oder nicht? Bei der Frauenärztin kam die Frage nach der letzten Periode. Ich geriet ins Stottern. „Also, ähm, ich weiß nicht. Entweder vor zwei Tagen, aber nicht so richtig, oder vor einem Monat“, versuchte ich zu erklären. Die Arzthelferin nickte wissend und schickte mich zur Urinprobe auf die Toilette. Meine Frauenärztin bestätigte es: „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger.“ Neben all der Freude war da auch der Gedanke, dass ich nun monatelange nicht menstruieren würde. Was ich toll fand. Denn auch wenn ich, abgesehen von Nasenbluten und Bauchschmerzen, keine Beschwerden hatte, so richtig toll fand ich das nicht. Entweder war ich an diesen Tagen extrem kuschelbedürftig oder extrem kratzbürstig.

Dass mich diese Gefühlsextreme in noch viel schlimmerem Ausmaß auf der Toilette am Urlaubsort heimsuchen würden, war mir nicht klar. Ich war vollkommen unvorbereitet, nicht nur materiell, sondern vor allem auch mental. Nach einem kurzen Moment der Schockstarre fing ich hemmungslos an zu weinen. Ich war untröstlich darüber, dass ich keinen Tampon zur Hand hatte. Dann fiel mir auf, dass ich auf der kalten Kloschüssel saß. Auch ein Grund zum Weinen. Immerhin schaffte ich es nach zehn Minuten zurück ins Schlafzimmer, das Baby wollte gestillt werden. Als mich meine Tochter erblickte, quiekte sie in den höchsten Tönen und schlug ihre Händchen zusammen. Das unterbrach den Tränenfluss, und ich lächelte sie an. So viel Fröhlichkeit hatte ich auf die Welt gebracht, das war der Grund gewesen, wieso meine Periode überhaupt ausgeblieben war. Ich umarmte meine Tochter und ließ den Tränen freien Lauf. Diesmal vor Glück.

© privat

Pünktlich zur Ladenöffnungszeit suchte ich die hiesige Drogerie auf, das Arsenal an Tampons und Binden hatte mich zurück. Ich war den Tränen abermals nahe, wie sollte ich mich denn nun entscheiden? Der einzige Gedanke, der mir immer und immer wieder durch den Kopf ging: „Ich will das nicht, ich will das nicht.“ Wieder jeden Monat diese Launen ertragen. Wieder das Regelblut zwischen den Beinen spüren und sich alles andere als frisch fühlen.

Was folgte, war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Das kannte ich so nur aus den ersten Tagen mit einem Neugeborenen. Für all die Tränen und meine Hilflosigkeit waren wohl die Hormone verantwortlich. Monatelang hatten sie die Macht in meinem Körper und meinen Gefühlen übernommen, plötzlich verließen sie mich. Langsam, ganz langsam, kehrte ich hormonell in das Leben vor der Schwangerschaft zurück. Vielleicht weinte ich an diesem Tag auch ein bisschen, weil mir bewusst wurde, dass die Rückkehr meiner Regelblutung auch bedeutet, dass mein Baby gar nicht mehr so klein ist. Dass die Schwangerschaft und die ersten Monate wirklich unwiederbringlich hinter mir liegen und ich, theoretisch, ein zweites Kind bekommen könnte. Nach anderthalb Jahren ohne Menstruation kehrte ein Stück ungeliebter Alltag aus der Welt vor dem Kind zu mir zurück.
Die Menstruation macht aus Mädchen Frauen, wurde mir im Sexualkundeunterricht beigebracht. Meine Mutter wollte mich damals, mit 14, auf dem neuen Weg zum Frausein begleiten und hat den Tag meiner ersten Periode mit mir feierlich begangen. Es gab Eis und Mutter-Tochter-Gespräche, ich erinnere mich sehr gern daran zurück. Meine Tochter werde ich hoffentlich ebenso behutsam auf ihrem Weg zum Frausein und durch die verwirrende Zeit der ersten Periode begleiten. Und vielleicht werde ich ihr zur Seite stehen können, wenn sie nach einer Geburt zum ersten Mal wieder ihre Tage hat. Im Gepäck ein Taschentuch und eine Schulter zum Ausweinen. Und bestenfalls den Damenhygieneartikel ihrer Wahl.

Erste Periode nach Geburt: Abhängig von der Stillzeit

Nach der Geburt eines Kindes herrscht im Körper Ausnahmezustand. Bis sich die Periode nach der Geburt wieder eingependelt hat, beziehungsweise bis sie überhaupt wieder beginnt, kann daher einiges an Zeit vergehen. Manche Frauen haben über ein Jahr Ruhe, bis die Regel wieder einsetzt, bei anderen kann es bereits wenige Wochen nach der Entbindung wieder losgehen. Oft dauert es noch einmal länger, bis die Periode nach der Geburt ihren gewohnten Rhythmus wiedergefunden hat, manchmal verändert sich dieser nach der Geburt eines Kindes sogar grundsätzlich. „Normal ist erst mal alles“, erklärt die Frauenärztin Dörte Meise bei „baby-und-familie.de“. Jedoch sei ein Eisprung frühestens drei Wochen nach der Entbindung wieder möglich. Danach vergehen noch einmal zwei Wochen, bis die Blutung einsetze – in der Regel dauere es also mindestens fünf bis sechs Wochen bis zur ersten Monatsblutung nach der Geburt.

Periode nach Geburt: Durch Stillen verzögert

Wer sein Kind stillt, hat meist länger Ruhe, bis die Periode nach der Geburt zurückkehrt. Für die Milchbildung beim Stillen produziert der Körper das Hormon Prolaktin, sodass sich der Hormonhaushalt verändert, was sich auch auf die Regelblutung auswirkt. Das Prolaktin schränkt die Eizellreifung in den Eierstöcken ein, daher warten stillende Mütter oft länger, bis ihre Monatsblutung wieder einsetzt. Verhüten sollten Sie in dieser Zeit aber trotzdem, wenn Sie nicht gleich wieder schwanger werden wollen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Eisprung sinke während der Stillzeit zwar, ganz ausschließen lasse er sich jedoch nicht. „Alle Paare sollten sechs Wochen nach der Geburt wieder verhüten“, rät Dörte Meisel daher. Wichtig ist hier jedoch, dass die Verhütungsmittel keinen Einfluss auf die Muttermilch nehmen, wie es die Hormone der Pille tun können.

Vom Wochenfluss zur Regelblutung

Bevor die Periode nach der Geburt wieder einsetzt, kommt es zum sogenannten Wochenfluss. Das sind Blutungen, die entstehen, wenn die Wundfläche abheilt, die durch die Ablösung der Nachgeburt von der Gebärmutterwand entstanden ist. Der Wochenfluss verändert mit der Zeit seine Farbe von einer hellroten Blutung zu weißem Ausfluss – mit der Periode hat der zwischen drei und sechs Wochen andauernde Wochenfluss jedoch nichts zu tun.

Hier geht’s zum Google+ Profil von fem Gesundheit Google+

Bei manchen Frauen setzt die Periode wenige Wochen nach der Geburt wieder ein. Bei anderen dauert es bis zu einem Jahr. Bei vielen Frauen ist sie deutlich schwächer als vor der Schwangerschaft. Als Faustregel gilt: Frühestens fünf bis sechs Wochen nach der Geburt kommt die erste Monatsblutung.

Ist das noch der Wochenfluss oder schon die Menstruation?

Wann die erste Periode wieder einsetzt, ist ganz individuell und bei jeder Frau verschieden. Der Wochenfluss, der direkt nach der Geburt beginnt, kann drei bis sechs Wochen andauern. Bei Frauen die einen Kaiserschnitt hatten, ist der Monatsfluss meistens schneller vorbei. Die Dauer des Wochenfluss hängt auch von der Anzahl der Geburten ab. Denn mit jedem Kind dauert es länger, bis sich die Gebährmutter wieder zusammenzieht.

Stillen beeinflusst den Wiederbeginn der Menstruation

Am längsten warten in der Regel Mütter die stillen auf das Einsetzen ihrer ersten Periode. Der Grund: Durch das Stillen verändert sich der Hormonhaushalt. Das Hormon Prolaktin, was für die Milchbildung zuständig ist, wird freigesetzt. Das Prolaktin sorgt ebenfalls dafür, dass sie Eizellreifung im Eierstock eingeschränkt wird. Erst nach dem Abstillen pendelt ein normaler Zyklus ein.

Tampon oder Binde für die erste Periode?

Falls die erste Periode nach der Geburt innerhalb der ersten sechs Wochen einsetzt, ist die Wundheilung oft noch nicht abgeschlossen. Weil ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, solltet ihr lieber auf Tampons verzichten. Später können Tampons aber wieder ohne Probleme verwendet werden. Es kann jedoch sein, dass ihr eine andere Größe benötigt und sich das Einführen etwas schwieriger gestaltet als gewohnt. Kein Grund zur Sorge, dass ist ganz normal, denn durch die Geburt hat sich die Anatomie der Scheide verändert.

Verändert sich die Periode nach der Geburt?

Die erste Menstruation nach der Geburt ist meistens verhältnismäßig stark und auch schmerzhafter. In der Regel dauert sie auch länger. Die darauffolgenden Zyklen sind oft unregelmäßig. Meistens dauert es gut sechs Monate, bis sich der Zyklus wieder richtig eingependelt hat. Doch Unregelmäßigkeiten können immer noch auftreten.

Wenn die Periode vor der Geburt oft von starken Krämpfen begleitet wurde, kann sie hinterher deutlich milder verlaufen. Bei den meisten Frauen verläuft die Periode nach der Geburt weniger schmerzhaft und regelmäßiger. Ist die Blutung jedoch ungewöhnlich stark, sehr schmerzhaft und hält besonders lange an, solltest du deine Frauenärztin kontaktieren!

Das könnte auch noch interessant sein:

Menstruationstasse: Häufige Probleme beim Einführen und Nutzen – und was hilft!

Periode: In diesem Monat ist sie am stärksten!

Periode: Diese Faktoren verschlimmern deine Regelschmerzen

Periode verkürzen: Das kannst du tun, wenn deine Menstruation zu lange dauert

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.